Warum Print- gegen Onlinemedien verlieren

Am Wochenende nimmt man sich gerne die Zeit und studiert am Kiosk die Journalie der Print-Magazine. Als internetaffiner Mensch blättert man, wägt ab, liest an und legt letztendlich zurück. Und das hat dann nichts mit der Finanzkrise zu tun. Die Entscheidung ist lediglich im Wesen der gedruckten Magazine begründet.

In vielen Kundengesprächen haben wir jahrelang die Vorzüge von Online gegenüber Print bei B2B Magazinen beleuchtet. Das war auch nicht schwer, denn der Benefit eines Webangebotes lag für uns auf der Hand. Manchmal macht man sich nochmal Gedanken als Onlineverleger, warum Print- gegenüber Web-Angeboten langfristig auf der Verlierstrasse ist. Ein paar Meinungen lassen wir jetzt einfach mal hier fallen…

Natürlich erhebt dieser Post keinen Anspruch auf absolute und kosmopolitische Unangreifbarkeit, aber irgendwie fällt es einem aus vielen dieser Gründe immer schwerer, den ‘Euronen’ für ein gedrucktes Hochglanz-Magazin auszugeben. Vielleicht erscheinen die Gründe aber auch aufgrund eines gewissen Publisherblicks so…

1. Verfügbarkeit
Printmagazine scheinen grundsätzlich ausverkauft, wenn man gerade ein bestimmtes Medium erwerben will. Steht man eigentlich immer ausgerechnet zur unpassenden Zeit am falschen Zeitungsstand? Im Web kann das nur passieren, wenn die Internetleitung mal gekappt ist (was mehr als selten vorkommt). Oder wenn die Webseiten sich einer externen Attacke gegenüberstehen – durch welche internet- oder inhaltsfeindlichen Seelen auch immer.

2. Copypreis
Der Copypreis stellt für die Verleger immer wieder eine neue Herausforderung dar. Wird der Copypreis erhöht, rümpfen der Privatleser die Nase. Überschreitet der Preis eine virtuelle Grenze, die kein Verleger für die einzelnen Magazine kennt, wandern die Leser ab. Im Business-Abonnement passiert das nicht, weil Firmen die Abo-Kosten übernehmen (und sich maximal in Krisenzeiten Gedanken über den Nutzen selbiger machen). Webangebote rechtfertigen einen Monatsbeitrag für Pro-Accounts einzelner Webangebote allein schon aufgrund der Nachweisbarkeit des interaktiven Social Networking und durch dortige textliche oder grafische Platzierung, die in glaubwürdiger Reputationsgewinnung (oder -verlust) innerhalb der Seiten durch den Nutzer resultiert (das Monitoring diesbezüglich müsste aus Unternehmersicht verpflichtend sein). Eine Diskussion über den Nutzwert eines Copy- bzw. Abopreises als neue Monetarisierungsform interaktiver Medien ist attraktiv, vor allem aufgrund der Social Media Welle erscheint es verstärkt diskussionwürdig. Das Problem der ‘online-publizierenden’ Printmedien: Unique content wird immer seltener, vor allem jener, welcher auf investigativem Journalismus basiert.

3. Cover/Titelbild
Nimm mich, nimm mich, nimm mich! Am Cover bzw. Titelbild scheiden sich die Käufer. Was vorne nicht ‘catchy’, kann drinnen nicht ‘sexy’ sein – und bleibt bis zur nächsten Ausgabe am Zeitungsstand. Das gedruckte Produkt wird zum Ladenhüter. Beim Webangebot muss man bei der Betrachtung differenzieren. Erster Eindruck oder Top-Story – was entscheidet zum ‘Kauf’? Webangebote haben in der Regel nicht eine Chance mit der Top-Story, sondern offerieren gleich meistens drei herausragende Stories als ‘Aufmacher’ und können flexibler am Layout spielen. Vielfalt und die Übersichtlichkeit des Webangebotes lenken schnell von einem Aufmacherthema ab. Die Gefahr, den Leser durch das ‘Cover’ zu verlieren, ist hier vermutlich mininal – dann noch eher durch den das Bild umgebenden Inhalt.

4. Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis ist Spiegelbild der Kreativität der Redaktion und des Wissens über die Zielgruppe. Trotz der allgemeinen Einsicht über zeitliche Gebundenheit und Inflexibilität der Print-Produktion verzeiht der Leser beim Durchblicken des Inhaltsverzeichnises keinen Fehler. Trifft der Inhalt nicht zu mindestens 75% den Leser-Gusto, wird das Heft den Weg aus dem Laden nicht finden. Webmagazine sind schnell änderbar, Suchansprüchen der Zielgruppe anpassbar, geben mit Webanalyse-Tools detailliertes Feedback über das Nutzerinteresse und bieten nahezu unendliche, zeitungebundene Flexibilität bei der ‘Erstansprache’ des Internetusers. Die Startseite ist tägliches Inhaltsverzeichnis und bekommt kann jeden Morgen, eine neue Chance bekommen.

5. Inhalte
Beim Inhalt kann das Printmagazin aufgrund der Kombination mit Hochglanzfotos punkten. Ansonsten fehlt dem Content der TV-, Rating- und Verlink-Faktor, der den Leser weiterführt sowie Produkte greifbar, dreidimensional und kaufbar macht. Vor allem aber vermißt man bei Printmedien die Kommentarfunktion, die Themen, Produkte und Ansichten ‘vermenschlichen’ und nicht nur die Sicht des Autors zulassen. Die Kommentarfunktion ist in der heutigen Zeit für die Menschheit elementar wichtig und wertvoll. Der Mensch sucht immer nach Gleichgesinnten und will diese kennenlernen. Durch Verlinkung lässt das Medium dem Leser diesen Networking-Faktor, treibt das Thema weiter und lässt dem User die Freiheit zu bleiben und zu gehen. Und Freiheit ist das größte Gut in einer Welt, die von Zwängen bestimmt ist.

6. Anzeigen
Eine Printanzeige wirkt – Bannerwerbung auch. Print kann nur statisch, Onlinewerbung auch animiert (bei zahlreichen Kampagnen oft weniger nötig als Kunden und Agenturen meinen). Hier werden die Werber inzwischen kreativ, um die alte Mär von der Medienkonvergenz Wahrheit werden zu lassen: Print- und Onlinewerbung wird spannender und faszinierender zusammengeführt. Augmented Reality wird von MINI derzeit erstmals eingesetzt. Im direkten Vergleich ist Bannerwerbung der vielversprechendere Ansatz der ROI-Generierung: 1:1 definierbar, 1:1 trackbar und 1:1 kostengünstiger – aber nicht ‘billig’. Und ‘Webanzeigen’ wechseln online permanent, was absolut informativ und bildend ist, denn die Zielgruppe man kann viel mehr Unternehmen kennenlernen. Es stellt sich eine Win-Win Situation zwischen Kunden und Anbietern ein.

7. Inhaltsumfang
Bei Printmagazinen wird der Heftumfang einer Ausgabe allein schon aus Porto- und Zustellgründen limitiert – die Post liefert nur bis zu einem bestimmten Gewicht zu einem ‘verleger-erträglichen’ Preis. Das Web kann der Publisher vollpacken, soviel die Redaktion hergibt und kann es je nach Marktbedingungen oder Inhalts- sowie Lesererfordernissen erweitern – jederzeit.

8. Shopping-Drang
Oft greifen beispielsweise Lifestyle- oder IT-Medien interessante Ideen und Trends zu Produkten in Inhalten oder Anzeigen auf, die man als Leser gerne genauer ansehen will. Entweder um Preisrecherche zu betreiben (bei Printangeboten fehlen Preisangabe meist) oder um das Produkt gleich einzukaufen. In der Regel hat man aber beim Lesen eines Heftes einen Strand in der Nähe, sitzt beim Wochenendausflug in der bayerischen Prärie oder genießt den morgendlichen Duft der U-Bahnfahrer. Webzugang ist dort meist leider noch nicht vorhanden. Also setzt man den Kopfhörer auf und schaltet einfach mal ab. Lesend und Musik hörend, sieht man die Menschheit heutzutage selten. Da hat TV eine größere Chance, denn es gibt schon Formate (z.B. CBS Viewing Rooms), die erfordern den gleichzeitigen Umgang mit TV und Internet.

9. Die Gewinnspiel-Taktik
Abonnenten zu gewinnen, war nie einfach. Die Gewinnspiel-Taktik galt zur Abo-Gewinnung als erfolgversprechend. Vor ein paar Jahren haben Printangebote ihre Webseiten gepusht, indem sie z.B. Gewinnspiele machten, die Print angekündigt wurden, die Teilnahme am Gewinnspiel war aber nur online möglich (schnelle Datenübertragung führt zu frischer neuer Wechselversand-Datenbank). Wäre es für Print nicht eigentlich viel cooler und effizienter, diesen Trend gegenläufig zu gestalten? Das Onlineangebot bewirbt ein Gewinnspiel, an dem nur beim Kauf oder Abonnements eines Printobjektes teilgenommen werden kann. Man generiert Umsätze beim Heftverkauf, gewinnt vielleicht neue Abonnenten, die aufgrund der Vielzahl der Abonnenten dann wieder hohe Schaltkosten für Anzeigen rechnfertigen. Naja, war wohl eher früher so. Die ‘Umsätzeströme’ der klassischen Medienhäuser kommen inzwischen wohl doch eher aus dem Onlinegeschäft.

10. Das Lese-Erlebnis
OK, Punkt für die Printmagazine. Ein Heft in der Hand zu halten und den Bildschirm mal nicht anzuhaben, ist definitiv ein Pluspunkt für die Printmagazine. Online kann auch ganz schön anstrengend sein, weil es heutzutage vor den Augen permanent flimmert, man sich ständig ‘verklickt’ und liest, liest, liest.

Spot On!
Das ist die einmalige Chance für Printverleger, in die Opposition gehen, neue Denkanstöße zu bringen und sich auszutoben. Was meinen Sie?

Markenaufbau im Wandel – was ist besser offline oder online?

Da hat der VDZ seit Jahren die große Kampagne ‘Print wirkt’, die die Stärke von Print hinsichtlich der Markenbildung im Kampf gegen Online herausstreichen soll – und dann das…

Ein Interview mit dem Wolfgang Dittrich, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF), der den Velegern mehr oder weniger genau das Gegenteil auf den VDZ Zeitschriftentagen klar macht. “Online ist geeignet für den Aufbau eines Images”, sagt Wolfgang Dittrich im Interview turi2.tv. Ja, wie jetzt? Was ist den nun besser? Markenbildung über Print oder Online?

“Man könnte im Prinzip auf Print verzichten (…) aber das wird nicht die Realität sein”, meint Wolfgang Dittrich

Für Print kommt es aber noch schlimmer. Wie eine HORIZONT-Exklusivumfrage bekannt gibt, rechnen Mediaagenturen mit zahlreichen Titeleinstellungen im Printbereich. Da frägt man sich als Kunde doch, inwieweit und auf welches Medium man in Print zur Markenbildung setzen soll, wenn der VDZ selbst bald nur noch wenige Printmedien für seine Kampagne nutzen kann.

Aber Print ist nicht ausschließlich die Offlinewelt. Gut, wenn man ein völlig neues Beispiel beim Mittagessen in der Stadt findet.

In der Münchner Innenstadt versuchen t-info und Keller Verlag, das Brand einer deutschen Internet-Suchmaschine bei den Menschen zu positionieren und aufzubauen – mit dem Verteilen von Flyern. Nein, Sie haben nicht falsch gehört… Flyer, ja!

suchen.de heißt das Brand, welches Google ein wenig deutsche Marktanteile abringen will. Schön eingekleidet in die Farben der Suchmaschine stellen die Flyerverteiler sich in der Münchner Innenstadt auf und werben mit sechsseitigen Flyern, die mir ‘Dein Weihnachtsmarkt Guide München’ anpreisen. Den Flyern muss man eins lassen: Sie sind schön aufgemacht mit den relevanten Features der Weihnachtsmärkte (Zeitraum und Adresse) sowie der Offline-Version einer ‘suchen.de Map’ mit Nummer, die dann auf die Weihnachtsmärkte im Flyer ‘verlinken’.

Kann man davon ausgehen, dass das die Zukunft der Markenbildung ist? Wohl eher das krampfhafte Festhalten an alten Bräuchen zur Markenbildung. Offline für online geworben…? Da stellt man sich die Frage nach Kosten (Verteiler, Flyer und Streuverluste) und nach dem Umweltschutz und…warum das Logo aussieht, als hätte die Suche schon fertig…??? Oder wie sehen Sie das, wenn sie die Farbgebung des Brands ansehen?

Ach, lassen wir es lieber.

Spot On!

Der Flyer nennt das Brand zweimal: Als Logo auf der Vorderseite und auf der Rückseite in Verbidung mit dem Hinweis: ‘Mehr Weihnachsmärkte in ganz Deutschland findest Du auf’: http://weihnachten.suchen.de/muenchen. Ah ja! Und ich dachte immer, Deutschland hört nicht hinter der Münchner Stadtgrenze auf… – ja, die Zeiten für Print sind schwer – online wär man schnell ins CMS und hätte den Fehler bereinigt. Einmal gedruckt, Chance vorbei. Aber vielleicht hat der Artikel ja der Markenbildung gedient. Wer weiß…?!

Ein Brand ‘offline’ aufzubauen, welches in der Onlinewelt lebt, ist definitiv ein schwieriges Unterfangen – und teuer. Auch wenn das nicht heißen soll, dass die Herausforderung Markenbildung online durchzuführen, ‘billig’ ist – definitiv aber zielgruppengerechter und preiswerter.

Offlinewelt 1.0 – Kundenservice: Den Schuß nicht gehört und die Marke erlegt…

Wir schreiben das Jahr 2008. Ein Jahr, in dem immer wieder darauf hingewiesen wird, was guter Kundenservice heißt und wie ernst man diesen nehmen soll. Dennoch haben einige Firmen den Schuß offensichtlich noch nicht gehört.

Das Problem heißt Kundenservice: Online klappt’s schon manchmal, offline lässt er viele Wünsche offen.

Online empfiehlt der bazaarblog den Online-Shops, dass man keine Angst vor negativer Kritik haben und diese auf jeden Fall veröffentlichen soll. Angesichts der Glaubwürdigkeit des Shops wäre dies unabdingbar. Was natürlich schwer fällt, wenn RightNow gerade erst mit einer Studie verkündet hat, dass Kunden äußerst intolerant bei schlechter Kauferfahrung sind. Da steht dann das arme Unternehmen da und weiß nicht mehr weiter. Guter Rat ist teuer und oft nicht der Weisheit letzter Schluss.

Offline hingegen scheint der Einzelhandel inzwischen komplett aus dem Interessensbereich des Managements diverser Unternehmen zu verschwinden. Zumindest hat man den Anschein, wenn man die Kundenberatung und den Kundenservice des ‘geschulten Personal’ diverser Einzelhandelsläden großer Brands betrachtet. Da bekommt man schnell den Eindruck: die Firmen haben den Schuß nicht gehört.

Zwei Beispiele aus dem täglichen Leben…

Bsp. 1: Schuhladen eines großen weltweiten Brands mit 4 Großbuchstaben – Franchisenehmer
Wenn man in besagtem Laden, Schuhe nicht in der richtigen Größe bekommt, hat man Pech gehabt. Keine Beratung, keine Hilfe und kein Service! Auf die Frage, ob man die Schuhe online kaufen könne, erntet man ein “Nein, wir verkaufen nur in Shops”. Keine weiteren Auskünfte. Auch auf Nachfrage hin, ob andere Shops in der Stadt diesen Schuh noch hätten, wird man eher unwissend angesehen, denn gemäß dem ehemaligen Motto der 11880 bedient: Hier werden Sie geholfen! Keine kurze telefonische Recherche, nichts… Obwohl es genau zwei Läden in der besagten Stadt gibt. Nein, hier war man gänzlich bedient – das Brand ist erstmal für die zukünftige Kaufabsicht unerwünscht. Da hilft auch das portable Spiel nicht, welches man als Geschenk für die Kinder bei einem Kauf bekommt. Denn erst kommt der Service, dann der Kauf! Wer das nicht beachtet, erlegt seine Marke. Ja, Franchise bietet auch Gefahren für Marken…

Bsp. 2: Sport-Allround Laden eines großen Sportversenders mit 6 Buchstaben
Will man in diesem Laden, ein Kleidungsstück haben, welches nicht mehr verfügbar ist, aber der Verkäufer bei der Lager-Recherche im Online-Katalog als verfügbar findet, gibt es keine Schnittstelle zwischen On- und Offline. Nun wäre der Wunsch des Kunden doch vom Verkaufspersonal zu hören: “Kein Problem, bestellen wir Ihnen online und schicken es Ihnen zu.” Aber das ist wohl eher ein ‘virtueller’ Traum. Obwohl man für den Versand eine gesalzene Pauschale von 5.95,- EUR verlangt, wird dieser Service nicht gewährt. Sind mit dieser Pauschale nicht auch irgendwie die Offline-Verkäufer für den Kundenservice abgegolten? Man sollte es meinen. Wohl bemerkt: Der Laden war leer, kein Mensch weit und breit – außer mir, dem Verkäufer … und der Marke.

Spot On!
An beiden Beispielen kann man sehen, wie Kundenservice optimalerweise zwischen Offline- und Onlinewelt sein Können beweist. Oftmals wird man allerdings entäuscht und zieht zur nächsten Marke. Ja, wir Kunden sind schon manchmal sehr untreu Marken gegenüber. Auch wenn die Firmen es selbt in der Hand haben, diesen Zustand zu verändern. Ist die Marke nicht ruiniert, lebt sichs gänzlich unkommentiert…

Wochenendgruß: Remember Mao!

Mao war ein kluger Kopf und ihm fielen weiße Sprüche ein, die man manchmal einfach aus der Schublade kramen muss. So sagte er mal…

“It’s always darkest before it’s totally black!”

Ungefähr so muss sich der südafrikanische Politiker Nhlanhla Nene gefühlt haben, bevor das Gehölz endgültig zerbarst…

Spot On!
Die coole Reaktion nach dem ersten Knacks erwartet man manchmal von z.B. Finanz-Managern, wenn die Säulen ihrer ‘Finanzierungsgebäude’ nachzugeben drohen…

Onlinestar 2008 – über Schein und Sein digitaler Awardverleihungen

Alle Jahre wieder gibt es die Onlinestar Preisverleihung – 2008 bereits zum 10-ten Mal. Die Einladung hat einen gefreut, schließlich bietet die Verleihung den ältesten Award der digtalen Branche. Und nicht nur deshalb hat sie einen Ruf -und einen zu verlieren. Mal abgesehen von dem, die… “kürzeste Preisverleihung Deutschlands” zu bleiben, wie der Host des Abends Florian Ebner in seiner Eröffnungsrede berichten kann.

Die Preisverleihung hat vor allem eins offeriert: Zeit… – Zeit zum Nachdenken! Nachdenken über die Sinnhaftigkeit von (digitalen) Awards. Nein, jetzt keine Angst… ich will nicht Reich-Ranicki’s Erbe antreten. Dennoch will kommentiert werden, was zahlreich in den Sitzreihen ‘bespöttelt’, dann von der Moderatorin des Abends wortreich ‘beschmunzelt’ sowie schließlich und endlich von Jurymitglied Prof. Anette Scholz auf den Höhepunkt getrieben wurde: “Vorab die gute Nachricht: Die jungen Herren von Jung von Matt dürfen jetzt auf Ihren Plätze bleiben”. Danke Frau Prof. Scholz, dass sie den Zuschauern von den Lippen gelesen haben: Die jungen Herren waren wirklich ein wenig zu oft als Sieger auf dem Podium…

Den Post hier abzubrechen, wäre irgendwie angebracht… aber auch schade! Also weiter nachdenken…

Grundsätzlich galt es bei der Preisverleihung zu unterscheiden zwischen zwei Kategorien: Kreativaward (Online-Werbung in sieben verschiedenen Kategorien) und Publikumspreis (nach Webseiten Kategorisierung). Die Sieger und Ausgezeichneten des Keativawards (nachzulesen bei Adzine) sowie die des Publikumspreises (Ripanti Blog) beglückwünschen wir auf jeden Fall!

Die Ideen der Kreativen waren teilweise gut, teilweise brilliant… – ebenso wie die Kritiken nach der Preisverleihung so treffend waren wie selten zuvor. Richtig, gehen Sie bitte noch einmal zurück auf Herrn Ripantis Blog…. Gelesen?! Ob Konstante oder Blaupause oder dieser Kommentar (werbeblogger) – alle waren sich irgendwie einig: Die Peisverleihung war ein Deja-Vu und regte zum Nachdenken an. Und das soll nicht negativ verstanden sein. Nein, es sei als positiver Ansatz gedacht für alle diejenigen, denen bald selbst eine Preisverleihung ins Haus steht.

Kreativawards
Die erste Kategorie wurde von einer Jury (u.a. war ein Vertreter von Jung v. Matt ein Jury-Mitglied…) bewertet, die offensichtlich ihre eigenen Arbeiten besser findet als die des Mitbewerbs. Oder wie ist es sonst zu verstehen, daß von insgesamt 26 Medaillen mit 15 Awards die Agenturen der Jurymitglieder ausgezeichnet wurden – und das mehrmals?! Ein Zufall…? Vielleicht gibt es wahrlich keine besseren Arbeiten. Wer kann schon die gesamte Branche der über 12.000 Werbeagenturen und ihrer digitalen Kreativarbeiten überblicken…?!

Als Ende September die Awardverleihung ‘Die Klappe‘ stattfand, schaffte es übrigens ein Ad Spot dort auf den Bronzeplatz, der auch die Zuschauer des Onlinestars 2008 komplett von den Stühlen riß…: The Crazy Leader Spot. Die verantwortliche Agentur Scholz & Friends schaffte es aber leider wieder nur zu Bronze-Medaille. Man hätte ihnen diesmal ein besseres Abschneiden gegönnt…

Apropos Bronze! Erstaunlich fanden es zahlreiche Besucher der Awardverleihung, dass es manchmal Bronze und Gold aber kein Silber gab, dann wieder Bronze und Silber aber kein Gold, machmal auch viel von allen dreien. Wie sich der Umstand verhält, bleibt fragwürdig bei allen Erklärungsversuchen und führt zu einer generellen Überlegung, die wir am zweiten Award festmachen wollen…

Publikumsawards
Denken wir mal über den tieferen Sinn von Awards nach – wenn es den gibt. Awards dienen als Auszeichnung für außergewöhnliche Innovationen und Ideen, als Motivation für außergewöhnliche Talente und als Prämierung für Markenbildung – alles bezogen auf das vorangegangene Jahr – sonst würde man langfristiges Können oder Lebenswerke auszeichnen.

Als Joachim Graf, Publisher iBusiness, auf der Internet-World Kongress wenige Stunden vorher von einem Paradigmenwechsel berichtete, hatte er die ‘Machtablösung’ von Microsoft durch Google in der Internet-Ära im Fokus. Ein Weitblick, der einen ‘Internet-Zukunftsforscher’ auszeichnet. Denn Google einen Publikumspreis für das beste ‘Online-Portal’ zu verleihen, kommt weder der Macht und Bedeutung des Unternehmens, noch dem Erreichten und Avisierten, noch der Philosophie und Strategie gleich.

Würde Google wie Reich-Ranicki denken, ob sie wohl den Preis stehen lassen hätten? Schwierig, denn schließlich war es nicht die Jury sondern die User die bei der Wahl entschieden haben. Für die Strategie des Unternehmens heißt das aber: Die Unternehmenskommunikation erreicht den User definitiv nicht. Denn offensichtlich kennt der die unzähligen Produkte von Google gar nicht… Oder hätte man sonst auf Augenhöhe mit web.de und T-Online konkurriert? Ob Google nun von den Usern oder der Jury in diese Kategorie gesteckt wurde, entzieht sich unseres Wissens.

Spot On!

Publikumspreise an Marktführer oder Top-Player zu vergeben, erscheint wenig prikelnd für Besucher der Awardverleihung. Keder Internetuser weiß, wie hilfreich und nutzefreundlich die Player sind, schließlich nutzt man sie deshalb tagein tagaus. Da lobt man sich die Awardverleihung für den Gründerwettbewerb der Internet-World Messe 2008 für die beste Business-Idee des Jahres. Ein Gewinner mit brands4friends, Bransparent und Doodle belegen zusammen Platz 2 (ok, auch wenn ein Zweiter und ein Dritter logischer erscheinen). Alles schnell, einfach und logisch begründet – fertig! Und somit kürzere Preisverleihung als der Onlinestar 2008. Hat der Onlinestar seinen Ruf verloren? Nächste Jahr wissen wir mehr… bis dahin denken wir noch ein wenig nach.

Bannerwerbung wirkt!

20.10.2008 von  
Kategorie: Media, Offlinewelt 1.0

Kennen Sie die Zeitungsanzeigen mit dem Claim ‘Print wirkt’? Die Kampagne wurde einst vom Verband der Zeitungsverleger VDZ ins Leben gerufen. Das Ziel der Kampagne ist, den Wiedererkennungswert von Marken ohne Angabe von Claims, Fotos, Logos, Produkten, etc. zu belegen. Ein cleverer Schachzug der Print-Verleger im Mitbewerb um Mediagelder, die zunehmendst in die Onlinewelt abwandern.

Diese Woche allerdings musste man sich fragen, ob die Onlinewelt nicht langsam einen Gegenschlag gegen die Kampagne initiieren muss unter dem Motto: Bannerwerbung wirkt. Warum…? Gigacom publiziert einen Artikel mit der Frage: What if you ran an ad, and nobody saw it? Der Artikel beschäftigt sich mit dem Thema Banner Advertising gegenüber Suchmaschinen-Advertising und beruht auf einer Studie, die die Nielsen/Norman Group unter 3.000 Usern durchgeführt hat. Dabei wurde bei den Personen die Nutzungsgewohnheiten und die Augenbewegungen beobachtet. Ergebnis: Niemand schaut auf ‘Picture Advertising’.

Kann man eine solche Aussage ernst nehmen? Zerstört er nicht alle Illusionen des Media-Marketings der Onlinewelt? Wer hätte gedacht, dass ein solcher Artikel überhaupt irgendwo online in einem Medium erscheint? Und: wie kann dieser Artikel erscheinen, wenn nebendran zahlreiche Onlinebanner laufen? Schauen Sie mal…


Bester Kommentar eines Lesers hierzu: “Eure Sponsoren auf der rechten Seite müssen diesen Post lieben.”

Machen wir es kurz: Nein, wir brauchen keine Kampagne: Bannerwerbung wirkt!

Die zahlreichen Kommentare auf den Artikel sprechen nahezu ausschließlich eine eindeutige Sprache. Hier die interessantesten und lehrreichsten Auszüge in übersetzter Form…

“Wenn das wahr wäre, hätten Banner Ads CTRs von 0, was sie nicht haben. Auch wenn es wahr ist, dass oft weniger als 1% der Menschen auf Banner klicken, klicken Menschen auf jeden Fall.”

“Es ist die “RELEVANZ” der Anzeige, die entscheidet, ob der Nutzer darauf achtet oder nicht, Banner oder Text ist egal. Etwas sollte vorweg dem Hirn anzeigen, dass es ‘relevante Anzeigen hier erwarten kann’ … das ist es … das Hirn wird (dann) jede Anzeige ansehen.”

“Die meisten Menschen unterschätzen die Möglichkeit des Hirns zu lernen und die Fähigkeit zu evaluieren. Wenn es Text zur Aufnahme erwartet, wird es nach Text schauen. Für die ersten Anfänge, wenn man blinkendes, flashendes Etwas ihm vorsetzt, wird es evaluieren, worum es dabei geht. Nachdem es gelernt hat, dass es Mist ist und nichts mit dem Erwarteten zu tun hat, wird es es ignorieren. Das Gleiche kann über Text im Fernsehen gesagt werden, wenn wir einen kleinen Film (Anzeige) erwarten und man Text den Menschen vorsetzt, werden sie es ausmachen.”

“DAS IST ABSOLUT FALSCH! Ich kenne viele Werbekunden und Affiliates, die Jahre lang Tonnen von Profit gemacht haben mit Bannerwerbung. Ich spreche auch nicht über wenig. Ich spreche von Insertions-Dollars in Millionen von Dollars. (…) Diese Jungs haben Pennies bezahlt pro Klick und den ganzen Weg zur Bank lang nur gelacht.”

Spot On!
Bannerwerbung wirkt. Der Artikel hingegen ist erschreckend unwissenschaftlich und unwirtschaftlich zugleich. Die Kommentare hingegen erklären dem User wunderbar, wie Werbung funktioniert.

Noch eine Anmerkungen: Wenn Bannerwerbung nicht funktioniert, liegt es entweder an der fehlenden Call-To-Action oder am den User nicht ansprechendem Kreativformat. Hätte man diesen Aspekt mit berücksichtigt, hätte die Studie gewirkt.

Blog Action Day 2008 – Poverty

Yesterday was Blog Action Day. Now, let me tell you why I did not write something yesterday…

When I hear of poverty, I really feel bad – my voice comes to an absolut standstill. We, nearly all the people in Munich, have more than enough of everything and anything. But not only in Munich… When I was out on the street in the nights, in San Francisco, London, or Berlin, I could feel poverty every single minute. Just open your eyes and you see poverty whereever you are. In these cities and others are people that have to squat in entrances, covert with old boards (not duvets). Some of them were yelling at us when me and my business colleagues passed by in new clothes and spreading an atmosphere of owning their street. How does that sound? No, I am not rich, I am a typical European businessman – probably my Carbon foot-print is too big…

Now what do I think of poverty? For most of us poverty spreads and exists in the brain – that’s what I think! You don’t think so… OK, here comes the test (and the second reason why I am writing today)!

What would you say if I tell you that the Millionaire Fair started in Munich today? Compared to people that are attending the fair, we all are small potatoes, right? Let these people help solving the poverty issues in the world first, right? They could easier help than we could, right? It is easy to keep tricky things away from us, right…

But what if we all stand up from our computers, join the protesting social groups and try to get donations from the fair visitors? At the Millionaire Fair things like noblest coverlets with diamonds can be bought for 300.000 EUR… Just imagine buying normal coverlets for the poor people in the streets I mentioned before. This could probably keep more than -let’s say 30.000?!- people alive that are living in the streets!

Winter is coming… If we bloggers see somebody in the street freezing, let’s go and buy a hot drink and a covert for one of them. The millionaires probably won’t even see these people in the streets – could be because they are at the Millionaires Fair…

Das Internet und Reich-Ranicki

Nach seinem spektkulären Ablehnen des Fernsehpreises, bleibt einem Internetmenschen am meisten das Zitat von Thomas Gottschalk im Gedächtnis:

“Möge dem Mann ein Blick in das erspart bleiben, was sich im Internet tut.”

Spot On!
Das bleibt einem nur eins zu sagen… Am Freitag gibt es die von Gottschalk angeregte Diskussion über die Qualität des deutschen Fernsehens. Die über Qualität des Internets kommt sicherlich auch irgendwann mal…

Social Networking per Bluetooth – das Netzwerk seamee.com verbindet mobil

Stellen Sie sich vor, Sie finden mit einer einzigen Social Networking Plattform einen neuen Lebenspartner, gute Businesskontakte, interessante Menschen und einen neuen Job – und ‘fast’ alles via Bluetooth. Wie bitte…? Klingt unmöglich, ist es aber nicht – dank seamee.com! Die Plattform macht eine Online-Networking Plattform zum einfachen Startschuss für den Erstkontakt in der Offlinewelt.

seamee.com ist so etwas wie die Symbiose aus -na sagen wir mal- neu.de, XING, Facebook und den Jobangeboten in Business Netzwerken. Sprich: Man lernt sich online kennen, schaltet den Rechner aus, verlässt das Haus und lässt in die virtuelle Welt reales Leben mit der Bluetooth Funktion seines Handies fließen.

Wie das geht? Man lädt eine kleine Applikation auf das Handy, installiert diese und schon greift die Software auf die Bluetooth-Funktion des Geräts zu und sucht nach aktiven Mitgliedern in der Nähe. Sichtet die Software Kontakte in der Nähe, werden diese im Display angezeigt. “Über einen anonymen Handy-Chat kann dann Kontakt aufgenommen werden. Das Ziel ist es jedoch, dass sich die beiden auch tatsächlich treffen und sich beispielsweise via Handy zu einem Getränk an der Bar verabreden”, meint Gründerin Barbara Novak.

Stellen wir also mal ein paar Nutzen Fragen…
1. Gibt es nicht jetzt schon reichlich Social Networking Plattformen und jeder frägt sich, welches Netzwerk man am idealerweise nutzen soll? Die einzelnen Ebenen der privaten und beruflichen Vernetzung zu vereinen, ist nun wahrlich nicht neu.

2. Wie schonmal ausgeführt in der Frage nach dem Nutzen der Business-Netzwerke, muss man sich fragen, ob man die privaten Vorlieben (Lebenspartner und neue Freunde finden) mit den beruflichen Interessen (neue Business-Kontakte und Jobsuche) wirklich mischen soll, will oder muss? Schließlich haut man Offline auch nicht mal schnell seinen (potentiellen) Businesskontakten in der Bar auf die Schulter und verwickelt diese in ein Gespräch, bloß weil man weiß, dass die bei XING registriert sind. Und will man seine Businesspartner wissen lassen, dass man gerade offenherzig auf Kontaktsuche ist?

3. Vielleicht ist die Social Networking Gedanke neu definiert durch den Slogan ‘Exploring Life’? Es ist wahrlich ‘abenteuerlich’, wenn man sich online irgendwo registriert und dann auf einmal offline von einer wildfremden Person mobil oder in persona angeredet zu werden. Wie ist wohl die abenteuerliche Erfahrung, wenn es auf einmal heißt: ‘Hey, ich bin bei seamee. Wollen wir an die Bar gehen?’ Da wird es dann schwierig, jemand zu vertrösten, der einem nicht ins zwischenmenschliche Konzept passt.

4. Cooler aus Businessgründersicht wäre gewesen, die Bluetooth Idee an eine der Plattformen wie Facebook, MySpace oder studiVZ zu verkaufen. Wie heißt es so schön: ‘Eine Schwalbe macht noch keinen Fühling’. Denn viel mehr Differenzierungskriterien bietet seamee nicht wirklich zu anderen Social Networking Plattformen – eher weniger.

5. Aus HR Perspektive ist es herrlich, wenn man mal schnell kostenlos seine Stellenanzeigen platzieren kann. Angestrebte Zielgruppe bis Ende 2008: 100.000 User.

Generell betrachtet: Als Web-Businessmodell ein interessante Zukunftsidee, da man langfristig gleich mehrere Umsatzquellen im Visier hat: Jobanzeigen sowie Online- und Mobile Advertising Umsätze. Auf privater Nutzerebene erleichtert seamee natürlich die Flirtebene ungemein – kurzer Mobile-Chat, Lage klären und ab an die Bar.

Fazit!
Es ist eben wie bei allen Social Netzwerken: Am Ende entscheidet das Konzept, welches die wichtigsten Bedürfnisse des Users in der derzeitigen Situation des Lebens befriedigt.

Terminologie nach der Finanzkrise

Die Finanzbranche hat neue Terminologien… – dank bankaholic.com.

CEO –Chief Embezzlement Officer.

CFO– Corporate Fraud Officer.

BEAR MARKET — A 6 to 18 month period when the kids get no allowance, the wife gets no jewelry, and the husband gets no sex.

VALUE INVESTING — The art of buying low and selling lower.

BROKER — What my broker has made me.

STOCK ANALYST — Idiot who just downgraded your stock.

STOCK SPLIT — When your ex-wife and her lawyer split your assets equally between themselves.

Weitere neue Terminologien sind unter Bankaholic zu finden.

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