Der Weg zum effizienten Web Großprojekt – Studie: Warum IT-Großprojekte scheitern…

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Jeder Webprofi hat schonmal die Erfahrung gemacht, dass der Termin des Launches oder Relaunches eines Webprojektes schnell umgeplant wird, weil der Zeitplan nicht eingehalten werden kann oder die Kosten explodieren. Je größer ein Web- respektive IT-Projekt ist und je länger es dauert, umso höher die Chance, dass das Projekt teilweise oder komplett scheitert.

Eine Studie von Roland Berger beschäftigt sich jetzt genau mit diesem Thema – Titel „Projekte mit Launch Management auf Kurs halten. Warum IT-Großprojekte häufig kentern und Projekterfolg kein Glücksspiel ist“. Die Studie zeigt Gründe und Strategien auf, mit denen IT-Projekte tatsächlich zum Erfolg gebracht werden und basiert auf der jahrelangen Erfahrung der Autoren bei der Steuerung, Restrukturierung und Sanierung großer Projekte.

„Ein Großprojekt ist mehr als einfach nur ein Projekt, das länger dauert, mehr Mitarbeiter hat und ein größeres Budget verschlingt“, erläutert Dr. Kai Bender, Partner im Kompetenzzentrum InfoCom von Roland Berger Strategy Consultants, das die Studie durchgeführt hat. „Wer Großprojekte managt, muss Komplexitäten beherrschen, die man aus mittelgroßen Organisationen oder gar Konzernen kennt.“

Gründe für das Scheitern von Großprojekten
– Fehlender Projektstab, der sich angemessen um Risikomanagement und operative Steuerung des Projekts kümmert (bei rund 50% der scheiternden Großprojekte der Fall)
– Negative Folgen werden unterschätzt: direkte Kosten werden überbewertet, indirekte Kosten sind aber meist viel höher
– Unternehmenskommunikation wird nicht vom Projektstart weg mit eingebunden.
– Sprachregelung und Kommunikationskonzept für Notfälle wird vergessen
– Kommunikationsprobleme mit wachsender Projektgröße aufgrund erhöhter Zahl an Mitarbeitern
– Technisches Problem des First-Mover Vorsprungs: Wer nicht voll ausgereifte, neu entwickelte Technologien während des Projektverlaufes einbindet, läuft Gefahr Nachbessern zu müssen

Erfolgsfaktor: Konzentration auf den Launch
Die Minimierung dieser Risiken ist aber kein Hexenwerk: „Durch saubere handwerkliche Arbeit und ein auf das wesentliche Ziel, nämlich den Produktivstart und Betrieb, fokussiertes Launch-Management können Unternehmen die Risiken steuern“, sagt Studienautor Gérard Richter.

Fünf Leitsätze für erfolgreiches Launch-Management
– Launch Management ist Handwerk: Dazu braucht es gut ausgebildete Mitarbeiter und von Anfang an eine integrierte Gesamtplanung. Sie enthält Soll/Ist-Abgleiche, ein effektives Risikomanagement, ein auf mehrere Monate angelegtes Ressourcenmanagement, ein professionelles Top-Management-Reporting und ein kontinuierliches Schnittstellenmanagement.
– Nicht auf Best Case-Planungsszenarien setzen: Wichtig ist ein offener und ehrlicher Umgang mit den Erwartungen des Kunden, im Idealfall bereits während der Ausschreibung.
– Kleinere Projektpakete schnüren: Je weniger umfangreich und komplex ein Projekt ist, desto leichter ist es zu handhaben. Deshalb große Aufgaben auf mehrere unabhängige Teilprojekte verteilen.
– Ausgereifte Technologien vorziehen: Falls neue Technologien im Projekt zum Einsatz kommen, gilt es diese sorgfältig zu bewerten und zu planen. Im Zweifel lieber auf bewährte Standards setzen.
– Offene Kommunikation und klare Entscheidungswege: Berichtswege zum Kunden und zum Topmanagement müssen definiert und institutionalisiert sein. Es muss eindeutig festgelegt sein, wer Entscheidungen treffen darf und wer dabei mit eingebunden werden muss.

Spot On!
Wer gerade in einem größeren Projekt steckt, sollte kann sich also nochmal vergewissern, ob er alle Punkte beachtet hat oder sich einfach die kostenlose Studie ausführlich zu Gemüte führen.

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