Offlinewelt 1.0: Generation Doof und Millionär – die Bücher für den Urlaub!

Pin It

Generation Doof
Stefan Bonner, Anne Weiss

Wer das Buch ‚Generation Doof‘ liest, dem bleibt mal das Lachen im Hals stecken, mal fühlt er sich entlarvt, mal angesprochen, mal ermahnt.

Anhand von zahlreichen Beispielen führen die Autoren die Gesellschaft der Selbstdarsteller vor und dar. Und schaut man sich die Bewertungen auf Amazon an, so spiegeln die variantenreichen Meinungen der Leser des Buches (Durchschnittsnote 3) vermutlich genau diese Angst vor der Erkenntnisse wieder: Sind wir wirklich so doof?

Das Buch kommt zu keinem Ergebnis, ob wir nun doof sind oder nicht – ist aber auch nicht sein Anspruch. Es will auch keine wissenschaftliche Abhandlung sein, regt aber sehr zum Nachdenken an – vor allem durch die Garnierung mit wohl ausgewählten Zitaten. Wie zum Beispiel das des Verlegers Rudolf Augstein, der schon früh unsere Informationsgesellschaft in Frage gestellt hat: „Die Zahl derer, die durch zu viel Informationen nicht mehr informiert sind, wächst.“ Auch frägt man sich, ob das folgende Zitat nicht oft Spiegelbild der heutigen Web-Kopier-Gesellschaft ist: „Dilletanten oft als Geister galten, weil sie prominente Geister malten.“ (Anton Kippenberg).

Auch die Hybris der heutigen Jugend wird aufs Korn genommen und im Kapitel ‚Almost Famous – Jeder ist ein Superstar‘ angeprangert. Herrlich untermauert mit einem Zitat von einem Firmengründers eines der fragwürdigsten, neuzeitlichen Internetfirmen nach boo.com, namens SecondLife: „Von einem kreativen Standpunkt aus gesehn, bin ich Gott“. Wie wenig göttlich diese Kreativität war, wissen Unternehmen inzwischen und können von den verbrannten Firmeninvestments heute nicht mal ein Gedenkfeuerchen mehr machen.

Fazit
Kurzweilige Unterhaltung – Lesespass für Urlauber der Generation Golf und für alle, die gern mal über die heutige Gesellschaft nachdenken.
Gleich bei Amazon bestellen?

Millionär
Tommy Jaud

Wie wird man vom Vollidiot zum Millionär? Wer eine gelungene Satire auf den (Internet-)Alltag lesen will, kommt an dem Buch nicht vorbei. Simon Peters, der Held aus Vollidiot, steckt in der vollen Midlife Krise. Kein Job, keine Freundin, keine Perspektive und mit dann zieht auch noch eine Yuppie Tussie in die Dachwohnung über seiner ein. Johanna Strecker wird zu Simon Peters Alptraum. Da gibt es für ihn nur eine Lösung: Peters muß das Mietshaus kaufen und Johanna Neureich rausschmeißen. Der Customer Service Alptraum Simon Peters, der ‚Beschwer Adair‘, wird ein geschäftstüchtiger Wahnsinniger mit einer verrückten Idee. Sein Ziel: die eine Millionen Kaufpreis unbedingt zu erwirtschaften.

Das Buch ist ein Feuerwerk an Witzen mit dem bekannten schwarzmalerischen und Wahnsinn grenzenden Persönlichkeit eines Simon Peters. Man kann allen Unternehmen nur wünschen, dass die Idee mit den „Beschwerde-Mails“ nicht von zahlreichen Kunden kopiert wird. Eigentlich ist es nachmachenswert! Tommy Jaud versteht es hier mit viel Witz und Alltagssarkasmus die heutige Hartz 4 Welt ideenreich zu karikieren.

Fazit
Keine intellektuelle Unterhaltung, aber genialer Witz und absoluter Lachfaktor! Wer das Buch liest, kann verstehen, warum so manches Businessmodell Menschen reich gemacht hat.
Gleich bei Amazon bestellen?

Passend zu den Urlaubsrezensionen kommt die Meldung, dass Amazon jetzt auch noch Kindle in Deutschland einführen will. Schade nur, dass Kindle erst nach dem Urlaub zur Frankfurter Buchmesse erscheint…

Related Posts

Kommentare

Schreiben Sie Ihren Kommentar...
(Ein Foto neben dem Kommentar erhalten Sie bei Gravatar.com)