Studie: Twitter bei deutschen Jugendlichen unpopulär
15.04.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Social Media
Sie lieben SchülerVZ, Facebook, MySpace oder studiVZ – aber Twitter läuft bei der Web 2.0 Bewegung den Jugendlichen noch hinterher. Dies zeigt eine aktuelle, nicht repräsentative Studie aus Deutschland hinsichtlich neuer Trends bei der Webnutzung von Jugendlichen. Die Nutzung von Social Networks und Instant Messenger-Software steht im Vordergrund.
Eine aktuelle Online-Studie des Jugendreise-Veranstalters RUF Jugendreisen mit über 3400 jugendlichen
Teilnehmern zwischen 11 und 21 Jahren zeigt, daß bei mehr als 90% der deutschen Jugendlichen der Micro-Blogging Dienst Twitter unbekannt ist.
Zur Kommunikation genutzt werden von den meisten Jugendlichen im Internet ICQ, MSN und schülerVZ. Lediglich ein Prozent der Befragten nutzen laut der Befragung mit dem Micro-Blogging Dienst Twitter.
“Dass Twitter bisher überhaupt nicht bei den deutschen Jugendlichen angekommen ist, hat uns sehr erstaunt“, sagt Dirk Föste, Vertriebsleiter bei RUF Jugendreisen. “Wir hatten angenommen, dass die Kids als erstes auf den Zug aufspringen und Twitter vom Kommunikationsbedürfnis der jungen Leute profitiert“, so Föste.
Die Ergebnisse der Studie sollen in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.
Spot On!
Interessant wäre es, diese Befragung mal aus dem Blickwinkel zu betrachten, warum Twittern Erwachsene überhaupt? Was ist die Motivation? Selbstdarstellung? Der Drang, Medienmacher sein zu wollen? Community Building für eigene Projekte? Bei mehr als 200 Followern ist das Folgen eh schon schweirig- und wenn die Jugendlichen die Zeit dafür nicht haben, warum sollten berufstätige Erwachsene diese haben?
Krise? Wer in Marketing investiert, bleibt im Rennen
27.02.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Marketing
Eine Diskussion mit einem Staffelstöckchen loszutreten, wie es Frank Bärmann mit dem KMU Marketing Blog getan hat, erinnert an Olympia, an Wettbewerb und an Ehrgeiz. Und bei Olympia fällt mir ein: Ohne Moos, nix los – ohne Einsatz, kein Gewinn!
Böse Zungen nannten solche ‘Bärmannschen Aktionen’ früher Schneeball-System, oder? Heute verkauft man den Trend nun schöner und positiver: Word-Of-Mouth Marketing, nicht? Ja, ein Glas kann schnell mal ‘halb voll oder halb leer’ gesehen werden. Egal, es hat gewirkt… und auch die Wirtschaftskrise ist eine Definitionssache.
Ist Marketing nun eine Taktik gegen die Krise? Budgets streichen oder nicht – das ist hier die Frage?
Die Nachrichten sprechen stündlich von der Wirtschaftkrise, die Medien haben eine Schlagzeile … und schießen sich damit selbst ins Knie. Denn in Krisenzeiten bekommen Menschen Angst und lassen den Staffelstab fallen, der sie im Rennen hält und schalten keine Werbung mehr. Sie trauen sich nicht mehr weiterzurennen, an Luxus wie Mediawerbung zu denken und zaudern bei der Plattformauswahl, um am Schluß den Euro in der Tasche zu lassen.
Bei der letzten sogenanten ‘Internet-Bubble’ haben sich in der IT Industrie genau die Firmen in die richtige Ausgangsstellung gebracht, die sich nicht irritieren ließen von negativen Schlagzeilen. Sie haben zum positiven Denken aufgerufen und die Lust zum Kauf toller Produkte mit ihren Kampagnen adressiert.
Inzwischen ist ‘Geiz ist geil’ reformiert zu ‘Wir hassen teuer’. Noch besser wäre doch gewesen, wenn die Werbung geklungen hätte nach: ‘Wir lieben preiswert!’ Denn… Viele Leistungen im Internet sind ihren Preis wert, haben einen ‘Mehr-wert’ als früher die Printanzeige. Auch Marketing ist seinen Preis wert, wenn man herunterbricht, warum (Zielerreichung), wieso (Vertriebsunterstützung) und wofür (Awareness-Generierung) man es ausgibt. Und jetzt drehen wir das mal um…
Trotz sogenannter Wirtschaftskrise wissen Sie…
… wofür Ihre wichtigsten Stakeholder, die Kunden, ihr Business lieben?
… wieso ihre Kampagnen funktionieren, und der Sales sie liebt?
… warum ihre Ziele so gewachsen sind?
Dann sehen Sie positiv in die Zukunft und innvestieren sie weiterhin in effizientes Marketing. Marketing ist seinen Preis wert und auch ‘kostenloses’ Social Media Marketing und PR-Aktionen über Facebook, Twitter oder sonstige Tools haben einen Mehrwert.
Nichts ist für Kunden ein besserer authentischer Beweis als in die Marke, die Kundenbindung und den Kundenservice zu investieren. Marketing ist der Staffelstab für die Kundengewinnung. Sonst sagen die Kunden der Marke ganz schnell selbst den Mitbewerb an (siehe Photoshop Wettbewerb).
Denn nur so bleiben Sie im Rennen und dürfen überhaupt einen Staffelstab im Mitbewerbskampf halten.
PS: Für Medien gilt übrigens dasselbe: Positive Geschichten zu schreiben, ist eine Reformation der PR-Landschaft. Vielleicht sollte man mal in eine Organisation zur Rettung des Positivismus investieren… meinen Segen und eine Budgetzusage gäbe es sofort.
Den Staffelstab übernommen habe ich von Wolfgang Heinrich und gebe diesen weiter an David Nelles (ethority), Karsten Füllhaas und Christian Schmidt (media-treff).
PS: Lasst den Staffelstab auf keinen Fall fallen!
Studie: Vertriebsstrategie ist aggressiv
18.02.2009 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Sales
Krise hin oder her. Der Vertrieb setzt auch Angriff. Eine aktuelle Studie unter 15.000 Vertriebsfachleuten durch Xenagos geht der Frage nach, wie Unternehmen von der Vertriebsseite dem Konjunktureinbruch begegnen. Die Studienergebnisse verdeutlichen dabei die aggressive Strategie des Vertriebs der Unternehmen.
Über 70% der befragten Vertriebsexperten geht es 2009 um die Gewinnung von Marktanteilen. Besonders aggressiv zeigt sich die Dienstleistungsbranche, in der sogar über 75% eine Angriffsstrategie bestätigen. Nur 26% verfolgen eine Verteidigungsstrategie, bei der die Sicherung von Marktanteile im Vordergrund steht.
„Der Vertrieb weiß, dass 2009 ein schwieriges Jahr mit großen Herausforderungen wird“, sagt dazu Christopher Funk, der Geschäftsführer von Xenagos. „Einerseits sinkt die Nachfrage in vielen Bereichen und andererseits wird erwartet, in einem schwierigen Markt zusätzliches Geschäft und neue Kunden zu akquirieren. Unternehmen, die sich in der Krise wegducken, könnten allerdings an deren Ende feststellen, dass aggressive Wettbewerber weitaus stärker dastehen als zuvor.“
Interessant ist dabei die unterschiedliche Einschätzung zwischen Führung und Teammitgliedern in den Vertriebsteams. Unter den Führungskräften schätzen rund 65% die Strategie ihres Unternehmens als aggressiv ein. Bei den Vertriebsmitarbeitern im Feld hingegen sind es 10% mehr.
Spot On!
Der Vertrieb steht wie immer ‘top down’ unter Druck. Der Druck aus dem Markt spiegelt sich laut der Studie auch im Managementverhalten der Vertriebsführung. Stellt sich die Frage, ob es hier auch andere Ansätze gibt? Denn, wie wir alle aus Management-Trainings wissen: Druck erzeugt Gegendruck und ist erfahrungsgemäß selten zielführend. Ist Druck dennoch der einzig funktionierende Führungsmechanismus oder gibt es auch andere ‘Motivationsstrategien’ für die Vertriebmitarbeiter?
Wochenrückblick: Webstrategie, Internetstrategie, Onlinestrategie
07.12.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Web Strategy
- Alle Welt frägt sich, wie sich Microsoft im Mittbewerb mit Google schlägt – vor allem nachdem nun die zukünftig Taktik von Google bekannt ist. Google baut die Marktführerschaft bei Suchmaschinen täglich weiter aus, jedoch ist Microsoft finanziell in der Lage, sich durch Zukäufe zu verstärken (ssiehe Yahoo gebot von rund 40 Millarden Dollar). Gleichzeitig kann Microsoft seine erfolgreichen Software-Produkte, die für rund ein Drittel des Umsatzes sorgen, fit fürs Web machen. stern.de bringt einen guten Überblick des Zwischenstands hinsichtlich der Webstrategie bei Microsoft.
- Bei Neckermann schmeißt die Führungsiege hin und das Management stellt ich zukünftig mit einem Häuptling mehr auf. Hatte eben das ‘Dreierteam’ Lenz, Waack und Dopf noch eine neue Internetstrategie auf den Weg gebracht, wird jetzt wieder alles anders, schreibt FR-online.de.
- Nokia macht ‘mobil’ gegen Google. „Unsere digitalen Landkarten sind dynamisch. Wir zeigen den Nutzern, welche ihrer Freunde in der Nähe sind, und vieles mehr. Es ist nicht so fürchterlich statisch – wie die Google-Maps“, meint Anssi Vanjoki, der im Nokia-Vorstand unter anderem für Vertrieb, Produktion und Marketing zuständig ist. Über die Nokias Internetstrategie schreibt FAZ-online.
- Spacenet zeigt ein gutes Fallbeispiel ‘Power für Provider’ im ecommerce Magazin und zeigt den Impact der Provider auf die Webstrategie.
Auswirkungen von Social Media und Micro-Blogging auf Unternehmen
28.11.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Prosumer, Social Media
Wenn man sich mit Social Media und Microblogging beschäftigt, will man natürlich auch irgendwann mal die Mehrwerte für Unternehmen beleuchten. Dies lässt sich am besten daran festmachen, welche Auswirkungen Social Media auf Unternehmen und den Kunde (auch Prosumer) hat.
Die Entwicklung
Ging es früher für Unternehmen von einem blanken ‘Dasein’ im Web zu einer interaktiven kontakt-ermöglichenden Internet- und/oder E-Shoppingpräsenz, so wollen neuzeitliche Webaktivitäten den direkten Kontakt zu den (potentiellen) Kunden initiieren. Die Kunden sollen möglichst in die Social Media Aktivitäten wie Brand Communities, Micro-Blogging (wie Twitter, Friendfeed, etc.), Blogs, Social- und Business Networks (Facebook, XING oder LinkedIn) etc. eingebunden und nie mehr losgelassen werden.
Ärgerlicherweise gestalten sich diese Bemühungen aber immer schwieriger, denn der Aufwand des Mitbewerbs ist oft ebenso hoch und neue ‘konvergente’ Anbieter aus teilweise komplett anderen Branchen ringen zweifelsfrei genauso um die Gunst des Konsumenten. Und auch wenn der Konsument sich schon zum Prosumer entwickelt, hat auch dieser nur 24 Stunden am Tag, in der Regel einen Job, einen Freundeskreis, Hobbies und der Schlafmangel der Internetuser nimmt zu.
Die Strategie für Unternehmen dem Social Media und Micro-Blogging Trend zu folgen, muss also stimmig sein, damit der Prosumer nicht nur einen Nutzen sondern auch einen klaren Mehrwert hat, sowie idealerweise auch seine Interessen gebündelt wiederfindet. Es besteht allerdings auch die Gefahr sich in Social Media Aktivitäten zu verzetteln oder die Vorteile für das Unternehmen, dem Nutzen der Kunden oder den unternehmeerischen Zielen (Umsatz, Umsatz, Umsatz) nicht anzupassen. So kann sich ein Unternehmen mit vielen Blogs zwar toll im Web 2.0-Format darstellen, allerdings heißt das noch nicht, dass das Unternehmen einer erfolgreichen Zukunft entgegengeht (sie Beispiel General Motors).
Warum also sollten Unternehmen in Social Media investieren?
Finanzkrise, ‘schwächelnde’ Budgets, Ressourcenknappheit und chronische Überlastung der (meistens) Marketing-Verantwortlichen scheinen keinen Platz mehr zu lassen für Überlegungen hinsichtlich einer angestrebten Social Media Denke in den Unternehmen. Aus diesem Grund werden solche Aktivitäten fälschlicherweise erstmal als Projekt bei CMOs hinten angestellt und dem Daily Business Vorfahrt gewährt.
Social Media ist heutzutage nicht nur ein unterschätztes Potential für die Vertriebsmannschaft, sondern auch ein Rückschritt in der Unternehmenskommunikation und Webstrategie eines Unternehmens. Denn der Schlüssel einer erfolgreiche Unternehmenskommunikation basiert auf einem ausgewogenen Webmarketing.
Wie wirkt sich der Einsatz von Social Media auf Unternehmen aus?
Insgesamt fallen sechs Auswirkungen auf, die auf Unternehmen einen wertschöpfenden und effizienzsteigernden Input haben können – aber auch Gefahren bergen.
Der Multiplikator-Effekt
Social Media eröffnet Zugänge zu Interessenten, Kunden und Partnern und vervielfältigt die Informationsaufnahme und -vergabe sowie die Unternehmenskommunikation und das Brand.
Der Globalisierungs-Effekt
Die geografischen, mentalen und psychologischen Entfernungen zu Kunden werden aufgebrochen und ermöglichen eine glaubwürdige Kontaktaufnahme zur Zielgruppe.
Der Networking-Effekt
Die Vernetzung zwischen dem Unternehmen, Kunden, Interessenten und Partnern nimmt zu und eröffnet neue Märkte – siehe Cluetrain Manifest: Märkte sind Gespräche!
Der Qualitätsoptimierungs-/-sicherungs-Effekt
Die Qualität der Produkte und Services wird nicht aus interner Sicht verbessert, sondern aus Sicht des Marktes und der Abnehmer. Dies verhindert eine Produkt- und Entwicklungsstrategie, die sich am Markt ‘vorbeiläuft’.
Der Sales Funnel-Effekt
Menschen kaufen von Menschen: Die Vernetzung der Menschen untereinander erschließt dem Vertrieb (u.a. durch Mundpropaganda) ein nahezu unendliches Kunden-Potential.
Der ‘Vermenschlichungs’-Effekt
Unternehmen wirken auf Kunden über Jahrzehnte wie undurchdringliche Konstrukte, die nach vorgegebenen Strukturen funktionieren und denen mit menschlichen Gebärden nicht beigekommen werden kann. Dies ändert sich seit dem Social Media Trend: Kunden realisieren Menschen hinter dem ‘Werkeln’ und Aktionismus der Unternehmen.
Kann das Unternehmen die Social Media Effekte handeln?
Die vermutlich schwierigste Frage bei der Herangehensweise an eine Social Media Strategie, die je nach Auswirkung zu betrachten ist…
Der Multiplikator-Effekt
Grundsätzliche Frage ist natürlich, ob alle Ansprechpartner des Business auch wirklich das Web als Informationskanal nutzen – und auf welchem Aktivitätsstatus im Web sie sich bewegen. Es gibt zahlreiche Branchen, in denen das Web noch nicht die Kommunikations- und Kaufentscheidungs-Plattform No. 1 ist. Hier ergeben sich einmalige Chancen als Vorreiter diesen Weg zu beschreiten und als First-Mover den Informationsvorsprung auszubauen. Allerdings muss man hier auch in die Ressourcen (Zeit, Geld und externe/interne Arbeitskraft) investieren – egal ob Krisenzeiten oder nicht.
Der Globalisierungs-Effekt
Sind die Prozesse in den Ländern deckungsgleich, oder sprechen dezentrale Strukturen und Lokalisierungsproblematiken gegen ein globales Programm? Mentale oder psychologische Unterschiede zwischen Regionen müssen beachtet und gegebenenfalls angepasst werden. Auch wenn aus Kosten- oder Ressourcengründen eine zentrale Strategie angestrebt wird, können Unterschiede aufgrund menschlicher Faktoren in unterschiedlichen Ländern das genau Gegenteil von Erfolg erzielen. Beispiel: Wenn eine Firma eine weltweite Corporate Community eines Brands startet, aber dann nur Tipps anbietet, die in einem Land angewendet werden können, ist der Prosumer das letzte Mal virtuell vor Ort gewesen.
Der Networking-Effekt
Vernetzung ist Kommunikation und zieht Feedback nach sich: mal positiv, mal negativ. Will das Unternehmen überhaupt, dass sich die Kunden, User oder Partner vernetzen: Einkaufspolitik oder Preisverhandlungen können dagegen sprechen. Bietet meine Kommunikationskultur die Möglichkeit dieser Vernetzung nicht hilflos ausgeliefert zu sein? Hat das Unternehmen verantwortliche Ressourcen definiert, die sich mit dem Feedback beschäftigen? Frage über Fragen… Networking eröffnet viel, erfordert aber auch viel Kommunikation und damit Ressourcen.
Der Qualitätsoptimierungs-/-sicherungs-Effekt
Je mehr Feedback der Prosumer an das Unternehmen ‘liefert’, umso mehr Begehrlichkeiten werden geweckt und umso schneller muss sich das Unternehmen auch drehen und den Standards der Kunden (z.B. bei Themen wie Produktqualität und Lieferung) entsprechen. Werden nur Informationen abgesaugt und es folgt keine Veränderung, Optimierung oder Ideenannahme, wird der Prosumer sehr schnell dem Unternehmen und allen Social Media Aktivitäten den Rücken kehren.
Der Sales Funnel-Effekt
Im Sales-Funnel ist Reaktionsvermögen ein zentrales Element. Social Media Tools machen diesen Prozess noch schneller. Ein Klassiker der Unternehmen ist, dass Aktivitäten vom Marketing angestoßen und umgesetzt werden, die Vertriebsmannschaft generell mit Social Media unbedarft umgeht oder hinsichtlich dieser Aktion vorher aber nicht ins Boot geholt bzw. wenigstens über die Aktion gebrieft wurde. Werden Social Media Aktivitäten gestartet, muss Sales vorher informiert werden. Nichts ist schlimmer als wenn ein Vertriebsmitarbeiter über einen Micro-Blogging Tool ‘angepingt’ wird, aber dann die Aktion nicht kennt oder nicht versteht, auf die sich der ‘Pingende’ bezieht. Denn: Macht der Sales einen unqualifizierten Eindruck, färbt das am meisten auf die Professionalität des Business ab. Andersherum: Wer mit seinem Business über Twitter 1.000.000 US Dollar machen will, muss etwas dafür tun. So wie Dell es eben gemacht hat – s. aktueller Vodcast von Jeremiah Owyang mit Dells VP Bob Pearson.
Der ‘Vermenschlichungs’-Effekt
Mit der Social Media Bewegung müssen Unternehmen mehr Personen im Unternehmen Verantwortung übertragen und diese ‘mit der losen Leine’ führen. Natürlich birgt das auch Gefahren, wie man am Beispiel Virgin Atlantic und Johnson&Johnson sehen kann. Dennoch spiegelt der Vermenschlichungs-Effekt die Glaubwürdigkeit des Unternehmens vor dem Kunden. Wer versucht seine Social Media Aktivitäten künstlich mit Fake Avatars zu ‘boosten’, wird übrigens Schiffbruch erleiden. Das ist erst kürzlich Google mit ihrem GoogleGuy passiert, worauf u.a. in diesem Zusammenhang Bruce Clay hinweist.
Spot On!
Social Media und Micro-Blogging bieten zahlreiche effizienzsteigernde (aber auch zu beachtende negative) Effekte für Unternehmen. Seine Social Media Strategie sollte man vorweg ausgiebig durchdenken. Die nachfolgende ’4-Schritte’ Theorie soll Sie ihren Social Media Aktivitäten einen Schritt näher bringen…
1. Evaluieren Sie, auf welchem Stand hinsichtlich Social Media ihre Kunden und der Markt ist.
2. Konzentrieren Sie sich erstmal auf ein Social Media und ein Micro-Blogging Projekt.
3. Eliminieren Sie alle Features, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit ihren Produkten, Kunden und Märkten stehen – das heißt nicht, dass man nicht kreativ sein darf (siehe Beispiel Segway).
4. Integrieren Sie Social Media Aktivitäten in alle Bereiche und Abteilungen Ihres Unternehmens – nur, wenn sich alle Abteilungen hierzu ‘committen’, versprechen die Massnahmen Erfolg!
Viel Erfolg bei der Umsetzung!
Quo vadis, Sales? – Multichannel-Vertrieb im Fokus
21.11.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Prosumer
Der moderne Prosumer fordert und stellt den Vertrieb der Unternehmen auf den Kopf. Früher kaufte der Konsument im Handel oder Versandhandel. Heute müssen Unternehmen attraktive Absatzkanäle wie das Internet und TV Shopping ebenfalls in ihre Vertriebsstrategie mit einbeziehen. Kein einfaches Unterfangen, wie eine aktuelle Studie der A.T. Kearney verdeutlicht, die weltweit die führenden 100 Handelsunternehmen untersucht hat.
Wohl dem der die richtige Visioin mit einer Mehrkanalstrategie vorweisen kann. Was laut der Studie allerdings noch die wenigsten von sich behaupten können. Nur 40% der Unternehmen nutzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwei oder mehr Vertriebskanäle – eine kanalübergreifende Geschäftsstrategie ist dennoch nicht umfassend integriert. Die Präsentation der Studie zeigt an Fallbeispielen, wie unterschiedlich Unternehmen auf die zahlreichen Channel Vertriebsoptionen reagieren…

Dabei sind die Chancen für die Unternehmen gemäß den Studienergebnissen groß: Eine konsequente und integrierte Mehrkanalstrategie kann den Unternehmensumsatz jährlich um bis zu 5% steigern, wobei u.a. das Internet als Absatzkanal eine entscheidende Rolle spielt.
“Mit jährlichen Wachstumsraten von knapp 20 Prozent wird sich der Umsatz in diesem Segment von rund zwölf Milliarden im Jahr 2008 auf 17 Milliarden im Jahr 2010 erhöhen”, so Mirko Warschun, Partner bei A.T. Kearney und verantwortlich für den Handelssektor in Mittel- und Zentraleuropa.
Anzahl der integrierten Vertriebskanäle in den untersuchten Unternehmen…
- 60% nutzen nur einen Vertriebskanal
- 30% nutzen zwei Vertreibskanäle
- 10% nutzen drei oder mehr Vertriebskanäle
Deutschland hinkt hinterher
Im globalen Vergleich werden die Unterschiede deutlich. “Globale Unternehmen sind ihren Wettbewerbern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz derzeit bei der Umsetzung einer Mehrkanalstrategie weit voraus”, sagt Jochen Stratmann, Co-Autor der Studie. “Der Anteil der globalen Handelsunternehmen, die mindestens zwei Vertriebskanäle einsetzen, ist mit 76% nahezu doppelt so hoch wie im deutschsprachigen Raum”, so Stratmann weiter. Gemäß eines neu entwickelten Multi-Channel Retailing-Index erreichen Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gerade mal einen Wert von 41% im Vergleich zu durchschnittlich 55% beim globalen Mitbewerb.
Spot On!
Interessant wäre nun die Gründe zu erforschen, die es deutschsprachigen Unternehmen offensichtlich schwer machen, eine Multichannel-Vertriebsstrategie ins Leben zu rufen. Ressourcenmangel, mangelndes Wissen über die Chancen und Risiken oder vielleicht die Angst, einem Vertriebstrend hinterherzulaufen, der sich irgendwann vorwiegend auf das Internet und ausschließlich den Handel fokussiert? Antworten hierzu wären hilfreich…
Die Präsentation der Studie steht hier zum Download bereit.
Whitepaper: Social Networks im Vertrieb
19.11.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Social Media
Jeder Businessmensch sucht nach der idealen Option, Social Networks für den Vertrieb so effizient wie möglich zu nutzen. Xenagos, einer der deutschen Personalberater für Verkauf und Vertrieb, wartet jetzt mit einer guten Idee auf und macht das Mittel zum Zweck: Man interviewe einfach ein paar Experten (wie z.B. ‘den Blogtrainer’ Karl Heinz Wenzlaff oder den ‘XING-Trainer’ Joachim Rumohr, packe die Interviews in ein Whitepaper und sichere sich so interessante Leads für den eigenen Vertrieb.
Thumbs up – ein gute Idee und ein ‘für sich’ gutes Beispiel im Sinne des Whitepaper-Themas!
PS: Das Whitepaper gibt’s hier – gegen Abgabe der Kontaktdaten.
News Update – Best of the Day
05.11.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Daily Top 3
- Die Unternehmenskommunikation mit den eigenen Mitarbeitern per Videoblogs in Schwung zu bringen, nutzen offensichtlich noch wenige Unternehmen. Zumindestz kommt manager-magazin.de zu diesem Schluß…
- Jeff Jarvis macht Medienhäusern klar, wie sie zukünftig arbeiten sollen: “Cover what you do best. Link to the rest.” Der erste Kommentar dazu: ‘…I thought you were referreing to bloggers, not newspapers.’ Ohne Worte…
- YouTube Channel: Spielerei oder wichtiger Vertriebskanal? frägt media-Treff und betrachtet die YouTube Channel von drei Großunternehmen: Porsche, Siemens und SUN.
Warum sich Social Networks für Unternehmen auszahlen
03.11.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Social Media, Web 3.0
Immer mehr Unternehmen gehen mit Social Networks in die Kommunikation mit Kunden. Jüngstes Beispiel ist Barnes & Noble, die ihre eigene Lese-Community aufgebaut haben.
Nachdem der Trend immer mehr zunimmt, wollen wir hier nochmal eine Top 5 Liste der wichtigsten Vorteile von Social Networks zusammenfassen…
1. Kunde + User = Prosumer
Der ‘stille’ Kunde ist längst Vergangenheit – heute wollen die Kunden gehört und beachtet werden. Geben Sie den Kunde mit einem Social Network die Option, sich darzustellen (beste Testimonials!), zu kommentieren, zu bewerten und zu taggen. Früher machte man Marktforschungen, heute kann man Wissenswertes auch mit einer Community herausfinden und Erkenntnisse sofort abbilden. Als Prosumer hat die Macht der einzelnen Meinung ein viel größeres Gewicht – es gibt keinen Grund, dieses im Sinne der Verkaufsförderung nicht zu nutzen. Öffnen sie sich und den Prosumern die Einsicht in die Community ihrer Kundschaft und motivieren sie diese so weiterhin daran teilzunehmen.
2. Der Prosumer ist aktiv
Prinzipiell geht es beim Aufsetzen eines Social Networks ihrer Firma nicht nur um den Wiki, Blog oder Kommentarbereich. Während Firmen-Homepages als statisches Gebilde dem Kunden entgegentreten, ermöglichen Social Networks das Herausfordern des Users zur Aktivität. Nicht die Firma macht den Content sondern der User. Er ist Schnittstelle für Informationen von und nach draußen und wird somit ihr Botschafter für das Brand, Produkte. Er macht aus ihrem Unternehmen ein lebhaftes Konstrukt für weitere (potentielle) Kunden. Zudem bringen Funktionalitäten wie Foren und Wikis richtiges Echtzeit-Leben und -Erlebnis in ihr Webbusiness, indem es User und Kunden bezüglich neuer Ideen und aktuellem Wissen zusammen firmennahe Lösungen und Produkte entwickeln lässt.
3. Die Community als Erkenntnisträger für das Management
Das Management, sprich die Entscheidungsträger des Unternehmens, profitiert nicht unerheblich von der Community. Ideen, Bedenken und Meinungen der Community und somit ihrer Kunden spiegeln sich hier tagtäglich. Somit können sie schnellstmöglich und teilweise auch proaktiv Schritte zu steigender Kundenzufriedenheit einleiten. Neue Produktideen können in Blogs entstehen, neue Denkanstöße für das Marketing und den Vertrieb durch Massnahmen wie ‘Deine Verkaufsidee für unser Produkt’ nutzen die Kreativität der Community (siehe Dell) und letztendlich bindet das die Prosumer noch stärker an die Marke. Fehlt den Usern diese Option bei großen Brands, sind die Kunden erstmal unzufrieden und dann ist es schnell zu spät…
4. Content is king – Tagging & Bewertungen übernimmt der User
Intuitive Tagging-Systeme, Ein-Klick Bewertungssysteme und Kommentarfunktionalitäten sind Standard Features bei Social Networking Plattformen. Content wird so aus Usersicht besser durchorganisiert, zugängig gemacht und erhält die richtigen Korrelations-Systematik. Zudem wird Content nicht aus ihrer Unternehmenssicht bewertet sondern aus Sicht der Community. Durch aktives Tagging, Bewerten und Verknüpfen des Contents durch die Community wird das gemeinsame Wissen über die Produkte und das Unternehmen gefördert und vertieft.
5. Social Networks bündeln internes und externes Wissen
Der Einsatz eines Social Networks bündelt nicht nur externes sondern idealerweise auch internes Wissen. Wenn man seine Mitarbeiter motiviert, die Social Networking Plattform auch als Basis für Wissensaustausch zwischen den Abteilungen einzusetzen und als Ausschreibungs-Plattform für organisatorische und interaktive Mitarbeiterprojekte zu nutzen, zentralisiert das Unternehmen diverse Informationslieferanten auf einer Plattform und vereinfacht die Zusammenarbeit in der Gruppe. Und die Gruppe beinhaltet alle Seiten der Wertschöpfungskette: die Firma, Partner, Investoren, Mitarbeiter, Kunden – eben die gesamte Community.
Spot On!
Ermöglichen Sie den Austausch, die Kommunikation und das Organisieren von Wissen über ihre Produkte, ihr Brand und ihre Firma mittels eines Social Networks. Der heutige Prosumer ist mehr denn je bereit, sich über Social Networks mit ihrem Unternehmen auszutauschen. Was bisher über Amerika gesagt wurde, gilt offensichtlich laut der Rightnow-Studie auch für Deutschland inzwischen. Ein Social Network einzusetzen, lässt ihre Firma wachsen: an Erfahrung, an Wissen und damit auch die Beisterung für ihr Brand. Basis ist aber eine Plattform, die Ihnen das Zuhören erlaubt… denn Zuhören ist oft effizienter als sprechen.
Wochenrückblick: Webstrategie, Internetstrategie, Onlinestrategie
31.10.2008 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Web Strategy
Der aktuelle Wochenrückblick mit den neusten Nachrichten zum Grundthema des Blogs…
- Wahlkampf Obama: Macht Popstar Obama mit seiner Online Strategie die Menschen zu politischen Aktivisten? In gewisser Weise schon, aber es ist eine ganz spezielle Form von Aktivismus, schreibt Zoomer Journalist Tobias Moorstedt.
- Lange hat Microsoft an einer neuen Online-Strategie gefeilt, jetzt ist ‘Microsoft in Wolkenkuckuckheim‘ angekommen und setzt auf Azure und Cloud Computing, wie ZDNet in seinem Business Blog und InformationWeek berichten.
- Eine neue Dachstrategie und die Zusammenführung seiner einzelnen Special-Interest Portale vermeldet der wk&f Filmverlag aus Köln. Für die technische Umsetzung zeichnet die Kölner Full-Service Internetagentur (The) eBusiness Concept verantwortlich, schreibt perspektive-mittelstand.de
- Neckermann wird zur Online-Mall: neckermann.de baut seine Webstrategie aus und stellt E-Commerce Aktivitäten in den Fokus und die konsequente Weiterentwicklung der Vertriebspartnerplattform. Sie wurde in diesem Jahr auf 50 Partner erweitert und wird im Jahr 2009 auf rund 120, zum Teil exklusive neckermann.de-Partner, ausgebaut werden. Somit wandelt sich der Online-Shop von neckermann.de immer mehr zur Online-Mall. Weitere Infos unter OneToOne.
- Die renommierte US-Tageszeitung “Christian Science Motor” steigt von einer Print- auf eine Webstrategie um. “Ab April 2009 wird es das Blatt, das demnächst seinen 100. Geburtstag feiert, in gedruckter Form nur noch am Sonntag geben. Die Printzeitung wird ersetzt durch eine Rund-um-die-Uhr Nachrichtenplattform im Internet: www.csmonitor.com. Dies meldet der kressreport.
Spot On!
An den drei Beispielen wird deutlich wie weitläufig das Thema Webstrategie ist und dass alte Traditionen irgendwann auch mal neuen Trends und Strategien weichen müssen.


