Online Reputation – Social Networking und Lebensläufe
07.05.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Social Media
Soziale Netzwerke haben unser Leben, und damit unsere klassischen Lebensläufe (CVs), revolutioniert. Was irgendwo digital in einem Netzwerk über das Leben einer Person geschrieben steht, ergibt ein komplexes und detailliertes Karrierebild einer Person. Und dieses Social Networking Auftreten kann so dienlich sein für die weitere Karriere…
Ob das Profil nun auf Linked, XING, Facebook, Twitter oder sonstigen Social Networks ist, immer wieder gibt es Einzelheiten der Persönlichkeit hinsichtlich des Werdegangs wieder – von Erfahrung und Wissensstand über Interessen und Fähigkeiten. Im privaten Netzwerk -egal ob digital oder offline- sind diese Daten nicht neu.
In der Berufswelt entscheiden diese Fakten zunehmend über die Karriere jedes Einzelnen. Manchmal stellt man sich die Frage, welche Relevanz klassische Lebenslauf-Formate überhaupt noch bei der Jobvergabe von gehobenen Positionen haben, oder ob die Betrachtung der Bestandteile einer Digitalen DNA durch Personalverantwortliche oder Personalberater nicht bereits mehr ins Gewicht fällt.
Alle Social Networks wollen bei der Registrierung so viel wie möglich über die Persönlichkeit erfahren… was natürlich später ‘public’ wird, sobald das Profil freigeschaltet wird. Und ‘public’ heißt, es geht ins Netz, ins Web und ist damit weltweit einsehbar. Eine große Chance, aber auch ein mögliches Karriere-Risiko…
So empfiehlt sich, und das sollte im Interesse eines jeden Menschen mit Social Media Profilen sein, bei diesen Profilen ein gutes Bild abzugeben. Mein Credo als Empfehlung lautet kurzgefasst…
“Bleibe die digitale Persönlichkeit, die Du auch in der realen Welt repräsentierst. Erfolgreich wirst Du Social Networks nutzen, wenn Du Deine Individualität in der vernetzten Kommunikation informativ, authentisch und qualifiziert abbildest.”
Detailliert lässt sich dieses Credo mit folgenden drei Tips zur Darstellung der eigenen Biographie in Social Networks zusammenfassen.
Wirke informativ.
Speziell bei Suchmaschinen und Twitter liegt die Würze in der Kürze. Man muss nicht unbedingt die komplette angebotenen Länge des Profiles ausnutzen (in Suchmaschinen werden die Profile als Suchergebnisse meist nur kurz angerissen). Je länger das Text-Profil, umso treffender sollten die Worte gewählt werden. Basisdaten müssen aussagekräftig sein. Was müssen die Leute über meine Person in diesem speziellen Social Network unbedingt wissen? Dann folgen persönliche USPs, mit denen sie sich von der Masse differenzieren, Interesse kreieren oder Besonderheiten fokussieren.
Spreche authentisch.
Wer sich online verstellt, sich in den Vordergrund stellt oder sich exponiert durch besondere Qualifikationen, muss den Beweis erbringen können. Beim ersten Offline-Meeting wird man sonst schnell entlarvt werden. Persönliche Qualifikationen, die aufgemacht sind, müssen bewiesen und erworben werden im realen Leben. Wer den Nachweis nicht erbringen kann, sollte nach dem Motto leben: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Bei privaten Fotos hingegen ist generell vorsicht bei der Veröffentlichung geboten. Man kann inzwischen auch nach persönlichen Fotos im Web suchen, von denen man gar nicht weiß, daß sie dort existieren. Sehr interessant vor allem, wenn diese nicht authentisch sind…
Vernetze strategisch.
Qualität der Kontakte in Business-Netzwerken geht vor Quantität – es geht nicht darum, mit ‘Hinz und Kunz’ vernetzt zu sein, sondern mit Vordenkern, Meinungsführern, Querdenkern, Mitdenkern und natürlich (verantwortlichen) Kollegen. Nicht jedes Social Network adressiert denselben Typus an Leuten. Dementsprechend sollten die biographischen Details und auch die Status-Updates nicht 1-zu-1 in allen Networks inhaltlich gleich erscheinen. Eine mögliche Business-Strategie für die biographische Darstellung im sozialen Business-Web könnte sein: XING für die deutsche berufliche Reputation, LinkedIn für die internationale professionelle Reputation und Facebook für Bekannte, Freunde oder wertvolle internationale Business-Socializing Kontakte. Kontakte in verschiedenen Netzwerken zu segmentieren, erleichtert die Pflege und Organisation der Kontakte ungemein und macht die Notwendigkeit der biographischen Detailangaben bedeutend spannender und aussagekräftiger.
Innerhalb der Netzwerke gilt grundsätzlich die Prämisse: Wer, welche Daten einsehen kann, wird unbedingt über die Einstellungen festgelegt.
Spot On!
Die digitale Biographie ist ihr persönliches Kapital, ihr einzigartiges individuelles Wertversprechen für die Offlinewelt. Und es wird täglich für ihre Karriere wichtiger. Behandeln Sie sie auch entsprechend, vor allem im Social Networks. Mittels sozialer Netzwerke kann die individuelle Anerkennung als Experten eines Themenbereichs (z.B. in Gruppen) steigen, die Glaubwürdigkeit und das Selbstbewußtsein gestärkt werden, und letztendlich die Karriere ‘katalysiert’ werden. Neue Dienste wie KnowEm können übrigens bei der Registrierung und Organisation und my ON-ID beim Monitoring von Online Reputation hilfreich sein.
Je höher man die Karriereleiter aufsteigen will, umso besser sollte man seine Profile pflegen. Niemand weiß, welche Kontakte unter den Hunderten, die man hat, sich mal als neuer Arbeitgeber zeigen könnte. Manche Details des digitalen Lebenslaufes kann man positiv beeinflussen, manche nur bedingt – teilweise mit externer Hilfe von Institutionen wie ReputationDefender – oder zukünftig vielleicht mal dem Personal Web Manager.
Was ist Euer Credo? Was findet Ihr essentiell für eine Social Network Biographie? Freue ich auf Eure Kommentare.
PS: Der Artikel ist aufgrund meiner Teilnahme an der Panel-Diskussion ‘Persönlichkeit im Netz – Identität und Reputation’ auf dem Medientreffpunkt in Leipzig entstanden.
Wie nutzen die Deutschen Social Networks?
01.05.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Social Media
Das Marktforschungsinstitut Forschungswerk hat 545 Panel-Teilnehmer nach ihrer bevorzugten Social Network Nutzung befragt. Insgesamt gaben 63% der Internetnutzer ab 18 Jahren an, Mitglied in einem oder mehreren Online-Netzwerken zu sein.
Das Ranking wird aber nicht von den Top-Playern des Marktes angeführt.
1. Stayfriends 27%
2. Wer-kennt-wen 20%
3. Xing 15%
4. StudiVZ 13%
5. Facebook 10%
Generell betätigt die Studie die Beliebtheit von Social Networks in der Generation Internet (18-29 Jahre). 90% von ihnen sind in einem Netzwerk registriert und immerhin schon 43% der über 50-jährigen Silver Surfer (bevorzugt bei Stayfriends, Wer-kennt-wen oder Xing). Dennoch haben sich auch schon 11% bei einer der Communities wieder abgemeldet. Ein Indiz dafür, daß die Internetnutzer langsam ihre Social Networking Aktivitäten konsolidieren? Vermutlich…
Sicherlich interessant aus Advertising-Perspektive ist die Entwicklung der Sichtweise, welche Social Networks sind ‘in’ and ‘out’ im Vergleich zur Bekanntheit. Twitter ist ‘In’, bei 37% bekannt – aber nur 1% ist aktiv (bei leitenden Angestellten, Selbständigen und Studenten höhere Werte). Stayfriends rangiert hingegen eher in der ‘Out’ Ecke, was zeigt, daß sich hier eine Verschiebung für die zukünftige Nutzung abzeichnet. 75% nutzen es nur einmal die Woche. Knapp die Hälfte der Facebook und StudiVZ User nutzen diese Networks dagegen täglich – sicherlich auch aufgrund der zahlreichen zusätzlichen Apps und Features.
Die Nutzungsmotive bei XING-Nutzung
- Geschäftsbeziehungen knüpfen 78%
- eigene Karrierechancen verbessern 44%
- zur Auftragsakquise nutzen 26%
Spot On!
Die Welt der Social Networks ist in einem starken Wandel begriffen. Während man früher einfach ‘mitmachte’, wird heutzutage doch klar differenziert, die Nutzungshäufigkeit vermindert oder sich gegebenenfalls auch abgemeldet. Für die Werbebranche bleibt wenig Verwertbares, denn über klare Kennzahlen hinsichtlich der wahren aktiven Nutzer gibt es bisher wenig Einblicke.
Die Studien-Ergebnisse sind hinsichtlich Alter, Geschlecht und Region repräsentativ für die Internetbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
Gewinner stehen fest!
02.02.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Daily Top 3
Zum Relaunch von The Strategy Weg gab es ein kleines Gewinnspiel. Unter den 355 Teilnehmern haben wir die Gewinner inzwischen ausgelost…
* Das Designer-Handy KF510 der Firma LG Electronics hat gewonnen: Wolfgang Heinrich aus Sindelfingen.
Vielen Dank an Herrn Heinrich, der nach seinem Gewinn eine schöne Referenz über The Strategy Web mitlieferte:
“Als regelmäßiger Leser von The Strategy Web freue ich mich natürlich sehr über den Gewinn. Wer sich mit Internettrends, Social Media & Webstrategien beschäftigt kommt an The Strategy Web nicht vorbei Martin Meyer-Gossner liefert in seinem Blog regelmäßig einen umfassenden Überblick über aktuelle Internet-Entwicklungen und bietet gleichzeitig Lösungsansätze für die Internet-Wirtschaft.”
* Je ein Buch ‘Karrierefalle Internet’ von Klaus Eck aus dem Carl Hanser Verlag geht an: Thorsten Fricke aus Bad Gandersheim und Anette E. aus Quickborn
Den Gewinner viel Spaß mit den Preisen!
News Update – Best of the Day
26.01.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Daily Top 3
- Twitter bekommt vermutlich eine weitere Finanzspritze bei einer 250 Millionen Dollar Validierung, schreibt Techcrunch. Dies würde einem Wert von 73,52 US Dollar pro aktivem User entsprechen, was Jeremiah Owyang in Frage stellt.
- Das Jobportal CareerBuilder.de hat 269 deutsche Manager und Human-Resources-Experten nach ihren schrägsten Erfahrungen in Vorstellungsgesprächen gefragt. Die Süddeutsche schreibt über die 10 größten Bewerbersünden.
- CSU hält nichts von der Kot-Wette bei Wetten dass… und übt Kritik…
News Update – Best of the Day
23.01.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Daily Top 3
- Jedes Unternehmen überlegt sich seine eigene Social Media Strategie, die idealerweise zur Business-Strategie passt. Wer sich Anregungen holen will, kann dies in der Social Media Case Study Superlist machen, die auch weiterhin upgedatet wird.
- Die CeBIT 2009 steht für die Internetwelt ganz im Zeichen der Webciety. Die neusten Informationen und die Agenda zur Webciety Konferenz sind gestern herausgekommen. Wer am Ball bleiben will registriert sich in der Community oder twittert.
- Haben Hotels keine Zeit zum Bloggen? Vorreiter der Branche bei Best Western in Europa ist ein Deutscher. Der Geschäftsführer des Münchner Hotel Erb bloggt unter ErBloggt. Christian Erb ist mit seinem Blog laut Pressemitteilung, man glaubt es kaum: ‘Erster in Deutschland, erster in Europa und dritter weltweit’ (unter Best Western Blogs – die Hotelkette hat 4.000 Hotels in 80 Ländern).
PS…
- Macht Online-Forschung endlich Karriere? In diesem Jahr ist am 27.09.2009 Bundestagswahl und man darf davon ausgehen, daß methodisch die Online-Forschung die telefonische ‘Prognosenerhebung’ ablösen kann. Vorausgesetzt die Marktforscher orientieren sich an der Hessen-Wahl, die laut eines Beitrags von Martin Welker mit der Online-Forschung die beste Prognose abgeliefert hat.
News Update – Best of the Day
13.01.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Daily Top 3
- Wer nicht im Social Web aktiv ist, weiß nicht, wie Selbstmarketing über die heutigen Kommmunikationsinstrumente zur Karriere beitragen kann. Netzwertig hat eine gute Zusammenfassung geschrieben, wie man mit den bekanntesten Networking Plattformen seinen guten Ruf im Internet pushen kann (oder eben auch ruiniert). Das Thema Zeitmanagement im Social Web wird dabei nicht vernachlässigt und bestätigt mal wieder die Karriereoption des Personal Web Manager.
- Modernener Journalismus befindet sich in einer Transitionsphase und es macht immer mehr Leuten Spaß, über die Chancen neuer Medien Modelle zu philosophieren. So hat Media Transparent einen interessanten Artikel zu The New 2.5 Opportunity: Creating Media Hubs. Wer sich als Breaking News Anbieter positioniert, hebt sich auch vom Rest der zahlreichen Social-Media-Nachrichtenschreiber ab und hat dennoch gute Chancen als moderner Medienmacher.
- Wie bewirbt man eine Intimwaschlotion für Frauen? Die Vagina als Werbestar? Eine wahre Herausforderung für GlaxoSmithKline, deren Agenutr es glanzvoll umgesetzt hat. Die Kampagne ist wahrlich gelungen, mit ‘poppiger’ Musik unterlegt und zeigt die allen Menschen verborgene Realität: Alltagssituationen aus der Sicht einer Vagina.
Gewinnspiel
13.12.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Daily Top 3
Zum Relaunch von The Strategy Weg starten wir ein kleines Gewinnspiel. Vielen Dank an dieser Stelle an die Firmen, die diese Preise zur Verfügung gestellt haben!
Zu gewinnen gibt es…
Ein traumhaftes Designer-Handy KF510 der Firma LG Electronics.
Zwei Bücher Karrierefalle Internet von Klaus Eck aus dem Carl Hanser Verlag
Wer einen der Preise gewinnen möchte, schickt einfach eine Mail über das Kontaktformular.
1.) Häkchen in Sonstiges
2.) In ‘Meine Nachricht’ gebt Ihr uns Eure Stimmungslage zu The Strategy Web durch:
a) The Strategy Web empfehle ich auf jeden Fall weiter.
b) The Strategy Web empfehle ich vielleicht weiter.
c) The Strategy Web empfehle ich nicht weiter.
(Natürlich sind wir auch über weiteres Feedback erfreut!)
3.) Namen und Emailadresse nicht vergessen
… und einfach abschicken!
Die Gewinner werden am 31.01.2009 bekannt gegeben. Der Rechtweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!
Business 3.0 ‘fast’ ohne Emails?
02.12.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie CEO, Web 3.0
Auf der Web 2.0 Expo gab es einen sehr interessanten Beitrag von Luis Sanchez von IBM, der sich mit einem Thema befasst, über das sich langsam viele Web 2.0 Menschen Gedanken machen: Warum gibt es eigentlich noch Emails? Der Titel des Vortrags spricht Bände ‘Thinking Outside the Inbox’…
Email ist ein Thema welches einen seit Anfang seines Business verfolgt, aber diesen Entwicklungsstand nie verlassen hat. Oder doch? Langsam will man auf Veränderung hoffen. Ein Junge aus der Nachbarschaft meinte vor kurzem: “Was Sie nutzen noch Emails, obwohl sie twittern, Facebook und Friendfeed nutzen? Ist das nicht ein wenig altmodisch?” Das sass… und bringt einen zum Nachdenken.
Geht es also um die bloße Kommunikation, so ergeben sich zahlreiche andere Kontakt- und Kommunikationsmedien: Social-Networks oder Twitter. Beide bieten ‘Direct Messages’, was ‘nahezu’ nicht gespamt werden kann und somit eine wertvolle Zeitersparnis bringt. Zudem muß man sich aus der Natur von Twitter ‘kurz fassen’. Herrlich… kommt der gegenüber doch gleich zum Punkt. Interessanterweise bekommt man aber auf Twitter ‘Directs’ als Reply von manchen Menschen wiederum eine Email, was mir überhaupt nicht in den Sinn will…
Doch das eine ist Kontakt zu Freunden und Gleichgesinnten. Business ist ein anderes Thema. Wie sieht es also in der Businesswelt aus?
Der Austausch von Dokumenten ist vermutlich einer der wichtigsten Punkte im Business. Warum nicht Instant Messaging Tools nutzen? Geht schneller und Feedback kommt sofort. Oder aber Google Docs? Meetings oder der ‘abendliche’ Networking Drink lassen sich schnell und unkompliziert mit solchen web-basierten Tools oder über Business Networks steuern.
Wenn man sich mal ansieht, was man im modernen Business mit Emails macht, wirkt das nicht wirklich fortschrittlich: Löschen von Spam, Sortieren von CC-Mails in Ordner (die wir nie mehr ansehen), Kundentermine und Meetings ausmachen und sonst…? Trotz internen ‘Policys’ oder menschlichem Selbstverständnis einer angeblich intelligente Spezies, die wissen sollte, wie man mit Emailverkehr umgehen muß, wird die Mailbox nur zu gerne von Kunden und selbst von eigenen Kollegen mal mit CC- und BCC-Mails vollgepackt. Und auch wenn Filtermechanismen semantische Grundsätze im Hinterkopf haben, lassen sie einen doch nur zu selten im Daily Business im Stich. Vielleicht lehrt uns ja das Web 2.0 das der Mensch nicht nur in Ordnern denkt sondern auch als netzwerk-funktionales Individuum, welches sich nur noch die richtige Organisationsstruktur für sein neues Dasein im Business aneignen muss.
Sind E-Mails also noch zeitgemäß angesichs von zahlreichen Social Networks, Micro-Blogging und sonstigen Web-Services, die uns alle die E-Mail Funktionalität des ‘permanent In Kontakt bleibens’ und ‘Erreichbar seins’ ermöglichen? Zeitmangel ist eines der größten Negativ-Argumente gegenüber einer avisierten positiven und produktiven Arbeitshaltung. Wenn man aber Spam und fragwürdig-wertighaltige Sonder-Newsletter mit einer Nachricht erhält, die einen auf dem Laufenden halten sollen, werden die zeitlich angespannten Nerven arg strapaziert. Mit diversen modernen Technologien wie z.B. Moli, Netvibes oder PageFlakes lassen sich Nachrichten schneller und spamfrei überblicken – einmal eingerichtet, RSS als Basis, ab und zu upgedatet und fertig. Da kann sich die Mailbox entspannen und die Delete-Taste der Tastatur wird fast arbeitslos…
Email wirkt auf mich wie ein schwarzes Loch, in welches wir im Business aus Angst, Fehler zu machen oder aus Nachweisbarkeitsgründen, immer wieder stürzen. Obwohl einem in 10 Jahren kein Fall untergekommen ist, indem man im Business 1.0 oder 2.0 mal von einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer auf einen kritischen Fall angesprochen wurde. Ob man im Business 3.0 wohl die rechtlichen Anorderungen für die Nachweisbarkeit und Corporate Governance auf eine neue moderne Realität hebt? Früher haben wir mal Ordner gehabt, in denen Aufträge landeten, heute sind Mails, Mails, Mails, die ebenfalls sich in virtuellen Ordnern breit machen, in die ich seit Jahren nicht mehr geschaut habe – und ein Controller hat mich auch noch nicht darauf angesprochen.
Das Verrückteste und Karriereunfreundlichste aber ist der CC-Wahnsinn. Da bekommt man CC’s und überfliegt diese nach Wichtigkeit und Relevanz – 99% umsonst. Doch wenn mal eine dabei ist, die nach Aufmerksamket schreit und eine Aktion erfordert, kommt einem die eine natürlich unter. Ergebnis: Absender wird sauer, weil man nicht adäquat reagiert. Die klassischen Markierungszeichen wie ‘hohe Wichtigkeit!’ wurden in den letzten 10 Jahren leider zu oft inflationär genutzt, sodaß die Wahrnehmung sie inzwischen ignoriert. Was aber über Social Networks hereinkommt, wird in der Regel eher nicht übersehen. Vermutlich weil die Medien zeitgemäßer sind… und sich tagtäglich weiterentwickeln – im Gegensatz zu 10 Jahren innovativem Leerlauf bei Emails.
Im mobilen Business 3.0 kann ich mir eine kommunikative Welt vorstellen, die von Effizienz und Schnelligkeit bei der Versorgung von Emails geprägt ist (kein Archivieren in Ordner, die die Welt oder finanzielle Hüter der Neuzeit nie wieder sehen will). Inboxen werden nicht mehr sinnlos stündlich ‘mit dem Staubwedel abgefeudelt’, der nur die oberflächliche Contenance wahrt.
Abgedrehte Realität? Offensichtlich nicht, denn sonst dürfte Luis Sanchez den Traum bei IBM doch nicht öffentlich ausleben, oder? Irgendwie erscheint einem angesichts des Gedankenganges diese aktuelle Studie zur beharrenden Popularität der E-Mail wie eine Farce…
Spot On!
Ok, alle diese Social Networks, Micro-Blogging Dienste und sonstige ‘Email ins Abseits stellenden’ Services erfordern bei der Registrierung eine Emailadresse zur Verifizierung. Das ist noch ein Haken an dem die Anbieter der Webservices mal arbeiten sollten. Der einzige ‘andere’ Anbieter, den es bisher gibt, ist Zipiko. Hier langt die Handynummer…
Online-Strategie-Spiel ‘Hire-and-Fire’ lässt Köpfe rollen
04.11.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie CEO
Wer hat’s erfunden – die Schweizer natürlich? Wer schon immer mal CEO einer Firma sein wollte, kann das jetzt spielen… Das Online-Strategie-Spiel «Hire or Fire» fordert alle diejenigen heraus, die sich als kluge Denker und Strategen sehen. Ihr Investment: fünf Minuten strategisches Denken und viel Fingerspitzengefühl.
Wie geht das Spiel? Einloggen, anstellen lassen und die virtuelle Firma «Global Health» mindestens einmal täglich besuchen. Man altert ‘spielend’ täglich um ein Jahr, steigt und sinkt im Firmen-Organigramm je nach Tätigkeiten. Per Mausklick entscheidet der Spieler, wie viel seine Figur arbeitet, wie sie einen etwaigen Gewinn verteilt und mit wem sie sich strategisch abspricht – diverse Chatrooms bieten dazu Gelegenheit. Aber Vorsicht: Die Programmierer haben bei dem Spiel auch eine Burnout-Rate berücksichtigt: Wer zu viel arbeitet und wer zu aggressives Mobbing betreibt, kann auch rausgeworfen werden.
Hinter jedem Mitarbeitenden von «Global Health» steckt ein realer Mitspieler. In der virtuellen Firma sitzen demnach so viele Angestellte, wie es registrierte Spieler gibt, und bei «Global Health» geschieht nur das, was die Spieler selber wollen. Bei Unklarheiten hilft «Reto Lipp» weiter: Auf jeder Spielebene steht der «ECO»-Moderator mit Rat und Tat zur Seite.
Das Spiel ist wie ein richtiges Karrieretraining: auf spielerische Art und Weise erlebt man die Mechanismen eines Grosskonzerns – wie im wirklichen Leben. Virtueller Erfolg bei «Global Health» lohnt sich auch im richtigen Leben: Der Mitspieler, dessen Figur bei «Hire or Fire» besonders erfolgreich ist, wird Ende Jahr auf «ECO»-Online porträtiert.
Spot On!
Manche Spiele kommen in den derzeit -laut Medien- schwierigen Wirtschaftszeiten genau zur richtigen Zeit…
Der kleine XING-Kontakt Knigge
17.10.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Best Practise, Business Networks
Es mag gewagt sein und dennoch wagt man sich an ein heikles Thema, welches bei vielen meiner Kollegen, Bekannten und Freunde immer wieder aufkommt. Vermutlich ist daran die zunehmende Beliebtheit von XING und des Business-Networking generell verantwortlich: der schlechte und teilweise unprofessionelle Kommunikationsstil im Umgang mit Businesskontakten via XING.
Im Business zählt, wie wir alle aus Management-Trainings und Medien wissen, der erste Eindruck. Wenn wir also über XING neue Kontakte suchen, interessante Partnerschaften in Gang bringen wollen oder einfach nur Recherche betreiben, sollten wir für alle Aktionen wie auch Reaktionen gewappnet sein. Denn über alle Aktivitäten -oder ausgelassenen Optionen- wird am Ende unsere Online- und Offline-Reputation gemessen. Nicht umsonst haben Bücher wie ‘Karrierefalle Internet: Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor es andere tun! ‘ große Beliebheit errungen.
Die Stolpersteine liegen im Falle XING weniger bei bereits bestehenden Kontakten. Hier pflegt man doch untereinander in der Regel einen gewissen Umgang und weiß, mit wem man es warum zu tun hat. Schon schwieriger wird es dagegen bei der Kontaktaufnahme mit bisher unbekannten Personen. Dabei ist es egal, ob man selbst mit jemanden in Kontakt treten möchte, oder ob man von jemand bisher Unbekanntem kontaktiert wird. Zwar bietet XING schon ein paar Hinweise, jedoch sind diese zum einen gut versteckt unter dem Bereich „Hilfe“ bei den „FAQs“ und zum anderen beleuchten diese nur einen Teil der Thematik.
Richten wir unseren Blick also einmal auf ein paar Grundsätze, die bei einer Kontaktaufnahme über XING (oder anderen Business-Netzwerke) beachtet werden sollten.
Der kleine XING-Kontakt Knigge für Neukontakte
Kontaktaufnahme durch Sie
a) per Nachricht: Sein Sie freundlich, fassen Sie sich kurz und nehmen Sie direkten Bezug auf Ihr Anliegen: Warum sprechen Sie genau diese Person an? Gehen Sie immer davon aus, dass der Angesprochene, je höher er im Unternehmen steht, umso weniger Zeit für das Networken hat. Auch wenn diese Person sich in Netzwerken gerne mehr engagieren würde.
Sein Sie darauf gefasst, dass Sie Feedback bekommen. Dieses Feedback kann komplett anders ausfallen, als Sie sich denken oder wünschen. Gehen Sie auf jeden Fall auf dieses Feedback ein.
b) per direkter Verknüpfung: Besteht überhaupt kein vorheriger Kontakt (online wie offline) ist es ratsam, nicht direkt Kontakte zu verknüpfen. Es sei denn, sie wollen wie ein Jäger und Sammler wirken…
Geben Sie dem Gegenüber die Option, direkt mit Ihnen online oder offline zu kommunizieren. Ihre Kontaktdaten können Sie dieser Person auch freischalten, ohne sich mit dieser Person zu verknüpfen. Bleiben Sie nicht anonym.
Kontaktaufnahme mit Ihnen
a) per Nachricht: Im ‘unwahrscheinlichen’ Falle einer an Sie gerichteten Kontaktaufnahme durch ein XING Mitglied per Nachricht hat derjenige meistens ein ihm wichtiges Business-Anliegen. Dass derjenige Sie ausgewählt hat, um dieses Anliegen zu erfüllen, ehrt Sie – aber bewerten Sie das auch so.
b) per direkter Verknüpfung: Besteht überhaupt kein vorheriger Kontakt (online wie offline) überlegen Sie genau, ob Sie den Kontakt bestätigen. Zu viele Kontakte sind schwer zu pflegen und zu handhaben und werden somit schnell unprofitabel. Sind Sie der Meinung, der Kontakt bringt Sie beruflich (oder privat) weiter, so spricht nichts gegen eine Verknüpfung. Scheuen Sie sich aber auch nicht, eine für Sie irrelevante Verknüpfung abzulehnen. Nutzen Sie aber die Möglichkeit des Zufügens oder Ablehnens und lassen Sie den Kontakt nicht ewig im Ordner „Zu bestätigende Kontakte“ liegen.
Wenn jemand mit Ihnen Kontakt aufnimmt, gebietet es die generelle Pflicht, eine Antwortmail zu schreiben – egal ob kurz oder lang, positiv oder negativ oder ob Sie ein geschäftliches ‘Interesse’ an der Person haben oder nicht. Auch wenn das Anliegen in Ihren Augen uninteressant, langweilig und unpassend zu Ihrem Profil ist, eine Antwort hat die Kontaktaufnahme verdient. Mal ein Offlinebeispiel zum Vergleich… Kommt ein Mitarbeiter mit einer Businessidee auf Sie zu, drehen Sie sich auch nicht einfach weg, oder doch…? Bedenken Sie immer, dass Premium-Mitglieder in der Regel wissen, dass Sie die Mail gelesen haben, wenn Sie das Profil des anderen angesehen haben.
Die obigen Empfehlungen treffen übrigens auch auf die Gruppen in den Business Networks zu. “Wer neue Kontakte knüpfen möchte, der findet in den rund 20.000 der bei XING organisierten Gruppen für ihn passende Themen und spannende Kontaktmöglichkeiten. Wer sich hier kompetent zeigt und mit interessanten Beiträgen auf sich aufmerksam macht, findet online wie offline viele Anknüpfungspunkte”, erklärt Thorsten Vespermann, Director Corporate Communications der XING AG.
Spot On!
Verhalten Sie sich bei Kontaktaufnahmen immer so, als würden sie einander persönlich gegenüberstehen. Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer großen Visitenkarten-Party und ignorieren jemanden, der ihnen 5 Minuten später durch eine andere Person vorgestellt wird. Man sieht sich immer zweimal im Leben… und es kann durch das Online Business-Networking schneller passieren als Ihnen lieb ist.
PS: Um Herrn Reich-Ranicki gerecht zu werden und das Internet nicht in TV-ähnlichen qualitativen ‘Abgründen’ enden zu lassen, wollen wir auch die sprachlichen Aspekt für alle XING’ler nicht vergessen und diese schöne Hilfe des Goethe Instituts für jeden Networker bereitstellen.
Wenn Sie bitte hier die Informationen des Goethe Instituts abrufen wollen… Vielen Dank!



