Online Reputation – Social Networking und Lebensläufe

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Soziale Netzwerke haben unser Leben, und damit unsere klassischen Lebensläufe (CVs), revolutioniert. Was irgendwo digital in einem Netzwerk über das Leben einer Person geschrieben steht, ergibt ein komplexes und detailliertes Karrierebild einer Person. Und dieses Social Networking Auftreten kann so dienlich sein für die weitere Karriere…

Ob das Profil nun auf Linked, XING, Facebook, Twitter oder sonstigen Social Networks ist, immer wieder gibt es Einzelheiten der Persönlichkeit hinsichtlich des Werdegangs wieder – von Erfahrung und Wissensstand über Interessen und Fähigkeiten. Im privaten Netzwerk -egal ob digital oder offline- sind diese Daten nicht neu.

In der Berufswelt entscheiden diese Fakten zunehmend über die Karriere jedes Einzelnen. Manchmal stellt man sich die Frage, welche Relevanz klassische Lebenslauf-Formate überhaupt noch bei der Jobvergabe von gehobenen Positionen haben, oder ob die Betrachtung der Bestandteile einer Digitalen DNA durch Personalverantwortliche oder Personalberater nicht bereits mehr ins Gewicht fällt.

Alle Social Networks wollen bei der Registrierung so viel wie möglich über die Persönlichkeit erfahren… was natürlich später ‚public‘ wird, sobald das Profil freigeschaltet wird. Und ‚public‘ heißt, es geht ins Netz, ins Web und ist damit weltweit einsehbar. Eine große Chance, aber auch ein mögliches Karriere-Risiko…

So empfiehlt sich, und das sollte im Interesse eines jeden Menschen mit Social Media Profilen sein, bei diesen Profilen ein gutes Bild abzugeben. Mein Credo als Empfehlung lautet kurzgefasst…

„Bleibe die digitale Persönlichkeit, die Du auch in der realen Welt repräsentierst. Erfolgreich wirst Du Social Networks nutzen, wenn Du Deine Individualität in der vernetzten Kommunikation informativ, authentisch und qualifiziert abbildest.“

Detailliert lässt sich dieses Credo mit folgenden drei Tips zur Darstellung der eigenen Biographie in Social Networks zusammenfassen.

Wirke informativ.
Speziell bei Suchmaschinen und Twitter liegt die Würze in der Kürze. Man muss nicht unbedingt die komplette angebotenen Länge des Profiles ausnutzen (in Suchmaschinen werden die Profile als Suchergebnisse meist nur kurz angerissen). Je länger das Text-Profil, umso treffender sollten die Worte gewählt werden. Basisdaten müssen aussagekräftig sein. Was müssen die Leute über meine Person in diesem speziellen Social Network unbedingt wissen? Dann folgen persönliche USPs, mit denen sie sich von der Masse differenzieren, Interesse kreieren oder Besonderheiten fokussieren.

Spreche authentisch.
Wer sich online verstellt, sich in den Vordergrund stellt oder sich exponiert durch besondere Qualifikationen, muss den Beweis erbringen können. Beim ersten Offline-Meeting wird man sonst schnell entlarvt werden. Persönliche Qualifikationen, die aufgemacht sind, müssen bewiesen und erworben werden im realen Leben. Wer den Nachweis nicht erbringen kann, sollte nach dem Motto leben: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Bei privaten Fotos hingegen ist generell vorsicht bei der Veröffentlichung geboten. Man kann inzwischen auch nach persönlichen Fotos im Web suchen, von denen man gar nicht weiß, daß sie dort existieren. Sehr interessant vor allem, wenn diese nicht authentisch sind…

Vernetze strategisch.
Qualität der Kontakte in Business-Netzwerken geht vor Quantität – es geht nicht darum, mit ‚Hinz und Kunz‘ vernetzt zu sein, sondern mit Vordenkern, Meinungsführern, Querdenkern, Mitdenkern und natürlich (verantwortlichen) Kollegen. Nicht jedes Social Network adressiert denselben Typus an Leuten. Dementsprechend sollten die biographischen Details und auch die Status-Updates nicht 1-zu-1 in allen Networks inhaltlich gleich erscheinen. Eine mögliche Business-Strategie für die biographische Darstellung im sozialen Business-Web könnte sein: XING für die deutsche berufliche Reputation, LinkedIn für die internationale professionelle Reputation und Facebook für Bekannte, Freunde oder wertvolle internationale Business-Socializing Kontakte. Kontakte in verschiedenen Netzwerken zu segmentieren, erleichtert die Pflege und Organisation der Kontakte ungemein und macht die Notwendigkeit der biographischen Detailangaben bedeutend spannender und aussagekräftiger.

Innerhalb der Netzwerke gilt grundsätzlich die Prämisse: Wer, welche Daten einsehen kann, wird unbedingt über die Einstellungen festgelegt.

Spot On!
Die digitale Biographie ist ihr persönliches Kapital, ihr einzigartiges individuelles Wertversprechen für die Offlinewelt. Und es wird täglich für ihre Karriere wichtiger. Behandeln Sie sie auch entsprechend, vor allem im Social Networks. Mittels sozialer Netzwerke kann die individuelle Anerkennung als Experten eines Themenbereichs (z.B. in Gruppen) steigen, die Glaubwürdigkeit und das Selbstbewußtsein gestärkt werden, und letztendlich die Karriere ‚katalysiert‘ werden. Neue Dienste wie KnowEm können übrigens bei der Registrierung und Organisation und my ON-ID beim Monitoring von Online Reputation hilfreich sein.

Je höher man die Karriereleiter aufsteigen will, umso besser sollte man seine Profile pflegen. Niemand weiß, welche Kontakte unter den Hunderten, die man hat, sich mal als neuer Arbeitgeber zeigen könnte. Manche Details des digitalen Lebenslaufes kann man positiv beeinflussen, manche nur bedingt – teilweise mit externer Hilfe von Institutionen wie ReputationDefender – oder zukünftig vielleicht mal dem Personal Web Manager.

Was ist Euer Credo? Was findet Ihr essentiell für eine Social Network Biographie? Freue ich auf Eure Kommentare.

PS: Der Artikel ist aufgrund meiner Teilnahme an der Panel-Diskussion ‘Persönlichkeit im Netz – Identität und Reputation’ auf dem Medientreffpunkt in Leipzig entstanden.

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Kommentare

Ein Kommentar zu "Online Reputation – Social Networking und Lebensläufe"

  1. Personensuche im Internet vereinfacht | TechBanger.de am 24.06.2009 06:04 

    […] wird mit Sicherheit in den nächsten Jahren stark an Bedeutung gewinnen. Besondere Bedeutung kommt dabei den Social Networks zu. Und Jochen Mai vom Blog karrierebibel.de gibt sogar eine Anleitung zum “Personal […]

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