Kundenbindungsmaßnahmen: offline, online oder mobil? – Ein paar Fallbeispiele…

Pin It

Jedes Unternehmen versucht mit Kundenbindungsmaßnahmen, potentielle Kunden anzusprechen, zu gewinnen oder zu halten. Die einen machen das gepaart mit Informationen, die für den Abnehmer nützlich sind, die anderen mit Informationen, die dem Anbieter für den Abnehmer nützlich erscheinen. Möge jedes Unternehmen für sich selbst urteilen, wo es sich einordnet.

Da die Kunden unser liebstes Gut sind, wollen diese also ‚gepflegt‘ werden: mit guten Ideen, mit tollen Gadgets, mit passenden Informationen undundund. Nun stellt sich die Frage: Gestaltet man dem Zeitgeist gemäß solche Kundenbindungsmaßnahmen immernoch ‚offline‘ oder dem Zeitgeist gemäß online oder sogar mobil?

Beleuchten wir mal verschiedene Ideen, die innovativ erscheinen, diskussionswürdig sind oder das Interesse der Medien geweckt haben. Konkret geht es um drei Beispiele: Eventveranstalter und/oder gleichgesinnte ‚Offliner‘ (Werbung über klassische postalische Mailings), MINI mit seiner Online Community und die Telekom mit seinem geplanten mobilen E-Paper.

Schauen wir uns mal ein paar Beispiele an, die derzeit gängig sind und (teilweise immernoch) im Trend sind…

Beispiel Offline… Event Veranstalter
Jeden Tag erhält man in seinem Büro diverse Schreiben von Event Veranstaltern, die einem mit klassischen Face-To-Face Veranstaltungen oder Seminaren Wissen vermitteln wollen. Dabei gibt es nach Meinung des Autors zwei prinzipielle Fehler, die einfach nicht mehr zeitgemäß erscheinen: Es handelt sich um postalische Mailings (die meistens ungesehen im Mülleimer neben den Postfächern landen) und die Häufigkeit der Sendungseingänge grenzt an Offline Spam. Den kann man leider nicht mal schnell als solchen melden oder mit zwei Klicks abbestellen. Wie oft hat man sogar mehrmals vor Ort angemerkt, man möchte die Infos -wenn überhaupt- online per Mail…

Auch wenn hier die Event-Veranstalter als Exempel herhalten müssen, man könnte genauso gut Kreditunternehmen, Banken, Versicherungen im gleichen Atemzug nennen. Deshalb werden auch die Veranstalter nicht namentlich genannt. Wer sich hier angesprochen fühlt, sollte sich seine Gedanken machen. Wie sagt der LOHAS doch gleich… Save the trees!

Beispiel Online… MINI
Im Mai diesen Jahres ging MINI mit seiner englischsprachigen Online Community ‚minispace.com‚ an den Start, die inzwischen auch auf italienisch verfügbar ist und bald auch in deutsch kommen soll. Die Online Plattform dient sowohl als Kundenbindungsmassnahme als auch dazu, neue Kunden an die Marke MINI heranführen soll. Das Angebot richtet sich an die Zielgruppe der kreativen Menschen, die vermutlich einen Großteil der Käuferschaft ausmachen.

Auch das MINI Kunden Magazin hat diesen kreativen Touch und beleuchtet pro Ausgabe eine der spannenden Hauptstädte der Welt. Zudem wird damit die Idee des MINI Kunden-Magazins online fortgesetzt, welches die MINI Community in den Mittelpunkt stellt sowie portraitiert – und mit der sich (potentielle) Kunden assoziieren können. „Community Marketing ist ein fester Bestandteil im Marketing-Mix von Mini“, meint Robert Glocke, Leiter Internationale Werbung MINI Brand Management gegenüber Kontakter.

Die Maßnahmen wirken kreativ und innovativ, rund und ausgewogen. MINI versteht es, seine Kunden zu informieren, neue Ideen zu präsentieren und tritt in den direkten Kunden Kontakt.
Eine Sache fehlt dennoch: Müsste man nicht noch in Facebook -vor allem aber in myspace!- die minispace Community integrieren und ‚connecten‘? Dann wäre man wirklich auf den neusten Stand des Social Media Marketings.

Unter den ersten Ergebnissen einer Googlesuche (Suchbegriffe ‚myspace‘ und ‚minispace‘), findet man zumindest noch nichts … d.h. doch ein amüsantes MINI Video – irgendwie auch Kunden ver-‚bindend‘ und ‚web-2.0-ig‘.

Beispiel Mobil… Telekom
Diversen Meldungen zu Folge will die Telekom ein E-Paper herausbringen, welches die Kunden mit neusten News und Meldungen beglücken soll, abrufbar über ein mobiles Lesegerät: Codename ‚News4Me‘ – Testballon soll in Berlin mit einigen Dutzend Usern steigen. Extra Handys wolle man aber nicht dafür bauen, schreibt Spiegel. Wieso auch neue Handys bauen, wenn die gängigen Modelle fast alles anzeigen können?

Dennoch: Brauch man unbedingt einen solchen Service als Kunde? Nur weil Amazon derzeit in USA mit seinem Kindle-Konzept oder die France Telekom mit Read & Go erfolgreich ist? Märkte sind verschieden und Kundenbindungsmassnahmen sollten es auch sein. In Deutschland sind e-Paper noch nie über den Teststatus hinausgekommen oder irgendwie erfolgversprechend gewesen.

Angesichts der Services wie Twitter, Social Media Networks oder mobiler Instant Messenger Applikationen, erhält man von seinem Netzwerk so viele Informationen, die einen wirklich interessieren, dass einem ein ‚t-mobil‘ geliefertes e-Paper in seiner Notwendigkeit und gemessen am Kundenbindungswert fragwürdig erscheint.

Vielleicht sollte man eher die ’niemals aktiv abonnierten‘ postalischen Telekom Flyer überdenken, die als Kundenbindungsmaßnahme der Telekom schon grenzwertig sind. Vielleicht sollte man diese mal online verbreiten. Vielleicht auf vorherigen ausdrücklichen Wunsch der Kunden und unter dem Telekom Motto: Erleben, was verbindet.

Spot On!
Kundenbindungsmaßnahmen binden nicht immer Kunden. Manche sind eher abschreckend, werden dennoch nie überdacht und unaufhörlich weitergeführt. Stellt sich die Frage, ob man nicht lieber auf manche Maßnahme verzichtet und sich ein zeitgemäßeres Modell überlegt. Es muss nicht immer online sein, wie man am Beispiel des innovativen gedruckten MINI Magazins sieht. Und: Mobil sollte man nur etwas anbieten, was einfach mit einem Handy genutzt werden kann. Man will als Kunde ja nicht zahlreiche Endgeräte mit sich herumtragen. So verbunden ist man dann doch nicht mit einem Unternehmen…

Related Posts

Kommentare

Schreiben Sie Ihren Kommentar...
(Ein Foto neben dem Kommentar erhalten Sie bei Gravatar.com)