Offlinewelt 1.0: Interactive Media geht zurück in die Zukunft
29.08.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Company, Offlinewelt 1.0
Muss man sich bei der Namensgebung einer Firma gut überlegen, ob man dem Unternehmen einen eindimensionalen Touch angedeihen lässt? Oder läßt man sich die Chancen für andere Märkte mit einem allgemein gültigeren Flavour offen? Offensichtlich ist es nicht wichtig… Haben diverse Agenturen sich um die Jahrtausendwende den Namen ‘Digital’ oder ‘Interactive’ gegeben, der eindeutig in Richtung Internetkundschaft und persönlicher Webexpertise abzielte, so heißt das heute anscheinend nichts mehr.
Eine Internet-Agentur geht jetzt zurück in die Zukunft: InteractiveMedia, die Online-Vermarktungstochter der Deutschen Telekom. Spricht der Firmenname doch eine klare Internetsprache, wird jetzt trotzdem das Portfolio um die Offlinewelt erweitert, schreibt WUV: Out-of-Home-Medien in den Bereichen InStore-Marketing und digitale Außenwerbung sollen nun den Wirkungsgrad von Mobile- und Online-Kampagnen in der Offlinewelt erweitern, meint Guido Sachs, Geschäftsführer von InteractiveMedia.
Zu den Standorten gehören zum Beispiel die Lanxess-Arena in Köln, die Ladenlokale der Friseurkette Unisex, der Flughafen Stuttgart und bundesweite 3700 öffentliche Telefon-Stationen, die mit digitaler Bildschirmtechnik ausgestattet sind.
Spot On!
Das gute alte ‘Alles-aus-einer-Hand-Konzept’ wird also wiederentdeckt. Sind manche Agenturen früher als ausgemachte Internetexperten gestartet, so bewegen sie sich viele heute in der Agenturszene nicht anders als klassische Full-Service-Agenturen. Wer ordentlich wachsen will, kann eben nicht nur online existieren. Und es lassen sich nunmal immer noch nicht alle Menschen online erreichen.
Ob Interactive Media wohl irgendwann seinen Namen ändert…?
Fussball Bundesliga Vereine: Twitter nicht auf Transferliste…
28.08.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Webkommunikation
Schlechter Bundesligastart, aber bei Twitter ganz vorne: FC Bayern ist wirklich in der Unternehmenskommunikation eine Nummer für sich, manchmal eben (derzeit nicht fussballerisch) auch die Nummer 1 und aus Sicht der Twitteraktivität berechtigt in der Champions League… Dennoch spielt Twitter in der Bundesliga noch keine Rolle auf dem “Kommunikationstransfermarkt”, wie Olaf Kohlbrück schreibt.
Der Post “Bayern führt die Bundesliga bei Twitter an” ist ein herrlicherWachrüttler für die Fussball Bundesligisten. Oder bewahrheitet sich doch, daß Twitter für Marken nicht erfolgversprechend ist und haben die Bundesligavereine deshalb keine Kommunikation dort gestartet? Dass Bundesligisten als Marke zu sehen sind, da sind wir uns doch einig. Eine ordentliche Markenausrichtung der Vereine und der Bundesliga hat nicht zuletzt der FC Bayern Manager vor wenigen Jahren gefordert.
Und wenn man sich Hoffenheim anschaut, so ist die Namen-/Markenänderung sicherlich nicht nur auf die Assoziation mit einem Amateurvereinen zurückzuführen. Ach ja… ok, ich hab mich animieren und verführen lassen: 1899Hoffenheim ist inzwischen nicht mehr verfügbar und TSGHoffenheim ist ja inzwischen unpassend. Als alter IT-ler sympathisiere ich doch sehr stark mit Dietmar Hopp und seinen Erfolgen. Aber er soll ein guter Verhandlungspartner sein – ich bin mir sicher, dass man sich einigen wird.
PS: Borussia Dortmund tut mir leid. BVB ist weg, an einen ‘full-time rockstar’. Naja, singen und Stimmung machen können die Fans ja wie kaum jemand in der Bundesliga… – vielleicht kommt der Twitter Account ‘BVB’ ja auf die Transferliste als Fan-Animateur.
Warum Marken auf Twitter nicht erfolgreich sind
28.08.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Company, Webkommunikation
Nachdem ich Twitter und Statusmeldungen in Social und Business Netzwerken auf den Prüfstand der Nützlichkeit für das Business gestellt habe, bin ich auf einen ergänzenden Post von Jeremiah Owyang gestossen – dem Webstrategie Blogger des amerikanischen Business.
Der Post führt die Diskussion in meinem Sinne weiter und basiert auf einer Aussage von Rodney Rumford, der sich 33 Firmen Twitterprofile von Topmarken angesehen hat, die mit Twitter definitiv ein Problem haben.
Wer also mit dem Gedanken liebäugelt, Twitter für seine Unternehmenskommunikation einzusetzen (oder es bereits tut), der sollte sich nochmals rückversichern, dass die nachfolgenden Punkte im Gesamtzusammenhang der Webstrategie einen Tenor ergeben. Wer es nur nach dem Motto macht: “Naja, es sind halt viele Firmen auf Twitter, versuchen wir es halt auch”, der sollte es besser lassen.
Der Post trägt den Titel “Why brands are unsuccesful in Twitter” und ich habe mir erlaubt die Zusammenfassung von Jeremiah (teileweise sinngemäß) zu übersetzen…
Brands sind zu langsam
Wer hätte gedacht, dass Twitter ein Phänomen wird – vor allem in den Social Media Kreisen und Medien? Die meisten Brands sind zu spät dazu gekommen, ihre Namen zu besetzen, einige schlaue Personen hatten eine Eingebung, sich den Namen schon vorher zu sichern (entweder unaufrichtig oder aus Brand Leidenschaft). Marken wie @disney, @marlboro sind bereits reserviert von Personen.
Firmen Domain: “Out For Lunch”
Wie Rodney erwähnt, haben einige Marken ihre Domains registriert, aber entschieden nicht teilzunehmen, sie haben es nur leise reserviert, unsicher darüber, wie man dieses schlüpfrige Konversationsmittel handhabt.
Nicht persönlich genug
Wenn ein Firma glücklicherweise sein Brand parken konnte, dann sind sie jetzt fertig für die nächste Herausforderung: Relevante Inhalte zu produzieren, die Resonanz in der Zielgruppe erzielt. Worüber sollen sie tweeten? Offenbar ist es ein ‘Ankurbler’ fürs Business, so Ankündigungen, zurück-echonde Blog Posts und Antworten auf direkte (aber sichere) Fragen erzielen die besten Erfolge. In vielen Fällen gibt es keine Person, die hinter dem Account steckt (gelistet oder als Bild) und niemand weiß, ob man sich mit einer internen Person oder dem CMO unterhält.
Zu persönlich für dich
Haben Marken nun eine weitere Herausforderung? Nehmen sie sich den Moment des täglichen Lebens wie es viele Twitter Nutzer machen: “Die Markenrichtlinien updaten um die Twitter Regeln des Dialogs einzubinden”, oder “am Marcom Meeting teilnehmen über die nächste Woche anstehende große Akquisition”? Brands laufen Gefahr entweder ihre Brands für die ‘Follower’ zu verfremden oder einfach nur auszusehen wie eine Fälschung.
Billige Rollen laufen sich tot
Manche Firmen gehen mit ihren Brands zu weit. Sie spielen ihre Markenpersönlichkeit mit Pro-branded Inhalten aus, sodass sie sich nach einer Weile wie ein Dreirad anhören, welches im Soap-Stil Botschaften läuft “willst Du Dich besser fühlen @jowyang, kauf unsere Produkte zur Abhilfe”.
Big brother is watching
Einige Brands haben angefangen, anderen Mitgliedern ‘zu folgen’, hoffend auf die Quote derer, die ihnen zurückfolgen. Obwohl sie die normalen Bestimmungen in Twitterville abgesegnet haben, drehen viele User durch, wenn ihnen ein Brand folgt.
Hybride persönliche- und Firmen-Marken werden nicht halten
Im beiden Fällen von Oracle und Dell (und anderer, da bin ich sicher), viele ihrer Mitarbeiter spreizen sich in ein persönliche Nutzung genauso wie sie ihre Marke repräsentieren (weniger gut eigentlich). Sie wählen Namen wie @oraclejulio oder @RichardatDELL und bringen die Konversation wirklich in Gang, indem sie beides sind, sie selbst und die Promotion der
Attribute ihrer Firma. Unglücklicherweise im Falle von @OracleJulio’s Situation hat er sich grüneren Weiden angeschlossen und musste seinen Namen dann irgendwie ändern, er ist nun @socialjulio.
ROI ist ungewiss
Was ist der ROI von Twitter? Eine sehr schwer zu beantwortende Frage, die Frage findest du nur, wenn du sie auch messen kannst: “Was ist der ROI einer Konversation im wahren Leben”. Da viele Marken ein Ziel verfolgen, (Rückgewinnung von Profit für Shareholder und Eigentümer), wird es schwer für viele Unternehmen sicherzustellen, dass dies eine hoch priorisierte Aufgabe ist.
Niemand kümmert sich
Bei manchen Marken, unabhängig wie sie Twitter und ihre Profile nutzen, oder worüber sie reden, kümmert sich niemand drum. Entweder ihr Produkt is unbekannt, oder nicht relevant, oder die Marke ist ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen zu überprüfen, ob ihre Märkte überhaupt in Twitter vertreten sind. Als Ergebnis gehen tweets ungehört in den Wald, wobei es auch niemand kümmert.
Als gutes Beispiel fügt Jeremiah Owyang ComCastCares an, eine Firma, die für ihre Presseaufmerksamkeit durch ihre Response auf wütende Twitter Community Mitglieder bekommen hat. Die Frage allerdings ist miener Meinung nach, ob dies nicht nur eine gelungener, taktischer Rückschlag von kurzer Dauer war.
Spot On!
Die Herausforderung schlechthin ist die langfristige Sicherstellung der unternehmensweiten bzw. produktstrategischen Unternehmenskommunikation via Twitter. Die Notwendigkeit einer verantwortlichen Twitter-Managers is definitiv gegeben, will man nicht in die Twitterfalle gehen. Aber wer wird das intern übernehmen? Und was bisher keiner weiß: Sind bei Twitter branchenweit essentielle Kontakte registriert, oder aus meiner Firma oder generell aus der Branche? Eine Firma kann nicht überall vertreten sein, alles über sich verfolgen und manchmal ist Twitter auch einfach nicht unbedingt ein gutes Investment im Vegrleich zu Social- und Business Netzwerken – das gewisse Business Add-On fehlt.
Muss man als Firma also bei Twitter sein? Ihre Meinung und ihre Erfahrung ist gefragt…
Studie: Sicherheitsbewußtsein der Onliner steigt
28.08.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Internetuser, Recht
Das Sicherheitsbewußtsein der Internet-User wird in Deutschland im Internet groß geschrieben – und ist jetzt mit einer Studie in Zahlen belegt worden. Die initiative D21 und Microsoft haben die Ergebnisse der Studie “Sicher Surfen 2008: Wie schützen sich Onliner im Internet?” gestern bekannt gegeben.
Der erhöhte Einsatz von Sicherheitssoftware tritt dabei in den Mittelpunkt, Updates werden sofort nach Verfügbarkeit eingespielt (74%) und nicht mal 10% aktualisieren ihr Betriebssystem weniger als einmal im Monat oder nie. Die Werte zeigen eine klare Erhöhung zum Vorjahr. Bei der derzeitigen Nachrichtenlage wundert auch nicht, dass der Informationsbedarf zum Thema Datenschutz deutlich amgestiegen ist auf über 21% (2007: 6,7%).
“Unsere Sonderstudie zum Thema Sicherheit verzeichnete auch in diesem Jahr einen erfreulichen Aufwärtstrend beim Sicherheitsbewusstsein”, sagte Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland. “Das Interesse der Internetnutzer am Thema Datenschutz hat sich im Jahrestrend fast verfünffacht. Das ist ein deutliches Signal für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Der Schutz der Privatsphäre muss an die Spitze der Agenda. Das Thema Sicherheit im Internet bleibt also ein Dauerbrenner”, erklärt Berg.
Bestätigt wird dies auch durch die Politik. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte, die Bayerische Staatsregierung habe ein umfangreiches Maßnahmenbündel im Kampf gegen die Gefahren des Internets geschaffen. “Bereits 1995 haben wir beim Bayerischen Landeskriminalamt die so genannte Netzwerkfahndung eingerichtet. Ihre Aufgabe besteht darin, in Datennetzen zu fahnden, um so Straftaten oder konkrete Gefahrenlagen festzustellen. In den letzten Jahren hat Bayern die polizeiliche Internetüberwachung intensiviert und die länderübergreifende Koordinierung verbessert”, sagte Herrmann.
An der repräsentativen Studie nahmen 2378 deutsche Internetnutzer teil.
Facebook Blog: Facebook hat 100 Millionen User
28.08.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Social Media
‘Stolz wie Oskar…’ verkündet Mark Zuckerberg, CEO des Social Netzwerkes Facebook, seine rasante Entwicklung. In seinem Blog berichtet er, Facebook habe die Grenze der 100 Millionen registrierten User überschritten….
“We hit a big milestone today — 100 million people around the world are now using Facebook. This is a really gratifying moment for us because it means a lot that you have decided that Facebook is a good, trusted place for you to share your lives with your friends. So we just wanted to take this moment to say, “thanks.”
We spend all our time here trying to build the best possible product that enables you to share and stay connected, so the fact that we’re growing so quickly all over the world is very rewarding. Thanks for all your support and stay tuned for more great things in the future.”
Facebook macht sich damit auf den besten Weg bei gleichbleibender Entwicklung dem größten Konkurrenten MySpace den Markt strittig zu machen. Laut Marktforschern wuchs Facebook in den letzten Monaten bedeutend schneller als MySpace. Vermutlich auf den Einstieg Microsofts bei Facebook zurückzuführen, was es auch zu einem der aussichtsreichsten Internet-Unternehmen der Welt macht (zumindest in den Augen der Microsoftfreunde).
Dennoch: MySpace ist mit 200 Millionen registrierten Usern immernoch doppelt so groß ist wie Facebook. Die 100 Millionen-Grenze hatte MySpace bereits vor zwei Jahren überschritten
Schnell-Check für Online-Shops – günstiges Shopsiegel mit Mehrwert
27.08.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Prosumer, Webkommunikation
Die GFK stellte erst kürzlich mit einer Studie die Wertigkeit von Gütesiegel für Online-Shops in den Vordergrund. Ein solches Shopsiegel bietet das Shop-Zertifizierungsinstitut SECUREDSHOP jetzt mit einem preiswerten Schnell-Check für Online-Shops an (95,- EUR zzgl. USt. je Check, per E-Mail bestellbar).
Es werden dabei -laut SECUREDSHOP- alle wichtigen juristischen, sicherheitsrelevanten und kundenorientierten Merkmale eines Online-Shops überprüft. Vor allem werden aber die Pflichtangaben im Impressum überprüft sowie sonstige weit verbreitete Abmahnungsrisiken. Sogar Themen wie Security und Usability werden mit in die Überprüfung einbezogen.
Shop-Betreiber Markus Schmitz von Inkpool hält viel von der Idee und kann bestätigen, dass die Kunden Wert auf die Zertifizierung eines Online-Shops als vertrauensbildende Massnahme legen. Zudem bekommt man gute Hilfestellungen und über sieht diverse businessrelevante Faktoren von Online-Shops nicht, meint Schmitz.
Fazit: Der Shop-Betreiber erhält so innerhalb kürzester Zeit einen Überblick und wertvolle Tipps und Optimierungshinweise von Shop-Spezialisten.
Der Weg zum effizienten Web Großprojekt – Studie: Warum IT-Großprojekte scheitern…
27.08.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Chief Web Officer, Webstrategie
Jeder Webprofi hat schonmal die Erfahrung gemacht, dass der Termin des Launches oder Relaunches eines Webprojektes schnell umgeplant wird, weil der Zeitplan nicht eingehalten werden kann oder die Kosten explodieren. Je größer ein Web- respektive IT-Projekt ist und je länger es dauert, umso höher die Chance, dass das Projekt teilweise oder komplett scheitert.
Eine Studie von Roland Berger beschäftigt sich jetzt genau mit diesem Thema – Titel “Projekte mit Launch Management auf Kurs halten. Warum IT-Großprojekte häufig kentern und Projekterfolg kein Glücksspiel ist”. Die Studie zeigt Gründe und Strategien auf, mit denen IT-Projekte tatsächlich zum Erfolg gebracht werden und basiert auf der jahrelangen Erfahrung der Autoren bei der Steuerung, Restrukturierung und Sanierung großer Projekte.
“Ein Großprojekt ist mehr als einfach nur ein Projekt, das länger dauert, mehr Mitarbeiter hat und ein größeres Budget verschlingt”, erläutert Dr. Kai Bender, Partner im Kompetenzzentrum InfoCom von Roland Berger Strategy Consultants, das die Studie durchgeführt hat. “Wer Großprojekte managt, muss Komplexitäten beherrschen, die man aus mittelgroßen Organisationen oder gar Konzernen kennt.”
Gründe für das Scheitern von Großprojekten
- Fehlender Projektstab, der sich angemessen um Risikomanagement und operative Steuerung des Projekts kümmert (bei rund 50% der scheiternden Großprojekte der Fall)
- Negative Folgen werden unterschätzt: direkte Kosten werden überbewertet, indirekte Kosten sind aber meist viel höher
- Unternehmenskommunikation wird nicht vom Projektstart weg mit eingebunden.
- Sprachregelung und Kommunikationskonzept für Notfälle wird vergessen
- Kommunikationsprobleme mit wachsender Projektgröße aufgrund erhöhter Zahl an Mitarbeitern
- Technisches Problem des First-Mover Vorsprungs: Wer nicht voll ausgereifte, neu entwickelte Technologien während des Projektverlaufes einbindet, läuft Gefahr Nachbessern zu müssen
Erfolgsfaktor: Konzentration auf den Launch
Die Minimierung dieser Risiken ist aber kein Hexenwerk: “Durch saubere handwerkliche Arbeit und ein auf das wesentliche Ziel, nämlich den Produktivstart und Betrieb, fokussiertes Launch-Management können Unternehmen die Risiken steuern”, sagt Studienautor Gérard Richter.
Fünf Leitsätze für erfolgreiches Launch-Management
- Launch Management ist Handwerk: Dazu braucht es gut ausgebildete Mitarbeiter und von Anfang an eine integrierte Gesamtplanung. Sie enthält Soll/Ist-Abgleiche, ein effektives Risikomanagement, ein auf mehrere Monate angelegtes Ressourcenmanagement, ein professionelles Top-Management-Reporting und ein kontinuierliches Schnittstellenmanagement.
- Nicht auf Best Case-Planungsszenarien setzen: Wichtig ist ein offener und ehrlicher Umgang mit den Erwartungen des Kunden, im Idealfall bereits während der Ausschreibung.
- Kleinere Projektpakete schnüren: Je weniger umfangreich und komplex ein Projekt ist, desto leichter ist es zu handhaben. Deshalb große Aufgaben auf mehrere unabhängige Teilprojekte verteilen.
- Ausgereifte Technologien vorziehen: Falls neue Technologien im Projekt zum Einsatz kommen, gilt es diese sorgfältig zu bewerten und zu planen. Im Zweifel lieber auf bewährte Standards setzen.
- Offene Kommunikation und klare Entscheidungswege: Berichtswege zum Kunden und zum Topmanagement müssen definiert und institutionalisiert sein. Es muss eindeutig festgelegt sein, wer Entscheidungen treffen darf und wer dabei mit eingebunden werden muss.
Spot On!
Wer gerade in einem größeren Projekt steckt, sollte kann sich also nochmal vergewissern, ob er alle Punkte beachtet hat oder sich einfach die kostenlose Studie ausführlich zu Gemüte führen.
Web: User wollen für Service nichts zahlen
27.08.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Internetuser
Wer sein Businessmodell im Online-Handel auf die Einnahme von Servicepauschalen stützt, sollte sich schnellstens mit dem Gedanken vertraut machen, dass dies überhaupt nicht im Interesse der Internetuser ist. Für verbesserten Online-Kundenservice einen Aufpreis zu zahlen, ist gerade mal jeder sechte Internetkäufer bereit.

Bei den Ergebnissen kann man einen klaren Unterschied für die Bereitschaft ‘Pro Servicepauschale’ zwischen Mann und Frau ausmachen. Bei Frauen kann man weniger auf finanziellen Zuzahlungen hoffen als bei Männern. Nur jede achte Online-Käuferin ist bereit den Geldbeutel zusätzlich zu erleichtern. Dagegen ist bei den Männern jeder fünfte Internet-Käufer bereit, eine Gebühr oder einen höheren Preis zu zahlen, wenn er dafür bevorzugt bedient wird.
Dies sind Ergebnisse der von novomind durchgeführten Studie “Kommunikationskosten im Sales und After-Sales von E-Shops”.
Emails: Regeln vom Arbeitgeber erwünscht
26.08.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Recht
Vor ein paar Tagen habe ich auf Anregung des Instituts für Rhetorik das Thema E-Mail Kommunikation und E-Mail Knigge fokussiert und darauf hingewiesen, dass der korrekte Umgang mit Emails mit mehr Ordentlichkeit und klaren Vorgaben seitens des Arbeitgebers zu versehen ist.
Der BITKOM hat das Thema ebenfalls auf dem Radar und jetzt Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, welche besagen, dass sich mehr als die Hälfte (54%) der beruflichen E-Mail-Nutzer mehr Orientierungshilfen vom Arbeitgeber wünschen. Vor allem vermissen sie Regeln, welche Vorgänge per E-Mail erledigt werden sollen und welche besser per Telefon oder im persönlichen Gespräch.
Dass die dienstliche E-Mail an immer mehr Arbeitsplätzen zum Standard wird, ist dabei das ausschlaggebende Ergebnis der Studie. Gut 40% der Berufstätigen verfügen schon über eine dienstliche E-Mail-Adresse. Vier von zehn Berufstätigen (42%) haben mindestens eine dienstliche E-Mail-Adresse, 12% sogar zwei oder mehr dienstliche Accounts. Häufig werden auch private Adressen für berufliche Zwecke eingesetzt. Jeder zweite Mail-Nutzer bekommt mehr als fünf Nachrichten täglich. „Das ist ein hoher Wert, weil nicht nur Büro-Jobs berücksichtigt wurden, sondern alle Tätigkeiten“, sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.
„Die E-Mail hat ihre Stärke dort, wo sie wichtige Informationen schneller und leichter zugänglich macht“, so Verbandspräsident Scheer. „Doch nicht immer ist sie der Königsweg – zu viele und zu belanglose Nachrichten lenken vom Wesentlichen ab.“ Deshalb rät der Bitkom zu einem bedachtsamen Umgang mit dem Medium: Vor allem Kopien von E-Mails sollten nur an Empfänger gesendet werden, die die Informationen wirklich benötigen. „Die Funktionen CC und ‚Allen antworten‘ sollten sparsam eingesetzt werden.“
Spot On!
Es wäre mal eine Studie interessant, die darauf schließen lässt, wieviel Zeit Arbeitstätige mit business-irrelevantem Emailverkehr verbringen. Oder ein Ergebnis, welches besagt, wieviel Unternehmen überhaupt keinen privaten E-Mail Verkehr über die geschäftliche Mailadresse zulassen. Vielleicht erhört einen der BITKOM ja und findet die Vor- und Nachteile solcher Ergebnisse und Massnahmen heraus. Das wäre für alle Unternehmen hilfreich…
Offlinewelt 1.0: Games Convention und Business Netzwerke – ein klein wenig wie spielen…
26.08.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Offlinewelt 1.0
Die Games Convention bringt schon manchmal erstaunliche Erkenntnisse an den Tag, wenn man so drüber nachdenkt. Auf jeden Fall ist es gut, dass manche Messe noch zur Bekanntmachung von Neuerungen genutzt wird – was man von einigen Messen der neuzeitlichen Offlinewelt 1.0 nicht mehr sagen kann.
So erfuhr man auf der Games Convention, wie nah das Business-Gebaren an der Spielewelt der heranwachsenden Jungendlichen ist. Bewußt wurde einem das bei der Veröffentlichung der Ergebnisse der Medienkonvergenz-Monitoring-Studie. Seit 2003 untersucht die Universität Leipzig darin, wie die Jugendlichen sich der Medienwelten nähern.
Gesamtergebnis: Jugendliche sind weniger als süchtige ‘Zocker’ denn als klassische Netzwerker -wie Businessleute eben- zu sehen.
So meint ein 17-jähriger: “Man kommt dann so ins Gespräch: Wie alt seit ihr? Woher kommt ihr? Was macht ihr so? Naja, dann hast du halt so Connections und manchmal reicht das bis zur Freundschaft.” Herrlich diese Fragetechnik! Da kann sich so mancher Manager was abschauen….
Ziel ist demnach also das Kennenlernen neuer Personen und Kontakte – eben wie im Business Netzwerk. Oder ist es anders, wenn wir in Xing und LinkedIn recherchieren, weil wir gerade mal neue Kontakte zum Meinungsaustausch, Kooperieren oder Vernetzen suchen.
Wenn 84% der Befragten -laut Studienergebnissen- in sogenannten Clans und Gilden spielen, erinnert einen das an die zahlreichen Gruppen in Business Netzwerken, in denen man fachsimpelt über GreenIT, SEO oder Jobvermittlung.
Noch ein Beleg… Wenn die jugendlichen Gamer berichten, dass sie in einem Clan nicht nur über das Spiel diskutieren sondern auch private Probleme ansprechen, erinnert man sich schnell an seine letzte Diskussion im Forum ‘Fussball – mein Freund aus Leder’ und die persönlichen Sorgen um die Zukunft der Lieblingsmannschaft.
So ist die Gamer- der Businesswelt so ähnlich und Jugendliche dem Businessverhalten so nah, dass man nicht mehr angstvoll von der süchtigen ‘Daddlergemeinde’ sprechen muß. Die Frage ist eher, ob man sich nicht vor den ’süchtigen’ Netzwerken sowie ihrer ‘Jäger und Sammler’-Mentalität in Acht nehmen muß.
Und wenn man erst die Aussage bedenkt, dass die meisten Jugendlichen die virtuelle Welt inzwischen nicht als Möglichkeit einer Flucht vor der Realität erkennen… Dann stellt sich eine weitere Frage: Nehmen nicht manche Manager die Mailfunktion in Business Netzwerken als Vorwand, das Telefon für den Cold-Call weniger in die Hand nehmen zu müssen? Eine Mail ist eben schneller geschrieben und umgeht den Weg der unangenehmen Einwandbehandlung. Gell…?!
Spot On!
Jugendliche Gamer sind lange nicht mehr so wie von den Medien lange proklamiert. Die Suchtgefahr, Verwahrlosung und Realitätsverlust ist ihnen bewußt und auch Eltern wissen, dass sie sich mit den Kindern auseinandersetzen müssen. Die Frage ist nur, wer erklärt manchen Managern, dass ihr Aktionismus in Business Netzwerken und eine Vielzahl von Kontakten, nicht unbedingt die Umsätze fördert sondern oft nur Zeit kostet?
Papa, Mama – Hilfe!
PS:
Die Studie läuft seit dem Jahr 2003 und beschäftigte sich bereits mit Animes, Handy-Downloads und dem Internet als Massenmedium. Seit 2005 wird auch das Verhalten von Online-Spielern analysiert. Die Uni Leipzig hat dazu rund 1000 Spieler auf der Games Convention und etwa 360 Spieler im Rahmen von Online-Interviews befragt.

