Social Web: Biermarken werden zur digitalen Kunstbar

Als Claudia Sommer vor ein paar Monaten schrieb, Twitter sei “wie eine Kneipe”, da hat sie definitiv weniger an Biermarken gedacht als vielmehr die Tatsache, wie sich der Mensch in Twitter bewegt und kommuniziert. Als ich am Wochenende das aktuelle GQ in der Hand hielt, mußte ich wieder an ihr Zitat denken. Vor mir eröffnete sich eine relativ neue Marketing-Taktik der Biermarken Veltins und Becks Gold. Sie bewarben mit Printakampagnen ausschließlich ihre Social Media Aktivitäten – und nicht mehr die klassische Homepage oder sonstige Kontaktoptionen wie Email oder das Service-Telefon. Und im Vordergrund der Kampagne stand nicht Fussball, wie zu vermuten wäre. Nein. Kunst und Kultur stehen im Mittelpunkt…

P1030669Becks und die urbanen Erfahrungen
Vor allem die Marke Becks Gold zeigt sich im Social Web äußerst aktiv, wie das Advertorial klar macht. Mit zahlreichen Zugangspunkten im Social Web initiiert man Gespräche wie in einer digitalen Kunstbar. Den Startschuss hat dabei -laut der Anzeige- ein Offline-Event gegeben, was ich angesichts meines Leitspruches (Connecting Online and Offline) als einen sehr cleveren Schachzug sehe. Unter dem Claim Beck’s Gold Urban Experiences hat man Ende Oktober in Berlin die Ära des Social Web mit einer extravaganten Laufsteg-Veranstaltung aufleben lassen: originell, stylisch und hochwertig – ganz getreu dem hochwertigen Image.

Den eingeleiteten Prozess des Erforschens modernen Stadtlebens will man nun online weiterleben lassen. Inhaltlich beschäftigt sich die soziale Kommunikation mit Kunst, Mode, Design und Film. Die Auftritte mittels Blog, Twitter, YouTube, Facebook bieten soziale Austausch-Plattformen und liefern die Visualisierung der Veranstaltungen und Diskussionen für Fans und Follower. Der Dialog wurde vorwiegend mittels klassischen Gewinnspielen angestoßen. Es zeigt sich bei genauem Hinsehen, daß Moderation der Community auch bei erfolgreichen Brands im Social Web eine wichtige Komponente bleibt.

Fazit: Eine aufwendige Social Marketing Idee, die interessant und ansprechend konzipiert ist. Offensichtlich begeistert sie auch, wenn man sich die zahlreichen Fans ansieht. Ein guter Start, der allerdings auch langfristig ein volles Fass an Inspiration bieten muß und cleveres Social Media Promotion Management erfordert, wenn man dem hochwertigen Image treu bleiben will. Ein wenig erinnert alles an das Social Web Konzept von Adidas UrbanArtGuide, das es sogar schon als mobile iPhone App gibt. Aber das sein nur am Rande erwähnt…

P1030668Veltins geht an die Facebook-Theke
Veltins wechselt von klassischen VIP-Testimonials zu sozialer Kommunikation von und mit Kunden. Und für diesen Wechsel hat Veltins sich offensichtlich viel Zeit genommen. So war die Trennung von Assauer und Thomalla zu Jahresanfang für Veltins vermutlich ein nun willkommenes Ereignis – aus Werbesicht. Auch wenn die beiden über Jahre für witzige und Rollen-vertauschte Beziehungswerbung. Frau war Frau, Mann war Mann und doch irgendwie nicht. Frau durfte mal schnell behaupten, Bier sei aus. Mann durfte die leckere Frau für eine kühles Blondes liegen lassen. Die Videos der Biermarke standen für humoristische Gleichberechtigung und Beziehungsfrohsinn – und belebten den Social Talk der Offlinewelt.

Diesen menschlichen Werbetouch will Veltins nun mit Social Media Aktivitäten weiterführen. Unter dem Motto ‘Moderne Braukunst’ stellt die neue Print-Werbung -neben dem Gewinn des reddot design awards- vor allem den Facebook Auftritt in den Mittelpunkt, der mit einem fetten Schriftzug beworben wird. Nein, keine weiteren Kontaktoptionen. Ja, das ist wahrlich neu und immer mehr im Trend – gerade bei Marken, die letztendlich über Partner vertrieben werden. Da die Partner den unmittelbaren Feedback-Kanal zum Hersteller nicht so oft nutzen, eröffnet die Marke mit dem Social Web jetzt einfach eine Reihe digitaler Kunstbars und kommt so mit den Konsumenten direkt ins Gespräch.

Fazit: Veltins setzt offensichtlich voll auf Facebook – und ebenfalls auf den künstlerischen Urban Touch. Die Kampagne linkt auf ein Gewinnspiel für hochwertige Kunstdrucke (inklusive Lead-Generierung). Auch die Kommunikation innerhalb der Page geht vorwiegend um Modern Art und Design. YouTube langt man vermutlich nicht an, da die bisherige TV-Werbung vermutlich immernoch der Marke ihren Dienst erweist. Interessanterweise gehört der gleichnamigeTwitter Account ‘Veltins’ offensichtlich einer Privatperson, die zwar beachtlich viel über Bier spricht, aber nicht über eine Biermarke: Veltins. Man kann verstehen, wenn man bei Twitter als Marke das Ziel verfehlt, aber den “branded account” sollte man sich schon organisieren.

Spot On!
Veltins und Becks Gold öffnen also die digitale Kunstbar. Und die anderen? Es gibt zahlreiche weitere große Biermarken, die noch nicht auf die Social Web Welt setzen. So fehlen beispielsweise offizielle Varianten von Warsteiner, Krombacher, Radeberger oder Paulaner. Ohne Zutun der Marken gibt es dennoch zahlreiche sozial-engagierte Gruppen von Fans, die offensichtlich die offizielle Variante zur Kommunikation und dem Bekenntnis zur Marke nicht benötigen. Stellt sich also die Frage, ob die obigen Brauereien die Kontrolle lenken wollen, oder es um das Mißverständnis geht, daß Social Media kein Werbemedium ist.

Welche Variante findet ihr denn besser? Die offizielle Page oder der Ansatz einer selbst-organisierten Fangruppe?

News Update – Best of the Day

- Eine aktuelle forsa-Studie besagt, daß Besser verdienende Führungskräfte in beruflichen Netzwerken deutlich aktiver sind. Die wichtigsten Learnigs der Studie sind…

• Bereits etwa jede fünfte Führungskraft nutzt berufliche Online-Netzwerke
• Repräsentative Studie bestätigt: XING wird beim Online-Business-Networking von Führungskräften mit deutlichem Abstand am häufigsten genutzt
• Zwei Drittel der Führungskräfte sind der Ansicht, dass Berufstätige Job bzw. Unternehmen künftig häufiger wechseln werden

Weitere Ergebnisse der Studie findet man bei XING.

- Selten denken Menschen über Social Network Marketing öffentlich nach – Danny Flamberg schon, und er schreibt darüber in ‘Living out loud – Thinking about Social Network Marketing‘. Flamberg bringt dabei interessante Denkansätze von diversen Organisationen und Experten, u.a. 42 Social Media and Cotent Marketing Predictions for 2009.

- Es scheint ein endloser Kampf zwieschen dem DFB, in der Person von Theo Zwanziger, und dem Journalisten Jens Weinreich. Nun hat aber offensichtlich der DFB eine ‘Wunderwaffe gegen das Internet’, schreibt Stefan Niggemeier und beleuchtet den derzeitigen Zwischenstand des Disputes.

PS: Trusted Shops macht eine großes Gewinnspiel – für Blogger gibt es einen Sonderpreis: Ein Exklusiv-Interview auf dem Trusted Shop Blog.

Fussballstrategien für Manager – wirken Print-Flyer?

Strategiefehler oder kalkulierter Streuverlust? Was Eventveranstalter nicht wahrhaben wollen, ist die Tatsache, dass Flyer von Managern (und deren assistierenden Händen) ungeöffnet in den Papierkorb ‘flyen’.

Nun gibt es Tage, da wird man als Manager von einer übermenschlichen Macht regiert. So wie so manche übermächtige Bundesliga-Mannschaft dann im Pokal auch mal gegen die ‘Kleinen’ mal verlieren. An solchen Tagen, man weiß auch nicht wieso, öffnet man diese Post der Eventveranstalter. Und dann? Obwohl sorgfältig geöffnet, zerreißt man dennoch instinktiv den Flyer und hält auf einmal doch inne…

Fussballstrategien für Manager? Nein, man träumt nicht. Ja, ein solches Seminar gibt es wirklich – und ein gleichnamiges Buch. Beides kommt von und mit Management-Guru Dr. Reinhard Sprenger…

Nun habe ich mich gefragt… Ist Herr Sprenger nun Fussballexperte oder Managementautor?

“Ich liebe den Fussball und arbeite im Management. Umgekehrt täte ich mich schwer. Ob ich Experte bin, mögen andere entscheiden. Aber ich schätze mich glücklich, dass ich mit meinen Managementbüchern bisher viele Menschen erreichen konnte”, erklärt Reinhard Sprenger gegenüber The Strategy Web.

Und wie kommt man darauf, Fussball und Management in einen unmittelbaren Zusammenhang zu bringen?

“Die Idee zum Buch liegt über 15 Jahre zurück. Irgendein Seminarteilnehmer reagierte mit dem Ausruf: „Das ist doch wie bei Schalke!“ Wer so redet, macht zweierlei klar: Erstens, er kommt nicht aus dem Ruhrgebiet, sonst hätte er „auf Schalke“ gesagt. Zweitens, er sucht einen besonders bildhaften Vergleich – einen Vergleich, der so allgemein verständlich ist, dass man den Vereinsnamen unterschlagen kann: Schalke ist klar, „04“ kann weg. Und da ich früher mal Sport studiert habe, begann ich, mich für die Vergleiche zu interessieren.”

Warum muss ein Buch 218 Seiten haben, wenn sich in einem eintägigen Seminar das Thema erschöpft? War einfach nur die damalige EM2008 Grund der Veröffentlichung und der Umfang umsatzgetriebenes Kalkül? Nein, die Erklärung liegt in der Einfachheit der Sprengerschen Theorien und Analogien. Es sind Fussball-Plattitüden für das Phrasenschwein. Aber das ist genau der Witz der Idee. Das Buch baut nicht darauf, komplexe Analysen und Thesen in den Managementalltag einzuwechseln, sondern lebt von ausgewählten Szenen und Geschichten, die dem Manageralltag zu Gesicht stehen. Reduziert auf die Besten wird ein Fussballschuh daraus – im Format eines Führungsseminars.

Die Idee trifft genau in den Managerwinkel. Und wenn sich das Seminar an ein Kapitel des Buches (“Fussball als Modell”) anlehnt, so bietet es sogar in kritischen Wirtschaftszeiten einen Aspektwechsel im Angesicht klassischen Diversifizierung-Abwehrverhaltens. Denn, so Sprenger, “Trainerwechsel ist meist die falsche Strategie”. Was eine gern genommene Fussballstrategie abstiegsbedrohter Mannschaften ist, lässt sich nicht auf die Wirtschaftswelt projezieren. Ja, die Spielverläufe in den beiden Stadien ‘Arbeitsumfeld’ und ‘Rasenplatz’ unterscheiden sich dann doch, wenn man genauer hinsieht – aber das ‘business-menschliche’ Aufstellen, Organisieren und Nutzen der Spieler sowie Führungsspieler kann viel voneinander profitieren.

Auch wenn die Flyerstrategie im Sinne des Buz um Hr. Sprenger gewirkt hat, als Eventveranstalter sollte man sie langsam mal überdenken – und wenn es nur der Umwelt zuliebe ist.

Spot On!
Aus ROI Sicht, muss man eher das Buch lesen. Es bietet mehr ‘Management-Spiel’ fürs Geld. Aus zeitlicher Effizienz lohnt das Seminar – komprimierter Sportschau-Faktor bei hohem audio-visuellem Input. Das Seminar lebt sicherlich auch vom Mensch Reinhard Sprenger, der sich als sportlicher Team-Motivator einwechselt. Gefühle wie Freude, Aufmerksamkeit und Aufmuntern liest man nicht, die muß man im Seminaren erleben – und das macht den Fussball bekanntlich aus.

News Update – Best of the Day

- Die Telekom hat große Pläne im Internet nach Angaben von Ralf Bauer, Senior Vice President Portal der Deutschen Telekom. Gemäß des Sponsorings der Fussball-Bundesliga will man auch im Internet stärker am Ball bleiben. fussball.de soll die führende ‘Kicker’-Seite in Deutschland werden. Die Vergleichswerte: kicker.de 170 Mio. Page Impressions (laut IVW-Online) – fussball.de 114 Mio. Page Impressions (laut Vermarkter Interactive Media). Das nennt man ein Challenge! Kachelmann soll es übrigens mit seinem Meteomedia AG als Wetterdienst bringen und ein noch nicht benanntes Frauen Web-Magazin wird gelauncht.

- Sind Social Networks auch zukünftig reine Kommunikationstools zu sehen? Werbefreie Zonen wie die Inbox? Laut einer IDC Studie ist dies vorerst zu befürchten. In den USA nutzen 75% der User mindestens einmal in der Woche und 57% täglich Social Networks. Dort verweilen dann 61% pro Session rund 30 Minuten. Eine lange Zeit…, in der aber nur 57% auf die Werbeelemente klicken – im Vergleich zu 79% aller Internet Konsumenten. Sieht so aus, als ob Social Networks sich langsam neue Monetarisierungsideen überlegen müssen, wie Sie Geld machen wollen. Ideen gibt es hier (für Facebook und Myspace) und hier (Twitter) ja schon. Sonst muß man weiterhin live zusehen, wie Mitarbeiter bei Twitter entlassen werden…

- Wikis in Unternehmen bündeln und fassen Firmenwissen an zentraler Stelle allen dafür vorgesehenen Mitarbeitern zugänglich zusammen. Sie vereinfachen die Arbeitsprozesse, die auf Projektmanagement und Collaboration basieren – intern wie extern. Alexandra Graßler wurde zum Thema Wikis in Unternehmen informiert und verweist auf einen interessanten Artikel.

Von Weichmachern und herrlichen Video Ads…

Obwohl wir alle eigentlich Kommunikationsexperten sind, schaffen wir es doch irgendwie immer wieder, manchmal die Weichmacher in unsere Sprache einzubringen. In der Businesswelt ist das meistens kontraproduktiv, denn Erfolg hat in der Regel nur der, der die Kommunikation beherrscht und mit einem Wort auf den Punkt kommt. Also, raus mit den Weichmachern und rein ins Auto damit…

Auch wenn man in vielen Seminaren von Rede- und Wortgewandtheit, Präsentationsstärke und Verhandlungsgeschick lernt, vielleicht ist es doch nur der körperliche Eindruck der zählt – auch wenn wir wissen, dass Inhalte, Art und Weise und Körpersprache für die Vertragsabschlüsse zusammenspielen und ausschlaggebend sind. Oder ist es doch eher die Sprache?

Das Sprachmodell ist uns allen prinzipiell klar: Sender an Empfänger, Empfänger an Sender. Bei dem nachfolgenden Spott frägt man sich, was denn nun mehr zählt: der Inhalt oder der körperliche Ausdruck? Die Art und Weise ist sowieso einzigartig und ‘weich gemacht’ sind hier nur die Nudeln…

Spot On!
Offensichtlich ist das aus dem Fussball bekannte One-Touch-System auch wortspielerisch möglich…

Zielgruppe Kinder: Wie Internet-Plattformen am Taschengeld und der elterlichen Kreditkarte verdienen…

Was in der Offlinewelt schon ein Grauß für Eltern, kommt im Web 2.0 Zeitalter auf die Erziehungsberechtigten noch viel ‘dicker’ zu. Normalerweise war das Web vor den mobilen Services – bei der Zielgruppe Kinder ist die Entwicklung nun andersherum. Was uns das Handy leerte, nimmt die Web 2.0 Welt als Vorbild: die Zielgruppe der Kinder auf eine andere Ebene zu heben. Mit zahlreichen geschickten und cleveren Monetarisierungsmodellen finanzieren zahlreiche Unternehmen mit den Centbeträgen der Kinder ihr Business. Ob und inwieweit das nun moralisch einwandfrei ist, muss jeder Elternpart für sich selbst beurteilen.

Ein Blick zurück mit Ausblick…

Im Web 1.0 gab es noch die Diskussion über ausufernde Handykosten der Kinder, die für Klingeltöne oder ’schräg-pixelige’ Hintergrund-Bildchen ihr Taschengeld verpulverten. Zahlreiche Provider solcher mobiler Services mussten sich von den Eltern damals übelst hinsichtlich ihrer Geschäftsgebahren als unmoralische Anbieter beschimpfen lassen oder mussten vor Gericht erscheinen. Ein jüngstes Gerichtsurteil zeigt, dass die Problematik in der Web 2.0 Ära immer noch aktuell ist.

Die Anbieter der neuzeitlichen Businessmodelle diverser Web 2.0 Kinder-Portale werden sich hinsichtlich ihrer Monetarisierungsmodelle sicherlich ihre Gedanken gemacht haben, bevor sie das Taschengeld der Kinder als ihre ‘Cash Cow’ anvisiert haben. Nun sind klassische Online-Werbung oder Gewinnspielformate auf Kinderplattformen ein inzwischen gängiger Weg, den Kindern lustige und schöne Produkte für das Kinderzimmer oder sonstige Gaumenfreuden ans Herz zu legen. Und beim nächsten Einkauf wird an der Kasse diese ‘Quengelware’ den Eltern dann zum Verdruss, den man aber irgendwie in Kauf nimmt. Diese Form der Angriffs auf das Taschengeld ist irgendwie noch aus der Offlinewelt akzeptiert und ‘moralisch einwandfrei’ im Zeitalter des Kapitalismus.

Gestern wurde nun eine weitere Kinder Internet-Plattform gelauncht. Es wird Zeit, den Markt und die Formate der Monetarisierung von Internet-Portalen für Kinder mal zu beleuchten, die das Taschengeld der ‘Steppkes’ adressiert. Die Welle der teils real-, teils virtuell-basierten Businessmodelle für das ‘Taschengeld ausgeben’, die da auf die Eltern zurollt, wird immer zahlreicher, komplexer und ideenreicher. Einige Modelle wollen wir mal vorstellen, ohne die Moral-Diskussion anzuzetteln – eher um mal zu hören, wie Eltern darauf reagieren.

Verknüpfung von On- und Offlinewelt mit Kuscheltier-Modell

smoodoos.de
Was dem Manager sein XING, ist dem Kinde sein smoodoo. Welches Kind als Premium-User die Plattform nutzen will, der muss sich eines der rund 20 verschiedenen smoodoo-Stofftiere für 25 EUR kaufen – ansonsten sind diverse Services der Community nicht nutzbar. So können z.B. keine ‘Gold-Doos’ erworben oder ‘Animationen’ freigeschaltet werden. Dafür wird garantiert keine Werbung angezeigt, ‘vertextet’ oder verschickt – damit werden die Eltern erstmal beruhigt. Als sichere Community für 6-15 Jährige bietet die Plattform ein eigenes Profil, Clubs und Kommunikationsmöglichkeiten wie private Mails oder ein Chat, so die Infos des Unternehmens. Und Smoodos sagt den Kleinen auch, wann die ins Bett müssen: ab 22 Uhr ist die Community geschlossen.

PS: Mit dem Erwerb eines Smoodoos bekommt man 300 Gold-Doos. Sind die aufgebraucht, muss ein neuer Smoodoo her. Ob die ‘Gold-Doos’ wohl irgendwann für kleine Beträge auch ohne Kuschel-Smoodoo zu erwerben sind? Folgegeschäft macht Businessmodelle erst so richtig interessant. Taschengeld ade…

mysuperpets.de
Mit dem ‘Sicher Surfen zwischen 4-8 Jahren’ präsentiert das Startup My Super Pets gestern ‘den sicheren Zugang zu einer kontrollierten Online-Welt’. Im Handel erhält man eins der sechs niedlich aussehenden Stofftiere zusammen mit einem Kartenleser und einer intelligenten Internet-Karte. So gewährt man den Kindern einen zeitlich eingeschränkten Online-Zugriff auf das Kinderportal, auf dem sie Spiele und Aufgaben erledigen können oder mit Freunden auf der ganzen Welt kommunizieren können. Die “Elternkarte” kann den Zugang einschränken oder erweitern. Für jedes erfolgreich absolvierte Spiel gibt es “Web-Taler”, mit denen die Kinder in der virtuellen Welt einkaufen können. Die Verknüpfung von Online- und Offline-Welt: Kauft das Kind beispielsweise für sein reales Stofftier Kleidung, wird auch das virtuelle Pendant im Internet damit ausgestattet.

PS: Ob die Web-Taler wohl irgendwann auch zu kaufen sein werden? Man wird sehen…

Rein virtuelle Onlinewelt: Browser-Games und Community-Modelle

bigpoint.de
Das größte Game-Portal Deutschlands wirbt damit, sich einmal zu registrieren und dann nach Belieben quer durch die ganze Bigpoint-Welt zu zocken und alle Features nutzen – kostenlos und ohne versteckte Kosten versteht sich. Die Finanzierung läuft über Affiliates, Display-Advertising und Ingame-Advertising. Kosten können dann aber doch auch für die Kinder entstehen, denn auch hier gibt es Premium-Features bei Spielen, die nur gegen Aufzahlung erhältlich sind (hier neue Kickschuhe, dort eine Waffe kosten dann extra). Um das zu wissen, muss man aber die Geschäftsbedingungen lesen. Ob das ein Minderjähriger macht, geschweige denn das ‘Rechts-Deutsch’ versteht, sei dahingestellt. Abgesichert hat man sich hier schonmal für den Rechtsfall: “Soweit der Nutzer minderjährig ist, versichert er mit der Bestellung von Premium-Features ausdrücklich, dass ihm die für deren Bezahlung notwendigen Mittel zu diesem Zweck oder zur freien Verfügung überlassen wurden.” Ob das aber im Rechtsfall als Definition langen wird, bleibt ebenso fragwürdig.

PS: Da ist die Fussball-Community Plattform comunio.de doch eine wunderbare Lösung für Konsument und Anbieter: einmal im Jahr einen kleinen Betrag zahlen und fertig! Ok, das Folgegeschäft für Trikotkauf nach einem Trikottausch fällt da flach. Aber ist das Modell deshalb unattraktiver…?

habbo.com
Die virtuelle Social Community mit Wohncharakter, in der man Freunde finden und treffen kann. Die Registrierung ist kostenlos und dann kann man ‘Hang Out for Teens’ leben. Allerdings muss man schon ein paar Centbeträge -in Form von ‘Habbo-Taler’- locker machen, wenn man seine Peers mit den hippen Möbeln begeistern will in der virtuellen Welt, die einen umgibt. Von einem Betrag ab 1 EUR an gibt es dann Wohn-Interieur und -Accessoires. Zahlbar mit alle denkbaren Zahlungsoptionen – von der Kreditkarte (Kinder und Kreditkarten?) über Handybezahlung per SMS bis hin zur Paysafecard. Da kann man als Eltern schnell mal den Überblick verlieren, womit die geliebten Kleinen Geld ausgeben. Und genauso zügig ist dann auch mal das Taschengeld überzogen oder später eine Kreditforderungen auf dem Tisch.

PS: Alles offen kommuniziert, alles verständlich, alles logisch. Aber eben virtuell und somit ist das Geld schnell ‘relativ’… fast so wie derzeit bei Kreditinstituten manchmal.

toggolino.de
Irgendwie ist diese Super-RTL Internet-Plattform der Klassiker und die Mutter unter den Kinder-Portalen. Auch hier trennt man die Spreu vom Weizen: Wer nicht Mitglied im Toggolino Club ist, kann die guten Features nicht nutzen. Der Toggolino Club bezeichnet sich selbst als ‘edukatives kostenpflichtiges Internetangebot’ für drei- bis siebenjährige Kinder und lebt von der Begeisterung um die Brands wie ‘Bob, der Baumeister’, ‘Thomas und seine Freunde’ und ‘Toggolino’ selbst. Und diesen Premium-Anspruch um tolle Kindermarken lässt man sich mit 69,- EUR für ein Jahresabonnement ordentlich vergüten. Bildung ist eben teuer, könnte man argumentieren. Wer mal schnell einen einzelnen Test machen will, ist seinen ‘Wochen-Euro’ Taschengeld da schnell los.

PS: Die Kosten können nur von Erwachsenen übernommen werden, da die Kreditkarte angegeben werden muss. Liebe Eltern, achtet gut auf die Plastikkarten…!

Spot On!
Eltern müssen sich mehr und mehr davon verabschieden, dass Kinder an der Kasse quengeln, Stofftiere nur zum Kuscheln haben wollen oder sich im Sportclub um die Ecke treffen. Das Web hat sie voll erreicht – und damit auch ihr Taschengeld. Die Quengelei um das liebe Geld fängt inzwischen zuhause vor dem Rechner beim Surfen an. Die Frage stellt sich, wann jemand auf die Idee kommt, eine Internet-Kreditkarte für Kinder zu machen – klar, verifiziert und freigegeben von den Eltern. Falls diese mal nicht zuhause sind, können die Kleinen so ihrem ‘Education-Trieb’ trotzdem nachgehen.

Ja, die modernen Monetarisierungsmodelle von Internet-Plattformen für Kinder haben auch positive Effekte auf die Zukunft und Entwicklung auf unsere Kinder… – nur die Eltern müssen sich noch darauf einlassen. Das ist wohl derzeit die größte Hürde für die Anbieter dieser Internet-Plattformen.

PS: In UK hatten 2007 -laut eMarketer- 4,2 Millionen Kinder zwischen 8 und 15 Jahren Internetzugang zuhause. Zitat der Studie: “To some extent, children’s behavior online mirrors that of adults; young UK Web users frequent search engines, use e-mail and download music. But they are far more likely than many adults to be active in social networks or visit entertainment sites.”

Die Typen der Business Netzwerke – Gladwell’s ‘Tipping Point’ reloaded

Jeden Tag suchen die modernen Businessmenschen nach der entscheidenden Veränderung in der eigenen Arbeitswelt mittels ihrer rastlosen Aktivitäten in Business Netzwerken. Sie suchen nach dem kleinen ‘Etwas’, das für das Geschäft eine große Wirkung haben sollen. Vor ein paar Tagen kam bei uns die Diskussion auf, ob man eine grundsätzliche Typisierung der User von Business Netzwerken vornehmen kann. Es wurde viel nachgedacht, überlegt und visioniert – und am Ende kam eine interessante Lösung raus…

Das Ergebniss fundierte im Buch ‘The Tipping Point’, in dem Malcolm Gladwell die Rolle der entscheidenden Personen an Veränderungsprozessen unter dem Aspekt ‘The Law of the Few’ beleuchtet. Er identifiziert dabei drei Typen, die bei Veränderungsprozessen unentbehrlich sind: Vermittler (Connectors), Kenner (Mavens) und Verkäufer (Salesmen).

Schaut man sich die Aktivitäten der Web 2.0 Gesellschaft in ihrem täglichen Wirken an, so sind zahlreiche Parallelen unverkennbar. Zum Beispiel, dass wir unsere Persönlichkeit nach genau diesen drei ‘Gewinnertypen’ mit unseren Profilen ausrichten und, dass wir gleichzeitig versuchen, alle drei Typen in uns zu vereinen?

Ein Versuch die drei Typen aus Sicht der Aktivitäten in Business-Netzwerken wiederzufinden…

Vermittler (Connectors)
Prinzipiell erfüllen wir ‘Business-Netzwerker’ alle diesen ersten Typus. Denn: Wer sich in einem Business Netzwerk registriert, bringt sich mit Mitbewerbern, Marktkennern, Partnern und Kunden zusammen und ist ja schon per se ein Connector, ein verbindender Mensch mit Verbindungen oder nicht? Fragwürdig… Denn nur, wer auch die Rolle des Vermittlers lebt, Menschen business-technisch erfolgreich zusammenbringt und sich ohne die permanenten Provisionsgedanken im Hinterkopf engagiert, ist der wahre Vermittler im Gladwelschen Sinne.

Wie man den Erfahrung vieler Kollegen und Businesskontakten entnehmen kann, scheiden sich hier die Geister gewaltig. Die Orientierung der Anwesenheit in Business-Netzwerken geht klar in Richtung: Me and my profit come first! Selten bekommt man wirklich wertvolle Vermittlungsansätze von Dritten für das eigene Business – egal ob man gut verlinkt ist oder nicht. Und schon gar nicht aus Eigeninitiative der eigenen Netzwerk-Kontakte. Wer zwar deutlich und ausdrücklich etwas sucht, muss dennoch erstmal direkt sein Netzwerk umständlich anzapfen. Früher hat man nach einem guten Tipp an Weihnachten eine gute Flasche Wein erhalten – heute scheint diese Geste ders guten Businessknigge abhanden gekommen zu sein.
Nicht selten bekommt man das Gefühl, heute bei Anfragen nach Vermittlungsansätzen zeitlich unpassend und am falschen Ort zu erscheinen (trotz ‘Vorstellen’ Button).

Ist unser schnelllebiger, mit Terminen vollgestopfter Arbeitsalltag ein Bremsklotz für ein effizientes Vermittler-Dasein in den Business Netzwerken? Auf jeden Fall ist es schwierig, sich wirklich organisiert als Vermittler aufzustellen. Denn je mehr Businesskontakte man hat, umso weniger Zeit bleibt für jeden einzelnen Kontakt, neues Netzwerk- oder Business-Potential zu vermitteln.

Fazit: Das Prinzip ‘Eine Hand wäscht die andere’ wird inzwischen in Business-Netzwerken leider viel zu stark im monetären Sinne gelebt. Ein Problem des Ressourcenmangels in Unternehmen oder der Profitausrichtung der Firmen und ihrer Manager? Die Antwort bleibt offen…

Kenner (Mavens)
Speziell im Web 2.0 Business, in der wir alle Business-Netzwerke und Wikis mit unserem Wissen füllen und wichtige Erkenntnisse in Blogs festhalten, manifestieren sich verschiedenste Arten von Kennern. Früher nutzten solche Businesspersonen Offline Veranstaltungen, stellten sich als Redner zur Verfügung oder verfassten Beiträge in wissenschaftlichen Zeitungen. Inzwischen will jeder derjenige sein, der sich als Kenner positioniert – der zur ‘Quelle neuer
Informationen wird, auf die wir vertrauen’. Ob in Gruppendiskussionen oder als dortiger Moderator – in Business Netzwerken kann jeder zum Kenner werden. Das Internet macht die gewünschte Reichweite möglich…

Auch hier zeigt sich eine gewisse Diskrepanz zwischen den wahren ‘Kennern’ und den -nennen wir sie mal- Reproduzenten. Zwei banale Vergleiche aus der Sportwelt – gerne! In der Fussballwelt gibt es die Option, sich einen Stern auf die Trikotbrust zu heften, wenn man erfolgreich die Champions League gewonnen hat. Beim Golf geht das Handicap je nach Erfolg rauf oder runter. Und Firmen können sich warm anziehen, wenn bei metacritic die Bewertungen der Produkte in den Keller gehen.

In Business-Netzwerken heftet sich jeder soviele Sterne ans Revers, wie nur eben möglich – unverifiziert von erfolgreichen bzw. angesehenen Businessmenschen. Da wird es schwer den Kenner, vom Reproduzenten zu unterscheiden. Ist ein Award oder Auszeichnung der Business-Netzwerke also für hervorragende Moderatoren, für qualifizierte Diskussionteilnehmer in Gruppen (z.B. durch die Gruppen-Moderatoren) oder für außergewöhnliche Blogger? Macht Sinn, wenn man ein qualifiziertes Komitee davorschalten würde. Zumindest würde es eine kleine Richtlinie zu mehr Transparenz bieten und zu mehr Übersichtlichkeit bei der heutigen individuellen Businesswelt dienen.

Fazit: Es fehlt an einer Orientierungshilfe, wer die überdurchschnittlichen ‘Kenner’ der Märkte und Branchen sind. Xing, LinkedIn und alle ihre Mitbewerber könnten helfen, die Welt der erfolgreichen Businesstypen zu erhellen.

Verkäufer (Salesmen)
Überzeugend und charismatisch wollen wir allein schon mit unserem Profil in den Business-Netzwerken sein, weshalb sich jeder Manager auch entsprechend ein überzeugendes Profil ‘zurecht schustert’. So manches Firmenbudget geht für hochprofessionelle Businessfotos oder Überstunden durch verstärkte Gruppen(-moderation) drauf. Dabei frägt man sich z.B. bei den Bildern, ob ein ehrliches, dem Typ passenderes Bild nicht überzeugender wäre. Auch wenn business-casual in manchen Branchen und Firmen nicht erlaubt ist.

Überzeugt sind wir dennoch von der Überzeugung, dass wir überzeugend im Business-Netzwerk auftreten: Wir überzeugen durch mannigfaltige Gruppenaktivitäten, durch zahlreiche Businesskontakte und durch reichhaltige Angaben bei Interessen, Berufserfahrung und Ausbildung. Dennoch sind wir dann noch lange nicht die Verkäufer, die mehr sagen als sie sagen und dadurch überzeugender sind als überzeugend (freie Interpretation der Gladwell Salesmen-These).

Ein ordentliches und engagiertes Profil macht noch keinen guten Verkäufer. Dazu ist manchmal ein besseres Bild notwendig und vor allem ein feineres Darstellungs-, Kommunikations- und Verhandlungsgespür (in Gruppen wie generell im Business Netzwerk). Und wenn im Alltag die ersten 10 Sekunden über Sales-Erfolg und – Misserfolg beim ersten Businesstreffen entscheiden, dann sind es bei der großen Auswahl in Business-Netzwerken vermutlich maximal fünf Sekunden. Was die Geschäftspartner im Salesprozess überzeugt, ist nicht die Universität, an der man studiert hat – ebenso wenig wie der Uniabschluss nach dem ersten erfolgreichen Job mehr zählt als die Aussage: Diplom vorhanden – ENDE. Nur davon kann man bei seiner eigenen Überzeugungskraft bei Einträgen in Business-Netzwerken aus Salesperspektive überzeugt sein.

Fazit: Die gewählte Darstellungsvariante des eigenen Profils und Auftretens in Business-Netzwerken muss dem Umfeld der eigenen Businesskontakte und -branche entsprechen. Wer den Wesenszug der Zustimmung austrahlt, erfährt den Tipping Point des Verkäufers, der Erfolge sammelt.

Spot On!
Letztendlich sind es die Soft Skills der drei Typen, die als Kür den erfolgreichen Businessmenschen ausmachen. Die pure Anwesenheit in Business-Netzwerken ist das Pflichtprogramm. Entscheidend ist, wie ’sticky’ und im Zusammenhang der Arbeitsthemen passend man in den Business-Netzwerken den Leuten erscheint, die dem eigenen Business zuträglich und gewinnbringend sind. Hier zeigt sich der wahre Matchmaking Typus.

Die Jäger-und-Sammler Leidenschaft der Business-Netzwerk Typen der Anfangsjahre ist -vermutlich aus Ressourcengründen- einem diversifizierten Business-Allrounder Typus gewichen. Die grundsätzlichen Fähigkeiten der ‘Veränderer’ hat Gladwell in seinen drei Typen schon früh erkannt. Ob er jedoch wußte, dass die Managerwelt des heutigen Business erfordert, alle Typen in sich zu vereinen, sei mal dahingestellt…

Fussball Bundesliga Vereine: Twitter nicht auf Transferliste…

Schlechter Bundesligastart, aber bei Twitter ganz vorne: FC Bayern ist wirklich in der Unternehmenskommunikation eine Nummer für sich, manchmal eben (derzeit nicht fussballerisch) auch die Nummer 1 und aus Sicht der Twitteraktivität berechtigt in der Champions League… Dennoch spielt Twitter in der Bundesliga noch keine Rolle auf dem “Kommunikationstransfermarkt”, wie Olaf Kohlbrück schreibt.

Der Post “Bayern führt die Bundesliga bei Twitter an” ist ein herrlicherWachrüttler für die Fussball Bundesligisten. Oder bewahrheitet sich doch, daß Twitter für Marken nicht erfolgversprechend ist und haben die Bundesligavereine deshalb keine Kommunikation dort gestartet? Dass Bundesligisten als Marke zu sehen sind, da sind wir uns doch einig. Eine ordentliche Markenausrichtung der Vereine und der Bundesliga hat nicht zuletzt der FC Bayern Manager vor wenigen Jahren gefordert.

Und wenn man sich Hoffenheim anschaut, so ist die Namen-/Markenänderung sicherlich nicht nur auf die Assoziation mit einem Amateurvereinen zurückzuführen. Ach ja… ok, ich hab mich animieren und verführen lassen: 1899Hoffenheim ist inzwischen nicht mehr verfügbar und TSGHoffenheim ist ja inzwischen unpassend. Als alter IT-ler sympathisiere ich doch sehr stark mit Dietmar Hopp und seinen Erfolgen. Aber er soll ein guter Verhandlungspartner sein – ich bin mir sicher, dass man sich einigen wird.

PS: Borussia Dortmund tut mir leid. BVB ist weg, an einen ‘full-time rockstar’. Naja, singen und Stimmung machen können die Fans ja wie kaum jemand in der Bundesliga… – vielleicht kommt der Twitter Account ‘BVB’ ja auf die Transferliste als Fan-Animateur.

Offlinewelt 1.0: Games Convention und Business Netzwerke – ein klein wenig wie spielen…

Die Games Convention bringt schon manchmal erstaunliche Erkenntnisse an den Tag, wenn man so drüber nachdenkt. Auf jeden Fall ist es gut, dass manche Messe noch zur Bekanntmachung von Neuerungen genutzt wird – was man von einigen Messen der neuzeitlichen Offlinewelt 1.0 nicht mehr sagen kann.

So erfuhr man auf der Games Convention, wie nah das Business-Gebaren an der Spielewelt der heranwachsenden Jungendlichen ist. Bewußt wurde einem das bei der Veröffentlichung der Ergebnisse der Medienkonvergenz-Monitoring-Studie. Seit 2003 untersucht die Universität Leipzig darin, wie die Jugendlichen sich der Medienwelten nähern.

Gesamtergebnis: Jugendliche sind weniger als süchtige ‘Zocker’ denn als klassische Netzwerker -wie Businessleute eben- zu sehen.

So meint ein 17-jähriger: “Man kommt dann so ins Gespräch: Wie alt seit ihr? Woher kommt ihr? Was macht ihr so? Naja, dann hast du halt so Connections und manchmal reicht das bis zur Freundschaft.” Herrlich diese Fragetechnik! Da kann sich so mancher Manager was abschauen….

Ziel ist demnach also das Kennenlernen neuer Personen und Kontakte – eben wie im Business Netzwerk. Oder ist es anders, wenn wir in Xing und LinkedIn recherchieren, weil wir gerade mal neue Kontakte zum Meinungsaustausch, Kooperieren oder Vernetzen suchen.

Wenn 84% der Befragten -laut Studienergebnissen- in sogenannten Clans und Gilden spielen, erinnert einen das an die zahlreichen Gruppen in Business Netzwerken, in denen man fachsimpelt über GreenIT, SEO oder Jobvermittlung.

Noch ein Beleg… Wenn die jugendlichen Gamer berichten, dass sie in einem Clan nicht nur über das Spiel diskutieren sondern auch private Probleme ansprechen, erinnert man sich schnell an seine letzte Diskussion im Forum ‘Fussball – mein Freund aus Leder’ und die persönlichen Sorgen um die Zukunft der Lieblingsmannschaft.

So ist die Gamer- der Businesswelt so ähnlich und Jugendliche dem Businessverhalten so nah, dass man nicht mehr angstvoll von der süchtigen ‘Daddlergemeinde’ sprechen muß. Die Frage ist eher, ob man sich nicht vor den ’süchtigen’ Netzwerken sowie ihrer ‘Jäger und Sammler’-Mentalität in Acht nehmen muß.

Und wenn man erst die Aussage bedenkt, dass die meisten Jugendlichen die virtuelle Welt inzwischen nicht als Möglichkeit einer Flucht vor der Realität erkennen… Dann stellt sich eine weitere Frage: Nehmen nicht manche Manager die Mailfunktion in Business Netzwerken als Vorwand, das Telefon für den Cold-Call weniger in die Hand nehmen zu müssen? Eine Mail ist eben schneller geschrieben und umgeht den Weg der unangenehmen Einwandbehandlung. Gell…?!

Spot On!
Jugendliche Gamer sind lange nicht mehr so wie von den Medien lange proklamiert. Die Suchtgefahr, Verwahrlosung und Realitätsverlust ist ihnen bewußt und auch Eltern wissen, dass sie sich mit den Kindern auseinandersetzen müssen. Die Frage ist nur, wer erklärt manchen Managern, dass ihr Aktionismus in Business Netzwerken und eine Vielzahl von Kontakten, nicht unbedingt die Umsätze fördert sondern oft nur Zeit kostet?

Papa, Mama – Hilfe!

PS:
Die Studie läuft seit dem Jahr 2003 und beschäftigte sich bereits mit Animes, Handy-Downloads und dem Internet als Massenmedium. Seit 2005 wird auch das Verhalten von Online-Spielern analysiert. Die Uni Leipzig hat dazu rund 1000 Spieler auf der Games Convention und etwa 360 Spieler im Rahmen von Online-Interviews befragt.

LinkedIn, XING, Facebook – Business der Zukunft oder Zukunft des Business?

Wer zukünftig ein erfolgreicher Businessentscheider ist, ist gut verlinkt über Social Netzwerke mit Businesscharakter. Welches Social Netzwerk ist aber für das Business wichtig und richtig, oder bietet den wahren Mehrwert? Die Antwort ist vermutlich eine Mixtur aus unterschiedlichen Angeboten. Schließlich hat jeder seine Vorlieben und man will idealerweise die Kontakte seines beruflichen Werdens nicht verlieren – trifft man sich doch immer zweimal im Leben.

Grundsätzliches
Wer die Zeit im Business aufwenden kann, muss sich prinzipiell in folgender Weise vernetzen…
- (mindestens) ein professionelles Business-Netzwerk (z.B. Xing, LinkedIn) – idealerweise eines bei der Nutzung priorisieren. Vielleicht lassen sich die Kontakte auch auf nur einer Plattform bündeln….
- ein Hobby-Netzwerk, welches dem Business zuträglich ist und mit Businesspartnern ausgeführt werden kann (z.B. Golf, Radeln, Fussball, etc.)
- ein Social Netzwerk mit großer Reichweite (z.B. Facebook, MySpace) – stärkt das Wissen über private und hobbytechnische Vorlieben der Kontakte.
Aber wer hat die Zeit und die Muse, sich permanent mit allen businessrelevanten Themen zu beschäftigen? Oder sich in Business Netzwerken wissenstechnisch auszutauschen? Oder muss man sich überhaupt permanent und regelmäßig dort zeigen? Auf jeden Fall ist eine Rückbesinnung einer Priorisierung auf das Wesentliche dienlich und unbedingt empfehlenswert.

Wesentliches
Ein paar wesentliche Grundsätze zu Social Netzwerken aus Businesssicht sollte man als Businessentscheider beachten…
- Wer sich in Business Netzwerken ‘tummelt’, muss auch aktiv werden, will man das Social Netzwerk für das Business erfolgreich nutzen.
- Wer in Business Netzwerken abwartet und eher beobachtet, verschenkt viele Business Möglichkeiten und sollte sich überlegen, ob -angesichts der herrschenden persönlichen Ressourcenknappheit (und der des Arbeitgebers) im heutigen Business- die Notwendigkeit besteht, Mitglied einer solchen Plattform zu sein.
- Wer nichts investiert (finanziell), nutzt die Plattform suboptimal. Ein Grund, warum Social Netzwerke schnell zu einer Me-Too Business Plattform verkümmern. Man ist halt dort auch registriert.
- Die entscheidende Frage stellt sich aber, in welcher Form man sich in Social Netzwerken mit Businesscharakter als Businessmensch präsentiert und verlinkt. Der private Ansatz wird hier sehr gerne in den Vordergrund gestellt. Vorsicht: Auch die Chefs und die Chef Chefs (der eigenen Firma und der Kunden) können hier sein!
- Wie man Business in Social Netzwerken lostritt und durchführt, sollte ein Teil der Firmen Policy sein. Gewisse Richtlinien zu Firmennennung, Brandauftritt, Berechtigung zur Moderation von Themen, usw. sind durchaus ratsam. Idealerweise werden diese Personen definiert und helfen anderen Mitarbeitern, ein ordentliches und professionelles Bild in Social Netzwerken abzugeben.
- Wer die Gruppen der Social Netzwerke initiiert und führt, wikt immer wie ein Innovator und Businessleader. Ein großer Bonus…
- ‘Richtlinien’ hat vor kurzem Chris Brogan in seinen Social Media und Marketing Tipps beschrieben. Was hier für das Marketing gilt, gilt auch für jede einzelne Businessperson, die sich in Social Netzwerken bewegt und diese für das Business nutzt.

Den Umfragen und dem Medieninteresse zufolge stehen drei Business Netzwerke hoch im Kurs in Deutschland: Xing, LinkedIn und Facebook. Facebook ist zwar ein klassisches Social Netzwerk, wird aber von vielen Businessentscheidern auch zu Businesszwecken genutzt, weshalb es in dieser Analyse Betrachtung findet.

Xing
Gründer: Lars Hinrichs – Interview auf turi2
6,5 Millionen Mitglieder, 470.000 (Aussage Homepage) oder 325.000 zahlende Premium User (Aussage Hinrichs auf turi2)

Xing -als erstes deutsches Business-Netzwerk gestartet, inzwischen weltweit orientiert- stellt sich als ‘business-cosmopolites’ Netzwerk dar und erfreut sich wachsender Beliebtheit – inzwischen nicht nur in Deutschland. Premium-User zahlen monatliche Beiträge, bekommen dafür aber keine Werbung und reichlich Such- und Serviceoptionen, um (potentielle) Businesskontakte zu durchleuchten und zu kontaktieren – ein sehr gutes Rechercheportal für avisierte Businesskontakte. Gruppen werden zu fast jedem Businessthema (aber nicht doppelt) aufgesetzt, wirken dynamisch und für das Business ergeben sich schnell Ansätze zur Diskussion und zum Meinungsaustausch. Professionell ist die Führung der Gruppen aufgrund verantwortlicher Moderatoren – ein Business Netzwerk, ganz im Web 2.0 Stil.

Erfahrungswert: sehr detailliert, starke Interaktion, kein Selbstläufer
Aufgrund der erweiterten Suche für Premium-Mitglieder ergeben sich hier zielgenaue Trefferergebnisse und ein hoher Informationsfaktor, der die Option der konkreten Ansprache für Sales-, Marketing- und Personalverantwortliche ermöglicht. Aktionismus ist unbedingt gefragt und wird belohnt. Kooperationen ergeben sich schnell.

Die Gefahr des Missverständnisses ist dennoch gegeben, denn schreibt jemand bei ‘Ich suche’ und ‘Ich biete’ dasselbe, hat man schnell den falschen Ansprechpartner am Telefon. Enttäuschungen sind da schon mal an der Tagesordnung. Egal ob man Fragen an Gruppen stellt oder Diskussionen anregt, die Mehrdimensionalität und hohe Kommunikationsstärke ist hier definitiv gegeben. Wer die Kontaktaufnahme durch Dienstleister nicht wünscht, schreibt dies in sein Profil und wird auch nicht indirekt mit Werbung konfrontiert. Basis-User zu sein, entspricht nicht dem Sinn des Netzwerkes – nur dem olympischen Motto: Dabei sein, ist alles. Grundsätzlich: einfache Handhabung der Plattform.

Businessnutzen = sehr nützlich, hochwertig.

LinkedIn
Gründer: Reid Hoffman – Interview in “Tomorrow”-Printausgabe KW34, Auszüge zum Deutschlandlaunch gibt es hier.
34 Millionen Mitglieder weltweit (laut Homepage), Zahl Premium-User unbekannt

LinkedIn hat den Ruf des international bekanntesten Social Netzwerks und wer sich mit dem visuellen Mantel des Weltmännischen umgeben möchte, ist hier Mitglied. In den letzten Jahren haben sich die Mitgliedschaften des profesionellen Netzwerkes mehr als verdoppelt. Weil es vorwiegend kostenlos genutzt wird? LinkedIn ist derzeit nur englischssprachig verfügbar – Markteintritt in Deutschland noch dieses Jahr. Derzeit werden drei kostenpflichtige Accounts ( Business, Business Plus, Pro) angeboten, die von 20 bis 200 US Dollar kosten.

Erfahrungswert: internationale Jäger und Sammler, keine Interaktion
Als Basisnutzer versucht man wohl die internationalen Kontakte zu bündeln und zu halten. Die erweiterte Suche ist hier frei verfügbar, was ein großer Benefit des kostenlosen Accounts ist (bei Xing nur als Premium-User möglich). Der rege kommunikative Businessaustausch erscheint nicht gegeben (Mailfunktionalität ist nicht kostenfrei). Weder aus technischer noch aus menschlicher Sicht sehr kommunikative Plattformen, was vielleicht an der Mentalität der vorwiegend englischsprachigen User liegt – unter dem Motto: Come and see me! Ein typisches Angebot der englischsprachigen Businessmenschen, was nicht 1:1 ernst genommen werden sollte. Als Premium-User hat man Mailfunktionalität, aber der zusätzliche Mehrwert (klassisches Empfehlungsmarketing auf HR Basis) ist ein Tool, was vermutlich nur von absoluten Pro Nutzern eingesetzt wird.

Die Gruppen wirken eindimensional (= Web 1.0 Standard), da es eher um die pure Mitgliedschaft, denn um Businessanregungen, Diskussionen und Meinungsaustausch geht. Moderation nicht nötig, da es keine interaktive Web 2.0 Plattform ist. Der wahre Businessnutzen ist fragwürdig, aber für die reine B2B Kommunikation sicherlich eine gute Plattform, wenn sich die Entwickler die richtigen Gadgets für die Businessuser ausdenken. Die Frage ist, wann die Plattform Open Social wird. Bisher fehlt dies gänzlich… Grundsätzlich kann man in vielen Blogs und Foren lesen, dass die Handhabung der Business Plattform nicht intuitiv ist.

Businessnutzen = international interessant, ausbaufähig.



Facebook
Gründer: Mark Zuckerberg – Interview auf allfacebook.com
rund 55 Millionen Mitglieder, keine Premium-Accounts

Facebook ist ebenfalls aus internationaler Sicht eine hervorragende Plattform für internationale Businesskontakte -mehrsprachig verfügbar und sehr beliebt in englischsprachigen Regionen. Kostenfrei bekommt man alle Optionen und kann zahlreiche, kommunikative Features und Applikationen nutzen und kreieren. Die absolute Open Social Plattform, bei der man inzwischen viele Business Professionals antrifft – vom Chef bis zu administrativen Kräften.

Erfahrungswert – internationales B2B Socializing mit Wohnzimmerflair
Schaut man sich die Anzahl der Topentscheider aus diversen Firmen an, die bei Facebook registriert sind, muss man inzwischen von einem Social Netzwerk mit Businessfaktor sprechen. Man kann auf Facebook viel über seine begehrten oder potentiellen Kunden lernen (privat wie beruflich). Vorsicht ist bei der Selbstdarstellung geboten, wenn man nicht zu viel seiner privaten Persönlichkeit preisgeben will (vor allem bei Bildern und Videos).

Die Gruppen sind zahlreich vorhanden (inkl. Moderatoren = Initiatoren) wirken aber etwas unübersichtlich. Es gibt zu jedem Thema eine oder mehrere Gruppen, teilweise in gleicher, teilweise in unterschiedlicher Sprache. Das erhöht den Awarenesswert für ein Brand und eine Firma, aber aufgrund der Anzahl der Gruppen wird es schwierig, den Überblick über die Wichtigkeit der einzelnen Gruppen zu behalten. Wo soll oder muss ich mich jetzt engagieren und mit welcher Gruppe verlinken?

Businessnutzen = international business-technisch angesehen und
hoher Business Socializing Effect, national noch privat-orientiert.

Spot On!
Wer Social Netzwerke wirklich für sein Business nutzen will, muss viel Zeit mitbringen. Denn nur, wer sich als Moderator oder aktiver Gruppenteilnehmer einbringt, wird langfristig von Business Netzwerken profitieren. Gewinnbringend ist auf jeden Fall, wer viel kommuniziert und schnell sein Netzwerk ausbaut – aber das ist eine alte Bauern… *Entschuldigung*… Businessregel.

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