CPM Diskussion – Die Frage nach Balance zwischen digitaler Branding- und Performancewerbung

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Traditionelle Webangebote sowie Medienhäuser und auch Blogs haben es immer schwerer, sich auf Basis der klassischen Online-Mediaplanung mit einem CPM-Modell als „Hauptumsatzbringer“ zu vermarkten. Das CPM-Modell zur Webfinanzierung ist umstritten. Die Diskussion um das CPM-Modell wurde jetzt erneut angestossen von Shellby Bonnie. Nun wird weltweit engagiert diskutiert – hinsichtlich des Einflusses der Kreativität, alternativer Vermarktungsoptionen und natürlich auch mit der Frage nach dem Druck, Performance zu erzielen.

Natürlich ist die Diskussion mehr als berechtigt. Sucht man doch aller Orten nach einer sinnvollen, nachhaltigen und für Plattformeigner wie Unternehmen gleichsam effizienten Webvermarktung, respektive Onlinewerbung. Gesucht wird eine Win-Win Situation. Die Diskussion hat zusätzliche Brisanz bekommen, weil die aktuellen Zahlen des IAB bezüglich CPM- und Performance-Thematik weiter Öl ins Feuer gießen.

Die Fakten bringen nämlich das wahre Problem auf den Herd: Performance-basierte Onlinewerbung steigt um 4% und macht damit 58% der Werbeausgaben aus. CPM-basierte Onlinewerbung fällt von 42% auf 38%. Und man frägt sich nicht, wie kann das sein. Nein, man hat erkannt, daß immer weniger Menschen auf Onlinewerbung klicken (abgesehen von denen, die sowieso schon Adblocker nutzen). Aber heißt das nun, daß Online Brandingwerbung, die in der Regel über CPM-Modelle vermarktet wird, nicht funktioniert? Nur weil nicht geklickt wird? Welchen Wert hat dann Plakat- oder Printwerbung jemals gehabt?

Die Gründe für die Disbalance zwischen digitaler CPM und Performance-basierter Vermarktung liegen auf der Hand. Die Erwartungen an Onlinewerbung waren hoch und man frägt sich, ob sie erfüllt werden können. Der Mitbewerb im Onlinewerbemarkt nimmt stetig zu. Google Adsense, Affiliate Angeboten und Performance Management sei dank. Der Long-Tail und die Automatisierung der Mediaplanung sowie AdNetworks machen ordentlich Druck. Der Markt definiert seine Basis für Rankings neu. Ob das der Übersichtlichkeit und Ordnung des derzeitigen Webangebotes und seiner Vermarktung dienlich ist, bleibt zu beweisen.

Und letztlich: Die Medien sind trackbar. Dem lang gehegte Wunsch der Marketiers nach Beweisen für die Effizienz der Werbung wird mit Onlinewerbung Folge geleistet. Ohne Rücksicht auf Verluste…!? Es gibt Plattformen, die gehen sogar so weit, das eigene CPM-Angebot den eigenen Kunden unattraktiv zu schreiben. Es ist faszinierend der Diskussion zuzuhören…

Spot On!
Dennoch wird es Zeit, mal die Balance zwischen Branding und Performance in die Diskussion um die Werbevermarktung zu bringen. CPM-basierte Onlinewerbung ist in der Regel Displaywerbung. Sie dient der Steigerung von Branding und Awareness, ist meßbar – aber mehr als nur ein Klick. CPM-basierte Vermarktung könnte auf Staying-Time und vor allem Dwell-Time erweitert werden. Und müßte man CPM dann immernoch zu töten?

JA!
Ja, das Internet ist trackbar. Ja, wir Webevangelisten der Jahrtausendwende haben Print zum Teufel gejagt. Ja, wir haben für Onlinewerbung mit dem Argument geworben, daß man hier mehr Transparenz und Nachweise im Sinne des Unternehmenserfolges schaffen kann. Ja, wir wollen die Marketiers mit Resultaten glücklich sehen, mit dem was sie bei den Plattformeignern einkaufen. Ja, man kann auf Messkriterien bei Onlinewerbung nicht mehr verzichten.

NEIN!
Nein, Plattformeigner haben in der Regel keinen Einfluss auf die Kreativität der Onlinewerbung der Kunden. Nein, sie sehen oft keine Call-To-Action Animation in Bannern (die teilweise verspätet klickbar wird). Nein, niemand hat sagt, daß man Marketingerfolg verstärkt auf Performance-Beine, oder wie es neuzeitliches heißt, Engagement-Füsse stellt – ohne mit einem Awareness-Gleichgewicht im Kopf diese zu steuern.

Seit geraumer Zeit fällt mir auf, daß CPM-basierter Onlinewerbung für Branding versus performance-basierten Abrechnungsmodellen (CPX) einem ungeahnten Schwergewicht eines Ergebnisdrucks zum Opfer fällt. Da gelten Werte wie Positionierung, Zielgruppenaffinität oder Leser-Medium-Bindung bei der Differenzierung von Webangeboten auf einmal keinen Cent mehr.

Sollten Unternehmen, Plattformbetreiber, Marketiers und Agenturen sich nicht mehr mit den Grundvoraussetzungen, Kreativoptionen und Möglichkeiten der Onlinewerbung beschäftigen? Relativiert sich die Ergebnis-Diskussion dann nicht? Gäbe es dann eine Balance zwischen digitaler Branding- und Performancewerbung, und keine CPM-Diskussion? CPM hat mal eine ganze Branche entstehen lassen. Jetzt wollen einge davon nichts mehr wissen.

Brauchen wir nicht ein gleichberechtigtes Nebeneinander von CPM und allen anderen Formen der performance-basierten Webvermarktung (CPC, CPL, CPO, etc.)?

Quelle: Mit QStores E-Commerce Strategie erweitert

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e-commerce-partnerMit einer neuen E-Commerce Partnerstrategie im Internet will das schwer angeschlagene Versandhandelsunternehmen Quelle durchstarten, welches erst kürzlich mit einer 50 Mio. Euro Massekredit-Spritze am Leben erhalten wurde. Mit individuell erstellbaren QStores können Betreiber von Webseiten- und Communities nun Produkte aus dem Quelle-Portfolio in einem eigenen Shop anbieten.

Was Quelle seine QStores ist Amazon sein aStore. Sprich: Das Konzept von Quelle ist altbewährtes Affiliate Marketing, welches Amazon schon vor drei Jahren in den Markt eingeführt hat. Quelle zieht nun also nach – immerhin…

Das Partnerkonzept bringt Amazon -und so verspricht man sich wohl auch bei Quelle- ordentliche Reichweite bei damit einhergehenden zusätzlichen Umsatzeinnahmen. Der Vorteil: Es hält zusätzliche Werbeausgaben des Unternehmens in einem überschauberen Rahmen. Vorausgesetzt das Konzept wird von Webplattformbetreibern angenommen.

Die QStores bieten als besonderes Feature den Catalog Browser, der sowohl Produktauswahl per Drag & Drop als auch das Einbinden der Produkte in die Webseite auf einfache Art und Weise erlaubt. So kann man als QStores-Partner aus mehr als 400.000 Quelle-Produkten die für den eigenen Shop gewünschten Produkte oder ganze Produktkategorien einfach und schnell in den Content der eigenen Web-Plattform integrieren.

Da die Online Shopping Plattform QStores auf ePages 6 aufgebaut ist, läßt sich im Backend auch ein eigene Firmenblog verwalten, womit sich eine moderne CRM Massnahme zusammenfügt.

QStores und aStores sind eine “Out-of-the-Box“ Shop-Lösung für Partner, was heutzutage grundsätzlich jeder Webseitenbetreiber sein kann. Das Schöne daran ist, daß man ohne Programmierkenntnisse, einen kompletten Online Shop erstellen und diesen via z.B. Link oder iframe unkompliziert und einfach in seine Webseite integrieren kann.

Spot On!
Die Generierung von Partner Leads ist für jedes Business ein schwieriges und kostspieliges Unternehmen. Mit der „Do-it-yourself“ Online-Shopping Lösung geht Quelle einen längst fälligen zeitgemäßen E-Commerce Weg, dem sich zukünftig zahlreiche Handelsunternehmen anschließen werden. Hat früher die komplette Bestellungs-, Zahlungsabwicklungs- und Logistikfragen den Partner vor dem gemeinsamen Weg mit einem Versandhändler abgeschreckt, so wird dies heutzutage von Amazon und bei Quelle übernommen.

News Update – Best of the Day

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Können Sie sich vorstellen, daß immernoch 44% kleiner Unternehmen keine Webseite haben, von denen 78% nicht mal 5% in Internetwerbung investieren? Ist aber so… wie Andy Beal aus einer Studie weiß.

Interessante Einsichten in den Schweizer Onlinemarkt und das Nutzungsverhalten der Schweizer Eidgenossen liefert persoenlich.com. Dabei geht der Beitrag Online-Shops vergolden Schweizer Nachrichtenportale noch nicht auf die verschiedenen Monetarisierungoptionen der Schweizer Businessmodelle im Web ein. So hielten sich die Ausgaben der Internetuser für Produkte und Dienstleistungen im Wert von rund 5,87 Milliarden Franken die Waage im Vergleich zu den Werbeausgaben – allerdings fielen davon nur zwischen 200 und 300 Millionen Franken für Online-Werbung ab (Analyse: PricewaterhouseCoopers Schweiz).

Wie integriert man Social Media ins Produktmarketing? Jeder will wissen, wie man mit Social Media aus professioneller Sicht anfängt. Alle wissen, daß es hilfreich sein kann. Aber wie man einen Anfang macht, wissen die wenigsten. Hutch Carpenter weiß bescheid und gibt in seinem Post zahlreiche gute Ansätze.

News Update – Best of the Day

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– Auch wenn die Experten mit ihren Prognosen 2009 in Richtung Web TV und Video on Demand mit ihren Marketinggeldern gehen sollen. Ein konstanter Internetwert bleibt bestehen: Text! Steve Rubel bricht eine Lanze für den Wert des Wortes und warum dieser auch zukünftig der ‚King of the Web‘ bleibt. Er macht es an 5 Gründen fest…: Text kann gescannt werden, SEO: Ergebnisse sind (noch) textorientiert, Arbeitsplatz: Videos während der Arbeitszeit, Mobile Endgeräte: Text ist viel einfacher hochzuladen sowie Verbreitung: cut-paste-send-clip Faktor – Syndizieren, RSS-Feeds und Social Networks.

– Endlich kommt sinnvolle Hilfe von Google für alle Abwanderer von bisherigen Blogservices: Google Blog Converters bietet denen Hilfe, die ihre Publishing Struktur verändern wollen und an den Hürden der Migration zu scheitern drohen.

– Billboard Präsentationen sind anregend, dynamisch und wirkt irgendwie interaktiv – zur Erklärung komplexer Begriffe immer wieder hilfreich. Das gewählte Beispiel zwar nicht mehr ‚jungfäulich‘, aber immernoch sehenswert: Web 2.0 mal ganz anders dargestellt anhand eines Billboards – von Michael Wesch.

Prognose 2009: Online Werbeausgaben

28.12.2008 von  
Kategorie Web Marketing

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Wenn sich die Analysten von eMarketer zu einer Online Werbeprognose hinreißen lassen, kann man sich die ruhig mal ansehen. Allerdings wollen wir das in der Kurzform machen, denn es handelt sich um US Marktzahlen. Dennoch lässt sich der Trend sehr wohl auf den europäischen Raum projezieren – letztendlich kommt er vielleicht nur ein paar Monate später.

Wagen wir also mal eine Gewinner- und Verlierer Prognose…

Gewinner 2009

Video Ad Spend
Entgegen des Abwärtstrends bei Online Werbeausgaben wird sich Online Video Werbung äußerst positiv entwickeln – plus 45% in 2009. eMarketer sieht hierfür zwei Gründe: a) professioneller Video Content entsteht durch den zunehmenden Einstieg der TV Networks, die den Brand Marketiers eine solide Basis für ihre Ausgaben offerieren. b) Die Budgets – wenn auch gewaltig limitiert- müssen effizient ein großes Online Massenpublikum erreichen: Video ist die zuversichtlichste Option.

Suchmaschinen-Marketing
Angenommenes Wachstum: 14,9% – auch hier zwei Begründungen: Aufgrund der hohen Messbarkeit hat Suchmaschinenmarketing beste Chancen der Wirtschaftskrise zu trotzen – auch wenn es nicht rezession-resistent ist. Wer Suchmaschinenmarketing macht, setzt auf kein ‚gewagtes Pferd‘. Auch der Prosument wird die Suche in Krisenzeiten als bewährtes Mittel für gute Deals einsetzen – ein klares Pro gegenüber altbewährten Werbeformen online wie offline.

Social Networking: E-Commerce Umsatzbringer
Aufgrund der ‚Selbstbedienungs-Werbe-Mentalität‘ von Facebook und MySpace haben Kunden wie Unternehmen die Chance, ihre Dienstleistungen und Services mittels E-Commerce Lösungen der Social Networks kostengünstig und einfach anzubieten. Wenn Marketinggelder geringer werden, wird sich so manches Unternehmen die Rentabilitätsfrage hinsichtlich Social Media stellen – schließen oder migrieren zu großen Social Networks?! Nur so lässt sich die avisierte große Masse erreichen. Auch die neuen Vermarketungsstrategien der Social Networks wie Facebook und MySpace werden Unternehmen hier zum Umdenken zwingen. Und wenn Twitter übernommen wird, stellt sich nur die Frage, welche E-Commerce Targeting Vermarktung der neue Inhaber einsetzen wird.

Verlierer 2009

Retail E-Commerce
Online Retail Umsätze wachsen nur um 4% in 2009. Der Sättigungsgrad an Onlinekäufen hat sich langfristig eingestellt – und die Wirtschaftskrise wird diesen Trend noch verstärken. Nur von den langjährigen Onlinekäufern lassen sich hier noch Zuwächse erwarten.

Klassische Medien
Zeitungswerbung wird am meisten leiden aufgrund von Rezession, Budget-Cuts und Konsolidierung. Für die klassischen Medien bleiben nur zwei Optionen: Frequenz eindampfen oder zu einer webbasierten Strategie greifen. Die beste Ausführung, was mit den klassischen Medien in Deutschland geschieht, schreibt hierzu Christoph Salzig.

Spot On!
Wie bei allen Prognosen ist aber auch Vorsicht geboten: Setzen alle Marketiers auf die gleichen Trends, kann man als Trendsetter gelten oder, wer zu spät beginnt, untergehen… Da kommt der Ansatz des multikulturellen Marketings wie eine Erlösung als neue Idee, die zunehmend zum Trend wird in Amerika. Immer mehr ‚internetfremde‘ Kulturen entdecken das Web – ob mobil (auch per Handy) oder nicht. Wer sich hier eine neue treue Zielgruppe erarbeitet, hat die Zukunft im Blick. Mit gezielten sprachlichen und kulturellen Botschaften kann man hier abseits der ‚klassischen‘ Onlinewerbung Aufmerksamkeit verschaffen.

MySpace und Facebook: Von der Schwierigkeit die richtige Vermarktungsstrategie zu finden

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Die Artikel sind so zahlreich, dass man sich fast ausschließlich auf das Thema Social Media und Werbeumsätze stürzen möchte – die Aussichten auf hohe Umsätze der Plattformen und somit überzeugende Erfolgsnachrichten hält sich dagegen bisher in Grenzen. Profitabilität sieht irgendwie anders aus.

Sich Mut einzureden für den zukünftigen Erfolg wie z.B. bei Marktführer MySpace (122 Mio. User) ist eine Methode. So sieht MySpace Sales- und Marketing-Chef Jeff Berman sein Portal siegessicher bei eMarketer als ‚Startpunkt des Internets‘ für die Zukunft. Dennoch gesteht sich auch ein Berman ein, dass selbst der Marktführer nicht von ‚Tonnen von Millionen‘ lebt. Die Werbeausgaben in Social Networks machen, gemessen an Banner- und Suchmaschinen Werbung, immernoch einen winzigen Anteil der Gesamtausgaben aus.

Auch Facebook Gründer Mark Zuckerberg, mit 110 Mio Usern derzeit auf Platz 2, ist mit seinen Einnahmen von rund 250-300 Mio. US Dollar noch nicht im profitablen ‚Space‘ angekommen. Dennoch gesteht man sich mutig ein, dass der Umsatz noch nicht die Prorität Nummer 1 hat: „Jedes große Internetunternehmen muss seinen Weg finden, Geld zu verdienen. Wir befinden uns noch im Experimentierstadium. In drei Jahren müssen wir das optimale Modell gefunden haben. Aber heute liegt unser Fokus ganz klar auf Wachstum. Umsatz hat zweite Priorität“, sagt Zuckerberg.

Die Ansätze für die zukünftige Vermarktungsstrategie könnten unterschiedlicher nicht sein und sind ein Indiz für das schwierige Festlegen auf eine klaren Vermarktungsstrategie: Während Facebook auf die Anbindung der Werbung an die Interessen der User und Word-Of-Mouth Strategie (Empfehlungsmarketing unter Peers und Freunden) setzt, sucht Microsoft sein Heil in der Suche: Die Suchmaschine Live Search wird derzeit in das soziale Netzwerk in den USA integriert.

Nimmt man eine Studie von Doubleclick Performics hinzu, die besagt, dass nur 1% der Befragten angeben, über Social Networks Werbung einzukaufen, verwundern die vergleichsweise niedrigen Werbeausgaben im Media-Split nicht. Dennoch sollten die Prognosen nicht zu schlecht gemalt werden. Eine Studie von Collective Media zeigt, dass nur 26% der amerikanischen Agenturen nicht auf Social Networks werben würden.

Ja, man sich so seine Gedanken, ob der Social Media Hype, stellvertretend für die gesamte Web 2.0 Gründungsszene, sich irgendwann auch monetär abbildet. Liest man einen jüngsten Adage Artikel Woe to Web 2.0 Start-Ups: To Few Ads To Go Around‚ können die großen Web 2.0 Plattformen positiv in die Zukunft schauen als die Start-Ups. Weniger, weil sich das Business Modell leichter für sie montarisieren lässt als ’schlicht und einfach‘ aus den besseren Voraussetzungen heraus, ein klares Businessmodell abzubilden, was man von vielen Businessmodellen derzeit nicht sagen kann.

„My concern is the really great concepts that are features, not companies,“ said Ross Levinsohn, former CEO of Fox Interactive and partner in Velocity Interactive Partners. „There isn’t enough advertising to support all those features, and in compression times, advertisers tend to flock to safe names and sites that have real traction.“

Spot On!

Als große Portale haben MySpace und Facebook potentiell sicherlich große Umsatzchancen. Das klare Businessmodell, die große Reichweite und verschiedene einzigartige Features machen sie für die Werbekunden attraktiv. Dennoch fehlt den Features der ultimative Ansatz, den User für die Werbung zu begeistern und diesen eben nicht nur networken zu lassen. Zwei Optionen dies zu ändern erscheinen derzeit offensichtlich: die Platzierungen müssen attraktiver gestaltet werden und die Werbekunden interessantere Promotions fahren.

Media-Strategen fürchten keine Werberezession

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Wie eine Exklusiv-Umfrage von W&V Media jetzt zeigt, fürchten Media-Strategen keine Rezession trotz wachsenden Drucks auf die Werbeausgaben. Zumindest ist das die Ansicht der Geschäftsführer von fünf Media-Agenturen, die von W&V Media befragt wurden. Die gesamte Umfrage erscheint in der aktuellen Ausgabe 9/08 von W&V Media.

„Wir rechnen lediglich mit verringerten Wachstumtquoten, und keiner ausgewachsenen Rezession“, erklärt ZenithOptimedia CEO und Chairman Michael Bohn. Der Trumpf der Media-Agenturen werden künftig steigende Anteile in digitalen Medien sein, glaubt der Experte. Auch Christian Schmalzl blickt optimistisch in die Zukunft: „In sich verändernden Rahmenbedingungen liegen Chancen für unsere Kunden und für uns“, sagt der CEO von MediaCom. Entgegen dem Trend zeigten vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen mehr Mut, bei sinkenden Konkurrenz-Spendings stärker in eigene, aktive Markenkampagnen zu investieren.

Von neuen Herausforderungen spricht Initiative-CEO Marianne Dölz. „Bei sinkenden Billings müssen die Agenturen zeitgleich die Manpower im traditionellen Geschäft aufrecht erhalten, in Beratungsspezialisten, Qualifizierungsmaßnahmen und in Research investieren“. Auch Mindshare-Geschäftsführer Christof Baron spricht von einer schwierigeren Ressourcen- und Ergebnisplanung. „Es muss genau abgewogen werden, in welchen Disziplinen investiert wird.

Dabei steigen die Anforderungen an die Planer ungemein, da sie eben nicht nur Media-, sondern Kommunikationsplanung anbieten müssen“, so der Experte. Jens-Uwe Steffens, Hauptgeschäftsführer von pilot, ist der Ansicht, die Agenturen müssten vor allem das eigene Angebot zeitgemäß ausrichten, insbesondere im Bereich der Digitalisierung. Gleichzeitig plädiert er dafür, die Trennung von Klassik und Online zu überwinden und stattdessen Synergien zu nutzen. „Das klassische Profit-Center-Denken ist dabei eine mehr als kontraproduktive Barriere“, so der Media-Stratege.

Intel und Yahoo: Internet Dienste im TV

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Wird bei Ihnen das Wohnzimmer auch noch vom Fernseher beherrscht? Das Notebook residiert vorwiegend im Arbeitszimmer – auch wenn Sie per WLAN darauf zugreifen können? Das könnte sich bald ändern. Zumindest, wenn die Vorstellungen von Intel und Yahoo wahr werden. Die beiden Großunternehmen wollen zukünftig ‚TV-Widgets‘ auf die Fernseher bringen und so IT und CE zusammenwachsen lassen.

Die Widgets, eine Zusammensetzung aus ‚Windows‘ und ‚Gadget‘ (techn. Spielerei) sollen Internetdienste wie Wetter-Informationen, E-Mail, Aktienkurse oder Nachrichten anbieten, die die gewohnte Internet Nutzung auf den Fernseher übertragen. Ähnlich den Infoleisten bei den TV-Nachrichtensender heutzutage sollen die Widgets in einer Leiste am unteren Bildschirmrand erscheinen, ohne dass das Fernsehbild überdeck wird. Als erste Partner aus der Unterhaltungselektronik werden Samsung und Toshiba voraussichtlich noch in diesem Jahr TV-Geräte mit der Funktion vermarkten, kündigte Intel-Manager Eric Kim am Mittwoch in San Francisco auf Intels Entwicklerforum IDF an.

Für die Marketing- und Salesabteilungen der Unternehmen bedeutet die Neuerung ein komplettes Umdenken in der Werbekommunikation. In den letzten Jahren haben immer mehr Firmen ihre Werbeausgaben auf das Internet fokussiert, da die Menschen mehr Zeit im Netz verbringen. Wachsen die Medien Internet und Fernsehen stärker zusammmen, müssen sich Unternehmen wieder mehr mit dem Thema Kommunikation via TV beschäftigen. Dennoch ist es ein weiter Weg, bis die Menschen die neue Technik wirklich nutzen und umsteigen werden.

Spot On!
Wie oft hat man schon gehört, dass das Fernsehen grundlegend verändert wird. Bereits vor ein paar Jahren hat Intel den Vorstoß mit der Chip-Plattform ‚ViiV‘ in die CE-Welt gewagt und ist mehr oder weniger gescheitert. Letztes Jahr wurde das Programm eingestellt. Wie oft hat man schon gehört, dass das Fernsehen grundlegend verändert wird. Es bleibt abzuwarten, ob dies ein PR-Motor ist oder wirklich irgendwann das Notebook im Wohnzimmer unverzichtbar wird.

Online Werbeausgaben wachsen – welchen Wert hat ein Internetuser?

02.06.2008 von  
Kategorie Media, Prosumer

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11 Milliarden EUR betrugen 2007 die Online Werbeausgaben in Europa laut eines neusten Reports des Interactive Advertising Bureau (IABE) – eine beachtliche Steigerung um 40%. Die meisten Investitionen werden dabei in den 3 Ländern England, Frankreich und Deutschland getätigt. Dennoch entsprechen die Ausgaben pro Internetuser dem nicht: Norwegen hält derzeit die Spitze und investiert pro Internetuser 134,63 EUR, gefolgt von England 120,80 EUR und Dänemark 109,48 EUR – Deutschland hält sich mit 76,10 EUR im Durchschnitt (80,60 EUR).

Bei aller positiver Investitionsbereitschaft, stellt man sich doch folgende Fragen: Werden Werbegelder in Deutschland effizienter eingesetzt? Überprüfen deutsche Unternehmen die Effektivität ihrer Ausgaben regelmäßiger, um so kostensparender die Quantität ihrer registrierten Internetuser zu erhöhen? Inwieweit, oder wird überhaupt die Qualität der gewonnenen Userdatenbank zeitnah evaluiert? Dies lässt sich nur von Fall zu Fall beurteilen, wenn man den Nutzen des gewonnenen Internetusers für das Unternehmen betrachtet.

Wer oder was ist denn ein Internetuser für ein Unternehmen? Ein Markentreuer, ein loyaler Nutzer der Dienste der PR- und Marketingabteilung oder ein potentieller Kunde? Grundsätzliche Fragen, die bereits vor einer Werbeausgabe klargestellt werden müssen, um die richtigen Parameter für die Effizienz der Werbeausgaben nicht aus den Augen zu verlieren.

Nehmen wir an, sie sind ein Softwareunternehmen und verdienen mit einer Lizenz 49 EUR? Sind dann 76,10 EUR pro User bei den Werbeausgaben gerechtfertigt, wenn Sie noch G&A Kosten einrechnen bzw. über den Channel vertreiben? Wie sieht es mit einem rechtlich angenommenen, rechnerischen Wert von 5-10 EUR pro User bei einer Community aus, wenn ein sehr aktiver User durch seine Kommentare die Community im Google Ranking nach vorne treibt durch weitere User Registrierungen?

Spannend wäre also die Frage: Was ist ein gewonnener Internetuser nach 3 oder 5 Jahren wirklich wert gewesen. Denn am Ende zählen die Ergebnisse im Rahmen einer Gesamtbetrachtung und die dauerhafte Loyalität des Internetusers. Solche Studienergebnisse gibt es leider nicht öffentlich…

Den Blog interessiert deshalb ihre Meinung!

Werden in Deutschland solche Überlegungen in Management Meetings überhaupt diskutiert? In welcher Regelmäßigkeit? Kommen Unstimmigkeiten zwischen den Abteilungen auf? Und generell: Was ist ein Internetuser ihrem Unternehmen Wert?

Kommentare sind willkommen.