5 strategische Ansätze, warum Marken eine mobile App benötigen

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Zahlreiche Unternehmen stellen sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, eine mobile App programmieren zu lassen. Ob dabei unbedingt der Kundennutzen oder eher die kommerziellen Interessen im Vordergrund stehen, sei mal dahingestellt. Fakt ist: Die mobilen Apps und das mobile Web (Studien-Ausblick bis 2015) bekommen, nicht nur durch den kürzlichen iPad Hype, zunehmende Aufmerksamkeit in der breiten Masse der Prosumer.

Allerdings sind die Apps als Zugangsvehikel zu Unternehmens Content nicht ganz unumstritten. Manche Insider disuktieren über die App Economy und sich sind uneins, ob Apps als perfide Content-Zensur gesehen werden soll oder höhere Benutzerfreundlichkeit liefert. Andere dagegen frage sich, wie man diese in die Plattformstrategie einbindet. Und die App-Developer sind -laut einer Studie von Appcelerator– immer mehr interessiert an Android Entwicklung denn an iPhone oder iPad App. Eine andere Studie belegt, daß das Nutzungsverhalten von Apps durch den User auf beiden Systemen vergleichbar ist.

Die Diskussion über die Relevanz, Notwendigkeit und Nachhaltigkeit von mobilen Apps wird sicherlich noch lange andauern. Der Hype hingegen ist nicht zu verkennen. Und ganz schnell könnte man als Unternehmen zu dem Ergebnis kommen, man sollte es einfach mal machen. An erster Stelle sollte bei allen Überlegungen der Kunde stehen. Schließlich will man den ja auch weiterhin mit seinen Produkten und Services beglücken will.

In den letzten Tagen sind bei mir 5 Gründe eingefallen, warum ein Unternehmen durchaus eine mobile App für seine Marke, ein Produkt oder eine Dienstleistung als startegische Massnahme einsetzen sollte.

1. Trendsetter
Innovationen sind der Treibsand für die Zukunft einer Marke. Geht die Strategie eines Unternehmens in die Richtung der Vorreiterstellung bei Markteröffnung und -entwicklung, wird die mobile App den standesgemäßen Erwartungen intern wie extern nahezu gleichgesetzt. Ist die Außenwahrnehmung durch die Kunden der Strategie entsprechend, wird kein Unternehmen auf den permanenten Zugang zum Kunden verzichten wollen. Zumal das Unternehmen alle Neuigkeiten dem Kunden jederzeit und an jedem Ort je nach Wichtigkeit kurz und bündig mitteilen kann – ohne Ablenkungsmöglichkeiten, die das Web 2.0 nunmal bietet. Aber nur wer sich auch als Trendsetter fühlt, verfolgt die Neuerungen einer Marke (nahezu) in Echtzeit.

2. Brandsetter
Der Erste und Beste zu sein, ist im Echtzeitweb ein Wettbewerbsvorteil (siehe Dell, Starbucks oder Spreadshirt). Es garantiert PR-starkes Feedback der Social Web Gemeinde und den gewünschten Buzz-Effekt. Im stark umkämpften Mitbewerbsmarkt müssen Marken stärker auf ihre Präsenz und Nachhaltigkeit achten bzw. dieser frischen Nachdruck verleihen. Die Omnipräsenz und Wirkungsstärke der Marke beim (potentiellen) Kunden kann mittels mobiler Apps optimiert werden. Gerade im Consumer-Engagement geprägten Markt, habe ich oft die Frage gestellt bekommen: „Hast Du mal wieder eine gute App gefunden?“ Sobald ich diese zeige, wird sie auf dem eigenen Device installiert, gestestet und erhält (manchmal) eine Bewertung. Schnell kann sie im Ranking steigen und die gewünschte Marken-Aufmerksamkeit durch die App-Economy generieren.

3. Fansetter
Der Prosumer ist aufgrund der Austauschbarkeit von Marken, Produkte und Services (Preiskampf!) wechselwilliger denn je. Was Facebook mit seinen Anzeigen den Unternehmen bietet, ist die App für den mobilen Nutzer. Eine für die Marke geschlossene Umgebung, in der sich Unternehmen auf das Wesentliche konzentrieren. Wer als Kunde seine Marke liebt, wird sich mit ihr beschäftigen (selbst Flyer und Kataloge werden heute noch genutzt!) und will die Neuerungen als Erster wissen. Hatte früher Nokia aufgrund von Symbian die Nase vorn, so hat das iPhone den Handymarkt revolutioniert. Android hat nachgezogen und bietet gute Aussichten für die Zukunft. Schnell ändert sich die Wahl des Handies. Wer seine Fans behalten will, kann nicht umhin für alle Handyplattformen seine App anzubieten. Zumindest wenn man seine Fans nicht im mobilen Web verlieren will.

4. Standardsetter
Wer die Vorreiterstellung im Markt übernehmen will, muß Standards setzen. Er stellt Regeln (Standards) für Abläufe und Prozesse für die Branche auf bzw. stellt und schlägt diese dem Mitbewerbsmarkt vor. Schnell ergeben sich hieraus allgemeingültige Vorschriften, die konvergente Märkte bedienen und somit die Marke stärken. Das gilt für die Kommunikation, in der Produktentwicklung und im Kundenservice. Auch wenn man aus den Fehlern der Mitbewerber lernen und eigentlich erstmal mit der Entwicklung einer App abwarten kann, kann man aber auch selbst Standards für den Mitbewerb setzen. Das entspricht dem Web 2.0 Grundgedanken. Da ist nicht gleich alles optimal. Wenn etwas fehlt, wird es optimiert, nachjustiert und neu aufgesetzt – vom Unternehmen aus oder von der Community der Kunden.

5. Servicesetter
24/7 Service und Support ist für den heutigen Konsumenten schon (fast) zum Standard geworden. Je mobiler die Menschheit -nicht nur im Web- unterwegs ist, umso mehr benötigt sie den schnellen Zugriff auf Markenservice. Und je schneller der Mensch die relevanten Daten wie zum Beispiel Hotline Nummern findet, umso zufriedener und weniger „abwanderungswillig“ ist er/sie als Kunde. Erst gestern habe ich mich geärgert, als meine Frau mich anrief, die Kaffeemaschine sei hin. „Check mal schnell die Nespresso App nach deren Hotline Nummer!“ – „Herzblatt, die haben zwar eine App, bei der ich einkaufen kann, aber die Support-Hotline fehlt leider…“ Versteht Nestle wohl, was ich meine (fragwürdig… da man nicht mal auf eine XING Anfrage reagierte)?

Spot On!
37% der Smartphone User haben 2009 gemäß einer Compete Studie schon online gekauft. Und 91% der Amerikaner nutzen bereits mobile Telefone, um Social Networking zu betreiben. Wenn das nicht grundsätzlich schon klare Trends sind, als Brand oder Unternehmen mal über eine App nachzudenken, dann muß mir jemand die Zukunft des mobilen Internet und Shoppings erklären. Aber vielleicht liege ich ja falsch? Was denkt Ihr?

PS: Von The Strategy Web hat mir die Mannschaft von Motherapp eine Android Version und eine iPhone Version erstellt. THX, guys – you are doing a great job!

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Kommentare

8 Kommentare zu "5 strategische Ansätze, warum Marken eine mobile App benötigen"

  1. Stefan Schneider am 02.12.2010 01:24 

    Meiner Meinung nach ein sehr guter Artikel über mobile Webseiten, also Web Apps und Apps im Allgemeinen. Ich bin auch der Meinung, dass es wohl kaum noch eine Rolle spielt, wo der Nutzen für den Webseitenbetreiber liegt. Voraussetzung am Zahn der Zeit zu sein ist eine App zu haben – ob Web App oder native App ist dahingestellt. Web Apps, also mobile Webseiten, bieten im Gegensatz zu native Apps den Vorteil, dass sie auf vielen Smartphone Plattformen gleichzeitig einsatzbereit sind. Native Apps müssen auf das jeweilige OS angepasst werden. ich denke für viele kleinere Firmen bietet sich das Web App für die Zukunft auf jeden Fall an – am Besten aber schon jetzt darum kümmern. Jetzt ist man noch Vorreiter und es ist kostengpnstiger.

    Viele Grüße,
    Stefan
    apptauchen.de

  2. Mobile App Strategie am 03.03.2011 09:56 

    Es gibt noch immer eine grosse Diskrepanz zwischen Apps von grossen Unternehmen/Marken und der Zufriedenheit der Endnutzer. Man kann in den Kundenrezensionen gut nachlesen, dass im Verhältnis nur vereinzelt den Wow-Effekt äussern. Das hat mehrere Gründe, aber der Hauptgrund ist, dass die meisten Unternehmen taktisch und kurzfristig agieren.

  3. Martin Meyer-Gossner am 03.03.2011 11:14 

    Ist wahr. In den letzten Jahren stelle ich fest, dass dies ein allgemeines Phänomen bei neuen Technologien und Taktiken ist. Manche Ansätze sind bar jeglicher Vernunft und zahlreiche einfach unclever oder wenig durchdacht.

  4. lucy technology am 28.03.2011 13:29 

    das finde ich tool „In den letzten Jahren stelle ich fest, dass dies ein allgemeines Phänomen bei neuen Technologien und Taktiken ist. “ :) danke schon

  5. flyacts-franzi am 19.05.2011 12:04 

    Wie im Beitrag schon richtig steht, wächst der Smartphone Nutzerkreis stetig an. Hinzu kommen die veränderten Zeitstrukturen. Die on-the-way-Gesellschaft ist größtenteils mobil unterwegs. Sie surfen in der Bahn, auf dem Weg zur Arbeit oder im Wartezimmer. Daher müssen Unternehmen einen mobilen Auftritt planen, ansonsten tut es die Konkurrenz.

    Beste Grüße
    Franzi
    http://www.flyacts.com/warum-mobil-aktiv-werden (für alle, die sich für weitere Gründe, die für einen mobilen Auftritt eines Unternehmens sprechen, interessieren)

  6. Martin Meyer-Gossner am 20.05.2011 10:41 

    Danke Dir Franzi für deinen Input. Seeh ich ähnlich, aber nicht bedingungslos und um jeden Preis. Es ist schlimmer eine App zu haben und dann nicht zu reagieren, weil die internen CRM Prozesse nicht stimmen.

  7. Maik am 02.09.2011 12:02 

    Sehr aufschlussreich. Daran sollten sich Unternehmen in Zukunft wirklich orientieren.
    Ich selbst bin ein großer Verfechter der mobilen Web Apps und trage die interessantesten in meinem Blog zusammen. http://marketing-apps.blogspot.com/

  8. Unzertrennlich: Wie Unternehmen ihre Talente mit Smartphone-Apps an sich binden (Teil 1) | mobile zeitgeist am 29.05.2012 12:34 

    […] hingegen sind auf dem Smartphone omnipräsent und verleiten durch die höhere Sichtbarkeit viel häufiger zum Zugriff. Dadurch werden Apps oft nebenbei genutzt, um z.B. Wartezeiten zu überbrücken oder um zu […]

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