Wochenrückblick: Webstrategie, Onlinestrategie, Internetstrategie

Der aktuelle Wochenrückblick mit den neusten Nachrichten zum Grundthema des Blogs…

- Lycos hats erwischt – der Labrador bellt nicht mehr. Einst gehörte die Marke zu den Großen der Netz-Wirtschaft, wurde zum zentralen Element der Webstrategie von Bertelsmann. Jetzt stirbt das Spin-off einen leisen Tod. Protokoll eines sehr teuren Absturzes, schreibt Spiegel Online.

- Das Bundesministerium für Finanzen macht in finanziellen Krisenzeiten mal ganz anders auf sich aufmerksam: Die Internetstrategie setzt auf umfassende Bürgerinformation im Netz – in Gebärdensprache mit Online-Videos: Finanzmarktkrise und Rettungsschirm für Arbeitsplätze – Antworten auf die wichtigsten Fragen – von der webstrategischen Massnahme bei pressrelations.de.

- Microsoft und BBC bringen Schwung in das Thema Webstrategie:
Die Microsoft-Suche macht von sich reden, indem sie als ‘Verwirrungs-Marketing’-Tool eingesetzt wird. BBC hingegen begräbt vorerst weiterführende Onlinepläne, und die meisten Deutschen finden die Online-Durchsuchung prima, berichtet ebenfalls Spiegel Online. Zudem setzt Microsoft auf Saas (Software as a Service) und bündelt Exchange, SharePoint Office Live Meeting und Office Communications und stellt sie als Dienst zur Verfügung.Von der aktuellen Webstrategie schreibt Computerwoche.ch.

Auswirkungen von Social Media und Micro-Blogging auf Unternehmen

28.11.2008 von Martin Meyer-Gossner  
Kategorie: Prosumer, Social Media

Wenn man sich mit Social Media und Microblogging beschäftigt, will man natürlich auch irgendwann mal die Mehrwerte für Unternehmen beleuchten. Dies lässt sich am besten daran festmachen, welche Auswirkungen Social Media auf Unternehmen und den Kunde (auch Prosumer) hat.

Die Entwicklung
Ging es früher für Unternehmen von einem blanken ‘Dasein’ im Web zu einer interaktiven kontakt-ermöglichenden Internet- und/oder E-Shoppingpräsenz, so wollen neuzeitliche Webaktivitäten den direkten Kontakt zu den (potentiellen) Kunden initiieren. Die Kunden sollen möglichst in die Social Media Aktivitäten wie Brand Communities, Micro-Blogging (wie Twitter, Friendfeed, etc.), Blogs, Social- und Business Networks (Facebook, XING oder LinkedIn) etc. eingebunden und nie mehr losgelassen werden.

Ärgerlicherweise gestalten sich diese Bemühungen aber immer schwieriger, denn der Aufwand des Mitbewerbs ist oft ebenso hoch und neue ‘konvergente’ Anbieter aus teilweise komplett anderen Branchen ringen zweifelsfrei genauso um die Gunst des Konsumenten. Und auch wenn der Konsument sich schon zum Prosumer entwickelt, hat auch dieser nur 24 Stunden am Tag, in der Regel einen Job, einen Freundeskreis, Hobbies und der Schlafmangel der Internetuser nimmt zu.

Die Strategie für Unternehmen dem Social Media und Micro-Blogging Trend zu folgen, muss also stimmig sein, damit der Prosumer nicht nur einen Nutzen sondern auch einen klaren Mehrwert hat, sowie idealerweise auch seine Interessen gebündelt wiederfindet. Es besteht allerdings auch die Gefahr sich in Social Media Aktivitäten zu verzetteln oder die Vorteile für das Unternehmen, dem Nutzen der Kunden oder den unternehmeerischen Zielen (Umsatz, Umsatz, Umsatz) nicht anzupassen. So kann sich ein Unternehmen mit vielen Blogs zwar toll im Web 2.0-Format darstellen, allerdings heißt das noch nicht, dass das Unternehmen einer erfolgreichen Zukunft entgegengeht (sie Beispiel General Motors).

Warum also sollten Unternehmen in Social Media investieren?
Finanzkrise, ’schwächelnde’ Budgets, Ressourcenknappheit und chronische Überlastung der (meistens) Marketing-Verantwortlichen scheinen keinen Platz mehr zu lassen für Überlegungen hinsichtlich einer angestrebten Social Media Denke in den Unternehmen. Aus diesem Grund werden solche Aktivitäten fälschlicherweise erstmal als Projekt bei CMOs hinten angestellt und dem Daily Business Vorfahrt gewährt.

Social Media ist heutzutage nicht nur ein unterschätztes Potential für die Vertriebsmannschaft, sondern auch ein Rückschritt in der Unternehmenskommunikation und Webstrategie eines Unternehmens. Denn der Schlüssel einer erfolgreiche Unternehmenskommunikation basiert auf einem ausgewogenen Webmarketing.

Wie wirkt sich der Einsatz von Social Media auf Unternehmen aus?
Insgesamt fallen sechs Auswirkungen auf, die auf Unternehmen einen wertschöpfenden und effizienzsteigernden Input haben können – aber auch Gefahren bergen.

Der Multiplikator-Effekt
Social Media eröffnet Zugänge zu Interessenten, Kunden und Partnern und vervielfältigt die Informationsaufnahme und -vergabe sowie die Unternehmenskommunikation und das Brand.

Der Globalisierungs-Effekt
Die geografischen, mentalen und psychologischen Entfernungen zu Kunden werden aufgebrochen und ermöglichen eine glaubwürdige Kontaktaufnahme zur Zielgruppe.

Der Networking-Effekt
Die Vernetzung zwischen dem Unternehmen, Kunden, Interessenten und Partnern nimmt zu und eröffnet neue Märkte – siehe Cluetrain Manifest: Märkte sind Gespräche!

Der Qualitätsoptimierungs-/-sicherungs-Effekt
Die Qualität der Produkte und Services wird nicht aus interner Sicht verbessert, sondern aus Sicht des Marktes und der Abnehmer. Dies verhindert eine Produkt- und Entwicklungsstrategie, die sich am Markt ‘vorbeiläuft’.

Der Sales Funnel-Effekt
Menschen kaufen von Menschen: Die Vernetzung der Menschen untereinander erschließt dem Vertrieb (u.a. durch Mundpropaganda) ein nahezu unendliches Kunden-Potential.

Der ‘Vermenschlichungs’-Effekt
Unternehmen wirken auf Kunden über Jahrzehnte wie undurchdringliche Konstrukte, die nach vorgegebenen Strukturen funktionieren und denen mit menschlichen Gebärden nicht beigekommen werden kann. Dies ändert sich seit dem Social Media Trend: Kunden realisieren Menschen hinter dem ‘Werkeln’ und Aktionismus der Unternehmen.

Kann das Unternehmen die Social Media Effekte handeln?
Die vermutlich schwierigste Frage bei der Herangehensweise an eine Social Media Strategie, die je nach Auswirkung zu betrachten ist…

Der Multiplikator-Effekt
Grundsätzliche Frage ist natürlich, ob alle Ansprechpartner des Business auch wirklich das Web als Informationskanal nutzen – und auf welchem Aktivitätsstatus im Web sie sich bewegen. Es gibt zahlreiche Branchen, in denen das Web noch nicht die Kommunikations- und Kaufentscheidungs-Plattform No. 1 ist. Hier ergeben sich einmalige Chancen als Vorreiter diesen Weg zu beschreiten und als First-Mover den Informationsvorsprung auszubauen. Allerdings muss man hier auch in die Ressourcen (Zeit, Geld und externe/interne Arbeitskraft) investieren – egal ob Krisenzeiten oder nicht.

Der Globalisierungs-Effekt
Sind die Prozesse in den Ländern deckungsgleich, oder sprechen dezentrale Strukturen und Lokalisierungsproblematiken gegen ein globales Programm? Mentale oder psychologische Unterschiede zwischen Regionen müssen beachtet und gegebenenfalls angepasst werden. Auch wenn aus Kosten- oder Ressourcengründen eine zentrale Strategie angestrebt wird, können Unterschiede aufgrund menschlicher Faktoren in unterschiedlichen Ländern das genau Gegenteil von Erfolg erzielen. Beispiel: Wenn eine Firma eine weltweite Corporate Community eines Brands startet, aber dann nur Tipps anbietet, die in einem Land angewendet werden können, ist der Prosumer das letzte Mal virtuell vor Ort gewesen.

Der Networking-Effekt
Vernetzung ist Kommunikation und zieht Feedback nach sich: mal positiv, mal negativ. Will das Unternehmen überhaupt, dass sich die Kunden, User oder Partner vernetzen: Einkaufspolitik oder Preisverhandlungen können dagegen sprechen. Bietet meine Kommunikationskultur die Möglichkeit dieser Vernetzung nicht hilflos ausgeliefert zu sein? Hat das Unternehmen verantwortliche Ressourcen definiert, die sich mit dem Feedback beschäftigen? Frage über Fragen… Networking eröffnet viel, erfordert aber auch viel Kommunikation und damit Ressourcen.

Der Qualitätsoptimierungs-/-sicherungs-Effekt
Je mehr Feedback der Prosumer an das Unternehmen ‘liefert’, umso mehr Begehrlichkeiten werden geweckt und umso schneller muss sich das Unternehmen auch drehen und den Standards der Kunden (z.B. bei Themen wie Produktqualität und Lieferung) entsprechen. Werden nur Informationen abgesaugt und es folgt keine Veränderung, Optimierung oder Ideenannahme, wird der Prosumer sehr schnell dem Unternehmen und allen Social Media Aktivitäten den Rücken kehren.

Der Sales Funnel-Effekt
Im Sales-Funnel ist Reaktionsvermögen ein zentrales Element. Social Media Tools machen diesen Prozess noch schneller. Ein Klassiker der Unternehmen ist, dass Aktivitäten vom Marketing angestoßen und umgesetzt werden, die Vertriebsmannschaft generell mit Social Media unbedarft umgeht oder hinsichtlich dieser Aktion vorher aber nicht ins Boot geholt bzw. wenigstens über die Aktion gebrieft wurde. Werden Social Media Aktivitäten gestartet, muss Sales vorher informiert werden. Nichts ist schlimmer als wenn ein Vertriebsmitarbeiter über einen Micro-Blogging Tool ‘angepingt’ wird, aber dann die Aktion nicht kennt oder nicht versteht, auf die sich der ‘Pingende’ bezieht. Denn: Macht der Sales einen unqualifizierten Eindruck, färbt das am meisten auf die Professionalität des Business ab. Andersherum: Wer mit seinem Business über Twitter 1.000.000 US Dollar machen will, muss etwas dafür tun. So wie Dell es eben gemacht hat – s. aktueller Vodcast von Jeremiah Owyang mit Dells VP Bob Pearson.

Der ‘Vermenschlichungs’-Effekt
Mit der Social Media Bewegung müssen Unternehmen mehr Personen im Unternehmen Verantwortung übertragen und diese ‘mit der losen Leine’ führen. Natürlich birgt das auch Gefahren, wie man am Beispiel Virgin Atlantic und Johnson&Johnson sehen kann. Dennoch spiegelt der Vermenschlichungs-Effekt die Glaubwürdigkeit des Unternehmens vor dem Kunden. Wer versucht seine Social Media Aktivitäten künstlich mit Fake Avatars zu ‘boosten’, wird übrigens Schiffbruch erleiden. Das ist erst kürzlich Google mit ihrem GoogleGuy passiert, worauf u.a. in diesem Zusammenhang Bruce Clay hinweist.


Spot On!
Social Media und Micro-Blogging bieten zahlreiche effizienzsteigernde (aber auch zu beachtende negative) Effekte für Unternehmen. Seine Social Media Strategie sollte man vorweg ausgiebig durchdenken. Die nachfolgende ‘4-Schritte’ Theorie soll Sie ihren Social Media Aktivitäten einen Schritt näher bringen…
1. Evaluieren Sie, auf welchem Stand hinsichtlich Social Media ihre Kunden und der Markt ist.
2. Konzentrieren Sie sich erstmal auf ein Social Media und ein Micro-Blogging Projekt.
3. Eliminieren Sie alle Features, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit ihren Produkten, Kunden und Märkten stehen – das heißt nicht, dass man nicht kreativ sein darf (siehe Beispiel Segway).
4. Integrieren Sie Social Media Aktivitäten in alle Bereiche und Abteilungen Ihres Unternehmens – nur, wenn sich alle Abteilungen hierzu ‘committen’, versprechen die Massnahmen Erfolg!

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

News Update – Best of the Day

  • Einst war Second Live der ‘rising star’ der Web 2.0-Emporkömmlinge. Inzwischen schwächelt Second Live wie auch Google Lively. ‘Haben virtuelle Welten noch eine Zukunft’, frägt nun turi2 – das Interview mit Prof. Thomas Schildhauer, Leiter des Institue of Electronic Business an der Berliner Universität der Künste. Im Video rät Prof. Schildhauer Unternehmen dennoch in die virtuellen Welten gemäßigt zu investieren und auf vorhandene Szenarien zu setzen sowie nicht gleich Inselwelten und Serverlandschaften anzuvisieren. Die Hilfe von Dienstleistern empfiehlt sich hier bei den ersten Versuchen, um zu sehen, ob das Kundenklientel virtuell vor Ort ist, Marktforschungen angenommen werden und die vorwiegend ‘jüngere Zielgruppe’ auf das Unternehmen anspringt.
  • Online-, Viral- und Leadkampagne in einem: Orange ist clever und macht eine der besten Marketingaktionen, die die Mobile Provider je gestartet haben. Liebe Firmen schaut Euch an, was passiert, wenn Rugbystar Sébastian Chabal gegen einen Strassenkicker-Torhüter antritt…
  • The Power of Twitter: Johnson&Johnson wird von Twitterin zum Kampagnenstopp ‘gezwungen’, nachdem die Firma für das Schmerzmittel ‘Motrin’ geworben hat. Für Dirk Ploss die Chance seine Marketingformel ‘1 = n hoch x’ publik zu machen…

Segway – moderne Mobilität im Web 2.0

Nach der Betrachtung der interaktiven Bemühungen von General Motors als Beispiel für die Old Economy, soll nun die Zukunft der Mobilität betrachtet werden. Wenn dabei eine Firma von sich reden macht, dann ist das Segway: Steckdose statt Tankstelle, kleiner Wendekreis gegenüber großer Parkplatznot und hoher Frischluftfaktor kontra Blechdosenluft lassen über zahlreiche Stunden Ladezeit hinwegtrösten. Segway liegt im Trend…

Aber wie sieht die Webkommunikation der Firma Segway aus? Eine Zusammenfassung …und ein Tipp, wie Kinder jetzt schon auf den Segway heiß gemacht werden können.

Segway Social
Die Community für Segway Besitzer und Interessierte bietet so ziemlich alles, was derzeit ‘hipp’ im Mobilitätstrend ist. Ähnlich wie die Bugaboo Community für die modernen ‘Kindernwagenschubser’ offeriert Segway auf der Plattform Touren, News, Tipps und Tricks und hat sogar einen ‘Green Calculator’, der die umweltbewußte Lohas Gemeinde erfreuen und ‘die Welt grüner machen’ dürfte. Ein Segway ist zu teuer?! Ist kein Problem: Lassen sie sich einfach ausrechnen, wieviel Frapuccinos sie weniger trinken müssen, um einen Segway erschwinglich zu machen.

Segway sitzt wahrlich ganz vorne im Social Media Zug und Carol Vilanti, Vice President Global Communication, weiß wovon sie spricht:

“After listening to customer feedback (…) it was clear that the Segway community (was) wanted, and needed this tool. Our goal is to foster growth and communication in an already exuberant and growing fan community. Creating a social media tool that facilitated this seemed natural. We already had a very social community – now we’re giving them a better set of tools to connect with each other, in a new Web 2.0 kind of way.”

Facebook und MySpace
Diese ‘very social community’ kann man wahrlich überall finden: Beispiel Facebook. Von der regionalen bis zur überregionalen Gruppe organisieren sich die Fahrer und Freunde des Fortbewegungsmittels, wobei sie sich dort in bis heute 269 Gruppen (!) finden – vom Polizisten bis Polo-Profis bis hin zu ‘Segway for President’.

MySpace steht da in nichts nach: Es gibt unzählige Einträge, bei denen vor allem der Segway Chat besonders heruassticht, der sich selbst als die ‘world’s largest community of Segway owners and enthusiasts!’ bezeichnet. Wer alle die Einträge verfolgt, kann sich um die Old Economy nicht mehr kümmern.

The Last Mile – der Blog
Natürlich bloggt die Firma unter dem Titel The Last Mile selbst. Hier finden sich die klassischen PR-trächtigen Themen wieder wie z.B. Kultur, Umwelt und Sicherheit. Aber es gibt teilweise auch geschickt kritische Anmerkungen. Denn wenn in manchen Ländern die Strassenzulassung ein Problem ist, zeigt man halt Polizisten, die gut gelaunt auf einem Segway unterwegs sind. Ansonsten wird hier natürlich die ‘Green-Welle’ groß geschrieben und mit zahlreichen Posts zu erneuerbaren Energien, grünen Technologien und Umwelt unterlegt.

Youtube muss Segway nicht als Firma nutzen: das machen die User selbst und setzen es ebenfalls als ‘Bekennungsfeld’ zu Segway ein. Segway selbst tut auf der Werbeebene sein Nötigstes bei den angesagten Events TV-technisch gut platziert zu sein, um dann auf Youtube zu erscheinen: SuperBowl 2008… einfach geniale Kommunikation!


Die Idee, wie man die Kleinsten auf den Segway heiß macht…

Wenn ein fast Sechsjähriger und seine Mutter auf die Idee kommen, ein Segway-Modell auf Basis der Erinnerung aus dem letzten Urlaub (auf dem Hotel-Parkplatz war immer ein Segway unterwegs!) zu bauen und sich zur Perfektion des Ganzen viel Zeit nimmt, dann muss von dem Gefährt eine unheimliche Begeisterung ausgehen. Die Modelle auf den Bildern sind copyright-geschützte Ideen, die mein Sohn und meine Frau entwickelt haben.

Segway, das solltet Ihr umsetzen: Es hat einen genialen Ständer, eine tolle Fläche für das Brand und einen obercoolen Fahrer! Prinzipiell muss man das auf ‘Segway Social’ oder ‘The Last Mile’ promoten, oder nicht…?

Spot On!
Segway zeigt, wie man alle Hebel der Webkommunikation ziehen kann. Ideenreich, trendy, lustig und mit spannender, anregender Unternehmenskommunikation. Jetzt sind wir nur noch gespannt, ob Segway die Lego-Idee aufnimmt. Dabei zählt nur der Company-Claim: Simply moving!

CMOs sind für Digitales Marketing offen, für Social Media weniger

Chief Marketing Officers (CMOs) in Amerika gehen verstärkt in Richtung online, allerdings folgen sie noch nicht Web 2.0 Möglichkeiten.

Die entscheidenden Aussagen einer Studie des Marketingdienstleisters Epsilon unter 175 Marketingentscheidern (August 2008): 63% wollen ihr Onlinebudget erhöhen, 55% werden Networking Seiten nicht in ihren Marketingplan integrieren und gleichzeitig wollen 59% die traditionellen Marketingaufwendungen herunterfahren.

Nachdem sich eine bekannte Airline bereits die Finger auf Facebook verbrannt, verwundern diese zukünftigen Marketingtrends nicht. Die Nachrichten um Virgin Atlantic haben die Runde gemacht und bewirken, daß große Brands entgegen dem Mainstream Trend der computer-affinen und ‘webfitten’ Jugend noch nicht einhellig auf Social Media setzen.

Nur 10% der CMOs würden derzeit Social Media Seiten ihrem Marketing behilflich sein lassen – Vorteile hin, Vorteile her. Interesse an Social Media Aktivitäten ist prinzipiell dennoch da u.a für….

  • 52% Internet Foren
  • 47% Webcasts und Podcasts
  • 37% Blogs
  • 52% Webinare
  • 35% Facebook und MySpace

Doch so ganz ohne Social Media geht es dann doch nicht. Vor allem in Krisenzeiten ist selbst der CMO dafür empfänglich: 27% der Marketingverantwortlichen hoffen, dass Social Networking und Mundpropaganda in ihr Marketing einzahlen und die Budgetkürzungen kompensieren.

Denn: 93% der CMOs meinen, dass die derzeitige Wirtschaftsklage einen bedeutenden Einfluss auf ihre Marketingentscheidungen der nächsten Monate haben wird, so rechnen 70% mit einer Senkung ihrer Werbeaufwendungen.

Was die Studien sonst noch so vorweisen kann…
- Email-Marketing wird trotz Budgetkürzungen nicht zurückgefahren
- Trend Webanalytics: 55% der Firmen, die noch kein Webanalyse-Tool im Einsatz haben, wollen in den nächsten 12 Monaten eins einsetzen
- Trend Data Mining: Mehr als 50% setzen die Technik bei ihren Verkaufsprozessen ein und 23% wollen es in den nächsten 12 Monaten nutzen

Spot On!
Ja, wird sind in ‘Online-Marketing, zweite Generation‘ angekommen. Wie dieser hervorragende Vortrag von Holger Schmidt belegt, ist das Webbusiness und damit auch die Zukunft des CMO sehr stark gekennzeichnet von einer Transition-Phase: Einerseits sollen neue Märkte mit neuen Taktiken, Technolgien und Trends erschlossen werden, andererseits kämpft der CMO intern gegen Sales (die sich als die ‘wahren’ Marketiers sehen) und die Geschäftsführungsebene um das Thema Kosteneffizienz. Wer Erfolg haben will, muss genau an dieser Stelle ansetzen und die Schranken aufbrechen.

News Update – Best of the Day

- Namensprobleme bei den führenden digitalen Konferenzen/Messen Deutschlands? Noch hat keine Messe stattgefunden und schon wurde der Name geändert: DMEX wird dmexco. dmexco steht für “Digital Marketing Exposition & Conference” und soll auch nach außen deutlich machen, dass die OMD-Konkurrenzveranstaltung eben mehr ist als eine Messe. Ob der Online Marketing Düsseldorf (OMD) auch eine Namensänderung bevorsteht: OMD ist bereits von einer weltweit agierenden Agentur belegt – Verwechslungen nicht ausgeschlossen…

- Video Reportage 2.0: Genialer Geniestreich von bild.de? Ein Medienhaus setzt auf den Videotrend und macht die Leser zu Kameramännern und -frauen. Fragen dennoch: Was hat man als Videoproduzent davon? Rechtfertigen sich 100 EUR? Oder refinanzieren die sich sogar durch Kickbacks von Bild? Infos hierzu waren auf die schnelle nicht zu erhalten…

- Online-Communities findet man überall. Wer sich über den Zustand der Gemeinschaftswelt 2.0 mal ein Bild verschaffen will, der kann das hier machen. Auch wenn die Businesswelt versucht die Dynamik und die Motivation zu ergründen, die eine Community zum Erfolg führt, letztendlich ist es für die meisten Menschen einfach nur Spass und Vergnügen…

Tiger Woods Dubai Golf Community

Das neuste Projekt von Tiger Woods hat ein bischen was von ‘Tiger im Wunderland’: die Tiger Woods Dubai Golf Community. Nein, ausnahmsweise mal keine ‘Online-Social-Network-Welt’. Offline soll 2009 das gigantisch Projekt seine Vollendung finden und an Exklusivität fast alles übertreffen, was die Golfwelt je erlebt hat.

Die Pressemeldung lässt die Exklusivität der 72-Loch Championship Golf-Offline-Stätte, namens Al Ruwaya (zu deutsch: Heiterkeit/Gelassenheit), dann auch spüren…

“Luxury residences at The Tiger Woods Dubai will include 22 palaces, 75 mansions, and 100 signature villas. All residences will be situated on large land areas: palaces (100,000 sq. ft), mansions (50,000 sq. ft), large villas (30,000 sq. ft) and will include cutting-edge home technology and exquisite landscaped gardens. While master guidelines have been carefully chosen to ensure that the entire community enjoys amenities of the highest standards of quality and consistency.

The 360,000 sq. feet luxury boutique hotel will include 90 suites and 14 bungalows in sizes varying from 1,600-9,500 sq. feet. The hotel will target top-tier clientele and boasts a 10,000 sq. feet swimming pool, as well as one of Dubai’s most exquisite spas. The interiors of the hotel will be designed by renowned Lebanese designer Elie Saab and reflect his personalized style that is defined by a fusion of simplicity, luxury and modernism.”

Die Offlinewelt wird da online in Perfektion präsentiert und die Tore öffnen sich wohl später für beide nur nach vorheriger Registrierung und Genehmigung.

Online verschließt sich die glamouröse Märchenwelt nur in einem kleinen Navigationspunkt mit einem ‘Members Only’ Login. Dieser dient allerdings derzeit nur der Kontaktaufnahme durch das Salesteam. Die Abfrage nach Interest (Villa, Land und Golf Membership), Budget (in Millionenbeträgen) und Grund des Investments (Erst-, Zweitwohnsitz oder Investment) spricht aber eine klare Sprache…

Bleibt spannend und abzuwarten, was online aus dem Projekt wird. Jetzt warten wir aber erstmal ab, ob die PR Abteilung sich wirklich meldet und einen auf dem Laufenden hält.

To be continued…

Spot on!
Eine exklusive Community in der Offlinewelt – wirkt das nicht wie Web 2.0.mäßig auf den Kopf gestellt? Es ist irgendwie wie eine moderne Gruppierung 3 hoch 0, die Offline ausgetragen wird – die Golfer als eigener Kreis, die exklusive Dubai Community und das Golfareal in der Wüste. Da gibt es ein exklusives Land, in das nur die Reichen dürfen – Tür davor, ein kleines Vermögen verlangt und die meisten Menschen müssen draußen bleiben. Irgendwie verrückt, wenn sich Menschen vor der Realität verschließen… Da wirkt die Nachricht über den Pitch für golf.de noch so richtig Web 1.0-like.

News Update – Best of the Day

- Es ist immer wieder gut, wenn jemand die Tipps und Tricks des Internet-Marketings mal auf einen schnellen Punkt bringt. Lauter kostenlose Tools für das Internet-Marketing mit Kurzkommentar…

- Als Social Media Experte muss man sich verschiedene Hüte aufziehen können. Was haben Rollenspiele und Social Media gemeinsam – hier steht’s. Ein herrlicher Post… und soooo wahr!

- Wie gehen Unternehmen mit Bloggern um, die aus den ‘eigenen Beschäftigungsreihen’ kommen? Maulkorb, lange Leine oder Corporate Guideline? Oezer Kopdur hat einen bemerkenswerten Post hierzu geschrieben…

Studie: Online-Strategie überdenken

Erst die positive oder erst die negative Nachricht für 2009? Onliner oder Offliner? Ok, die gute zuerst – also Onliner. Der Online-Werbemarkt wächst -laut einer aktuellen Studie von Borell Associastes- um 7,2%. Die Offlinewelt hingegen muss mit einem Verlust von 1,4% rechnen. Allerdings kann man davon ausgehen, dass die Studie vor der Finanzkrise durchgeführt wurde – zumindest, wenn man die warnenden Worte der Einleitung liest.

Wenn die Studie allerdings besagt, dass Online-Werbung aus Unternehmenssicht einem kostensparenden und effizienteren Weg entsprach, Kunden zu erreichen, dann wird es Zeit, dass die Firmen langsam aufwachen. Wovon sollen sich denn die Online-Plattformen finanzieren? Von Barter-Deals? Von schrumpfenden Affiliate-Umsätzen? Von tollen Kundenmeetings ohne Projektaufträge? Wohl weniger…

Beide Seiten, Unternehmen wie Plattformanbieter, müssen gemäß der Studie aber ebenso umdenken, was Erfolg verspricht und was nicht…

Absteiger: Bannern, Pop-Ups und Bildwerbung

Aufsteiger: Video-Advertising, Paid-Search und Email Marketing

Dass irgendwann mal der Onlinetrend des ‘Billigen-Jakobs’ verschwindet, war uns Internetaffinen allen klar. Dies macht das Leben der CFOs im speziellen für die Zukunft komplizierter. Die Unternehmen im allgemeinen sind nun gefragt, ihre Onlinestrategie überdenken, denn…

“was früher ‘mal schnell ein Banner schalten’ war, ist heute ein ‘mit welchen Tools und Taktiken haben wir früher offline unsere Kunden erfolgreich erreicht und wie können wir dies online abbilden?’ ”

Hierbei sind alle Abteilungen eines Unternehmens mit abteilungsübegreifenden Massnahmen gefordert. Nicht nur Marketing-spezifische Praktiken und Vorgehensweisen sind hier gefragt, sondern alle Disziplinen die zu einer erfolgreichen Unternehmensstrategie führen. Werden alle Taktiken wie früher in der Offlinezeit eingesetzt, erreicht man irgendwann mal sein Ziel – welches man dann manchmal Webstrategie nennt.

News Update – Best of the Day

- LIVE-Blog: Heute und morgen findet das Trendforum 2008 statt: Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, der hat die Option, über den Live-Blog des Veranstalters dennoch viele Trends und Strategieansätze mitzubekommen.

- Wenn sich deutsche Politiker und Unternehmer diesen Post von Brian Solis genau durchlesen, werden sie den modernen Käufer und Wähler verstehen. Bleibt zu hoffen, dass die Politiker Möglichkeiten des Web vor der Wahl erstmal entdecken.

- Best Practise: Wer sich ansehen will, wie Firmen erfolgreich mit dem Thema Social Media umgehen, sollte sich den Beitrag von medienkompakt zu Nike und Dell ansehen. Es gibt aber auch Unternehmen, die genug vom virtuellen Business haben – Reuters kehrt SecondLife den Rücken.

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