Die 3-Säulen-Strategie: Erst Marke, dann Mensch, oder andersrum?
26.07.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Strategy
Social Media hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem neuen Element im Mix der Unternehmens-Kommunikation etabliert. Unternehmen und Agenturen erkennen zunehmend mehr Chancen, die ein Social Media Engagement bietet. Sei es in der Marketingkommunikation, in der PR, im Vertrieb, HR oder Sales. Über die neuen Möglichkeiten wird nicht nur diskutiert, es finden sich immer mehr Unternehmen, die Social Media in mindestens einem Bereich installieren. Auch wenn sich viele Engagements noch in der Versuchsphase befinden, so ist bereits zu erkennen, dass Unternehmen Social Media ernster nehmen als noch vor einigen Monaten.
Viele Unternehmen lagern ihr Social Media Engagement an Agenturen aus, bei anderen werden neue Abteilungen und Verantwortlichkeiten geschaffen. Von Social Media Beratern, Social Media Managern und Evangelisten ist die Rede. So manche versuchen, auch eine Hybrid-Funktion aus traditioneller Jobbeschreibung und „soziale Zusatzaufgabe“ zu erschaffen.
Social Media Verantwortliche erhalten weitreichende Verantwortlichkeiten, die es in dieser Form selten vorher im Unternehmen gab. Sie können meist ohne vorherige Abstimmungen über das Unternehmen im Netz sprechen. Sie werden zur Stimme, zum Gesicht, zum Aushängeschild. Doch was passiert mit dem Engagement, wenn Social Media Verantwortliche das Unternehmen verlassen? Verlieren Social Media Aktivitäten damit ein „Gesicht“, eine „Stimme“ im Netz?
Social Media sollte unserer Meinung nach daher immer auf drei Säulen aufgebaut sein, um es nachhaltig im Unternehmen zu verankern. Ob die Konzentration auf eine Person vorteilhaft, bzw. das Auslagern der Aktivitäten auf Agenturen sinnvoll ist, steht hierbei als Frage im Mittelpunkt.
Marken (statt Personen): “Vermenschlichung durch Authentizität der Personen”, oder kann die Marke das selbst?
Social Media soll authentisch sein, transparent und dialogorientiert. Um diese Bedingungen erfüllen zu können, bedarf es nicht nur einer Strategie, sondern Menschen, die eine Marke leben können und der Marke im Netz eine Stimme verleihen, die Unternehmenswerte vermittelt. Oftmals ist die Stimme eine Person, die auf Kommentare, Retweets etc. reagiert. Dieser Mensch verleiht der Stimme im Netz einen eigenen Charakter. Wie reagiert die Stimme auf Kommentare? Wie geht sie mit Followern um? Inwieweit lässt sie sich auf einen Dialog ein? Natürlich kann man versuchen, alle Maßnahmen genauestens zu konzipieren, Social Media ist aber schnell, schneller als jedes Konzeptpapier. Und zu viel Konzeption schadet dem Engagement, sowie der Authentizität. Also muss ein Unternehmen nicht nur auf eine Person setzen, sondern auf die Vermenschlichung der Marke.
Organisationskultur: Mehrere Personen im Unternehmen stützen den Social Media Auftritt
Social Media Aktivitäten sollten niemals auf eine Person fokussiert werden, sondern immer mehrere Personen aus verschiedenen Abteilungen einbinden. Im Idealfall gibt es einen Markenauftritt im Social Web, der von verschiedenen Personen betreut wird, die wiederum selbst aktiv als Person auftreten können. In der Kombination Marke / Person können vielerlei Synergien entstehen, die den Auftritt als Ganzes ,als “unternehmerische Menschheit”, stützen. Fällt eine Person aus, können die Maßnahmen schnell vom Social-Media-Team übernommen werden, ohne dass ein Bruch in der Transparenz der Kommunikation zu befürchten ist. Besonders in Urlaubszeiten scheint das Problem der Verlagerung bzw. des Management von Social-Media-Aktivitäten durchaus brisant zu sein. Wir hören bereits von mehreren Seiten, dass aufgrund der Umsetzung von nur einer Person hier ein eklatantes Problem entstehen kann. Denn eines ist gewiss: Auch Social Media Betreuer brauchen eine Auszeit.
Automatisierte Prozesse, oder… Das perfekte Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik
In der beobachtenden Analyse setzen viele Unternehmen bereits erfolgreich auf Social-Media-Monitoring-Tools, die wertvolle Ergebnisse zu Tage bringen. Die Reaktion selbst auf bestimmte Anlässe wird aber immer noch vom Mensch bestimmt, definiert, organisiert und orchestriert. An dieser Stelle sollte unserer Meinung nach, automatisierte Prozesse Unterstützung leisten, wie dies zum Beispiel auch Online-Marketing bereits erfolgreich eingesetzt wird. Dank Targeting, Frequency Capping oder dynamischen Updates werden Online-Kampagnen schnell optimiert und damit auch erfolgreich. Für Social Media sind solche automatisierten Prozesse zwingend zur Entlastung und taktischen Optimierung notwendig und dienen der Unterstützung der Verantwortlichen. Sie lassen Social Media auch langfristig ein wertvolles Instrument der Kundenbindung zu werden.
Spot On!
Diese 3-Säulen-Strategie soll Unternehmens- und Abteilungsverantwortlichen einen Denkansatz beim Einsatz und der Optimierung von Social Media im Unternehmen liefern. Der sinnvolle Einsatz von Social Media Entschleunigung im Unternehmen (Slow Media Manifest) sowie produktivitätssteigernde Wex-Experten in Unternehmen (Personal Web Manager) sind hierbei zukunftsweisende Visionen für eine effiziente soziale Online-Unternehmenskultur. Denn nur, wenn wir sinnvoll mit unserer Zeit umzugehen lernen, kann eine 3-Säulen-Strategie das Social Media Engagement eines Unternehmens unterstützen und sich im Sinne der Wertschöpfungseffizienz manifestieren und dieser sinnvoll nützlich sein.
Über die Autoren…
Für die Idee zu diesem Post haben Heike Bedrich und ich die Köpfe auf dem Internet World Kongress zusammengesteckt. Uns hat die 3-Säulen-Strategie gefallen und ist unserer Überzeugung nach, ein guter Schritt für Unternehmen in eine erfolgreiche Social Media Welt.
Heike Bedrich ist seit vielen Jahren in der PR- und Marketing-Welt zu Hause. 1998 gründete sie mit Talisman ihre eigene Agentur für Kommunikation und Imagebildung. Sie betreut Kunden aus der IT- und Medienszene und hat sich auf die Themen PR, PR 2.0, Corporate Communications und Online Reputation Management spezialisiert.
Social Media Strategie: Berater lieben sie, Firmen fehlt sie (meist)
29.06.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Social Media
Es ist vermutlich eines der beliebtesten Schlagwörter der letzten Monate: Social Media Strategie. Und auch wenn jeder Berater sie anders definiert, die Begeisterung dafür wächst. Und auch die Notwendigkeit dafür dringt bei Unternehmen langsam durch. Doch den meisten Firmen fehlt immer noch ein strategischer Plan für den Einsatz von Social Media, was eine Befragung jetzt belegt.
Es verwundert einen, und doch auch wieder nicht: das Ergebnisse einer aktuellen Befragung von Digital Brand Expressions. Bei der Befragung sagten 78% der Marketing-Entscheider, daß ihr Unternehmen soziale Medien wie Facebook und Twitter für ihre Zwecke nutzen. Dennoch gaben nur 41% an, dass sie ihrem Engagement im sozialen Web eine elaborierte Strategie für die Kommunikation mit Partner und Kunden zugrunde legen.
Von den Firmen, die eine Social Media Strategie haben, setzen 94% die soziale Kommunikation für Marketingaktivitäten ein und 71% sehen die Verantwortung für Social Media in der Marketing-Abteilung des Unternehmens.
71% der Firmen, die eine Social Media Plan haben, nutzen die modernen sozialen Medien für ihre PR-Aktivitäten. 55% haben die Erhöhung der Absatzzahlen mit dem Salesteam im Visier. Das Thema Employer Branding züngelt dagegen noch auf kleiner Flamme. Nur 16% setzen die sozialen Medien im Bereich Human Resources für ihr Rekruiting ein. Interessanterweise ordnen auch 10% ihrer IT-Abteilung diese Aufgabe zu. Ob die IT-Abteilung nun aber zu den kommunikationstarken Abteilungen gehört, werden sicherlich andere Experten diskutieren.
Grundsätzlich stimmen die Zahlen einen bedenklich und zeigen ein altes Unternehmensproblem: Umsätze sollen schnell fließen, aber ein langfristiger Strategieplan fehlt. Von den Unternehmen, die keinen Plan für Social Media haben, sehen 88% die Wichtigkeit eines unternehmensweiten Planes für Social Media. Seltsam mutet es dann an, daß trotz der Einsicht der Notwendigkeit, Maßnahmen ergreifen zu müssen, sich der Aktionismus darin spiegelt. Als Gründe, die eine Firma davor abhalten, strategische Maßnahmen zu ergreifen, vermuten die Studienmacher das Fehlen eines ganzheitlichen Planungsprozesses in Unternehmen.
Vielleicht wird Social Media aber auch wie um die Jahrtausendwende als “Kommunikations-Testballon” gesehen. Bei einer durchschnittlichen Budgetverteilung von 4% für Social Media -laut einer aktuellen Razorfish Studie- erscheint dies wie die Vorgehensweise der Unternehmen und ihrer Marketingabteilungen mit dem Thema Onlinewerbung damals.
Spot On!
Obwohl 80% der Führungskräfte soziale Medien nutzen, lassen diese für die Strategie eines Unternehmens Verantwortlichen trotz ihres eigenen Online-Handelns, keine planerischen Konsequenz ihrer persönlichen Web-Nutzung folgen.
Ist das derzeit verwunderlich? Wohl weniger. Gerade abteilungsübergreifenden Planungsprozesse werden in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fälschlicherweise von Abteilungsleitern wenig Bedeutung beigemessen. Es zählt der schnelle Dollar. Social Media, als eine solche Unternehmensabteilungen übergreifende Kommunikations-Disziplin, erfordert allerdings zwingend die Aufstellung, Abstimmung, Angleichung und Optimierung von Social Media Aktivitäten. Und das ist ein stetig wachsender Prozess – aber der braucht eben Weile.
Zumindest, wenn man die transparente Kommunikation mit dem Kunden, Partner und Mitarbeiter einer kollektiven Meinungsbildung zugunsten positiver Reputationsbildung (und Umsätze) nicht vorenthalten will. Und man Synergien zwischen Abteilungen nutzen und zweckfreie Content Redundanzen vermieden will – bei gleichzeitiger Optimierung der vorhanden Resourcen. Ein Ziel, woran sich aber auch Berater langfristig beim Aufbau einer Social Media Strategie messen lassen müssen.
Report: Was bedeutet Information im Jahr 2015?
08.05.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Strategy
Es ist ein faszinierender Report mit dem Titel “Information 2015 – Reforming the paradigm“, den Accenture da veröffentlicht hat. Das Thema ist aber nicht umsonst ein Accenture sehr nahe stehender Aspekt. Schließlich hat man in Indien das Innovation Center for Information Management und sich somit dem dem Thema Information Management verschrieben. Für die Studie hat Accenture mit der deutschen Trendagentur Z-punkt kooperiert.
Die Haupterkenntnisse werden in vier Szenarien zusammengefasst…
- Hoch-performante Unternehmen analysieren Produktivitätsdaten über Status und Vorgänge in der physischen und sozialen Welt, welche durch Sensoren und das ‘Internet der Dinge’ generiert wird.
- Social Software in andere Platformen und mobile Endgeräte integriert werden sowie sich in der physische Welt verbreiten (Augmented Social Workspace – der zukünftige Arbeitsplatz).
- Erfolgreiche Unternehmen in 2015 werden ein Netzwerk aus Experten bilden, und somit eine Angebotspalette an Kunden- und Business-Intelligenz, Vertrauenswürdigkeit und Echtzeit offerieren (Von SaaS zu Platform as a Service zu Experts as a Service)
- Persönliche Entscheidungsmaschinen werden die Fähigkeit von Firmen dramatisch verbessern, Konzepte zu erstellen und schnell und transparent Lösungen zu entwickeln (Personal Web Manager als Hybrid-Modell zwischen Mensch und Maschine?)
Spot On!
Es ist manchmal faszinierend, mit welchen Visionen die “große” Strategieberater aufwarten. Und liest man sich die Vorhersagen durch, vergleicht sie mit den angebotenen Beispielen aus 2005, so wird schnell klar, was möglich gewesen wäre, wenn man die heutigen Optionen vor fünf Jahren gehabt hätte. Für mich die erschreckendste Vorstellung und größte Herausforderung ist das erste Szenario. Ist sie doch auf gewisse Art und Weise ein “Big Brother is Watching You Working” -Szenario. Da dürften Betriebsräte in Deutschland Alarm schlagen. Erinnert an das IBM JamCamp und Gedanken hierzu…
Was haltet Ihr von den Accenture-Szenarien und wie realistisch seht Ihr sie?
Top-Banken nähern sich Social Web langsam
30.04.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Strategy
Es ist eine Weile her, daß ich über Deutsche Top-Banken zu Social Media und Web 2.0 geschrieben habe. Und in den letzten Wochen wurde mehrfach die Frage aufgeworfen, ob hierzu nicht mal ein Update notwendig wäre. Gute Idee meiner User – machen wir!
Nun könnte man annehmen, daß nach der Finanzkrise in 2009 bei Banken vermutlich ganz andere Prioritäten auf der Liste der Verantwortlichen stehen. Aber da gerade jetzt Vertrauensbildung Not tut, entdecken auch die Banken die Möglichkeiten des Social Web. Und wie man sich strategisch geschickt als Bank im Social Web ins Gespräch bringen kann, hat Mashable kürzlich mit einer guten Zusammenstellung der verschiedener Social Media Optionen und Cases des amerikanischen Marktes gezeigt.
Dieser Post soll nun den deutschen Markt durchleuchten. Methode: Eigene Recherche, ohne die Hilfe der PR-Exeperten aus den Bankhäusern. Schließlich sind wir Kunde und wollen uns den Markt selbst erkunden.
Deutsche Bank
Die Deutsche Bank hat wahrlich einen erstaunlichen Aktionismus hingelegt in den letzten Monaten. Alle aktiven sozialen Kommunikationsstränge bekommt der Kunde als eigene Sub-Seite innerhalb des Webauftrittes angeboten. Von diversen Social Networks wie Facebook, YouTube, Twitter bis hin zu RSS Feeds ist alles übersichtlich dargestellt. Die Deutsche Bank hat aber nicht nur einen Account in den Netzwerken sondern bei den meisten gleich mehrere mit klarer Zielausrichtung (Investement, Karriere oder auch Corporate Communication) bei der Kundenadressierung.
Kundenadressierung? Ja, von Kommunikation kann noch wenig die Rede sein, eher von klassischem PR Broadcasting. Twitter Accounts sind mit Facebook 1:1 verbunden und es sieht aus, als füttere lediglich der RSS-Feed der Presse- und/oder Marcomabteilung die Accounts inhaltlich. Klassische Push-Kommunikation in meinen Augen, da meist mit Webinaren, PR-Meldungen und Promotions mehr die Leadgenerierung im Vordergrund steht.
Da manche Accounts allerdings noch jung sind und wenige Follower haben, bleibt abzuwarten, wie sich der Umgang mit den modernen Medien etabliert. Auf jeden Fall hat die Deutsche Bank das Ohr nah am Markt und bereitet die Kunden auf zukünftige Banken-Trends vor: “Nach Schätzungen der Deutschen Bank werden bis zum Jahr 2011 weltweit bis zu 150 Millionen Menschen ihre Bankgeschäfte online und mobil tätigen.” Eine gute Idee, gleich einen Ratgeber anzubieten: “Sicherheit beim Mobile Banking”.
Dresdner Bank
Eine schnelle Recherche eröffnet einem, daß anscheinend an einem Corporate Twitter Account und an einem Corporate Facebook Account gearbeitet wird. Und auch die Investoren-Riege Dresdner Kleinwort der Unternehmensgruppe hat sich auf Facebook schonmal einen “sozialen Anfang” eingerichtet. Die sozialen Aktivitäten der übernommende Commerzbank AG hat vor kurzem erst Armin Cremerius beleuchtet. Die Dresdner Bank öffnet sich langsam (ganz langsam) auf den Weg zur sozialen Webkundschaft.
HypoVereinsbank – UniCredit
Stilles Twitter-Monitoring? Der Sparkasse hört man jedenfalls schonmal fleissig zu, wenn man sich die Following-Accounts ansieht.
Interessante Erkenntnis war für mich, daß bei YouTube die Branded Accounts offensichtlich nicht wie bei Facebook in die Markenhoheit der Unternehmen migrieren oder für diese freigehalten werden. Wenn man sich mal den HypoVereinsbank Account ansieht. Ob das für die Marke so dienlich ist…?
Bei meiner Recherche fand ich als erstes Googleergebnis eine Stelle als “Praktikant/in für Projekt im Bereich Social Media / Web 2.0 / Employer Branding”. Eine Praktikantenstelle für eine Person, die Internet-Trends erkennen soll? Eine tolle Herausforderung? Oder unterschätzt man angesichts der Job-Beschreibung nicht ein wenig die Macht des “Web 2.0″?
Die HypoVereinsbank nutzt offensichtlich die Kraft von Social Media zur Markeninszenierung, wie sich beim HypoVereinsbank-Lego-Tower-Event über Facebook zeigt. Kommunikation mit den Kunden kann im Social Web auch so entstehen – allerdings mit fragwürdiger Nachhaltigkeit und auf klassischem Marketing- oder PR-Kampagnenlevel. Ist die Aktion vorbei, kommt der Facebook Account zum Stillstand.
Sparkasse
Die Sparkasse zeigt aufgrund ihrer Unternehmensstruktur vor allem regionales soziales Web-Engagement. Die Sparkassen Holstein und Pforzheim Calw twittern schon fleißig. Letztere haben sogar schon Facebook für sich entdeckt. Die Nürnberger haben sogar ein Weblog, welches von Mitarbeitern der Sparkasse Nürnberg geschrieben wird und “offen und ehrlich über verschiedene Themen, z.B. Finanzen, Ausbildung, Gesundheit im Beruf und vieles mehr diskutieren”.
Die Sparkasse Berlin integriert Facebook zur Marketingunterstützung beim aktuellen Konzept “Giro Challenge 2010″. Eine gute Idee, die zum Mitmachen anregt und auf einem interessanten Konzept für Jugendliche basiert. Gut auch der Brückenschlag der Synergieerzeugung mit der Hautpstadtseite Berlin.de, die die Kandidatensuche ausschrieb.
Der Corporate Twitter Account ist eher ein erweitertes Sales-Promotionstool wie man derzeit am Beispiel der Autokredit-Aktion mit Gebrauchtwagen.de ersehen kann. Der übergreifende Youtube Channel der Sparkasse und auch der DEKA Investment Unternehmensbereich vorwiegend auf die eigenen Werbespots zurückgreift, wobei letzterer auch schon kleine Ansätze von informativem Web-TV liefert.
Generell wirken die Accounts noch wenig lebendig und wird selten aktualisiert.
West LB
Man könnte wahrlich sagen, im Westen nichts Neues. Wenn bei Google mein Post zu Social Media und Web 2.0 in Verbindung zur WestLB immernoch als erstes Ergebnis angezeigt wird, dann steht dort offensichtlich Social Media nicht auf der Tagesordnung und ist auch weiterhin kein Bestandteil der webstrategischen Planung.
Spot On!
Vielleicht machen die Banken ja ordentliches Social Media Monitoring. Dann wird sich in den Kommentaren sicherlich bald eine Antwort auf einige Fragen finden. Grundsätzlich fällt auf, daß die populären Social Networks gerne als verlängerter Marketingkanal gesehen werden und sehr kampagnengetriebenen Einsatz erfahren.
Ansonsten muss man mal feststellen, daß Social Media selbst in einer größeren Studie zur Bank 2015 nicht einmal erwähnt wird. Verwundert es da, daß einige Banken sich die Kundenkommunikation nach traditionellem Vorbild genehmigen und stärker auf ihre Kernkompetenzen Beratung und Vertrieb konzentrieren sowie strategisch wenig relevante Bereiche outsourcen?
Ob Social Media wohl zukünftig im Kundengeschäft des Bankenwesens eine Rolle spielt? Und ob Social-Banking auf Facebook bald zum Alltag gehört, darf man trotz einer verheissungsvollen Steria Mummert Consulting Studie wohl eher anzweifeln.
Unerklärlich bleibt mir, warum das Thema Blogs wenig Anklang bei Top-Banken findet. Obwohl doch selbst die Deutsche Bank in ihren Marktforschungsbemühungen das Wirkungspotential bereits vor Jahren erkannt hat. Aber vielleicht habe ich die auch übersehen…? Wer weiß…
PS: Danke an Brandflow für ein paar Links zum Post.
Deutsche wollen keine Promi-Testimonials in Werbung
28.04.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Prosumer, Web Strategy
Die Deutschen stehen nicht (mehr?) auf VIP-Testimonials in der Werbung. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und das Marktforschungsunternehmen Toluna hat 1500 Bundesbürger befragt.
Das Ergebnis ist eindeutig: Nahezu vier von fünf Deutschen wollen keine Werbung mit Promi-Testimonials mehr sehen, und 76% der Bundesbürger lassen sich nach eigener Einschätzung ohnehin nicht von Promi-Werbung beeinflussen.
Verwundert das? Wohl die wenigsten… Der Promi hat dabei nichts anderes im Sinn als den besten Deal zu machen. Ob die Marke zur Person passt, glaubwürdig rüberkommt und authentisch wirkt, ist dabei wohl eher zweitrangig. Zahlt die Marke den entsprechenden Auftritt, steht der Promi parat. Der Kunde weiß das und schaltet seine Aufmerksamkeit ab.
Ein paar Beispiele der Studie…
Mike Krüger, der Jahre für den Hagebau-Markt parat stand (31% wussten das), hat den Mitbewerb ebenso profitieren lassen. Ein Viertel der Befragten ging davon aus, Krüger sei für Hornbach oder Obi Testimonial als Werbepartner unterwegs.
56% der Befragten konnten Dieter Bohlen nicht einmal korrekten Margarine-Marke „Becel pro-activ” in Verbindung bringen. Noch schlimmer ist, wenn das Produkt eines Wettbewerbers dabei ins Spiel kommt oder der „Pop-Titan” gar nicht als Margarine Werbe-Testimonial gesehen wird.
Heidi Klum haben weniger als ein Fünftel der Befragten als Volkswagen-Testimonial wahrgenommen. Obwohl der prominente Ehemann Seal ihr noch in der Werbung zur Seite stand.
Zeugt das von einer erfolgversprechenden Werbehochzeit…?
Spot On!
Für Markentreue ist dem Konsumenten Authentizität und Glaubwürdigkeit in der Werbung entscheidend. Nur wer durch ehrliche Bekenntnisse auf sich aufmerksam macht, ist für die Wirkung der Marke auf den Konsumenten effizient. Man darf sich die Frage stellen, ob das zukünftig -vor allem im Social Web- eher mit Menschen “wie Du und Ich” dargestellt und erzeugt werden kann. Für mich liegt die Zukunft der Testimonial-Werbung im Empfehlungsmarketing mittels Social-Testimonials in Form von eigenen Bekannten, Freunden und Peers. Wer hierauf setzt und neue Wege geht, verhindert den schnellen Markenwechsel zu Mitbewebern und schafft Vertrauensbildung in seine Marke.
Wie Landing Pages konvertieren…
07.04.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Marketing
In den letzten Tagen habe ich mir mal die Anzeigenkampagnen der Firmen angesehen, die über Google Adsense auf meinem Blog werben – also sogenannte Suchmaschinen-Kampagnen fahren. Um es kurz zu machen… Das Ergebnis ist nicht gerade positiv ausgefallen. Nach ungefähr 50 Webseiten stand bei 37 meine Testurteil-Frage: Was ist das Ziel der Kampagne? Oder: Wollen die nicht mit mir als potentiellem Kunden sprechen?
Zielführung einer Kampagne fängt mit der Teaseranzeige, auch Text-Anzeige genannt, an. Vor ungefähr einem Jahr habe ich darüber mal geschrieben, wie die zur Lead Generierung führt.
Offensichtlich ist manchen Firmen noch nicht klar, daß man mit einer guten Textanzeige eine hohe Erwartungshaltung beim Kunden weckt. Denn, wenn dort steht “Erhalten Sie Ihr Exemplar hier!”, dann will man auch an sein Ziel geführt werden, und nicht in die Irre. Oder mit zahlreichen anderen Promotions ins Nirvana der Unternehmenskommunikation gelangen.
Die Landing-Page ist der Schlüssel des Erfolges einer Online-Kampagne. Der User erwartet nach dem Klick auf die Anzeige maximal noch einen weiteren Klick auf der Landing Page, um sein Ziel zu erreichen.
Jegliche Ablenkung -grafisch oder textlich- sowie das Nichterkennen eines Mehrwert nach dem Klick, führt zum Verlassen der Webseite durch den User (vermutlich langfristig). Das Web bietet leider zu viele Angebote und so mancher Mitbewerber wird einen optimaleren und zielführenderen Weg den Kunden offerieren. Auch wenn Konkurrenz das Geschäft belebt, sollten man das Feld dem Mitbewerb nicht so einfach kampflos überlassen.
Ein paar Denkanstöße zur besseren Konvertierung von Landing Pages…
Adressierung
Machen Sie Tests mit ihren Kunden, auf welche Textbausteine ihre Zielgruppe anspringt. Die Suchbegriffe sollten schon in der Überschrift erkennbar sein und in verschiedenen Varianten ausprobiert werden.
Wording
Die Textanzeige sollte immer dieselbe Sprache wie die Landing Page sprechen. Verschenken Sie nicht Werbegelder, indem falsche Hoffnungen, Erwartungen und Bedürfnisbefriedigungen beim Kunden geweckt werden, die die Landing Page nicht halten kann.
Führen
Nehmen Sie den User bildlich gesprochen bei der Hand und führen Sie ihn über die Landing Page zum Ziel. Was der User nicht sofort erkennt, ist ein Abwanderungsgrund. Klare Ansagen sind notwendig. Wenn Sie in ein Museum kommen, wollen Sie auch nicht erst die Kasse suchen müssen.
Link Setting
Sucht ein User nach Äpfeln, will er nicht in der Oberkategorie Obst landen. Und wenn jemand einen Fussball sucht, will er nicht mit Plastikbällen konfrontiert werden. Seien Sie also lieber ehrlich zu sich sowie vor allem ihren Kunden. Stellen Sie eine exakte verlässliche Verlinkung zu Produkten oder Services her.
Registrierung
In der Kürze liegt die Würze. Man benötigt heute nicht einen Datensatz von 15 Pflichtfeldern. Die Telefonnummer oder Email reicht allemal aus. Es sei denn, Sie schicken immer noch Printmailings und Flyer raus. Nicht vergessen im Zeitalter des Social Web: Online is talking, print is silence!
Kommunikation
Gespräche konvertieren am besten. Wenn Sie den Kunden gleich in ein Gespräch einbinden möchten, bieten Sie doch mal ihr Blog, Facebook, Twitter oder sonstige Social Networks als Gesprächsplattformen über die Landing Page an.
Spot On!
Nur 15% nehmen Textanzeigen auf Suchseiten wahr. Den meisten Landing Pages fehlt die Führungslinie zur Call-To-Action. Wenn ein Kunde ihrer Anzeige also die Aufmerksamkeit schenkt, sollten sie wissen, daß im F-Modus eine Landing Page gescannt wird. Die Headline und der linke Frame ebnen letztendlich den Weg, welcher ihnen die Tür zum Kunden öffnet.
Eine Ära endet – Auf zu neuen Ufern
01.04.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Strategy
Vor 10 Jahren habe ich mich entschlossen, mit silicon.de an der Zukunft des modernen Publishing zu arbeiten. Am Freitag hat sich „Mr. silicon“, wie ich oft genannt wurde, von seinem Team verabschiedet und wird sich der Zukunft des Social Web widmen. Es ist Zeit für einen kurzen Rückblick…
Ein Rückblick
Vieles an der ursprünglichen Vision des IT B2B Mediums silicon beweist heute vom strategischen Ansatz (Closed Front-Door, Community Building, Personalisierung) seine Richtigkeit. Viele Ursprungsgedanken sind heute noch umstritten und zahlreich diskutiert wie vor 10 Jahren (Paid Content oder Paid Service?). Und vieles war seiner Zeit auf technischer Ebene weit voraus (z.B. Web Business TV). Auch sind die freien Zugangsoptionen zu externen Communities oder Web-TV Inhalten in Unternehmen selbst heute mit XING, LinkedIn oder Facebook nicht unumstritten. Die Vision war da, der Markt reformiert vieles im Laufe der Jahre.
Zum Anfang möchte ich einmal Danke sagen. Danke an alle, die dem silicon Team und mir viele tolle und spannende Jahre bereitet haben. Unsere Kunden und Agenturen möchte ich da als Erstes erwähnen. In guten Anfangsjahren (2000) haben sie uns das grundlegende Vertrauen geschenkt (vor allem IBM und Intel) und in schweren Zeiten (Management Buy Out 2002) an uns geglaubt (z.B. HP und Oracle). Und in boomenden Jahren haben sie mit uns (u.a. Symantec) tolle Projekte gestartet wie z.B. den Security Drive mit Porsche und AUDI (2005).
Bei unseren Lesern haben wir uns auf unsere eigene Art bedankt. Indem wir immer unsere Kunden mit einbezogen haben und den Kontakt zwischen Anbieter und Abnehmer sowie die Verbindung zwischen Offline und Online (nicht umsonst Credo dieses Blogs) immer im Fokus behielten.
Unsere Leser durften die etwas unsanft endende Fahrt eines Königsegg Testfahrers am Hockenheimring live miterleben. Ja, passenderweise beim Security Drive! Nein, ihm ist zum Glück nichts passiert. Oder sie durften nicht unbedingt ausschließlich Business-orientiertem Networking beiwohnen bei der IT Tipp-Kick Fussball WM im Unterhachinger Stadion (2006).
Neun Jahre lang haben unsere Leser die Chance gehabt, bei einem der von mir ins Leben gerufenen silicon.de Golf Masters mitzuspielen – sei es als Einladungs- oder Charity-Turnier. Dabei wurden zahlreiche Golfbälle ins Tegernseer Tal des Golf-Club Bad Wiessee verstreut und so mancher Regenwurm aus seinem sanften Schlaf gerissen, wenn der Schläger mal wieder nicht so wollte wie der Spieler.
Natürlich geht mein Dank aber vor allem an meine silicon Kollegen, die mich teilweise viele Jahre begleitet haben, silicon teilweise immernoch treu sind und mit denen ich ein tolles offenes, kollegiales Management-Verhältnis 2.0 gepflegt habe. Ihr seid „1a“ und habt verstanden, was investigatives Publizieren heißt. Macht weiter so!
Ja, man könnte viel erzählen über die gute alte Zeit, aber ich glaube, nun ist genug Sentimentalität geflossen. Nochmal Danke an alle!
Ein Ausblick
In den letzten Jahren habe ich mich in meiner Freizeit und zahlreichen Nachtschichten im Selbststudium sehr intensiv mit dem modernen Business-Web auseinandergesetzt. Dabei ist mir aufgefallen, daß unsere silicon Vision in verschiedensten Formen in der Webwelt immer mehr Einzug erhalten hat.
Social Networking mit Closed Front-Door ist Community-Standard geworden. Bannerformate, die silicon vor 10 Jahre hatte, erleben ihre perfektionierte Rennaissance auf Facebook. Modelle für Bezahlte Inhalte fangen langsam an zu krabbeln. Und ohne Web-TV kann man sich die Onlinewelt nicht mehr vorstellen. Es fehlt: Personalisierung – und zwar beim derzeitigen Information-Overflow an allen Ecken und Enden. Vielleicht ist das ja gerade der Schlüssel zum Paid Service?! Und es fehlt mir eine Personal Web Manager, den ich für den Manager der Zukunft als unerlässliche Unterstützungsnotwendigkeit sehe.
Was hat der Meyer-Gossner eigentlich in der Zukunft vor? Ja, diese Frage ist berechtigt und wurde mir schon am Wochenende des Öfteren gestellt. In den letzten Jahren sind viele Menschen auf mich zugekommen mit Fragen zum Webbusiness, zum Markteintritt eines Produktes, zur Online-Kommunikation, zu neuen Tools, Taktiken und Trends.
Märkte sind Gespräche!
Als geborener Networker habe ich bestmöglich versucht, diesen Menschen zu helfen, Kontakte herzustellen und neue Denkanstöße zu liefern. Ich habe erlebt, was es heißt, seine Gedanken zu teilen. Und ich glaube fest an das „Web des Geben“ (Wer gibt, bekommt auch etwas zurück).
Meine Gedanken gehen in verschiedene Richtungen: Entwicklung neuer Vermarktungsprodukte, Web-Business Strategie-Beratung und ein neues Social Business Medium. Vielleicht alles unter einem Dach?!
Es ist Zeit, das Thema Webstrategie verstärkt in die Unternehmen zu bringen, Social Web Aktivisten und Visionäre für Unternehmen attraktiv zu machen, moderne Tools für Unternehmen zu bündeln, der Webvermarktung einen neuen Anstrich zu geben und damit Investoren zu begeistern. Wer sich bei einem dieser Punkte angesprochen fühlt, der wird sich mit mir in Verbindung setzen.
„Reden ist Online, Schweigen ist Print.
Auf zu neuen Ufern…!
CeBIT 2.010 – Always mobile, always social, always on
09.03.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Strategy
Als mobile Devices (altdeutsch = Handys) erfunden wurden, dienten sie dem Sinn, im Notfall in Echtzeit Informationen auszutauschen. Das mag zwar heute immernoch so sein. Dennoch hat die CeBIT 2.010 die soziale Erweiterung des Nutzungsbeweggrundes sowie die damit einhergehende Bedeutung für Sales und Marketing den Massen eindringlich verdeutlicht.
Tippte man früher umständlich die notwendige Nummer ein, um schnellstmöglich die Polizei, den Krankenwagen oder Abschleppdienst zu einem Unfallort zur Hilfe zu holen und den Verkehrsfluß wieder zu gewährleisten. So wird heute mit dem Handy ein Film (Bild ist schon fast uncool) vom Unfall gemacht. Dieses Video wird dann in einem sozialen Netzwerk hochgeladen und die Freunde auf die verkehrstechnische Umfahrung des Unfallortes per Twitter in Echtzeit aufmerksam gemacht.
Die Tastatur des Handys spielt dabei zukünftig immer unerheblicher. Gilt es doch, wertvolle Zeit zu sparen. Schließlich wissen Usability Experten um die Wichtigkeit eines der Moderne entsprechenden kundenfreundlichen Bedienungskonzeptes. Ja ok, und auch der Notwendigkeit keine Zeit bei einem Unfall zu verlieren. Richtig.
Ergo, die App revolutioniert nicht nur das (mobile) Internet, sondern auch den Markt der mobilen Endgeräte und deren Grundausstattung. Und wer denkt, daß gelte nur für das Handy irrt sich. Auch das Auto der Zukunft greift vermutlich per Touchscreen nur noch auf Apps zu, wie die T-Systems wunderbar offline auf der CeBIT illustrierte.
Man mag sich gar nicht ausmalen, wenn man auf das Auto Screenplay noch die Apps von Facebook und Twitter hochladen kann, wie es Ford erst kürzlich in Aussicht gestellt hat. Dank Google Streetview können sich die Netzwerk Freunde dann den Ort des Geschehens zukünftig aus der sicheren Ferne ins Gedächtnis rufen. Und das Ganze sogar im Vorzeit-Webzustand – in Echtzeit schafft wohl selbst Google den aktuellen Straßenüberblick nicht. Auf der Cebit konnte man die Autos bewundern, die diese Strassen-Bilder zukünftig für uns machen – von Künstlern in liebevoller Kleinstarbeit verziert.
Ob die Künstler sich wohl danach erstmal bei studiVZ auf der Couch ausgeruht haben? So ganz unmobil, aber natürlich sozial und im “always on” Modus? Vermutlich nicht. Man musste schon ein Auto vor die Couch fahren, um irgendwie darauf zu kommen. Vielleicht haben sie aber auch nur ein Bild mit der erhöhten Kamera-Perspektive gemacht, um es dann vom Auto aus in ein soziales Netzwerk hochzuladen.
Offline gibt es den Menschen 2.010 anscheinend nicht mehr. Aber vielleicht braucht er gerade deswegen bald wieder die Ursprungsfunktion des Handys, wenn es nämlich vor lauter Onlinezeit dann in der Offlinewelt ständig kracht, weil gerade mal wieder umstrittene Location-Based Services gecheckt wurden nach den neusten Promotions und Angeboten in der Umgebung ums Auto.
Spot on!
Ach ja. Zur Deutschen Telekom gibt es auch noch ein paar Worte zu sagen. Man frägt sich, ob der Konzern Re-Branding -Weltmeister werden will. Mit jeder neuen Business-Strategie würfelt man anscheinend auch gleich ein neues Branding in den Markt. Egal ob die dann Webstrategie 2.0 heißt oder nicht und man mit Kundengeschenken wirbt, die vom Obama 2.0 Leitspruch abgeleitet sind. So wird aus “Yes, we can” einfach mal schnell “U Can” (mit dem Claim ‘The power to transform’). Und ebenso schnell wandelt man T-Online, T-Com, T-Mobile oder T-Home um. Jetzt geht der Konzern mit T auf Kundenfang. Mit weiterhin einem Punkt davor, 3 dahinter und gleichem Audio-Logo? Der PR Twitter Account darf nicht fehlen und auch Facebook wird offensichtlich bald kommen, wenn man mal genau sucht.
Ob und wie diese zahlreichen Brandingwechsel die Markenführungs-Experten auslegen, bleibt spannend und abzuwarten. Sachdienliche Hinweise bitte an die Branding-Unfall-Notaufnahme MMG bei The Strategy Web. Danke im voraus!
PS: Geschrieben auf dem Flug von Hannover nach München, auf dem iPhone – aber offline im Flugmodus…
Die Zeit der Manifeste – Manie, Hype oder Faszination?
02.03.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Strategy
Vor ein paar Wochen habe ich in einem Interview mit dem Internet World Magazin von einem Kulturwandel gesprochen, der mit der Evolution des (oder Revolution durch das) Social Web einhergeht. In der Vergangenheit gingen zahlreichen Kulturwandeln tiefgreifende Manifeste voran, die die Ziele und Absichten einer Gesellschaft im Wandel in sich tragen.
Nun ist ein Manifest kein Blog-Post, kein Whitepaper und keine Strategie-Abhandlung. Oder im Social Web Zeitalter dann doch? Manifeste entstehen in schwierigen Zeiten ideologischer und kultureller Umbruchstimmung in der Gesellschaft. Jeder in der Gesellschaft spürt die Umbruchstimmung. Jeder nimmt die Unruhe im Geiste wahr. Kluge Köpfe formulieren die Wünsche sowie die zukünftige Wegbereitung in Thesen. Die Absicht: Der Masse Orientierung und Antworten zu geben.
Der derzeitige Kulturwandel findet in schriftlicher Form eine kreative Energie, die sich in diversen Manifesten niederschlägt – publiziert zumeist von (Social) Web-Experten. Allein im Jahr 2010 sind inzwischen 3! Internet-Manifeste erschienen.
Manie, Hype oder Faszination? Es wirkt fast so, als schafften sich manche (Social) Web Professionals mit einem Internet-Manifest ein Denkmal. Was mit dem Cluetrain Manifest begann, findet euphorische, motivierte Nachahmer, die ebenfalls Manifeste in die soziale Web Diskussion einfließen lassen.
Eine Übersicht…
Cluetrain Manifest
Autoren: Chris Locke, Doc Searls, David Weinberger, Rick Levine
April, 1999
Tom’s Re-imagine Manifesto!
Ten Good Reasons to “Get Up in the Morning”
Autor: Tom Peters
Juli 2005
The Happy at Work Manifesto
Autor: Alexander Kjerulf
Juli 2007
Das Internet-Manifest
Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.
Autoren: Zahlreiche Journalisten
September 2009
Slow Media Manifest
Autoren: Sabria David, Jörg Blumtritt und Benedikt Köhler
Januar 2010
Media Manifest
12 Thesen zur künftigen Media-Messung
Autor: David Eicher/Webguerillas
Feburar 2010
Rubicon Manfest
Principles of a REVVOLUTION or, the ad server is dead
Autor: Rubicon Project
Februar 2010
In der Ära des Social Web sprechen alle von Nachhaltigkeit, was das Cluetrain Manifest definitiv bewiesen hat. Und wie sieht es mit den anderen Manifesten aus? Wie denken Social Web Professionals über diese neuen Manifeste? Was bringen solche Manifeste? Welche Art von Manifesten brauchen Unternehmen für die Zukunft? Ein paar akademische Meinungen habe ich vorab schonmal angefragt. Und freue mich auf Eure Kommentare…
Lest selbst…
Prof. Harald Eichsteller, Hochschule der Medien (HdM)
“Ein Manifest symbolisiert, dass das schwelende Gefühl einer großen Gruppe oder Bewegung sich materialisiert, aufgeschrieben und schließlich publiziert wird – ob als Anschlag an einer Kirchentür, als Buch oder im World Wide Web. Nach Luther und Marx haben sich rechtzeitig vor Ende des Jahrtausend führende Köpfe im Cluetrain Manifest zusammengetan, um der Tradition mit 95 Thesen neuen Schwung zu geben – und das wurde dann in immer kürzeren Zeitabschnitten dankbar von einigen aufgegriffen.
Erwähnenswert das 15-thesige Slow Media Manifest, das auf den ersten Blick die Tradition des intellektuellen Anspruchs der Manifestierer der letzten Jahrhunderte fortsetzt und sicherlich das schwelende Gefühl einer beachtlich großen Gruppe im digitalen Alltags-Dschungel Gehetzter widerspiegelt. Das Media-Manifest kommt mit 12 Thesen aus und lehnt sich optisch stark an die historischen Vorbilder an; es bleibt allerdings nicht verborgen, dass es sich um das Akquisitionstool einer Agentur handelt, auch wenn inhaltlich die grundsätzlichen Marketing-Tendenzen des neuen Jahrzehnts trefflich skizziert sind.
Bleiben einige Fragen: Brauchen wir jetzt in immer kürzer werden Abständen ständig neue Internet-Manifeste? Ist es legal, die von Luther und Cluetrain vorgegebene Zahl von fünfundneunzig auf ein Dutzend oder wenig mehr zu reduzieren? Ist ein Manifest nicht immer non-profit? Oder: Ist nach dem Cluetrain Manifest jetzt nicht wieder Ruhe angesagt und wir beschäftigen uns jetzt 100 Jahre mit den Konsequenzen und der Verarbeitung dessen, was da so schwelte, uns alle überrumpelte und wir nun eine ganze Zeitlang brauchen werden, um uns freizustrampeln und unsere eigene Linie zu finden?”
Prof. Dr. Klemens Skibicki, Deutsches Institut für Kommunikation und Recht im Internet (DIKRI)
“Karl Marx und Friedrich Engels beschrieben in ihrem Kommunistischen Manifest 1848 diese Unruhe als „ein Gespenst geht um in Europa…“ Damals konnte zwar jeder den gesellschaftlichen Umbruch der industriellen Revolution mit dem Wachsen der Städte, industrieller Massenproduktionsweisen und dem Entstehen der Arbeiterschicht als einer neuen gesellschaftlichen Schicht sehen und den neuen Geist spüren – die Macht und die Auswirkungen waren jedoch kaum zu überblicken. Jahre später führten die einst verfassten Grundlagen zu neuen Machtorganisationen wie den sozialdemokratischen Parteien und andernorts sogar zu blutigen Revolutionen wie in Russland.
Die Autoren der „95 Thesen des Cluetrain Manifests“ von 1999 waren ihrer Zeit genauso voraus als sie die Basisthese „Märkte sind Gespräche“ formulierten. Geschichtsbewusst drückten sie die Kraft dieser Aussagen durch die Anlehnung der Titelwahl an die 95 Thesen von Martin Luther und das Marx`sche Kommunistische Manifest an – elegant, aber nur für eine kleine Elite verständlich. Ein Jahrzehnt später wird die mächtige Veränderung durch die neuen Kräfte von Facebook, YouTube, Twitter & Co auch von der Masse abseits der Vordenker gespürt. So wie sich bürgerliche Schichten im 19. Jahrhundert sich teilweise durch die neuen Kräfte bedroht fühlten, werden heute langsam alle Branchen erfasst und viele fürchten um ihre Geschäftsmodelle, so dass sie Orientierung und neue Leitlinien für die Social Media Revolution suchen. Diese Suche mündet in der Formulierung solcher Manifeste als Antwortmöglichkeiten – wobei ich unsicher bin, ob den meisten der historische Kontext der Wortwahl geläufig ist ;-)
Die Frage der Notwendigkeit solcher Manifeste zu diesem Zeitpunkt ist für diejenigen, die schon seit Jahren bewusster Teil des Ganzen sind, zu verneinen – das Erwartete ist eingetreten. Die Masse ist aber bekanntlich träge und braucht länger, um die Welt um sie herum zu verstehen – wenn die Formulierungen Ihnen helfen und sie die richtigen Schlüsse für ihr Business ziehen können – warum dann nicht?”
Richard Joerges, Becker.Joerges.agile communication.
“Manifest ist ein großes Wort für große politische Ziele und Programme, vom Kommunistischen Manifest, bis zum Manifest der 2.000 Worte im Prager Frühling. Da mitzuhalten wird für so manches neue so genannte Manifest schwierig. Cluetrain Manifesto, ok. Das schlug ein wie eine Bombe und letztendlich zehrt unser Berufsstand immer noch davon. Aber jede noch so gute neue Idee gleich in ein Manifest packen? Sind Programm, Absichtserklärung, Verhaltenskodex nicht meistens die adäquateren Worte?
Die Bereitschaft im Mitmach-Web, Erfahrungswerte und Vorstellungen via eines Manifestes in ein gemeinsames Verständnis und bestimmte Zielsetzungen mit Blickrichtung Zukunft fließen zu lassen, sind unschätzbare Momente der Kulturentwicklung durch Kommunikation und Diskussion. Jedoch sollten sie angesichts der wachsenden Zahl von Veröffentlichungen nicht überbewertet werden. Gerade bei Ideen, die wichtige Zusammenhänge oft verkürzen oder zugespitzt Außenwirkung und Verbreitung anpeilen, laufen Gefahr, inhaltlicher Breite und qualitative Tiefenschärfe zu vernachlässigen. Einer Idee folgt die nächste, doch an Optionen für eine realitätsnahe Einordnung mangelt es. Häufig folgt prompt die nächste Veröffentlichung zum Thema – auf Kosten fokussierter Aufmerksamkeit.
Bestenfalls bleiben Ideensammlungen hilfreiche Anregungen, um Diskussionen zu fördern und Alltagssituationen einzuschätzen. Zu Manifesten geraten sie dadurch jedoch nicht. Denn auch zuviel Pathos macht manchmal verwechselbar.”
Stefan Pfeiffer, IBM Deutschland
“Derzeit nehme ich sehr viel Negativberichterstattung zum Netz wahr. Es wird gewarnt, gewarnt, gewarnt … Und die positiven Möglichkeiten fallen hinten runter. Ich glaube wir brauchen vor allem Aufklärung und Ausbildung für die Anwender im Umgang mit dem Netz. Im Unternehmen können hier Social Media Guidelines helfen. Nicht im Sinne von Vorschriften sondern Hilfestellung.”
Gerald Hensel, Neue Digitale / Razorfish
“Ich persönlich mag ja Definitionen. Eigentlich könnte man meinen, dass ich deshalb auch Manifeste mag, aber tatsächlich glaube ich, dass es sich hier fast immer um PR-Vehikel dreht. Ausnahmen bestätigen bekanntlich auch hier die Regel: Das Cluetrain Manifesto ist ein inhaltlicher Meilenstein in der Industrie und sollte von jedem gelesen werden. Dass aber Hinz und Kunz 10 unbelegte und normalerweise mässig argumentierte Thesen neu übertiteln und das dann ein Manifest nennen, finde ich eher ziemlich peinlich. ”
Spot On!
Manifeste können initiieren, revolutionieren und zum Umdenken anregen. Ja, ich unterschreibe “Slow Media” – erscheint notwendig ohne Personal Web Manager. Ja, “Cost-Per-Thousand Dialogues” klingt spannend. Doch kommt nicht “Cost-Per-Unique User” zuerst? Ja, Publisher brauchen eine effizientere Vermarktung, aber gleich ein Manifest kreieren und dann als Selbstzweck zu vermarkten? Ich weiß nicht…
Natürlich interessiert mich Eure Meinung! Lasst Eurem Geist freien Lauf zum diesem Thema Manifeste. Vielleicht entsteht ja so ein neues z.B. Social Web Manifest, mit Nachhaltigkeit – welches auch in 10 Jahren noch so glänzt, wie das Cluetrain Manifest heute.
Twitter bei KMU noch nicht angekommen
12.02.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Social Media
Auch wenn viele in der Businesswelt über die Vorteile von Twitter sprechen, wie weiteres Informationsmedium, Kundenbindung und -service, Adressierung von Sales-Promotions, Erweiterterung des Marketing-Sprachrohrs, und so weiter. Twitter bietet bei richtiger Nutzung viele Möglichkeit, aber…
Bei den kleine und mittelständische Unternehmen ist Twitter noch nicht wirklich angekommen. In Deutschland zeigt sich hier ein ähnliches Bild wie in UK. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung im Rahmen des vom Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr entwickelten Online-Ratgebers zum Thema Website-Gestaltung.
Nur 10% der 1.600 teilnehmenden Unternehmen setzen Twitter als “multimediales Element” ein. Dabei sind in 91% der befragten Unternehmen weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigt. Die Gründe hierfür könnten mannigfaltig sein. Die Befragung kommt in ihrer Aussagekraft an diesem Punkt zu kurz. Wäre es doch gerade interessant zu wissen, ob Resourcenmangel, mangelndes Interesse oder fehlendes Wissen die Gründe für den nicht-Einsatz von Twitter sind.
Mittels 12 kurzer Fragen wurde überprüft, welche gestalterischen, organisatorischen, technischen und rechtlichen Anforderungen die Website der befragten Unternehmen erfüllt. Die Antworten ermöglichten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern individuelle Handlungsanleitungen zur Verbesserung ihrer Website zu erkennen (und bei besonderem Erfolg auch an einem Website Award teilzunehmen).
Entwickelt wurde der Ratgeber vom Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekts “KMU-orientierte Website-Gestaltung”. Er ermöglicht Unternehmen, online und in wenigen Schritten eine kostenlose Einstiegsberatung zur professionellen Gestaltung Ihrer Unternehmens-Website zu erhalten.




