dmexco: Rückblick auf die Premiere

dmexcoDie Premiere der dmexco war ein Erfolg, … oder nicht? 14.200 Besucher, 290 Aussteller (mit 2900 Mitarbeitern) und 250 Pressevertreter. Zahlen sind gut. Zahlen sind beeindruckend. Denn Zahlen sind das Messinstrument der Branche und entsprechen der Sprache der Marketiers. Auch in dem von mir gehosteten Panel hatten Zahlen die entscheidende Bedeutung und eins wurde auch hier deutlich: Zahlen sind wichtig für das C-Level bei der Entscheidungsfindung und Investitionsbereitschaft, Marketing-Dollars zu “approven”.

Aber Zahlen beziehen sich nicht nur auf Page Impressions und Clicks. Und das war sicherlich eine der neusten Erkenntnisse der Marketiers seit dem Aufkommen von Social Media: Engagement ist gefragt. Das Blut des Engagements ist der Dialog (bzw. Multilog), denn nur der führt zu nachhaltigem Business-Leben, sprich zum Erfolg. Eigentlich ist das aber nunmal die Antithese von Werbung, die eine klare Sender-Empfänger Botschaft beherbergt.

Engagement als Messinstrument in die Überlegungen der Bewertung von Plattformen einzubringen, die dann auch von Marketingentscheidern und Media-Plannern entsprechender Wichtigkeit gewürdigt werden, dürfte eine der größten Herausforderungen der Web-Industrie werden. Die aktuelle europäische Yahoo!-Studie „Online-Werbeformate – Wissen, was wirkt“ bringt die Werbebranche bei der Definition von digitalen Erfolgskriterien vermutlich weniger weiter als eine Studie “Welche Erfolgsdefinition will das C-Level Management sehen”.

Zur Erfolgsmessung der dmexco könnte man in diesem Sinne die “beste OMD aller Zeiten” mal mit einer Bannerkampagne vergleichen (egal ob auf einem traditionellen Portal oder in einem Social Network gebucht). Entscheidend bei beiden ist, was am Ende dabei rauskommt.

Weder die Page Impressions noch ein Click haben einen Wert, wenn am Ende kein Engagement steht, d.h. die Staying Time am Stand (bzw. der Landing Page) wenigen Sekunden entspricht und keine Aktivität nach sich zieht. Da kann die Dwell-Time dann doch als Messkriterium wesentlich mehr an Erkenntnis leisten. Ist der Besucher am Stand stehen geblieben, hat er/sie sich den Stand angesehen, hat er/sie das Gespräch mit dem Standpersonal gesucht und hat er/sie sich Unterlagen oder Broschüren mitgenommen.

Ja, Erfolgsmessung ist mehr als nur zwei vordergründige Zahlen, die eine Koeffizienten (CPC) ergeben… Sicherlich ein Grund, warum Webanalyse groß im Fokus der Messe stand.

Grundsätzlich bleibt auch nach der dmexco die Frage bestehen, ob das bevorstehende, zukünftig den Ton angebende Messinstrument der deutschen Internet-Industrie, die Visits, wirklich zielführend für eine Modernisierung und die Monetarisierung der Branche ist. Hierzu habe ich mich im Vorfeld ausführlich auf dem dmexco Blog “Create Effects” geäußert. Die Messe hat hierzu keine neuen Erkenntnisse gebracht. Nur positive Stimmen waren zu vernehmen, die ebenfalls der Meinung waren, daß man hier nicht wirklich einen Schritt in der Vermarktung und Bewertung der Web-Plattformen weitergekommen sei.

Man mag mir verzeihen, wenn ich -trotz einer positiven Bilanz des Veranstalters oder der Branchengrößen (des BVDW)- dennoch in der Messeinheit der Marketer spreche. Die letzte OMD hatte 20.000 Besucher und 380 Aussteller, was einem Verlust von über 30% bzw. 25% entspricht. Liegt es an der abwartenden Mentalität der Deutschen: “Erstmal sehen, wie die neue Messe ist…”, oder an den Vermarktungs-Packages für die Standfläche? Es war nur eine Halle statt zwei wie in Düsseldorf- die vermarkteten Quadratmeter der Fläche im Vergleich zur OMD wären hier interessant. An der Rezession lag es offensichtlich nicht, obwohl die auch vor der Internet-Branche vermutlich nicht Halt macht. Man weiß es nicht so genau. Im nächsten Jahr (15.-16. September 2010) wird man es suggerieren können.

Über die Zahlen der offiziellen dmexco Party im Vergleich zur Kontraveranstaltung trg OMclub kann man sich jeder sein eigenes Bild machen. Eine Party ist nicht der Kernpunkt einer Messe – auch wenn man dies in den letzten Jahren beim Run um die Partytickets der OMD oft gedacht hat.

Spot On!
Mit Satellite Events und Twitter hat die dmexco internationale und neue Zielgruppen erschlossen sowie Anschluß an moderne Web-Standards gefunden, die eine OMD seinerzeit nicht berücksichtigt hat. Ob Google dann ausstellt oder nicht, ist kein Messkriterium für den Erfolg einer Messe. Der Zuspruch für die dmexco war ordentlich: offline wie online – Optimierungsbedarf gibt es immer. Und noch ein Gutes: Im nächsten Jahr wird man vermutlich nicht mehr an den Zahlen der OMD gemessen…

Und wie seht Ihr das?

OMD: Ende Gelände in Düsseldorf

Das Gelände der Messe Düsseldorf beheimatet keine OMD mehr. Gestern sagte die Messegesellschaft igedo die OMD 2009 und alle weiteren Onlinemessen ihres Namens ab. Damit endet ein Todeskampf einer Messegesellschaft um ein Format mit Zukunftsperspektiven.

Nach langem Hin und Her, wer nun die meisten Unternehmen unter Vertrag hat, macht die Düsseldorfer Messegesellschaft igedo die Pforten für die Internet-Industrie dicht und gibt gegen den Neu-Konkurrenten aus Köln auf. Die ‘Leitmesse für digitales Marketing’ hat ausgelitten. Der ‘digital marketing exposition & conference’, kurz: dmexco, gehört die Zukunft.

Schaufelte der Macher das Grab?
Als The Strategy Web vor zweieinhalb Monaten Frank Schneider interviewte, da konnte man den Kampfeswillen des ehemaligen Gründers der OMD spüren. Die dmexco (damals noch dmex) sollte den modernen ‘Stellenwert der digitalen Wirtschaft’ verkörpern und sich klar an alle Marktplayer der Branche richten. Das Einläuten einer neuen Ära der Internet-Messen? Oder hat ein altbewährtes Format einer digitalen Messe nur ein neues Zuhause gefunden? dmexco Projektleiter Frank Schneider hat sich eine große Bürde aufgeladen. Dieser muß er jetzt gerecht werden – mit einem europäischen Konzept und kreativen Messe-Neuerungen für eine ganzheitliche Internetmesse, nicht mehr nur für das Onlinemarketing. Denn das Ziel ist klar definiert: “Die dmexco soll die europäische Leitmesse” werden.

Wird die dmexco der neuen Herausforderung gerecht?
Die Antwort ist prinzipiell unerheblich. Denn erstmal steht eines fest. Frank Schneider hat alle überzeugt, dass sein Konzept das der Zukunft ist: die Display-Vermarkter, die Performance-Vermarkter, die Search-Spezialisten sowie die interaktiven Medienanbieter. Er hat es mit seinem Team geschafft, eine Messe in Frage zu stellen, die einzigartig war und als gesetztes Messe-Brand galt. Grundsätzlich hat er seinem eigenen ‘Baby’ das Grab geschaufelt und es gleichzeitig wieder auferstehen lassen. Warum, wollen wir gar nicht erst erläutern…

Der Witz an der Sache ist, daß die dmexco, respektive Frank Schneider, eigentlich niemandem etwas beweisen muß. Einen ebenbürtigen Mitbewerber gibt es nicht. Es sei denn die Internet World Messe schafft es, sich hier als Gegengewicht aufzustellen. Die Zahlen sprechen allerdings nicht von Konkurrenz: 3.500 Besucher kamen 2008 auf die Messe. Ob die Internet World Messe dementsprechend aus Wettbewerbsgründen auf die Sommerzeit im nächsten Jahr vorverlegt wurde? Oder will man dem Wettbewerbsgedanken gerade aus dem Weg gehen? Auf Antworten dürfen wir gespannt sein.

Ist die igedo der großer Verlierer?
Die Antwort ergibt sich, wenn man sich die blanken Zahlen vor Augen führt. Wer es nicht schafft, 20.000 Teilnehmer, 380 Aussteller und 44% Wachstum bei seinem Zielpublikum (Besucher wie Aussteller) so ins Feld zu führen, dass man einen Herausforderer mit einem lauen Kölsch im Regen stehen lässt, der muss sich wohl Gedanken um seine unternehmerischen Qualitäten machen. Wer als Messegesellschaft nur in ‘Spacevermarktung’ denkt, läuft vermutlich genauso dem Markt hinterher wie diverse Medienunternehmen, die immernoch auf klassische Onlinevermarketung bei ihren Wachstumszahlen hoffen.

Spot On!
Kurz nach Bekanntgabe des Endes der OMD bekam ich von einem Ex-Kollegen folgende Aussage in einer Mail: “Endlich hat sich der Blubberkram erledigt!” Meine Antwort lautet: “Nein, der geht weiter – an einem anderen Ort, auf einem anderen Messegelände, auf hoffentlich höherem Niveau”. Die Hoffnung bleibt, daß die Reise nach Köln nicht als ‘Blubberkram’ endet. Sonst hätte es sich nicht gelohnt, die OMD zu ‘killen’. Die digitale Branche muss langsam aufhören, sich selbst zu beweihräuchern. Ziel muss es sein, die Unternehmen auf die Wichtigkeit dieses Zukunftmarktes aufmerksam zu machen, verstärkt über Chancen und Risiken aufzuklären und Firmen für das Web sowie seine Optionen empfänglich zu machen – nicht nur hinsichtlich Onlinemarketing. Unternehmen sind im Gegenzug gefragt, auch die C-Level Ebene auf solche Messen zu entsenden. Dann hätten wahrscheinlich sogar zwei digitale Messen ähnlicher Couleur eine Berechtigung gehabt.

News Update – Best of the Day

- Namensprobleme bei den führenden digitalen Konferenzen/Messen Deutschlands? Noch hat keine Messe stattgefunden und schon wurde der Name geändert: DMEX wird dmexco. dmexco steht für “Digital Marketing Exposition & Conference” und soll auch nach außen deutlich machen, dass die OMD-Konkurrenzveranstaltung eben mehr ist als eine Messe. Ob der Online Marketing Düsseldorf (OMD) auch eine Namensänderung bevorsteht: OMD ist bereits von einer weltweit agierenden Agentur belegt – Verwechslungen nicht ausgeschlossen…

- Video Reportage 2.0: Genialer Geniestreich von bild.de? Ein Medienhaus setzt auf den Videotrend und macht die Leser zu Kameramännern und -frauen. Fragen dennoch: Was hat man als Videoproduzent davon? Rechtfertigen sich 100 EUR? Oder refinanzieren die sich sogar durch Kickbacks von Bild? Infos hierzu waren auf die schnelle nicht zu erhalten…

- Online-Communities findet man überall. Wer sich über den Zustand der Gemeinschaftswelt 2.0 mal ein Bild verschaffen will, der kann das hier machen. Auch wenn die Businesswelt versucht die Dynamik und die Motivation zu ergründen, die eine Community zum Erfolg führt, letztendlich ist es für die meisten Menschen einfach nur Spass und Vergnügen…

News Update – Best of the Day

- Onlinevernetzung macht Unternehmen produktiver. Der Themenblog erläutert, wie Social Networking und Social Media sich für Unternehmen rentiert – interessant untermalt von aktuellen Studien.

- Video auf media-Treff: Social Media-Strategien sollten authentisch sein und im Einklang mit der Corporate Identity stehen. Dr. Bobby Mayer-Uellner, Head of Business Development bei iCrossing Germany, stellt in einem Interview mit Christian Schmitt das Thema Social Media Marketing dar.

- Basic-Thinking findet herrlichen Flyer zur Webciety der CeBIT: “…Es wird sich anfühlen wie das begehbare Internet. Denn die Messe als Mutter des Networking bietet die beste Gelegenheit, ein Unternehmen in der Kohlenstoffwelt zu präsentieren…”. Es lebe der Werbetexter…!

Web 2.0: Markenartikler und Medienhäuser nehmen Trends jetzt erst wahr

Oder: Wein aus alten Schläuchen zu verdauen, macht noch keinen Sommelier. Mit einer aktuellen Studie haben sich Medienhäuser und Markenartikler ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

Die Medienforscher von Hubert Burda Media Relation Browser haben gemeinsam mit Ernst & Young Relation Browser in einer aktuellen Studie sieben Trends im Web 2.0 identifiziert. Basis sind die Aussagen von 18 Führungskräften in Medienhäusern und von Markenartiklern. Was der Web 2.0 Gemeinde schon am Ende des Web 1.0 Zeitalters bekannt war, dringt jetzt langsam auch hier vor: Web-2.0-Applikationen, die schwierige bzw. niedrigen Erlösquellen der Social Networks oder aber auch Personalisierung durch Behavorial Targeting sollen die Zukunft sein, was nicht wirklich neu ist.

Grundsätzliche Aussagen des Leiters der Medienforschung bei Hubert Burda Media, Marc Mangold, wirken dabei so oberflächlich wie die Studie selbst “Forschung in diesem jungen Feld ist für alle Beteiligten von enormer Bedeutung. Die Studie unterstreicht die neuen Geschäftsmöglichkeiten, die das Web 2.0 klassischen Medienunternehmen eröffnet”.

Gerhard Müller, Partner bei Ernst & Young, vermeldet ebenfalls Standardaussagen: “Werbung nach dem ‘Gießkannenprinzip’ ist künftig nicht mehr notwendig. Allerdings wird die personalisierte Ansprache momentan noch nicht angemessen kapitalisiert, da akzeptierte Standards, also eine gültige Währung, fehlen”.

Also stellen wir mal ungewöhnlicherweise den Kommentar vor die ‘Neuigkeiten’, sprich die sieben Trends…

Spot On!
Dürftige Erkenntnisse – es lebe die Offlinewelt 1.0! Was in der Studie als Web 2.0 verkauft wird, ist teilweise pure Web 1.0 Basis: Personalisieren, Kooperieren und Syndizieren. Man könnte fast sagen, es sei die Grundlage jedes modernen Businessmodells.

Diskussionen über eine neue Internetwährung wurden vor kurzem auf der OMD und auch bei Turi2 in einem Interview mit York v. Heimburg bereits geführt. Bisher scheint sich die Branche aber noch nicht wirklich nach einer neuen Währung zu sehnen.

Die gesamte Sache erinnert irgendwie an den CEO-Report, die schonmal die Runde machte – aber auf weltweiter Ebene und nur unter den Medienhäuser CEO’s durchgeführt wurde. Wiedermal frägt man sich: Ist das nun die krampfhafte PR-Maschinerie der ‘Großunternehmen’, eine nette verkappte Marketingkampagne, ein banaler SEO-Trick oder das unbedingte Muss einen tollen Vortrag auf den Medientagen halten zu müssen?

Wahrlich visionär Nachrichten der Medienhäuser sind definitiv anders -dies wirkt eher wie eine Absicherung der Revenue-Streams und erinnert an Stefan Niggemeiers ‘Schlechter Online‘. Wer die Kritik noch ein wenig stärker will, der lese bei Ralf Schwarz ‘mediaclinique‘ die Kommentare hierzu. Fragwürdig erscheint auch die Auswahl der Befragten, wie Hugo E. Martin schreibt. Er frägt, ob “man bei der Auswahl der ‘Experten’ da nicht vielleicht den Gärtner zum Bock gemacht hat?”

Ja, man muß am Ball bleiben, dann weiß man vieles vorher und muss keine Studien initiieren… Dann kann man sich oft Vorträge auf den Medientagen München sparen.

PS: Wer sich die sieben Trends der Medienunternehmen und Markenartikler im Web 2.0 Zeitalter dennoch antun will, bitte…

1. Die Entwicklung nachhaltiger, ökonomisch ertragreicher Erlösmodelle im Web 2.0 ist bei den Medienanbietern noch in vollem Gang. Einige Erfolgstendenzen sind inzwischen erkennbar: Personalisierung von Inhalten und Werbung, Kooperationen und Syndication, E-Commerce.

2. Bei Social Communities liegen die Erlöse noch immer auf eher niedrigem Niveau. Sie stellen derzeit noch keine Alternative zu den bisherigen Einnahmequellen großer Medienhäuser dar.

3. Von einzelnen Nischenbereichen abgesehen (beispielsweise Erotik oder B2B), bieten Subscriber-Modelle, bei denen Nutzer für Premium-Inhalte zahlen müssen, zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine adäquate, nachhaltige Erlösperspektive.

4. Personalisierung wird immer wichtiger: Behavioural Targeting und eine angemessene Dosierung der Verbraucheransprache werden künftig die Werbung ‘nach dem Gießkannenprinzip’ ablösen – auch wenn derzeit noch die klassische Bannerwerbung dominiert.

5. Bislang wird die personalisierte Ansprache von Web-2.0-Angeboten noch längst nicht angemessen kapitalisiert. Das liegt unter anderem auch am Fehlen wichtiger qualitativer Leistungsmerkmale, die dazu dienen können, die Wertigkeit der personalisierten Werbung zu erhöhen. Beispiel: die Use Time von Angeboten.

6. Die Grundregeln der Markenführung bleiben auch im Umfeld des Web 2.0 gültig. Allerdings wird die Markenbindung kurzlebiger werden. Die Markenführung wird nicht mehr allein zentralisiert von den Marketingverantwortlichen umgesetzt werden können: Aktive ‘Prosumer’ werden direkten Einfluss darauf nehmen.

7. In Ergänzung zu bisherigen Medienangeboten sind Web-2.0-Applikationen eine notwendige zusätzliche Option, um eine Marke attraktiv zu erhalten. Sie stellen keine Kannibalisierungsgefahr dar.

News Update – Best of the Day

- DMEX punktet gegen OMD: GWA unterstützt DMEX. Mit der Unterstützung der “klassischen Werber”, des Fachforum Online-Mediaagenturen (FOMA) und des Arbeitskreises Agenturen im BVDW, werden bei der ersten dmex im September 2009 voraussichtlich alle relevanten Agentursegmente in Köln vertreten sein.

- Das Thema Datenschutz und freie Meinungsäußerung wollen die großen Internetfirmen wie Microsoft, Google und Yahoo zukünftiger genauer nehmen. Offensichtlich sind die Absichten aber sehr generell formuliert, wie David Nelles ausführt.

- Damit Ihre Werbung den Bogen des Ertragbaren nicht überspannt und nicht verboten wird, sollten Sie sich die Top 10 Banned Adverts ansehen… – auch als Spaßfaktor für den Tag nicht ungeeignet. Es lebe das Offline Network, das mir diesen Link schickte…

OMD und DMEX: aktueller Zwischenstand

23.10.2008 von Martin Meyer-Gossner  
Kategorie: Webmarketing

Das Werben um die Aussteller hält an und der Kampf scheint in eine vorentscheidene Phase zu gehen. Der nächste OMD Newsletter kam gestern in die Mailboxen der Interessierten und verkündete den Anmeldungsstand der Aussteller seitens der OMD. Da schaut man eben mal zum Vergleich auf die DMEX Seite und kann den Zwischenstand der bereits gesicherten Aussteller durch die Veranstalter verkünden…

OMD – DMEX 29:61

Spot On!
Zwei Sachen erschließen sich einem nicht so ganz: Alle Marketiers reden auf dem Internet-World Kongress von etablierten Brands, die zukünftig erfolgreich Online und Offline sind und beim Kunden gewinnen. Offensichtlich hatte die OMD diesen Brand-Status nicht erreicht (trotz 20.000 Besuchern und rund 380 Ausstellern). Sonst wäre die Kehrtwende die einzige Ausnahme im modernen Marketing und ginge als nicht erklärbare, irrationale Marketingentscheidung der Web 2.0 Zeit in die Historie ein. Oder nicht…?!

Zumal frägt man sich, wieso Aussteller einem Messekonzept schlagartig den Rücken kehren, von der man überzeugt war (laut Studien der OMD). Obwohl man keine Ahnung hat, was einen bei dem neuen Konzept erwartet. Vielleicht war die ‘360 Grad Ausrichtung’ der OMD aber einfach eine 180 Grad Drehung zuviel – dann dreht man der OMD nämlich den Rücken zu und schaut nach Köln…

OMD und dmex werben um Aussteller

Im Wettbewerb mit der neuen digitalen Online-Messe dmex, hat die OMD in ihrem Newsletter das Gerangel um Aussteller aktiv eröffnet. In der neusten Ausgabe werden Ergebnisse der Besucherbefragung bekanntgegeben, die natürlich überzeugend und imposant klingen. Oder besser, klingen sollen…

Im Mittelspunkt der Argumentation: der begeisterte OMD Besucher.

“93,2% der Befragten geben an, direkten und indirekten Einfluss auf den Kauf von Medialeistungen zu haben.”

… und …

“Drei Viertel der Besucher haben sich bereits jetzt für einen erneuten Besuch entschieden.”

… sowie …

“Vor diesem Hintergrund wird die Spaltung der Messe von den Besuchern äußerst kritisch gesehen: Viele Besucher befürchten vor allem negative Auswirkungen auf die Internationalisierung. Für richtig hält die Spaltung keiner der Befragten.”

Liest man die Zahlen der OMD, muss man sich hier um Besucher 2009 offensichtlich keine Sorgen machen (wären gerechnete 15.000 Besucher in 2009). Wenn man die Besucher von den ‘negativen Auswirkungen auf die Internationalisierung’ sprechen hört, stellt man sich allerdings die Frage, was diese damit meinten. Oder ob das eher die Meinung der OMD-Veranstalter wiederspiegelt? Wenn im Newsletter belegende Zahlen und Angaben zur Quelle der Studie fehlen, wirkt das nicht sehr glaubwürdig.

Die dmex wirbt mit Testimonials auf ihrer Webseite dagegen. Der BVDW Vorsitzende Arndt Groth stellt der dmex jetzt schon in Aussicht, “Europas führende Messe für digitales Marketing” zu werden. Zudem bekennen sich mit ihm namentlich 40 weitere Freunde und Top-Player der Branche ebenfalls schon ausdrücklich zur dmex. Da stellt sich für Besucher wie Aussteller schnell die Frage: Was macht man zwei Tage auf der OMD, wenn zahlreiche Größen der Branche zur dmex abwandern? Die hohen Zahlen des OMD-Newsletters bezüglich der bereits sicheren Besucher für 2009 darf man da schon in Frage stellen…

Das Zünglein an der Waage zur Entscheidung des großen Siegers in diesem Konkurrenzkampf sind sicherlich die ‘kleinen’ Aussteller, die sich noch im Zwiespalt zwischen ‘Tradition’ und Neuanfang befinden. Vielleicht sind sie es aber auch, die die beiden Messen abstrafen, indem sie im nächsten Jahr einfach mal als Besucher denn als Aussteller vor Ort sind: bei beiden Messen. Eine solche Putt-Situation wäre sicherlich für die beiden Veranstalter nicht erstrebenswert.

Nur in einem Punkt herrscht Einigkeit unter den Konkurrenten: Wenn man den OMD Newsletter und das Interview mit dem dmex-Gründer Frank Schneider vergleicht, stimmen beiden Messen darin überein, dass die Orientierung für die Entscheider eindeutig vereinfachen muss, wenn zufriedene Besucher von den Messen gehen sollen.

Spot On!
Wenn die Party der OMD -laut einer Umfrage- wirklich einen hohen Stellenwert hat, kann man das Gerangel um die Aussteller auch in Form einer Marktforschung beenden und sich schnell auf einen Ort einigen: Alt oder Kölsch – das ist die Frage?! Den Ausstellern, die den Unterschied nicht kennen, kann hier die Entscheidungsfindung erleichtert werden. Oder brauchen wir wirklich zwei Digitalmessen in Deutschland?

Studie: Die Zukunft des Internets

Wann eine Studie representativ ist und wann nicht, ist immer so eine Sache. Mal kann man mit einer Marktveränderung rechnen, die den Ergebnissen entspricht, mal nicht. Werden allerdings ausgemachte ‘Experten’ zum Thema ‘Die Zukunft des Internet’ befragt, so kann man davon ausgehen, dass ein gewisser Trend daraus zu erkennen ist. Auch wenn die Stichzahl mit 31 befragten Personen nicht unbedingt berauschend ist…

Der Mix der befragten Internetexperten und somit das Ergebnis der Umfrage ist natürlich ein wenig eingefärbt, da es sich um Meinungsvertreter der ‘Studienauftragsgeber-Sympathisanten’ AGOF, IVW und INFOonline handelt.

Wie sehen die Online-Experten die Themen heute…


…gegenüber ‘vermutlich’ in 10 Jahren….


Sicherlich muss man mit einer grundlegenden Veränderungen rechnen: der Internetuser wird viel mobiler und darauf müssen sich alle werbenden Unternehmen heute schon einstellen.

Die ansonsten hervorzuhebenden Entwicklungen der Studie sind…
- Einige User / Blogger werden Meinungsführerschaft erlangen – Tendenzen in diese Richtung sind heute schon erkennbar.
- Die Interaktivität und Reichweite nimmt zu aufgrund der Vermischung von User-Generated-Content und redaktionellem Content.
- Klassische Werbemittle werden weiterhin die Grundlage der Onlinewerbung bilden, aber ergänzt durch z.B. mehr Bewegtbilder
- Suchmaschinen Marketing und Displaywerbung werden Synergien bilden und neue Werbeformen schaffen.
- Die Messlatte für die Werbeabrechnung bleibt der TKP. Dennoch gewinnt auch das Post-Tracking an Bedeutung.

Wer wissen will, wer die Experten sind, kann die gesamte Studie hier herunterladen.

Spot On!
Die Studie stabilisiert die derzeitige Marktsituation und nimmt Abstand von etwaigen Diskussionen um Page Impressions, die noch auf der OMD geführt wurden. Dies ist sicherlich für die Branche an sich als auch die Unternehmen die gute Nachricht. Dass das Internet als ‘Projekt’ in 2020 aussterben wird, hätte wohl keiner erwartet – zum Glück nimmt die Studie allen ‘Internetbeteiligten’ diese Alptraumvorstellung. Zumindest denen, die diese Studie als repräsentativ betrachten…

Exklusiv-Interview: Frank Schneider über den Launch der dmex und die OMD

Nachdem sich die ‘großen’ Internet Messen neu positionieren, hat The Strategy Web heute den neuen dmex-Chef Frank Schneider mit Fragen zu seinem neuen und alten Projekt konfrontiert: zum Launch der dmex und der ebenfalls von ihn gelaunchten OMD.

Herr Schneider, was ist schwieriger zu launchen: Ein Messekonzept, welches es vorher nicht gab ONLINE-MARKETING-DUESSELDORF oder eine Messe dmex, die im Mitbewerb zu ihrem eigenen Ex-Konzept steht?

Frank Schneider: Beides stellt spezielle Herausforderungen, und beides kann man nicht 1:1 vergleichen.

Der Start der ONLINE-MARKETING-DUESSELDORF im Jahr 2000 erfolgte damals auf dem Höhepunkt des New-Economy Hype’s. Die Aufgabe bestand darin, einer in der Entstehung befindlichen, schnell wachsenden, neuen Branche, eine Plattform zu bieten, die Ihre Vertriebs-, Informations- und Kontaktziele erfüllt.

Inzwischen ist der Markt erwachsener geworden – mit einem viel gesunderen Maß an Dynamik. Die Ziele für eine zentrale Veranstaltung haben sich nicht grundsätzlich geändert, aber die Branche ist komplexer geworden. Insofern besteht die Herausforderung heute darin, eine B2B-Messe mit begleitendem Kongress für die gesamte digitale Wertschöpfungskette zu konzipieren und dabei die Kontaktqualität auf einem hohen Niveau zu halten.

Was wird die dmex inhaltlich von der ONLINE-MARKETING-DUESSELDORF unterscheiden?

Frank Schneider: In vielen Gespräche wurde uns vermittelt, dass es aus Sicht der Aussteller noch erhebliches Potenzial gibt, weitere wichtige Werbungtreibende für einen Besuch der Messe zu gewinnen. Zusätzlich gilt es, einzelne Branchen zu identifizieren, in denen digitales Marketing noch unterrepräsentiert ist und diese gezielt auf die dmex einzuladen. Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass die dmex den Besuchern eine bessere Orientierung und einen einfacheren Überblick bieten muß.

Die ONLINE-MARKETING-DUESSELDORF ist gerade vorbei und der Tenor war, dass es wieder ein schönes Klassentreffen war: gute Businesskontakte machen und netten Branchentalk pflegen, ist das vorrangige Ziel. Soll die dmex ähnlich ablaufen?

Frank Schneider:„Klassentreffen statt Business“ war ja ein Kommentar zur online-marketing-duesseldorf auf Strategy Web. Das Ziel der dmex ist es, ein Get-Together für Aussteller- und Besucher der für die digitale Branche relevanten Unternehmen zu organisieren – mit dem ganz klaren Fokus auf Geschäftsabschlüsse. Wir wollen eine Businessmesse mit Networking im angenehmen Rahmen!

Bei der diesjährigen Umfrage auf www.thestrategyweb.com kam heraus, dass die Party einen hohen Stellenwert bei der Messe einnimmt. Gibt es auf der dmex auch einen großen Partyabend oder eine Awardverleihung?

Frank Schneider: Die Party hatte schon immer einen hohen Stellenwert. Neben dem ausgelassenen Feiern, bestand Ihr eigentlicher Sinn und Zweck in einer zusätzlichen Kontaktmöglichkeit mit Marketingentscheidern und Agenturen in ungezwungener Athmosphäre. Insofern wird es natürlich eine Party zur dmex geben, auf die wir uns alle schon sehr freuen. Einen Award können wir uns vorstellen, glauben aber, dass eine solche Veranstaltung nur in enger Abstimmung mit der gesamten Branche ins Leben gerufen werden sollte.

Würde es Ihnen leid tun, wenn die ONLINE-MARKETING-DUESSELDORF durch die dmex eingestellt wird?

Frank Schneider: Das Wichtigste ist, dass die Branche mit der dmex eine zentrale Plattform erhält, die zum einen das Geschäft aller Marktpartner im Digitalen Marketing fördert und zum anderen dem wachsenden Stellenwert der Digitalen Wirtschaft Rechnung trägt. Wenn das gelingt, freue ich mich.

Wir wünschen Hr. Schneider viel Erfolg mit seinem neuen Projekt dmex in Köln 2009.

PS: Vor kurzem erst veröffentlichte The Strategy Web ein Preview eines Interviews mit der Projektleiterin der Internet World 2008 – Sabine Weissenbach.

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