Monitoring Ergebnisse – Deutsche Marken auf Twitter

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jvfotoDie Monitoring-Ergebnisse waren teilweise überraschend, teilweise aus Sicht der Twittersphäre (oder sollte ich sagen eines Social Median?) aber auch einfach zu erwarten.

Das Social Media Breakfast präsentierte gestern die Ergebnisse eines Twitter-Monitorings von 133 Marken in 20 Kategorien. Der Gründer von e.life, Jairson Vitorino, hat mit seinen Monitoring-Technologien im August über 23.000 deutsche Tweets von fast 8.500 Unique Twitter Usern ‚verfolgt‘, die sich mit deutschen Marken auf Twitter befassen.

Die Hauptaussage des Monitoring-Ergebnisses zeigt Raum für Potential und für einen Einstieg von Marken in Twitter: Die Top 20 Brands in der Studie erhalten nahezu 66% des Twitter-Buzzes.

Die Marken iPhone und Apple generieren zusammen mehr als 18% der Twitter Nennungen und liegen damit weit vor Technik-Marken wie SONY (4,6%) und Microsoft (3,8%). Keine große Verwunderung herrscht sicherlich bei der Erkenntnis, daß IT, Auto, Elektronik, Smartphones und Telekommunikation die führenden Kategorien in den Tweets der Deutschen sind. Eher erstaunlich ist, daß sich als Nachzügler stark werbende Kategorien wie Luxusmarken, Kreditkarten, Kosmetik und abgeschlagen die Marken der Autoreifen zeigen.

IKEA ist die einzige Fachhandelsmarke unter den 20 Top-Marken Nennungen, die zahlreiche Tweets erhält (nahezu 3,4%). Überlegt man sich, wieviel Radio- und TV-Spots die Möbel-Retailer Segmüller oder die XXL Lutz-Kette machen, so sieht man hier die Chancen für genannte (oder hier nicht-genannte) Marken diese ins ‚Twitter-Spiel‘ einzubringen. Aber auch, daß sich hier unterschiedliche Zielgruppen auf unterschiedlichen Medien- und Zielgruppenebenen tummeln.

Bei der Nutzung von Hashtags (welche von mir selbst eher selten Verwendung finden), sind die Deutschen sehr zuverlässig – auf rund 6 Tweets kommt ein Hashtag. Das beliebteste Hashtag ist #fail. Hier frägt man sich natürlich, ob dies ein „Mentalitätsphänomen“ speziell der deutschen Twittersphäre ist. Da jairson ankündigte, die gleichen Monitoring Auswertungen in Madrid und England durchzuführen, wird sich bald zeigen, ob dort die Twittersphäre auch gern in Wunden bohrt?

Als führenden Twitter-Städte sind -ebenfalls nicht verwunderlich-Berlin, Hamburg und München auszumachen.

Spot On!
Sicherlich interessant ist, daß die sogenannten „Top Influentials“ nicht zwangsläufig über die Topmarken twittern. Hierbei stellen sich mir einige Fragen: Will man sich nicht zu Marken bekennen, um die altbewährte redaktionelle Integrität zu wahren? Steht da die Bloggerehre auf dem Spiel? Ist das iPhone das einzige Brand, welches die führende Twittersphäre bewegt? Oder ist der Top-Twitterati wirklich markenresistent?

Liebe deutsche Twitterati, Eure Kommentare könnten hier wahrlich helfen…

Sämtliche Ergebnisse der Monitoring Ergebnisse gibt es hier zum Download.

Übrigens: Wer sich tiefergehender über Twitter und Business Cases informieren will, der kann dies auf einem der drei Termine der Tweetakademie machen.

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Kommentare

4 Kommentare zu "Monitoring Ergebnisse – Deutsche Marken auf Twitter"

  1. Thilo Specht am 23.09.2009 10:01 

    Zitat: „Sicherlich interessant ist, daß die sogenannten “Top Influentials” nicht zwangsläufig über die Topmarken twittern. Hierbei stellen sich mir einige Fragen: Will man sich nicht zu Marken bekennen, um die altbewährte redaktionelle Integrität zu wahren? Steht da die Bloggerehre auf dem Spiel? Ist das iPhone das einzige Brand, welches die führende Twittersphäre bewegt? Oder ist der Top-Twitterati wirklich markenresistent?“

    Martin, gestatte mir eine Gegenfrage: Wie häufig am Tag sprichst Du mit Deinem direkten Umfeld über Marken? Wie wichtig ist das Unternehmen Sony für Deinen Alltag? Spielt es eine Rolle bei der Frage, wer heute die Kinder in den Kindergarten bringt? Zu welchem Termin wir die Eltern mal wieder besuchen sollten? Wie wir die Steuererklärung auszufüllen haben? Warum der Kleine keinen Möhrenbrei mag? Wen wir bei der Bundestagswahl nächsten Sonntag wählen?

    Zwar gibt es keine repräsentative Statistik zu diesen Fragen, ich behaupte jetzt aber einfach mal, dass Unternehmen und ihre Produkte im Alltag eine wesentlich geringere Rolle spielen, als sie gerne würden.

    Die Auseinandersetzung mit Marken mag im professionellen Umfeld der Vermarktungsindustrie zum Alltag gehören – sonst ist sie aber eher von untergeordneter Rolle. Natürlich sind Marken wichtig, weil sie unter anderem zur Profilierung in der Peer-Group beitragen – wer das Pferdchen auf seinem Hemd trägt, gibt damit auch ein Statement ab. Relevant für sozialen Beziehungen und Anerkennung ist allerdings die Persönlichkeit des Trägers, nicht die Marke.

    Um es kurz zu sagen: Marken besitzen an sich keinen Unterhaltungswert – sie dienen lediglich der Orientierung in unübersichtlichen Märkten. Aber: Märkte sind Gespräche. Und Gespräche werden von Menschen geführt. Über Dinge, die Menschen interessieren. Dazu gehören Marken nur peripher.

  2. Martin Meyer-Gossner am 23.09.2009 10:11 

    Danke Thilo, sehr interessantes Feedback. Und ja, Märkte sind Gespräche und Marken spielen definitiv eine untergeordnete Rolle für viele Menschen, für viele aber auch nicht. Denn sonst gäbe es die Luxuslabels nicht und auch das iPhone hätte nicht seinen Ruhm erzielt. Bin aber generell Deiner Meinung, vor allem im zeitalter der sozialen Medien.

    Die Frage stellt sich jedoch, inwiefern sich Marken denn als ‚Werbende‘ und (soziale) Medien refinanzierende Komponenten des Kommunikationszyklus Kunde-Unternehmen-Brand zukünftig mit ihrer Werbung oder Markenbotschaft positionieren und ihre Marke ins Spiel bringen können. Ich hoffe, daß das Panel auf der dmexco hierzu ein paar neue Erkenntnisse liefert.

    Siehe hierzu… http://www.thestrategyweb.com/panel-social-media-effective-ways-to-advertise

  3. meine.projekte » Blog Archive » Fresh From Twitter am 23.09.2009 19:16 

    […] RT @thestrategyweb Monitoring Ergebnisse – Deutsche Marken auf Twitter http://bit.ly/2jUzwH […]

  4. Twitter-Telegramm | Cirquent Blog am 30.09.2009 10:05 

    […] über Twitter wissen wollten und sich nie getraut haben zu fragen. Und hier gibt’s Infos zu deutschen Marken auf […]

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