Offlinewelt 1.0: Das Glücksrad zur Lead Generierung nutzen
05.03.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Offlinewelt 1.0
Es gab Zeiten, da wußte man noch nicht einmal, was Lead Generierung ist. Nein, man nannte das ganz einfach hochdeutsch “Kunden-Gewinnung”. In dieser schönen alten Offlinewelt 1.0 gab es schon eine Art “Lean-Forward-Generation”. Es waren die Kunden nämlich, die bei Sendungen wie “Glücksrad” mitmachten, Wörter erraten duften und sich die neusten und tollsten Produkte präsentieren lassen konnten.
Die SAT1-Sendung “Glücksrad” war einfach ein Klassiker. Wollen wir also mal kurz in alten Zeiten schwelgen? Ja…
Herrlich, nicht?! Genug davon…
Das gute alte Glücksrad hat aber noch nicht ausgedient. Man kann es nämlich wunderbar für die Lead Generierung nutzen. Es erlebt gerade sozusagen sein Renaissance. In München. Auch wenn es jetzt anders aussieht. Nämlich weiß und rot. Und nicht mehr so schön bunt wie früher bei SAT1.
Eine Telekom-Provider Firma setzt das Glücksrad zur Lead-Generierung in der Offlinewelt ein. Und das obwohl die auch von der Kraft von Facebook und Twitter bei der Lead Generierung via Social Web wissen.
Richtig. Es geht um Vodafone. Und ich finde es gut, daß man auch mal andere Ansätze geht und nicht nur die Social Web Welt in den Mittelpunkt stellt. Ganz dem Motto meines Blogs “Connecting Offline and Online is one of today’s biggest business challenges”.
Ein großes Glücksrad. Ein paar kleine Gewinn-Gutscheinen drauf. Schon lässt sich so mancher Kunde gewinnen. Ganz “old-fashioned”, wie man so sagt. Und so gar nicht “webzweinullig”. Auf meine Frage, wieviel Kunden denn hätten mitspielen wollen, mußten die netten Verkäufer bei Vodafone lachen. Eine Antwort bekam ich nicht. Schade eigentlich.
Aber sagt selbst, ist die Aktion nicht wirklich gelungen und professionell? Da gibt man doch gern sein Lead ab, oder nicht…?
PS: Es dauerte ungefähr 5 Minuten bis ein Verkäufer sich zum Glücksrad traute, als ich mein Foto machte und mir die Aktion ansah…
Das ist der Gipfel – Copycat als Trendsetter?
03.02.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Offlinewelt 1.0, Sales
Was ist eine Business-Partnerschaft heute noch wert? Welche Nachhaltigkeit haben Partnerschaften zwischen Unternehmen im heutigen schnellebigen Wettbewerb um Kunden? Was interessieren manche Firmen ihre Business-Partner von gestern? Ein paar Fragen, die mir heute durch den Kopf gingen, als mir diese Anzeige eines Event-Veranstalters vor die Augen kam (siehe Foto unten links).
Aufgrund des Layouts und der textlichen Gestaltung fühlt sich der Interessent an das Trendforum (Flyer 2009, Foto rechts) erinnert. Die Veranstaltung Trendforum des Management Forums Starnberg in Zusammenarbeit mit der Verlagsgruppe Handelsblatt würde in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feiern. Da ich in den letzten beiden Jahren Partner des Trendforums war und deren Leitlinien der Veranstaltung kenne, habe ich natürlich der Anzeige Aufmerksamkeit geschenkt.
Doch es stellte sich heraus, daß es dabei gar nicht um das Trendforum geht, sondern um den Trendgipfel?!
Neupositionierung? Umorientierung? Umbenennung? Oder Präventivschlag? Offensichtlich Letzteres! Es ist eine Trend-Veranstaltung, die irgendwie als Copycat daherkommt. Ist das nun trendy?
Die Veranstaltungspromo gipfelt darin, daß eine der Veranstaltungspartner des ehemaligen Trendforums einen Alleingang macht: die Verlagsgruppe Handelsblatt. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als ob das Management Forum Starnberg weiterhin Partner ist – dem ist aber nicht so. Die Partnerschaft zwischen den Veranstaltern wurde letztes Jahr gekündigt seitens des Verlages. Jetzt ist klar warum.
Der ehemalige Businesspartner des Trendforums und dessen Ideengeber Frau Wiedmaier, Geschäftsführerin des Management Forum Starnberg, wurde nicht informiert. Der Titel wurde kurzerhand geändert. Die URL beihalten und “umgelenkt”. Das Layout und Design ist ebenfalls nahezu unverändert. Ein richtiges neues Logo ist nicht erkennbar. Einfach mal schnell bemerkt (siehe Post-It Kommentar rechts), daß der Event “Dieses Jahr im Juni” stattfindet. Obwohl es bisher noch gar keinen Trendgipfel gab?!
Das Trendforum wird es aber auch weiterhin geben – geplant ist es für den 23. und 24. November 2010.
Ist das nun der Gipfel oder ein cleverer Schachzug?
Spot On!
Das Konzept des Trendgipfels wendet sich an “Vorstände, Geschäftsführer, Marketing- und Vertriebsleiter”. Befassen die sich wirklich Marketing- und Vertriebsleiter mit den Trends der Zukunft? Oder sind das nicht eher die Unternehmesleitung, strategische Planungstellen und Trend- und Innovations-Management, die bisher durch das Trendforum addressiert wurden?
Manchmal wundert man sich über die Strategien der führenden deutschen Verlagswelt. Und auch über deren “Sateliten-Business”, welches das Unternehmens als Trendsetter erscheinen lassen soll. Und man frägt sich, welches Grundverständnis heutigen Business-Partnerschaften zugrunde liegt.
Blog Action Day 2009 – Climate Change and Water
15.10.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Daily Top 3, Featured Stories, Offlinewelt 1.0
When I heard that ‘climate change’ is the topic of the Blog Action Day 2009, I decided to write a post about one of my shirts (see picture left).
Why?
Well, there was a hole in the shirt. The hole came to my attention on the day I heard of the blog action day. And as the message on the shirt corresponded with the topic, I decided to keep the shirt. I got it stitched.
Isn’t this quite unusual in our times of fast buying habits? Getting something stitched that most of us would probably have thrown in the bin if it just costs 30 EUR. It is just a shirt, right? No, it is not!
Why?
It’s as simple as that: The message is important for all of us…
DROP DEAD
THINK ABOUT IT
For 1 glass of beer you need 75L water
For 1 cup of tea you need 30L water
For 1 cup of coffee you need 140L water
For 1 egg you need 200L water
For 1KG paper you need 750L water
For 1KG wheat you need 1300L water
For 1KG rice you need 3400L water
For 1KG beef you need 16000L water
Have you ever thought about these facts when washing your hands, cleaning your dishes, or even, well yes, washing your shirts?
Why?
The shirt comes from an organization called Viva con Agua, founded in 2005 by the German football player Benjamin Adrion (who was just recently given the highest German medal of honor by the government). And hey, they are spreading their message on several social networks as well, on Twitter, on Facebook. and on YouTube. The organization is campaigning for clean drinking water worldwide and you can join and help them with their efforts?!
Why?
Water will become on of the most important resources in our future – water is living and water is running short – all over the world. So, the message of the shirt should make us aware to handle water with care.
The changes of the global climate that occur as an effect of the greenhouse gases will affect a huge portion of the freshwater resources in the future… and a lot of human beings. The affect can be seen in an increasing number of floods and droughts the news report about on a daily basis.
Why?
Snowpacks in the Rocky Mountains are melting quicker than expected caused by intense dust storms, resulting in water in the 21st century. The affects on the African are critical as this continent always struggled with water resources already in the past. The future won’t look more promising. The African water page makes us aware of the effects that are relevant in terms of water resources. And when the water level of major rivers are dropping we should all be thinking about how we can stop this development.
Climate change wanting modern water resource solutions is an important topic for the future that different organizations and governments have on their importance list: the world council of churches meets and talks about it, the Californian government offers interesting film and educational material, and Water UK outlines the impacts of climate change upon water and how the UK water industry is addressing them.
Spot On!
Every person that travels around the world knows about the importance of handling water in a responsible manner. We get reminded when traveling and staying in hotels all over the world… “Don’t waste water and think about it when you throw your towel on the floor if it really needs some washing – or if you cannot use it once again.” Well, that is my message to you on the Blog Action Day 2009…
Let’s all be aware to handle water and our climate with care… every single day o four lives!
Wie kommt man vom Bloggen zur Bauernregel…
23.06.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Offlinewelt 1.0
Als ich gestern spontan einen Kunden durch die Stadt zu einem Termin mitnahm, mussten wir an einer der zahlreichen Münchner Ampeln halten. Wir plapperten vor uns hin und passierten gerade den Prinzregentenplatz.
Plötzlich schoss er mit dem Kopf hoch, schüttelte diesen heftig und schrie: “Das geht ja mal gar nicht!” Ich schau ihn etwas verwirrt an und verstehe nicht. “Was geht gar nicht?” Er daraufhin: “Na, schau mal schnell da rüber!”
Ich verstand sofort, und mir entfuhr…
“Das ist wie wenn man einen eigenen Blog Post selbst kommentiert mit den Worten: Dieser Post war jetzt eher sinnnlos.”
Wir beide schauten uns an und mussten herzlich lachen.
Was war geschehen? Aus dem Fitnesstudio lief eine jugendliche Frau, frisch geduscht mit hoher
Fönwelle, die Sporttasche lässig geschultert. Ihre erste Amtshandlung beim Herauslaufen? Die Eingangstür des Fitnessstudios noch in der Hand steckte sie sich einen Zigarillo in den Mund und zündete diesen an…
Mein Kunde aber konterte noch besser auf meinen Spruch. “Weißt Du, was mir früher im Stern Magazin am besten gefallen hat?! Die Witzeseite mit den Bauernregeln der Tiere.” Er überlegte kurz, dann sagte er…
“Drum prüfe, wer denn weiter bloggt, ob der Post auch wirklich rockt!”
Spot On!
Ist es nicht herrlich, wenn man mit Kunden sinnlose Sprüche klopfen kann, diese nicht kommentiert, sondern einfach mal auf den Bildschirm bringt…?
PS: Unsere Fahrt endete damit, daß er den Termin verschob und wir noch einen gemütlich Kaffee nahmen. Offline- und Onlinewelt sind manchmal ganz nah bei einander. Man muss sie nur verbinden lernen…
Print and Online: thoughts on modern publishing
20.02.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: English Content, Featured Stories, Offlinewelt 1.0
This week, there was some interesting buzz around modern publishing. How the future might look can only be found between the lines of the news. Let’s face some of these indicators of the modern publishing industry…
Print
In Germany, we have had the breaking news that Vanity Fair will be closed down – the magazine survived only two years. Is this a sign for the publishing industry that print is dead? Or just an proof that the publishers have not found the right approach for a target group? OK, America loves VIPs, so does the UK, and even Austria the famous opera ball (yesterday) indicates some addiction to vanity sanction. In these countries people love luxury goods, focus on lifestyle and want to be up to date in the VIP scenario. Pure news business, great for ‘word-of-mouth’ conversation in the bars.
Some thoughts… In Germany, can we doubt that people don’t even appreciate socializing in bars in the night? Is jealousy a ‘critical’ mentality topic in the German society? Is there a nightlife that the other mentioned countries can offer? In the end, how about the editorial approach when all these questions remain with an at least ‘50% Yes’ in the room, and when there is no word-of-mouth VIP-society?
Online
The TIME magazine just awarded the 25 best blogs in 2009 – but also ‘downsized’ the ‘ratings’ of some famous blogs. Let’s have a look at the top and flop 3…
Top 1: Talkingpointsmemo.com
Top 2: The Huffington Post
Top 3: Lifehacker
Flop 1: TechCrunch
Flop 2: Gawker
Flop 3: The Street
Are we surprised that the Huffington Post is amongst these top three blogs? They raised 25 Mio. US Dollars investment this week. But wait a minute? How are they monetizing their platform? Classical advertising models like banners, text-ads, paid links and Google AdSense, right? Is this the future of monetizing an online publishing platform – monetizing based on reach? Is this pioneering?
If you doubt this, then how do we have to face modern publishing reality? What is responsible for the Huffington Post success? Editorial credibility (3,5 Mio uniques, 60 mio. page impressions), the political new way of opinion-forming, the modern blog publishing format or just the name of the founder Arianna Huffington? Or was it just the Obama hype that made this blog famous? A mixture of everything maybe…?
Techcrunch is one of the most quoted websites in the world today. Nevertheless, it finished in the flop 3. Did the quality go down because Michael Arrington wants to sell the blog? Or are there other reasons for their downsized rating than those of the TIME magazine?
Spot On!
According to the cluetrain manifesto: markets are conversations. Bearing this in mind, publishers of all kind need to have a close look to the talks of the target group they intend to address, which market mentality they wish to access and above all, if there is a ‘word-of-mouth’ power for the publication in the entered country. The publisher editorial teams need to find the right investigative approach to modern journalism that makes people want to think and generate content for them, not answering peoples’ thoughts – in order not to face a publishing crisis. Having a monetizing model in place is the justification for a business model and an investment round. But it does not have to be innovative, it seems…
PS: Can we summarize… First, there were print magazines, then there online magazines and now we have blog magazines? A lot of questions… open to your word-of-mouth.
Von listigen Zeitdieben und dem fabelhaften Lehrer
29.01.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Offlinewelt 1.0
Eins vorweg… Warum kauft man sich das Hörbuch Die Bärenstrategie von Prof. Dr. Seiwert – und nicht das Buch? Ganz einfach: In der Ruhe liegt die Kraft. Was als Maxime der Bären definiert wird, muß auch entsprechend aufgenommen werden… im Auto.
Denn nur dort ist die moderne Oase der rasenden Ruhe, die entspannende und rückbesinnende Höhle des Bären für den Vater, den Manager und den Freund in der modernen digitalen Realität. Die Stimme von Ilja Richter ist dabei perfkt gewählt – sie beruhigt, beschwichtigt und berät.
Wer sich in diesem Buch, nein… Hörbuch, nicht mindestens einmal in welcher fabelhaften Rolle eines der gewählten Waldtiere auch immer -in der ehrgeizigen Biene, der pflichtbewussten Eule, dem hektische Hase und dem gemütlichen Hirsch- wiederfindet, der hat es geschafft. Was? Die Zeitdiebe in ihre Grenzen zu weisen und aus dem eigenen Leben zu verbannen.
Aber wie kann man das schaffen in Zeiten, wo man für Social Media allein schon prinzipiell mindestens drei Monitore gleichzeitig im Blickfeld haben muss? “Verschwende Deine Zeit nicht mit Zeitdieben” ist sicherlich einer der Vorwürfe, dem sich Social Media immer wieder gegenüber sieht. Dem kann man nur entgegenhalten, daß in der durchdachten Organisation, richtiger Zeiteinteilung und weitgehendster Automatisierung der persönlichen Aktivitäten Social Media zu einem unheimlichen Gewinn für das eigene Leben und Wissen werden kann.
In 10 bärigen Tipps bringt uns (und die entnervten Waldtiere) Bruno Bär zurück auf den Boden der Offlinewelt. Prof. Dr. Seiwert wählt diese Tipps nicht mit dem erhobenen Zeigefinger sondern mehr mit der Erfahrung eines Zeit- und Lebensmanagers, der uns keine Weisheiten auftischt, sondern die Simplizität des Alltags vor Augen führt. Keine strategische Philosophie sondern kinderfreundliche Logik, die selbst die Kleinen zum Lachen bringt – auch wenn ihnen die Tragweite der Fabel nicht klar sein wird. Die Jugend, welche das Management der Zukunft werden will, sollte sich das Hörbuch zu Gemüte führen, um mit Gelassenheit und Voraussicht die Aufgaben als Businessentscheider fokussieren zu können.
Spot On!
Es gibt ein kinderfreunliches Vermächtnis in der Strategie-Wissenschaft: Die Bärenstrategie. Ob jung, ob alt, ob gebildet oder nicht – Ilja Richter intoniert humor- und wundervoll die Charaktere des Waldes – die Schüler des Lebens. Wer Zeit hat, ist glücklich und erlebt kurzweilig die schnellebigen moderne Onlinewelt.
Warum Print- gegen Onlinemedien verlieren
12.01.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Featured Stories, Offlinewelt 1.0
Am Wochenende nimmt man sich gerne die Zeit und studiert am Kiosk die Journalie der Print-Magazine. Als internetaffiner Mensch blättert man, wägt ab, liest an und legt letztendlich zurück. Und das hat dann nichts mit der Finanzkrise zu tun. Die Entscheidung ist lediglich im Wesen der gedruckten Magazine begründet.
In vielen Kundengesprächen haben wir jahrelang die Vorzüge von Online gegenüber Print bei B2B Magazinen beleuchtet. Das war auch nicht schwer, denn der Benefit eines Webangebotes lag für uns auf der Hand. Manchmal macht man sich nochmal Gedanken als Onlineverleger, warum Print- gegenüber Web-Angeboten langfristig auf der Verlierstrasse ist. Ein paar Meinungen lassen wir jetzt einfach mal hier fallen…
Natürlich erhebt dieser Post keinen Anspruch auf absolute und kosmopolitische Unangreifbarkeit, aber irgendwie fällt es einem aus vielen dieser Gründe immer schwerer, den ‘Euronen’ für ein gedrucktes Hochglanz-Magazin auszugeben. Vielleicht erscheinen die Gründe aber auch aufgrund eines gewissen Publisherblicks so…
1. Verfügbarkeit
Printmagazine scheinen grundsätzlich ausverkauft, wenn man gerade ein bestimmtes Medium erwerben will. Steht man eigentlich immer ausgerechnet zur unpassenden Zeit am falschen Zeitungsstand? Im Web kann das nur passieren, wenn die Internetleitung mal gekappt ist (was mehr als selten vorkommt). Oder wenn die Webseiten sich einer externen Attacke gegenüberstehen – durch welche internet- oder inhaltsfeindlichen Seelen auch immer.
2. Copypreis
Der Copypreis stellt für die Verleger immer wieder eine neue Herausforderung dar. Wird der Copypreis erhöht, rümpfen der Privatleser die Nase. Überschreitet der Preis eine virtuelle Grenze, die kein Verleger für die einzelnen Magazine kennt, wandern die Leser ab. Im Business-Abonnement passiert das nicht, weil Firmen die Abo-Kosten übernehmen (und sich maximal in Krisenzeiten Gedanken über den Nutzen selbiger machen). Webangebote rechtfertigen einen Monatsbeitrag für Pro-Accounts einzelner Webangebote allein schon aufgrund der Nachweisbarkeit des interaktiven Social Networking und durch dortige textliche oder grafische Platzierung, die in glaubwürdiger Reputationsgewinnung (oder -verlust) innerhalb der Seiten durch den Nutzer resultiert (das Monitoring diesbezüglich müsste aus Unternehmersicht verpflichtend sein). Eine Diskussion über den Nutzwert eines Copy- bzw. Abopreises als neue Monetarisierungsform interaktiver Medien ist attraktiv, vor allem aufgrund der Social Media Welle erscheint es verstärkt diskussionwürdig. Das Problem der ‘online-publizierenden’ Printmedien: Unique content wird immer seltener, vor allem jener, welcher auf investigativem Journalismus basiert.
3. Cover/Titelbild
Nimm mich, nimm mich, nimm mich! Am Cover bzw. Titelbild scheiden sich die Käufer. Was vorne nicht ‘catchy’, kann drinnen nicht ’sexy’ sein – und bleibt bis zur nächsten Ausgabe am Zeitungsstand. Das gedruckte Produkt wird zum Ladenhüter. Beim Webangebot muss man bei der Betrachtung differenzieren. Erster Eindruck oder Top-Story – was entscheidet zum ‘Kauf’? Webangebote haben in der Regel nicht eine Chance mit der Top-Story, sondern offerieren gleich meistens drei herausragende Stories als ‘Aufmacher’ und können flexibler am Layout spielen. Vielfalt und die Übersichtlichkeit des Webangebotes lenken schnell von einem Aufmacherthema ab. Die Gefahr, den Leser durch das ‘Cover’ zu verlieren, ist hier vermutlich mininal – dann noch eher durch den das Bild umgebenden Inhalt.
4. Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis ist Spiegelbild der Kreativität der Redaktion und des Wissens über die
Zielgruppe. Trotz der allgemeinen Einsicht über zeitliche Gebundenheit und Inflexibilität der Print-Produktion verzeiht der Leser beim Durchblicken des Inhaltsverzeichnises keinen Fehler. Trifft der Inhalt nicht zu mindestens 75% den Leser-Gusto, wird das Heft den Weg aus dem Laden nicht finden. Webmagazine sind schnell änderbar, Suchansprüchen der Zielgruppe anpassbar, geben mit Webanalyse-Tools detailliertes Feedback über das Nutzerinteresse und bieten nahezu unendliche, zeitungebundene Flexibilität bei der ‘Erstansprache’ des Internetusers. Die Startseite ist tägliches Inhaltsverzeichnis und bekommt kann jeden Morgen, eine neue Chance bekommen.
5. Inhalte
Beim Inhalt kann das Printmagazin aufgrund der Kombination mit Hochglanzfotos punkten. Ansonsten fehlt dem Content der TV-, Rating- und Verlink-Faktor, der den Leser weiterführt sowie Produkte greifbar, dreidimensional und kaufbar macht. Vor allem aber vermißt man bei Printmedien die Kommentarfunktion, die Themen, Produkte und Ansichten ‘vermenschlichen’ und nicht nur die Sicht des Autors zulassen. Die Kommentarfunktion ist in der heutigen Zeit für die Menschheit elementar wichtig und wertvoll. Der Mensch sucht immer nach Gleichgesinnten und will diese kennenlernen. Durch Verlinkung lässt das Medium dem Leser diesen Networking-Faktor, treibt das Thema weiter und lässt dem User die Freiheit zu bleiben und zu gehen. Und Freiheit ist das größte Gut in einer Welt, die von Zwängen bestimmt ist.
6. Anzeigen
Eine Printanzeige wirkt – Bannerwerbung auch. Print kann nur statisch, Onlinewerbung auch animiert (bei zahlreichen Kampagnen oft weniger nötig als Kunden und Agenturen meinen). Hier werden die Werber inzwischen kreativ, um die alte Mär von der Medienkonvergenz Wahrheit werden zu lassen: Print- und Onlinewerbung wird spannender und faszinierender zusammengeführt. Augmented Reality wird von MINI derzeit erstmals eingesetzt. Im direkten Vergleich ist Bannerwerbung der vielversprechendere Ansatz der ROI-Generierung: 1:1 definierbar, 1:1 trackbar und 1:1 kostengünstiger – aber nicht ‘billig’. Und ‘Webanzeigen’ wechseln online permanent, was absolut informativ und bildend ist, denn die Zielgruppe man kann viel mehr Unternehmen kennenlernen. Es stellt sich eine Win-Win Situation zwischen Kunden und Anbietern ein.
7. Inhaltsumfang
Bei Printmagazinen wird der Heftumfang einer Ausgabe allein schon aus Porto- und Zustellgründen limitiert – die Post liefert nur bis zu einem bestimmten Gewicht zu einem ‘verleger-erträglichen’ Preis. Das Web kann der Publisher vollpacken, soviel die Redaktion hergibt und kann es je nach Marktbedingungen oder Inhalts- sowie Lesererfordernissen erweitern – jederzeit.
8. Shopping-Drang
Oft greifen beispielsweise Lifestyle- oder IT-Medien interessante Ideen und Trends zu Produkten in Inhalten oder Anzeigen auf, die man als Leser gerne genauer ansehen will. Entweder um Preisrecherche zu betreiben (bei Printangeboten fehlen Preisangabe meist) oder um das Produkt gleich einzukaufen. In der Regel hat man aber beim Lesen eines Heftes einen Strand in der Nähe, sitzt beim Wochenendausflug in der bayerischen Prärie oder genießt den morgendlichen Duft der U-Bahnfahrer. Webzugang ist dort meist leider noch nicht vorhanden. Also setzt man den Kopfhörer auf und schaltet einfach mal ab. Lesend und Musik hörend, sieht man die Menschheit heutzutage selten. Da hat TV eine größere Chance, denn es gibt schon Formate (z.B. CBS Viewing Rooms), die erfordern den gleichzeitigen Umgang mit TV und Internet.
9. Die Gewinnspiel-Taktik
Abonnenten zu gewinnen, war nie einfach. Die Gewinnspiel-Taktik galt zur Abo-Gewinnung als erfolgversprechend. Vor ein paar Jahren haben Printangebote ihre Webseiten gepusht, indem sie z.B. Gewinnspiele machten, die Print angekündigt wurden, die Teilnahme am Gewinnspiel war aber nur online möglich (schnelle Datenübertragung führt zu frischer neuer Wechselversand-Datenbank). Wäre es für Print nicht eigentlich viel cooler und effizienter, diesen Trend gegenläufig zu gestalten? Das Onlineangebot bewirbt ein Gewinnspiel, an dem nur beim Kauf oder Abonnements eines Printobjektes teilgenommen werden kann. Man generiert Umsätze beim Heftverkauf, gewinnt vielleicht neue Abonnenten, die aufgrund der Vielzahl der Abonnenten dann wieder hohe Schaltkosten für Anzeigen rechnfertigen. Naja, war wohl eher früher so. Die ‘Umsätzeströme’ der klassischen Medienhäuser kommen inzwischen wohl doch eher aus dem Onlinegeschäft.
10. Das Lese-Erlebnis
OK, Punkt für die Printmagazine. Ein Heft in der Hand zu halten und den Bildschirm mal nicht anzuhaben, ist definitiv ein Pluspunkt für die Printmagazine. Online kann auch ganz schön anstrengend sein, weil es heutzutage vor den Augen permanent flimmert, man sich ständig ‘verklickt’ und liest, liest, liest.
Spot On!
Das ist die einmalige Chance für Printverleger, in die Opposition gehen, neue Denkanstöße zu bringen und sich auszutoben. Was meinen Sie?
Markenaufbau im Wandel – was ist besser offline oder online?
05.12.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Featured Stories, Offlinewelt 1.0
Da hat der VDZ seit Jahren die große Kampagne ‘Print wirkt’, die die Stärke von Print hinsichtlich der Markenbildung im Kampf gegen Online herausstreichen soll – und dann das…
Ein Interview mit dem Wolfgang Dittrich, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF), der den Velegern mehr oder weniger genau das Gegenteil auf den VDZ Zeitschriftentagen klar macht. “Online ist geeignet für den Aufbau eines Images”, sagt Wolfgang Dittrich im Interview turi2.tv. Ja, wie jetzt? Was ist den nun besser? Markenbildung über Print oder Online?
“Man könnte im Prinzip auf Print verzichten (…) aber das wird nicht die Realität sein”, meint Wolfgang Dittrich
Für Print kommt es aber noch schlimmer. Wie eine HORIZONT-Exklusivumfrage bekannt gibt, rechnen Mediaagenturen mit zahlreichen Titeleinstellungen im Printbereich. Da frägt man sich als Kunde doch, inwieweit und auf welches Medium man in Print zur Markenbildung setzen soll, wenn der VDZ selbst bald nur noch wenige Printmedien für seine Kampagne nutzen kann.
Aber Print ist nicht ausschließlich die Offlinewelt. Gut, wenn man ein völlig neues Beispiel beim Mittagessen in der Stadt findet.
In der Münchner Innenstadt versuchen t-info und Keller Verlag, das Brand einer deutschen Internet-Suchmaschine bei den Menschen zu positionieren und aufzubauen – mit dem Verteilen von Flyern. Nein, Sie haben nicht falsch gehört… Flyer, ja!
suchen.de heißt das Brand, welches Google ein wenig deutsche Marktanteile abringen will. Schön eingekleidet in die Farben der Suchmaschine stellen die Flyerverteiler sich in der Münchner Innenstadt auf und werben mit sechsseitigen Flyern, die mir ‘Dein Weihnachtsmarkt Guide München’ anpreisen. Den Flyern muss man eins lassen: Sie sind schön aufgemacht mit den relevanten Features der Weihnachtsmärkte (Zeitraum und Adresse) sowie der Offline-Version einer ’suchen.de Map’ mit Nummer, die dann auf die Weihnachtsmärkte im Flyer ‘verlinken’.
Kann man davon ausgehen, dass das die Zukunft der Markenbildung ist? Wohl eher das krampfhafte Festhalten an alten Bräuchen zur Markenbildung. Offline für online geworben…? Da stellt man sich die Frage nach Kosten (Verteiler, Flyer und Streuverluste) und nach dem Umweltschutz und…warum das Logo aussieht, als hätte die Suche schon fertig…??? Oder wie sehen Sie das, wenn sie die Farbgebung des Brands ansehen?
Ach, lassen wir es lieber.
Spot On!
Der Flyer nennt das Brand zweimal: Als Logo auf der Vorderseite und auf der Rückseite in Verbidung mit dem Hinweis: ‘Mehr Weihnachsmärkte in ganz Deutschland findest Du auf’: http://weihnachten.suchen.de/muenchen. Ah ja! Und ich dachte immer, Deutschland hört nicht hinter der Münchner Stadtgrenze auf… – ja, die Zeiten für Print sind schwer – online wär man schnell ins CMS und hätte den Fehler bereinigt. Einmal gedruckt, Chance vorbei. Aber vielleicht hat der Artikel ja der Markenbildung gedient. Wer weiß…?!
Ein Brand ‘offline’ aufzubauen, welches in der Onlinewelt lebt, ist definitiv ein schwieriges Unterfangen – und teuer. Auch wenn das nicht heißen soll, dass die Herausforderung Markenbildung online durchzuführen, ‘billig’ ist – definitiv aber zielgruppengerechter und preiswerter.
Offlinewelt 1.0 – Kundenservice: Den Schuß nicht gehört und die Marke erlegt…
12.11.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Offlinewelt 1.0
Wir schreiben das Jahr 2008. Ein Jahr, in dem immer wieder darauf hingewiesen wird, was guter Kundenservice heißt und wie ernst man diesen nehmen soll. Dennoch haben einige Firmen den Schuß offensichtlich noch nicht gehört.
Das Problem heißt Kundenservice: Online klappt’s schon manchmal, offline lässt er viele Wünsche offen.
Online empfiehlt der bazaarblog den Online-Shops, dass man keine Angst vor negativer Kritik haben und diese auf jeden Fall veröffentlichen soll. Angesichts der Glaubwürdigkeit des Shops wäre dies unabdingbar. Was natürlich schwer fällt, wenn RightNow gerade erst mit einer Studie verkündet hat, dass Kunden äußerst intolerant bei schlechter Kauferfahrung sind. Da steht dann das arme Unternehmen da und weiß nicht mehr weiter. Guter Rat ist teuer und oft nicht der Weisheit letzter Schluss.
Offline hingegen scheint der Einzelhandel inzwischen komplett aus dem Interessensbereich des Managements diverser Unternehmen zu verschwinden. Zumindest hat man den Anschein, wenn man die Kundenberatung und den Kundenservice des ‘geschulten Personal’ diverser Einzelhandelsläden großer Brands betrachtet. Da bekommt man schnell den Eindruck: die Firmen haben den Schuß nicht gehört.
Zwei Beispiele aus dem täglichen Leben…
Bsp. 1: Schuhladen eines großen weltweiten Brands mit 4 Großbuchstaben – Franchisenehmer
Wenn man in besagtem Laden, Schuhe nicht in der richtigen Größe bekommt, hat man Pech gehabt. Keine Beratung, keine Hilfe und kein Service! Auf die Frage, ob man die Schuhe online kaufen könne, erntet man ein “Nein, wir verkaufen nur in Shops”. Keine weiteren Auskünfte. Auch auf Nachfrage hin, ob andere Shops in der Stadt diesen Schuh noch hätten, wird man eher unwissend angesehen, denn gemäß dem ehemaligen Motto der 11880 bedient: Hier werden Sie geholfen! Keine kurze telefonische Recherche, nichts… Obwohl es genau zwei Läden in der besagten Stadt gibt. Nein, hier war man gänzlich bedient – das Brand ist erstmal für die zukünftige Kaufabsicht unerwünscht. Da hilft auch das portable Spiel nicht, welches man als Geschenk für die Kinder bei einem Kauf bekommt. Denn erst kommt der Service, dann der Kauf! Wer das nicht beachtet, erlegt seine Marke. Ja, Franchise bietet auch Gefahren für Marken…
Bsp. 2: Sport-Allround Laden eines großen Sportversenders mit 6 Buchstaben
Will man in diesem Laden, ein Kleidungsstück haben, welches nicht mehr verfügbar ist, aber der Verkäufer bei der Lager-Recherche im Online-Katalog als verfügbar findet, gibt es keine Schnittstelle zwischen On- und Offline. Nun wäre der Wunsch des Kunden doch vom Verkaufspersonal zu hören: “Kein Problem, bestellen wir Ihnen online und schicken es Ihnen zu.” Aber das ist wohl eher ein ‘virtueller’ Traum. Obwohl man für den Versand eine gesalzene Pauschale von 5.95,- EUR verlangt, wird dieser Service nicht gewährt. Sind mit dieser Pauschale nicht auch irgendwie die Offline-Verkäufer für den Kundenservice abgegolten? Man sollte es meinen. Wohl bemerkt: Der Laden war leer, kein Mensch weit und breit – außer mir, dem Verkäufer … und der Marke.
Spot On!
An beiden Beispielen kann man sehen, wie Kundenservice optimalerweise zwischen Offline- und Onlinewelt sein Können beweist. Oftmals wird man allerdings entäuscht und zieht zur nächsten Marke. Ja, wir Kunden sind schon manchmal sehr untreu Marken gegenüber. Auch wenn die Firmen es selbt in der Hand haben, diesen Zustand zu verändern. Ist die Marke nicht ruiniert, lebt sichs gänzlich unkommentiert…
Wochenendgruß: Remember Mao!
24.10.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie: Offlinewelt 1.0
Mao war ein kluger Kopf und ihm fielen weiße Sprüche ein, die man manchmal einfach aus der Schublade kramen muss. So sagte er mal…
“It’s always darkest before it’s totally black!”
Ungefähr so muss sich der südafrikanische Politiker Nhlanhla Nene gefühlt haben, bevor das Gehölz endgültig zerbarst…
Spot On!
Die coole Reaktion nach dem ersten Knacks erwartet man manchmal von z.B. Finanz-Managern, wenn die Säulen ihrer ‘Finanzierungsgebäude’ nachzugeben drohen…





