Lotus JamCamp 2010 – Gedanken zu(m) BarCamp(s)…

26.04.2010 von  
Kategorie Visionen

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Das Lotus JamCamp war für mich ein sehr inspirierender Eintages-Gedankenaustausch, auch wenn die Veranstaltung zwei Tage ging. Teilweise erreichte mich die professionell organisierte Veranstaltung (IBM Standard eben…) mit positiven, teilweise mit kritischen Einblicken in ein modernes Enterprise 2.0 Offline-Brainstorming.

Der Input der Beteiligten war allemal wertvoll und damit mal mein dank an die Organisatoren.

Vor allem der Vortrag ‘Strategie am Limit – Studienergebnisse zum Kulturraum Internet’ von Frank Schomburg, verdeutlichte eindringlich den Kulturwandel, der zwar in die Gesellschaft eindringt, aber für Unternehmen und ihre Entscheider eine große Herausforderung für die kommenden Jahre darstellt. Die Wertepräferenz der Digital Residents nach mehr Eigenverantwortung und veränderten Unternehmens-Spielregeln versus der die traditionelle Norm wahrenden Unternehmensführer der Digital Visitors steht noch an einem Scheideweg. Die ideologische Zusammenführung wird wohl noch ein paar Jahre dauern dürfte. Was über Jahrzehnte als bewährt galt, lässt sich nunmal nicht in einem Jahrzehnt reformieren.

Eine beruhigende Erkenntnis war, daß die Unterschiede in der Wertediskussion zwischen Digital Natives und Digital Residents (zumindest bei ‘heavy usern’ – Basis der Studienbefragten) keine Altersproblematik in sich birgt. Zeigt es doch, daß Offenheit ein Umdenken ermöglicht. Der Beteiligungs Boom im Social Web geht dennoch erst langsam richtig los und mit ihm verschiebt sich die Macht auf die Anbieterseite. Unternehmen sollten vor der glimmenden Lunte der Netzwerkresonanz Vorsorge treffen, so der Rat vom Schomburg. Er resumierte, daß der Erfolgsfaktor der Unternehmen in der Fahigkeit liege, zwischen Netzwerk und Hierarchie zu wechseln (schön illustriert am Beispiel des Chaos-Pendels).

Eine wichtige Bemerkung von Dr. Peter Schütt, Leiter Knowledge Management IBM Software Group EMEA, aus seinem Vortrag “Führen im Enterprise 2.0″ sei hierbei nicht unerwähnt. Beim Thema Crowdscourcing und Ergebnisfindung weist er auf eine feinen Unterscheidung zu James Surowiecki hin, der sich mit meiner Erkenntnis deckt. Letztendlich entscheide nicht der Mittelwert der Masse, sondern es gilt die “Leuchttürme in den Crowds zu identifizieren, um die Weisheit der Masse zu erkennen”.

Barcamp als Eventmodus
Allerdings sind für mich, offen gesagt, Barcamps bzw. Open Space Offline Sharings mit Businessfokus immernoch nicht unbedingt in meinen persönlichen Arbeitsalltag übergegangen. Das hat verschiedene Gründe (Feedback an IBM)…

Zeit ist eines unserer wertvollsten Güter für die und in der Zukunft. Als Als Familienvater hat man auch im Zeitalter des Social Web seine Verpflichtungen und seine Wertevorstellung von Zeit für die Familie – früher sagte man mal Wochenende. Wenn BarCamps am Wochenende stattfinden, brigt das Konfliktpotential für Communities wie den heimischen Familienrat oder auch den auf dem Camp zahlreich angesprochene Betriebsrat.

Wenn es ein Business-Event ist und trotzdem BarCamp Charakter hat, kann es ruhig unter der Woche stattfinden. Ob es dann nun als BarCamp tituliert wird, oder nicht, ist zweitrangig für die obigen Communities. Der Austausch des Input bringt den Erfolg der Veranstaltung. Bekommt die Veranstaltung zusätzlich noch einen inhaltlich und organisatorisch-traditionellen Eventtag, so birgt es allerdings die Gefahr, daß Teilnehmer dem offiziellen Tag zuviel Aufmerksamkeit widmen könnten.

Die Location Ehningen als Standpunkt halte ich auch weiterhin für sehr sinnvoll. Ehningen ist die Basis des Unternehmens IBM (in Deutschland) und ein klares Bekenntnis zum gelebten Kulturwandel. Große Unternehmen wie IBM müssen den Geist und die Inspiration der modernen Event-Kommunikationsformate anderen Großunternehmen vorleben. Eine Auslagerung würde den Anschein erwecken, daß das Format nicht von der Unternehmsführung anerkannt wird.

Entscheidend für die positive Infizierung weiterer Unternehmen “Pro Social-Web” ist es sicherlich, mehr Business-Entscheider als Listener für eine solche Veranstaltung zu gewinnen. Da das Format den Eindruck eines traditionellen Club-Charakters (“Aktionismus ist gefragt”) erweckt, kann das gerade diese Personen davon abhalten, sich die Zeit zu nehmen. Und, wer nicht firm ist, will sich nicht mit einem Beitrag die Blöse geben… schon gar nicht als Top-Entscheider.

Spot On!
Mein Beitrag “Karriere der Zukunft – Zwischen Personal Branding und Produktivität” wurde eingehend diskutiert. Die anschließende Diskussion drehte sich um den Gedanken des unbezahlten Zweitjobs, den zeitlichen Aufwand, Monetarisierung und die Vision des Personal Web Managers als gangbares Hilfsmodel zum täglichen Aufwand, den das Social Web im Business fordert. Mein vorangegangener Gedankenaustausch mit Dr. Peter Schütt beim Mittagessen und der Besuch seines Vortrages zeigte mir zahlreiche gemeinsame Strategie-Denkansätze. Vor allem die Erkenntnis der Zerstreuung der Mitarbeiteraufmerksamkeit durch Soziale Medien und die damit notwenidge Refokussierung von Resourcen durch das Management deckte sich: “Führen bedeutet heute immer mehr, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter zu lenken”.

PS: Hätte man auch enden können… ‘im Sinne des Unternehmensauftrages zu inspirieren’?

2010: Online ROI – eine Herausforderung für Unternehmen

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Die Lösung auf die folgende Frage ist komplex: Wie sollen Unternehmen zukünftig Online ROI messen? In Zeiten der Display-, Affiliate- und Search-Werbung wurde Erfolgmessung sehr einfach gehalten. Page Impressions, Clicks, Leads, Sales – Ende. Mit dem Aufkommen von Social Media ist das Thema Online Measurement komplexer geworden.

Im Vor-Web-2.0-Zeitalter gab es eine Formel, die hat alles andere in den Schatten gestellt. Sie basierte auf dem Click, den offensichtlich immer noch zahlreiche CMOs als die entscheidene Messgröße für ihre Online Massnahmen erachten. Der Click galt als Basis des digitales Vermarktungs-Manifests.

Die Formel des bisherigen Online ROI ging ungefähr so…

Page Impressions und Clicks konvertieren zur Klickrate, die Leads und letztlich (hoffentlich) Umsätze generiert.

Und dieser Formel entsprach auch die Wertigkeit in der Online-Vermarktung Cost-Per-Mile (CMP), Cost-Per-Click (CPC), Cost-Per-Lead (CPL), Cost-Per-Sales (CPO). Einfach, klar, pragmatisch.

Der Marketier ist damit zufrieden, der Sales-Mann weniger (meist aufgrund minderwertiger Leads und damit verbundener flukturierender Umsätze). Es mangelt an Transparenz. Die Geschäftsführung gilt als überfordert. 2010 soll alles anders werden.

2009 entzieht die IVW der Page Impression die Macht, der Visit soll zum ‘Golden Surfer’ werden. Eine englische Studie der Online Publisher Association (OPA) zieht nach und stärkt die Effizienz des ‘stillen Click’ und der Wertigkeit des Kontextes.

Hinzu kommt Eyeblaster, allen voran Dean Donaldson, welche noch die Dwell-Time erfinden. Effizienzmessung von Web-Aktivitäten im Web wird zu einer Herausforderung für Unternehmen. Und treibt man es auf die Spitze müßte man eine Eye-Movement-Studie betreiben, um die zeitlich-basierte Aufmerksamkeit zu messen, die Online-Werbung geschenkt wird (ähnlich den Copy-Tests aus dem Printzeitalter).

Als weitere Herausforderung kommen jetzt zahlreiche Social Media Aktivitäten hinzu. und auch hier sucht man eine verlässliche Messgröße zur Rechtfertigung des Aufwandes. Schnell bildet sich die Arbeitsgemeinschaft Social Media und stellt eine neue Social Media Währung vor: Share of Voice oder Share of Buzz. Ein vom Konzept her schlüssiges Modell, nur in der Praxis fragwürdig in seiner Machbarkeit, Handhabung und Vermarktungsrelevanz. Ein vergleichbares Mass wie die CTR gibt es in der Social Media Industrie vermutlich noch lange nicht. Vermutlich auch nicht 2010.

Die Komplexität der Messung des Social Media ROI verdeutlichen wir mal am Beispiel einer Viralkampagne, die mittels Social Media Buzz Reichweite und Ergebnisse generiert. Früher hatte der Click Relevanz. Es war eine einmalige kurzfristige Bewertung ohne Messung der Langzeitwirkung. War die Kampagne beendet, war die Messung vorbei. Ob der Click von der gewünschten Zielgruppe des Buchenden kam, war zweitrangig.

Bei einer Viralkampagne stellt sich aber aufgrund der Zielgruppen-Transparenz die Frage nach der Effizienzmessung ganz anders dar. Alle diese Werte gewinnen erst im Context und in ihrer semantischen und konkludierenden Aussage an Relevanz für den Werbetreibenden.

Fragen kommen auf wie…

Wieviel zeitliches Engagement schenkt der User seinen sozialen Aktivitäten bzw. dem Engagement der Unternehmen?
Wie bewerte ich eingehende Kommentare auf Blogs, Micro-Blogs oder Social Networks?
Wie wertet man einen Retweet im Vergleich dazu?
Von wem kommen welche Kommentare und Aktionen?
Wie verbreiten sie sich über diese Person und an wen?
Wie relevant ist die Zielgruppe des/der Verbreitenden für den Werbekunden?
Wie bezieht man Ratings in die Messung auf Video- oder Bewertungs-Plattformen mit ein?
Was ist mit den Aussagen, die ich gar nicht sehen kann, weil eine Front Door bei Social Networks mir den Zugang zu Ergebnissen versperrt?

Ohne individuell-subjektive Definion von Messeinheiten, jedes Unternehmen für sich, bleibt jede Social Media ROI Messung wertlos, und Social Media Marketing Messung erst recht. Die definierte Metrik muß im relevanten Zusammenhang mit dem gewünschten Ergebnis stehen – sprich individuell den Erfordernissen der Unternehmensstrategie oder der Intention der jeweiligen Social Media Aktivität angepaßt werden. Erhöhung von Visits auf der Webseite? Generierung von Fans oder Followern? Eingelöste Coupon über eine Community? Erkenntnisse über Brand-Bekenntnisse erzielen? Oder wirklich online Verkäufe generieren?

Jedes Profil eines aktiven Social Median, sein Social Graph, hat in seiner Nachhaltigkeit und seinem Empfehlungswert innerhalb und außerhalb “seiner” Social Community unterschiedliches Gewicht. Hier den wahren relevanten Messwert festzulegen, ist Sache der Werbetreibenden. Auf der Webcific habe ich die neue Währung mal als “Cost-Per-Engagement” bezeichnet, um die Relativität des Wortes in Frage zu stellen und dennoch die Relevanz des Wortes für die Zukunft klar zu machen.

Engagement beginnt mit der Kommunikation zum Kunden und hört nicht auf, wenn dieser beim Unternehmen bestellt. Dort gilt es aber das Engagement aufrecht zu erhalten via Email Kampagnen oder traditionellen Online-Aktivitäten. Denn Kundenbindung läuft auch außerhalb der Social Media Sphären ab. Engagement als Messgröße von Social Media zu definieren, kann auf dem Unternehmens-Blog anders aussehen als auf Facebook oder Twitter. Ein ganz entscheidender Faktor im Social Web der immer wieder vergessen wird ist: Kampagnen haben einen Anfang und ein Ende. Das ist bei Social Web Kommunikation nicht der Fall.

Die KPI Formel in Zeiten des Social Web könnte lauten…

Reichweite und Engagement konvertieren in sozialen Aktivitäten, die zu Lead-Multiplikatoren werden und (vermutlich) Umsätze aus Umsätzen generieren.

Die zukünftige Messung von Online ROI sollte sich daran orientieren, wieviel Kommunikations-Output über die verschiedensten Social Media Medien muß eine Firma leisten, bis das Markenversprechen Glaubwürdigkeit gewinnt und Kundenkommunikation entsteht. Daraus ergeben sich Engagements, die ich eben als “soziale Aktivitäten” bezeichnet habe, die es zu definieren gilt. Sie sind es die Gespräche nach sich ziehen für die Multiplikation von Botschaften aus der PR-, Marketing- und Salesabteilung.

Spot On!
Die Messung des Social Web ROI ist ein langfristiger Prozess. Metriken aus Shares, Posts, Kommentare, Ratings oder Tweets ersetzen die alte Click-Metrik. Denn die neuen Metriken bleiben dem Web dank Social Search Integration langfristig erhalten. Kommunikation ist dynamisch und so kann es sein, daß das banale Favorisieren von gestern, morgen zahlreiche soziale Aktivitäten und Gespräche ergibt.
Wer Social Communicartion beherrscht, der generiert Brand-Peers und Brand-Vangelist (wie ich sie immer gerne nenne). Aus meist anonymen Plattform-Usern werden heute Fans, Follower, Blog-Leser und Community Mitglieder. Sie alle haben Namen, sind transparent; ein riesiger Vorteil der heutigen Webgespräche. In dem entscheidenden Moment, in dem sie anfangen mitzudiskutieren, können sie essentiell wichtigen Multiplikatoren der Botschaft einer Marke oder eines Unternehmens und somit Messgrößen werden. Doch Unternehmen sollten bedenken, daß die Kommunikation überall stattfinden kann und entsprechend darauf ihre Webstrategie ausrichten. Diese moderne Webkultur sollte Engagement-Metriken oder Policies zwischen Sales und Marketing verankern. Ansonsten monitort, mißt, analysiert man umsonst und wird die Herausforderung auch 2010 nicht meistern.

Über Schleichwerbung und die Trennung von Redaktion und Anzeigen…

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money-sepiaEs gab mal eine Zeit vor vielen Jahren, da habe ich als Medienschaffender gelernt, daß Redaktion und Anzeigen getrennt in einem Medium verwaltet gehören. Ja, in Deutschland ist die Trennung zwischen Redaktion und Anzeigen sogar in den Landespressegesetzen festgeschrieben. Soll ja alles rechtens sein, richtig? Ist ja auch nur logisch. Sind es doch eben zwei Abteilungen. Und die sind sich ungefähr so nahe wie Sales und Marketing. Der eine bringt Geld, der andere braucht Geld.

Und dennoch… Beide können nicht ohne den anderen leben. Heute in Zeiten von Web 2.0 noch mehr denn je…

Der Blogger steht mal wieder im Mittelpunkt. Denn, zu welcher Abteilung gehört er denn jetzt dazu? Zur Redaktion? Klar, er schreibt… Oder zur Mediaseite? Klar, wenn es monetarisierbar ist… Richtig schwierig wird es, wenn er persönlich bloggt und dann auch noch erfolgreich damit ist.

Jeglicher Versuch, sich im Kopf zeitweise von der einen Seite zu distanzieren, ist zum Scheitern verurteilt. Ist der Blogger also ein profitlicher Mensch? Oder hat er Rechnungen zu bezahlen? Oder Münder der Familie zu füttern – wenn nicht jetzt, vielleicht aber bald…? Ist er also auf ein Zubrot angewiesen? Umsatzbringende Businessmodelle zur vollständigen Refinanzierung als Blogger gibt es nicht. Es fehlt halt ein Form der authetischen Werbung…

Wehe, man verirrte sich als Anzeigenverkäufer damals in die Höhle (nein, nicht Hölle!) der Redaktion und hat mit diesen auch nur über einen Kunden gesprochen. Auch wenn nur um zu verstehen, was genau derzeit bei diesem Unternehmen so los ist. Ok, vielleicht auch um einen schnellen Einstieg beim Kundengespräch zu finden. Nein, es war eine Ehrensache als damaliger Anzeigenverkäufer, die Integrität des Redakteurs in keinsterweise zu beeinflussen.

Der Anzeigenverkäufer verkauft, was der Kunde dem Leser verkaufen will. Der Redakteur schreibt, was der Leser wissen will – nicht was die Unternehmen den Leser hören lassen wollen. So, einfach ist das.

Und wie neidisch waren da einige Anzeigenverkäufer, wenn die Redakteure mal wieder von der Pressekonferenz kamen und ein nettes kleines Geschenk vom Kunden vorzeigten. Da es aber offensichtlich keine Compliance-Thematik bei Bloggern gibt, gibt es nun die Diskussion um Schleichwerbung und Zuwendungsmethoden. Wenn Posts entstehen, die gekauft sind und nicht als solche markiert werden.

Nun stelle ich mal 3 Thesen auf, warum die Diskussion um Schleichwerbung irgendwann entstehen mußte.

1. Gäbe es eine ordentliche Möglichkeit der Monetarisierung von Blogs, so wäre die Diskussion nie entstanden. Der Blogger würde Geld verdienen für die Stunden, in denen er sein Gedankenpotential mit anderen teilt und viel Zeit in Schreiben investiert. Der Finanzierungskreis eines Medienhauses schließt sich hier also. Das Geld würde er in die Produkte investieren, über die er jetzt ‘schleichend’ bloggt und sie dann auf diese Weise bekommt.

2. Business-Modelle wie Trigami oder Hallimash offerieren Unternehmen gekaufte Berichte und verführen den Blogger aufgrund des Fehlens eines validen Finanzierungsmodells für die Bloggerei. Wenn der Blogger betont, er tue dies unabhängig und in freier Meinung, ist das Unternehmen sicher. Mancher Blogger vergisst dann eben schnell seine Glaubwürdigkeit, wenn er den Beitrag nicht als gesponsert markiert. Seine mangelnde Authetizität entlarvt die Bloggosphäre, wenn es ihr wichtig ist.

3. Viele Unternehmen haben diese Trennung von Redaktion und Anzeigen offensichtlich nie gewollt – weder früher noch heute. Man hat mit PR-Veranstaltungen immer einen Zweck verfolgt. Eben nicht den des Selling (Anzeigen) sondern den des Telling (Redaktion). Aus Nächstenliebe haben die Firmen diese Events nicht gemacht.

Spot On!
Nur durch Zuhören konnten Firmen früher kein Geld verdienen – im Web 2.0 Zeitlater sieht das anders aus. Also erkaufen Firmen ‘Werbedruck’. Früher mit Anzeigen und heute mit…?! Content über redaktionelle Blogeinträge zu erkaufen, bringt Backlinks, die aus Google Perspektive hilfreich für Unternehmen sind. Das erscheint Unternehmen effizienter. Im Moment sind wir in einer Übergangsphase und Unternehmen müssen erst verstehen, daß das neue Spiel mit Anzeigen und Redaktion das alte Spiel ist: Redaktion und Anzeigen gehören getrennt. Es geht schließlich um Nachhaltigkeit auf Blogger- wie Unternehmensseite… die eigene Reputation.

Über die Vermarktung von Tweets und Onlinewerbung

30.09.2009 von  
Kategorie Daily Top 3

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Nun hat also kress (Haymarket Media GmbH) öffentlich bekannt gegeben, daß man Tweets in seinem Twitter-Stream ab sofort vermarkte. Die Mail erreichte mich heute früh und ich hab dann das Ganze mal über einen Tweet promotet. Nein, natürlich nicht! Schließlich hab ich es absichtlich ‘entfremdet’ und mit der Frage nach der Zukunft von Social Media und Werbung versehen. Verstanden hat es dennoch jeder….

kressMein Tweet hat mich aber indirekt zu einem Promoter der kress-Aktion gemacht. Der Buzz geht zugunsten der neuen kress Vermarktung. Und die Promotion der Vermarktung des turi2-Streams geschieht mit diesem Post – und das alles ‘for free’. Ja, so läuft das Social Web…

Erst Ende April diesen Jahres wurde von turi2 bekannt gegeben, daß man bei beim eigenen Twitter-Stream mit der Vermarktung von Tweets begonnen hat. Nun zieht also kress nach. Aber nicht einfach so… – nein!

kress startet gleich in den Mitbewerb – mit Vollgas. Was sich bei jeder Vermarktung im Web immer wieder abzeichnet, führt sich auch hier fort. Man unterbietet erstmal sofort die Konkurrenz.

Die Tendenz in der Vermarktung der klassischen Print-Verlage zeigt nach unten… auch im Web. kress, ein Traditionstitel der Marketingbranche, vermarktet günstiger als die modernen Medienblogger des Peter Turi.

Ist das ein positiver Trend für die Bloggosphäre? Oder irre ich da? Nicht umsonst habe ich die Umfrage derzeit live zum Thema ‘Monetarisierung und Blogs‘. Die Bloggosphäre sucht nach Antworten auf die Frage der Vermarktung. Traditionelle Medienhäuser offensichtlich auch.

Unverständniss macht sich bei mir breit, wenn ich sehe, daß turi2 5.000 Follower hat und kress sogar über 7.900 Follower. Warum hat kress bei gleichem Inhalt (110 Zeichen und Link pro Tweet) dann den Preis von 200,- EUR und nicht 250,- EUR (oder mehr) pro Tweet gewählt? Man wäre trotzdem günstiger in den Markt der Twitter-Stream Vermarktung gestartet.

Aufgrund der hohen Followerzahl wäre der CPF (Cost-per-Follower) bei kress bei Anpassung an den turi2-Preis mit 3,1 Cents immernoch niedriger als die 5 Cents des turi2-Streams. Jetzt ist er halt “potenziert” niedriger: 2,5 Cents.

(Die Zahlen sind bewußt der Einfachheit halber gerundet…)

Spot On!
Auch wenn es Centbeträge sind. Es geht hier um die grundsätzliche Haltung, wie mit dem Thema Monetarisierung und Webvermarktung umgegangen wird. Und die läßt in meinen Augen zu wünschen übrig. Vielleicht habe ich das Prinzip der Vermarktung nicht verstanden und sollte mir das nochmals zu Gemüte führen. Aber irgendwie ist mir die Situation auch klar. Wir bewegen uns im Web…

Günstig, günstiger, free! Willkommen in der Webvermarktung…

Wollen wir wirklich, daß das alles so weitergeht mit der Webvermarktung?

dmexco: Rückblick auf die Premiere

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dmexcoDie Premiere der dmexco war ein Erfolg, … oder nicht? 14.200 Besucher, 290 Aussteller (mit 2900 Mitarbeitern) und 250 Pressevertreter. Zahlen sind gut. Zahlen sind beeindruckend. Denn Zahlen sind das Messinstrument der Branche und entsprechen der Sprache der Marketiers. Auch in dem von mir gehosteten Panel hatten Zahlen die entscheidende Bedeutung und eins wurde auch hier deutlich: Zahlen sind wichtig für das C-Level bei der Entscheidungsfindung und Investitionsbereitschaft, Marketing-Dollars zu “approven”.

Aber Zahlen beziehen sich nicht nur auf Page Impressions und Clicks. Und das war sicherlich eine der neusten Erkenntnisse der Marketiers seit dem Aufkommen von Social Media: Engagement ist gefragt. Das Blut des Engagements ist der Dialog (bzw. Multilog), denn nur der führt zu nachhaltigem Business-Leben, sprich zum Erfolg. Eigentlich ist das aber nunmal die Antithese von Werbung, die eine klare Sender-Empfänger Botschaft beherbergt.

Engagement als Messinstrument in die Überlegungen der Bewertung von Plattformen einzubringen, die dann auch von Marketingentscheidern und Media-Plannern entsprechender Wichtigkeit gewürdigt werden, dürfte eine der größten Herausforderungen der Web-Industrie werden. Die aktuelle europäische Yahoo!-Studie „Online-Werbeformate – Wissen, was wirkt“ bringt die Werbebranche bei der Definition von digitalen Erfolgskriterien vermutlich weniger weiter als eine Studie “Welche Erfolgsdefinition will das C-Level Management sehen”.

Zur Erfolgsmessung der dmexco könnte man in diesem Sinne die “beste OMD aller Zeiten” mal mit einer Bannerkampagne vergleichen (egal ob auf einem traditionellen Portal oder in einem Social Network gebucht). Entscheidend bei beiden ist, was am Ende dabei rauskommt.

Weder die Page Impressions noch ein Click haben einen Wert, wenn am Ende kein Engagement steht, d.h. die Staying Time am Stand (bzw. der Landing Page) wenigen Sekunden entspricht und keine Aktivität nach sich zieht. Da kann die Dwell-Time dann doch als Messkriterium wesentlich mehr an Erkenntnis leisten. Ist der Besucher am Stand stehen geblieben, hat er/sie sich den Stand angesehen, hat er/sie das Gespräch mit dem Standpersonal gesucht und hat er/sie sich Unterlagen oder Broschüren mitgenommen.

Ja, Erfolgsmessung ist mehr als nur zwei vordergründige Zahlen, die eine Koeffizienten (CPC) ergeben… Sicherlich ein Grund, warum Webanalyse groß im Fokus der Messe stand.

Grundsätzlich bleibt auch nach der dmexco die Frage bestehen, ob das bevorstehende, zukünftig den Ton angebende Messinstrument der deutschen Internet-Industrie, die Visits, wirklich zielführend für eine Modernisierung und die Monetarisierung der Branche ist. Hierzu habe ich mich im Vorfeld ausführlich auf dem dmexco Blog “Create Effects” geäußert. Die Messe hat hierzu keine neuen Erkenntnisse gebracht. Nur positive Stimmen waren zu vernehmen, die ebenfalls der Meinung waren, daß man hier nicht wirklich einen Schritt in der Vermarktung und Bewertung der Web-Plattformen weitergekommen sei.

Man mag mir verzeihen, wenn ich -trotz einer positiven Bilanz des Veranstalters oder der Branchengrößen (des BVDW)- dennoch in der Messeinheit der Marketer spreche. Die letzte OMD hatte 20.000 Besucher und 380 Aussteller, was einem Verlust von über 30% bzw. 25% entspricht. Liegt es an der abwartenden Mentalität der Deutschen: “Erstmal sehen, wie die neue Messe ist…”, oder an den Vermarktungs-Packages für die Standfläche? Es war nur eine Halle statt zwei wie in Düsseldorf- die vermarkteten Quadratmeter der Fläche im Vergleich zur OMD wären hier interessant. An der Rezession lag es offensichtlich nicht, obwohl die auch vor der Internet-Branche vermutlich nicht Halt macht. Man weiß es nicht so genau. Im nächsten Jahr (15.-16. September 2010) wird man es suggerieren können.

Über die Zahlen der offiziellen dmexco Party im Vergleich zur Kontraveranstaltung trg OMclub kann man sich jeder sein eigenes Bild machen. Eine Party ist nicht der Kernpunkt einer Messe – auch wenn man dies in den letzten Jahren beim Run um die Partytickets der OMD oft gedacht hat.

Spot On!
Mit Satellite Events und Twitter hat die dmexco internationale und neue Zielgruppen erschlossen sowie Anschluß an moderne Web-Standards gefunden, die eine OMD seinerzeit nicht berücksichtigt hat. Ob Google dann ausstellt oder nicht, ist kein Messkriterium für den Erfolg einer Messe. Der Zuspruch für die dmexco war ordentlich: offline wie online – Optimierungsbedarf gibt es immer. Und noch ein Gutes: Im nächsten Jahr wird man vermutlich nicht mehr an den Zahlen der OMD gemessen…

Und wie seht Ihr das?

Studie: Twitterer sind Werbung nicht abgeneigt

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twitterview-2Abgesehen vom exorbitanten Hype um den Micro-Blogging Service, stellt man sich die Frage: Warum der “Firmenwert” von Twitter auf 1 Milliarde Dollar geschätzt wird.

Nun hat aber eine Studie von Interpret Licht ins Dunkel gebracht. Die Studie macht dabei klar, daß Twitter Nutzer doppelt so empfänglich für die Einbindung in Markenkommunikation sind als andere soziale Netzwerker – und das auf verschiedenen Ebenen.

Die Studie von Interpret hat dabei mehr als 9.200 Internet Nutzer im August befragt. Das Ergebnis hat mich ein wenig erstaunt…

- 24% der Befragten, die auch Twitter nutzen, haben Produkte online bewertet oder ihre Meinung dazu abgegeben – dagegen stehen nur 12% Nutzer anderer Social Networks.

- 20% der Twitter Nutzer sehen sich auch gerne Firmenprofile an – hingegen nur 11% der anderen

- Ebenfalls 20% klicken sogar Banner oder gesponsorte Links an, aber nur 9% derer aus anderen Netzwerken.

Nun könnte man sagen, daß die Ablenkung durch Bilder, Ratings, Widgets oder Spielen bei Twitter natürlich wesentlich geringer ist. Zudem sind die Targeting Optionen bei Facebook noch nicht so, daß man sagen könnte, hier liege die Zukunft der optimalen Vermarktung ohne Belästigung der Nutzer durch unpassend platzierte Banner oder Inhalte. Oder welcher in einer glücklichen Beziehung steckende Facebooker hat noch nicht im Banner das Angebot von “Ehe-Vermittlungsbüros” erhalten?

Auch aufgrund der Penn State Studie läßt sich eine große Chance für Twitter im Advertising Business ausmachen. Schließlich sind 20% aller Tweets über Marken. Und Twitter hat ja auch alle Voraussetzung geschaffen, um die Monetarisierung ins Rollen zu bringen.

Das schreit förmlich danach mal die Twittergemeinde dazu zu befragen. Wie seht Ihr das? Wollt Ihr Werbung auf Twitter? Und wenn ja, wie soll die aussehen. So manches Twitter Werbe-Modell gibt es ja schon…

Blogs und Monetarisierung – Umfrage

23.09.2009 von  
Kategorie Daily Top 3

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jabra-m5390Wiedermal eine Umfrage. Nein, keine Angst… Daten von Euch will ich nicht. Ich interessiere mich für Eure ehrliche Meinung zum Thema ‘Blogs und Monetarisierung’. Schreibt einfach hier einen Kommentar…

Wie steht Ihr zu Werbung auf Blogs? Darf ein Blogger seinen Lesern Werbung präsentieren? Wenn ja, bis wohin geht die Schmerzgrenze? Und wie sieht es mit Business- versus persönlichen Blogs aus – Unterschiede? Steht Werbung gegen die Bloggerehre oder ist es eine Notwendigkeit für das Fortleben von Blogs? Werfen Affiliate Programme und Bannervermarktung derzeit zu wenig ab, oder seit Ihr damit zufrieden? Nutzt Ihr die Advertising Netzwerke wie Trigami oder mokono – und was haltet Ihr davon?

Habt Ihr sonstigen Input?

Die Meinungen sind für mich ein wichtiger Input für meine generelle Betrachtung der Bloggosphäre und ein wertvolles Update zum Thema ‘Blogs und Monetarisierung’. Natürlich werde ich hierzu eine Zusammenfassung schreiben.

Wenn Ihr für ein Interview zu diesem Thema offen seit, markiert Euren Kommentar mit einem Hashtag #monetization.

Wer mitmacht, kann gewinnen…
Jabra hat mir ein hochwertiges Bluetooth Headset M5390 als Gewinn für die Verlosung unter allen Kommentaren zur Verfügung gestellt. Ein Kommentar kann sich also lohnen…!

(Die Verlosung findet am 15.11.2009 statt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!)

Wie mit Twitter monetarisiert wird…

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twitter-monetarisierungDarf man seinen Twitter Stream mit Werbetweets monetarisieren? Sich Follower kaufen? Falls nein, wieso eigentlich nicht? Falls ja, welche Möglichkeiten bietet der Social Media Markt derzeit? Fragen, die mich in den letzten Wochen beschäftigt haben.

Während die ersten Fragen ethische oder moralische Standpunkte erwarten lassen, ist die Monetarisierungsfrage eine pragmatische. Man schaue sich einfach an, wie derzeit über oder mit Twitter Geld von Hand zu Hand wechselt.

Eine Übersicht derzeitiger Business-Modelle, wie mit Twitter Geld verdient wird…

Be a magpie
Magpie bietet Werbekunden die Option, Kampagnen zu erstellen und findet die einflussreichsten Magpie Twitterati für die Kampagne. Die Basis liefert eine Auswahl von Keywords. Die Kampagnenmodell kann eine Anzeigen Botschaft oder Anzeigen Keyword Kampagne sein bis hin zu Cost-per-… Click, Follower, Lead oder View sein. Die Twitterati monetarisieren somit ihre Gefolgschaft. Magpie -zumindest sagt man das- ‘identifiziert’ die Anzeigen einer Kampagne mit dem, worüber man generell tweetet und spielt die relevante Werbetweets ein.

BeTweeted
Das Ad Network BeTweeted ermöglicht Werbekunden die Netzwerke der Twitterati zu adressieren. Das Monetarisierungsmodell erfolgt auf CPC (cost-per-click) Basis. Der Anbieter behält 25% der Einnahmen für sich.

FeaturedUsers
FeaturedUsers ist ein Twitter Applikationen Ad Network. Werbekunden kaufen Banner, die wiederum auf ‘Recommended User’ Bereichen der Twitter Applikationen laufen, welche zum FeaturedUser Netzwerk gehören. Der Dienst fokussiert Entwickler von Twitter Applikationen und ist weniger für Werbekunden geeignet.

Million Dollar Follow
Was die Million Dollar Page nicht alles bewirkt… Als Netzwerk ermöglicht Million Dollar Follow dem Twitterati mehr Follower zu verdienen. Man investiert ab 1 US Dollar, kauft eine Anzeige, kommt in einen Lostopf, in dem man neue Follower gewinnen kann. Der Clou: Von dem Moment an, wo man sich als Werbekunde registriert, wird man bei 150 Accounts (z.B. Werbekunden) eingecshrieben und das System wählt nach Verkauf der 1 Millionen Werbeplätze dem Zufallsprinzip einen Werbekunden, der eine Millionen Follower erhält.

PaymeTweets
Paymetweet ist eine einfaches ‘Pay per RT’-System: Man loggt sich mit seinem Twitter Account ein und folgt @paymetweets. Sieht man einen Tweet auf der @paymetweets Account-Seite, der zu dem was man selbst tweetet paßt, klickt man den rtee.me Link am Ende des Tweets. Nur eingeloggt, kann man den gesamten Tweet sehen, wie dieser sich bei Twitter darstellt. Der RT beginnt mit PRT (für Paid Retweet), gefolgt vom @User, von der Person oder Marke, die den Tweet gesponsert hat. Man kann bis zu 18 US Dollar pro Tweet bekommen, heißt es auf der Seite (…aber nur, wenn man die Gefolgschaft von GuyKawasaki oder Chris Brogan hat – ließt man in Tweets).

Twittad
Das Ad Network Twittad funktioniert nach dem Targeting-Prinzip. Twitterati können ihr Profil monetarisieren, in dem sie dem Ad Network demografische, geografische, örtliche und themenspezifische Daten liefern. Wer sich dort registriert, bekommt ein “Dollarwert”, der aus einer speziellen Rechnung nach Followern und anderen Parametern erstellt wird. Werbekunden bieten ähnlich dem Google-Adwords System für eine Platzierung auf der Profilseite des Twitterati. Via API werden vom twitterati akzeptierte Anzeigen auf den Profilstream hochgeladen.

Twivert
Mit Twivert können Werbekunden Werbe-Botschaften erstellen und zeitlich festlegen, wann die Ads erscheinen sollen. Die Micro-Blogger registrieren sich für die Anzeigen und veröffentlichen die Paid Tweets gegen Bezahlung.

uSocial
Inzwischen gibt es aber auch Dienstleister wie die australische Social Media Marketing Agentur uSocial, die wie bereits vor Wochen beschrieben Twitter Follower zum Kauf anbieten. 10.000 Follower gibt es dort schon ab unter 400 US Dollar.

Spot On!
Die einen bieten die Erweiterung der Follower-Base. Die anderen wiederum ermöglichen Werbungtreibenden den Zugang zu neuen Zielgruppen innerhalb der Twittersphäre. Grundsätzlich stellt man sich jedoch die Frage, warum eigentlich nicht Twitter selbst mit einem Monetarisierungsmodell aufwartet, welches die stark wachsende Gemeinde der Twitterati auch in bares Geld für das Team um Twitter Gründer Evan Williams ( hier im Interview) werden läßt. Mehr als Ankündigungen findet man nicht.

Bis das Monetarisierungsmodell von Twitter kommt, machen sich manche lustig über Twitter, finden Shortcomings oder diskutieren Monetarisierungs-Ideen und die Folgen für das Folgen … von Twitterstreams.

Und was sagt Ihr zu Werbung auf dem Twitterstream oder das Kaufen von Followern?

Launch Bookstore auf The Strategy Web

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bookstore-tswDie Nachricht von dem Partner E-Commerce Strategie der QStores bei Quelle liest sich fast schon wie ein lustiger Zufall für mich. Erst gestern habe ich mein Blog The Strategy Web um einen neuen Bücher Shop erweitert. Allerdings mit aStore von Amazon, nicht QStore von Quelle…

Warum ein Book Store?
In den letzten Monaten habe ich ab und an Rezensionen geschrieben zu Büchern, die mich in irgendeiner Weise fasziniert, bewegt oder nachhaltig beeinflußt haben. Diese (Business)-Bücher wurden dann in der Sidebar als Widget “Buchempfehlung” vorgestellt. Leider verschwanden mit jedem Update einer Empfehlungen die anderen gänzlich – und grundsätzlich zu schnell.

Karl-Heinz Wenzlaff, der die Idee des Bookstores an mich herangetragen hat, meinte mal in einer Mail: “So schnell kommt man ja mit dem Lesen nicht nach, wie Sie die Buchempfehlungen wechseln”. Mag daran liegen, daß ich mir als ehemaliger Literaturwissenschaftler das schnelle Lesen beigebracht habe. Was hier jetzt aber eher kontraproduktiv war. Mit dem Bookstore kann ich das Problem elegant umgehen.

Was findet man im Bookstore?
Mein Bookstore trägt die Überschrift “Books and Recommendations” also nicht umsonst. Zukünftig werden dort unter der Rubrik Books Angebote zu relevanter Lektüre die Blogthemen betreffend integriert. Webstrategy, Marketing, Sales und Mobile Web sowie “Unterhaltsames und Nachdenkliches” bei Easy Listening (witzige, lustige und trotzdem nachhaltige DVDs) und Easy Strategy (moderne Startegieansätze der ‘Light-Version’ sowie Romane).

Wie schwierig ist es, ein aStore zu erstellen?
Überhaupt nicht schwer, denn mit den Amazon aStores benötigt man keine Programmierkenntnisse. Der Aufbau von aStores ist nahezu selbsterklärend. Man kann seine Kategorien selbst definieren, Farben & Design anpassen, die Sidebar konfigurieren und die finalen Versionen per Link, iFrame oder Frameset sehr einfach für jeden Blog-, Webseiten oder Communitybetreiber integrieren.

Monetarisierung oder Service?
Wer glaubt, als Amazon-Partner kann man seine Blogaktivitäten gut monetarisieren, der muß ein anderes Blogthema als ich haben. Vermutlich ist nahezu jedes andere Blogthema der Umsatzgenerierung dienlicher. In den letzten Wochen bin ich oft gefragt worden, welche Literatur man so in den Themen des Blogs ließt, um “Up-To-Date” zu bleiben. Der Bookstore ist ein Service für meine Leser – nicht mehr, nicht weniger.

Ich wünsche Euch viel Spaß und hoffe, dort gute Vorschläge und Empfehlungen eingebaut zu haben. Natüprlich erfährt der Bookstore regelmäßig ein Update…

Burda & Google – Revolution der Web-Monetarisierung?

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Die Revolution bei der Monetarisierung des Web ist in vollem Gange…

Begonnen hat die Revolution schon letzte Woche. Die IVW enthauptet das Vermarktungsmanifest des Internets, die Page Impression, als wegweisende Grundlage zur Monetarisierung der Reichweite und als traditionelles Messkriterium der Medien.

Die zweite Revolutionswelle kommt nun diese Woche. Der Großverleger Hubert Burda legt sich mit dem Webgiganten Google an. Er beklagt die schleichende Enteignung der Verleger durch den Suchmaschinenriesen sowie überproportionale Profitgier an den Inhalten der Verlage. Oder ist das alles nur die bange Voraussicht, die aus der ersten Revolutionswelle entsteht?

Es geht mal wieder um den Lieblingsspruch aller Verleger Content is key!. ‘Googlet’ man diesen, ist das Ergebnis ist erschreckend: Das Suchfenster liefert mir als bestes Suchergebnis einen Link aus 2005 (!). Irgendwie frage ich mich, wieso man da Google an die Geldbörse will…

Also macht man sich seine eigenen Gedanken als ‘Verleger’…

Wie kommt Herr Professor Burda auf diesen Gedanken?
Vor rund 10 Jahren stehen alle Zeichen des Wachstums für Verleger auf Online Advertising (basierend auf Page Impressions). Print ist Online, wie eine Anzeige ein Banner. Dann kommen Affiliate-Programme. Für Verlage willkommene Add-Ons, die man gerne der Umsatzzeile hinzu addiert. Das Ärgernis: Mit ihnen hält Performance Einzug in die Online-Werbewelt.

Auf dem damaligen wie heutigen Affiliate-System basiert vermutlich die Burdasche Philosophie: Plattformen (=Verleger) nehmen Preissuchmaschinen, Meinungsportale oder Serviceanbieter (=Partner, die Werbende für Werbende sind) an Board und versuchen möglichst viele User dazu zu bewegen, über diese integrierten Inhalte Erlöse für den Partner zu erzielen, an denen man selbst als Plattformanbieter dann mitverdient. So wie Google das eben mit Adsense macht. Nur lässt man die Plattformanbieter nicht mitverdienen.

Und dann explodierte Search als die Wunderwaffe – und schnell wird Search mit Google gleich gesetzt, die heute den Online-Werbemarkt anführen.

Wer hilft hier jetzt wem?
Google ist aktiv – für den Verleger. Man stellt eine gute Plattform, von der die Verleger profitieren. Sie dient als Zugangsmultiplikator für den Content der Verlage. Immer vorausgesetzt, Verlage haben ihre Hausaufgaben gemacht. Will heißen, qualitativen Content produziert, weil in gute Content-Produzenten investiert. Nur Abschreiben fällt auf, ist ineffizient, wird in Google schlecht bewertet und ‘gerankt’.

Der Verleger hat es also selbst aktiv in der Hand, wo und wie häufig sein Content in den Suchergebnissen so erscheint, daß sich auch möglichst viele User zahlreich auf Verleger-Webseiten einfinden.

Und der Verleger hat einen klaren Vorsprung: Als langjähriger, professioneller “Content-Creator” weiß er, wie man Inhalte hochwertig macht, wo die Zielgruppen sind und was die Werbenden wollen. Zumindest hat die Werbeindustrie das über Jahrzehnte angenommen. Ein Irrglaube?

Wenn Google eine solche Macht hat, ist die Frage, wie hochwertig der Content der führenden Verlagshäuser denn nun wirklich ist. Oder ist der Wissensvorsprung inzwischen geschmolzen, seit es die Blogger den Verlagshäusern gleich machen und teilweise mehr investigativen Journalismus leben als die traditionellen Publisher.

Zumal frägt man sich, ob man bei Burda, ebenso wie so mancher andere Großverlag, nicht in SEM und SEO Massnahmen (u.a. vor allem bei Google) investiert hat? Hat man damit Google nicht erst seine Wichtigkeit für den Online-Werbemarkt vor Augen geführt?

Google selbst verhält sich passiv hinsichtlich seiner Monetarisierungsoptionen. Denn nur wenn ein Kunde sich neben einem für ihn relevanten Suchwort platziert, ein User nach diesem sucht und bei den Suchergebnissen dieses anklickt, gibt es für Google Geld. Das sind viele Schritte zur bezahlten Performance, bis sich Monetarisierung einstellt. Verlage haben sich vor Jahren auf das Spiel eingelassen und mit ähnlichen Modellen nachgezogen.

Und jetzt will Google auch noch Performance-basierte Produktanzeigen Modelle aufsetzen. Google findet viele Wege zur Monetarisierung und macht es sich selbst schwer Geld zu verdienen. Soll aber dafür jetzt auch noch zahlen…

Bei allen Monetarisierungsmodellen steht fest: Ohne Content kommt mal gar kein Geld in die Kassen – auch bei Google nicht.

Nun beklagt sich Burda, daß ihm der “Monopolist der Traffic- und User-Lieferanten” einen sehr dankbaren Dienst erweist. Schließlich verweist Google seine User ja nur auf -mal mehr, mal weniger- hochwertigen Content, mit dem die Verleger über Display- und Affiliate-Werbung Umsätze generieren.

Und Google spart dabei auch größtenteils die Bloggosphäre mit einer eigenen Blog-Suchmaschine aus. Somit positioniert Google die Großverleger, wie z.B. Burda, noch vor die Konkurrenz der ‘kleinen’ Content-Produzenten. Sprich: Google klassifiziert die potentielle Treffergenauigkeit vor, segmentiert Suchergebnisse nach Wertigkeit und honoriert den qualitativen Verlagsjournalismus. Google hält also auf diese Weise viele Bloginhalte dem Werbemarkt fern und macht die Ergebnisse von Großverlagen schneller auffindbar. Monetarisierung findet von Google in der Googlesuche nicht einmal statt…

Spot On!
Irgendwie erinnert einen das Szenario zwischen Google und Hubert Burda an einen uns allen bekannten Spruch aus dem Zauberlehrling: “Die ich rief, die Geister, / Werd’ ich nun nicht los.” Denn eine ganze Zeit lang hat man die Umsätze durch AdSense gerne verbucht. Eine Lösung heute gibt es nicht…

Es sei denn die Verleger setzen sich zusammen und machen ihren Content nur noch bedingt zugänglich: Nicht mittels Nichtauffinbarkeit des Content durch Löschung der robot.txt Dateien von Google, sondern durch die einheitliche Einführung von Paid Content.

Die finale Frage ist doch: Was passiert, wenn der hochwertige Verleger-Content aus den Google Suchergebnissen verschwindet, weil nur noch Content angeteasert wird, oder ganz verschwindet? Wenn die großen Verleger gleichzeitig Google den Content-Hahn abdrehen und ihre Inhalte nur noch gegen Bezahlung lesbar machen?

Dann entscheidet sich ob…
… Google die Verleger braucht, oder die Verleger Google
… der Verleger-Content wirklich qualitativ hochwertig ist
… die Bloggosphäre vom Verleger-Content ‘profitiert’
… Abo-Modelle für Verleger im Internet funktionieren
… und welches Business von welchem anderen profitiert.

Gehen die Verlage diesen -zugegeben mutigen Schritt- nicht, bleibt Burdas Illusion bestehen, daß Google die Verleger am Erlösmodell partizipieren lassen muß.

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