Mobiles Internet: Kommt Durchbruch 2009?

Googles Visionär Cerf sieht das mobile Internet kurz vor dem Durchbruch – die deutschen Branchenexperten hingegen nicht. Dies besagt eine Umfrage unter 184 Teilnehmern von INTERNET WORLD Business, die dem Durchbruch großteils weiterhin skeptisch gegenüberstehen.

Von den 184 Umfrageteilnehmern meinte fast die Hälfte, dass der Durchbruch wohl noch über 2009 hinaus dauern wird. Erst dann werde die breite Masse der Bevölkerung mobil im Web unterwegs sein. Die Hoffnung auf die große Veränderung ruht dabei bei 41% auf günstigeren Tarife und besseren Handys.

Dies trifft ganz die Meinung des IT-Beartungshaus Deloitte, die das mobile Internet bei einem Wettbewerbpreis von 10 EUR ansetzen. Doch “nur wenn die Dienste einen wirklichen Mehrwert bieten und zu akzeptablen Preisen angeboten werden, wird sich Mobie Internet im Massenmarkt etablieren.” zitiert Golem, Klaus Böhm, Director Media bei Deloitte.

11% der Befragten sind überhaupt nicht überzeugt vom mobilen Internet, wie die Umfrage zeigt. Auch wenn es für Experten unfassbar scheint, halten diese Menschen das Thema auch zukünftig für eine absolute Totgeburt.


Spot On!
Da kommen doch die Nachrichten von Fonic mit günstigen Raten oder die Anstrengungen der E-Plus für ein gemeinsames mobiles Internet zur rechten Zeit, um den Zauderern die Luft aus den Segeln zu nehmen. Die Chancen auf einen baldigen Durchbruch werden zumindest von einigen stark unterstützt…

Vinton Cerf Update: Future of the Internet

Vor rund 4 Monaten wurde auf zwei Interviews mit Vinton G. Cerf hingewiesen, in denen sich der ‘Vater des Internets’ über die Zukunft des Internets äußerte und hilfreiche Tipps für Unternehmen formulierte. Cerf, der die grundlegende Architektur des Internets mit Robert E. Kahn entwickelte, hat sich inzwischen in zwei neuen Video-Clips wieder über die zukünftige Entwicklung des WWW geäußert.

Der erste Clip stellt die Internationalisierung des Internets in den Vordergrund, wobei die technischen Grundlagen des Internets erläutert und seine Möglichkeiten für die Kooperation der Menschheit untereinander angesprochen werden.

Der zweite Clip befasst sich speziell mit der mobilen Zukunft des Internets, welche natürlich am Beispiel des T-Mobile Android Handys visualisiert wird – ein Muss für den Chief Visioinär von Google. Dabei hebt er die Chancen für Entwickler, User und die Gemeinschaft hervor und zeigt faszinierende Nutzungsoptionen und Trends auf.

Dass Cerf die mobilen Geräte für eine der ‘bedeutenden Komponenten’ für die Zukunft des Internets hält, kommt klar zum Ausdruck. Die Big Brother Version, die er dabei malt, erscheint manchmal eher erschreckend, wenn man sich überlegt, dass man punktgenau weltweit auszumachen sein wird – denn über RFID kann das Gerät nach Aktivierung unterschiedliche Gegenstände identifizieren, andere Gerät in der Umgebung erkennen und mit diesen kommunizieren.

“Betritt man beispielsweise ein Hotelzimmer, so wird das Mobilgerät zeitgleich die exakte Information zu dem Standort und der Zimmernummer erhalten. Wenn Sie den Laptop einschalten, wird er diese Information ebenfalls empfangen – entweder durch Ihr Mobilgerät oder durch das Zimmer selbst”, erläutert Cerf.

Spot On!
Irgendwie erinnern die Diskussionen an sich selbst überprüfende Kühlschränke vor rund 15 Jahren, die uns dann informieren, ob die Limo leer ist oder Butter eingekauft werden muss. Als Microsoft von solchen Visionen sprach, war man skeptisch ob der realistischen Chance einer Umsetzung. Bei der rasanten Entwicklung des Wettlaufs von Google mit Microsoft könnten solche Visionen bald der Realität entsprechen. Dennoch stellt sich einem die Frage… Sollten sich die Visionäre nicht mehr darauf versteifen, welche Dienste sinnvoll sind für die Zukunft der Gesundheit der Menschen, der weltweiten Finanzlage oder aber auch des besseren Schutzes des Individuums vor diversen Internetanbietern?

News Update – Best of the Day

- Die Studie “Medien und Marken im Web 2.0 – Erlösmodelle für Medien in der digitalen Welt” besagt als Kernaussage, dass “die Entwicklung nachhaltiger Erlösmodelle noch in vollem Gange ist; als erste Erfolgstendenz seien Personalisierung von Inhalten und Werbung, Kooperation und Syndication sowie E-Commerce erkennbar. … Banner-Werbung nach dem Gießkannenprinzip wird künftig durch Targeting-Lösungen ersetzt und die Verbraucheransprache auf ein angemessenes Maß dosiert. Abgesehen von Nischenmärkten Erotik und B2B werden es Bezahlinhalte auch in Zukunft schwer haben. (WUV, per Mail)

- Nach dem Launch der CBS Viewing Rooms zeigt Christopher Lawton anhand weiteren Beispiele jetzt auf, wie Community-bildende Features des Web immer stärker in unsere Wohnzimmer dringen werden.

- Das Upload-Magazin zeigt das Klassifizierunssystem der Internetuser durch Forrester und diskutiert die Passivität der deutschen Internetuser.

10 Empfehlungen für Incentives, wie mehr User an Online-Promotions teilnehmen…

Immer wieder wird man als Berater gefragt, was die besten Motivationstools sind, um User dazu zu bewegen, an verschiedenen Online-Marketingaktionen mitzumachen. In den letzten Wochen wurden fünf Aktionen von The Strategy Web festgehalten, die wir hier vorstellen. Daraus wollen wir versuchen abzuleiten, welche Incentives man bei Marketingaktionen anbietet – und welche lieber nicht.

Beispiel 1 – Lead Generierung
In einem Mailing einer PR-Software Firma aus den USA warb das Unternehmen um die Gunst des Users, indem sie einen 50 Dollar Gutschein von Barnes & Noble anbot, damit die User sich eine Präsentation anschauen.

Beispiel 2 – Online Umfrage
Bei einer Marktforschung (Dauer laut Unternehmen: 10 Minuten) schenkte ein europäisches Unternehmen jedem Teilnehmer iTunes Gutscheine im Wert von 5 EUR, um mehr Response und bessere Ergebnisse für die Marktforschung zu generieren.

Beispiel 3 – Viral Marketing
Ein Kaffeeanbieter lässt seinen Werbe-Videospot durch seine Kunden bewerten und macht daraus eine Viral-Marketing Aktion. Die Kunden sollen den Spot an ihre Freunde, Kollegen und Bekannte weiterleiten, damit auch diese abstimmen. Gewinnoption: lukrative Reise für 2 Personen.

Beispiel 4 – User Generierung
Ein Portal vergibt an bereits registrierte Mitglieder für 15 Einladungen, die diese an Bekannte und Freunde aussprechen (deren Registrierung vorausgesetzt), einen iPod nano.

Beispiel 5 – Event Bewerbung
Wer zu einer Wein-Verkostung geht und ein Ticket für 150 EUR bucht, erhält eine Flasche Rotwein (Wert: 15 EUR) kostenlos dazu.

Fünf unterschiedliche Beispiele – fünf Optionen, User mit Incentives zu motivieren, an einer Marketingaktion teilzunehmen. Gut oder schlecht? Prinzipiell müsste man die Leser fragen, ob die Ideen motivierend sind oder nicht zielführend. Sagen wir mal die Aktionen sind verbesserungswürdig und leiten davon ab…

10 (hoffentlich) hilfreiche Empfehlungen, wie mehr User an Online-Promotions teilnehmen…

1. Überlegen Sie sich die Zielsetzung der Aktion und passen Sie das ‘Incentive’ sinngemäß dieser an. Ob PR-Software unbedingt zu einem Barnes & Noble Gutschein passt? Vielleicht wäre eine kostenfreie PR-Beratungsstunde (= Fusion Marketing) origineller und thematisch passender gewesen?

2. Verlieren Sie nicht das Gleichgewicht bei der Relation zwischen Aktion und Incentive? Wenn man für das Ansehen einer Präsentation gleich ein neues Hemd für die nächste eigene Präsentation kaufen kann, macht man das wohl nur, wenn man kein Hemd mehr im Schrank findet. Die eigentliche Intension der Aktion gerät ins Hintertreffen.

3. Verschenken Sie als Incentive niemals Produkte, die nur denen dienen, die das Grundprodukt zur Nutzung (= iPod) besitzen. Wer den notwendigen Account nicht hat oder nicht will, ist bei der Aktion ‘außen vor’. Dies zeugt nicht von Kundenkenntnis bzw. Kundeninteresse oder Zielgruppenaffinität – mehr vom altmodischen ‘Gießkannen-Prinzip’. Es lebe der Streuverlust…

4. Gutscheine werden unbeliebter und zum ‘Nulltarif’ geschenkt – sprich 5 EUR bekommt man permanent geschenkt, ohne etwas zu tun. Sein Sie sich über den Zeitaufwand und Informationsvorsprung im Klaren, den ein Internetuser bei einer Marktbefragung investiert und ihnen gewährt. Der Faktor 20 zu 80 ist angemessen: sprich z.B. eine gute Flasche Wein für das Ausfüllen des Fragebogens bringt vermutlich mehr. Vielleicht denkt man beim Empfang des Incentives oder beim Verzehr über die oder eine andere Sache nochmal nach und tritt nochmal mit dem Unternehmen in Kontakt. Nur mit einem angemessenen Incentive bekommt man die ‘wahren’ Antworten und nicht einfach willkürliche ‘Clicks’ (siehe auch 6.).

5. Überlegen Sie, ob der Gewinnspielcharakter ausreichend ist, damit die Internetuser die Daten (= Emailadressen) ihrer Freunde, Kollegen und Bekannte preisgeben. Auch wenn der Trend zum Viral Marketing in aller Munde ist und immer mehr zunimmt, muss man mit der Anstiftung zu ‘Datenhandel-Spiel im kleinen Stil’ sauber umgehen und vorsichtig sein. Datenschutz im Webbusiness wird ein immer kritischeres Thema.

6. Eine Hand wäscht die andere: Geben und Nehmen sollten sich die Waage halten. Wer Daten erhält, sollte auch etwas Werthaltiges anbieten. Die ‘Lotterie-Aussicht’ auf eine Reise ist wertlos und Augenwischerei. Das wissen die Internetuser inzwischen – zumindest die, die auch das Internet als Einkaufsmedium nutzen, sich Vebrauchersendungen ansehen (an denen man bald nicht mehr ‘vorbeizappen’ kann) und permanent mit Gewinnspielen konfrontiert werden, wo sie ihre Daten abgeben sollen. Zuviele sind dabei schon enttäuscht worden und von zuwenige n Gewinnern hat man gehört.

7. Wem ein neu gewonnener User 10 EUR Wert ist, der sollte nachdenken, ob er sich diesen Datensatz nicht ‘direkt’ organisiert. Ist es nicht ehrlicher, dem vermittelnden User 10 EUR in Aussicht zu stellen, wenn dieser einen neuen User liefert? Die Bekannten, die für einen iPod -und erstmal keinen ersichtlichen eigenen Nutzen- in eine Datenbank fallen, werden dem Datenlieferanten sicherlich nicht wohl gesonnen sein. Anders ist es, wenn der Datenlieferant am Ende der Aktion alle auf ein Bierchen einladen kann – gerne auch organisiert durch die Firma, die die Marketingaktion durchführt.

8. Eine Incentive-Aktion, die zu aufwendig ist, rechnet sich nicht für das Marketing und die Firma – weder im Sinne des daraus generierten Mehrwertes, noch rechtfertigt es den Aufwand. Schnell registrierte User sind ebenso schnell wieder weg – und damit ist das Incentive sinnlos verschleudert. Zumal sich die Teilnehmer fragen werden, wieso man so generös mit den Incentives umgeht (= schafft kein Vertrauen in Marken!).

9. Early-Bird Aktionen (Frühbucheraktion) sind beliebt. Wenn Sie aber 10% gewähren wollen, machen Sie dies zeitgebunden – aber nicht in Form von Naturalrabatt. Der User kämpft immer mit dem Gedanken und dem Gefühl, dass dies bereits im Gesamtpreis der Eventaktion enthalten ist und man es sowieso mitbezahlt hat.

10. Tragen Sie keine ‘Eulen nach Athen’: Wein an Weinliebhaber zu verschenken, birgt immer ein Risiko (Weiß oder Rot? Rebsorte? etc.). Option 1: Bieten Sie einen exklusiven ‘Zusatz-Kreis’ bei der Veranstaltung mit einem seltenen Probiertropfen an, für alle die sich rechtzeitig angemeldet haben. Option 2: Lassen Sie die potentiellen Teilnehmer bei der Anmeldung aus einer Auswahl von diversen notwendigen Wein-Accessoires für Weinkenner zum gleichen Wert aussuchen.

Spot On!

Der einzigartige clevere Incentive-Tipp ist schwer zu definieren und vermutlich gibt es diesen auch nicht. Incentives wollen für jede Aktion wohl überlegt sein, wenn diese erfolgreich werden soll. Aber vielleicht gibt es ja noch viel mehr Empfehlungen, die den Lesern einfallen. Wir sind gespannt…

Google Docs nimmt Microsoft prominenten Kunden – Onlinestrategiewechsel in Redmond

Die heilige Kuh der Microsoft Umsätze (Microsoft Office) wird nun zu neuen Ufern getrieben. Was Google erst kürzlich ankündigte, muss Microsoft jetzt schlagartig umsetzen: Office-Anwendungen sollen künftig online verfügbar sein. Dieser radikale Wechsel der Onlinestrategie tut Not, denn inzwischen drohen Microsoft die Kunden wegzulaufen. Ein prominenter ist bereits ‘abspenstig’.

Wie man heute den IT-Medien entnehmen kann, wird Washington D.C. ab sofort alle 38.000 Rechner zukünftig mit Google Docs, Google Video for business und Google Sites for intranets anstatt mit den bekannten Microsoft Office Produkten laufen lassen. Da wird es Zeit, dass Microsoft’s Steve Ballmer ein “neues Betriebssystem …, was im Netz läuft” ankündigt.

Spot On!
Die Bottom-Up Strategie von Google setzt sich immer mehr gegen die Top-Down Strategie von Microsoft durch. Alle bisherigen Bemühungen von Microsoft Google den Rang etwas abzulaufen, waren nicht besonders erfolgreich. Als Beleg kann man die bisher gescheiterten Übernahmeversuche von Yahoo nehmen oder das vermeintliche Bemühen hinsichtlich Live Mesh. Und jetzt gerät auch noch die Cash-Cow unter Beschuss durch Google. Bleibt abzuwarten, ob sich die neue Online-Offensive für die ‘Redmonder’ auszahlt…

Wochenendgruß: Remember Mao!

Mao war ein kluger Kopf und ihm fielen weiße Sprüche ein, die man manchmal einfach aus der Schublade kramen muss. So sagte er mal…

“It’s always darkest before it’s totally black!”

Ungefähr so muss sich der südafrikanische Politiker Nhlanhla Nene gefühlt haben, bevor das Gehölz endgültig zerbarst…

Spot On!
Die coole Reaktion nach dem ersten Knacks erwartet man manchmal von z.B. Finanz-Managern, wenn die Säulen ihrer ‘Finanzierungsgebäude’ nachzugeben drohen…

CEO-Report: Wenn CEO’s in die Zukunft schauen…

…dann sehen die Medien-Chefs eine Welt der On-Demand-Medien und voller mobiler Inhalte, die zukünftig die Welt beherrschen werden.

Zu diesem Ergebnis kommt der CEO-Report von Ernest & Young, bei der 27 namhafte CEOs* zur digitalen Zukunft der Medien ihre Meinung geäußert haben. Weitere Erkenntnisse hielten sich in Grenzen. So schreibt DLD zusammenfassend:

“The quintessence of the survey is: The future is mobile and digital. Companies offering Internet media and new content are therefore best prepared for the future.”

… und über die User …

“Consumer want to trigger content anytime anywhere”

… sowie die Erfahrungen der Medienhäuser …

“Nobody really knows where we are heading, so everybody is testing and trying out”.

Ob man eine solche ‘Zukunftsstudie’ mit dem verlängerten Titel ‘Der Konsument ist der Boss‘ verkaufen muss, ist auf jeden Fall fraglich. Früher sagte man wohl: Der Kunde ist König. War irgendwie kürzer und prägnanter…

Schade eigentlich, dass Studien manchmal nicht mehr Erkenntnisse bieten. Vielleicht hätte man mal die Ebene unter den CEO’s befragen müssen. Ob die dieselbe Meinung parat gehabt und ein wenig mehr Einblicke zugelassen hätten? Ach, ich vergaß – das zieht PR-technisch nicht so gut…

Ja, die gute alte PR-Maschinierie und Suchmaschinen-Optimierung (SEO) stehen manchmal wahren Erkenntnissen der Neuzeit im Weg… und läßt Online schlechter werden, wie Stefan Niggemeier hervorragend vor Augen führt. Vielleicht sollte man den befragten CEO’s mal diesen Post schicken – zur Qualitätssicherung…!

*Befragt wurden u.a. die deutschen Hartmut Ostrowski (Bertelsmann) und Stefan von Holtzbrinck sowie international Steve Ballmer (Microsoft), Howard Stringer (Sony), Edgar Bronfman (Warner Music), Janet Robinson (The New York Times Company), Jeffrey Katzenberg (DreamWorks).

Nielsen: Welche Social Networks wachsen am schnellsten?

Nielsen Online hat die aktuellen Zahlen veröffentlicht, welche Social Networks mit dem schnellsten Wachstum glänzen – leider nur bezogen auf die USA.

MySpace und Facebook liefern sich weiterhin ein spannendes Rennen an der Spitze der Social Networks in den USA, wobei Facebook mit einem Zuwachs von 116% immer näher an die Trafficzahlen von MySpace herankommt.

Für diejenigen, die sich noch vor ein paar Tagen gefragt haben, wieso LinkedIn noch eine Finanzspritze von 22,7 Mio. Dollar bekommen hat, liefert Nielsen die Begründung mit beeindruckenden Zahlen: 193% Zuwachs.

Spot On!
Generell ist LinkedIn für die werbetreibenden Unternehmen eine zunehmend interessante Plattform, wenn man sich die Nutzer-Fakten ansieht: Das durchschnittliche Mitglied ist 41 Jahre alt und hat ein Jahressalär von 109.000 US Dollar. Den Zugang zu dieser Premium-Zielgruppe lässt sich das Business Netzwerk mit einem TKP zwischen 50 und 76,50 US Dollar vergüten. Dies wäre ein Top-TKP für Social Network Advertising im amerikanischen Markt, wenn man diesen wirklich erzielt…

OMD und DMEX: aktueller Zwischenstand

23.10.2008 von  
Kategorie: Web Marketing

Das Werben um die Aussteller hält an und der Kampf scheint in eine vorentscheidene Phase zu gehen. Der nächste OMD Newsletter kam gestern in die Mailboxen der Interessierten und verkündete den Anmeldungsstand der Aussteller seitens der OMD. Da schaut man eben mal zum Vergleich auf die DMEX Seite und kann den Zwischenstand der bereits gesicherten Aussteller durch die Veranstalter verkünden…

OMD – DMEX 29:61

Spot On!
Zwei Sachen erschließen sich einem nicht so ganz: Alle Marketiers reden auf dem Internet-World Kongress von etablierten Brands, die zukünftig erfolgreich Online und Offline sind und beim Kunden gewinnen. Offensichtlich hatte die OMD diesen Brand-Status nicht erreicht (trotz 20.000 Besuchern und rund 380 Ausstellern). Sonst wäre die Kehrtwende die einzige Ausnahme im modernen Marketing und ginge als nicht erklärbare, irrationale Marketingentscheidung der Web 2.0 Zeit in die Historie ein. Oder nicht…?!

Zumal frägt man sich, wieso Aussteller einem Messekonzept schlagartig den Rücken kehren, von der man überzeugt war (laut Studien der OMD). Obwohl man keine Ahnung hat, was einen bei dem neuen Konzept erwartet. Vielleicht war die ’360 Grad Ausrichtung’ der OMD aber einfach eine 180 Grad Drehung zuviel – dann dreht man der OMD nämlich den Rücken zu und schaut nach Köln…

Onlinestar 2008 – über Schein und Sein digitaler Awardverleihungen

Alle Jahre wieder gibt es die Onlinestar Preisverleihung – 2008 bereits zum 10-ten Mal. Die Einladung hat einen gefreut, schließlich bietet die Verleihung den ältesten Award der digtalen Branche. Und nicht nur deshalb hat sie einen Ruf -und einen zu verlieren. Mal abgesehen von dem, die… “kürzeste Preisverleihung Deutschlands” zu bleiben, wie der Host des Abends Florian Ebner in seiner Eröffnungsrede berichten kann.

Die Preisverleihung hat vor allem eins offeriert: Zeit… – Zeit zum Nachdenken! Nachdenken über die Sinnhaftigkeit von (digitalen) Awards. Nein, jetzt keine Angst… ich will nicht Reich-Ranicki’s Erbe antreten. Dennoch will kommentiert werden, was zahlreich in den Sitzreihen ‘bespöttelt’, dann von der Moderatorin des Abends wortreich ‘beschmunzelt’ sowie schließlich und endlich von Jurymitglied Prof. Anette Scholz auf den Höhepunkt getrieben wurde: “Vorab die gute Nachricht: Die jungen Herren von Jung von Matt dürfen jetzt auf Ihren Plätze bleiben”. Danke Frau Prof. Scholz, dass sie den Zuschauern von den Lippen gelesen haben: Die jungen Herren waren wirklich ein wenig zu oft als Sieger auf dem Podium…

Den Post hier abzubrechen, wäre irgendwie angebracht… aber auch schade! Also weiter nachdenken…

Grundsätzlich galt es bei der Preisverleihung zu unterscheiden zwischen zwei Kategorien: Kreativaward (Online-Werbung in sieben verschiedenen Kategorien) und Publikumspreis (nach Webseiten Kategorisierung). Die Sieger und Ausgezeichneten des Keativawards (nachzulesen bei Adzine) sowie die des Publikumspreises (Ripanti Blog) beglückwünschen wir auf jeden Fall!

Die Ideen der Kreativen waren teilweise gut, teilweise brilliant… – ebenso wie die Kritiken nach der Preisverleihung so treffend waren wie selten zuvor. Richtig, gehen Sie bitte noch einmal zurück auf Herrn Ripantis Blog…. Gelesen?! Ob Konstante oder Blaupause oder dieser Kommentar (werbeblogger) – alle waren sich irgendwie einig: Die Peisverleihung war ein Deja-Vu und regte zum Nachdenken an. Und das soll nicht negativ verstanden sein. Nein, es sei als positiver Ansatz gedacht für alle diejenigen, denen bald selbst eine Preisverleihung ins Haus steht.

Kreativawards
Die erste Kategorie wurde von einer Jury (u.a. war ein Vertreter von Jung v. Matt ein Jury-Mitglied…) bewertet, die offensichtlich ihre eigenen Arbeiten besser findet als die des Mitbewerbs. Oder wie ist es sonst zu verstehen, daß von insgesamt 26 Medaillen mit 15 Awards die Agenturen der Jurymitglieder ausgezeichnet wurden – und das mehrmals?! Ein Zufall…? Vielleicht gibt es wahrlich keine besseren Arbeiten. Wer kann schon die gesamte Branche der über 12.000 Werbeagenturen und ihrer digitalen Kreativarbeiten überblicken…?!

Als Ende September die Awardverleihung ‘Die Klappe‘ stattfand, schaffte es übrigens ein Ad Spot dort auf den Bronzeplatz, der auch die Zuschauer des Onlinestars 2008 komplett von den Stühlen riß…: The Crazy Leader Spot. Die verantwortliche Agentur Scholz & Friends schaffte es aber leider wieder nur zu Bronze-Medaille. Man hätte ihnen diesmal ein besseres Abschneiden gegönnt…

Apropos Bronze! Erstaunlich fanden es zahlreiche Besucher der Awardverleihung, dass es manchmal Bronze und Gold aber kein Silber gab, dann wieder Bronze und Silber aber kein Gold, machmal auch viel von allen dreien. Wie sich der Umstand verhält, bleibt fragwürdig bei allen Erklärungsversuchen und führt zu einer generellen Überlegung, die wir am zweiten Award festmachen wollen…

Publikumsawards
Denken wir mal über den tieferen Sinn von Awards nach – wenn es den gibt. Awards dienen als Auszeichnung für außergewöhnliche Innovationen und Ideen, als Motivation für außergewöhnliche Talente und als Prämierung für Markenbildung – alles bezogen auf das vorangegangene Jahr – sonst würde man langfristiges Können oder Lebenswerke auszeichnen.

Als Joachim Graf, Publisher iBusiness, auf der Internet-World Kongress wenige Stunden vorher von einem Paradigmenwechsel berichtete, hatte er die ‘Machtablösung’ von Microsoft durch Google in der Internet-Ära im Fokus. Ein Weitblick, der einen ‘Internet-Zukunftsforscher’ auszeichnet. Denn Google einen Publikumspreis für das beste ‘Online-Portal’ zu verleihen, kommt weder der Macht und Bedeutung des Unternehmens, noch dem Erreichten und Avisierten, noch der Philosophie und Strategie gleich.

Würde Google wie Reich-Ranicki denken, ob sie wohl den Preis stehen lassen hätten? Schwierig, denn schließlich war es nicht die Jury sondern die User die bei der Wahl entschieden haben. Für die Strategie des Unternehmens heißt das aber: Die Unternehmenskommunikation erreicht den User definitiv nicht. Denn offensichtlich kennt der die unzähligen Produkte von Google gar nicht… Oder hätte man sonst auf Augenhöhe mit web.de und T-Online konkurriert? Ob Google nun von den Usern oder der Jury in diese Kategorie gesteckt wurde, entzieht sich unseres Wissens.

Spot On!

Publikumspreise an Marktführer oder Top-Player zu vergeben, erscheint wenig prikelnd für Besucher der Awardverleihung. Keder Internetuser weiß, wie hilfreich und nutzefreundlich die Player sind, schließlich nutzt man sie deshalb tagein tagaus. Da lobt man sich die Awardverleihung für den Gründerwettbewerb der Internet-World Messe 2008 für die beste Business-Idee des Jahres. Ein Gewinner mit brands4friends, Bransparent und Doodle belegen zusammen Platz 2 (ok, auch wenn ein Zweiter und ein Dritter logischer erscheinen). Alles schnell, einfach und logisch begründet – fertig! Und somit kürzere Preisverleihung als der Onlinestar 2008. Hat der Onlinestar seinen Ruf verloren? Nächste Jahr wissen wir mehr… bis dahin denken wir noch ein wenig nach.

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