Online Reputation Management bleibt (zeit)aufwendig…

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Als ich meine Vision des Personal Web Managers geschrieben habe, dachte ich, es wird sicherlich bald eine solche Dienstleistung des Reputation Coaches für aufstrebende Manager oder stark im Web aktive Persönlichkeiten geben. Derzeit ist interessant zu beobachten, wie sich dieser Plattform-Markt für persönliches Reputation Management in Position bringt.

Es steht eben viel auf dem Spiel: die Bewerbung einer Karriere, die für Nachhaltigkeit einer authentischen und erfolgreichen Persönlichkeit steht. Die Online Reputation wird dabei immer wichtiger für den nächsten Karriereschritt, aber ihr Management bleibt leider trotz unterstützender Plattformen zeitaufwendig. Ein kleiner Überblick…

Bisher galt der amerikanische Dienstleister Reputation Defender als der weltweite ‚Platzhirsch‘ im Entfernen oder ‚Geradebiegen‘ von bildlich belegbaren Fehltritten oder voreilig getroffenen Statements und Kommentaren, die im Web verewigt sind. Denn, wie wir alle inzwischen wissen sollten: Das Web vergißt nichts – teilweise nur, wenn wir entsprechend nachhelfen. Und so bietet Reputation Defender mit myChild ein Produkt an, das den Ruf und die Privatsphäre des Kindes schon von Kindesbeinen an online schützt.

In Deutschland ist mit my ON-ID eine sehr interessante Plattform am Start, die Online Reputation auf technischer Basis zu handeln, monitoren und optimieren anbietet. Die Web 2.0 Plattform offeriert sehr viele Optionen, das eigene Personal Brand als Visitenkarte (bzw. fast schon im Format eines Online CV aufzubauen (mit zahlreichen Schnittstellen und Widgetfunktionen zu anderen Social Networks).

Am Wochenende erhielt ich nun die neuste Pressemitteilung von Dein Guter Ruf, die mir von meinem Ex-Kollegen Jannis Moutafis zugespielt wurde. Die Nachricht preist die ab sofort kostenlose Suche des (mir noch völlig unbekannten) Reputations-Dienstsleisters an, sowie die Option eine Web-Imageseite zu veröffentlichen. Als Gadget wird der Test „Welcher Online-Typ bin ich“ angeboten, der einem Tips zum persönlichen Reputation Management offeriert (mein Testergebnis siehe Bild).

Hintergrund des Tests: Der Profil Organiser wird hiermit promotet. Dort kann man seine Netzwerk-Profile eingeben und hat diese so im Schnellüberblick und -zugriff. Der vordergründige Vorteil der Übersichtlichkeit, läßt sich mit einem grundlegenden Tip entkräften…

Starte kein Profil in einem sozialen Netzwerk, wo Du nur einen kleinen Mehrwert siehst und evaluiere vorher, ob Du nur aus einer zeitweiligen Zugehörigkeit (Schule, Uni, etc.) oder aus zukünftiger Überlegung (Kontakte halten, Karrierebenefit, etc.) dieses nutzen wirst.

Die Dienstleistungen von Dein Guter Ruf erinnern mich dennoch stark an den Personal Web Manager, denn hier geht es offensichtlich wirklich um den strategischen Ansatz des Reputation Managements mit persönlicher PR-Betreuung. Man bietet vier verschiedene Versionen an: Basis-, Profi-, Premium- und VIP-Manager – von kostenlos bis 129,90 EUR pro Monat. Letztere verspricht sogar…

– Wir legen für Sie Profile in mit Ihnen abgestimmten Portalen an.
– Wir integrieren bereits vorhandene Inhalte in Foren, Blogs, Fachportalen.
– Wir prüfen monatlich Ihre Reputation und liefern für Sie geeignete Portal- und Themenvorschläge.
– Wir führen für Sie geeignete Online-PR Aktivitäten durch.

Insofern wirken die Preise vernünftig und erinnern an das Preismodell von Reputation Defender.

Kurztest: Dein Guter Ruf
Suche: Die Suche ist unbefriedigend. Bei 466.000 Googletreffern zu meinem Namen fand Dein Guter Ruf rund 70. Einige hatten überhaupt nichts mit mir zu tun. Zahlreiche positive, wie Interviews und Gastbeiträge von/mit mir, wurden gar nicht gefunden.
Image-Webseite: Ein Bild kann nicht gefunden, hochgeladen oder integriert werden (vielleicht in einer Bezahlversion?!). Der erste Eindruck eines Menschen zählt – und der Mensch verkauft sich in der Karrierebewerbung über ein persönliches Bild. Man verschickt ja auch keinen Lebenslauf ohne Foto.
Paid Services: Daß man für zahlreiche Funktionen (z.B. Kommentar eines Suchtreffers) im Web 2.0 Zeitlater bezahlen muß, ist irgendwie Web 1.0 Welt. Zumal my ON-ID hier schon diese Funktion ohne Aufpreis anbietet.
Fazit. Unspektakulär, nüchtern, sachlich, nicht personalisierbar – aber vielleicht ist die Form genau das, was zukünftig für das Personalwesen die nachhaltige Bewerbung ist. Wer weiß…

Spot On!
Neben my ON-ID macht sich mit Dein Guter Ruf ein weiterer Anbieter auf, unsere individuelle Online Reputation im Auge zu behalten und zu professionalisieren. Mein Urteil bleibt dennoch kritisch. Die Idee Reputation Management mit persönlicher PR-Strategie zu verknüpfen, gefällt mir gut (schon wegen seiner Nähe zu ‚meinem‘ Personal Web Manager). Man müsste es fast einmal einem Test unterziehen, um zu sehen, wie erfolgreich sich die Arbeit für das Personal Branding zeigt (Erfahrungsberichte bitte an mich schicken). my ON-ID ist dennoch derzeit einen ganzen Schritt voraus und bietet die spannendere und zielgenauere Lösung das Online Reputation in der Spur zu halten. Reputation Management bleibt weiterhin aufwendig, vor allem zeitaufwendig, denn am besten wird sie derzeit noch von jedem Einzelnen kritisch beäugt, bewacht und bewertet.

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Kommentare

6 Kommentare zu "Online Reputation Management bleibt (zeit)aufwendig…"

  1. Wilberg Susanne am 30.06.2009 11:17 

    Zu Ihren Anmerkungen möchte ich gern Stellung nehmen und vielleicht auch ein paar ergänzende Einblicke zur Ausrichtung von DeinguterRuf.de geben.
    1) Die Suchergebnisse haben wir auf eine Anzahl beschränkt, da bei einer größeren Anzahl die Bearbeitung zu aufwendig wird.
    Auch bei Personensuchmaschinen gibt es beim ersten Suchergebnis eine Selektion. Wir bieten in der Premium-Suche, die erst in Kürze verfügbar ist, noch erweiterte Funktionen um das Suchergebnis entsprechend weiterer Suchkriterien zu „verfeinern“. Das Suchergebnis enthält selbstverständlich auch Namensvetter, da gerade bei häufig vorkommenden Namen, eine Verwechslung möglich ist. Hier erhält der Kunde dann einen Überblick wo sein Personal Branding im Netz noch zu verbessern ist.
    2)Die Web-Imageseite ist ganz bewußt ohne Foto und Kontaktfunktion, da wir hier im Gegensatz zu einem Netzwerk kein Profilseite anbieten, sondern eine ganz sachliche neutrale (oder in Ihren Worten nüchtern/sachliche) Präsentation von persönlich ausgewählten Suchergebnissen. Somit ein weiterer positiver Treffer in den Suchmaschinen Ergebnissen.
    3) Der Profil-Manager dient dazu einen Überblick über seine genutzten Portale zu behalten. In einem nächsten Step werden hier auch noch mehr Funktionalitäten angeboten.
    Noch kurz zu unserer Ausrichtung, wir verstehen uns als Reputationsservice, nicht als Netzwerk. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß viele Personen mit den Optionen im Netz eher überfordert sind. Daher bieten für alle Bereiche eine geeignete Dienstleistung und unterstützen den Kunden beim Start seines persönlichen Reputations-Managements.

  2. Martin Meyer-Gossner am 30.06.2009 11:56 

    @Wilberg Susanne Nochmal ganz klar: Der Business-Ansatz wirkt intelligent und sinnvoll… sonst hätte ich das Thema nicht nochmal aufgegriffen. Ihre Ergänzungen hier sind sicherlich hilfreich, denn die Ausrichtung des Service kann sonst falsch verstanden werden. Hinsichtlich des Tests… Suche: Argument zu Namensvetter ist klar, aber dürfte bei meinem Namen eher schwer zu finden sein – gerade bei einer kleinen Auswahl muß die Treffergenauigkeit stimmen. Ist schließlich Ihr Argument für die Pressemeldung gewesen. Web-Imageseite: Nur um einen guten Treffer bei Suchmaschinen Ergebnissen zu erzielen, wäre ein Eintrag viel Aufwand (siehe Überschrift). Profil-Manager: Gibt es dafür nicht schon genügend Optionen auf Plattformen? Sämtliche Netzwerke bieten das bereits an und … yiid.de im Speziellen.
    Dennoch: Bin gespannt, wie sich der Service weiterentwickelt. Viel Erfolg…

  3. Karsten Füllhaas am 30.06.2009 15:37 

    Ich habe auch gerade die Suchfunktion getestet, und bin schon etwas erstaunt gewesen, dass meine Webseite (www.fuellhaas.com) nicht gefunden wurde, bei Google erscheint sie zuoberst. Der Test ergibt, dass ich ein „OpenSurfer“ bin, der noch zusätzliche Vorteile durch Twitter und FriendFeed erzielen könnte – danke, nutze ich bereits. Klar dienen sollte Tests als Einstieg, um neue Kunden zu interessieren, aber die Ergebisse sollte dann schon etwas mehr Glaubwürdigkeit bieten. Über die Qualität der Reputations-Manager Leistungen kann ich nichts sagen. Abgesehen von Analyse und Strategie frage ich mich jedoch, wie weit das Anlegen von Profilen und Intergrieren von Content durch Dritte sinnvoll ist. Pflege der eigenen Online Reputation ist auch immer noch etwas, was man auch selber tun muss und nicht komplett outsourcen kann. Strategie, Analyse und Coaching sind jedoch immer willkommen, denke ich.

  4. Martin Meyer-Gossner am 01.07.2009 09:17 

    @ Karsten Da gleichen sich ja die Test-Erfahrungen von uns beiden. Das Anlegen von Profilen ist sicherlich machbar (sogar inzwischen wie bei knowem.com automatisiert) durch einen solchen Reputations-Service, aber mit authentischem Leben füllt es nur die eigene Persönlichkeit. Das sehe ich auch so…

  5. Wilberg Susanne am 01.07.2009 16:08 

    @ Karsten und Martin die konstruktiven Anmerkungen begrüße ich sehr und wir werden einiges sicherlich bei unseren Optimierungen berücksichtigen. Noch kurz zur Anmerkung von Karsten 1)Das Testergebnis Profi-Open-Surfer haben wir leider noch nicht vorbereitet, aber wäre eine Überlegung wert…
    2)Das Suchergebnis http://www.fuellhaas.com erhalte ich bei uns auf Seite 5 unter Webeinträge. Da wir eine Gliederung nach
    3 Kategorien haben (Blogs/Foren, Webeinträge, Soziale Netzwerke)ist die Reihenfolge anders als in einer Suchmaschine.
    3)Bei der Betrachtung des Services Reputations-Manager sind wir ganz nah beeinander: mal plakativ beschrieben,
    wir entwickeln das Auto (im Basis bis Premium Segment), stellen die regelmäßige Inspektion aber fahren muß der Kunde selbst.

  6. Marco am 14.07.2009 09:16 

    Spannende Diskussion.

    Ich glaube kein Dienst der Welt kann meine Online-Reputation wirklich beeinflusse.

    a.) bin ich immer selbst dafür verantwortlich und
    b.) liegt dann doch alles in der Hand von Google :)

    und Martin … Hast Du yiid.com gerade einen Profilmanager genannt? … tz tz tz :-)

    Marco

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