Social Micro-Payment: Flattr = Paid Trend mit Zukunft?

Die meisten meiner Follower und Fans werden mitbekommen haben, daß mir die Verwirklichung des Paid Service Gedankens sehr am Herzen liegt. Es wird Zeit, daß sich auch wertvoller Content vermarkten lässt.

Aber bitte nicht die Diskussion um Paid Content, sondern weiterhin zukünftig bei Paid Service bleiben. Was die Verlage nun über Jahre nicht geschafft haben, will nun Peter Sunde schaffen – Gründer von The Pirate Bay. Sein Projekt heißt Flattr.

Flattr ist ein Social Micro-Payment Vision, die bisher noch nicht am Gedankenstart war. Aber sicherlich nicht nur den Micro-Content Anbietern gefallen dürfte…

Flattr läuft in der Beta und man kann sich als Content Anbieter um einen Account bewerben – Email Adresse abgeben genügt. Gleich vorweg: Reich wird man damit nicht!

Wie funktioniert Flattr?
Der Internetnutzer zahlt einen fixen monatlichen Obulus. Wer die Seite eines Content-Anbieters besucht, findet neben den Inhalten einen Flattr-Button. Wenn der Inhalt gefällt, wird geklickt. Am Monatsende werden die Klicks des Nutzers gezählt und der eingespielte Betrag entsprechend dann unter allen Empfängern anteilsmäßig verteilt.

Spot On!
Die Idee klingt gut. Der Teufel steckt in der Umsetzung und die hat es in sich. “Every month the Flattr User pays a small fee.” Wer bezahlt denn da eigentlich? Eine Vorauszahlung für Content, den ich vielleicht gar nicht bekomme oder konsumiere? Soll das eine Art Donation-System sein? Hmmm, ist das ein gangbarer Ansatz?

Und dann mag ich gar nicht ausdenken, wie sich das auf die positiven Kommentare in Blogs und RTs auswirkt. “Hey, ich hab schon bezahlt. Lassen wir das mit dem RT oder Kommentar mal…”

Oder liege ich mit meiner Sichtweise falsch…? Nochmal die Idee ist irgendwie cool, aber auch bis zu Ende gedacht?

Eine Orientierungshilfe zum weltweiten Agieren

sepiaconnectedworldIn Zeiten der Rezession sind Unternehmen gezwungen, sich der neuen Wirtschaftslage zu stellen und aktiv nach neuen Geschäftsmöglichkeiten zu suchen, wo immer sich diese bieten. Dass die globale Wirtschaft ins Stocken geraten ist, soll gewiss nicht bedeuten, dass auch die Wachstumsinitiativen von Unternehmen diesem Beispiel folgen müssen.

Unternehmen jeder Größe können sich neue internationale Märkte erschließen, wenn sie sich richtig vermarkten. Der Wunsch, sich in schwierigen Zeiten anzupassen und zu wachsen, muss jedoch von den geeigneten Tools unterstützt werden. Allzu leicht investiert man eine große Geldsumme in eine „Lösung“, ohne zu wissen, wie das tatsächliche Ergebnis dieser Investition aussieht. Vor dem Investieren beachtlicher Ressourcen im Rahmen einer internationalen Marketing-Strategie ist es wichtig, zunächst auszuprobieren, was funktioniert.

Für die meisten Verbraucher, die auf der Suche nach neuen Dienstleistungen oder Produkten sind, ist das Internet heutzutage die erste Anlaufstelle. Es versteht sich daher wohl von selbst, dass der Schlüssel für internationales Wachstum darin liegt, wie optimal ein Unternehmen die Möglichkeiten seiner Website ausschöpft.

Website-Lokalisierung und Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist eine kostengünstige Möglichkeit zur Erschließung neuer Märkte. Es kostet nur ein paar Hundert Euro, eine einfache, textbasierte Website in einer anderen Sprache einzurichten. Obwohl die Mehrheit des Internets stark vom Englischen durchdrungen ist, ist Englisch für die Mehrheit der Internetbenutzer nicht deren Muttersprache. Hier herrscht ein klares Missverhältnis, dass Unternehmen ausschöpfen sollten.

Zuerst muss festgestellt werden, ob in einem bestimmten Land für den von Ihnen angebotenen Service überhaupt ein Bedarf besteht. Dies lässt sich am besten am Wettbewerb vor Ort ablesen. Wenn es bereits ähnliche Organisationen in diesem Markt gibt, ist dies ein gutes Zeichen, da es eine echte Nachfrage demonstriert. Hüten Sie sich jedoch vor zu vielen Mitbewerbern, da es äußerst schwierig ist, in einen bereits gesättigten Markt einzudringen.

Haben Sie festgestellt, dass tatsächlich eine Nachfrage besteht, identifizieren Sie die wichtigen Suchbegriffe, die von den Internetbenutzern der Region verwendet werden. Google und Yahoo bieten einige kostenfreie Tools zur Keyword-Bestimmung an, über die Sie diejenigen Suchbegriffe erfahren, die im gewünschten Auslandsmarkt verwendet werden.

Diese wichtigen Ausdrücke sollten anschließend in eine professionell übersetzte Website eingebettet werden, um organisch die Ranking-Position dieser Website in den Suchmaschinen zu optimieren. Es ist möglich, in ausländischen Suchmaschinen-Rankings ziemlich rasch aufzusteigen, ganz einfach deshalb, weil die Sättigung der wichtigen Suchbegriffe in anderen Sprachen als im Englischen bei weitem geringer ist.

Um das Ganze ins Rollen zu bringen, können Sie das Abrechnungsmodell Pay per Click (PPC) oder Internet-Werbung, wie zum Beispiel AdWords von Google, nutzen. So erhöhen Sie durch einen „gesponserten Link“ den Datenverkehr auf Ihrer Website. Das Schöne an PPC ist, dass Sie Ihr Budget im Voraus festlegen können – selbst eine unerhebliche Summe von €5, falls dies gewünscht ist. Sie können den Wert von PPC einschätzen, ohne große Summen investieren zu müssen. Das Risiko ist also wirklich minimal.

Wie bereits erwähnt, hat sich Englisch zur globalen Handelssprache und zur Verkehrssprache des Internets entwickelt. Man sollte sich aber klar machen, dass drei Viertel der Weltbevölkerung überhaupt kein Englisch spricht.

Die Notwendigkeit, dass Unternehmen ihre internationalen Konsumenten in ihrer jeweiligen Muttersprache ansprechen, kann daher nicht genug betont werden. Wenn auch Englisch die am weitesten verbreitete erste Fremdsprache ist, bleibt es eine Tatsache, dass die meisten Verbraucher zuerst in ihrer eigenen Muttersprache nach Dienstleistungen/ Produkten suchen.

Ein Unternehmen, das geschäftlich weltweit agieren will, muss also in der Lage sein, in jedem Land „wie ein Einheimischer zu denken“. Das heißt, Sie müssen die Vielzahl kultureller und linguistischer Vielschichtigkeiten berücksichtigen, denen Sie begegnen, wenn Sie in neue ausländische Märkte eindringen wollen.

Nehmen wir zum Beispiel die französische Sprache in Frankreich und Kanada (Québecer Französisch). Sie ist weitgehend identisch, aber dennoch gibt es hinreichende dialektische Unterschiede zwischen diesen Ausprägungen des Französischen, so dass für ein gezieltes Ansprechen jedes Marktes gesonderte Marketing-Strategien notwendig sind.

Um dies an einem Beispiel zu verdeutlichen: „E-Mail“ heißt in Frankreich schlichtweg email, in Kanada jedoch courrier électronique (wörtlich: „elektronische Post“). Und während ein déjeuner in Frankreich „Mittagessen“ bedeutet, meint man damit in Belgien und in der Schweiz das „Frühstück“.

Es gibt zahlreiche solcher Unterschiede zwischen den französischen Sprachvarianten in Frankreich, Kanada, Belgien und der Schweiz, die die Bedeutung des richtigen Lokalisierens Ihrer Dienstleistungen für jeden speziellen Zielmarkt hervorheben. Gleichermaßen verhält es sich auch mit den Sprachen Deutsch (Deutschland)/Schweizerdeutsch, Portugiesisch (Portugal)/Brasilianisches Portugiesisch, Spanisch (Spanien)/Lateinamerikanisches Spanisch und, ganz in der Nähe, Britisches und US-amerikanisches Englisch.

Sprachen spielen daher im Globalisierungsprozess eine zentrale Rolle. Unternehmen jeder Größe könnten von Website-Lokalisierung und SEO profitieren. Eine Firma in den eigenen vier Wänden kann mit nichts weiter als einem vernetzten PC und etwas unternehmerischer Intelligenz weltweit agieren, ohne dafür Unsummen zu investieren.

Christian ArnoÜber den Autor
Gastautor Christian Arno ist Geschäftsführer und Gründer des internationalen Übersetzungsunternehmens Lingo24.

Das im Jahr 2001 gegründete Unternehmen ist auf vier Kontinenten für Kunden in über 60 Ländern tätig. Im vergangenen Jahr hat Lingo24 mehr als 30 Millionen Wörter für Unternehmen aus jedem Branchensektor übersetzt. Im Jahr 2009 betrugen die Einkünfte des Unternehmens €4 Mio.

Social Media Strategie? – Studie der 100 größten Werbemarken…

Eine aktuelle Studie der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Agentur Construktiv besagt, daß inzwischen 60% der größten Marken in Deutschland auf Social-Media-Seiten aktiv sind. Untersucht wurde der Einsatz von Facebook, Twitter, YouTube und Blogs bei den 100 Brands mit den “größten Werbegeldern”. Die konkludierenden Aussagen der Studienmacher wirken allerdings etwas oberflächlich.

Interessant sind dabei zwei Ergebnisse der Executive Summary…

Social Media 100 Top1. Welches Social Netzwerk und wie die Firmen dieses nutzen?
- 25% beschränken sich auf den Einsatz von einer Social Media-Plattform, ein Drittel der Marken nutzt zwei oder drei.
- 39% der befragten deutschen Unternehmen nutzten Twitter, 37% YouTube und 28% Faceboo, 12% setzen auf Corporate Blogs
- 5% nutzen alle untersuchten Social Media Plattformen: Sparkasse, RWE, Süddeutsche Zeitung, Hornbach und Vodafone

2. Wie werten die Studienmacher die Ergebnisse?
Etwas unverständlich und ungestützt wirkt die Aussage: “Eine umfassende Social Media-Strategie ist
noch die Ausnahme: Nur 5% bedienen zugleich Facebook, Twitter, YouTube und Corporate Blogs.”

Das lasse ich jetzt mal wirken auf meine Leser…

Wer besagt denn, daß eine umfassende Social-Media-Strategie die Klaviatur aller dieser vier Medien umfaßt? Macht es wirklich für alle Unternehmen Sinn hier überall präsent zu sein? Oder gibt es vielleicht auch Ausnahmen und sind deshalb die Banken, chemische Industrie und Lebensmittelhersteller noch etwas zurückhaltender (nicht mehr als 50% sind hier aktiv)? Und was ist mit XING oder LinkedIn? Oder mit Sevenload? StudiVZ oder MySpace? Oder mit den Bookmarking-Diensten? Die gehören also nicht zu einer Social Media Strategie? Oder doch…?

Auch die nachfolgende Aussage ist würdig, überdenkt zu werden. “So lässt sich (…) erkennen, dass die Top-5 Marken „Der Spiegel“, „Süddeutsche Zeitung“, „Hornbach“, „FOCUS“ und „Vodafone“ allein 54,3 Prozent aller Videos, Tweets, Artikel oder Nachrichten produzieren”. Das sind allein drei Medien-Marken, die auf Clicks zur Vermarktung ihres Contents setzen. Hier zählt noch der Gedanke an Reichweite und Quantität. Die Frage ist, ob hier Zielgruppen-Affinität und inhaltliche Qualität die Folge ist. Eine Frage, die sich auch alle Firmen stellen sollten, die auf Social Media setzen wollen. Und es ist ein Mobiltelefon-Provider, der sich schon ganz ordentlich in der Social Media Welt ins Gespräch gebracht hat. Ob positiv oder nicht, können andere beurteilen…

Spot On!
Wenn man am Schluß als letzten Punkt schreibt: “Generell gilt: Je aktiver Social Media betrieben wird, desto stärker ist die Resonanz der Internetnutzer”, klingt das sehr… generell. Gilt das nicht auch für gute Online-PR, gutes Webmarketing, aktive Salesarbeit und ordentlichen Kundendienst. Letztendlich ist doch die Frage, ob und wie der Social Media Einsatz in eine unternehmenseigene schlüssige Webstrategie und noch weitergehend in die Businessstrategie integriert wird. Ob die Kommunikation der internen Kultur entspricht und administrativ im Back-End aufgefangen werden kann, ob sie extern authentisch wirkt, ob sie nachhaltig aufrecht erhalten werden kann sowie einen zukunftsträchtigen Einsatz innnerhalb einer Kommunikationsstrategie findet. Hier bietet die Studie leider wenig Anhaltspunkte hinsichtlich eines strategischen Ansatzes…

Die verdeckten Strategien des Internet-Giganten Google

07.12.2009 von Martin Meyer-Gossner  
Kategorie Webstrategie

Google ÖkonomieEs wurden schon viele Bücher über Google veröffentlicht, aber nur wenige, die über den strategischen Tellerrand hinaus schauen. The Strategy Web hat sich mit Veit Siegenheim, Co-Autor des Buchs “Die Google-Ökonomie: Wie der Gigant das Internet beherrschen will” unterhalten. Er hat das Buch zusammen mit Dr. Ralf Kaumanns geschrieben.

Q: Herr Siegenheim, Sie haben in ihrem Buch die Strategien und Taktiken des Konzerns umfassend analysiert. Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?

Veit Siegenheim Google zeigt ein sehr breites Spektrum an Strategien, Taktiken und Vorgehensweisen, um seine Ziele zu erreichen und im Wettbewerb bestehen zu können. Grundsätzlich kann man auf drei Aspekte verweisen. Erstens: Google versucht, seine Erlösquellen zu schützen und weiter auszubauen. Schaut man auf die Finanzkennzahlen so kann man feststellen, dass die Abhängigkeit von den Umsätzen, die über die eigenen Angebote generiert wurden in den letzten Jahren von 50 Prozent auf fast 67 Prozent gestiegen ist. Dies ist erstaunlich, da dadurch die Abhängigkeit von seiner wichtigsten Erlösquelle immer weiter steigt und ganz entgegen dem Bemühenist, die Erlösquellen diversifizieren zu wollen. Google erzielte im Wesentlichen auch hieraus das Wachstum der letzten Jahre. Konsequent wurde Werbung in alle möglichen kostenlosen Dienste integriert und mit neuen Werbeformen experimentiert. Zweitens: Google versucht die Regeln des Wettbewerbs im Internet nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen. Dies erfolgt über das Bemühen aus seiner Technologie oder aus seinen Konzepten de-facto-Standards machen zu wollen. Ein wesentliches Element spielt hier Open Source. Indem man viele Technologien und technische Konzepte als Open Source bereitstellt, hofft man, dass möglichst viele Entwickler auf den Zug aufspringen und sich dadurch ein de-facto-Standard bildet – der natürlich dann mit anderen Standards im Wettbewerb steht. Drittens: Google versucht gnadenlos sein Geschäftmodell der Werbefinanzierung überall dort durchzusetzen, wo sich der Konzern einen Vorteil im Wettbewerb und eine Akzeptanz der Nutzer verspricht. Dabei setzt man Werbung als Refinanzierung auch dort ein, wo dies vor ein paar Jahren noch nicht denkbar erschien.

Google_ÖkonomieQ: Was ist das Besondere am Vorgehen von Google im Wettbewerb im Internet?

Veit Siegenheim Google zeigt bei genauem Hinsehen auf zwei sehr unterschiedliche strategische Ansätze, sein Geschäftsmodell zu schützen und sich im Wettbewerb zu behaupten. Für alle kostenlosen Dienste und Anwendungen für die Webnutzer verfolgt Google eine klassische Produktführerschaftstrategie. Diese zeichnen sich beispielweise durch eine hohe Innovationsgeschwindigkeit aus. Immer neue Features und Funktionen werden entwickelt. Viele Produkte laufen mit kleineren und größeren Fehlern (Beta Phase) und werden mit dem Feedback der Nutzer verbessert. Flankiert wird dies durch die sehr starke Marke Google, die für Innovation und Vertrauen steht. Interessanterweise setzt Google auch nur hier auf die Karte Open Source. Im zweiten strategischen Ansatz, der Systemführerschaftsstrategie im Bereich der Werbeplattform rund um AdWords und AdSense ist von Open Source keine Spur mehr. Die Systemführerschaft, die Google bei der Werbeplattform verfolgt, ist weithin unbekannt und sehr intransparent. Dies haben wir in unserem Buch näher analysiert und beleuchtet.

Q: Ein wenig ausführlicher bitte…

Veit Siegenheim Ein strategisches “System” ist als eine umfassende Problemlösung zu verstehen, die aus einer Reihe komplementärer Anwendungen und Möglichkeiten besteht, die sich im Sinne der Problemlösungsqualität für den Werbekunden vorteilhaft ergänzen. Ein System besteht aus Schlüsseltechnologien wie AdWords und begleitenden Leistungen wie dem Ad Manager, Analytics oder dem Ad Planner, die konstituierende Bedeutung für die gesamte Systemleistung haben. Diese Bedeutung kann beispielsweise durch ein hohes Maß an Innovation oder die integrierende Rolle innerhalb des Systems zustande kommen. Die Systemführerschaftsstrategie setzt ein Produkt mit Schlüsselproduktpotenzial voraus. Bei Google sind dies AdWords und AdSense. Durch das Schlüsselproduktpotenzial entstehen so genannte Lock-In-Effekte, das heißt, der Werbekunde ist in besonderem Maße an Google gebunden, weil bei einem Wechsel zu einem neuen Konkurrenzanbieter mehr oder minder hohe Hürden im Wege stehen und entsprechende Wechselkosten und Wechselrisiken anfielen.

Q: Inwieweit hat das Social Web die Denke von Google verändert?

Veit Siegenheim Das Selbstverständnis von Google ist geprägt und durchdrungen von der Welt der Algorithmen und dem Glauben von der universellen Messbarkeit der Dinge. Das Social Web und im besonderen Facebook verfolgt hingegen vielmehr die Vision eines persönlicheren Internets, in der unser Beziehungsgeflecht, unser Netzwerk an Freunden, Bekannten, Kollegen oder Leute mit gleichartigen Interessen unsere primären Quelle von Informationen, Kommunikation und Neuigkeiten ist – halt so wie im richtigen Leben. Dem Motto von Google die Informationen der Welt zu organisieren und verfügbar zu machen, setzt Facebook ein deutlich anderes Motto entgegen: den Menschen die Macht zu geben, sich mitzuteilen, und dadurch die Welt offener und enger verbunden zu machen. Zum Leidwesen von Google, komplett abgeschirmt für deren Suchcrawler. Der Erfolg von Seiten wie Facebook lässt an einer zentralen Stelle im Internet einen immer größer werdenden blinden Fleck für Google entstehen. Immer größere Aufmerksamkeitsströme verlagern sich in das Angebot von Facebook. Es entsteht so etwas wie ein Internet im Internet, mit sehr persönlichen Daten der Nutzer, betrieben auf den Servern von Facebook. Google hat dem nichts wirksames entgegenzusetzen. Das eigene Soziale Netzwerk Orkut ist nur in Brasilien und Indien von Bedeutung und dümpelte lange vor sich hin. Die Initiative Open Social kann als der verzweifelte Versuch gewertet werden, sich mit anderen sozialen Netzwerken gegen Facebook verbunden zu wollen und deren Wachstum zumindest zu verlangsamen.

Q: Schafft es Microsoft den von Google eingeleiteten Paradigmenwechsel aufzuhalten?

Veit Siegenheim Den eingeleiteten Paradigmenwechsel hin zu mehr webbasierten Anwendungen und weg vom PC-zentrierten Modell der Wintel-Jahre wird Microsoft wahrscheinlich nicht mehr aufhalten können. Dies kann man als eine logische Entwicklung und Konsequenz aus den steigenden Bandbreiten und immer leistungsfähigeren Netzen sowie immer besserer Technologien sehen. Informationstechnologie wird mehr und mehr zur Commodity wie Gas, Wasser und Strom. Amazon hat hier mit den Amazon Web Services eindrucksvoll gezeigt wie die Zukunft aussehen kann. Aber auch andere Unternehmen wie Salesforce.com gehen konsequent diesen interessanten Weg – zum Vorteil der Nutzer und Kunden. Hier ist Google durchaus nicht allein. Microsoft dürfte versuchen, die künftige Welt der Informationstechnologie auf seine Weise zu beeinflussen. Hier zeigen die Redmonder durchaus, dass sie in der Lage sind, die Entwicklungen aufzugreifen und mitgestalten zu wollen – Stichwort: Windows Azure oder internet-basierte Office Anwendungen. Wenn auch mit einem spürbaren Widerwillen, der aber auch verständlich ist, weil man viel zu verlieren hat. Ich gehe davon aus, dass Microsoft auch in den kommenden Jahren eine bedeutende Rolle in der Internetökonomie spielen wird.

Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Siegenheim.

siegenheim_veitVeit Siegenheim ist Geschäftsführerender Gesellschafter der Siegenheim & Cie. GmbH und Executive Partner bei Accenture. Seine Arbeit fokussiert sich auf die Transformation von Medien- und Telekommunikationsunternehmen, die durch die zunehmende digitale Konvergenz notwendig wird. Veit Siegenheim ist Autor verschiedener Studien, Fachbeiträge und Fachbücher sowie Redner auf Fachkonferenzen und Gastreferent an Universitäten.

Studie: Wie DAX 30 Unternehmen im Social Web experimentieren

Dax neuEine aktuelle Vergleichsstudie zeigt, daß rund drei Viertel der DAX 30-Unternehmen inzwischen im Netz twittern und knapp zwei Drittel sind auf Youtube vertreten. Facebook wird hingegen nur von der Hälfte eingesetzt. In der Blogosphäre zeigen sich nur 30% der größten deutschen Aktiengesellschaften mit einem Auftritt.

Die Ergebnisse der Vergleichsstudie von Prof. Dr. Lothar Rolke und Louisa Flocke von der Fachhochschule Mainz zeigen, wie unterschiedlich die Einsätze der großen DAX Unternehmen im Web 2.0 sind. Manche seien sogar noch gar nicht vertreten, andere wie die Autohersteller BMW, VW und Daimler sind bei allen vier Onlinemedien präsent: Facebook, YouTube, Twitter und Blogs.

SAP, Adidas und Telekom lassen sogar “einen konzeptionellen Ansatz erkennen”, so die Studienmacher. Andere seien eher distanziert, was die Webgesellschaft betrifft. Als Beispiele werden hier genannt: Commerzbank, Hannover Rückersicherung, K&S und Metro, Münchener Rück und ThyssenKrupp.

Vor einer Verweigerungshaltung der Unternehmen hinsichtlich des Social Web rät der Wirtschafts-Professor jedoch ab. Das lade zu sogenannten Fake-Accounts ein. Der Vorteil von Web 2.0-Plattformen für die Markenbildung sei gegeben. Eine noch laufende Befragung von Twitter-Followern zeige, dass sich das Image von Unternehmen positiv verändert, wenn die Unternehmen über diesen Kanal einen regelmäßigen und möglichst persönlichen Dialog führten.

“Kontrollverlust im Netz, Angst vor der unbekannten Masse der weltweiten User und das Unvermögen, Vorteile der Onlinewelt mit den Nutzern erwartungsgerecht zu teilen, sind die Hauptgründe”, so Rolke, “gar nicht oder nur vorsichtig im Netz zu experimentieren. (…) “Nur wenn Unternehmen den Mut haben, kommunikative Experimentier-Baustellen in der Webwelt einzurichten, werden sie lernen die großen Chancen des Internets zu nutzen”, meint Prof. Rolke.

Spot On!
Die Chance, die Unternehmen mit der Nutzung von Social Media haben ist, daß sie sich “entanonymisieren”, sich ein Gesicht geben und sich “vermenschlichen”. Sie werden für den Konsumenten faßbar, machen diesen zum virtuellen Mitarbeiter und er fühlt sich nicht nur als Umsatzlieferant. Denn: Gehen die Unternehmen auf Anregungen, Ideen oder Kommentare ein, verbessert sich die Produkt-Qualität und der Mehrwert für den Konsumenten. Es gibt keinen besseren Input als den des Kunden, oder nicht? Eine erkennbare Social Media Strategie sei übrigens noch nicht zu erkennen, so die Studienmacher. Wundert das? Schließlich gibt es die Branche ja auch noch nicht lange, Strategieansätze erfordern diese Nachhaltigkeit jedoch. Erfolge sind dennoch zu verzeichnen. Als Beispiele genannt wurden die YouTube Channel: Adidas (“adidasOrginals2009“) und Siemens (“siemensanswers“) oder der Lufthansa Twitter Account.

Studie: Twitterer sind Werbung nicht abgeneigt

twitterview-2Abgesehen vom exorbitanten Hype um den Micro-Blogging Service, stellt man sich die Frage: Warum der “Firmenwert” von Twitter auf 1 Milliarde Dollar geschätzt wird.

Nun hat aber eine Studie von Interpret Licht ins Dunkel gebracht. Die Studie macht dabei klar, daß Twitter Nutzer doppelt so empfänglich für die Einbindung in Markenkommunikation sind als andere soziale Netzwerker – und das auf verschiedenen Ebenen.

Die Studie von Interpret hat dabei mehr als 9.200 Internet Nutzer im August befragt. Das Ergebnis hat mich ein wenig erstaunt…

- 24% der Befragten, die auch Twitter nutzen, haben Produkte online bewertet oder ihre Meinung dazu abgegeben – dagegen stehen nur 12% Nutzer anderer Social Networks.

- 20% der Twitter Nutzer sehen sich auch gerne Firmenprofile an – hingegen nur 11% der anderen

- Ebenfalls 20% klicken sogar Banner oder gesponsorte Links an, aber nur 9% derer aus anderen Netzwerken.

Nun könnte man sagen, daß die Ablenkung durch Bilder, Ratings, Widgets oder Spielen bei Twitter natürlich wesentlich geringer ist. Zudem sind die Targeting Optionen bei Facebook noch nicht so, daß man sagen könnte, hier liege die Zukunft der optimalen Vermarktung ohne Belästigung der Nutzer durch unpassend platzierte Banner oder Inhalte. Oder welcher in einer glücklichen Beziehung steckende Facebooker hat noch nicht im Banner das Angebot von “Ehe-Vermittlungsbüros” erhalten?

Auch aufgrund der Penn State Studie läßt sich eine große Chance für Twitter im Advertising Business ausmachen. Schließlich sind 20% aller Tweets über Marken. Und Twitter hat ja auch alle Voraussetzung geschaffen, um die Monetarisierung ins Rollen zu bringen.

Das schreit förmlich danach mal die Twittergemeinde dazu zu befragen. Wie seht Ihr das? Wollt Ihr Werbung auf Twitter? Und wenn ja, wie soll die aussehen. So manches Twitter Werbe-Modell gibt es ja schon…

Studie: Dwell Time – neues ROI-Verfahren für Onlinekampagnen?

eyeblaster-dwell-timeMit dem Ende der Page Impression in der Vermarktungspraxis ist die Diskussion über das Messverfahren bei Online-Kampagnen ebenso neu entbrannt. Die Click-Through-Rate als finale Messmethode scheint nicht aussagekräftig genug. Die harte Währung der puren ‘Conversion’ zu drastisch. Zumal sie den Awareness-Charakter der Kampagne vernachlässigt bzw. gänzlich außer Acht läßt. Und der Unique User wird als ordentliche zukunftsträchtige Vermarktungsgröße überhaupt nicht wertgeschätzt.

Was feststeht ist, daß eine neue ‘Messwährung’ her muß. Nur welche?

Eyeblaster liefert jetzt mit seiner aktuellen Studie „Trends of Time and Attention in Online Advertising“ die Basis für ein mögliches neues Verfahren, welches sich “Dwell Time” nennt. Was bereits im letzten Jahr als neues Messverfahren angekündigt und mit einem Fallbeispiel unterlegt wurde, findet in dieser Studie seine konsequente Fortführung.

Was ist Dwell Time?
Es ist die “average number of seconds the user engaged with the ad – including mouse-on-ad, user initiated expansion, user initiated video & timed custom interaction”.

Die Studie bringt dabei sehr interesante Erkenntnisse und hebt damit den Wert der Online-Werbung im Allgemeinen. Denn: Online-Nutzer setzen sich ausgiebig -sprich: deutlich länger als 30 Sekunden (Länge eines klassischen TV-Spots)- mit Online-Werbung auseinander.

Die zentralen Erkenntnisse der Studie im Überblick…
- Es ist 25-mal wahrscheinlicher, dass sich ein Online-Nutzer mit einer Online-Werbung beschäftigt als darauf zu klicken.
- Wenn sich Online-Nutzer mit einer Online-Werbung beschäftigen, dann tun sie das intensiv: im Durchschnitt eine Minute lang.
- Die Nutzungsdauer steigt um 100 Prozent (global), wenn Video eingesetzt wird.
- Die Länge der Nutzung hängt von der Tageszeit ab.
- Auf den Homepages der Publisher beschäftigen sich Online-Nutzer zwar sehr intensiv mit der dort gezeigten Werbung – allerdings nur kurz.

Bei der Dwell-Time wird unterschieden zwischen Dwell Rate und Dwell Duration. Die Dwell Rate misst, wie häufig ein präsentiertes Werbemittel von Online-Usern genutzt wurde. Der Prozentwert fasst alle Interaktionen mit einer Werbung zusammen, geteilt durch die ausgelieferten Ad Impressions. Die Dwell Duration hingegen, wie lange sich Online-Nutzer mit einem
Werbemittel auseinandersetzen. Sie ist ein Durchschnittswert, der in Sekunden angegeben wird.

Spot On!
Es kommt Bewegung rein in die Messverfahren von Online-Werbung. Endlich wird der Unique User mit der Dwell Time in den Mittelpunkt der Vermarktungsstrategie geführt und dort als feste Größe positioniert. Zudem gewinnt die zeitliche Auseinandersetzung mit Online-Werbung und damit der Awareness-Charakter selbiger an Bedeutung. Mittelbare und unmittelbare Interaktion mit der Online-Werbung ergänzen sich somit. Stellt sich nur die Frage, wie lange es dauert, bis sich dieser Standard durchsetzt und ob die Vermarkter das Verfahren als neuen ROI Mess-Standard akzeptieren.

PS: Das Messverfahren „Dwell Time“ wurde von Eyeblaster mit führenden Werbetreibenden und Agenturen weltweit entwickelt. Man analysierte damit über ein halbes Jahr lang 42 Milliarden Rich Media Impressions.

Studie: 71% der Grundschüler sind Onliner

Die deutschen Schüler sind bereits im Grundschulalter häufig im Web aktiv. Wie eine Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) belegt, sind bereits 71% der Sieben- bis Zehnjährigen im Internet unterwegs – vorausgesetzt die Eltern haben einen Anschluß. Bei den 11- bis 14-Jährigen sind es sogar 93% und im Alter von 15 bis 17 Jahren gar 99%. Sprich: Das Web 2.0 hat die Jugend erreicht.

Die Studie des BITKOM zeigt dabei, daß der interaktive Austausch mit Gleichgesinnten sowie die Präsentation eigener Inhalte im Mittelpunkt der Nutzung stehen. Bei den 10- bis 17-Jährigen ist die echtzeitnahe Kommunikation mit Messaging-Dienste vorherschend (90%). Diskussionsforen werden von rund einem Vietel genutzt.

Betrachtet man die Tatsache, daß rund die Hälfte eigene Bilder im Internet veröffentlicht, so sind die Eltern gefragt, die Kinder auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Dennoch macht dies jeder sechste Erziehungsberechtigte überhaupt nicht. Von den befragten Eltern antworten dabei 31% sie könnten die Web-Aktivitäten ihrer Kinder nicht kontrollieren.

Nachdem 32% bekennen, ihnen fehlen Informationen über den Schutz von Kindern im Internet, haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und BITKOM nun Empfehlungen herausgegeben:

* vorhandene Jugendschutz-Filter im Betriebssystem zu nutzen oder einen Kinderschutz nachzurüsten. Ein solches Angebot gibt es etwa von der Initiative “Ein Netz für Kinder“, die unter anderem von der Bundesregierung und dem BITKOM getragen wird.
* Einen sicheren Surfraum und damit eine gute Hilfe für Eltern, ihre Kinder altersgerecht an die Angebote im Web heranzuführen, bieten spezielle Kinder- und Jugendportale. So zum Beispiel das Portal http://www.fragfinn.de/, das zur Initiative „Ein Netz für Kinder“ gehört oder die neue Initiative „Watch your Web“, die zum verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten im Internet animieren soll.
* Eltern sollten mit ihren Kindern unbedingt über Erlebnisse im Internet sprechen. Das hilft den Kindern, den Wahrheitsgehalt von Informationen zu prüfen. Mütter und Väter sollten sich dabei aber nicht nur für Inhalte von Webseiten interessieren, sondern auch für Erfahrungen ihrer Kinder mit anderen Nutzern – etwa beim Chat, in Netzwerken oder bei Online-Spielen. So können Eltern erkennen, ob ihre Kinder möglicherweise von anderen belästigt werden.
* Medienerziehung sollte schon in den Lehrplänen der Grundschulen verankert werden, damit alle Kinder frühzeitig lernen, sich sicher im Web zu bewegen – unabhängig vom Engagement der Eltern im Einzelfall.

Spot On!
Aber es gibt auch schon Fortschritte hinsichtlich familieninterner Prävention bei der Internetnutzung. Mit 38% der Eltern sprechen schon relativ viele mit ihren Kindern über deren Online-Erfahrungen. Zudem setzt jeder vierte Erziehungsberechtigte spezielle Software ein, die etwa vor Gewalt- oder Sexualdarstellungen schützt. Diese Massnahmen sind in meinen Augen zwingend. Die Weichen für eine erfolgreiche Karriere werden schon früh gestellt und ein jugendlicher Fehltritt aufgrund von fehlender Aufklärung hat schon vor dem Web 1.0 Zeitalter in anderen Bereichen zu so manchem Umweg geführt…

Das erste Jahr – von Personal Branding und Produktivität

Geschafft! Das erste Jahr als aktiver ‘Social Median’ liegt hinter mir…

Lange habe ich überlegt, wie ich zum Geburtstag meines Blogs ‘The Strategy Web’ in die Retrospektive gehe. Die Ereignisse der letzten Tage haben mir die Entscheidung abgenommen. Es wird vorwiegend eine Zusammenfassung der letzten zwei Wochen, sozusagen exemplarisch zum Thema: Personal Branding und Produktivität.

Denn um diese Themen geht es meiner Meinung nach vorwiegend in dieser schönen Social Media Welt…

Ein paar statistische Werte des ersten Jahres…
- 486 Beiträge
- 280 Kommentare
- 1.600+ Twitter Follower
- 7.000 Unique User und 10.500 Page Impressions (Durchschnitt der letzten 6 Monate)
- tolle neue Kontakte weltweit, die das Blog mit wertvollem Feedback bedachten
…und ja, ich habe zahlreiche Stunden am Personal Branding in weiteren Social Networks (siehe Buttons unten) gearbeitet und bin noch lange nicht fertig, meine Digital DNA zu vollenden. Sprich… ob ich produktiv im Sinne eines ‘Social Median’ war? Sieht ganz so aus…

Gehen wir mal ein wenig auf die Ergebnisse ein…

Die Karriere 3.0 entscheidet sich im Web
So ähnlich wie die Überschrift klang auch mein Vortrag auf der Webinale im sagenumworbenen Telekom-Szeneladen 4010, die Anfang letzter Woche stattfand. Unter dem Titel ‘Karriere 3.0 – Spagat zwischen Personal Branding und Produktivität’ habe ich den Zuhörern meine Vision zukünftiger Karriereschritte im Web erläutert. Das ist ein Erfolg meines Blogs, denn ohne diese Arbeit, wäre ich bei der Webinale nicht aufgetreten.

Die aktuellen LinkedIn Nutzerdaten bestätigen meine dort vertretenen Ansichten: Social Network Profile werden verstärkt zu unsere digitalen Lebensläufe, die klassischen CVs verlieren an Wichtigkeit und Online Reputation bestimmt unsere Karriere 3.0. Beispielhaft sein hier Nutzerzahlen des ersten Quartals 2009 genannt: Bewerbungen auf LinkedIn gingen um 49% nach oben, ebenso die durchschnittliche Anzahl an Bewerbungen pro Stellenanzeige (43%). Zudem streben die User vermehrt nach Empfehlungen (Steigerung um 34%). Die Online Reputation bekommt zunehmend mehr Relevanz für die Arbeitswelt, wie Jobvite erst kürzlich in einer Studie berichtete.

Warum ist Personal Branding wichtig?
Firmen investieren Milliarden in Branding, um den USP, den Wiedererkennungswert und die Einzigartigkeit von Produkten und Services beim Konsumenten zu stärken. Der ‘Social Median’ wird sich zukünftig als Marke begreifen lernen und da ist die Notwendigkeit nicht fern, sich selbst aktiv in Position zu bringen. Er/Sie investiert zukünftig eben Zeit, in Profile auf Social Networks, ein eigenes Blog, einen ‘Micro-Blogging-Stream’, oder wo es auch immer Sinn macht.

Das alles kostet zwar fast kein Geld, aber Zeit – die wertvollste Resource unseres Jahrhunderts.

Dementsprechend wird der von mir propagierte Personal Web Manager zukünftig von großer Bedeutung für engagierte Manager 2.0 oder 3.0 werden. Sonst zahlt sich der Invest in das Personal Branding wohl nur schwer aus – und wie sich der Personal Web Manager finanziert, steht in meiner nachhaltigsten Vision aus meinem ersten Jahr als Blogger.

Zwei positive Wochen für mein Personal Branding
Zurück zur Webinale… Unmittelbar nach meinem Vortrag erschien ein Interview mit mir auf Sian-Ru Lai’s Blog von European Venture Fund GmbH, welches sich meiner privaten Personal Branding Orientierung widmet. Mit Sian habe ich zudem ein paar Worte zum Inhalt des Vortrags, Erfolgskriterien für Start-Ups und Web-Investoren gewechselt. Wenn mein geistiger Output unproduktiven Wert hat, werdet Ihr es mich wissen lassen, liebe ‘Follower’ – oder sagt man Leser oder Community-User?

Ebenfalls letzte Woche erschien auch ein Video-Interview mit mir – aber zu meinem alltäglichen Berufsfeld: Marketing, Sales und Medien. Vor ein paar Wochen habe ich den Web 2.0 Kongress in München besucht und dort zwischen interessanten Vorträgen, selbst initiierten Gesprächen z.B. mit John Della Volpe und einem mit mir geführten Interview ‘geswitcht’. Christian Schmitt von Media-Treff hat mich zu Marketingstrategien und Chancen im Marketing in der Krise vor die Kamera geholt. Das Ergebnis ist hoffentlich produktiv, aber meinem Personal Branding hat es geholfen. Im Sommer soll ein Webinar zum Thema Lead Generation folgen – zu Gunsten der Produktivität der Marketiers und Salesleiter.

Um meinen Input ins Web 2.0 und somit meine Online Reputation besser monitoren und aggregieren zu können, habe ich inzwischen auf Anregung von Mario Grobholz, Gründer von myON-ID, mein Profil dort mit dem Personal Branding meines Twitter-Account versehen. Auch dies hat Zeit gekostet – ebenso wie ein Interview auf dem myON-ID Blog. Ob das myON-ID Profil produktiv ist oder nicht, wird sich zeigen, wenn sich die Plattform als Web 2.0 ‘Reputation-Visitenkarte’ durchsetzt.

Beendet habe ich die zwei Wochen mit einem Gastbeitrag zum Thema Vermarktung von Social Networks: Social Medians müssen Zeichen setzen auf dem Social Media Vordenker-Blog von David Nelles und Nils Maier, letzterer hat interessanterweise sein Twitter Branding wiederum dem ihres Blogs angepasst.

Als Sales- und Marketingexperte frage ich mich immer noch, ob wir unsere Social Media Aktivitäten auch zukünftig für unseren ‘guten Ruf’ machen (müssen), oder ob ‘Social Medians’ ihre Online Reputation irgendwann mal nach meiner Idee oder einem ähnlichen Konzept monetarisieren werden, z.B. um den Personal Web Manager selbst bezahlen zu können.

Denn um Profit geht es in der Social Media Welt nicht. Eher darum, noch mehr Produktivität für ein optimaleres Personal Branding herauszuholen – ohne der Notwendigkeit eines 36 Stunden Tages.

Spot On!
Ein Jahr Personal Branding mit zahlreichem Output – daraus die letzten beiden Wochen exemplarisch. Produktiv für Euch? Für meine Zukunft…? In meinen Augen: Ja! Diverse Einladung zu Events, Workshops, Seminaren und Interviews haben mir dies gezeigt. Und Spaß gemacht hat es auf jeden Fall.

Und allen, die meinen Input oder Output schätzen, möchte ich hiermit für Euren Input und Output danken. Und freue mich auch weiterhin auf Euer Feedback hierzu…

Werbewirkung von Werbeformaten im Web: Es zählt, was unterhält…

Der Onlinevermarkter Tomorrow Focus hat die Ergebnisse der ‘AdEffects 2009′ veröffentlicht, welche die unterschiedlichen Werbewirkungsindikatoren für sechs verschiedene Werbeformate aus 13 Kampagnen zeigen.

Basis der Studie unter knapp 4.500 Nutzern ist eine Onsite-Befragung im Netzwerk der Tomorrow Focus. Etwas wenig aussagekräftig kommt das Ergebnis daher, welches besagt, daß alle Formate je nach Dimensionen ihre Stärken haben. Keines der Werbemittel wird durchgängig gut oder durchgängig schlecht beurteilt, so dass für jeden Anspruch, egal ob Performance oder Branding, das entsprechende Format auf die passende Weise wirkt.

Dennoch stellt die Studie mit einem Ranking der effizientesten Onlinewerbe-Banner auf, welches als Indikator bei der Planung von Mediakampagnen hilfreich sein kann. In sechs unterschiedlichen Kategorien konnten bis zu fünf Punkte gegeben werden, so dass ein Bannerformat unter dem Strich maximal 30 Punkte erreichen konnte:

1. Banderole Ad – 27 Punkte
2. Video Ad – 21 Punkte
3. Medium Rectangle – 15 Punkte
4. Skyscraper – 14 Punkte
5. Wallpaper – 14 Punkte
6. Super Banner – 11 Punkte

Das Banderole Ad gewann in fünf von sechs Kategorien mit der höchsten Punktzahl. Dennoch scheint es für Awareness nicht geeignet, wo es gerade mal mit dem Skyscraper auf einer Ebene liegt mit zwei erzielten Punkten. Es verwundert auch nicht, daß das Video Ad im Kommen ist und mit hohen Klickraten und guter Awareness hoch punktet.

Das Medium Rectangle erscheint neben der Banderole als das reponseträchtigste Format. Die Autoren der Studie bezeichnen das Banner als den ‘Allrounder’ bezeichnen – vielleicht wäre das ‘Aktivierende’ eine treffendere Bezeichnung gewesen. Auch wenn die Werte durchschnittlich positiv sind.

Spot On!
Generell gilt: Was unterhält, hat Aussicht auf Erfolg. Da unterscheidet sich die Internetwerbung nicht von der TV- oder Radiowerbung.

Dennoch ist die Begeisterung und Akzeptanz für Banner in der Nutzerschaft weiterhin nicht überwältigend (alle analysierten Banner-Formate erreichen gerade mal einen Akzeptanzwert von 3,36). Der Nutzer empfindet Banner immernoch als störend, akzeptiert aber inzwischen die Massnahme als Refinanzierungsmittel wie im Print, TV oder Radio auch.

Das Web ist eben nicht kostenlos und Banner sind immer noch die Monetarisierungsform Nummer 1. Ohne Werbung kann kein Medium langfristig existieren und dann bleibt dem Mediengeschäft wohl nur eine Zukunft mit Paid Content – und die werden dem User wohl auch nicht gefallen. Wer glaubt, daß Web 2.0 könne sich als werbefreie Zone etablieren, dem sei die Illusion hiermit genommen.

Die Ergebnisse sind aus B2B Sicht mit Vorsicht zu genießen, denn eine Unterscheidung zwischen B2B und B2C Zielgruppe muss bei der Auswahl der Bannerformate auf jeden Fall bei Kampagenplanungen berücksichtigt werden – und in der B2B Zielgruppe wage ich mal zu sagen, daß die Banerdole nicht angesagt ist.

Grundsätzlich decken sich einige Aussagen der Studie mit Ergebnissen einer weiteren Studie von AdTech.

Der gesamte Ergebnisband der Tomorrow Focus Studie ist hier einsehbar…

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