Rückblick zum Trendforum 2008

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Das Trendforum gilt in Deutschland als die Veranstaltung für Trend und Innovation schlechthin. In diesem Jahr fand das Trendforum erstmalig an zwei Orten statt: in der BMW Welt München und in einem Live-Blog, welcher mit Videointerviews der Speaker und ihren Trendprojektionen die Offline-Veranstaltung begleitete.

Der Live-Blog erwies sich dabei als erfolgreicher Gedanke: Allein in der ersten Stunde verzeichnete der Blog mehr als 900 virtuelle Teilnehmer (unique user). Die Offlineveranstaltung besuchten über 300 Teilnehmer und konnten zahlreiche Erfahrungen zu den neusten Trends sammeln.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Innnovationsprozesse und Trendprognosen von Großunternehmen wie z.B. Henkel und Philips. Zudem erfuhr man von kreativen Ideen, die entweder die deutsche Medienwelt noch nicht erreicht haben, oder vermutlich nie erreichen werden, so z.B. von der Power Pizza (einer Notebook-Tasche für iBooks, die vor neidischen Blicken schützen soll) bis hin zu Active Skin mit unter die Haut implantierter Video-Tattos (Implantation von ‚embedded technologies‘) vieles heute noch Abstraktes, was morgen vielleicht schon kein Trend mehr ist oder an der Legalisierung durch den Gesetzgeber scheitern wird.

So verschwamm in den Vorträgen schon auch mal der Fokus zwischen innovativer Trendbetrachtung und blanker Realität. Oder sind Netbooks und das Zusammenwachsen von Hifi, TV und Internet noch ein Trend? Aus Abverkaufsgesichtspunkten ja, aus technologischer Sicht eher nicht mehr…! Wohl aber die Erkenntnis, dass Kinder im Haushalt zu 60 Prozent (Tendenz steigend) entscheiden, was gekauft wird. Überlegt man sich in diesem Zusammenhang, dass Kinder die aktivste Menschheit 2.0 im Web ist, so kommt da noch ganz was an Ausgaben auf Eltern zu.

Apropos Web… Betrachtet man die Veranstaltung aus der Web 2.0 Brille, so kann man resümieren, daß das Thema zwar in den Köpfen der ‚großen‘ Trendforscher eine Rolle spielt, aber der Produktforschung und Strategieplanung untergeordnet erscheint. Fast man die Zeit der Beiträge von zwei Tagen zusammen, in denen die moderne oder zukünftige Webentwicklung im Fokus stand, kommt man vermutlich maximal auf eine halbe Stunde.

Warum war das Web kein zentrales Thema?


Eine Antwort liefert sicherlich die Trend Map, eine Landkarte für Trends. Die Trend Map entstand als Live-Experiment während des Trendforums und versucht, „konzeptionelles Denken in eine Sprache zu übersetzen, die kulturell adaptiert und somit für die meisten Menschen relativ problemlos verständlich ist. Es soll ein fassbares Bezugssystem für Trends, Werte, Technologien und Visionen darstellen“ und ein Abbild für die großen Themen der Zukunft sein (je heller die Insel umso relevanter für die Zukunft).

Die transparente Kommunikation Offline/Online und Web X.0 steht dabei zwar im Fokus der Trendforschung, aber Communities und Social Networks haben bei langem nicht die Bedeutung in den Köpfen der Manager wie die Beruhigung der wirtschaftlichen Rezession oder das Thema Umweltschutz. Interessanterweise widerspricht sich die Trend Map insofern, als Trust 2.0 und Sustainability dann aber wieder im Brennpunkt der Betrachter steht, was unmittelbar mit der Web x.0 Bewegung einhergeht.

Die Trend Map ist auf jeden Fall ein bewährtes Tool der Trendforschung und wurde während des Trendforums von alle Referenten, Teilnehmer und Besucher erstellt, verfeinerten und erweitertet. So schreibt der Veranstalter…

„Das Tool, das Trendonomy entwickelt hat und aktiv in Marketingabteilungen, beispielsweise bei BMW, eingesetzt wird, generiert auf dem Trendforum aus ca. 10 verschiedenen Variablen eine Karte, die die Hemisphären “Gesellschaft” und “Technologie” sowie die vertikalen Achsen “Vernetzung”, “Individualität” und “Orientierung” zeigt. Je nach dem, welche Gewichtung Trends wie “Globalisierung 3.0″ erhalten, sprich, wie Menschen diese Entwicklungen einschätzen, berechnet sich der Werteraum der Trend-Map. Wie man sehen kann, entstehen Inseln, Berge, zusammenhängende Landmassen, die auf eine Verdichtung, Vernetzung und Priorität eines Trends schließen lassen.“

Und was ist mit Social Media?
Wenn die Social Media Welt davon spricht, daß der Marketier die Macht der Marke immer mehr dem Prosumer ausgeliefert ist, so sieht Josephine Green, Senior Director Trends & Strategy – Philips Design, in dem derzeitigen Tansformationsprozess keinen Nachteil. „Menschen sind Chancen“ lautet ihr Motto. Wer sich abwendet von „starken, durchstrukturierten Köpfen an der Spitze von Entscheidungen, sondern ein Konglomerat aus kreativen Prozessen, innovativen Ideen und visionären Träumen, in die sich die Technologie einbettet“, der macht Raum für Innovationen, lässt aktiv seine Kunden Trends und Ideen für das Unternehmen entwickeln und kann so mit Unternehmenserfolg rechnen.

Spot On!
Die Veranstaltung illustrierte anhand der Vorträge und der Einsichten, dass die Unternehmen die Welt 2.0 sehr realistisch betrachten. Die Trends der Zukunft werden aus ‚intelligentem Staub‘ (Dr. Karlheinz Steinmmüller, zPunkt) von den ‚Designer of Lifestyle‘ (Josephine Green) gemacht werden. Die neue Generation des Prosumers wird sich in Communities treffen, Innovationen anschieben und den Fortschritt definieren, messen und erneuern. Denn die Grundlage von Trends ist ganz einfach: Klatsch und Tratsch, oder vornehm ausgedrückt Kommunikation. Insofern kann man davon ausgehen, dass, auch wenn die Trendmap eine andere Sprache spricht, das moderne Web x.0 mit allen seinen Tools und Plattformen voll im Trend liegt.

PS: Und wer einen schönen Blick in die digitale Trends der Zukunft wagen will, der muss sich nur dieses Video der Trendpiraten ansehen. Ob die wohl im nächsten Jahr auch auf dem Podium des Trendforums stehen?

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