Offlinewelt 1.0 – zwei Tage ohne Internet, Services halten einen online!

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Letzte Woche haben mich die glorreichen Umweltbestrebungen der Automobilindustrie animiert, mich stärker für die Umwelt einzusetzen. Im Zuge dieser Bewegung habe ich diese Woche der Umwelt etwas Gutes getan und wollte zwei ganze Tage nicht online sein. Also, wollte…, denn irgendwie hat der Sog des Internets mich aber davon abgehalten.

Erkenntnis: Unternehmen mit guten Services machen einen teilweise wahnsinnig, teilweise zum Sklaven von Applikationen und sind verantwortlich, dass ich letztendlich doch ständig online war…

Zwei Tage lang keine Mails, kein Firefox, kein Web – das war mein Vorsatz der Umwelt zuliebe. Was daraus geworden ist…

Der erste Tag…

Morgens: Mit dem Auto (arme Umwelt!) geht es zur Veranstaltung. Das Handy piept… Nein! Keine SMS! Das war früher. Email…! Mist, ich hab Push-Mail an. Erstmals online gewesen, schon verloren…

Mittags: Ein Teilnehmer will wissen, wie das Wetter morgen wird. Moment, die Rezeption weiß sicher bescheid. Man bietet mir an, mal eben online zu gehen… Na, klasse!
(Wenn das so weitergeht, breche ich meinen Vorsatz täglich wie das klassische Tablettennehmen: morgens, mittags, abends – einmal online gehen, dann haben Sie keine Schmerzen mehr!)

Abends: Brauche ein paar Kostensheets für den Event. Kein Problem… hol ich mir eben über einen webbasierten Service. Äh, ja, wie war das mit dem Vorsatz doch gleich?! Brauch ich die Unterlagen wirklich? Mal überlegen… Wir suchen einen anderen Weg und finden ihn. Strike! (Vorgang kommt mir vor, wie der Zusatz am Ende von Mails: Überlegen Sie der Umwelt zu Liebe, ob Sie diese Mail unbedingt drucken müssen!).

Der zweite Tag…

Morgens: Ein Kollege benötigt schnellstens ein paar Auftragsbestätigungen. Handy her, Push-Mail ist an (weiß ich eigentlich, wie ich das ausschalten kann… – nein) und schnell die Sachen weitergeleitet. Noch kein Frühstück und schon online gewesen. Glückwunsch – Ich bin vielleicht ein Umwelt-Held…

Mittags: Termin abstimmen für Grillparty am nächsten Tag. Moment – muss erst den Kalender synchronisieren, um nicht Termine doppelt zu belegen… „Äh, kann das warten bis morgen…“ hör ich mich ins Telefon sagen.

Abends: Einladung per XING zum Golfevent. Link dabei, angeklickt… Und tschüss – Game over! Wieder hab ich mich verleiten lassen.

Eigentlich wollte ich zwischen den beiden Tagen abends noch auf die Veranstaltung ‚Im Sog des Internet – Was bleibt übrig von Print, TV und Video‘. Aber wenn man sich überlegt, wie die Umwelt mit solchen Events belastet wird, stellt man den Besuch einer Veranstaltung an solchen Umwelttagen in Frage. Zahlreiche PKWs fahren dort hin, viel Strom für Notebook, Beamer und Licht wird verbaucht – der Umwelt nicht gerade erträglich. Also lass ich es.

Spot On!
Nach zwei Tagen, die nicht wirklich die Wege meiner Umwelttage ‚onlinefrei‘ gemacht haben, logge ich mich ins Internet ein und stelle fest… Ich habe nichts verpasst. Die Veranstalter haben den Event in einem 5 Minuten Video zusammengefast. Ein guter Service, der ruhig zwei Tage warten konnte. Aber wenn man ein 60 Minuten Panel in 5 Minuten zusammenfassen kann, dann habe ich der Umwelt wenigstens hier einen guten Dienst erwiesen. Für alle, die auch einen Umwelttag gemacht haben hier das Video…

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