2010: Online ROI – eine Herausforderung für Unternehmen
09.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Featured Stories, Web Strategy
Die Lösung auf die folgende Frage ist komplex: Wie sollen Unternehmen zukünftig Online ROI messen? In Zeiten der Display-, Affiliate- und Search-Werbung wurde Erfolgmessung sehr einfach gehalten. Page Impressions, Clicks, Leads, Sales – Ende. Mit dem Aufkommen von Social Media ist das Thema Online Measurement komplexer geworden.
Im Vor-Web-2.0-Zeitalter gab es eine Formel, die hat alles andere in den Schatten gestellt. Sie basierte auf dem Click, den offensichtlich immer noch zahlreiche CMOs als die entscheidene Messgröße für ihre Online Massnahmen erachten. Der Click galt als Basis des digitales Vermarktungs-Manifests.
Die Formel des bisherigen Online ROI ging ungefähr so…
Page Impressions und Clicks konvertieren zur Klickrate, die Leads und letztlich (hoffentlich) Umsätze generiert.
Und dieser Formel entsprach auch die Wertigkeit in der Online-Vermarktung Cost-Per-Mile (CMP), Cost-Per-Click (CPC), Cost-Per-Lead (CPL), Cost-Per-Sales (CPO). Einfach, klar, pragmatisch.
Der Marketier ist damit zufrieden, der Sales-Mann weniger (meist aufgrund minderwertiger Leads und damit verbundener flukturierender Umsätze). Es mangelt an Transparenz. Die Geschäftsführung gilt als überfordert. 2010 soll alles anders werden.
2009 entzieht die IVW der Page Impression die Macht, der Visit soll zum ‘Golden Surfer’ werden. Eine englische Studie der Online Publisher Association (OPA) zieht nach und stärkt die Effizienz des ‘stillen Click’ und der Wertigkeit des Kontextes.
Hinzu kommt Eyeblaster, allen voran Dean Donaldson, welche noch die Dwell-Time erfinden. Effizienzmessung von Web-Aktivitäten im Web wird zu einer Herausforderung für Unternehmen. Und treibt man es auf die Spitze müßte man eine Eye-Movement-Studie betreiben, um die zeitlich-basierte Aufmerksamkeit zu messen, die Online-Werbung geschenkt wird (ähnlich den Copy-Tests aus dem Printzeitalter).
Als weitere Herausforderung kommen jetzt zahlreiche Social Media Aktivitäten hinzu. und auch hier sucht man eine verlässliche Messgröße zur Rechtfertigung des Aufwandes. Schnell bildet sich die Arbeitsgemeinschaft Social Media und stellt eine neue Social Media Währung vor: Share of Voice oder Share of Buzz. Ein vom Konzept her schlüssiges Modell, nur in der Praxis fragwürdig in seiner Machbarkeit, Handhabung und Vermarktungsrelevanz. Ein vergleichbares Mass wie die CTR gibt es in der Social Media Industrie vermutlich noch lange nicht. Vermutlich auch nicht 2010.
Die Komplexität der Messung des Social Media ROI verdeutlichen wir mal am Beispiel einer Viralkampagne, die mittels Social Media Buzz Reichweite und Ergebnisse generiert. Früher hatte der Click Relevanz. Es war eine einmalige kurzfristige Bewertung ohne Messung der Langzeitwirkung. War die Kampagne beendet, war die Messung vorbei. Ob der Click von der gewünschten Zielgruppe des Buchenden kam, war zweitrangig.
Bei einer Viralkampagne stellt sich aber aufgrund der Zielgruppen-Transparenz die Frage nach der Effizienzmessung ganz anders dar. Alle diese Werte gewinnen erst im Context und in ihrer semantischen und konkludierenden Aussage an Relevanz für den Werbetreibenden.
Fragen kommen auf wie…
Wieviel zeitliches Engagement schenkt der User seinen sozialen Aktivitäten bzw. dem Engagement der Unternehmen?
Wie bewerte ich eingehende Kommentare auf Blogs, Micro-Blogs oder Social Networks?
Wie wertet man einen Retweet im Vergleich dazu?
Von wem kommen welche Kommentare und Aktionen?
Wie verbreiten sie sich über diese Person und an wen?
Wie relevant ist die Zielgruppe des/der Verbreitenden für den Werbekunden?
Wie bezieht man Ratings in die Messung auf Video- oder Bewertungs-Plattformen mit ein?
Was ist mit den Aussagen, die ich gar nicht sehen kann, weil eine Front Door bei Social Networks mir den Zugang zu Ergebnissen versperrt?
Ohne individuell-subjektive Definion von Messeinheiten, jedes Unternehmen für sich, bleibt jede Social Media ROI Messung wertlos, und Social Media Marketing Messung erst recht. Die definierte Metrik muß im relevanten Zusammenhang mit dem gewünschten Ergebnis stehen – sprich individuell den Erfordernissen der Unternehmensstrategie oder der Intention der jeweiligen Social Media Aktivität angepaßt werden. Erhöhung von Visits auf der Webseite? Generierung von Fans oder Followern? Eingelöste Coupon über eine Community? Erkenntnisse über Brand-Bekenntnisse erzielen? Oder wirklich online Verkäufe generieren?
Jedes Profil eines aktiven Social Median, sein Social Graph, hat in seiner Nachhaltigkeit und seinem Empfehlungswert innerhalb und außerhalb “seiner” Social Community unterschiedliches Gewicht. Hier den wahren relevanten Messwert festzulegen, ist Sache der Werbetreibenden. Auf der Webcific habe ich die neue Währung mal als “Cost-Per-Engagement” bezeichnet, um die Relativität des Wortes in Frage zu stellen und dennoch die Relevanz des Wortes für die Zukunft klar zu machen.
Engagement beginnt mit der Kommunikation zum Kunden und hört nicht auf, wenn dieser beim Unternehmen bestellt. Dort gilt es aber das Engagement aufrecht zu erhalten via Email Kampagnen oder traditionellen Online-Aktivitäten. Denn Kundenbindung läuft auch außerhalb der Social Media Sphären ab. Engagement als Messgröße von Social Media zu definieren, kann auf dem Unternehmens-Blog anders aussehen als auf Facebook oder Twitter. Ein ganz entscheidender Faktor im Social Web der immer wieder vergessen wird ist: Kampagnen haben einen Anfang und ein Ende. Das ist bei Social Web Kommunikation nicht der Fall.
Die KPI Formel in Zeiten des Social Web könnte lauten…
Reichweite und Engagement konvertieren in sozialen Aktivitäten, die zu Lead-Multiplikatoren werden und (vermutlich) Umsätze aus Umsätzen generieren.
Die zukünftige Messung von Online ROI sollte sich daran orientieren, wieviel Kommunikations-Output über die verschiedensten Social Media Medien muß eine Firma leisten, bis das Markenversprechen Glaubwürdigkeit gewinnt und Kundenkommunikation entsteht. Daraus ergeben sich Engagements, die ich eben als “soziale Aktivitäten” bezeichnet habe, die es zu definieren gilt. Sie sind es die Gespräche nach sich ziehen für die Multiplikation von Botschaften aus der PR-, Marketing- und Salesabteilung.
Spot On!
Die Messung des Social Web ROI ist ein langfristiger Prozess. Metriken aus Shares, Posts, Kommentare, Ratings oder Tweets ersetzen die alte Click-Metrik. Denn die neuen Metriken bleiben dem Web dank Social Search Integration langfristig erhalten. Kommunikation ist dynamisch und so kann es sein, daß das banale Favorisieren von gestern, morgen zahlreiche soziale Aktivitäten und Gespräche ergibt.
Wer Social Communicartion beherrscht, der generiert Brand-Peers und Brand-Vangelist (wie ich sie immer gerne nenne). Aus meist anonymen Plattform-Usern werden heute Fans, Follower, Blog-Leser und Community Mitglieder. Sie alle haben Namen, sind transparent; ein riesiger Vorteil der heutigen Webgespräche. In dem entscheidenden Moment, in dem sie anfangen mitzudiskutieren, können sie essentiell wichtigen Multiplikatoren der Botschaft einer Marke oder eines Unternehmens und somit Messgrößen werden. Doch Unternehmen sollten bedenken, daß die Kommunikation überall stattfinden kann und entsprechend darauf ihre Webstrategie ausrichten. Diese moderne Webkultur sollte Engagement-Metriken oder Policies zwischen Sales und Marketing verankern. Ansonsten monitort, mißt, analysiert man umsonst und wird die Herausforderung auch 2010 nicht meistern.
2010: Social media budgets increase – but where to find resources?
09.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: English Content, Social Media
The good news? Budgets for social media will increase. The bad news? Companies are struggling to find the time and resources to handle their activity, according to the “Social Media and Online PR Report” by Econsultancy and bigmouthmedia.
The research aimed at finding out how companies are using online PR tactics and social media sites (i.e. Facebook and Twitter) for marketing and customer service. The result of the survey shows that the majority of companies (86%) plan to spend more budgets on social media next year 2010 – 13% are not changing their budgets and will keep the same level of spendings.
The biggest challenge for companies is resources: 54% see this as a significant problem. And 90% say it is more time-consuming internally than last year. The named benefit is remarkable: One-fourth of companies found they have achieved “real, tangible value” from social media; 60% say they have bained “some benefit but nothing concrete.”
“The reality is that most businesses understand how to listen, what to measure and where to engage but are struggling to define the value of engagement and reputation in social spaces,” said Michelle Goodall, Econsultancy’s social media and online PR consultant.
One of this companies is definitely Dell. They just announced to have sold PCs, accessories and software for 6,5 million USD via Twitter.
Some Twitter results…
- 78% use Twitter as a social media tactic and 74% of agency respondents
- 65% social network profile creatio n and management
- 62% use the micro-blogging site for publicizing new content
- 54% use the channel for marketing
- 47% for brand monitoring
Spot On!
Only 27% take the advantage of using Twitter as a customer service (and 25% as a customer feedback) tool for reacting to issues and inquiries. And when 31% see “tremendous opportunities” available in using Twitter for customer contact, but only half reporting that their companies are “open-minded but not fully convinced about the value to the business”, it tells the story: We all need to create results and cases in order to provide the positive proof. Especially, when 7% say their organization feels that Twitter is over-hyped and a fad.
Social Media Strategie? – Studie der 100 größten Werbemarken…
08.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Featured Stories, Social Media
Eine aktuelle Studie der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Agentur Construktiv besagt, daß inzwischen 60% der größten Marken in Deutschland auf Social-Media-Seiten aktiv sind. Untersucht wurde der Einsatz von Facebook, Twitter, YouTube und Blogs bei den 100 Brands mit den “größten Werbegeldern”. Die konkludierenden Aussagen der Studienmacher wirken allerdings etwas oberflächlich.
Interessant sind dabei zwei Ergebnisse der Executive Summary…
1. Welches Social Netzwerk und wie die Firmen dieses nutzen?
- 25% beschränken sich auf den Einsatz von einer Social Media-Plattform, ein Drittel der Marken nutzt zwei oder drei.
- 39% der befragten deutschen Unternehmen nutzten Twitter, 37% YouTube und 28% Faceboo, 12% setzen auf Corporate Blogs
- 5% nutzen alle untersuchten Social Media Plattformen: Sparkasse, RWE, Süddeutsche Zeitung, Hornbach und Vodafone
2. Wie werten die Studienmacher die Ergebnisse?
Etwas unverständlich und ungestützt wirkt die Aussage: “Eine umfassende Social Media-Strategie ist
noch die Ausnahme: Nur 5% bedienen zugleich Facebook, Twitter, YouTube und Corporate Blogs.”
Das lasse ich jetzt mal wirken auf meine Leser…
Wer besagt denn, daß eine umfassende Social-Media-Strategie die Klaviatur aller dieser vier Medien umfaßt? Macht es wirklich für alle Unternehmen Sinn hier überall präsent zu sein? Oder gibt es vielleicht auch Ausnahmen und sind deshalb die Banken, chemische Industrie und Lebensmittelhersteller noch etwas zurückhaltender (nicht mehr als 50% sind hier aktiv)? Und was ist mit XING oder LinkedIn? Oder mit Sevenload? StudiVZ oder MySpace? Oder mit den Bookmarking-Diensten? Die gehören also nicht zu einer Social Media Strategie? Oder doch…?
Auch die nachfolgende Aussage ist würdig, überdenkt zu werden. “So lässt sich (…) erkennen, dass die Top-5 Marken „Der Spiegel“, „Süddeutsche Zeitung“, „Hornbach“, „FOCUS“ und „Vodafone“ allein 54,3 Prozent aller Videos, Tweets, Artikel oder Nachrichten produzieren”. Das sind allein drei Medien-Marken, die auf Clicks zur Vermarktung ihres Contents setzen. Hier zählt noch der Gedanke an Reichweite und Quantität. Die Frage ist, ob hier Zielgruppen-Affinität und inhaltliche Qualität die Folge ist. Eine Frage, die sich auch alle Firmen stellen sollten, die auf Social Media setzen wollen. Und es ist ein Mobiltelefon-Provider, der sich schon ganz ordentlich in der Social Media Welt ins Gespräch gebracht hat. Ob positiv oder nicht, können andere beurteilen…
Spot On!
Wenn man am Schluß als letzten Punkt schreibt: “Generell gilt: Je aktiver Social Media betrieben wird, desto stärker ist die Resonanz der Internetnutzer”, klingt das sehr… generell. Gilt das nicht auch für gute Online-PR, gutes Webmarketing, aktive Salesarbeit und ordentlichen Kundendienst. Letztendlich ist doch die Frage, ob und wie der Social Media Einsatz in eine unternehmenseigene schlüssige Webstrategie und noch weitergehend in die Businessstrategie integriert wird. Ob die Kommunikation der internen Kultur entspricht und administrativ im Back-End aufgefangen werden kann, ob sie extern authentisch wirkt, ob sie nachhaltig aufrecht erhalten werden kann sowie einen zukunftsträchtigen Einsatz innnerhalb einer Kommunikationsstrategie findet. Hier bietet die Studie leider wenig Anhaltspunkte hinsichtlich eines strategischen Ansatzes…
Die verdeckten Strategien des Internet-Giganten Google
07.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Web Strategy
Es wurden schon viele Bücher über Google veröffentlicht, aber nur wenige, die über den strategischen Tellerrand hinaus schauen. The Strategy Web hat sich mit Veit Siegenheim, Co-Autor des Buchs “Die Google-Ökonomie: Wie der Gigant das Internet beherrschen will” unterhalten. Er hat das Buch zusammen mit Dr. Ralf Kaumanns geschrieben.
Q: Herr Siegenheim, Sie haben in ihrem Buch die Strategien und Taktiken des Konzerns umfassend analysiert. Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?
Veit Siegenheim Google zeigt ein sehr breites Spektrum an Strategien, Taktiken und Vorgehensweisen, um seine Ziele zu erreichen und im Wettbewerb bestehen zu können. Grundsätzlich kann man auf drei Aspekte verweisen. Erstens: Google versucht, seine Erlösquellen zu schützen und weiter auszubauen. Schaut man auf die Finanzkennzahlen so kann man feststellen, dass die Abhängigkeit von den Umsätzen, die über die eigenen Angebote generiert wurden in den letzten Jahren von 50 Prozent auf fast 67 Prozent gestiegen ist. Dies ist erstaunlich, da dadurch die Abhängigkeit von seiner wichtigsten Erlösquelle immer weiter steigt und ganz entgegen dem Bemühenist, die Erlösquellen diversifizieren zu wollen. Google erzielte im Wesentlichen auch hieraus das Wachstum der letzten Jahre. Konsequent wurde Werbung in alle möglichen kostenlosen Dienste integriert und mit neuen Werbeformen experimentiert. Zweitens: Google versucht die Regeln des Wettbewerbs im Internet nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen. Dies erfolgt über das Bemühen aus seiner Technologie oder aus seinen Konzepten de-facto-Standards machen zu wollen. Ein wesentliches Element spielt hier Open Source. Indem man viele Technologien und technische Konzepte als Open Source bereitstellt, hofft man, dass möglichst viele Entwickler auf den Zug aufspringen und sich dadurch ein de-facto-Standard bildet – der natürlich dann mit anderen Standards im Wettbewerb steht. Drittens: Google versucht gnadenlos sein Geschäftmodell der Werbefinanzierung überall dort durchzusetzen, wo sich der Konzern einen Vorteil im Wettbewerb und eine Akzeptanz der Nutzer verspricht. Dabei setzt man Werbung als Refinanzierung auch dort ein, wo dies vor ein paar Jahren noch nicht denkbar erschien.
Q: Was ist das Besondere am Vorgehen von Google im Wettbewerb im Internet?
Veit Siegenheim Google zeigt bei genauem Hinsehen auf zwei sehr unterschiedliche strategische Ansätze, sein Geschäftsmodell zu schützen und sich im Wettbewerb zu behaupten. Für alle kostenlosen Dienste und Anwendungen für die Webnutzer verfolgt Google eine klassische Produktführerschaftstrategie. Diese zeichnen sich beispielweise durch eine hohe Innovationsgeschwindigkeit aus. Immer neue Features und Funktionen werden entwickelt. Viele Produkte laufen mit kleineren und größeren Fehlern (Beta Phase) und werden mit dem Feedback der Nutzer verbessert. Flankiert wird dies durch die sehr starke Marke Google, die für Innovation und Vertrauen steht. Interessanterweise setzt Google auch nur hier auf die Karte Open Source. Im zweiten strategischen Ansatz, der Systemführerschaftsstrategie im Bereich der Werbeplattform rund um AdWords und AdSense ist von Open Source keine Spur mehr. Die Systemführerschaft, die Google bei der Werbeplattform verfolgt, ist weithin unbekannt und sehr intransparent. Dies haben wir in unserem Buch näher analysiert und beleuchtet.
Q: Ein wenig ausführlicher bitte…
Veit Siegenheim Ein strategisches “System” ist als eine umfassende Problemlösung zu verstehen, die aus einer Reihe komplementärer Anwendungen und Möglichkeiten besteht, die sich im Sinne der Problemlösungsqualität für den Werbekunden vorteilhaft ergänzen. Ein System besteht aus Schlüsseltechnologien wie AdWords und begleitenden Leistungen wie dem Ad Manager, Analytics oder dem Ad Planner, die konstituierende Bedeutung für die gesamte Systemleistung haben. Diese Bedeutung kann beispielsweise durch ein hohes Maß an Innovation oder die integrierende Rolle innerhalb des Systems zustande kommen. Die Systemführerschaftsstrategie setzt ein Produkt mit Schlüsselproduktpotenzial voraus. Bei Google sind dies AdWords und AdSense. Durch das Schlüsselproduktpotenzial entstehen so genannte Lock-In-Effekte, das heißt, der Werbekunde ist in besonderem Maße an Google gebunden, weil bei einem Wechsel zu einem neuen Konkurrenzanbieter mehr oder minder hohe Hürden im Wege stehen und entsprechende Wechselkosten und Wechselrisiken anfielen.
Q: Inwieweit hat das Social Web die Denke von Google verändert?
Veit Siegenheim Das Selbstverständnis von Google ist geprägt und durchdrungen von der Welt der Algorithmen und dem Glauben von der universellen Messbarkeit der Dinge. Das Social Web und im besonderen Facebook verfolgt hingegen vielmehr die Vision eines persönlicheren Internets, in der unser Beziehungsgeflecht, unser Netzwerk an Freunden, Bekannten, Kollegen oder Leute mit gleichartigen Interessen unsere primären Quelle von Informationen, Kommunikation und Neuigkeiten ist – halt so wie im richtigen Leben. Dem Motto von Google die Informationen der Welt zu organisieren und verfügbar zu machen, setzt Facebook ein deutlich anderes Motto entgegen: den Menschen die Macht zu geben, sich mitzuteilen, und dadurch die Welt offener und enger verbunden zu machen. Zum Leidwesen von Google, komplett abgeschirmt für deren Suchcrawler. Der Erfolg von Seiten wie Facebook lässt an einer zentralen Stelle im Internet einen immer größer werdenden blinden Fleck für Google entstehen. Immer größere Aufmerksamkeitsströme verlagern sich in das Angebot von Facebook. Es entsteht so etwas wie ein Internet im Internet, mit sehr persönlichen Daten der Nutzer, betrieben auf den Servern von Facebook. Google hat dem nichts wirksames entgegenzusetzen. Das eigene Soziale Netzwerk Orkut ist nur in Brasilien und Indien von Bedeutung und dümpelte lange vor sich hin. Die Initiative Open Social kann als der verzweifelte Versuch gewertet werden, sich mit anderen sozialen Netzwerken gegen Facebook verbunden zu wollen und deren Wachstum zumindest zu verlangsamen.
Q: Schafft es Microsoft den von Google eingeleiteten Paradigmenwechsel aufzuhalten?
Veit Siegenheim Den eingeleiteten Paradigmenwechsel hin zu mehr webbasierten Anwendungen und weg vom PC-zentrierten Modell der Wintel-Jahre wird Microsoft wahrscheinlich nicht mehr aufhalten können. Dies kann man als eine logische Entwicklung und Konsequenz aus den steigenden Bandbreiten und immer leistungsfähigeren Netzen sowie immer besserer Technologien sehen. Informationstechnologie wird mehr und mehr zur Commodity wie Gas, Wasser und Strom. Amazon hat hier mit den Amazon Web Services eindrucksvoll gezeigt wie die Zukunft aussehen kann. Aber auch andere Unternehmen wie Salesforce.com gehen konsequent diesen interessanten Weg – zum Vorteil der Nutzer und Kunden. Hier ist Google durchaus nicht allein. Microsoft dürfte versuchen, die künftige Welt der Informationstechnologie auf seine Weise zu beeinflussen. Hier zeigen die Redmonder durchaus, dass sie in der Lage sind, die Entwicklungen aufzugreifen und mitgestalten zu wollen – Stichwort: Windows Azure oder internet-basierte Office Anwendungen. Wenn auch mit einem spürbaren Widerwillen, der aber auch verständlich ist, weil man viel zu verlieren hat. Ich gehe davon aus, dass Microsoft auch in den kommenden Jahren eine bedeutende Rolle in der Internetökonomie spielen wird.
Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Siegenheim.
Veit Siegenheim ist Geschäftsführerender Gesellschafter der Siegenheim & Cie. GmbH und Executive Partner bei Accenture. Seine Arbeit fokussiert sich auf die Transformation von Medien- und Telekommunikationsunternehmen, die durch die zunehmende digitale Konvergenz notwendig wird. Veit Siegenheim ist Autor verschiedener Studien, Fachbeiträge und Fachbücher sowie Redner auf Fachkonferenzen und Gastreferent an Universitäten.
Spruch des Jahres?
04.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Web Marketing
Kollegen bringen einen manchmal auf die besten Ideen. Die neue Welt Kompakt Werbung sorgt ja für mächtig Gesprächsstoff im Web und auch bei uns im Office. Und ich gebe zu, auch mir hat der Werbespot gefallen – fast…!
Wäre der “plumpe” Werbungspruch am Ende nicht gefallen, hätte die Werbung wahrlich philosophischen Wert gehabt. Und dann fiel mir folgende Redewendung ein, die den Unterschied zwischen Online und Offline beschreibt…
“Reden ist Online, Schweigen ist Print”
Und hier nochmal der Werbespot für alle Social-Web-Enthusiasten, die den Spot vielleicht verpasst haben.
Wie ist Eure Meinung hierzu…?
News Update – Best of the Day
03.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Daily Top 3
Can you create the perfect digital access to your company? Well, it is probably the most difficult challenge that companies face in the next years. Phil Butler from Everything PR is tuning into the approachability theme with some thoughtful background information.
Next Generation Online News created a fantastic visualization of the journey of a twitter post.

Anti-smoking campaigns are all over the world very popular. If this commercial will not prevent boys from smoking, there is no hope for them…
Studie: Wie DAX 30 Unternehmen im Social Web experimentieren
02.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Featured Stories, Web Strategy
Eine aktuelle Vergleichsstudie zeigt, daß rund drei Viertel der DAX 30-Unternehmen inzwischen im Netz twittern und knapp zwei Drittel sind auf Youtube vertreten. Facebook wird hingegen nur von der Hälfte eingesetzt. In der Blogosphäre zeigen sich nur 30% der größten deutschen Aktiengesellschaften mit einem Auftritt.
Die Ergebnisse der Vergleichsstudie von Prof. Dr. Lothar Rolke und Louisa Flocke von der Fachhochschule Mainz zeigen, wie unterschiedlich die Einsätze der großen DAX Unternehmen im Web 2.0 sind. Manche seien sogar noch gar nicht vertreten, andere wie die Autohersteller BMW, VW und Daimler sind bei allen vier Onlinemedien präsent: Facebook, YouTube, Twitter und Blogs.
SAP, Adidas und Telekom lassen sogar “einen konzeptionellen Ansatz erkennen”, so die Studienmacher. Andere seien eher distanziert, was die Webgesellschaft betrifft. Als Beispiele werden hier genannt: Commerzbank, Hannover Rückersicherung, K&S und Metro, Münchener Rück und ThyssenKrupp.
Vor einer Verweigerungshaltung der Unternehmen hinsichtlich des Social Web rät der Wirtschafts-Professor jedoch ab. Das lade zu sogenannten Fake-Accounts ein. Der Vorteil von Web 2.0-Plattformen für die Markenbildung sei gegeben. Eine noch laufende Befragung von Twitter-Followern zeige, dass sich das Image von Unternehmen positiv verändert, wenn die Unternehmen über diesen Kanal einen regelmäßigen und möglichst persönlichen Dialog führten.
“Kontrollverlust im Netz, Angst vor der unbekannten Masse der weltweiten User und das Unvermögen, Vorteile der Onlinewelt mit den Nutzern erwartungsgerecht zu teilen, sind die Hauptgründe”, so Rolke, “gar nicht oder nur vorsichtig im Netz zu experimentieren. (…) “Nur wenn Unternehmen den Mut haben, kommunikative Experimentier-Baustellen in der Webwelt einzurichten, werden sie lernen die großen Chancen des Internets zu nutzen”, meint Prof. Rolke.
Spot On!
Die Chance, die Unternehmen mit der Nutzung von Social Media haben ist, daß sie sich “entanonymisieren”, sich ein Gesicht geben und sich “vermenschlichen”. Sie werden für den Konsumenten faßbar, machen diesen zum virtuellen Mitarbeiter und er fühlt sich nicht nur als Umsatzlieferant. Denn: Gehen die Unternehmen auf Anregungen, Ideen oder Kommentare ein, verbessert sich die Produkt-Qualität und der Mehrwert für den Konsumenten. Es gibt keinen besseren Input als den des Kunden, oder nicht? Eine erkennbare Social Media Strategie sei übrigens noch nicht zu erkennen, so die Studienmacher. Wundert das? Schließlich gibt es die Branche ja auch noch nicht lange, Strategieansätze erfordern diese Nachhaltigkeit jedoch. Erfolge sind dennoch zu verzeichnen. Als Beispiele genannt wurden die YouTube Channel: Adidas (“adidasOrginals2009“) und Siemens (“siemensanswers“) oder der Lufthansa Twitter Account.
News Update – Best of the Day
02.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Daily Top 3
There are so many social networks in the market that it is difficult to have an overview on their statistic numbers: visitor, page impressions, members and engagements. Jeremiah Owyang collected information on these stats for 2008.
This is a perfect question for a day… Can loneliness spread through social networks. A recent study says: YES, it does! According to new research by John Cacioppo, director of the Center for Cognitive and Social Neuroscience at the University of Chicago, social networks spread the feeling of loneliness. Unwittingly, we share feelings with others and by doing this influence the pattern of human connections of people in our community. Would you agree with that finding? Some weeks ago, I read that this is not the case but maybe somebody can help finding the study again… I have lost the bookmark.
PS: Another study by MicroDialogue’s for EURO RSCG shows that 40% of respondents are now “spending less time on face-to-face activities than they did 10 years ago”. Connecting these two studies shows the potential danger of forgetting the importance of the offline world in my eyes.
If you want to feel young again why not changing the point of view. Play poker and just get the right pill – or just watch this funny commercial with Centrum Silver.
10 Top Gadgets für Weihnachten
01.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Web Marketing
Jedes Jahr an Weihnachten überlegt man sich, wie man ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zaubern kann. Bei den Kindern weiß ich, wie ich das in diesem Jahr hinbekomme. Die Wunschliste ist lang genug…
Bei meinen Freunden, Followern und Fans versuche ich es mal mit ein paar tollen Gadgets. In den letzten Wochen habe ich mich also auf die Suche gemacht und war für Euch auf Trendscouting Tour für kleine, außergewöhnliche aber lustige Kunden-Geschenke zu Weihnachten.
Schaut Sie Euch an und sagt mir, wenn Euch eines gefällt. Denn von jedem Produkt wird eines verlost. Mit einem kleinen Kommentar, der mir zu verstehen gibt, was Ihr gut findet und gerne hättet, kommt Ihr in den Verlosungstopf für speziell dieses Produkt. Sprich: Gibt es nur einen der kommentiert, hat derjenige schon gewonnen.
POKEN – ein Must-Have für Social Medians
Die Visitenkarte der Social Medians hat sich ihren Markt erarbeitet und findet immer mehr Anhänger. Bei einem Meeting mit einem leitenden IBM Marketier war ich überrascht, die Frage wirklich live zu erleben: “Do You Poken?” Ich dachte, ich träume. Aber bei einigen Unternehmen hat sich der Poken offensichtlich entgegen meiner Erwartungen durchgesetzt.
Firma: Poken Inc.
Load Ding – damit das Handy auch gut schläft
Jeden nervt es, oft wird es vergessen, man ärgert sich, wenn der Akku leer ist – und keiner hat eine gute Lösung zur Handyaufbewahrung bei gleichzeitigem Laden. Wohl dem, der seinem Handy einen festen Schlafplatz angedeihen läßt. Und wenn es dann noch in einem schönen Design daherkommt, sind alle glücklich.
Firma: design-3000.de
Eipott – der ultimative Eierbecher für die Web 2.0 Welt
Den iPod gibt es nicht in so vielen verschiedenen Farben wie den Eipott. Ob weiß, rot, lila, orange, blau oder schwarz… selbst beim Frühstück muss man jetzt nicht mehr aufpassen, daß man erwischt wird, wenn man mal schnell E-Mails checkt, in Facebook aktiv ist oder mal eben einen Tweet rausschickt. Vorausgesetzt man hat einen schwarzen oder weißen Eipott. Bei allen anderen Farb-Varianten fällt es wohl eher auf…
Firma: design-3000.de
Der Al Dente Mann – mit dem richtigen Sound Nudeln perfekt zubereiten
Wer kann Nudeln perfekter ‘al dente’ kochen, als die Italiener selbst. Aber leider hat man nicht immer einen Italiener beim Kochen parat. Da ist Hilfe doch mehr als willkommen. Der AlDente Mann geht mit den Nudeln baden und verkündet zu drei unterschiedlichen Zeiten den Härtegrad der Nudeln. Nach 7 Minuten ertönt Triumphmarsch aus Aida, nach 9 der Gefangenenchor aus Nabucco, nach 11 La Donna e Mobile aus Rigoletto. Wer also Italien mag -ob Land oder Leute- kommt um den Mann nicht herum. Cool…
Firma: Brainstream
Tude Beams – die neuen Stimmungsleuchten
Die Mood Beams sind offensichtlich schon Sammlerstücke. Die kleinen Kreaturen machen auf jeden Fall ordentlich Stimmung am Rechner. Inzwischen gibt es noch mehr der fröhlichen Leuchtmännchen: die “Tude Beams” in völlig neuem Design. Ich bin gespannt, wer von Euch schon von den Mood oder Tude Beams gehört hat.
Firma: Monsterzeug
BallCube – das Strategie-Spiel für 2010
BallCube erinnert ein bischen an Billard. Aber auch CounterBall hat es in sich. Es ist ein Strategiespiel, welches so spannend wie das Leben ist. Denn, wie im echten Leben auch, werden Wege blockiert und Türen geöffnet. Und obwohl das gläserne Labyrinth des faszinierenden Kubusses durchschaubar ist, ist die Zukunft, die vor euch liegt, undurchschaubar. Von Nöten sind geschickte Planung, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und geschicktes Einkalkulieren der gegnerischen Kugeln.
Firma: Herz Spiele
Das Twitter Kissen – im Schlaf bei Twitter
Selbst im Schlaf kann man noch von Twitter träumen und seine Tweets rausschnarchen, wenn es denn unbedingt sein muß. Am besten macht man dies auf einem der Twitter Kissen von Craftsquatch, die in unterschiedlichen Designs aufwaretn können. Auch wenn ihr noch keine Social Media Wahnsinnigen seit, wird das kuschelige Kissen euch sicherlich gefallen. Das Vögelchen ist doch sooo süß…, wer möchte da nicht gleich mal los twittern… äh los kuscheln.
Firma: Craftsquatch
Das Goldene PiepEi – bei deinem Ei piept’s wohl
Wer kennt die Szene aus Loriot nicht, in der der Mann um sein weiches Ei kämpft. Jeder möchte sein Ei eben in einer unterschiedlichen Härte. Das PiepEi gibt musikalisch den Ton an, wann man ein Weichei, ein mittelweiches Ei oder ein hartes Ei erwarten kann. Und das alles mit je einer anderen musikalischen Ankündigung. Nette Idee, bei der die Ehefrau oder Freundin nicht mehr auf ihr Gefühl vertrauen muß.
Firma: Brainstream
Crystal Deluxe Wetterstation – die edle Wettervorhersage
Es darf auch ruhig mal ein wenig anspruchsvoller in der Wohnung und im Bürozimmer sein. Eine Wettervorhersage als Design Statement? Bei der „Crystal“ Wetterstation wurden die Wettersymbole per Lasergravur in Echtglas eingraviert und bei der neuen Wetterstation bestehen die Wettersymbole aus funkelnden dreidimensionalen Crystallized Swarovski Elementen.
Firma: Oregon Scientific
Und Nummer 10?
Nun werdet Ihr sagen, das waren aber doch erst 9 Gadgets?! Richtig… Ist ja auch ein Blog. Web 2.0, Collaboration und so weiter. Und wer einen Link von The Strategy Web auf sich haben möchte, der sollte sein Gadget im Kommentar in Kurzform darstellen. Vielleicht wird es dann die Nummer 10, um die ich offiziell den Post erweitern werde.
LaCie iamaKey USB-Flash-Laufwerk (Die Nummer 10!)

Das ist wahrlich eine geniale Idee: Die USB-Festplatte als Schlüssel. Endlich schleppt man nicht mehr irgendeine Festplatte mit sich rum, sondern hat einfach die wichtigsten Daten am Schlüsselbund. Jetzt muß nur noch die Firma LaCie auf uns zukommen und dann verlosen wir noch einen oder zwei davon. Also, mal sehen, ob hier Social Media Monitoring betrieben wird… ;-)
Firma: LaCie
Teilnahmeschluss ist Freitag 18.12.2009. Sonst kommt es ja nicht mehr rechtzeitig auf den Gabentisch! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
PS: Vielen Dank an die Produktlieferanten…!
News Update – Best of the Day
01.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Daily Top 3
Finding interesting reviews of B2B social media integration is difficult. One of the best I read lately was the Autodesk (a CAD software company) example which Kipp Bodnar nicely explains. The engagement economy finds Autodesk in the social world in all relevant access points for ther company: blog, forum, Youtube channel, Facebook fan page, and sure the Twitter account. This really is a challenge and we have to see how serious the company will follow up on the conversations happening.
… and we have another example of a great company case study. Thanh Phuong writes about Spellbinders, a manufacturer of tools for the paper crafting enthusiast. Have a look at their blog, Facebook fan page, Twitter account and other access points for customers. It is a great case of a decentralized strategic approach:
“Wherever the consumer wants to be, that’s where we are. (…) We want all roads to eventually lead back to our Web site, and we’re redesigning it to make it much more social, but we don’t really care if our Facebook fans also are members of our Yahoo! Group. It’s about brand loyalty and recognition anywhere the consumer wants to find us.” Tobi Hall, Vice President Marketing, Spellbinders
Never seen this BarclayCard commercial before… but this is definitely something that needs to be shared with you.


