B2B vs. B2C: Wofür sich Social Media eignet?

Egal ob Veranstaltung, Webinar oder Kundengespräch – viele meiner leitenden Ansprechpartner oder Kunden fragen mich, ob Social Media nun (mehr) für B2B oder B2C tauglich ist. Die Frage klingt ein wenig so wie vor 15 Jahren, als man mich fragte, ob das Internet für das Business, die Umsätze und die Lead Generierung wirklich wichtig wird.

Grundsätzlich ist Social Media mal für beides einsetzbar – aber selbstverständlich unter unterschiedlichen Vorzeichen. Und: Ja, man kann Social Media sehr gut für die B2B PR-, Marketing- und Saleskommunikation einsetzen (siehe hierzu auch Erkenntnisse der Studie der wob AG). In meinen Augen ist das Social Web für B2B sogar effizienter und mit oft schwerwiegenderer Wirkung nachhaltig als im B2C Umfeld.

Vor jedem Social Media Engagement sollte dennoch geklärt sein, warum das Unternehmen überhaupt ‘sozial’ werden will, wo die Stärken und Schwächen der Produkte und Dienstleistungen sind und wen das Unternehmen mit dem sozialen Web-Engagement adressiert.

Entsprechend empfehle ich Unternehmen nachfolgende drei Denkansätze vor jeder Wahl eines Plattform-Engagements zu untersuchen und analysieren – denn die Vorzeichen sind in diesem Fall für B2B wie für B2C gültig.

Analysieren Sie…
Stellen Sie sich als verantwortlicher Manager nachfolgende Fragen. Es würde mich wundern, wenn Sie danach nicht wissen, ob der Einsatz von Social Media eine Relevanz für ihr Unternehmen hat.

- Wer meiner Kunden ist bereits im Social Web unterwegs? Firma, Jobtitel und Branche sind dabei getrennt be(tr)achten!
- Was schreiben meine Kunden auf sozialen Netzwerken?
- Wann sind meine Kunden in diesen Plattformen aktiv?
- Wo schreiben die Kunden Status Updates, Kommentare oder Posts?
- Warum engagieren die Kunden sich mit (hohem) zeitlich Aufwand im Social Web?

Diese Analyse läßt sich im übrigen gleichermaßen bei der Mitbewerbsanalyse durchführen. Es läßt ähnliche Schlüsse auf potentielle Kundschaft für ihr Unternehmen im sozialen Web zu.

Ein einfacher erster Schritt ist, mal testweise Facebook, Twitter, YouTube oder Business-Netzwerke wie LinkedIn oder XING nach Mitarbeitereinträgen und Unternehmenspräsenzen der Kundschaft durchzusehen.

Social Networking Profile agieren oft wie Hubs der im Social Web aktiven Firmen. Die persönlichen und unternehmerischen Profile vernetzen sich, verdeutlichen welches Engagement man im Social Web betreibt und wen man in seinem sozialen Netzwerk Wert schätzt.

Das ist übrigens kein “Social Media Stalking”, sondern reine Business-Recherche der Neuzeit 2.0. Diese taktische Massnahme nutzen auf meinen Businessprofilen bei XING und LinkedIn tagtäglich zahlreiche Menschen (Kunden, Mitbewerber, Partner, Personaler, usw.). Warum also nicht Sie?

Rechnen Sie…
Bei sozialer B2B Kommunikation geht es nicht um erkaufte Reichweite (Page Impressions oder Clicks), die sie erzielen, sondern um taktische Intensitätstiefe in der Kundenkommunikation (Konversation, Transparenz und Offenheit), die ihre sozialen Auftritte offerieren. Es geht um das Angebot an den Kunden, sich zu zeigen und ihr Business anzusprechen, zu loben oder zu kritisieren.

Wie wir alle wissen, ist jeder Kunde eine Referenz. Kommt dieser im ‘öffentlichen’ Gespräch transparent zu Wort, hat das Gewicht und zeigt, daß diese Person nicht ein traditionell vom Unternehmen gelistetes Testimonial ist. Und stellen Sie sich mal vor, aus so einem offenen Web-Gespräch über ihr Blog wird ein Kunde – den sie wieder zu einer Referenz machen können?

Vor allem im B2B Geschäft macht sich das umsatztechnisch mehr bemerkbar denn im B2C Geschäft. Man stelle sich nur mal vor, eine Firma verkauft dank einer Empfehlung mal eben im Produktionsbereich eine Maschine für 20.000 EUR im Vergleich zu einem Kopfhörer für 25 EUR. Wer es also schafft, seine Kunden in sogenannte “Brand-vangelists”, sprich ‘indirekte Marken-Fürsprecher’ zu wandeln, kann gerade im B2B Geschäft mit ordentlichen Umsatzzuwächsen dank Empfehlungsmultiplikation rechnen.

Bedenken Sie…
Die B2B Geschäfte beruhen auf einem zeitlich längeren Entscheidungs- und Einkaufsprozess. Die Preismodelle sind meistens bedeutend höher und die Kundenbasis ist kleiner als im B2C Geschäft. Nachhaltigkeit ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Business-Kundenbeziehungen. Man kommuniziert, diskutiert und argumentiert eben lange mit einem Kunden bis er ein Produkt oder eine Dienstleistung im Einkaufsprozess in Betracht zieht. Diese nachhaltige Kommunikationsbereitschaft mit Kunden sollte sich in der Content Strategie im Social Web wiederfinden. Oder machen Sie das derzeit auf ihrer Unternehmenswebseite?

Ist es da nicht gut, immer wieder einen kommunikativen Impuls abseits einer PR-Meldung oder Marketingaktion zu setzen? Teilen Sie die Bedenken, die ihre Kunden haben mit potentiellen Kunden, die sie noch gar nicht kennen. FAQs sind nett, aber schauen Sie sich genau an, wie oft die noch jemand liest.

B2B Kundenkommunikation über Web 2.0 Tools wie Blogs und soziale Netzwerke (siehe auch diese Studie hierzu) kann man wunderbar spiegeln und vernetzen, damit noch mehr potentielle Kunden von grundsätzlichen FAQs um Produkte, Lösungen und Services zeitnah erfahren. Das Engagement der Kunden ist aufgrund der Investmenthöhe intensiver im B2B höher als im B2C Business. Hat man den Kunden gewonnen, ist der Faktor der Mundpropaganda alles entscheidend – und den bietet Social Media in höchstem Masse… (Referenzseiten werden nebensächlich).

Warum also das Social Web nicht aus webstrategischen Aspekten für die B2B Aktivitäten nutzen?

Spot On!
Entscheidend ist: Business geschieht zwischen Menschen, die Beziehungen zueinander haben und deshalb Geschäfte abschließen, weil sie sich vertrauen. Das Social Web vermenschlicht – auch Unternehmen. Das ist eine große Chance für Unternehmen dem Anstrich eines Fabrikwesens zu entweichen. Ja, es gibt Unterschiede im taktischen Einsatz von B2B und B2C. Nein, aus strategischer Sicht gibt es keine Unterschiede. Das strategische Ziel des Social Media Einsatzes eines Unternehmens, ob hier oder da, sollte demselben Erhebungsprozess folgen und den gleichen Fokus haben: Die Unternehmensvision Wirklichkeit werden zu lassen.

Oder wie sehen/seht Sie/Ihr den Unterschied zwischen B2B und B2C im Social Web?

PS: Brian Solis hat hierzu übrigens kürzlich zahlreiche Fakten zum Status von B2B in Social Media aus der 2009 B2B Social Media Benchmarking Study präsentiert.

Eine Orientierungshilfe zum weltweiten Agieren

In Zeiten der Rezession sind Unternehmen gezwungen, sich der neuen Wirtschaftslage zu stellen und aktiv nach neuen Geschäftsmöglichkeiten zu suchen, wo immer sich diese bieten. Dass die globale Wirtschaft ins Stocken geraten ist, soll gewiss nicht bedeuten, dass auch die Wachstumsinitiativen von Unternehmen diesem Beispiel folgen müssen.

Unternehmen jeder Größe können sich neue internationale Märkte erschließen, wenn sie sich richtig vermarkten. Der Wunsch, sich in schwierigen Zeiten anzupassen und zu wachsen, muss jedoch von den geeigneten Tools unterstützt werden. Allzu leicht investiert man eine große Geldsumme in eine „Lösung“, ohne zu wissen, wie das tatsächliche Ergebnis dieser Investition aussieht. Vor dem Investieren beachtlicher Ressourcen im Rahmen einer internationalen Marketing-Strategie ist es wichtig, zunächst auszuprobieren, was funktioniert.

Für die meisten Verbraucher, die auf der Suche nach neuen Dienstleistungen oder Produkten sind, ist das Internet heutzutage die erste Anlaufstelle. Es versteht sich daher wohl von selbst, dass der Schlüssel für internationales Wachstum darin liegt, wie optimal ein Unternehmen die Möglichkeiten seiner Website ausschöpft.

Website-Lokalisierung und Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist eine kostengünstige Möglichkeit zur Erschließung neuer Märkte. Es kostet nur ein paar Hundert Euro, eine einfache, textbasierte Website in einer anderen Sprache einzurichten. Obwohl die Mehrheit des Internets stark vom Englischen durchdrungen ist, ist Englisch für die Mehrheit der Internetbenutzer nicht deren Muttersprache. Hier herrscht ein klares Missverhältnis, dass Unternehmen ausschöpfen sollten.

Zuerst muss festgestellt werden, ob in einem bestimmten Land für den von Ihnen angebotenen Service überhaupt ein Bedarf besteht. Dies lässt sich am besten am Wettbewerb vor Ort ablesen. Wenn es bereits ähnliche Organisationen in diesem Markt gibt, ist dies ein gutes Zeichen, da es eine echte Nachfrage demonstriert. Hüten Sie sich jedoch vor zu vielen Mitbewerbern, da es äußerst schwierig ist, in einen bereits gesättigten Markt einzudringen.

Haben Sie festgestellt, dass tatsächlich eine Nachfrage besteht, identifizieren Sie die wichtigen Suchbegriffe, die von den Internetbenutzern der Region verwendet werden. Google und Yahoo bieten einige kostenfreie Tools zur Keyword-Bestimmung an, über die Sie diejenigen Suchbegriffe erfahren, die im gewünschten Auslandsmarkt verwendet werden.

Diese wichtigen Ausdrücke sollten anschließend in eine professionell übersetzte Website eingebettet werden, um organisch die Ranking-Position dieser Website in den Suchmaschinen zu optimieren. Es ist möglich, in ausländischen Suchmaschinen-Rankings ziemlich rasch aufzusteigen, ganz einfach deshalb, weil die Sättigung der wichtigen Suchbegriffe in anderen Sprachen als im Englischen bei weitem geringer ist.

Um das Ganze ins Rollen zu bringen, können Sie das Abrechnungsmodell Pay per Click (PPC) oder Internet-Werbung, wie zum Beispiel AdWords von Google, nutzen. So erhöhen Sie durch einen „gesponserten Link“ den Datenverkehr auf Ihrer Website. Das Schöne an PPC ist, dass Sie Ihr Budget im Voraus festlegen können – selbst eine unerhebliche Summe von €5, falls dies gewünscht ist. Sie können den Wert von PPC einschätzen, ohne große Summen investieren zu müssen. Das Risiko ist also wirklich minimal.

Wie bereits erwähnt, hat sich Englisch zur globalen Handelssprache und zur Verkehrssprache des Internets entwickelt. Man sollte sich aber klar machen, dass drei Viertel der Weltbevölkerung überhaupt kein Englisch spricht.

Die Notwendigkeit, dass Unternehmen ihre internationalen Konsumenten in ihrer jeweiligen Muttersprache ansprechen, kann daher nicht genug betont werden. Wenn auch Englisch die am weitesten verbreitete erste Fremdsprache ist, bleibt es eine Tatsache, dass die meisten Verbraucher zuerst in ihrer eigenen Muttersprache nach Dienstleistungen/ Produkten suchen.

Ein Unternehmen, das geschäftlich weltweit agieren will, muss also in der Lage sein, in jedem Land „wie ein Einheimischer zu denken“. Das heißt, Sie müssen die Vielzahl kultureller und linguistischer Vielschichtigkeiten berücksichtigen, denen Sie begegnen, wenn Sie in neue ausländische Märkte eindringen wollen.

Nehmen wir zum Beispiel die französische Sprache in Frankreich und Kanada (Québecer Französisch). Sie ist weitgehend identisch, aber dennoch gibt es hinreichende dialektische Unterschiede zwischen diesen Ausprägungen des Französischen, so dass für ein gezieltes Ansprechen jedes Marktes gesonderte Marketing-Strategien notwendig sind.

Um dies an einem Beispiel zu verdeutlichen: „E-Mail“ heißt in Frankreich schlichtweg email, in Kanada jedoch courrier électronique (wörtlich: „elektronische Post“). Und während ein déjeuner in Frankreich „Mittagessen“ bedeutet, meint man damit in Belgien und in der Schweiz das „Frühstück“.

Es gibt zahlreiche solcher Unterschiede zwischen den französischen Sprachvarianten in Frankreich, Kanada, Belgien und der Schweiz, die die Bedeutung des richtigen Lokalisierens Ihrer Dienstleistungen für jeden speziellen Zielmarkt hervorheben. Gleichermaßen verhält es sich auch mit den Sprachen Deutsch (Deutschland)/Schweizerdeutsch, Portugiesisch (Portugal)/Brasilianisches Portugiesisch, Spanisch (Spanien)/Lateinamerikanisches Spanisch und, ganz in der Nähe, Britisches und US-amerikanisches Englisch.

Sprachen spielen daher im Globalisierungsprozess eine zentrale Rolle. Unternehmen jeder Größe könnten von Website-Lokalisierung und SEO profitieren. Eine Firma in den eigenen vier Wänden kann mit nichts weiter als einem vernetzten PC und etwas unternehmerischer Intelligenz weltweit agieren, ohne dafür Unsummen zu investieren.

Christian ArnoÜber den Autor
Gastautor Christian Arno ist Geschäftsführer und Gründer des internationalen Übersetzungsunternehmens Lingo24.

Das im Jahr 2001 gegründete Unternehmen ist auf vier Kontinenten für Kunden in über 60 Ländern tätig. Im vergangenen Jahr hat Lingo24 mehr als 30 Millionen Wörter für Unternehmen aus jedem Branchensektor übersetzt. Im Jahr 2009 betrugen die Einkünfte des Unternehmens €4 Mio.

2010: Online ROI – eine Herausforderung für Unternehmen

Die Lösung auf die folgende Frage ist komplex: Wie sollen Unternehmen zukünftig Online ROI messen? In Zeiten der Display-, Affiliate- und Search-Werbung wurde Erfolgmessung sehr einfach gehalten. Page Impressions, Clicks, Leads, Sales – Ende. Mit dem Aufkommen von Social Media ist das Thema Online Measurement komplexer geworden.

Im Vor-Web-2.0-Zeitalter gab es eine Formel, die hat alles andere in den Schatten gestellt. Sie basierte auf dem Click, den offensichtlich immer noch zahlreiche CMOs als die entscheidene Messgröße für ihre Online Massnahmen erachten. Der Click galt als Basis des digitales Vermarktungs-Manifests.

Die Formel des bisherigen Online ROI ging ungefähr so…

Page Impressions und Clicks konvertieren zur Klickrate, die Leads und letztlich (hoffentlich) Umsätze generiert.

Und dieser Formel entsprach auch die Wertigkeit in der Online-Vermarktung Cost-Per-Mile (CMP), Cost-Per-Click (CPC), Cost-Per-Lead (CPL), Cost-Per-Sales (CPO). Einfach, klar, pragmatisch.

Der Marketier ist damit zufrieden, der Sales-Mann weniger (meist aufgrund minderwertiger Leads und damit verbundener flukturierender Umsätze). Es mangelt an Transparenz. Die Geschäftsführung gilt als überfordert. 2010 soll alles anders werden.

2009 entzieht die IVW der Page Impression die Macht, der Visit soll zum ‘Golden Surfer’ werden. Eine englische Studie der Online Publisher Association (OPA) zieht nach und stärkt die Effizienz des ‘stillen Click’ und der Wertigkeit des Kontextes.

Hinzu kommt Eyeblaster, allen voran Dean Donaldson, welche noch die Dwell-Time erfinden. Effizienzmessung von Web-Aktivitäten im Web wird zu einer Herausforderung für Unternehmen. Und treibt man es auf die Spitze müßte man eine Eye-Movement-Studie betreiben, um die zeitlich-basierte Aufmerksamkeit zu messen, die Online-Werbung geschenkt wird (ähnlich den Copy-Tests aus dem Printzeitalter).

Als weitere Herausforderung kommen jetzt zahlreiche Social Media Aktivitäten hinzu. und auch hier sucht man eine verlässliche Messgröße zur Rechtfertigung des Aufwandes. Schnell bildet sich die Arbeitsgemeinschaft Social Media und stellt eine neue Social Media Währung vor: Share of Voice oder Share of Buzz. Ein vom Konzept her schlüssiges Modell, nur in der Praxis fragwürdig in seiner Machbarkeit, Handhabung und Vermarktungsrelevanz. Ein vergleichbares Mass wie die CTR gibt es in der Social Media Industrie vermutlich noch lange nicht. Vermutlich auch nicht 2010.

Die Komplexität der Messung des Social Media ROI verdeutlichen wir mal am Beispiel einer Viralkampagne, die mittels Social Media Buzz Reichweite und Ergebnisse generiert. Früher hatte der Click Relevanz. Es war eine einmalige kurzfristige Bewertung ohne Messung der Langzeitwirkung. War die Kampagne beendet, war die Messung vorbei. Ob der Click von der gewünschten Zielgruppe des Buchenden kam, war zweitrangig.

Bei einer Viralkampagne stellt sich aber aufgrund der Zielgruppen-Transparenz die Frage nach der Effizienzmessung ganz anders dar. Alle diese Werte gewinnen erst im Context und in ihrer semantischen und konkludierenden Aussage an Relevanz für den Werbetreibenden.

Fragen kommen auf wie…

Wieviel zeitliches Engagement schenkt der User seinen sozialen Aktivitäten bzw. dem Engagement der Unternehmen?
Wie bewerte ich eingehende Kommentare auf Blogs, Micro-Blogs oder Social Networks?
Wie wertet man einen Retweet im Vergleich dazu?
Von wem kommen welche Kommentare und Aktionen?
Wie verbreiten sie sich über diese Person und an wen?
Wie relevant ist die Zielgruppe des/der Verbreitenden für den Werbekunden?
Wie bezieht man Ratings in die Messung auf Video- oder Bewertungs-Plattformen mit ein?
Was ist mit den Aussagen, die ich gar nicht sehen kann, weil eine Front Door bei Social Networks mir den Zugang zu Ergebnissen versperrt?

Ohne individuell-subjektive Definion von Messeinheiten, jedes Unternehmen für sich, bleibt jede Social Media ROI Messung wertlos, und Social Media Marketing Messung erst recht. Die definierte Metrik muß im relevanten Zusammenhang mit dem gewünschten Ergebnis stehen – sprich individuell den Erfordernissen der Unternehmensstrategie oder der Intention der jeweiligen Social Media Aktivität angepaßt werden. Erhöhung von Visits auf der Webseite? Generierung von Fans oder Followern? Eingelöste Coupon über eine Community? Erkenntnisse über Brand-Bekenntnisse erzielen? Oder wirklich online Verkäufe generieren?

Jedes Profil eines aktiven Social Median, sein Social Graph, hat in seiner Nachhaltigkeit und seinem Empfehlungswert innerhalb und außerhalb “seiner” Social Community unterschiedliches Gewicht. Hier den wahren relevanten Messwert festzulegen, ist Sache der Werbetreibenden. Auf der Webcific habe ich die neue Währung mal als “Cost-Per-Engagement” bezeichnet, um die Relativität des Wortes in Frage zu stellen und dennoch die Relevanz des Wortes für die Zukunft klar zu machen.

Engagement beginnt mit der Kommunikation zum Kunden und hört nicht auf, wenn dieser beim Unternehmen bestellt. Dort gilt es aber das Engagement aufrecht zu erhalten via Email Kampagnen oder traditionellen Online-Aktivitäten. Denn Kundenbindung läuft auch außerhalb der Social Media Sphären ab. Engagement als Messgröße von Social Media zu definieren, kann auf dem Unternehmens-Blog anders aussehen als auf Facebook oder Twitter. Ein ganz entscheidender Faktor im Social Web der immer wieder vergessen wird ist: Kampagnen haben einen Anfang und ein Ende. Das ist bei Social Web Kommunikation nicht der Fall.

Die KPI Formel in Zeiten des Social Web könnte lauten…

Reichweite und Engagement konvertieren in sozialen Aktivitäten, die zu Lead-Multiplikatoren werden und (vermutlich) Umsätze aus Umsätzen generieren.

Die zukünftige Messung von Online ROI sollte sich daran orientieren, wieviel Kommunikations-Output über die verschiedensten Social Media Medien muß eine Firma leisten, bis das Markenversprechen Glaubwürdigkeit gewinnt und Kundenkommunikation entsteht. Daraus ergeben sich Engagements, die ich eben als “soziale Aktivitäten” bezeichnet habe, die es zu definieren gilt. Sie sind es die Gespräche nach sich ziehen für die Multiplikation von Botschaften aus der PR-, Marketing- und Salesabteilung.

Spot On!
Die Messung des Social Web ROI ist ein langfristiger Prozess. Metriken aus Shares, Posts, Kommentare, Ratings oder Tweets ersetzen die alte Click-Metrik. Denn die neuen Metriken bleiben dem Web dank Social Search Integration langfristig erhalten. Kommunikation ist dynamisch und so kann es sein, daß das banale Favorisieren von gestern, morgen zahlreiche soziale Aktivitäten und Gespräche ergibt.
Wer Social Communicartion beherrscht, der generiert Brand-Peers und Brand-Vangelist (wie ich sie immer gerne nenne). Aus meist anonymen Plattform-Usern werden heute Fans, Follower, Blog-Leser und Community Mitglieder. Sie alle haben Namen, sind transparent; ein riesiger Vorteil der heutigen Webgespräche. In dem entscheidenden Moment, in dem sie anfangen mitzudiskutieren, können sie essentiell wichtigen Multiplikatoren der Botschaft einer Marke oder eines Unternehmens und somit Messgrößen werden. Doch Unternehmen sollten bedenken, daß die Kommunikation überall stattfinden kann und entsprechend darauf ihre Webstrategie ausrichten. Diese moderne Webkultur sollte Engagement-Metriken oder Policies zwischen Sales und Marketing verankern. Ansonsten monitort, mißt, analysiert man umsonst und wird die Herausforderung auch 2010 nicht meistern.

10 Top Gadgets für Weihnachten

01.12.2009 von  
Kategorie Web Marketing

Jedes Jahr an Weihnachten überlegt man sich, wie man ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zaubern kann. Bei den Kindern weiß ich, wie ich das in diesem Jahr hinbekomme. Die Wunschliste ist lang genug…

Bei meinen Freunden, Followern und Fans versuche ich es mal mit ein paar tollen Gadgets. In den letzten Wochen habe ich mich also auf die Suche gemacht und war für Euch auf Trendscouting Tour für kleine, außergewöhnliche aber lustige Kunden-Geschenke zu Weihnachten.

Schaut Sie Euch an und sagt mir, wenn Euch eines gefällt. Denn von jedem Produkt wird eines verlost. Mit einem kleinen Kommentar, der mir zu verstehen gibt, was Ihr gut findet und gerne hättet, kommt Ihr in den Verlosungstopf für speziell dieses Produkt. Sprich: Gibt es nur einen der kommentiert, hat derjenige schon gewonnen.

POKEN_product-images-47409POKEN – ein Must-Have für Social Medians

Die Visitenkarte der Social Medians hat sich ihren Markt erarbeitet und findet immer mehr Anhänger. Bei einem Meeting mit einem leitenden IBM Marketier war ich überrascht, die Frage wirklich live zu erleben: “Do You Poken?” Ich dachte, ich träume. Aber bei einigen Unternehmen hat sich der Poken offensichtlich entgegen meiner Erwartungen durchgesetzt.

Firma: Poken Inc.

Load DingLoad Ding – damit das Handy auch gut schläft

Jeden nervt es, oft wird es vergessen, man ärgert sich, wenn der Akku leer ist – und keiner hat eine gute Lösung zur Handyaufbewahrung bei gleichzeitigem Laden. Wohl dem, der seinem Handy einen festen Schlafplatz angedeihen läßt. Und wenn es dann noch in einem schönen Design daherkommt, sind alle glücklich.

Firma: design-3000.de

Eipott_3_kleinEipott – der ultimative Eierbecher für die Web 2.0 Welt

Den iPod gibt es nicht in so vielen verschiedenen Farben wie den Eipott. Ob weiß, rot, lila, orange, blau oder schwarz… selbst beim Frühstück muss man jetzt nicht mehr aufpassen, daß man erwischt wird, wenn man mal schnell E-Mails checkt, in Facebook aktiv ist oder mal eben einen Tweet rausschickt. Vorausgesetzt man hat einen schwarzen oder weißen Eipott. Bei allen anderen Farb-Varianten fällt es wohl eher auf…

Firma: design-3000.de

AlDente_black_09Der Al Dente Mann – mit dem richtigen Sound Nudeln perfekt zubereiten

Wer kann Nudeln perfekter ‘al dente’ kochen, als die Italiener selbst. Aber leider hat man nicht immer einen Italiener beim Kochen parat. Da ist Hilfe doch mehr als willkommen. Der AlDente Mann geht mit den Nudeln baden und verkündet zu drei unterschiedlichen Zeiten den Härtegrad der Nudeln. Nach 7 Minuten ertönt Triumphmarsch aus Aida, nach 9 der Gefangenenchor aus Nabucco, nach 11 La Donna e Mobile aus Rigoletto. Wer also Italien mag -ob Land oder Leute- kommt um den Mann nicht herum. Cool…

Firma: Brainstream

tude_beams4Tude Beams – die neuen Stimmungsleuchten

Die Mood Beams sind offensichtlich schon Sammlerstücke. Die kleinen Kreaturen machen auf jeden Fall ordentlich Stimmung am Rechner. Inzwischen gibt es noch mehr der fröhlichen Leuchtmännchen: die “Tude Beams” in völlig neuem Design. Ich bin gespannt, wer von Euch schon von den Mood oder Tude Beams gehört hat.

Firma: Monsterzeug

BallCube StrategieBallCube – das Strategie-Spiel für 2010

BallCube erinnert ein bischen an Billard. Aber auch CounterBall hat es in sich. Es ist ein Strategiespiel, welches so spannend wie das Leben ist. Denn, wie im echten Leben auch, werden Wege blockiert und Türen geöffnet. Und obwohl das gläserne Labyrinth des faszinierenden Kubusses durchschaubar ist, ist die Zukunft, die vor euch liegt, undurchschaubar. Von Nöten sind geschickte Planung, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und geschicktes Einkalkulieren der gegnerischen Kugeln.

Firma: Herz Spiele

Twitter KissenDas Twitter Kissen – im Schlaf bei Twitter

Selbst im Schlaf kann man noch von Twitter träumen und seine Tweets rausschnarchen, wenn es denn unbedingt sein muß. Am besten macht man dies auf einem der Twitter Kissen von Craftsquatch, die in unterschiedlichen Designs aufwaretn können. Auch wenn ihr noch keine Social Media Wahnsinnigen seit, wird das kuschelige Kissen euch sicherlich gefallen. Das Vögelchen ist doch sooo süß…, wer möchte da nicht gleich mal los twittern… äh los kuscheln.

Firma: Craftsquatch

0905_Das_Goldene_PiepEi_+_GeschenkdoseDas Goldene PiepEi – bei deinem Ei piept’s wohl

Wer kennt die Szene aus Loriot nicht, in der der Mann um sein weiches Ei kämpft. Jeder möchte sein Ei eben in einer unterschiedlichen Härte. Das PiepEi gibt musikalisch den Ton an, wann man ein Weichei, ein mittelweiches Ei oder ein hartes Ei erwarten kann. Und das alles mit je einer anderen musikalischen Ankündigung. Nette Idee, bei der die Ehefrau oder Freundin nicht mehr auf ihr Gefühl vertrauen muß.

Firma: Brainstream

bar1000_final_2_-121x200Crystal Deluxe Wetterstation – die edle Wettervorhersage

Es darf auch ruhig mal ein wenig anspruchsvoller in der Wohnung und im Bürozimmer sein. Eine Wettervorhersage als Design Statement? Bei der „Crystal“ Wetterstation wurden die Wettersymbole per Lasergravur in Echtglas eingraviert und bei der neuen Wetterstation bestehen die Wettersymbole aus funkelnden dreidimensionalen Crystallized Swarovski Elementen.

Firma: Oregon Scientific

Und Nummer 10?
Nun werdet Ihr sagen, das waren aber doch erst 9 Gadgets?! Richtig… Ist ja auch ein Blog. Web 2.0, Collaboration und so weiter. Und wer einen Link von The Strategy Web auf sich haben möchte, der sollte sein Gadget im Kommentar in Kurzform darstellen. Vielleicht wird es dann die Nummer 10, um die ich offiziell den Post erweitern werde.

LaCie iamaKey USB-Flash-Laufwerk (Die Nummer 10!)
USB Key

Das ist wahrlich eine geniale Idee: Die USB-Festplatte als Schlüssel. Endlich schleppt man nicht mehr irgendeine Festplatte mit sich rum, sondern hat einfach die wichtigsten Daten am Schlüsselbund. Jetzt muß nur noch die Firma LaCie auf uns zukommen und dann verlosen wir noch einen oder zwei davon. Also, mal sehen, ob hier Social Media Monitoring betrieben wird… ;-)

Firma: LaCie

Teilnahmeschluss ist Freitag 18.12.2009. Sonst kommt es ja nicht mehr rechtzeitig auf den Gabentisch! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

PS: Vielen Dank an die Produktlieferanten…!

Studie zu Social Media Nutzung: Von den Top 500 US Firmen lernen

23.11.2009 von  
Kategorie Social Media

Inc 500Das dritte Jahr in Folge findet eine Studie des Center for Marketing Research at University of Massachusetts Dartmouth den Beleg, daß Social Media immer stärker Anklang in Unternehmen findet. Die Studie belegt dabei, wie Social Media bei den am schnellsten wachsenden US-Firmen im Aufschwung ist. Zudem liefert sie gutes Zahlenmaterial für Marketiers, Geschäftsführer und CEOs, wie man sich im Social Web bewegt.

Die Studie besagt, dass 75% der befragten Firmen sich mit Social Media 2009 stark vertraut gemacht haben. Dies entspricht einem Anstieg um 18% zu 2008. Das starke Aufkommen der Nutzung von Business Netzwerken hat hier sicherlich seinen Teil zu beigetragen.

62% der ‘C-Levels’ kennen sich mit Twitter aus, 52% haben die Micro-Blogging Platform und Social Networking genutzt, um ihr Business zu promoten. Sicherlich interessant ist, daß eine von vier Inc. 500 B2B Firmen angeben, Twitter sei ein angemessener Platz, um mit Partnern und Händlern online zu kommunizieren.

Blogging spiele generell eine besondere Rolle. 45% betrieben 2009 ein Blog mit ihrer Firma (39%/2008 und 19%/2007). Das Wachstum bei Message Boards, Online video, Wikis, sowie Podcasting ist eher gebremst bzw. leicht fallend.

Social Media = wichtiger Bestandteil der Marketing-Strategie

43% der Inc. 500 Firmen glauben, daß Social Media ein “sehr wichtiger” Teil ihrer Business- und Marketing-Strategie ist. Sogar 91% gaben an, zumindest ein Social Media Tool einzusetzen (77%/2008). Und auch weiterhin wird Social Media in der Strategie der Firmen eine große Rolle einnehmen. Von den nicht bloggenden Firmen planen 44% einen Firmen-Blog in 2010. Mit Twitter wollen im nächsten Jahr 27% der Firmen einen weiteren Zugang für ihr Business schaffen.

Der Erfolg gibt Social Media Einsatz recht. Denn 48% der Unternehmen haben mit ihrem Einsatz von Social Media Erfolg. Bei Twitter ist die Quote sogar 82% und bei anderen Social Networks kam eine unfassbare Erfolgsquote von 87% zusammen.

Spot On!
Der Siegeszug von Social Media hält an und das Annehmen der neuen Medien geht rasch voran. Kein Wunder: 87% der befragten Firmen berichten von Erfolgen hinsichtlich Engagement, Leads oder Abverkäufen. Die Argumente sprechen für sich. Wer sich diesem Trend verweigert als Businesszweig, läßt zahlreiche Optionen aus, die Kundenkommunikation und Kundenbindung zu fördern.

2010: Webstrategie in Zeiten der Engagement Economy

webstrategieBeim Thema Webstrategie sollte man sich vorab fragen, inwieweit das Unternehmen sich im Sinne einer nachhaltigen und langfristigen Business-Strategie im Web positionieren will. Langfristigkeit ist keine Selbstverständlichkeit.

Plant man seine Taktiken von Jahr zu Jahr um? Begründet aufgrund der Dynamik der Märkte, des Internetwandels oder aufkommender neuen Hype-Produkte wie Twitter oder Google Wave? Oder ist die Strategie wirklich langfristig ausgelegt und mit einem Ziel versehen? Denn eigentlich können Sie nur dann eine wirkliche Strategie haben. Jegliche Anderungen der Wege und Aktivitäten um das Web sind dann auch nur taktische Optimierungen. Aber auch diese sollten einem langfristigen Ziel dienen.

Was kann man also bedenken vor der Planung der strategisch-orientierten Webaktivitäten für 2010? Ein paar Gedanken hierzu…

Die “Engagement Economy”…
Das Web wird sich immer weiter von der klassischen Unternehmens-Homepage als Zugangspunkt für die Kunden entfernen. Galt die Unternehmensseite bisher als Visitenkarte für den über Google Suchenden, so gilt es sich für die moderne “Engagement Economy” neu aufzustellen. Sein Unternehmen, seine Produkte und seine Dienstleistungen gebündelt auf einer Homepage mit blinkenden bunten Bildern zu präsentieren, ist weniger wichtig für das Business als die neuen Zugangspunkte zu identifizieren, die sich durch das Social Web auftun.

Es wird nicht funktionieren, die eigenen Produkte oder Dienstleistungen nur mit Bannerkampagne im Web zu promoten. Oder ganze Produktkataloge mit Affiliate Marketing an den Mann/die Frau zu bringen. Oder dem Kunden ein ‘One-size-fits-all’ Lösung oder Angebot über moderne Social Networks ‘unterzujubeln’.

Die “Homo Engagementicus” läßt sich nicht durch platte PR-Meldungen beeindrucken, geschweige denn, diskutiert diese Spezies darüber. Aber ein guter Tweet, ein guter Post, eine gute Fan Page, die wird von der “Engagement Economy” aufgenommen und untereinander ‘geteilt’. Ist diese Kommunikationsform der Einbindung des Kunden in die Unternehmenskommunikation nachhaltig verhaftet, bleiben die Kunden bei der Stange.

… produziert, reflektiert, engagiert sich …
Aufgrund der Vielzahl der Social Networking und Social Media Angebote verteilt sich der Content über ein Unternehmen – weg von ihrer Homepage, hin ins Social Web. Dort engagiert sich der Kunde, atomisiert den Content um die Firma, die Produkte, die Dienstleistungen. Es ist Teil seiner zahlreichen Timelines, die in ihrer Interaktivität nicht zu bremsen ist – mal aktiv getrieben, mal passiv beeinflußt.

Und diese Interaktion führt mit der indirekten Einbindung und Teilnahme der Digital Natives an Unternehmensprozessen zu einer neuen Unternehmenskultur. Kann eine klassische Webseite dieser Dynamik des Engagement Prozesses Folge leisten? Wohl kaum…

Sprich: Wenn wir über einen webstrategischen Ansatz für die Zukunft reden, dann wohl nicht mehr vom Ausgangspunkt einer klassischen Unternehmens-Webseite.

… will teilhaben, sich austauschen, mitdiskutieren …
Hat man früher Content selbst produziert, mußte man nur noch schauen, wo er reproduziert wurde. Morgen wird man viel intensiver und genauer monitoren müssen, um zu wissen: Wer produziert meinen Content über mich, mein Unternehmen? Wer verteilt diesen und mit welchem Sentiment tut der User dies? Welche Kommentare gibt es auf die Blogposts über die Unternehmen? Wie wirke ich selbst als Mitarbeiter oder Manager auf die Unternehmenskommunikation ein? Was lerne ich aus dem Multilog zwischen Firma, Partner, Kunde und Kunde und Kunde und…

Firmen werden Initiatoren und Motivatoren der Kommunikation – die Moderation zu übernehmen wird die große Herausforderung.

Es gilt den interaktive Diskurs mit Kunden auf den unterschiedlichsten Plattformen zu führen, die sich zukünftig bieten und von denen man gegebenenfalls noch nichts weiß. Das gefällt der “Engagement Economy”, das treibt sie voran und daran sollten Unternehmen partizipieren wollen.

Wenn die Kommunikation die “Engagement Economy” bedient, kann das Brand nur gewinnen. Anders herum wird es schwierig. Egal um welche Branche, Produkt oder Dienstleistung es sich handelt.

Webstrategie wird von der “Engagement Economy” aus geführt. Und diese “Engagement Economy” gilt es für jedes Unternehmen selbst zu identifizieren, zu monitoren, zu verifizieren sowie Informationen und Meinungen zu teilen, als wäre man sein eigener Kunde.

… und will als Partner respektiert werden.

Fragen, die sich Unternehmen zur eigenen Webstrategie fragen könnten…

Grundsätzliches…
Sprechen wir als Unternehmen noch von einer Plattform (Homepage), oder von Plattformen (Social Web)?
Wie sprechen wir die Zielgruppe an: Einbahnstrasse oder multidimensionale Kommunikation?
Wissen wir, wie jedes Segment unserer Zielgruppe unsere Inhalte nutzt?
Versuchen wir hier den Dialog herzustellen oder Multilog zu initiieren?
Begleiten wir die Kommunikation der Kunden “untereinander miteinander”?
Wie können ihre zufriedenen Kunden durch Empfehlungsmarketing zum Motor für die Umsatzzahlen werden? Der Treiber sollte nicht das Unternehmen sein…

Spezielles…
Welche Zugangspunkte des Social Web (Facebook, Twitter, MySpace, etc.) nutzen die Kunden? Und aufgrund welchen Contents oder welcher Produkte?
Auf welche dieser Stationen der Kundenkommunikation fokussieren wir uns? Trends sind schön, können aber auch Budgetfresser werden…
Wie könnte ein Zugangs-Netzwerk durch das Social Web entstehen, um den Kundenkommunikation zu motivieren und initiieren?
Wie steht es um die Shopping-Gewohnheiten? Kennen wir diese? Sind unsere Online-Shops, wo die Kunden sind? Lässt sich eine E-Commerce Komponente im Social Web platzieren?

Spot On!
Die Unternehmens-Webseite ist der Hub ihrer Webstrategie nach extern. Intern gilt es die externen Signale aufzufangen, zu kanalisieren und zu optimieren. Früher haben die Unternehmen in kurzfristigen PR-/Marketing-/Sales-Aktionen oder Kampagnen gedacht. In der Zukunft gilt es für die Unternehmen, sich selbst zu langfristiger nachhaltiger Kundenbindung zu verpflichten. Das Social Web bietet hierfür beste Voraussetzungen. Es schafft Schranken ab, öffnet Chancen und ermöglicht beidseitige Zugänge. Nicht alles wir sofort gelingen – aber auch Software braucht die BETA-Phase um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Webstrategie ist für Unternehmen wie ein Spiegel der Business-Strategie. Und die fängt zukünftig bei der Engagement Economy an: von Kunde zu Kunde. Und dort hört sie auch auf…

Studie: Online Video macht rund 27% des Internet Traffics aus

KabelVideo und Audio Streaming von Seiten wie YouTube und Hulu macht inzwischen rund 27% des globalen Internet Traffics aus. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie der Netzwerkfirma Sandvine, die die 20 Top Internet Service Provider weltweit befragt hat. Im Vergleich zu 2008 ist dies eine Steigerung um 13%.

Interessant dabei zu sehen, ist daß der Peak der Nutzung sich mehr in Richtung Prime Time verschiebt. Sprich, die Hauptnutzungszeit geht auf 19-22 Uhr, wenn nahezu jedermann zur gleichen Zeit online ist. Im letzten Jahr lag diese noch bei 18-23 Uhr.

Die Gesamtanzahl der Videos steigt weiterhin. P2P File Sharing ist dagegen auf 20% (von 32% in 2008) rückläufig, berichtet die Sandvine Studie. Auch wenn die generelle Nutzung von P2P Applikationen weiterhin ansteigt. Die Wachstum der Nutzung von Video On Demand Applikationen ist dennoch größer, sagt Sandvine CEO Dave Caputo said.

Eine Studie von Cisco kommt zu einem vergleichbaren Ergebnis beim Einbruch der P2P Nutzung. Der Studie nach mache P2P Nutzung nur noch 38% des globalen Trafficaufkommens aus.

Google: Online an Werbung verdienen, aber offline selber werben…? – Trau, schau, wem…

In den letzten Wochen häufen sich die Studien, die uns verdeutlichen sollen (oder wollen), wo wir denn am meisten der Werbung trauen, offline oder online? Die Brisanz erhöht sich jetzt noch, wenn eine “gebürtige” Onlinefirma mit Internetwerbung sich finanziert, aber mit TV-Werbung für eigene Produkte (Chrome) wirbt und nun gegen den Mitbewerb von Microsoft Exchange oder Lotus Notes wieder offline mit Billboards für Google Apps an den Start geht.

Der Zweck heiligt die Mittel, um sich den Mitbewerb fern zu halten. Da ist auch Offlinewerbung recht. Google’s Kampagne ‘Going Google‘ setzt nicht auf eine Schwemme eigener Werbungsanzeigen im eigenen Werbesystem wie z.B. Adwords oder Adsense. Nein, man flankiert vier der großen amerikanischen Highways mit einem täglich wechselnden Billboard, welches dort vorwiegend Microsoft’s Office Suite in den Schatten stellen soll.

Nun soll Mundpropaganda auch offline seine Wirkung zeigen: Denn wenn 1.75 Millionen Firmen Google Apps nutzen, sollte sich die Mundpropaganda schon verbreiten. Frägt sich angesichts der ordentlichen Erfolge nur, warum die neue Kampagne dann noch nötig ist, wenn so viele Firmen Google Apps bereits einsetzen. Nun ja, egal…

Der Ansatz verwundert auch angesichts der neuesten Studienerkenntnisse der großen Marktforscher.

Eine aktuelle Nielsen Studie “Global Online Consumer Survey” besagt, daß die Glaubwürdigkeit in Online steigt. So vertrauen im Durchschnitt weltweit 41% der Internet User online dargestellter Werbung. Am meisten trauen die Menschen laut Nielsen natürlich dem Wort des Freundes (90%!) bzw. desjenigen den man kennt. Gemäß einer TNS Studie hingegen sind dies gerade mal 42% weltweit.

Nun ist der Freund nicht immer gleich ein Freund im Sinne des Wortes. Auch wenn uns Online-Plattformen für Freunde wie Facebook das per Begriffsdefinition vermitteln wollen. Der Begriff ‘Freund’ wird da schnell dehnbar und sinn-verzerrt. Und ob man alle seine Onlinefreunde von Facebook wirklich kennt und ihnen vertraut, sei mal dahingestellt.

Schlußfolgerung: Der Konsument glaubt Online Werbung soviel wie der Empfehlung des “Freundes”, oder nicht? Er vertraut eben der Aussage, der er vertrauen will… Ob online oder offline ist da offensichtlich unerheblich. Wußten wir das nicht schon vorher? Die Studien erscheinen irgendwie wenig Vertrauen bildend und förderlich…

Spot On!
Also versuchen wir uns mal die Google-Strategie zu erklären…
Google liest vermutlich Studien genauer. Laut der letzten Nielsen Studie ist das Vertrauen in “gebrandete Webseiten” nämlich an zweiter Stelle. Da wundert es nicht, daß Google in der Offlinewelt wirbt und dort über große Autobahn-Billboards potentielle Firmenkunden von Google Apps überzeugen will. Denn bei der Werbestrategie kommt die derzeit viel zitierte Word-Of-Mouth Taktik ins Spiel: Die Autofahrer sehen die große Werbung, erzählen dann wieder ihren Freunden davon und die gehen dann auf die für die Kampagne produzierten Online-Microsites und lassen sich von den von Google gebrandeten Webseiten überzeugen. Ah ja, logisch…

Vorausgesetzt alle können sich noch an die URLs der Landing Pages erinnern. Natürlich werden sie das, denn die Kampagne basiert auf einer außergewöhnlichen viralen Offline-Kreativ-Idee. Aus Überzeugung unterstützt man die Kampagne auch online mit einem eigenen Twitter-Account und weiterführenden Online-Infos

Google’s Werbestrategie und Web-Intelligenz überrascht uns immer wieder. Aber durchbricht eine solche ausgeklügelte Offline- und Online Werbetaktik nicht die Logik des Googleschen Werbemodell-Erfolges, dem die ganze Werbebranche vertraut hat?

Offensichtlich ist die Onlinewelt letztendlich doch nur eine Katalysator für die Offlinewelt. Oder ist es doch andersherum…? Wer traut sich eine Antwort zu geben…?

Interview: Das Web-Serien Portal 3min im Fokus

Die Deutsche Telekom ist seit geraumer Zeit in der Beta-Phase ihres neuen Web-Serien Portals 3min. Projektleiter Robert Wagner hat The Strategy Web einen Einblick in die Idee und die Zukunft von 3min. gewährt.

Q: Auf einmal startet eine Firma einen Web-TV Dienst namens 3min.de. Was sind die Gründe dafür?
Robert Wagner: Egal ob Web- oder Onlineserie, Webisode oder short form video, wie auch immer man sie bezeichnen mag: Seriell präsentierte Videoinhalte, thematisch weit gespannt und in webgerechten Portionen aufbereitet, sind the next big thing im Netz. Die Sehgewohnheiten im Internet unterscheiden sich von denen für klassische Medien, also müssen es auch die Formate tun. Daraus wurde 3min – das erste deutsche Webserien-Portal – geboren. Mit dem IP-TV-Angebot Entertain, mit Videoload, dem Filmdownloaddienst der Deutschen Telekom und der Beteiligung an Sevenload besitzt die Deutsche Telekom AG bereits eine hohe Kompetenz in Sachen Online-Video und IPTV. Doch zwischen TV, VOD, Consumer Generated Content und der Verbreitung von TV-Formaten im Netz entwickelt sich derzeit ein neuer Markt: Wir möchten hierfür ein Produkt anbieten, das sich mit professionellen Video-Produktionen speziell an junge, mobile Kunden richtet und für die neuen, viel fragmentierteren Sehgewohnheiten im Netz vor dem Monitor gemacht ist. Wir sehen hier die Möglichkeit, Synergien zu schaffen und Ertrag zu generieren.

Q: Was waren die größten Herausforderungen bei diesem Web-TV Projekt?
Robert Wagner: Die Beschaffung qualitativ hochwertiger Contents. 98% der der professionellen Webinhalte sind leider nur bedingt interessant und für uns relevant.

Q: Es wirkt ein wenig wie ein ‘Lifestyle-hulu’ Portal? Was sind die Erwartungen an das Projekt?
Robert Wagner: Mit 3min wollen wir DAS deutsche Portal für Webserien werden. Die erste Anlaufstelle für Fans von Webserien. Anstatt mühsam im gesamten Internet verstreute Webserien zu suchen findet man bei 3min eine Auswahl der besten Serien. Dabei zeigen wir die anspruchvollsten internationalen Produktionen – natürlich in deutscher Synchronisation – und die innovativsten deutschen Produktionen. Hulu macht auch TV Serien und Filme, wir konzentrieren uns auf Webserien und Clips die auch für mobile Endgeräte höchste Relevanz haben. Aber Hulu macht auch verdammt viel richtig.

Q: Woher kommen die Inhalte und wie finanziert sich das Portal?
Robert Wagner: 3min sucht auf der ganzen Welt nach den besten Webserien, um sie dem deutschen Publikum zu präsentieren. Gleichzeitig arbeiten wir mit jungen und kreativen deutschen Produzenten zusammen. Denn auch hierzulande wird das Potenzial der meist zwischen zwei und fünf Minuten langen Videos mittlerweile erkannt. Dementsprechend werden Serien auch in Deutschland exklusiv für das Netz konzipiert, geschrieben und produziert.

3min finanziert sich ausschließlich über Werbung. Wir arbeiten mit dem erfahrenen Vermarkter Interactive Media zusammen. Gemeinsam mit dem 3min-Team entwickelt die T-Online-Tochter neue und innovative Werbemittel für 3min und hilft das erste deutsche Webserien-Portal im Werbemarkt zu positionieren. Regelmäßige Werbeeinnahmen ermöglichen, dass 3min auch in Zukunft für die User kostenfrei bleibt.

Q: Welche Zukunftsperspektiven bietet 3min im Sinne von Corporate TV?
Robert Wagner: Wir können uns durchaus vorstellen mit Audi, BMW oder Red Bull zu kooperieren, solange es einen redaktionellen Mehrwert für die Zuschauer gibt. Die attraktiven Contents sind vorhanden.

Vielen Dank für die Informationen und das Interview, Hr. Wagner

Studie: Marken für Konsumenten austauschbar – Trend steigend

Eine repräsentative, aktuelle Studie der BBDO Consulting beweist, daß die Konsumenten die Marken nicht mehr auseinanderhalten können. Speziell in den Bereichen Benzin, Molkereiprodukte und Vollwaschmittel werden Brands austauschbar. Mit diesem Ergebnis wartet die „Brand-Parity-Studie“ auf, für die die Strategieberatung BBDO Consulting 1000 Konsumenten interviewte.

Die geringste Austauschbarkeit weisen Automobile, Bekleidung und Parfüm. Dennoch sei auch hier der Trend steigend. So betrage die durchschnittliche Markengleichheit 64%, was einer Steigerung von 2 Prozentpunkten seit der letzten Studie 2004 entspreche. Die Marken werden demnach in den Augen von zwei Drittel der Konsumenten nicht voneinander trennbar.

„Den Problemen liegen oftmals gravierende Managementfehler zugrunde (…) Gerade vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und verringerter Zahlungsbereitschaft gilt es aber, mit einem differenzierenden Markenversprechen, das konsequent und einheitlich umgesetzt wird, eine nachhaltige Markenpräferenz zu schaffen“, sagt Björn Sander, Managing Partner bei BBDO Consulting.

Die höchste wahrgenommene Markengleichheit der 29 untersuchten Branchen und Produktkategorien liegt mit 67,5% bei den Verbrauchsmarken: Benzin 84%, Vollwaschmitteln 81% und Molkereiprodukten 76%. Bei Dienstleistern ist die Austauschbarkeit bei 62,5% und bei Gebrauchsgütern bei 55,3%. Auch in den Pharma und Personal Computer Branchen zeichnet sich ein steigender Trend der Markengleichheit ab. Bier, Online-Anbieter und Telefongesellschaften hingegen weisen einen gegensätzlichen Trend auf.

Das Fazit der Studie
• Gerade in Krisenzeiten spielen starke Marken eine große Rolle und haben eine hohe Orientierungsfunktion für Verbraucher.
• Es besteht ein Mangel an eigenständigen, differenzierenden Markenkonzepten zur nachhaltigen Generierung von Markenwert.
• Statt auf ein klares Leistungsversprechen wird häufig auf stereotype Klischees und Rabattschlachten gesetzt und Markenwerte somit nachhaltig vernichtet.

Spot On!
Die repräsentative Studie der Strategieberatung BBDO unterstreicht, daß Unternehmen in ihrer Webstrategie das Potential der Markenbildung in vielen Industriezweigen nicht ausschöpfen. Social Media könnte hier zukünftig gute Ansätze zur verstärkten Markenbildung bieten, denn wer sich als Firma im innovativen Part des Web 2.0 engagiert, differenziert seine Markenführung von den stereotypen Klischees und dem marktüblichen Preiskampf. Der aggressive Werbeauftritt von Retailer wie z.B. Saturn und Media Markt verwässert die Markenbotschaft und führt so schnell in Markengleichheit. Wenn jede Woche Sonderangebote und Rabatte über die Werbekanäle ‘flimmern’, hat der Konsument es schwer zu unterscheiden, wer nun gerade hinter der Werbung als Marke steht. Interessant wäre zukünftig zu analysieren, ob das Mitbewerbsverbot hierbei sich eher negativ auf die Markenbildung auswirkt (z.B. Kopieren von Kreativkonzepten) und hierbei einen Auslöser für die steigende Markengleichheit darstellt.

PS: Passend hierzu ein Beitrag über die Wichtigkeit von Labels und Web 2.0 hinsichtlich der Musikbranche von Tonspion.

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