Die 3-Säulen-Strategie lebt weiter…

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Credits: Pixelio

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Vor einigen Wochen haben wir, Heike Bedrich und ich, unsere 3-Säulen-Strategie veröffentlicht. Hätten wir gewusst, dass es schon zahlreiche solcher 3-Säulen-Strategien gibt, ich weiß nicht, ob wir dann unsere Strategie mit den 3-Säulen manifestiert hätten. Was meinst Du, Heike?

Damals haben wir uns wenig Gedanken darum gemacht, ob es eine solche 3-Säulen-Strategie auch in der Politik, der Medizin, der Energiewirtschaft, der Umwelttechnik oder der Unternehmensstrategie wie bei der Firma Seidensticker gibt.

Es war eine Idee, eine Vision oder ein Gedankenansatz, der Unternehmen und Unternehmern Social Media als strategische Change Management Vision nahelegt. Die 3-Säulen-Strategie soll aber auch verdeutlichen, welche Chancen, Notwendigkeiten und Prozesse notwendig sind, wenn sich diese Strategie erfolgreich auf die Unternehmensstrategie auswirken soll.

Die oben angesprochenen Beispiele waren vor unserer 3-Säulen-Strategie erdacht, ins Leben gerufen und wurden womöglich schon gelebt. Ob unsere Strategie schon gelebt wird? Wir wissen es nicht. Wir werden weiter diskutieren, wie man als Marke oder Unternehmen Social Media strategisch sinnvoll und effizient verankern kann. Das letzte Beispiel der obigen kommt unserem Gedanken aber wohl am nächsten.

Auf der dmexco haben wir unsere 3-Säulen-Strategie noch ein wenig ausführlicher in einem Interview mit media-Treff erläutert…

Wir sind immer noch davon überzeugt, einen wirkungsvollen Ansatz für die strategische Implementierung und Verankerung von Social Media im Unternehmen erdacht zu haben. Es liegt an Unternehmens- und Abteilungsleitern diese Strategie umzusetzen und vielleicht lasst ihr uns dann wissen, wie, was und warum diese erfolgsversprechend ist.

News Update – Best of the Day

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daily1Aus aktuellem Anlass der Wahl 2009 kommt das News-Update heute mal in deutscher Sprache…

Die Online-Werbung zum Wahlergebnis hat Conrad Electonics heute auf Spiegel laufen…

conrad-werbung

Nun sind die Wahlen gelaufen… und falls sich immer noch irgendwelche Personen fragen, warum der Wahlkampf nicht wie in Amerika nach dem Barrack Obama Vorbild ablief, dem sei hier nochmal ein kleiner Einblick in die Mißstände der Parteien hinsichtlich ihrer Webstrategie gewährt. Und der Tagesspiegel hat auch noch etwas zur Online-Strategie der Parteien geschrieben…

Erschreckt hat mich am Wochende übrigens dieser Beitrag einer Studie zur Kreditwürdigkeit der Spitzenpolitiker. Aber irgendwie ist er ein Abbild des Ergebnisses geworden…

Beten wir also, daß die Parteien sich ihrer Verantwortung bewußt sind und irgendwann der Wahlkampf auch mal aktiv im Web stattfindet.

Vier Jahre Zeit haben wir die Politiker ja jetzt zur Vorbereitung des Wahlkampfes 3.0.

Offliner: Im Wahlkampf besser informiert?

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steckNun sind die aktuellen Zahlen der Offliner erschienen und man frägt sich angesichts diverser online-abgebildeter Nachrichten zur Bundestagswahl, ob im Wahlkampf die Offliner manchmal nicht realitätsnaher informiert sind. Aber erst zur Offlinerstudie…

Sie sitzt vermutlich bei ARD und ZDF in der ersten Reihe und ist eine von 32,9% der Deutschen (mehr als 20 Mio.!), die nicht online ist: Die ältere, nicht berufstätige Frau. Wie die von ARD und ZDF veröffentlichte Offlinerstudie besagt, ist der Offliner-Anteil bei den über 60-jährigen Frauen besonders hoch. Rund zwei Drittel nutzen kein Internet und die Kommunkationsabteilung der Parteien muß diese Zielgruppe über den Offlineweg erreichen.

Die Gründe der Offliner liegen dabei auf der Hand. Es fehlt der Internetanschluß, der Job und somit die Notwendigkeit. Das Internet wird einfach von manchen Menschen nicht genutzt, wie von der Mehrheit der ab 60-Jährigen mit 72,9%. Und auch gerade bei den Nicht-Berufstätigen 2009 liegt der Offlineranteil bei knapp zwei Drittel dieser Zielgruppe.

Es gibt aber auch positive Anzeichen bei den Offlinern, die sich selbst als ‚Zurückgezogene‘ und ‚Häusliche‘ definieren. Inzwischen haben die meisten von ihnen eine Vorstellung vom Web. Nutzungsbarrieren schwinden – zumindest bei der älteren arbeitenden Bevölkerung.

Aber es langt ihnen halt, in der ersten Reihe im TV zu sitzen, Radio zu hören oder Zeitung zu lesen. Denn entweder fehlt ihnen die Lust für das Internet (79%) oder die Investitionsbereitschaft in den Zugang Geld und Umgang Zeit (77%) zu investieren.

Sprich: Es bleibt Hoffnung, daß die Offliner auf privater Ebene das Netz nutzen werden. Vielleicht ist das aber aus politischer Sicht eher bedenklich, denn…

Spot On!
Wenn 93% der Offliner mit der Informationsaufnahme über klassischen Medien sehr zufrieden sind, verwundert das nicht. Es wundert einen eher, die aktuellen Web-Monitoring Daten, Umfrage-Prognosen und Nachrichten zur Bundestagswahl und der aktiven Parteien zu sehen, die sich online abmühen. Vermutlich würden die Resentiments der Offliner angesichts dieser Faktenlage noch eindeutiger gegenüber dem Internet ausfallen. Wenn Suchtgefahr (85%) und Datenklau (71%) von den Offlinern befürchtet werden, dann mach ich mir als webaffiner Deutscher mehr Sorgen um die online vermittelte Wissensbasis bei politischen Themen in Deutschland. Man stelle sich vor ein Offliner würde mal schnell mit diesen Online-Nachrichten zum Wahlkampf konfrontiert. Ein Kulturschock? Wird Online zum Reputationskiller für Parteien? Eine weitere Offlinerbestätigung, nicht online zu gehen?

Fragen über Fragen…

News Update – Best of the Day

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Dank Nielsen ist es jetzt raus: Die deutsche Mitglieder des Bundestages haben den politischen Wahlkampf auch auf Twitter eröffnet: von 612 Bundestagsabgeordneten twittern 68. Dabei nehmen die ‚kleinen‘ Parteien den Kommunikationskanal der kurzen Nachrichten am meisten in Beschlag: 74% der twitternden Bundestagsabgeordneten sind Liberale – allerdings ist die Linke noch recht inaktiv. Die SPD hingegen weißt mit rund 3.600 Followern die größte ‚Gefolgschaft‘ aus. Ob das nach der Wahl mit den Stimmen auch so wird…?

Vielleicht sollten sich die Politiker mal nochmal ein gutes Beispiel an Obama nehmen, dessen (Online)-Kommunikationsstrategie in einer sehr ausführlichen Präsentation nochmal von Paul von Veenendaal als Fallbeispiel aufgerollt wurde.


Das Thema Web Content Strategie ist ursprünglich ein Verlagsthema gewesen. Inzwischen sind wir alle Publisher – ob Privatmann oder Unternehmen. In einer Präsentation bebildert und erklärt Christina Halvarson dies sehr plausibel.

PS: Für diejenigen, die noch keine, oder gerade eine neue Content Marketing Strategie aufsetzen, gibt es hier Nachhilfe…

News Update – Best of the Day

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– Da treffen sich die Experten in Davos zum Weltwirtschaftsforum und wissen auch nicht so recht, wie es weitergeht in der Welt mit der Wirtschaft. Anatole Kaletsky von Times Online berichtet Erstaunliches über eine Studie unter den Wirtschaft-Häuptlingen…

„According to a survey that greeted the 2,000 captains of industry, Nobel laureate economists and heads of government arriving in Davos for the World Economic Forum, confidence among them has “plummeted” and hopes of an economic recovery have “evaporated” in the past four months. Only 21 per cent of corporate leaders now expect their businesses will improve significantly (down from 50 per cent a year ago) and most of them hope for nothing better than a slow and feeble recovery over the next three years. (…) The good news is that captains of industry, Nobel laureate economists and heads of government are usually wrong about the future.“

Manchmal muss man eben weniger den Nachrichten Glauben schenken, als der wissenden Hoffnung aus der Vergangenheit. Die Twitter-News #Davos sollte man auch nicht lesen, wenn man noch Hoffnung hat. Denken wir ab jetzt an Obama: ‚Yes, we can!‘

– Ob und inwieweit Bewertungen und Kommentare wertvoll sind für das Business 3.0 überdenkt Michael Zeuthen in einem kurzen ‚Review‘, wobei er u.a. auf die Vorteile für die Kundenbindung und Preispolitik für Unternehmen eingeht.

– Auch wenn die Publikumsverlage noch nicht 100%-ig dem Social Media Weg folgen, gibt es doch schon zahlreiche erstaunliche Aktivitäten. Leander Wattig hat die zusammengefasst und eine beachtliche Liste von Blogs, Communities, Foren, Widgets, Podcasts, etc. gefunden.

PS: AT Internet startet eine Blogger-Olympiade. Professionelle Blogger sollten sich schnell anmelden und ihr Können beweisen.

News Update – Best of the Day

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– Die Badische Zeitung bringt einen interessanten Vergleich des Wahlkampfes von Barack Obama und Thorsten Schäfer-Gümbel mit dem Titel ‚Wahlkampf zwischen Klinkenputzen und Facebook‚. Dabei wird die Frage aufgeworfen, was die Social Media Plattformen ‚Twitter, Facebook, etc.‘ im Wahlkampf wert sind – oder eben auch nicht…

„Was bei Obama lässig erschien, wirkte beim SPD-Mann wie ein Versuch, sich als lockerer Politikvogel einzuschleimen. Kein Wunder, hatte Obama in der heißen Wahlkampfphase doch schon eineinhalb Jahre Erfahrung mit Twitter, Gümbel dagegen hatte den Dienst erst 14 Tage vor der Wahl für sich entdeckte.“

– Großunternehmen wissen oft nicht, warum sie Twittern sollen. Jetzt gibt es eine Liste der 40 besten Twittermarken und wer den Account dahinter betreibt. Diese aktuelle Liste kommt von Mashable und ist eine der besten Hilfen zur Evaluierung eines ‚Branded Accounts‘.

– Die Internet Zielgruppe hat die magische Grenze von 1 Milliarde Menschen überschritten.(Comscore)

News Update – Best of the Day

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– Jedes Unternehmen überlegt sich seine eigene Social Media Strategie, die idealerweise zur Business-Strategie passt. Wer sich Anregungen holen will, kann dies in der Social Media Case Study Superlist machen, die auch weiterhin upgedatet wird.

– Die CeBIT 2009 steht für die Internetwelt ganz im Zeichen der Webciety. Die neusten Informationen und die Agenda zur Webciety Konferenz sind gestern herausgekommen. Wer am Ball bleiben will registriert sich in der Community oder twittert.

– Haben Hotels keine Zeit zum Bloggen? Vorreiter der Branche bei Best Western in Europa ist ein Deutscher. Der Geschäftsführer des Münchner Hotel Erb bloggt unter ErBloggt. Christian Erb ist mit seinem Blog laut Pressemitteilung, man glaubt es kaum: ‚Erster in Deutschland, erster in Europa und dritter weltweit‘ (unter Best Western Blogs – die Hotelkette hat 4.000 Hotels in 80 Ländern).

PS…
– Macht Online-Forschung endlich Karriere? In diesem Jahr ist am 27.09.2009 Bundestagswahl und man darf davon ausgehen, daß methodisch die Online-Forschung die telefonische ‚Prognosenerhebung‘ ablösen kann. Vorausgesetzt die Marktforscher orientieren sich an der Hessen-Wahl, die laut eines Beitrags von Martin Welker mit der Online-Forschung die beste Prognose abgeliefert hat.

Wochenrückblick: Webstrategie, Internetstrategie, Onlinestrategie

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– IP TV wird auch für die Webstrategie der Versicherungsgesellschaften immer wichtiger. Dementsprechend hat die Hamburg-Mannheimer Versicherungs AG ihren Fokus des Portals neu ausgerichtet: Unternehmer rekrutieren und Kunden informieren.

„Das HMI-Unternehmensportal hebt sich deutlich von der Masse der Wettbewerber ab und basiert konsequent auf unserer Internet Strategie ‚Next Generation Internet’ – Internet, in dem der Mensch die Hauptrolle spielt“, so Dirk Schallhorn, Leiter Internet- und Regionalmarketing der Hamburg-Mannheimer.

Hier finden Sie die ausführliche Meldung über die Internet Strategie der Hamburg Mannheimer.

– Obama hat allen Politikern weltweit das Social Media Toolkit an die Hand gegeben. Jetzt ziehen die deutschen Politiker nach und versuchen ebenfalls im Web auf die politische Erfolgsquote zu kommen. Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine bringt einen herrlichen Beitrag über die amateurhaften Versuche mancher deutscher Politiker einer persönlichen Internetstrategie auf die Beine zu helfen. Quote macht allein schon die Überschrift… ‚Wahlkampf Online: Wenn Politiker wackeln“.

– Social Media ist das ‚buzz-word‘ heutzutage, dennoch hat die Homepage bei der Webstrategie erstmal Vorrang. Adam Landrum warnt vor zu schnellem Handeln hinsichtlich Social Media…

„There are a lot of businesses out there focusing on their social media planning that have yet to focus on a proper web site. Block and tackle first. Crawl before you take off running. Get your web site’s objectives aligned with your business objectives, then, go nuts with social media.“

News Update – Best of the Day

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– Das Blog von Robert Basic zieht bei der Versteigerung gewaltig an. Schon über 22.000 EUR sind geboten worden. Während Burkhard Schneider in der Versteigerungsform eine verpasste Verkaufschance erkennt, hat sich Robert Mayer mal die Mühe gemacht und eine Analyse als ‚Kaufguide für deutsche Blogs‚ zusammengestellt. Er resümiert mit einer Top 5 Liste. Allein schon aufgrund der Aussagen zum Sieger lesenswert… (auch wenn dabei sehr harte Worte fallen).

– Politik und Internet war bisher in Deutschland eine Hassliebe. Vielleicht ändert sich das ja bald. Die SPD wartet jetzt schon mal mit einem witzigen Spot auf.

Bis zu Obama, der die web-politischen Aktivitäten zu einer neuen Ära erhoben hat, wohl noch ein weiter Weg bei der SPD. David Talbot liefert gute Ansätze für die deutsche Politiker und ihre Webaktivitäten. Er postet gestern über The Geeks Behind Obama’s web-strategy. Eine Gruppe Bostoner Geeks hat Barack Obama geholfen, das Web zur ultimativen Politikmaschine zu machen. Ob Obama es nutzt, um die Regierung neu zu erfinden? In den ersten 100 Tagen hat er wohl erstmal eine Menge zu tun.

– Finden die Medienmacher neue Technik-Trends 2009? Die Umfrage führte turi2 diese Woche durch. Teilweise findet man in den Antworten mehr Allgemeinplätze und Eigen-PR denn wahre Trends. Stefan Oßwald schrieb mir vor kurzem auf meine Twitter-Frage: What is your Twitter tip for companies that think about ‚open web communication? „Seid ehrlich, authentisch und führt einen Dialog, keinen Monolog. PR Floskeln dürfen gern vermieden werden.“ Ist dem noch etwas hinzuzufügen?

Auswirkungen von Social Media und Micro-Blogging auf Unternehmen

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Wenn man sich mit Social Media und Microblogging beschäftigt, will man natürlich auch irgendwann mal die Mehrwerte für Unternehmen beleuchten. Dies lässt sich am besten daran festmachen, welche Auswirkungen Social Media auf Unternehmen und den Kunde (auch Prosumer) hat.

Die Entwicklung
Ging es früher für Unternehmen von einem blanken ‚Dasein‘ im Web zu einer interaktiven kontakt-ermöglichenden Internet- und/oder E-Shoppingpräsenz, so wollen neuzeitliche Webaktivitäten den direkten Kontakt zu den (potentiellen) Kunden initiieren. Die Kunden sollen möglichst in die Social Media Aktivitäten wie Brand Communities, Micro-Blogging (wie Twitter, Friendfeed, etc.), Blogs, Social- und Business Networks (Facebook, XING oder LinkedIn) etc. eingebunden und nie mehr losgelassen werden.

Ärgerlicherweise gestalten sich diese Bemühungen aber immer schwieriger, denn der Aufwand des Mitbewerbs ist oft ebenso hoch und neue ‚konvergente‘ Anbieter aus teilweise komplett anderen Branchen ringen zweifelsfrei genauso um die Gunst des Konsumenten. Und auch wenn der Konsument sich schon zum Prosumer entwickelt, hat auch dieser nur 24 Stunden am Tag, in der Regel einen Job, einen Freundeskreis, Hobbies und der Schlafmangel der Internetuser nimmt zu.

Die Strategie für Unternehmen dem Social Media und Micro-Blogging Trend zu folgen, muss also stimmig sein, damit der Prosumer nicht nur einen Nutzen sondern auch einen klaren Mehrwert hat, sowie idealerweise auch seine Interessen gebündelt wiederfindet. Es besteht allerdings auch die Gefahr sich in Social Media Aktivitäten zu verzetteln oder die Vorteile für das Unternehmen, dem Nutzen der Kunden oder den unternehmeerischen Zielen (Umsatz, Umsatz, Umsatz) nicht anzupassen. So kann sich ein Unternehmen mit vielen Blogs zwar toll im Web 2.0-Format darstellen, allerdings heißt das noch nicht, dass das Unternehmen einer erfolgreichen Zukunft entgegengeht (sie Beispiel General Motors).

Warum also sollten Unternehmen in Social Media investieren?
Finanzkrise, ‚schwächelnde‘ Budgets, Ressourcenknappheit und chronische Überlastung der (meistens) Marketing-Verantwortlichen scheinen keinen Platz mehr zu lassen für Überlegungen hinsichtlich einer angestrebten Social Media Denke in den Unternehmen. Aus diesem Grund werden solche Aktivitäten fälschlicherweise erstmal als Projekt bei CMOs hinten angestellt und dem Daily Business Vorfahrt gewährt.

Social Media ist heutzutage nicht nur ein unterschätztes Potential für die Vertriebsmannschaft, sondern auch ein Rückschritt in der Unternehmenskommunikation und Webstrategie eines Unternehmens. Denn der Schlüssel einer erfolgreiche Unternehmenskommunikation basiert auf einem ausgewogenen Webmarketing.

Wie wirkt sich der Einsatz von Social Media auf Unternehmen aus?
Insgesamt fallen sechs Auswirkungen auf, die auf Unternehmen einen wertschöpfenden und effizienzsteigernden Input haben können – aber auch Gefahren bergen.

Der Multiplikator-Effekt
Social Media eröffnet Zugänge zu Interessenten, Kunden und Partnern und vervielfältigt die Informationsaufnahme und -vergabe sowie die Unternehmenskommunikation und das Brand.

Der Globalisierungs-Effekt
Die geografischen, mentalen und psychologischen Entfernungen zu Kunden werden aufgebrochen und ermöglichen eine glaubwürdige Kontaktaufnahme zur Zielgruppe.

Der Networking-Effekt
Die Vernetzung zwischen dem Unternehmen, Kunden, Interessenten und Partnern nimmt zu und eröffnet neue Märkte – siehe Cluetrain Manifest: Märkte sind Gespräche!

Der Qualitätsoptimierungs-/-sicherungs-Effekt
Die Qualität der Produkte und Services wird nicht aus interner Sicht verbessert, sondern aus Sicht des Marktes und der Abnehmer. Dies verhindert eine Produkt- und Entwicklungsstrategie, die sich am Markt ‚vorbeiläuft‘.

Der Sales Funnel-Effekt
Menschen kaufen von Menschen: Die Vernetzung der Menschen untereinander erschließt dem Vertrieb (u.a. durch Mundpropaganda) ein nahezu unendliches Kunden-Potential.

Der ‚Vermenschlichungs‘-Effekt
Unternehmen wirken auf Kunden über Jahrzehnte wie undurchdringliche Konstrukte, die nach vorgegebenen Strukturen funktionieren und denen mit menschlichen Gebärden nicht beigekommen werden kann. Dies ändert sich seit dem Social Media Trend: Kunden realisieren Menschen hinter dem ‚Werkeln‘ und Aktionismus der Unternehmen.

Kann das Unternehmen die Social Media Effekte handeln?
Die vermutlich schwierigste Frage bei der Herangehensweise an eine Social Media Strategie, die je nach Auswirkung zu betrachten ist…

Der Multiplikator-Effekt
Grundsätzliche Frage ist natürlich, ob alle Ansprechpartner des Business auch wirklich das Web als Informationskanal nutzen – und auf welchem Aktivitätsstatus im Web sie sich bewegen. Es gibt zahlreiche Branchen, in denen das Web noch nicht die Kommunikations- und Kaufentscheidungs-Plattform No. 1 ist. Hier ergeben sich einmalige Chancen als Vorreiter diesen Weg zu beschreiten und als First-Mover den Informationsvorsprung auszubauen. Allerdings muss man hier auch in die Ressourcen (Zeit, Geld und externe/interne Arbeitskraft) investieren – egal ob Krisenzeiten oder nicht.

Der Globalisierungs-Effekt
Sind die Prozesse in den Ländern deckungsgleich, oder sprechen dezentrale Strukturen und Lokalisierungsproblematiken gegen ein globales Programm? Mentale oder psychologische Unterschiede zwischen Regionen müssen beachtet und gegebenenfalls angepasst werden. Auch wenn aus Kosten- oder Ressourcengründen eine zentrale Strategie angestrebt wird, können Unterschiede aufgrund menschlicher Faktoren in unterschiedlichen Ländern das genau Gegenteil von Erfolg erzielen. Beispiel: Wenn eine Firma eine weltweite Corporate Community eines Brands startet, aber dann nur Tipps anbietet, die in einem Land angewendet werden können, ist der Prosumer das letzte Mal virtuell vor Ort gewesen.

Der Networking-Effekt
Vernetzung ist Kommunikation und zieht Feedback nach sich: mal positiv, mal negativ. Will das Unternehmen überhaupt, dass sich die Kunden, User oder Partner vernetzen: Einkaufspolitik oder Preisverhandlungen können dagegen sprechen. Bietet meine Kommunikationskultur die Möglichkeit dieser Vernetzung nicht hilflos ausgeliefert zu sein? Hat das Unternehmen verantwortliche Ressourcen definiert, die sich mit dem Feedback beschäftigen? Frage über Fragen… Networking eröffnet viel, erfordert aber auch viel Kommunikation und damit Ressourcen.

Der Qualitätsoptimierungs-/-sicherungs-Effekt
Je mehr Feedback der Prosumer an das Unternehmen ‚liefert‘, umso mehr Begehrlichkeiten werden geweckt und umso schneller muss sich das Unternehmen auch drehen und den Standards der Kunden (z.B. bei Themen wie Produktqualität und Lieferung) entsprechen. Werden nur Informationen abgesaugt und es folgt keine Veränderung, Optimierung oder Ideenannahme, wird der Prosumer sehr schnell dem Unternehmen und allen Social Media Aktivitäten den Rücken kehren.

Der Sales Funnel-Effekt
Im Sales-Funnel ist Reaktionsvermögen ein zentrales Element. Social Media Tools machen diesen Prozess noch schneller. Ein Klassiker der Unternehmen ist, dass Aktivitäten vom Marketing angestoßen und umgesetzt werden, die Vertriebsmannschaft generell mit Social Media unbedarft umgeht oder hinsichtlich dieser Aktion vorher aber nicht ins Boot geholt bzw. wenigstens über die Aktion gebrieft wurde. Werden Social Media Aktivitäten gestartet, muss Sales vorher informiert werden. Nichts ist schlimmer als wenn ein Vertriebsmitarbeiter über einen Micro-Blogging Tool ‚angepingt‘ wird, aber dann die Aktion nicht kennt oder nicht versteht, auf die sich der ‚Pingende‘ bezieht. Denn: Macht der Sales einen unqualifizierten Eindruck, färbt das am meisten auf die Professionalität des Business ab. Andersherum: Wer mit seinem Business über Twitter 1.000.000 US Dollar machen will, muss etwas dafür tun. So wie Dell es eben gemacht hat – s. aktueller Vodcast von Jeremiah Owyang mit Dells VP Bob Pearson.

Der ‚Vermenschlichungs‘-Effekt
Mit der Social Media Bewegung müssen Unternehmen mehr Personen im Unternehmen Verantwortung übertragen und diese ‚mit der losen Leine‘ führen. Natürlich birgt das auch Gefahren, wie man am Beispiel Virgin Atlantic und Johnson&Johnson sehen kann. Dennoch spiegelt der Vermenschlichungs-Effekt die Glaubwürdigkeit des Unternehmens vor dem Kunden. Wer versucht seine Social Media Aktivitäten künstlich mit Fake Avatars zu ‚boosten‘, wird übrigens Schiffbruch erleiden. Das ist erst kürzlich Google mit ihrem GoogleGuy passiert, worauf u.a. in diesem Zusammenhang Bruce Clay hinweist.


Spot On!
Social Media und Micro-Blogging bieten zahlreiche effizienzsteigernde (aber auch zu beachtende negative) Effekte für Unternehmen. Seine Social Media Strategie sollte man vorweg ausgiebig durchdenken. Die nachfolgende ‚4-Schritte‘ Theorie soll Sie ihren Social Media Aktivitäten einen Schritt näher bringen…
1. Evaluieren Sie, auf welchem Stand hinsichtlich Social Media ihre Kunden und der Markt ist.
2. Konzentrieren Sie sich erstmal auf ein Social Media und ein Micro-Blogging Projekt.
3. Eliminieren Sie alle Features, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit ihren Produkten, Kunden und Märkten stehen – das heißt nicht, dass man nicht kreativ sein darf (siehe Beispiel Segway).
4. Integrieren Sie Social Media Aktivitäten in alle Bereiche und Abteilungen Ihres Unternehmens – nur, wenn sich alle Abteilungen hierzu ‚committen‘, versprechen die Massnahmen Erfolg!

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

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