Die Zeit der Manifeste – Manie, Hypie oder Faszination?
02.03.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Webstrategie
Vor ein paar Wochen habe ich in einem Interview mit dem Internet World Magazin von einem Kulturwandel gesprochen, der mit der Evolution des (oder Revolution durch das) Social Web einhergeht. In der Vergangenheit gingen zahlreichen Kulturwandeln tiefgreifende Manifeste voran, die die Ziele und Absichten einer Gesellschaft im Wandel in sich tragen.
Nun ist ein Manifest kein Blog-Post, kein Whitepaper und keine Strategie-Abhandlung. Oder im Social Web Zeitalter dann doch? Manifeste entstehen in schwierigen Zeiten ideologischer und kultureller Umbruchstimmung in der Gesellschaft. Jeder in der Gesellschaft spürt die Umbruchstimmung. Jeder nimmt die Unruhe im Geiste wahr. Kluge Köpfe formulieren die Wünsche sowie die zukünftige Wegbereitung in Thesen. Die Absicht: Der Masse Orientierung und Antworten zu geben.
Der derzeitige Kulturwandel findet in schriftlicher Form eine kreative Energie, die sich in diversen Manifesten niederschlägt – publiziert zumeist von (Social) Web-Experten. Allein im Jahr 2010 sind inzwischen 3! Internet-Manifeste erschienen.
Manie, Hype oder Faszination? Es wirkt fast so, als schafften sich manche (Social) Web Professionals mit einem Internet-Manifest ein Denkmal. Was mit dem Cluetrain Manifest begann, findet euphorische, motivierte Nachahmer, die ebenfalls Manifeste in die soziale Web Diskussion einfließen lassen.
Eine Übersicht…
Cluetrain Manifest
Autoren: Chris Locke, Doc Searls, David Weinberger, Rick Levine
April, 1999
Tom’s Re-imagine Manifesto!
Ten Good Reasons to “Get Up in the Morning”
Autor: Tom Peters
Juli 2005
The Happy at Work Manifesto
Autor: Alexander Kjerulf
Juli 2007
Das Internet-Manifest
Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.
Autoren: Zahlreiche Journalisten
September 2009
Slow Media Manifest
Autoren: Sabria David, Jörg Blumtritt und Benedikt Köhler
Januar 2010
Media Manifest
12 Thesen zur künftigen Media-Messung
Autor: David Eicher/Webguerillas
Feburar 2010
Rubicon Manfest
Principles of a REVVOLUTION or, the ad server is dead
Autor: Rubicon Project
Februar 2010
In der Ära des Social Web sprechen alle von Nachhaltigkeit, was das Cluetrain Manifest definitiv bewiesen hat. Und wie sieht es mit den anderen Manifesten aus? Wie denken Social Web Professionals über diese neuen Manifeste? Was bringen solche Manifeste? Welche Art von Manifesten brauchen Unternehmen für die Zukunft? Ein paar akademische Meinungen habe ich vorab schonmal angefragt. Und freue mich auf Eure Kommentare…
Lest selbst…
Prof. Harald Eichsteller, Hochschule der Medien (HdM)
“Ein Manifest symbolisiert, dass das schwelende Gefühl einer großen Gruppe oder Bewegung sich materialisiert, aufgeschrieben und schließlich publiziert wird – ob als Anschlag an einer Kirchentür, als Buch oder im World Wide Web. Nach Luther und Marx haben sich rechtzeitig vor Ende des Jahrtausend führende Köpfe im Cluetrain Manifest zusammengetan, um der Tradition mit 95 Thesen neuen Schwung zu geben – und das wurde dann in immer kürzeren Zeitabschnitten dankbar von einigen aufgegriffen.
Erwähnenswert das 15-thesige Slow Media Manifest, das auf den ersten Blick die Tradition des intellektuellen Anspruchs der Manifestierer der letzten Jahrhunderte fortsetzt und sicherlich das schwelende Gefühl einer beachtlich großen Gruppe im digitalen Alltags-Dschungel Gehetzter widerspiegelt. Das Media-Manifest kommt mit 12 Thesen aus und lehnt sich optisch stark an die historischen Vorbilder an; es bleibt allerdings nicht verborgen, dass es sich um das Akquisitionstool einer Agentur handelt, auch wenn inhaltlich die grundsätzlichen Marketing-Tendenzen des neuen Jahrzehnts trefflich skizziert sind.
Bleiben einige Fragen: Brauchen wir jetzt in immer kürzer werden Abständen ständig neue Internet-Manifeste? Ist es legal, die von Luther und Cluetrain vorgegebene Zahl von fünfundneunzig auf ein Dutzend oder wenig mehr zu reduzieren? Ist ein Manifest nicht immer non-profit? Oder: Ist nach dem Cluetrain Manifest jetzt nicht wieder Ruhe angesagt und wir beschäftigen uns jetzt 100 Jahre mit den Konsequenzen und der Verarbeitung dessen, was da so schwelte, uns alle überrumpelte und wir nun eine ganze Zeitlang brauchen werden, um uns freizustrampeln und unsere eigene Linie zu finden?”
Prof. Dr. Klemens Skibicki, Deutsches Institut für Kommunikation und Recht im Internet (DIKRI)
“Karl Marx und Friedrich Engels beschrieben in ihrem Kommunistischen Manifest 1848 diese Unruhe als „ein Gespenst geht um in Europa…“ Damals konnte zwar jeder den gesellschaftlichen Umbruch der industriellen Revolution mit dem Wachsen der Städte, industrieller Massenproduktionsweisen und dem Entstehen der Arbeiterschicht als einer neuen gesellschaftlichen Schicht sehen und den neuen Geist spüren – die Macht und die Auswirkungen waren jedoch kaum zu überblicken. Jahre später führten die einst verfassten Grundlagen zu neuen Machtorganisationen wie den sozialdemokratischen Parteien und andernorts sogar zu blutigen Revolutionen wie in Russland.
Die Autoren der „95 Thesen des Cluetrain Manifests“ von 1999 waren ihrer Zeit genauso voraus als sie die Basisthese „Märkte sind Gespräche“ formulierten. Geschichtsbewusst drückten sie die Kraft dieser Aussagen durch die Anlehnung der Titelwahl an die 95 Thesen von Martin Luther und das Marx`sche Kommunistische Manifest an – elegant, aber nur für eine kleine Elite verständlich. Ein Jahrzehnt später wird die mächtige Veränderung durch die neuen Kräfte von Facebook, YouTube, Twitter & Co auch von der Masse abseits der Vordenker gespürt. So wie sich bürgerliche Schichten im 19. Jahrhundert sich teilweise durch die neuen Kräfte bedroht fühlten, werden heute langsam alle Branchen erfasst und viele fürchten um ihre Geschäftsmodelle, so dass sie Orientierung und neue Leitlinien für die Social Media Revolution suchen. Diese Suche mündet in der Formulierung solcher Manifeste als Antwortmöglichkeiten – wobei ich unsicher bin, ob den meisten der historische Kontext der Wortwahl geläufig ist ;-)
Die Frage der Notwendigkeit solcher Manifeste zu diesem Zeitpunkt ist für diejenigen, die schon seit Jahren bewusster Teil des Ganzen sind, zu verneinen – das Erwartete ist eingetreten. Die Masse ist aber bekanntlich träge und braucht länger, um die Welt um sie herum zu verstehen – wenn die Formulierungen Ihnen helfen und sie die richtigen Schlüsse für ihr Business ziehen können – warum dann nicht?”
Richard Joerges, Becker.Joerges.agile communication.
“Manifest ist ein großes Wort für große politische Ziele und Programme, vom Kommunistischen Manifest, bis zum Manifest der 2.000 Worte im Prager Frühling. Da mitzuhalten wird für so manches neue so genannte Manifest schwierig. Cluetrain Manifesto, ok. Das schlug ein wie eine Bombe und letztendlich zehrt unser Berufsstand immer noch davon. Aber jede noch so gute neue Idee gleich in ein Manifest packen? Sind Programm, Absichtserklärung, Verhaltenskodex nicht meistens die adäquateren Worte?
Die Bereitschaft im Mitmach-Web, Erfahrungswerte und Vorstellungen via eines Manifestes in ein gemeinsames Verständnis und bestimmte Zielsetzungen mit Blickrichtung Zukunft fließen zu lassen, sind unschätzbare Momente der Kulturentwicklung durch Kommunikation und Diskussion. Jedoch sollten sie angesichts der wachsenden Zahl von Veröffentlichungen nicht überbewertet werden. Gerade bei Ideen, die wichtige Zusammenhänge oft verkürzen oder zugespitzt Außenwirkung und Verbreitung anpeilen, laufen Gefahr, inhaltlicher Breite und qualitative Tiefenschärfe zu vernachlässigen. Einer Idee folgt die nächste, doch an Optionen für eine realitätsnahe Einordnung mangelt es. Häufig folgt prompt die nächste Veröffentlichung zum Thema – auf Kosten fokussierter Aufmerksamkeit.
Bestenfalls bleiben Ideensammlungen hilfreiche Anregungen, um Diskussionen zu fördern und Alltagssituationen einzuschätzen. Zu Manifesten geraten sie dadurch jedoch nicht. Denn auch zuviel Pathos macht manchmal verwechselbar.”
Stefan Pfeiffer, IBM Deutschland
“Derzeit nehme ich sehr viel Negativberichterstattung zum Netz wahr. Es wird gewarnt, gewarnt, gewarnt … Und die positiven Möglichkeiten fallen hinten runter. Ich glaube wir brauchen vor allem Aufklärung und Ausbildung für die Anwender im Umgang mit dem Netz. Im Unternehmen können hier Social Media Guidelines helfen. Nicht im Sinne von Vorschriften sondern Hilfestellung.”
Gerald Hensel, Neue Digitale / Razorfish
“Ich persönlich mag ja Definitionen. Eigentlich könnte man meinen, dass ich deshalb auch Manifeste mag, aber tatsächlich glaube ich, dass es sich hier fast immer um PR-Vehikel dreht. Ausnahmen bestätigen bekanntlich auch hier die Regel: Das Cluetrain Manifesto ist ein inhaltlicher Meilenstein in der Industrie und sollte von jedem gelesen werden. Dass aber Hinz und Kunz 10 unbelegte und normalerweise mässig argumentierte Thesen neu übertiteln und das dann ein Manifest nennen, finde ich eher ziemlich peinlich. ”
Spot On!
Manifeste können initiieren, revolutionieren und zum Umdenken anregen. Ja, ich unterschreibe “Slow Media” – erscheint notwendig ohne Personal Web Manager. Ja, “Cost-Per-Thousand Dialogues” klingt spannend. Doch kommt nicht “Cost-Per-Unique User” zuerst? Ja, Publisher brauchen eine effizientere Vermarktung, aber gleich ein Manifest kreieren und dann als Selbstzweck zu vermarkten? Ich weiß nicht…
Natürlich interessiert mich Eure Meinung! Lasst Eurem Geist freien Lauf zum diesem Thema Manifeste. Vielleicht entsteht ja so ein neues z.B. Social Web Manifest, mit Nachhaltigkeit – welches auch in 10 Jahren noch so glänzt, wie das Cluetrain Manifest heute.
Social Micro-Payment: Flattr = Paid Trend mit Zukunft?
12.02.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Webstrategie
Die meisten meiner Follower und Fans werden mitbekommen haben, daß mir die Verwirklichung des Paid Service Gedankens sehr am Herzen liegt. Es wird Zeit, daß sich auch wertvoller Content vermarkten lässt.
Aber bitte nicht die Diskussion um Paid Content, sondern weiterhin zukünftig bei Paid Service bleiben. Was die Verlage nun über Jahre nicht geschafft haben, will nun Peter Sunde schaffen – Gründer von The Pirate Bay. Sein Projekt heißt Flattr.
Flattr ist ein Social Micro-Payment Vision, die bisher noch nicht am Gedankenstart war. Aber sicherlich nicht nur den Micro-Content Anbietern gefallen dürfte…
Flattr läuft in der Beta und man kann sich als Content Anbieter um einen Account bewerben – Email Adresse abgeben genügt. Gleich vorweg: Reich wird man damit nicht!
Wie funktioniert Flattr?
Der Internetnutzer zahlt einen fixen monatlichen Obulus. Wer die Seite eines Content-Anbieters besucht, findet neben den Inhalten einen Flattr-Button. Wenn der Inhalt gefällt, wird geklickt. Am Monatsende werden die Klicks des Nutzers gezählt und der eingespielte Betrag entsprechend dann unter allen Empfängern anteilsmäßig verteilt.
Spot On!
Die Idee klingt gut. Der Teufel steckt in der Umsetzung und die hat es in sich. “Every month the Flattr User pays a small fee.” Wer bezahlt denn da eigentlich? Eine Vorauszahlung für Content, den ich vielleicht gar nicht bekomme oder konsumiere? Soll das eine Art Donation-System sein? Hmmm, ist das ein gangbarer Ansatz?
Und dann mag ich gar nicht ausdenken, wie sich das auf die positiven Kommentare in Blogs und RTs auswirkt. “Hey, ich hab schon bezahlt. Lassen wir das mit dem RT oder Kommentar mal…”
Oder liege ich mit meiner Sichtweise falsch…? Nochmal die Idee ist irgendwie cool, aber auch bis zu Ende gedacht?
Das ist der Gipfel – Copycat als Trendsetter?
03.02.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Offlinewelt 1.0, Sales
Was ist eine Business-Partnerschaft heute noch wert? Welche Nachhaltigkeit haben Partnerschaften zwischen Unternehmen im heutigen schnellebigen Wettbewerb um Kunden? Was interessieren manche Firmen ihre Business-Partner von gestern? Ein paar Fragen, die mir heute durch den Kopf gingen, als mir diese Anzeige eines Event-Veranstalters vor die Augen kam (siehe Foto unten links).
Aufgrund des Layouts und der textlichen Gestaltung fühlt sich der Interessent an das Trendforum (Flyer 2009, Foto rechts) erinnert. Die Veranstaltung Trendforum des Management Forums Starnberg in Zusammenarbeit mit der Verlagsgruppe Handelsblatt würde in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feiern. Da ich in den letzten beiden Jahren Partner des Trendforums war und deren Leitlinien der Veranstaltung kenne, habe ich natürlich der Anzeige Aufmerksamkeit geschenkt.
Doch es stellte sich heraus, daß es dabei gar nicht um das Trendforum geht, sondern um den Trendgipfel?!
Neupositionierung? Umorientierung? Umbenennung? Oder Präventivschlag? Offensichtlich Letzteres! Es ist eine Trend-Veranstaltung, die irgendwie als Copycat daherkommt. Ist das nun trendy?
Die Veranstaltungspromo gipfelt darin, daß eine der Veranstaltungspartner des ehemaligen Trendforums einen Alleingang macht: die Verlagsgruppe Handelsblatt. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als ob das Management Forum Starnberg weiterhin Partner ist – dem ist aber nicht so. Die Partnerschaft zwischen den Veranstaltern wurde letztes Jahr gekündigt seitens des Verlages. Jetzt ist klar warum.
Der ehemalige Businesspartner des Trendforums und dessen Ideengeber Frau Wiedmaier, Geschäftsführerin des Management Forum Starnberg, wurde nicht informiert. Der Titel wurde kurzerhand geändert. Die URL beihalten und “umgelenkt”. Das Layout und Design ist ebenfalls nahezu unverändert. Ein richtiges neues Logo ist nicht erkennbar. Einfach mal schnell bemerkt (siehe Post-It Kommentar rechts), daß der Event “Dieses Jahr im Juni” stattfindet. Obwohl es bisher noch gar keinen Trendgipfel gab?!
Das Trendforum wird es aber auch weiterhin geben – geplant ist es für den 23. und 24. November 2010.
Ist das nun der Gipfel oder ein cleverer Schachzug?
Spot On!
Das Konzept des Trendgipfels wendet sich an “Vorstände, Geschäftsführer, Marketing- und Vertriebsleiter”. Befassen die sich wirklich Marketing- und Vertriebsleiter mit den Trends der Zukunft? Oder sind das nicht eher die Unternehmesleitung, strategische Planungstellen und Trend- und Innovations-Management, die bisher durch das Trendforum addressiert wurden?
Manchmal wundert man sich über die Strategien der führenden deutschen Verlagswelt. Und auch über deren “Sateliten-Business”, welches das Unternehmens als Trendsetter erscheinen lassen soll. Und man frägt sich, welches Grundverständnis heutigen Business-Partnerschaften zugrunde liegt.
Is e-meeting a trend or the future?
27.01.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Sales
While some signs suggest the economy is stabilizing and the global recession might find an ending, the majority of business travel managers will be looking for alternatives to travel that can be enabled by technology in the future.
A recent survey “2010 Corporate-Travel Spend Plans & Tactics,” conducted by Kotler Marketing Group, in conjunction with the Association of Corporate Travel Executives (ACTE) provides a detailed analysis of enterprise travel spend plans versus the growing use of electronic alternatives (e.g. web- and video-conferencing) to offset travel.
- 55% of respondents would rely on electronic alternatives more in the future in order to reduce travel expenses.
- More than 40% said their organizations are replacing sales-related travel with conferencing in coming years.
- However, web and video conferencing were not rated as “usually effective” means in accomplishing the goals of their meetings.
Another interesting result of a study by the Palm Springs Desert Resort Communities Convention and Visitors Authority shows that desert hotels lost an estimated $30 million in convention and meetings travel from late 2008 through May.
Now, we might argue and ask the question if executives refrain from going on planes the way they did in the past. And we might ask if spending money for big conferences is ‘out’. So, will department kick-offs with nice trips to the US (or some other interesting places worldwide) be a thing of the past in some years?
Spot On!
Some years ago, one of my partners said: “Can I insert my Miles&More card in our new video conferencing system?” What sounds funny to us has more impact than most of top management members might think. Traveling is a personality statement for a lot of managers. It is also about gestures, mimic, sensual perception, hand-shaking and all that which makes more impression on our business contacts and our deals than some stockholders might think when looking at their shareholder value. Meaning, companies will face a conflict in terms of cost savings and probably embrace the trend of the new technology. Nevertheless, businesses will be trying out alternatives to traveling for meetings with web- or video conferencing. In my opinion meetings need to happen in real life more frequently than online.
Do meetings not have a deeper meaning for business? What is your perception about the effectiveness of these new meeting technologies as travel replacements?
News Update – Best of the Day
25.01.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Daily Top 3
It sounds unbelievable but a study by the Kaiser Family Foundation states that the average young American spends every waking minute — except for the time in school — using a smart phone, computer, television or other electronic device. Those ages 8 to 18 spend more than 7 1/2 hours a day with such devices. One hour more than five years ago, when the study was last conducted. And the results does take into account the hour and a half they are texting, or the half-hour they talk on their cell phones.
Social Media trends for business in 2010? Almost all bloggers have written their social media business input and predictions for companies in 2010. Jeremiah Owyang sees four trends – understandable and with the right focus on customers. Take your time for the post…
Sometimes things seem to be worse than they appear to you. And sometimes, they have just a funny turning point like this commercial by Nolan’s cheddar.
2010: Online ROI – a challenge for companies
13.01.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie English Content, Webstrategie
The solution to the following question is complex: How should companies measure online ROI in future? In times of display, affiliate and search advertising the measure of success has been kept very simple. Page impressions, clicks, leads, sales – that was it. With the evolution of social media the topic of online measurement has become more complex.
In the Pre-Web 2.0 era, there was a formula that has put everything else into the shadows. It was based on the clic. Obviously still many CMOs see this as the crucial measurement factor of their online activities. The click was considered the basis of the digital marketing manifesto.
The formula of the previous online ROI went something like this…
Page impressions and clicks to convert click-through rate that generates leads and ultimately (hopefully) sales.
And this formula also corresponded to the value in the online marketing of cost-per-mile (CMP), cost-per-click (CPC), cost-per-lead (CPL), cost-per-sale (CPO). Simple, clear, pragmatic.
Marketers were satisfied, the sales man less (mostly) due to inferior leads and associated fluctuating revenues. There was a lack of transparency. The management is considered to be overstretched. 2010 everything will be different.
In 2009, the main German association for publishers and buyers, the IVW, killed the power of the page impression, the visit is the ‘Golden Surfer’ from now on. An English study by the Online Publishers Association (OPA) is following suit and strengthens the effectiveness of the ’silent click’ and the value of the context.
Moreover Eyeblaster invents, and especially Dean Donaldson promotes this, the Dwell Time. Efficiency measurement of web activity becomes a challenge for companies. And if we take it to the top companies do need an eye-movement study to measure the time-based attention, the way we know it from the print era (similar to copy-test).
Another challenge is that there are numerous social media activities added, and here we are looking for a reliable measurement method to justify the expenses. In Germany the Association of Social Media and Social Media is quickly introducing a new currency: share of voice or share of buzz. A conceptually coherent model , but in practice is questionable in its feasibility, management and marketing relevance. A similar measure as the CTR won’t be found in the social media industry, probably still for a long time. Probably not even 2010…
Let’s illustrate the complexity of measuring social media ROI at a viral campaign, the buzz generated by social media coverage and results. Previously, the click was relevant. It was a unique short-term assessment without measurement of long-term effect. With the ended of the campaign the measurement time was over. Whether the click came from the desired target group of bookers ranked in it’s relevance secondary.
In a viral campaign, however, due to the target-transparency, the question of efficiency measurement is completely different. All these values are quite different in context and only win in their semantic and concluding statement its relevance for the advertiser.
Questions arise such as …
How much time commitment gives the user his social activities and the commitment to the company?
How do I rate detailed comments on blogs, micro-blogs or social networks?
How to evaluate an Re-Tweet in this context?
From whom are the comments and actions coming?
How does buzz spread via this person and to whom?
How relevant is the target audience about the distribution for the advertisers?
How to integrate ratings in the measurement methog on video- or evaluation platforms?
What about the statements that I can not even see, because a front door at Social Networks is obstructing my access to the results?
Without individual-subjective definion of measuring units, each company, every Social Media ROI measurement is worthless, and social media marketing measurement fortiori. The metric must be defined in the relevant context of the desired outcome best possible – in other words the individual needs of the corporate strategy or intention of each social media activity has to be adjusted from case to case. Increase in visits to the website? Generation of Fans or Followers? Couponing on a community? Knowledge on brand confessions obtained? Or actually generate online sales?
Each profile of an active social median, its social graph, in its sustainability and its recommended value of inside and outside “of his” social community has different weight. Determine where the true relevant measurement is the responsibility of the advertiser. At the Webcific I have called the new monetary views as “cost-per-commitment” to provide the relativity of the word in question and to make clear the relevance of the word, but for the future.
Commitment begins with the communication to customers and does not stop when clients order at the company’s shop. However, maintaining the commitment of campaign spending via email or traditional online activities still is essential. As customers loyalty runs outside the social media spheres, too. Defining commitment as a measure of social media may be based different on the company blog than on Facebook or Twitter.
A crucial factor in the social web is always forgotten: Traditional marketing campaigns have a beginning and an end. That’s when Social Web communication starts…
The CPI formula in times of social web might be …
Reach and engagement convert to social activities that lead to multipliers, and (probably generate) revenues from sales.
The future of online ROI measurement should be driven on the basis of how much communication output must a company deliver through a variety of social media, until the customers brand promise is gaining credibility and creates customer communications. This leads to commitment, which I have just referred to as “social activities” that need to be defined. They are the drivers of the talks for the multiplication of messages from the public relations, marketing and sales department.
Spot On!
Measuring the Social Web ROI is a long term process. Metrics from shares, posts, comments, ratings or Tweets replace the old click-metric. For the new metrics remain the web’s property, thanks to social search integration. Communication is dynamic and it may be that the pure bookmark result of yesterday, generates many social activities and conversations tomorrow.
Who dominates social communication that generates brand-vangelist peers (as I always like to call it). From anonymous platforms users become now fans, followers, blog readers and community members. They all have names that are transparent, a huge advantage of today’s web-talks. In the decisive moment, when they start participating in the discussing companies can find important multipliers of the message of a brand or a company, and therefore define important parameters. But companies should remember that communication can take place anywhere and adjust according to their web strategy. This modern weaving culture should incorporate engagement metrics or policies between sales and marketing. Otherwise, the effort of monitoring, measuring, analyzing is worth nothing, and will not meet the result of the challenge of 2010.
The Strategy Web – going mobile on an iphone app
12.01.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie English Content, Mobile Business
The mobile iphone app trend can be heard all over the bloggosphere. We all know the future is mobile and people want to read their preferred social medians on the go. And some web-experts have launched their own iPhone app lately. The Strategy Web (download in iTunes) went mobile with the start of this year 2010 as well…
Two of my favorite web-experts Jeremiah Owyang and Seth Goddin started their iPhone app more or less at the same time. And they all can be read every day, for free. You just have to download it on your iPhone!
Jeremiah and I have chosen the nice developer guys from MotherApp to get our personal version of a real iphone app. It took the guys just one short week to get the app live on iTunes. And this is not only a mobile version of our blog without heavy graphic load in the back-end. This is a true iPhone app with native Apple interface which includes the integration of all the main relevant social media platforms of my social web strategy (except from Facebook): Blog, Twitter and YouTube.

Above: screenshot of the app start page and latest blog update

Above: screenshot of a post page, YouTube channel, and the Twitter timeline.
MotherApp offers an interesting way to get your brand and content mobile. Even if there is no internet connection the content can be read as it is downloaded. Good work!
Two further iPhone apps I woul dlike to recommend. Take a look at Guy Kawasaki and Brian Solis (he even has integrated location-based features).
This is still an early stages version. Two negative things that will hopefully improve in the future: Brands need a developer to create the iPhone app and only my comments can be seen – not really social web world, I know. But hey, who is perfect…?!
Let me know what you think. Looking forward to your feedback.
News Update – Best of the Day
08.01.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Daily Top 3
What happens when you ask SMB’s on their social media usage?. Here is the answer: A report interviewed 1,000 small business owners with fewer than 100 employees and wanted to know their attitudes and marketing plans for 2010. The key findings…
31% don’t use social media because their customers don’t use social media.
29% don’t have the time or staff available to do it properly (a well-know problem)
52% plan to devote more resources to cause marketing in 2010.
H&M finds itself in the social media critics after it came out that they are destroying and discarding clothes that they cannot sell. The official H&M Facebook page is quite successful and has nearly 1.5 mio fans. It will be interesting to see how they react and what social media experts will be telling them to do – and how they are working around this “social media storm”. Here are some tips for companies…
Trying to find a retrospective for 2009 was a challenge. But I finally found this great video by Rob Cottingham, looking back at 2009 in doodles…
News Update – Best of the Day
06.01.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Daily Top 3
German publishers in the marketing arena were the first to monetize their Twitter timeline (cpm = 30-40 cents in B2B!!!). Now, it seems to become a common trend amongst news companies and publishers: paid tweets. The only question is how to monetize the tweets. Is the measurement “cost-per-follower” (cpf) the right definition? And what is a thousand followers worth – 1 or 5 US dollars – B2B or B2C)? I doubt, this is a good start for a positive monetization future – unless we want to face the same game without a future or “positive” ROI that the display industry is fighting for years. Sarah Jaferi wrote an interesting summary on the monetization options with Twitter which needs to be mentioned.
What makes a blog really successful? Lucy Langdon thinks it is the engagement people put into it. She wrote a remarkable list and explanation on 50 examples of great blog engagement. And I agree with her… Most of the blogs are really excellent and in my RSS reader…
The new Google Chrome commercial is definitely one of the most creative ideas from the end of the year 2009 – and my start for the commercial season 2010.
Webstrategie 2010 – Gedanken zum Jahreswechsel
19.12.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Webstrategie
Die Frage wurde mir in 2009 ein paar Mal gestellt und ich hab mich entschlossen, jetzt doch ein paar Worte zu schreiben. Der Jahreswechsel steht an, alle schreiben ihre Vorhersagungen für 2010 – selbst der Hausmeister schreibt mir mit Jahresgrüßen, worauf wir uns 2010 bei der Mülltrennung einstellen dürfen. Vorhersagungen gibt es bei The Strategy Web keine – es kommt eh alles anders als wir denken.
Die Frage meiner Kunden lautet:
“Worauf sollen wir denn im nächsten bei unserer Webstrategie achten?”
Ein Punkt vorweg: Die Internet-Marketing-Strategie ist nicht ihre Webstrategie – Webstrategie ist Businessstrategie!
Hier also meine Gedanken, die sie als Basis für ihre Webstrategie anstellen können, um mit ihrer Internet-Marketing Strategie erfolgreicher zu sein.
Die Webseite
Für viele Unternehmen ist die Webseite die zentrale Schaltstelle, an der sich Mitarbeiter orientieren, Partner Kooperationsmöglichkeiten evaluieren und mit der Kunden mit dem Unternehmen in Kontakt treten. Gerade im Zuge der Social Web Bewegung übersehen Business-Entscheider ihre Bedeutung. Man will überall sein, betreibt das (noch) Herzstück nur noch halbherzig und verliert hier potentielle Leads und zählbare Umsätze. Um eine optimierte Nutzbarkeit und “Zugangsperfektion” zu gewährleisten, sollten sie intern bei den Mitarbeiter und extern über einen Drittanbieter eine Usability-Studie durchführen (lassen).
Lassen sie Mitarbeiter und potentielle Kunden rund 8-10 Fragen zum Look-and-Fell, Navigation und Usability beantworten. Und scheuen sie sich nicht, dies online wie offline (audio/video) zu machen. Der Vergleichstest zwischen alter Webseite und der nach einem Relaunch (A/B Test) sollte einen klaren Upside bei den Business KPI’s und dem Online ROI hervorbringen. Und das nicht nur kurzfristig…
Das/Die Blog/s
Wenn sie noch nicht bloggen, sollten sie damit anfangen. Die Benefits sind vielfältig: Community-Building, Assoziation mit Themen rund um ihr Business, Positionierung einer Vorreiterschaft, Offene Echtzeit-Kundenkommunikation und… SEO-Effizienz. Die Chance von organischer Suche zu profitieren, ist mit einem Blog höher als mit einer klassischen Webseite, aufgrund inhaltlicher Genauigkeit, relevanter Aktualität und der interaktiven Dialogs. Prämisse: Der Blogaufwand muß auch der organischen Suche gerecht werden.
SEM/SEO
Wer im eigenen “Webhaus” sitzt, sucht dort seltenst. Haben sie schonmal nach ihren Keywörter durch externe Personen suchen lassen? Oder Kunden ihre SEM/SEO Taktiken nachvollziehen lassen? Oft ist es angenehm und kostengünstig, die Aufgabe selbst zu übernehmen. Ob man dabei aber neuen Input oder Ideen zu neuen Ansätzen bekommt? Der externe Einblick offeriert die Sinnhaftigkeitsüberprüfung ihrer Vorgehensweise – die so richtig wie falsch sein kann. Einen Test ist es definitiv wert, oder?
Email-Marketing
Fast alle Unternehmen haben ihre Prozesse und vergessen dabei den Kunden, der das Unternehmen “beim Wort nimmt”. Das fängt an beim ordentlichen Umgang mit Mailing-Datenbanken, ansprechenden Überschriften, inhaltlicher Aussage, etc. Oft wird dem Tag oder der Uhrzeit der Aussendung wenig Aufmerksamkeit geschenkt – ein bitterer Fehler. Manchmal kann eine Kampagne an einem Tag schlechter ausfallen als am anderen, obwohl das Mailing und die Liste identisch ist. Kurze Zusammenfassungen am Anfang sind hilfreich und teasern erfolgreiche Inhalte vergangener Kampagnen.
Social Media
Social Networks wie Facebook, Twitter, XING oder LinkedIn sind derzeit sehr populär. Auch ihre Kunden sind dort und investieren viel Zeit darin. Sei es, weil man sich als Fan oder Follower einer Marke, eines Produktes oder eines Services bekennt und zu erkennen gibt, oder weil man auf ein Schäppchen hofft, oder kollaborieren will mit dem Hersteller, oder nach besserem Kundenservice sucht. ‘Lernen und Empfehlen’ sind die Treiber des Social Web, ein großes Plus für wache Unternehmen und Marken. Hören sie hin, ob und wo ihre Kunden sind, sprechen sie an und ja: Sie dürfen noch Fehler machen… Nobody is perfect. Aber hören sie auf, Monologe zu führen (gerade im Social Web).
Social PR
PR Releases gehören zwar noch dazu – effizienter ist Social PR. Platzieren Sie ihre Pressemitteilungen bei populären Blogs oder bei im Page Rank hochwertigen sowie generell stark verlinkten Seiten. Eine noch viel zu wenig genutzte Taktik, vor allem im Produkt Marketing. Wie wenig Firmen nutzen die Chance, einfach mal ein Produkt oder Gadget zu platzieren (Backlinks!). Es bringt Traffic und zieht Medien Anfragen nach sich, um sich als Vordenker oder Experte zu plazieren. Etwaige Effekte zugunsten der Auffindbarkeit ihres Businesses, der Produkte und Services bei Suchergebnissen mal ganz außen vor gelassen. Vergessen sie nicht, daß die Echtzeit-Suche kommt – nutzen sie dies als Wettbewerbsvorsprung…
Display Werbung
Die gute alte Banner- oder Text-Ad Kampagne hat noch lange nicht ausgedient – aber sie gehört in ihrer Anspruchsdenke bei Marketiers reformiert. Wer eine Branding-Kampagne startet, darf keine Leads erwarten. Und eine Lead-Kampagne braucht ein Call-To-Action mit Benefit für den Kunden. “Hier klicken für mehr Infos…” ist zu wenig. Dazu braucht der User keine Aufforderung. Dazu sollte das Creative bereits anregen. Und noch etwas: Banner- und Search-Marketing ergänzen sich; ersetzen können sie sich gegenseitig nicht.
Online Kunden-Service
Angefangen bei Kampagnen Landing Pages über die klassische Kontaktseite bis hin zum Twitter-Account: Was im Echtzeit-Web zählt ist die Reaktionszeit. Zwischenzeitliche Tests, die ich mit Kollegen und Freunden ab und zu durchführe, zeigen hier unfassbare Ergebnisse. Manche Großunternehmen haben offensichtlich keine CRM-Policy (oder leben diese nicht), oder sie ignorieren ihre Kunden im Gedanken an die Massen(umsätze). Aber mit dem Social Web kann sich diese Welt schnell verändern. Auch hier hilft A/B Testing hervorragend und ist zwingend von Nöten. Nur so bleibt die CRM Strategie aktuell und sie haben auch zukünftig ihr Ohr am Kunden. Denn am Schluß bestimmt der Kunde, ob er mit ihrem Online Angebot umgehen will, oder nicht.
Web-Analyse
Viele Marketiers tracken ihre Webergebnisse und machen auch ihre Analysen, manche werden sogar Benchmarks haben. Diese Benchmarks dürften sich 2010 verschieben, da sich die Intensität und Länge der Aufmerksamkeit zugunsten des Brands und der Produkte neuen Einflüssen aus dem Social Web weichen dürften. Wo man früher den Click und dem Visit die Hoheit gönnte, rückt auf einmal die soziale Koversion in den Vordergrund, die soziale Aktivität der Kunden. Und die kann sich in Gesprächen, Ratings, Reviews oder Kommentaren zeigen. Metriken werden sich verädern und Benchmarks werden überdacht werden. Und so werden Dollars aus reaktivem Sales entstehen – eine vollkommen neue Form des Kundendialogs.
Webstrategie ist eine Herausforderung, die 2010 aufgrund der spannenden und schnellen Entwicklung des Web weiterhin faszinierend sein wird. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei ihren Bemühungen und der Weiterentwicklung ihrer Businessstrategie.




