Deutsche wollen keine Promi-Testimonials in Werbung

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Die Deutschen stehen nicht (mehr?) auf VIP-Testimonials in der Werbung. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und das Marktforschungsunternehmen Toluna hat 1500 Bundesbürger befragt.

Das Ergebnis ist eindeutig: Nahezu vier von fünf Deutschen wollen keine Werbung mit Promi-Testimonials mehr sehen, und 76% der Bundesbürger lassen sich nach eigener Einschätzung ohnehin nicht von Promi-Werbung beeinflussen.

Verwundert das? Wohl die wenigsten… Der Promi hat dabei nichts anderes im Sinn als den besten Deal zu machen. Ob die Marke zur Person passt, glaubwürdig rüberkommt und authentisch wirkt, ist dabei wohl eher zweitrangig. Zahlt die Marke den entsprechenden Auftritt, steht der Promi parat. Der Kunde weiß das und schaltet seine Aufmerksamkeit ab.

Ein paar Beispiele der Studie…
Mike Krüger, der Jahre für den Hagebau-Markt parat stand (31% wussten das), hat den Mitbewerb ebenso profitieren lassen. Ein Viertel der Befragten ging davon aus, Krüger sei für Hornbach oder Obi Testimonial als Werbepartner unterwegs.

56% der Befragten konnten Dieter Bohlen nicht einmal korrekten Margarine-Marke „Becel pro-activ“ in Verbindung bringen. Noch schlimmer ist, wenn das Produkt eines Wettbewerbers dabei ins Spiel kommt oder der „Pop-Titan“ gar nicht als Margarine Werbe-Testimonial gesehen wird.

Heidi Klum haben weniger als ein Fünftel der Befragten als Volkswagen-Testimonial wahrgenommen. Obwohl der prominente Ehemann Seal ihr noch in der Werbung zur Seite stand.

Zeugt das von einer erfolgversprechenden Werbehochzeit…?

Spot On!
Für Markentreue ist dem Konsumenten Authentizität und Glaubwürdigkeit in der Werbung entscheidend. Nur wer durch ehrliche Bekenntnisse auf sich aufmerksam macht, ist für die Wirkung der Marke auf den Konsumenten effizient. Man darf sich die Frage stellen, ob das zukünftig -vor allem im Social Web- eher mit Menschen „wie Du und Ich“ dargestellt und erzeugt werden kann. Für mich liegt die Zukunft der Testimonial-Werbung im Empfehlungsmarketing mittels Social-Testimonials in Form von eigenen Bekannten, Freunden und Peers. Wer hierauf setzt und neue Wege geht, verhindert den schnellen Markenwechsel zu Mitbewebern und schafft Vertrauensbildung in seine Marke.

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Kommentare

6 Kommentare zu "Deutsche wollen keine Promi-Testimonials in Werbung"

  1. Werner am 12.07.2010 19:30 

    Ich bin es ebenfalls leid, die gesamte Promi-Bagage in der Werbung zu sehen. Die Produkte könnten deutlich preiswerter verkauft werden, wenn die Unternehmen nicht die Werbe-Millionen an die Millionäre zahlen müßten. Höhere Geälter sind angeblich nicht zu finanzieren und Menschen mit einem monatl. Einkommen
    von ca. 1.300,– EUR werden entlassen, die Millionen für die Promis aber sind vorhanden.
    Wie komme ich an eine Liste der Produkte, die ohne Promi beworben werden ? Ich bin sehr daran interessiert.GW

  2. Martin Meyer-Gossner am 13.07.2010 13:33 

    Das ist eine interessante Sichtweise, die vermutlich viel Wahrheit in sich birgt und Fragen aufwirft. Ob es eine solche List egibt, kann ich nicht sagen. Ich werde aber mal in meinem Netzwerk nachhaken. Mal sehen, was sich daraus ergibt…

  3. steffen am 22.09.2010 11:50 

    Der Kommentar von Werner sagt alles und erklärt, warum 80% Testimonial Werbung verneinen und ihr die Wirkung auf sie absprechen.

    Ein Großteil der Befragten hätte sicherlich auch behauptet, dass Werbung generell keinen Einfluss auf sie hat.

    Dabei geht es den Werbenden auch bei Testimonial Werbung doch hauptsächlich um die nichtkognitive Werbewirkung, die der Verbraucher unbewusst wahrnimmt. Ich denke nicht, dass sich 80% der Leute, die sich vor dem Fernseher berieseln lassen über überbezahlte Prominente in der Werbung aufregen. Schon aber, wenn Sie proaktiv darauf angesprochen werden und nach Ihrer Meinung gefragt werden.

    So long…
    Steffen

  4. Martin Meyer-Gossner am 22.09.2010 16:29 

    steffen, danke dir für dein feedback. allerdings ist genau die direkte ansprache, auf die die werbung ihre kraft verwendet. Ich denke auch, dass der indirekte weg der werbewirksamere ist… und vor allem der authentischere.

  5. Slayer am 22.12.2010 17:18 

    Also ich finde auch das Promis und auch einige andere Leute viel zu viel verdienen. Mehr als 10.000€ im Monat braucht kein Mensch, alles was dadrüber ist ist Überbezahlt.

  6. Celebrity endorsement – Prominente Testimonials in der Werbung « Wiwi-Werkbank am 07.03.2013 10:24 

    […] Deutsche wollen keine Promi-Testimonials in Werbung (von Martin Meyer-Gossner, http://www.thestrategyweb.com, 28. April 2010) […]

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