Offliner: Im Wahlkampf besser informiert?

steckNun sind die aktuellen Zahlen der Offliner erschienen und man frägt sich angesichts diverser online-abgebildeter Nachrichten zur Bundestagswahl, ob im Wahlkampf die Offliner manchmal nicht realitätsnaher informiert sind. Aber erst zur Offlinerstudie…

Sie sitzt vermutlich bei ARD und ZDF in der ersten Reihe und ist eine von 32,9% der Deutschen (mehr als 20 Mio.!), die nicht online ist: Die ältere, nicht berufstätige Frau. Wie die von ARD und ZDF veröffentlichte Offlinerstudie besagt, ist der Offliner-Anteil bei den über 60-jährigen Frauen besonders hoch. Rund zwei Drittel nutzen kein Internet und die Kommunkationsabteilung der Parteien muß diese Zielgruppe über den Offlineweg erreichen.

Die Gründe der Offliner liegen dabei auf der Hand. Es fehlt der Internetanschluß, der Job und somit die Notwendigkeit. Das Internet wird einfach von manchen Menschen nicht genutzt, wie von der Mehrheit der ab 60-Jährigen mit 72,9%. Und auch gerade bei den Nicht-Berufstätigen 2009 liegt der Offlineranteil bei knapp zwei Drittel dieser Zielgruppe.

Es gibt aber auch positive Anzeichen bei den Offlinern, die sich selbst als ‘Zurückgezogene’ und ‘Häusliche’ definieren. Inzwischen haben die meisten von ihnen eine Vorstellung vom Web. Nutzungsbarrieren schwinden – zumindest bei der älteren arbeitenden Bevölkerung.

Aber es langt ihnen halt, in der ersten Reihe im TV zu sitzen, Radio zu hören oder Zeitung zu lesen. Denn entweder fehlt ihnen die Lust für das Internet (79%) oder die Investitionsbereitschaft in den Zugang Geld und Umgang Zeit (77%) zu investieren.

Sprich: Es bleibt Hoffnung, daß die Offliner auf privater Ebene das Netz nutzen werden. Vielleicht ist das aber aus politischer Sicht eher bedenklich, denn…

Spot On!
Wenn 93% der Offliner mit der Informationsaufnahme über klassischen Medien sehr zufrieden sind, verwundert das nicht. Es wundert einen eher, die aktuellen Web-Monitoring Daten, Umfrage-Prognosen und Nachrichten zur Bundestagswahl und der aktiven Parteien zu sehen, die sich online abmühen. Vermutlich würden die Resentiments der Offliner angesichts dieser Faktenlage noch eindeutiger gegenüber dem Internet ausfallen. Wenn Suchtgefahr (85%) und Datenklau (71%) von den Offlinern befürchtet werden, dann mach ich mir als webaffiner Deutscher mehr Sorgen um die online vermittelte Wissensbasis bei politischen Themen in Deutschland. Man stelle sich vor ein Offliner würde mal schnell mit diesen Online-Nachrichten zum Wahlkampf konfrontiert. Ein Kulturschock? Wird Online zum Reputationskiller für Parteien? Eine weitere Offlinerbestätigung, nicht online zu gehen?

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