Die 3-Säulen-Strategie: Erst Marke, dann Mensch, oder andersrum?

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Credits: Pixelio

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Nachhaltigkeit in Social Media fordert Unternehmen

Social Media hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem neuen Element im Mix der Unternehmens-Kommunikation etabliert. Unternehmen und Agenturen erkennen zunehmend mehr Chancen, die ein Social Media Engagement bietet. Sei es in der Marketingkommunikation, in der PR, im Vertrieb, HR oder Sales. Über die neuen Möglichkeiten wird nicht nur diskutiert, es finden sich immer mehr Unternehmen, die Social Media in mindestens einem Bereich installieren. Auch wenn sich viele Engagements noch in der Versuchsphase befinden, so ist bereits zu erkennen, dass Unternehmen Social Media ernster nehmen als noch vor einigen Monaten.

Viele Unternehmen lagern ihr Social Media Engagement an Agenturen aus, bei anderen werden neue Abteilungen und Verantwortlichkeiten geschaffen. Von Social Media Beratern, Social Media Managern und Evangelisten ist die Rede. So manche versuchen, auch eine Hybrid-Funktion aus traditioneller Jobbeschreibung und „soziale Zusatzaufgabe“ zu erschaffen.

Social Media Verantwortliche erhalten weitreichende Verantwortlichkeiten, die es in dieser Form selten vorher im Unternehmen gab. Sie können meist ohne vorherige Abstimmungen über das Unternehmen im Netz sprechen. Sie werden zur Stimme, zum Gesicht, zum Aushängeschild. Doch was passiert mit dem Engagement, wenn Social Media Verantwortliche das Unternehmen verlassen? Verlieren Social Media Aktivitäten damit ein „Gesicht“, eine „Stimme“ im Netz?

Social Media sollte unserer Meinung nach daher immer auf drei Säulen aufgebaut sein, um es nachhaltig im Unternehmen zu verankern. Ob die Konzentration auf eine Person vorteilhaft, bzw. das Auslagern der Aktivitäten auf Agenturen sinnvoll ist, steht hierbei als Frage im Mittelpunkt.

Marken (statt Personen): “Vermenschlichung durch Authentizität der Personen”, oder kann die Marke das selbst?

Social Media soll authentisch sein, transparent und dialogorientiert. Um diese Bedingungen erfüllen zu können, bedarf es nicht nur einer Strategie, sondern Menschen, die eine Marke leben können und der Marke im Netz eine Stimme verleihen, die Unternehmenswerte vermittelt. Oftmals ist die Stimme eine Person, die auf Kommentare, Retweets etc. reagiert. Dieser Mensch verleiht der Stimme im Netz einen eigenen Charakter. Wie reagiert die Stimme auf Kommentare? Wie geht sie mit Followern um? Inwieweit lässt sie sich auf einen Dialog ein? Natürlich kann man versuchen, alle Maßnahmen genauestens zu konzipieren, Social Media ist aber schnell, schneller als jedes Konzeptpapier. Und zu viel Konzeption schadet dem Engagement, sowie der Authentizität. Also muss ein Unternehmen nicht nur auf eine Person setzen, sondern auf die Vermenschlichung der Marke.

Organisationskultur: Mehrere Personen im Unternehmen stützen den Social Media Auftritt

Social Media Aktivitäten sollten niemals auf eine Person fokussiert werden, sondern immer mehrere Personen aus verschiedenen Abteilungen einbinden. Im Idealfall gibt es einen Markenauftritt im Social Web, der von verschiedenen Personen betreut wird, die wiederum selbst aktiv als Person auftreten können. In der Kombination Marke / Person können vielerlei Synergien entstehen, die den Auftritt als Ganzes ,als “unternehmerische Menschheit”, stützen. Fällt eine Person aus, können die Maßnahmen schnell vom Social-Media-Team übernommen werden, ohne dass ein Bruch in der Transparenz der Kommunikation zu befürchten ist. Besonders in Urlaubszeiten scheint das Problem der Verlagerung bzw. des Management von Social-Media-Aktivitäten durchaus brisant zu sein. Wir hören bereits von mehreren Seiten, dass aufgrund der Umsetzung von nur einer Person hier ein eklatantes Problem entstehen kann. Denn eines ist gewiss: Auch Social Media Betreuer brauchen eine Auszeit.

Automatisierte Prozesse, oder… Das perfekte Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik

In der beobachtenden Analyse setzen viele Unternehmen bereits erfolgreich auf Social-Media-Monitoring-Tools, die wertvolle Ergebnisse zu Tage bringen. Die Reaktion selbst auf bestimmte Anlässe wird aber immer noch vom Mensch bestimmt, definiert, organisiert und orchestriert. An dieser Stelle sollte unserer Meinung nach, automatisierte Prozesse Unterstützung leisten, wie dies zum Beispiel auch Online-Marketing bereits erfolgreich eingesetzt wird. Dank Targeting, Frequency Capping oder dynamischen Updates werden Online-Kampagnen schnell optimiert und damit auch erfolgreich. Für Social Media sind solche automatisierten Prozesse zwingend zur Entlastung und taktischen Optimierung notwendig und dienen der Unterstützung der Verantwortlichen. Sie lassen Social Media auch langfristig ein wertvolles Instrument der Kundenbindung zu werden.

Spot On!
Diese 3-Säulen-Strategie soll Unternehmens- und Abteilungsverantwortlichen einen Denkansatz beim Einsatz und der Optimierung von Social Media im Unternehmen liefern. Der sinnvolle Einsatz von Social Media Entschleunigung im Unternehmen (Slow Media Manifest) sowie produktivitätssteigernde Wex-Experten in Unternehmen (Personal Web Manager) sind hierbei zukunftsweisende Visionen für eine effiziente soziale Online-Unternehmenskultur. Denn nur, wenn wir sinnvoll mit unserer Zeit umzugehen lernen, kann eine 3-Säulen-Strategie das Social Media Engagement eines Unternehmens unterstützen und sich im Sinne der Wertschöpfungseffizienz manifestieren und dieser sinnvoll nützlich sein.

Über die Autoren…
Für die Idee zu diesem Post haben Heike Bedrich und ich die Köpfe auf dem Internet World Kongress zusammengesteckt. Uns hat die 3-Säulen-Strategie gefallen und ist unserer Überzeugung nach, ein guter Schritt für Unternehmen in eine erfolgreiche Social Media Welt.

Heike Bedrich ist seit vielen Jahren in der PR- und Marketing-Welt zu Hause. 1998 gründete sie mit Talisman ihre eigene Agentur für Kommunikation und Imagebildung. Sie betreut Kunden aus der IT- und Medienszene und hat sich auf die Themen PR, PR 2.0, Corporate Communications und Online Reputation Management spezialisiert.

Studie: Social Web Nutzung am Arbeitsplatz steigt

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Social Media am Arbeitsplatz bereitet vielen Unternehmen Sorgen hinsichtlich der Produktivität und Ertragssteigerung. Eine neue Studie zeigt nun, daß zum einen immer mehr Mitarbeiter auf das Web während der Arbeitszeit zugreifen und gerade in Deutschland die Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz in letzter Zeit steigt.

Die Studie von Trendmiro, die in den Länder USA, UK, Deutschland and Japan 1.600 Einwohner befragte, zeigt, daß die Social Web Nutzung am Arbeitsplatz in den letzten beiden Jahren im Schnitt von 19% auf 24% gestiegen ist. Die Frage stellt sich vielen Unternehmen hierbei, inwieweit es das Business nach vorne bringt oder ob die Firmen lediglich Zeit und Geld verlieren. Nur zu gerne würde man mal in die Bilanzen sehen…

Leider kommt die Studie nicht zu einem Ergebnis, womit der Zuwachs der Nutzung zusammenhängt. Nun kann man sich aus der Historie der Webnutzung mal überlegen, wie es dazu gekommen sein könnte. Vor Jahren haben sich Firmen wenig Gedanken darum gemacht, wie oder warum die Mitarbeiter den Zugang zum Web nutzen. Das Web galt als Informationsmedium, weniger als Medium zum Kommunikationsaustausch. Das ist natürlich heute dank Social Media und Networks anders, denn viele nutzen die Netzwerke als erweiterte CRM Tools. Und für viele Menschen hängen ganz alltägliche Arbeitsprozesse davon ab. Man denke nur an den Vertriebler, der hier neue Kontakte knüpfen kann.

Unternehmen argumentieren gerne in Richtung Sicherheitsrisiken -vor allem die IT-Führung-, die mit der Social Web Nutzung am Arbeitsplatz verbunden sind, um das Thema Produktivitätsverlust zu umgehen. Bedenklich stimmt natürlich, wenn laut Studie mehr als 50% der Befragten angeben, daß sie ihren persönlichen Interessen und nicht unbedingt zu Arbeitszwecken browsen oder über 30% sagen, daß sie während der Arbeitszeit private Onlineeinkäufe erledigen.

Die Folge: Zugänge zu sozialen Kanälen werden unternehmensseitig gesperrt oder überwacht, wenn das Projekt-Management oder die IT zunehmende Social Web Engagement feststellen. Business Socializing entfällt dann, oder muß auf den Abend verlegt werden.

Spot On!
Ein Aspekt wird in meinen Augen in dieser Diskussion aber oft aus den Augen verloren. Firmen sind die Treiber der Social Media Nutzung in der Zukunft, wenn sie mit immer neuen Aktionen um die Aufmerksamkeit der Menschen buhlen (der klassische Kampagnenansatz tut sein Nötigstes). Wenn Unternehmen die Nutzung von Social Media zulassen und einem gemeinnützigen Unternehmensziel anheim stellen, so ist die Nutzung am Arbeitsplatz nie negativ zu sehen. Ein Beispiel: Wenn Mitarbeiter sich in einer Gruppe eines Social Netzwerks Inspiration holen für neue Marketingideen, Salesaktivitäten oder ähnlichem, und sich kommunikativ engagieren, so gilt es für die Leiter der Abteilung oder des Unternehmens eher darum, die wertvollen Informationen zu filtern, zu sammeln und den kollektiven Zugang zu organisieren sowie den Austauschs zu fördern. Ermöglichen die Verantwortlichen diesen Schritt, so hat Social Media am Arbeitsplatz ganz schnell seine Berechtigung.

Es würde mich interessieren, wie ihr darüber denkt. Wie sollten Firmen mit der Social Media Nutzung am Arbeitsplatz zukünftig umgehen? Wie und warum überlappen sich Social Media Nutzung und Arbeitszeit?

Social Media Strategie: Berater lieben sie, Firmen fehlt sie (meist)

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Es ist vermutlich eines der beliebtesten Schlagwörter der letzten Monate: Social Media Strategie. Und auch wenn jeder Berater sie anders definiert, die Begeisterung dafür wächst. Und auch die Notwendigkeit dafür dringt bei Unternehmen langsam durch. Doch den meisten Firmen fehlt immer noch ein strategischer Plan für den Einsatz von Social Media, was eine Befragung jetzt belegt.

Es verwundert einen, und doch auch wieder nicht: das Ergebnisse einer aktuellen Befragung von Digital Brand Expressions. Bei der Befragung sagten 78% der Marketing-Entscheider, daß ihr Unternehmen soziale Medien wie Facebook und Twitter für ihre Zwecke nutzen. Dennoch gaben nur 41% an, dass sie ihrem Engagement im sozialen Web eine elaborierte Strategie für die Kommunikation mit Partner und Kunden zugrunde legen.

Von den Firmen, die eine Social Media Strategie haben, setzen 94% die soziale Kommunikation für Marketingaktivitäten ein und 71% sehen die Verantwortung für Social Media in der Marketing-Abteilung des Unternehmens.

71% der Firmen, die eine Social Media Plan haben, nutzen die modernen sozialen Medien für ihre PR-Aktivitäten. 55% haben die Erhöhung der Absatzzahlen mit dem Salesteam im Visier. Das Thema Employer Branding züngelt dagegen noch auf kleiner Flamme. Nur 16% setzen die sozialen Medien im Bereich Human Resources für ihr Rekruiting ein. Interessanterweise ordnen auch 10% ihrer IT-Abteilung diese Aufgabe zu. Ob die IT-Abteilung nun aber zu den kommunikationstarken Abteilungen gehört, werden sicherlich andere Experten diskutieren.

Welche taktischen Bestandteile haben Marketing-Entscheider in ihren Social Media Plan eingebaut.

Grundsätzlich stimmen die Zahlen einen bedenklich und zeigen ein altes Unternehmensproblem: Umsätze sollen schnell fließen, aber ein langfristiger Strategieplan fehlt. Von den Unternehmen, die keinen Plan für Social Media haben, sehen 88% die Wichtigkeit eines unternehmensweiten Planes für Social Media. Seltsam mutet es dann an, daß trotz der Einsicht der Notwendigkeit, Maßnahmen ergreifen zu müssen, sich der Aktionismus darin spiegelt. Als Gründe, die eine Firma davor abhalten, strategische Maßnahmen zu ergreifen, vermuten die Studienmacher das Fehlen eines ganzheitlichen Planungsprozesses in Unternehmen.

Vielleicht wird Social Media aber auch wie um die Jahrtausendwende als “Kommunikations-Testballon” gesehen. Bei einer durchschnittlichen Budgetverteilung von 4% für Social Media -laut einer aktuellen Razorfish Studie- erscheint dies wie die Vorgehensweise der Unternehmen und ihrer Marketingabteilungen mit dem Thema Onlinewerbung damals.

Spot On!
Obwohl 80% der Führungskräfte soziale Medien nutzen, lassen diese für die Strategie eines Unternehmens Verantwortlichen trotz ihres eigenen Online-Handelns, keine planerischen Konsequenz ihrer persönlichen Web-Nutzung folgen.

Ist das derzeit verwunderlich? Wohl weniger. Gerade abteilungsübergreifenden Planungsprozesse werden in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fälschlicherweise von Abteilungsleitern wenig Bedeutung beigemessen. Es zählt der schnelle Dollar. Social Media, als eine solche Unternehmensabteilungen übergreifende Kommunikations-Disziplin, erfordert allerdings zwingend die Aufstellung, Abstimmung, Angleichung und Optimierung von Social Media Aktivitäten. Und das ist ein stetig wachsender Prozess – aber der braucht eben Weile.

Zumindest, wenn man die transparente Kommunikation mit dem Kunden, Partner und Mitarbeiter einer kollektiven Meinungsbildung zugunsten positiver Reputationsbildung (und Umsätze) nicht vorenthalten will. Und man Synergien zwischen Abteilungen nutzen und zweckfreie Content Redundanzen vermieden will – bei gleichzeitiger Optimierung der vorhanden Resourcen. Ein Ziel, woran sich aber auch Berater langfristig beim Aufbau einer Social Media Strategie messen lassen müssen.

Meine Marken – Das Milka Bekenntnis

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In zahlreichen Gesprächen und Präsentationen mit Marketingverantwortlichen habe ich in den letzten Wochen die Bedeutung der Bekenntnisse von Prosumern zu Marken im Social Web zugunsten des Referenz-Marketing und des Buzz um die Marke hervorgehoben. Auch Facebook nutzt dieses neuzeitliche Phänomen mit Fanpages von Marken, um den Marken eine Plattform auf ihrer Plattform zu gewähren, wo sie die Markenbekenntnisse in der externen Community-Cloud zusammenführen und Erkenntnisse über Gespräche hinsichtlich der Marke generieren können.

Diesem Bekenntnistrend folgt auch die W&V-Online. Sie hat die Serie “Meine Marken” ins Leben gerufen. Dort bekennen sich Branchen-Promis wöchentlich zu ihren Lieblingsmarken. Stephan Vogel von Ogilvy fährt für TWIX auch nachts noch an die Tanke, Serviceplan-Geschäftsführer Ronald Focken eher für Kitkat. Weber Shandwick Deutschland Chefin Astrid von Rudloff zieht Ritter Sport der Yoghurette vor. Saatchi-Chef Michael Samak mag Überraschungseier und Werbeprofi Thomas Kock liebt Kinderschokolade.

Schokolade ist ein gutes Thema bei Markenbekentnissen. Dem will auch ich mich hier mal widmen. Denn heute bekenne ich mich zu einer meiner Marken: Milka Schokolade. “I love Milka”! Nein, nicht die Herzen oder andere Milka Marken-Derivate. Nur die Richtige, die einzig Wahre. Die Milka Alpenmilch-Schokolade (Vollmilch). So, jetzt ist es raus.

Aber warum?
Ganz einfach. Meine Frau kam auf die glorreiche Idee, unserer Küche mehr Farbe zu verleihen. Und nun ratet mal welche… Richtig: Lila! Nein, kein Witz. Das Foto kann bezeugen, daß meine Frau wahrlich “milka-lila” gewählt hat. Ob sie das nun getan hat, damit ich mich endlich zur Marke bekenne, oder weil “Flieder” als Farbe gerade trendy ist. Ich weiß es nicht. Vermutlich eher, weil ich mir “Milka Schokolade wie Brot” einverleibe, wie sie meint. Und da könne ich mich auch endlich zu meiner Schoko-Lieblingsmarke bekennen.

Die Wand ist schön geworden. Die Küche ein kulinarischer Wohntraum sozusagen. Es werden noch zwei Designer-Barhocker gekauft (aus Gründen des Markenbekenntnisses vermutlich in weiß…). Dennoch wirkt die Wand und die Küche unvollständig.

Was fehlt?
Der Milka Schriftzug und natürlich der angemessene Schokoladenvorrat an Milka Vollmilch Tafeln.

Kraft Foods, bitte macht Social Media Monitoring. Denn auf das Social Web scheint sich das Unternehmen noch nicht so richtig einzulassen. Auch wenn es schon zahlreiche Bekenntnisse zu Milka auf Facebook gibt. Die offizielle Fanpage fehlt noch. Ebenso wie ein Twitter, YouTube oder ähnliche Social Media Engagements. Offensichtlich hat Kraft die Daten der Bekenner lieber incognito im eigenen Kuhstall statt publik in der Cloud. Die Gemeinde der Milka-Fans trifft sich derzeit in der Kuh-munity. Muß ich jetzt da noch Mitglied werden? Ich hab mich ja öffentlich zur Marke bekannt… Mehr Bekenntnis geht nicht, oder?

Das Social Web – eine dreiteilige Webinar-Reihe

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In dieser dreiteiligen Webinarreihe wird der Fokus auf der Beziehung zwischen dem Web als Kommunikationskanal der Zukunft und Social Media als modernem Tool für Kundenbeziehungs-Management liegen.

Das Social Web wird in den nächsten Jahren zahlreiche Veränderungen innerhalb der Unternehmen als auch im Umgang mit Kunden hervorrufen. Um den verschiedenen Abteilungsleiter innerhalb eines Unternehmens einen Eindruck zu vermitteln, inwieweit ihr Bereich davon betroffen ist, wurde die Webinar-Reihe in drei Bereiche aufgeteilt: Sales & Marketing, Human Resources/Personalwesen und Unternehmensführung.

Die Webinar-Reihe wird unter dem Motto stehen…
“Das Unternehmen haben früher Executives geleitet. Morgen wird es der Kunde sein…”

14. Mai 2010
Verkaufsförderung mit modernen Sales- und Marketingstrategien

11. Juni 2010
Employer 3.0 – Online Reputation, Personal Branding und Produktivität

18. Juni 2010
Unternehmensführung – Vergessen Sie die große Sorge um den Kontrollverlust!

Die Vorträge dauern eine Stunde. Teilnehmer haben danach noch 30 Minuten Zeit, Fragen zu stellen. Alle drei Webinare beginnen um 11 Uhr.

Es steht eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung. Anmelden können Sie sich derzeit noch hier.

Report: Was bedeutet Information im Jahr 2015?

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Es ist ein faszinierender Report mit dem Titel “Information 2015 – Reforming the paradigm“, den Accenture da veröffentlicht hat. Das Thema ist aber nicht umsonst ein Accenture sehr nahe stehender Aspekt. Schließlich hat man in Indien das Innovation Center for Information Management und sich somit dem dem Thema Information Management verschrieben. Für die Studie hat Accenture mit der deutschen Trendagentur Z-punkt kooperiert.

Die Haupterkenntnisse werden in vier Szenarien zusammengefasst…

- Hoch-performante Unternehmen analysieren Produktivitätsdaten über Status und Vorgänge in der physischen und sozialen Welt, welche durch Sensoren und das ‘Internet der Dinge’ generiert wird.

- Social Software in andere Platformen und mobile Endgeräte integriert werden sowie sich in der physische Welt verbreiten (Augmented Social Workspace – der zukünftige Arbeitsplatz).

- Erfolgreiche Unternehmen in 2015 werden ein Netzwerk aus Experten bilden, und somit eine Angebotspalette an Kunden- und Business-Intelligenz, Vertrauenswürdigkeit und Echtzeit offerieren (Von SaaS zu Platform as a Service zu Experts as a Service)

- Persönliche Entscheidungsmaschinen werden die Fähigkeit von Firmen dramatisch verbessern, Konzepte zu erstellen und schnell und transparent Lösungen zu entwickeln (Personal Web Manager als Hybrid-Modell zwischen Mensch und Maschine?)

Spot On!
Es ist manchmal faszinierend, mit welchen Visionen die “große” Strategieberater aufwarten. Und liest man sich die Vorhersagen durch, vergleicht sie mit den angebotenen Beispielen aus 2005, so wird schnell klar, was möglich gewesen wäre, wenn man die heutigen Optionen vor fünf Jahren gehabt hätte. Für mich die erschreckendste Vorstellung und größte Herausforderung ist das erste Szenario. Ist sie doch auf gewisse Art und Weise ein “Big Brother is Watching You Working” -Szenario. Da dürften Betriebsräte in Deutschland Alarm schlagen. Erinnert an das IBM JamCamp und Gedanken hierzu…

Was haltet Ihr von den Accenture-Szenarien und wie realistisch seht Ihr sie?

Im Kommentar Social Media Newsroom promoten

03.05.2010 von  
Kategorie Social Media

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Es freut mich immer wieder, wenn meine User mir mit Kommentaren interessanten und neuen Input liefern.

Manchmal überlegt man, wie man jetzt auf einen Kommentar reagieren soll. Da mir das in nachfolgendem Beispiel schon mehrfach so gegangen ist, brauche ich mal Input von meinen Usern und Social Media Experten.

Das Beispiel des Kommentars bezieht sich auf das Phänomen der Promotion eigener Social Media Newsroom. Und die Frage ist, ob und wenn ja, wie man auf diesen Kommentarfall reagieren und eingehen soll.

Dem Verfasser möchte ich für die ausführlichen Infos danken. Ein wahrlich interessanter und diskussionwürdiger Ansatz, den die DVAG da fährt und der mir bisher unbekannt war. Dort werden wahrlich alle sozialen Medien als Kommunikations-Channel bespielt.

Nun aber eine grundsätzliche Diskussion hierzu…

Inwieweit sind Blogs dazu da, seine unternehmerischen Botschaften und klassischen PR aktivitäten in aller Ausführlichkeit dazustellen und zu platzieren?

Wäre der Hinweis auf den Social Media Newsroom genug gewesen, indem ich EINEN Link setze? Wenn ja, wo setze ich diesen Link: Bei der Angabe meiner Daten (Name, Email und Webadresse) oder erst im Text oder an beiden Stellen?

Ein Social Media Newsroom sollte alle Verlinkungen in die soziale Web-Welt in sich bergen. So kann jeder Web-User sehen, was das Unternehmen im Social Web so macht.

Sieht man sich die Seite der DVAG an, so ist das auch der Fall. Und dieser Lin wurde ja auch angegeben. Nur ist mir unklar, ob man dann die anderen Link ebenfalls benötigt (Gefahr des “Linkschleuder-Ansatzes”)?! Sollte man trotzdem alle Social Seiten einzeln auflisten?

Wäre es ein gutes Vorgehen gewesen, mal via eine Business Networks wie XING oder LinkedIn die Konversation mit mir zu suchen und auf die Präsenzen hinzuweisen?

Diese Fragen gingen mir durch den Kopf als ich kommentieren wollte. Der kommentar wäre zu lange geworden. Dieser Post kam zustande…

Ich denke, es hilft allen, wenn wir hier mal Feedback sammeln. Freue mich auf Eure Meinungen…

Top-Banken nähern sich Social Web langsam

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Es ist eine Weile her, daß ich über Deutsche Top-Banken zu Social Media und Web 2.0 geschrieben habe. Und in den letzten Wochen wurde mehrfach die Frage aufgeworfen, ob hierzu nicht mal ein Update notwendig wäre. Gute Idee meiner User – machen wir!

Nun könnte man annehmen, daß nach der Finanzkrise in 2009 bei Banken vermutlich ganz andere Prioritäten auf der Liste der Verantwortlichen stehen. Aber da gerade jetzt Vertrauensbildung Not tut, entdecken auch die Banken die Möglichkeiten des Social Web. Und wie man sich strategisch geschickt als Bank im Social Web ins Gespräch bringen kann, hat Mashable kürzlich mit einer guten Zusammenstellung der verschiedener Social Media Optionen und Cases des amerikanischen Marktes gezeigt.

Dieser Post soll nun den deutschen Markt durchleuchten. Methode: Eigene Recherche, ohne die Hilfe der PR-Exeperten aus den Bankhäusern. Schließlich sind wir Kunde und wollen uns den Markt selbst erkunden.

Deutsche Bank
Die Deutsche Bank hat wahrlich einen erstaunlichen Aktionismus hingelegt in den letzten Monaten. Alle aktiven sozialen Kommunikationsstränge bekommt der Kunde als eigene Sub-Seite innerhalb des Webauftrittes angeboten. Von diversen Social Networks wie Facebook, YouTube, Twitter bis hin zu RSS Feeds ist alles übersichtlich dargestellt. Die Deutsche Bank hat aber nicht nur einen Account in den Netzwerken sondern bei den meisten gleich mehrere mit klarer Zielausrichtung (Investement, Karriere oder auch Corporate Communication) bei der Kundenadressierung.

Kundenadressierung? Ja, von Kommunikation kann noch wenig die Rede sein, eher von klassischem PR Broadcasting. Twitter Accounts sind mit Facebook 1:1 verbunden und es sieht aus, als füttere lediglich der RSS-Feed der Presse- und/oder Marcomabteilung die Accounts inhaltlich. Klassische Push-Kommunikation in meinen Augen, da meist mit Webinaren, PR-Meldungen und Promotions mehr die Leadgenerierung im Vordergrund steht.

Da manche Accounts allerdings noch jung sind und wenige Follower haben, bleibt abzuwarten, wie sich der Umgang mit den modernen Medien etabliert. Auf jeden Fall hat die Deutsche Bank das Ohr nah am Markt und bereitet die Kunden auf zukünftige Banken-Trends vor: “Nach Schätzungen der Deutschen Bank werden bis zum Jahr 2011 weltweit bis zu 150 Millionen Menschen ihre Bankgeschäfte online und mobil tätigen.” Eine gute Idee, gleich einen Ratgeber anzubieten: “Sicherheit beim Mobile Banking”.

Dresdner Bank
Eine schnelle Recherche eröffnet einem, daß anscheinend an einem Corporate Twitter Account und an einem Corporate Facebook Account gearbeitet wird. Und auch die Investoren-Riege Dresdner Kleinwort der Unternehmensgruppe hat sich auf Facebook schonmal einen “sozialen Anfang” eingerichtet. Die sozialen Aktivitäten der übernommende Commerzbank AG hat vor kurzem erst Armin Cremerius beleuchtet. Die Dresdner Bank öffnet sich langsam (ganz langsam) auf den Weg zur sozialen Webkundschaft.

HypoVereinsbank – UniCredit
Stilles Twitter-Monitoring? Der Sparkasse hört man jedenfalls schonmal fleissig zu, wenn man sich die Following-Accounts ansieht.

Interessante Erkenntnis war für mich, daß bei YouTube die Branded Accounts offensichtlich nicht wie bei Facebook in die Markenhoheit der Unternehmen migrieren oder für diese freigehalten werden. Wenn man sich mal den HypoVereinsbank Account ansieht. Ob das für die Marke so dienlich ist…?

Bei meiner Recherche fand ich als erstes Googleergebnis eine Stelle als “Praktikant/in für Projekt im Bereich Social Media / Web 2.0 / Employer Branding”. Eine Praktikantenstelle für eine Person, die Internet-Trends erkennen soll? Eine tolle Herausforderung? Oder unterschätzt man angesichts der Job-Beschreibung nicht ein wenig die Macht des “Web 2.0″?

Die HypoVereinsbank nutzt offensichtlich die Kraft von Social Media zur Markeninszenierung, wie sich beim HypoVereinsbank-Lego-Tower-Event über Facebook zeigt. Kommunikation mit den Kunden kann im Social Web auch so entstehen – allerdings mit fragwürdiger Nachhaltigkeit und auf klassischem Marketing- oder PR-Kampagnenlevel. Ist die Aktion vorbei, kommt der Facebook Account zum Stillstand.

Sparkasse
Die Sparkasse zeigt aufgrund ihrer Unternehmensstruktur vor allem regionales soziales Web-Engagement. Die Sparkassen Holstein und Pforzheim Calw twittern schon fleißig. Letztere haben sogar schon Facebook für sich entdeckt. Die Nürnberger haben sogar ein Weblog, welches von Mitarbeitern der Sparkasse Nürnberg geschrieben wird und “offen und ehrlich über verschiedene Themen, z.B. Finanzen, Ausbildung, Gesundheit im Beruf und vieles mehr diskutieren”.

Die Sparkasse Berlin integriert Facebook zur Marketingunterstützung beim aktuellen Konzept “Giro Challenge 2010″. Eine gute Idee, die zum Mitmachen anregt und auf einem interessanten Konzept für Jugendliche basiert. Gut auch der Brückenschlag der Synergieerzeugung mit der Hautpstadtseite Berlin.de, die die Kandidatensuche ausschrieb.

Der Corporate Twitter Account ist eher ein erweitertes Sales-Promotionstool wie man derzeit am Beispiel der Autokredit-Aktion mit Gebrauchtwagen.de ersehen kann. Der übergreifende Youtube Channel der Sparkasse und auch der DEKA Investment Unternehmensbereich vorwiegend auf die eigenen Werbespots zurückgreift, wobei letzterer auch schon kleine Ansätze von informativem Web-TV liefert.

Generell wirken die Accounts noch wenig lebendig und wird selten aktualisiert.

West LB
Man könnte wahrlich sagen, im Westen nichts Neues. Wenn bei Google mein Post zu Social Media und Web 2.0 in Verbindung zur WestLB immernoch als erstes Ergebnis angezeigt wird, dann steht dort offensichtlich Social Media nicht auf der Tagesordnung und ist auch weiterhin kein Bestandteil der webstrategischen Planung.

Spot On!
Vielleicht machen die Banken ja ordentliches Social Media Monitoring. Dann wird sich in den Kommentaren sicherlich bald eine Antwort auf einige Fragen finden. Grundsätzlich fällt auf, daß die populären Social Networks gerne als verlängerter Marketingkanal gesehen werden und sehr kampagnengetriebenen Einsatz erfahren.

Ansonsten muss man mal feststellen, daß Social Media selbst in einer größeren Studie zur Bank 2015 nicht einmal erwähnt wird. Verwundert es da, daß einige Banken sich die Kundenkommunikation nach traditionellem Vorbild genehmigen und stärker auf ihre Kernkompetenzen Beratung und Vertrieb konzentrieren sowie strategisch wenig relevante Bereiche outsourcen?

Ob Social Media wohl zukünftig im Kundengeschäft des Bankenwesens eine Rolle spielt? Und ob Social-Banking auf Facebook bald zum Alltag gehört, darf man trotz einer verheissungsvollen Steria Mummert Consulting Studie wohl eher anzweifeln.

Unerklärlich bleibt mir, warum das Thema Blogs wenig Anklang bei Top-Banken findet. Obwohl doch selbst die Deutsche Bank in ihren Marktforschungsbemühungen das Wirkungspotential bereits vor Jahren erkannt hat. Aber vielleicht habe ich die auch übersehen…? Wer weiß…

PS: Danke an Brandflow für ein paar Links zum Post.

Deutsche wollen keine Promi-Testimonials in Werbung

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Die Deutschen stehen nicht (mehr?) auf VIP-Testimonials in der Werbung. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und das Marktforschungsunternehmen Toluna hat 1500 Bundesbürger befragt.

Das Ergebnis ist eindeutig: Nahezu vier von fünf Deutschen wollen keine Werbung mit Promi-Testimonials mehr sehen, und 76% der Bundesbürger lassen sich nach eigener Einschätzung ohnehin nicht von Promi-Werbung beeinflussen.

Verwundert das? Wohl die wenigsten… Der Promi hat dabei nichts anderes im Sinn als den besten Deal zu machen. Ob die Marke zur Person passt, glaubwürdig rüberkommt und authentisch wirkt, ist dabei wohl eher zweitrangig. Zahlt die Marke den entsprechenden Auftritt, steht der Promi parat. Der Kunde weiß das und schaltet seine Aufmerksamkeit ab.

Ein paar Beispiele der Studie…
Mike Krüger, der Jahre für den Hagebau-Markt parat stand (31% wussten das), hat den Mitbewerb ebenso profitieren lassen. Ein Viertel der Befragten ging davon aus, Krüger sei für Hornbach oder Obi Testimonial als Werbepartner unterwegs.

56% der Befragten konnten Dieter Bohlen nicht einmal korrekten Margarine-Marke „Becel pro-activ” in Verbindung bringen. Noch schlimmer ist, wenn das Produkt eines Wettbewerbers dabei ins Spiel kommt oder der „Pop-Titan” gar nicht als Margarine Werbe-Testimonial gesehen wird.

Heidi Klum haben weniger als ein Fünftel der Befragten als Volkswagen-Testimonial wahrgenommen. Obwohl der prominente Ehemann Seal ihr noch in der Werbung zur Seite stand.

Zeugt das von einer erfolgversprechenden Werbehochzeit…?

Spot On!
Für Markentreue ist dem Konsumenten Authentizität und Glaubwürdigkeit in der Werbung entscheidend. Nur wer durch ehrliche Bekenntnisse auf sich aufmerksam macht, ist für die Wirkung der Marke auf den Konsumenten effizient. Man darf sich die Frage stellen, ob das zukünftig -vor allem im Social Web- eher mit Menschen “wie Du und Ich” dargestellt und erzeugt werden kann. Für mich liegt die Zukunft der Testimonial-Werbung im Empfehlungsmarketing mittels Social-Testimonials in Form von eigenen Bekannten, Freunden und Peers. Wer hierauf setzt und neue Wege geht, verhindert den schnellen Markenwechsel zu Mitbewebern und schafft Vertrauensbildung in seine Marke.

Lotus JamCamp 2010 – Gedanken zu(m) BarCamp(s)…

26.04.2010 von  
Kategorie Visionen

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Das Lotus JamCamp war für mich ein sehr inspirierender Eintages-Gedankenaustausch, auch wenn die Veranstaltung zwei Tage ging. Teilweise erreichte mich die professionell organisierte Veranstaltung (IBM Standard eben…) mit positiven, teilweise mit kritischen Einblicken in ein modernes Enterprise 2.0 Offline-Brainstorming.

Der Input der Beteiligten war allemal wertvoll und damit mal mein dank an die Organisatoren.

Vor allem der Vortrag ‘Strategie am Limit – Studienergebnisse zum Kulturraum Internet’ von Frank Schomburg, verdeutlichte eindringlich den Kulturwandel, der zwar in die Gesellschaft eindringt, aber für Unternehmen und ihre Entscheider eine große Herausforderung für die kommenden Jahre darstellt. Die Wertepräferenz der Digital Residents nach mehr Eigenverantwortung und veränderten Unternehmens-Spielregeln versus der die traditionelle Norm wahrenden Unternehmensführer der Digital Visitors steht noch an einem Scheideweg. Die ideologische Zusammenführung wird wohl noch ein paar Jahre dauern dürfte. Was über Jahrzehnte als bewährt galt, lässt sich nunmal nicht in einem Jahrzehnt reformieren.

Eine beruhigende Erkenntnis war, daß die Unterschiede in der Wertediskussion zwischen Digital Natives und Digital Residents (zumindest bei ‘heavy usern’ – Basis der Studienbefragten) keine Altersproblematik in sich birgt. Zeigt es doch, daß Offenheit ein Umdenken ermöglicht. Der Beteiligungs Boom im Social Web geht dennoch erst langsam richtig los und mit ihm verschiebt sich die Macht auf die Anbieterseite. Unternehmen sollten vor der glimmenden Lunte der Netzwerkresonanz Vorsorge treffen, so der Rat vom Schomburg. Er resumierte, daß der Erfolgsfaktor der Unternehmen in der Fahigkeit liege, zwischen Netzwerk und Hierarchie zu wechseln (schön illustriert am Beispiel des Chaos-Pendels).

Eine wichtige Bemerkung von Dr. Peter Schütt, Leiter Knowledge Management IBM Software Group EMEA, aus seinem Vortrag “Führen im Enterprise 2.0″ sei hierbei nicht unerwähnt. Beim Thema Crowdscourcing und Ergebnisfindung weist er auf eine feinen Unterscheidung zu James Surowiecki hin, der sich mit meiner Erkenntnis deckt. Letztendlich entscheide nicht der Mittelwert der Masse, sondern es gilt die “Leuchttürme in den Crowds zu identifizieren, um die Weisheit der Masse zu erkennen”.

Barcamp als Eventmodus
Allerdings sind für mich, offen gesagt, Barcamps bzw. Open Space Offline Sharings mit Businessfokus immernoch nicht unbedingt in meinen persönlichen Arbeitsalltag übergegangen. Das hat verschiedene Gründe (Feedback an IBM)…

Zeit ist eines unserer wertvollsten Güter für die und in der Zukunft. Als Als Familienvater hat man auch im Zeitalter des Social Web seine Verpflichtungen und seine Wertevorstellung von Zeit für die Familie – früher sagte man mal Wochenende. Wenn BarCamps am Wochenende stattfinden, brigt das Konfliktpotential für Communities wie den heimischen Familienrat oder auch den auf dem Camp zahlreich angesprochene Betriebsrat.

Wenn es ein Business-Event ist und trotzdem BarCamp Charakter hat, kann es ruhig unter der Woche stattfinden. Ob es dann nun als BarCamp tituliert wird, oder nicht, ist zweitrangig für die obigen Communities. Der Austausch des Input bringt den Erfolg der Veranstaltung. Bekommt die Veranstaltung zusätzlich noch einen inhaltlich und organisatorisch-traditionellen Eventtag, so birgt es allerdings die Gefahr, daß Teilnehmer dem offiziellen Tag zuviel Aufmerksamkeit widmen könnten.

Die Location Ehningen als Standpunkt halte ich auch weiterhin für sehr sinnvoll. Ehningen ist die Basis des Unternehmens IBM (in Deutschland) und ein klares Bekenntnis zum gelebten Kulturwandel. Große Unternehmen wie IBM müssen den Geist und die Inspiration der modernen Event-Kommunikationsformate anderen Großunternehmen vorleben. Eine Auslagerung würde den Anschein erwecken, daß das Format nicht von der Unternehmsführung anerkannt wird.

Entscheidend für die positive Infizierung weiterer Unternehmen “Pro Social-Web” ist es sicherlich, mehr Business-Entscheider als Listener für eine solche Veranstaltung zu gewinnen. Da das Format den Eindruck eines traditionellen Club-Charakters (“Aktionismus ist gefragt”) erweckt, kann das gerade diese Personen davon abhalten, sich die Zeit zu nehmen. Und, wer nicht firm ist, will sich nicht mit einem Beitrag die Blöse geben… schon gar nicht als Top-Entscheider.

Spot On!
Mein Beitrag “Karriere der Zukunft – Zwischen Personal Branding und Produktivität” wurde eingehend diskutiert. Die anschließende Diskussion drehte sich um den Gedanken des unbezahlten Zweitjobs, den zeitlichen Aufwand, Monetarisierung und die Vision des Personal Web Managers als gangbares Hilfsmodel zum täglichen Aufwand, den das Social Web im Business fordert. Mein vorangegangener Gedankenaustausch mit Dr. Peter Schütt beim Mittagessen und der Besuch seines Vortrages zeigte mir zahlreiche gemeinsame Strategie-Denkansätze. Vor allem die Erkenntnis der Zerstreuung der Mitarbeiteraufmerksamkeit durch Soziale Medien und die damit notwenidge Refokussierung von Resourcen durch das Management deckte sich: “Führen bedeutet heute immer mehr, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter zu lenken”.

PS: Hätte man auch enden können… ‘im Sinne des Unternehmensauftrages zu inspirieren’?

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