CeBIT 2.010 – Always mobile, always social, always on

Als mobile Devices (altdeutsch = Handys) erfunden wurden, dienten sie dem Sinn, im Notfall in Echtzeit Informationen auszutauschen. Das mag zwar heute immernoch so sein. Dennoch hat die CeBIT 2.010 die soziale Erweiterung des Nutzungsbeweggrundes sowie die damit einhergehende Bedeutung für Sales und Marketing den Massen eindringlich verdeutlicht.

Tippte man früher umständlich die notwendige Nummer ein, um schnellstmöglich die Polizei, den Krankenwagen oder Abschleppdienst zu einem Unfallort zur Hilfe zu holen und den Verkehrsfluß wieder zu gewährleisten. So wird heute mit dem Handy ein Film (Bild ist schon fast uncool) vom Unfall gemacht. Dieses Video wird dann in einem sozialen Netzwerk hochgeladen und die Freunde auf die verkehrstechnische Umfahrung des Unfallortes per Twitter in Echtzeit aufmerksam gemacht.

Die Tastatur des Handys spielt dabei zukünftig immer unerheblicher. Gilt es doch, wertvolle Zeit zu sparen. Schließlich wissen Usability Experten um die Wichtigkeit eines der Moderne entsprechenden kundenfreundlichen Bedienungskonzeptes. Ja ok, und auch der Notwendigkeit keine Zeit bei einem Unfall zu verlieren. Richtig.

Ergo, die App revolutioniert nicht nur das (mobile) Internet, sondern auch den Markt der mobilen Endgeräte und deren Grundausstattung. Und wer denkt, daß gelte nur für das Handy irrt sich. Auch das Auto der Zukunft greift vermutlich per Touchscreen nur noch auf Apps zu, wie die T-Systems wunderbar offline auf der CeBIT illustrierte.

Man mag sich gar nicht ausmalen, wenn man auf das Auto Screenplay noch die Apps von Facebook und Twitter hochladen kann, wie es Ford erst kürzlich in Aussicht gestellt hat. Dank Google Streetview können sich die Netzwerk Freunde dann den Ort des Geschehens zukünftig aus der sicheren Ferne ins Gedächtnis rufen. Und das Ganze sogar im Vorzeit-Webzustand – in Echtzeit schafft wohl selbst Google den aktuellen Straßenüberblick nicht. Auf der Cebit konnte man die Autos bewundern, die diese Strassen-Bilder zukünftig für uns machen – von Künstlern in liebevoller Kleinstarbeit verziert.

Ob die Künstler sich wohl danach erstmal bei studiVZ auf der Couch ausgeruht haben? So ganz unmobil, aber natürlich sozial und im “always on” Modus? Vermutlich nicht. Man musste schon ein Auto vor die Couch fahren, um irgendwie darauf zu kommen. Vielleicht haben sie aber auch nur ein Bild mit der erhöhten Kamera-Perspektive gemacht, um es dann vom Auto aus in ein soziales Netzwerk hochzuladen.

Offline gibt es den Menschen 2.010 anscheinend nicht mehr. Aber vielleicht braucht er gerade deswegen bald wieder die Ursprungsfunktion des Handys, wenn es nämlich vor lauter Onlinezeit dann in der Offlinewelt ständig kracht, weil gerade mal wieder umstrittene Location-Based Services gecheckt wurden nach den neusten Promotions und Angeboten in der Umgebung ums Auto.

Spot on!
Ach ja. Zur Deutschen Telekom gibt es auch noch ein paar Worte zu sagen. Man frägt sich, ob der Konzern Re-Branding -Weltmeister werden will. Mit jeder neuen Business-Strategie würfelt man anscheinend auch gleich ein neues Branding in den Markt. Egal ob die dann Webstrategie 2.0 heißt oder nicht und man mit Kundengeschenken wirbt, die vom Obama 2.0 Leitspruch abgeleitet sind. So wird aus “Yes, we can” einfach mal schnell “U Can” (mit dem Claim ‘The power to transform’). Und ebenso schnell wandelt man T-Online, T-Com, T-Mobile oder T-Home um. Jetzt geht der Konzern mit T auf Kundenfang. Mit weiterhin einem Punkt davor, 3 dahinter und gleichem Audio-Logo? Der PR Twitter Account darf nicht fehlen und auch Facebook wird offensichtlich bald kommen, wenn man mal genau sucht.

Ob und wie diese zahlreichen Brandingwechsel die Markenführungs-Experten auslegen, bleibt spannend und abzuwarten. Sachdienliche Hinweise bitte an die Branding-Unfall-Notaufnahme MMG bei The Strategy Web. Danke im voraus!

PS: Geschrieben auf dem Flug von Hannover nach München, auf dem iPhone – aber offline im Flugmodus…

Die Zeit der Manifeste – Manie, Hypie oder Faszination?

Vor ein paar Wochen habe ich in einem Interview mit dem Internet World Magazin von einem Kulturwandel gesprochen, der mit der Evolution des (oder Revolution durch das) Social Web einhergeht. In der Vergangenheit gingen zahlreichen Kulturwandeln tiefgreifende Manifeste voran, die die Ziele und Absichten einer Gesellschaft im Wandel in sich tragen.

Nun ist ein Manifest kein Blog-Post, kein Whitepaper und keine Strategie-Abhandlung. Oder im Social Web Zeitalter dann doch? Manifeste entstehen in schwierigen Zeiten ideologischer und kultureller Umbruchstimmung in der Gesellschaft. Jeder in der Gesellschaft spürt die Umbruchstimmung. Jeder nimmt die Unruhe im Geiste wahr. Kluge Köpfe formulieren die Wünsche sowie die zukünftige Wegbereitung in Thesen. Die Absicht: Der Masse Orientierung und Antworten zu geben.

Der derzeitige Kulturwandel findet in schriftlicher Form eine kreative Energie, die sich in diversen Manifesten niederschlägt – publiziert zumeist von (Social) Web-Experten. Allein im Jahr 2010 sind inzwischen 3! Internet-Manifeste erschienen.

Manie, Hype oder Faszination? Es wirkt fast so, als schafften sich manche (Social) Web Professionals mit einem Internet-Manifest ein Denkmal. Was mit dem Cluetrain Manifest begann, findet euphorische, motivierte Nachahmer, die ebenfalls Manifeste in die soziale Web Diskussion einfließen lassen.

Eine Übersicht…

Cluetrain Manifest
Autoren: Chris Locke, Doc Searls, David Weinberger, Rick Levine
April, 1999

Tom’s Re-imagine Manifesto!
Ten Good Reasons to “Get Up in the Morning”
Autor: Tom Peters
Juli 2005

The Happy at Work Manifesto
Autor: Alexander Kjerulf
Juli 2007

Das Internet-Manifest
Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.
Autoren: Zahlreiche Journalisten
September 2009

Slow Media Manifest
Autoren: Sabria David, Jörg Blumtritt und Benedikt Köhler
Januar 2010

Media Manifest
12 Thesen zur künftigen Media-Messung
Autor: David Eicher/Webguerillas
Feburar 2010

Rubicon Manfest
Principles of a REVVOLUTION or, the ad server is dead
Autor: Rubicon Project
Februar 2010

In der Ära des Social Web sprechen alle von Nachhaltigkeit, was das Cluetrain Manifest definitiv bewiesen hat. Und wie sieht es mit den anderen Manifesten aus? Wie denken Social Web Professionals über diese neuen Manifeste? Was bringen solche Manifeste? Welche Art von Manifesten brauchen Unternehmen für die Zukunft? Ein paar akademische Meinungen habe ich vorab schonmal angefragt. Und freue mich auf Eure Kommentare…

Lest selbst…

Prof. Harald Eichsteller, Hochschule der Medien (HdM)
“Ein Manifest symbolisiert, dass das schwelende Gefühl einer großen Gruppe oder Bewegung sich materialisiert, aufgeschrieben und schließlich publiziert wird – ob als Anschlag an einer Kirchentür, als Buch oder im World Wide Web. Nach Luther und Marx haben sich rechtzeitig vor Ende des Jahrtausend führende Köpfe im Cluetrain Manifest zusammengetan, um der Tradition mit 95 Thesen neuen Schwung zu geben – und das wurde dann in immer kürzeren Zeitabschnitten dankbar von einigen aufgegriffen.

Erwähnenswert das 15-thesige Slow Media Manifest, das auf den ersten Blick die Tradition des intellektuellen Anspruchs der Manifestierer der letzten Jahrhunderte fortsetzt und sicherlich das schwelende Gefühl einer beachtlich großen Gruppe im digitalen Alltags-Dschungel Gehetzter widerspiegelt. Das Media-Manifest kommt mit 12 Thesen aus und lehnt sich optisch stark an die historischen Vorbilder an; es bleibt allerdings nicht verborgen, dass es sich um das Akquisitionstool einer Agentur handelt, auch wenn inhaltlich die grundsätzlichen Marketing-Tendenzen des neuen Jahrzehnts trefflich skizziert sind.

Bleiben einige Fragen: Brauchen wir jetzt in immer kürzer werden Abständen ständig neue Internet-Manifeste? Ist es legal, die von Luther und Cluetrain vorgegebene Zahl von fünfundneunzig auf ein Dutzend oder wenig mehr zu reduzieren? Ist ein Manifest nicht immer non-profit? Oder: Ist nach dem Cluetrain Manifest jetzt nicht wieder Ruhe angesagt und wir beschäftigen uns jetzt 100 Jahre mit den Konsequenzen und der Verarbeitung dessen, was da so schwelte, uns alle überrumpelte und wir nun eine ganze Zeitlang brauchen werden, um uns freizustrampeln und unsere eigene Linie zu finden?”

Prof. Dr. Klemens Skibicki, Deutsches Institut für Kommunikation und Recht im Internet (DIKRI)
“Karl Marx und Friedrich Engels beschrieben in ihrem Kommunistischen Manifest 1848 diese Unruhe als „ein Gespenst geht um in Europa…“ Damals konnte zwar jeder den gesellschaftlichen Umbruch der industriellen Revolution mit dem Wachsen der Städte, industrieller Massenproduktionsweisen und dem Entstehen der Arbeiterschicht als einer neuen gesellschaftlichen Schicht sehen und den neuen Geist spüren – die Macht und die Auswirkungen waren jedoch kaum zu überblicken. Jahre später führten die einst verfassten Grundlagen zu neuen Machtorganisationen wie den sozialdemokratischen Parteien und andernorts sogar zu blutigen Revolutionen wie in Russland.

Die Autoren der „95 Thesen des Cluetrain Manifests“ von 1999 waren ihrer Zeit genauso voraus als sie die Basisthese „Märkte sind Gespräche“ formulierten. Geschichtsbewusst drückten sie die Kraft dieser Aussagen durch die Anlehnung der Titelwahl an die 95 Thesen von Martin Luther und das Marx`sche Kommunistische Manifest an – elegant, aber nur für eine kleine Elite verständlich. Ein Jahrzehnt später wird die mächtige Veränderung durch die neuen Kräfte von Facebook, YouTube, Twitter & Co auch von der Masse abseits der Vordenker gespürt. So wie sich bürgerliche Schichten im 19. Jahrhundert sich teilweise durch die neuen Kräfte bedroht fühlten, werden heute langsam alle Branchen erfasst und viele fürchten um ihre Geschäftsmodelle, so dass sie Orientierung und neue Leitlinien für die Social Media Revolution suchen. Diese Suche mündet in der Formulierung solcher Manifeste als Antwortmöglichkeiten – wobei ich unsicher bin, ob den meisten der historische Kontext der Wortwahl geläufig ist ;-)

Die Frage der Notwendigkeit solcher Manifeste zu diesem Zeitpunkt ist für diejenigen, die schon seit Jahren bewusster Teil des Ganzen sind, zu verneinen – das Erwartete ist eingetreten. Die Masse ist aber bekanntlich träge und braucht länger, um die Welt um sie herum zu verstehen – wenn die Formulierungen Ihnen helfen und sie die richtigen Schlüsse für ihr Business ziehen können – warum dann nicht?”

Richard Joerges, Becker.Joerges.agile communication.
“Manifest ist ein großes Wort für große politische Ziele und Programme, vom Kommunistischen Manifest, bis zum Manifest der 2.000 Worte im Prager Frühling. Da mitzuhalten wird für so manches neue so genannte Manifest schwierig. Cluetrain Manifesto, ok. Das schlug ein wie eine Bombe und letztendlich zehrt unser Berufsstand immer noch davon. Aber jede noch so gute neue Idee gleich in ein Manifest packen? Sind Programm, Absichtserklärung, Verhaltenskodex nicht meistens die adäquateren Worte?

Die Bereitschaft im Mitmach-Web, Erfahrungswerte und Vorstellungen via eines Manifestes in ein gemeinsames Verständnis und bestimmte Zielsetzungen mit Blickrichtung Zukunft fließen zu lassen, sind unschätzbare Momente der Kulturentwicklung durch Kommunikation und Diskussion. Jedoch sollten sie angesichts der wachsenden Zahl von Veröffentlichungen nicht überbewertet werden. Gerade bei Ideen, die wichtige Zusammenhänge oft verkürzen oder zugespitzt Außenwirkung und Verbreitung anpeilen, laufen Gefahr, inhaltlicher Breite und qualitative Tiefenschärfe zu vernachlässigen. Einer Idee folgt die nächste, doch an Optionen für eine realitätsnahe Einordnung mangelt es. Häufig folgt prompt die nächste Veröffentlichung zum Thema – auf Kosten fokussierter Aufmerksamkeit.

Bestenfalls bleiben Ideensammlungen hilfreiche Anregungen, um Diskussionen zu fördern und Alltagssituationen einzuschätzen. Zu Manifesten geraten sie dadurch jedoch nicht. Denn auch zuviel Pathos macht manchmal verwechselbar.”

Stefan Pfeiffer, IBM Deutschland
“Derzeit nehme ich sehr viel Negativberichterstattung zum Netz wahr. Es wird gewarnt, gewarnt, gewarnt … Und die positiven Möglichkeiten fallen hinten runter. Ich glaube wir brauchen vor allem Aufklärung und Ausbildung für die Anwender im Umgang mit dem Netz. Im Unternehmen können hier Social Media Guidelines helfen. Nicht im Sinne von Vorschriften sondern Hilfestellung.”

Gerald Hensel, Neue Digitale / Razorfish
“Ich persönlich mag ja Definitionen. Eigentlich könnte man meinen, dass ich deshalb auch Manifeste mag, aber tatsächlich glaube ich, dass es sich hier fast immer um PR-Vehikel dreht. Ausnahmen bestätigen bekanntlich auch hier die Regel: Das Cluetrain Manifesto ist ein inhaltlicher Meilenstein in der Industrie und sollte von jedem gelesen werden. Dass aber Hinz und Kunz 10 unbelegte und normalerweise mässig argumentierte Thesen neu übertiteln und das dann ein Manifest nennen, finde ich eher ziemlich peinlich. ”

Spot On!
Manifeste können initiieren, revolutionieren und zum Umdenken anregen. Ja, ich unterschreibe “Slow Media” – erscheint notwendig ohne Personal Web Manager. Ja, “Cost-Per-Thousand Dialogues” klingt spannend. Doch kommt nicht “Cost-Per-Unique User” zuerst? Ja, Publisher brauchen eine effizientere Vermarktung, aber gleich ein Manifest kreieren und dann als Selbstzweck zu vermarkten? Ich weiß nicht…

Natürlich interessiert mich Eure Meinung! Lasst Eurem Geist freien Lauf zum diesem Thema Manifeste. Vielleicht entsteht ja so ein neues z.B. Social Web Manifest, mit Nachhaltigkeit – welches auch in 10 Jahren noch so glänzt, wie das Cluetrain Manifest heute.

Social Micro-Payment: Flattr = Paid Trend mit Zukunft?

Die meisten meiner Follower und Fans werden mitbekommen haben, daß mir die Verwirklichung des Paid Service Gedankens sehr am Herzen liegt. Es wird Zeit, daß sich auch wertvoller Content vermarkten lässt.

Aber bitte nicht die Diskussion um Paid Content, sondern weiterhin zukünftig bei Paid Service bleiben. Was die Verlage nun über Jahre nicht geschafft haben, will nun Peter Sunde schaffen – Gründer von The Pirate Bay. Sein Projekt heißt Flattr.

Flattr ist ein Social Micro-Payment Vision, die bisher noch nicht am Gedankenstart war. Aber sicherlich nicht nur den Micro-Content Anbietern gefallen dürfte…

Flattr läuft in der Beta und man kann sich als Content Anbieter um einen Account bewerben – Email Adresse abgeben genügt. Gleich vorweg: Reich wird man damit nicht!

Wie funktioniert Flattr?
Der Internetnutzer zahlt einen fixen monatlichen Obulus. Wer die Seite eines Content-Anbieters besucht, findet neben den Inhalten einen Flattr-Button. Wenn der Inhalt gefällt, wird geklickt. Am Monatsende werden die Klicks des Nutzers gezählt und der eingespielte Betrag entsprechend dann unter allen Empfängern anteilsmäßig verteilt.

Spot On!
Die Idee klingt gut. Der Teufel steckt in der Umsetzung und die hat es in sich. “Every month the Flattr User pays a small fee.” Wer bezahlt denn da eigentlich? Eine Vorauszahlung für Content, den ich vielleicht gar nicht bekomme oder konsumiere? Soll das eine Art Donation-System sein? Hmmm, ist das ein gangbarer Ansatz?

Und dann mag ich gar nicht ausdenken, wie sich das auf die positiven Kommentare in Blogs und RTs auswirkt. “Hey, ich hab schon bezahlt. Lassen wir das mit dem RT oder Kommentar mal…”

Oder liege ich mit meiner Sichtweise falsch…? Nochmal die Idee ist irgendwie cool, aber auch bis zu Ende gedacht?

Das ist der Gipfel – Copycat als Trendsetter?

Was ist eine Business-Partnerschaft heute noch wert? Welche Nachhaltigkeit haben Partnerschaften zwischen Unternehmen im heutigen schnellebigen Wettbewerb um Kunden? Was interessieren manche Firmen ihre Business-Partner von gestern? Ein paar Fragen, die mir heute durch den Kopf gingen, als mir diese Anzeige eines Event-Veranstalters vor die Augen kam (siehe Foto unten links).

Aufgrund des Layouts und der textlichen Gestaltung fühlt sich der Interessent an das Trendforum (Flyer 2009, Foto rechts) erinnert. Die Veranstaltung Trendforum des Management Forums Starnberg in Zusammenarbeit mit der Verlagsgruppe Handelsblatt würde in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feiern. Da ich in den letzten beiden Jahren Partner des Trendforums war und deren Leitlinien der Veranstaltung kenne, habe ich natürlich der Anzeige Aufmerksamkeit geschenkt.

Doch es stellte sich heraus, daß es dabei gar nicht um das Trendforum geht, sondern um den Trendgipfel?!

Neupositionierung? Umorientierung? Umbenennung? Oder Präventivschlag? Offensichtlich Letzteres! Es ist eine Trend-Veranstaltung, die irgendwie als Copycat daherkommt. Ist das nun trendy?

Die Veranstaltungspromo gipfelt darin, daß eine der Veranstaltungspartner des ehemaligen Trendforums einen Alleingang macht: die Verlagsgruppe Handelsblatt. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als ob das Management Forum Starnberg weiterhin Partner ist – dem ist aber nicht so. Die Partnerschaft zwischen den Veranstaltern wurde letztes Jahr gekündigt seitens des Verlages. Jetzt ist klar warum.

Der ehemalige Businesspartner des Trendforums und dessen Ideengeber Frau Wiedmaier, Geschäftsführerin des Management Forum Starnberg, wurde nicht informiert. Der Titel wurde kurzerhand geändert. Die URL beihalten und “umgelenkt”. Das Layout und Design ist ebenfalls nahezu unverändert. Ein richtiges neues Logo ist nicht erkennbar. Einfach mal schnell bemerkt (siehe Post-It Kommentar rechts), daß der Event “Dieses Jahr im Juni” stattfindet. Obwohl es bisher noch gar keinen Trendgipfel gab?!

Das Trendforum wird es aber auch weiterhin geben – geplant ist es für den 23. und 24. November 2010.

Ist das nun der Gipfel oder ein cleverer Schachzug?

Spot On!
Das Konzept des Trendgipfels wendet sich an “Vorstände, Geschäftsführer, Marketing- und Vertriebsleiter”. Befassen die sich wirklich Marketing- und Vertriebsleiter mit den Trends der Zukunft? Oder sind das nicht eher die Unternehmesleitung, strategische Planungstellen und Trend- und Innovations-Management, die bisher durch das Trendforum addressiert wurden?

Manchmal wundert man sich über die Strategien der führenden deutschen Verlagswelt. Und auch über deren “Sateliten-Business”, welches das Unternehmens als Trendsetter erscheinen lassen soll. Und man frägt sich, welches Grundverständnis heutigen Business-Partnerschaften zugrunde liegt.

Web 2.0 und Unternehmensführung: Diskussion zum Status 2010

15.01.2010 von Martin Meyer-Gossner  
Kategorie Webstrategie

webstrategieFür die Süddeutsche Zeitung 1,90 EUR zu investieren, ist heutzutage für so manchen Blogger ungewöhnlich. Für mich war es das gestern nicht. Stand da doch einiges über Web 2.0 Strategien und die aktuelle Zukunft des Web zu lesen: vom Streit zwischen Google und China, über die Safttante sowie diversen mit ihrem Unternehmensblog zusammengebrachten Hintergründen und taktischen Anregungen zu Erfahrungen für Unternehmen.

Die Zukunftsvisionen für Unternehmen wurden mal wieder von Don Tapscott, Web-Berater und Autor der Bücher Wikinomics und Grow up digital, in einem Interview zum Ausdruck gebracht. Erst kürzlich hatte er den Titel seines neuen Buches “Rebuilding the world” über sein Blog gesucht, sprich: Kollaboration mit seiner Community hat ihm bei der Titelfindung geholfen.

Das Interview möchte ich als Ansporn zur Diskussion Web 2.0 in der Unternehmensführung nehmen. Tapscott regt Unternehmen an, die Web 2.0 Grundprinzipien offene Diskussion, transparenteres Innovationsmanagement und zukunftsfähige Kollaboration verstärkt einzusetzen und zu fördern. Schließlich könne man mit deratigen Netzwerkmodellen “sein Geschäft ausbauen”.

Auf die Frage ‘Warum macht es dann nicht jeder?’ entgegnet Tapscott:

“Weil eingefahrene Gewohnheiten schwer zu ändern sind. Vor 30 Jahren sagten Kritiker, Manager werden nie internetfähige Computer nutzen – weil sie nicht selbst tippen werden. Können Sie sich das vorstellen? Der gesamte Wechsel zur Internetgesellschaft wurde mit diesem einen Argument in Frage gestellt. Und genauso ist es heute. Eine Web2.0-Kultur würde die Machtverhältnisse in Firmen von grundauf verändern. Daran haben viele Unternehmensführer überhaupt kein Interesse.”

Moment!? Ist das wirklich heute noch so? Sind Unternehmensführer wirklich so internet-resistent? Können sich Unternehmensführer das noch leisten in der Zukunft? Ändern sich Machtverhältnisse in Euren Augen? Was wird sich ändern? Wird es weiterhin 30 Jahre dauren, bis Kollaboration zwischen konkurrierenden Unternehmen stattfindet.

Es gibt so viele Social Media und Social Web Berater neben Don Tapscott (vielleicht noch nicht so bekannt wie er, ok…). Jeder trägt einen gewissenen Erfahrungsschatz aus seiner Beratung von Unternehmen zu dem Thema. Teilt ihn mit uns. Lasst uns die Diskussion führen und alle davon profitieren.

Social Media für die Produktentwicklung – AUDI läßt Facebook Fans das Auto der Zukunft designen

17.12.2009 von Martin Meyer-Gossner  
Kategorie Social Media

Immer mehr Marken wagen den Versuch, mit der Social Web Welt die Kreativität der Social Medians anzusticheln. Egal ob Brauerei oder Automarke – Social Media ist im Trend. Der Unterschied: Die einen nutzen es als Marketing-Tool und die anderen zur Unterstützung der Produktentwicklung.

Nachdem die Crowd Scourcing Ansätze von Dell und Starbucks erfolgreich waren, will nun AUDI das Auto der Zukunft mit dem Designer-Wettkampf “Youth Mobile 2030″ entwickeln lassen – von Facebook Fans.

Inzwischen hat man auch hier erkannt, daß man sich vom loyalen Kunden das beste Feedback holen kann, um das Brand zu stärken. Als taktisches Mittel Social Media einzusetzen, erscheint als Kundenbindungsinstrument immer beliebter zu werden. Nun will man also auch AUDI die kollaborative “Masse der Bekennenden” zum Innovationsinput motivieren.

Audi stellt Videos des Designprozesses in Facebook ein, begleitet den Contest mit Informationen und hört genau auf das Feedback und die Fragen der Teilnehmer um herauszufinden, welche Tools die Fans im Auto der Zukunft haben wollen. Bei fast 400.000 Fans wird sich wohl ein ordentliches Engagement zur Zukunftsvision eines Autos einstellen – und AUDI hat sein Ohr ganz nah am Kunden.

Spot On!
Die Meinungen gehen jetzt schon auseinander, ob man die Konsole mit Twitter oder Facebook im Auto integriert haben muß – wie inzwischen auch Google Earth im A8. Grundsätzlich macht die Idee von AUDI was her. Ob Sie erfolgreich ist, hängt aber nicht nur von der Einigkeit der Community ab. Erst kürzlich hat Mercedes den Versuch gewagt, die Community der Marketing-Bloggoshpäre einen neuen Claim entwickeln zu lassen. Die Anzahl der Einträge war zahlreich, das Ergebnis ernüchternd. Die Idee blieb erfolglos. Mercedes änderte nichts. Man hat weiterhin keinen Claim. Die Ernsthaftigkeit der Aktion erschien fragwürdig. Hoffen wir, daß es bei AUDI ein besseres Ende hat…

2010: Online ROI – eine Herausforderung für Unternehmen

mausDie Lösung auf die folgende Frage ist komplex: Wie sollen Unternehmen zukünftig Online ROI messen? In Zeiten der Display-, Affiliate- und Search-Werbung wurde Erfolgmessung sehr einfach gehalten. Page Impressions, Clicks, Leads, Sales – Ende. Mit dem Aufkommen von Social Media ist das Thema Online Measurement komplexer geworden.

Im Vor-Web-2.0-Zeitalter gab es eine Formel, die hat alles andere in den Schatten gestellt. Sie basierte auf dem Click, den offensichtlich immer noch zahlreiche CMOs als die entscheidene Messgröße für ihre Online Massnahmen erachten. Der Click galt als Basis des digitales Vermarktungs-Manifests.

Die Formel des bisherigen Online ROI ging ungefähr so…

Page Impressions und Clicks konvertieren zur Klickrate, die Leads und letztlich (hoffentlich) Umsätze generiert.

Und dieser Formel entsprach auch die Wertigkeit in der Online-Vermarktung Cost-Per-Mile (CMP), Cost-Per-Click (CPC), Cost-Per-Lead (CPL), Cost-Per-Sales (CPO). Einfach, klar, pragmatisch.

Der Marketier ist damit zufrieden, der Sales-Mann weniger (meist aufgrund minderwertiger Leads und damit verbundener flukturierender Umsätze). Es mangelt an Transparenz. Die Geschäftsführung gilt als überfordert. 2010 soll alles anders werden.

2009 entzieht die IVW der Page Impression die Macht, der Visit soll zum ‘Golden Surfer’ werden. Eine englische Studie der Online Publisher Association (OPA) zieht nach und stärkt die Effizienz des ’stillen Click’ und der Wertigkeit des Kontextes.

Hinzu kommt Eyeblaster, allen voran Dean Donaldson, welche noch die Dwell-Time erfinden. Effizienzmessung von Web-Aktivitäten im Web wird zu einer Herausforderung für Unternehmen. Und treibt man es auf die Spitze müßte man eine Eye-Movement-Studie betreiben, um die zeitlich-basierte Aufmerksamkeit zu messen, die Online-Werbung geschenkt wird (ähnlich den Copy-Tests aus dem Printzeitalter).

Als weitere Herausforderung kommen jetzt zahlreiche Social Media Aktivitäten hinzu. und auch hier sucht man eine verlässliche Messgröße zur Rechtfertigung des Aufwandes. Schnell bildet sich die Arbeitsgemeinschaft Social Media und stellt eine neue Social Media Währung vor: Share of Voice oder Share of Buzz. Ein vom Konzept her schlüssiges Modell, nur in der Praxis fragwürdig in seiner Machbarkeit, Handhabung und Vermarktungsrelevanz. Ein vergleichbares Mass wie die CTR gibt es in der Social Media Industrie vermutlich noch lange nicht. Vermutlich auch nicht 2010.

Die Komplexität der Messung des Social Media ROI verdeutlichen wir mal am Beispiel einer Viralkampagne, die mittels Social Media Buzz Reichweite und Ergebnisse generiert. Früher hatte der Click Relevanz. Es war eine einmalige kurzfristige Bewertung ohne Messung der Langzeitwirkung. War die Kampagne beendet, war die Messung vorbei. Ob der Click von der gewünschten Zielgruppe des Buchenden kam, war zweitrangig.

Bei einer Viralkampagne stellt sich aber aufgrund der Zielgruppen-Transparenz die Frage nach der Effizienzmessung ganz anders dar. Alle diese Werte gewinnen erst im Context und in ihrer semantischen und konkludierenden Aussage an Relevanz für den Werbetreibenden.

Fragen kommen auf wie…

Wieviel zeitliches Engagement schenkt der User seinen sozialen Aktivitäten bzw. dem Engagement der Unternehmen?
Wie bewerte ich eingehende Kommentare auf Blogs, Micro-Blogs oder Social Networks?
Wie wertet man einen Retweet im Vergleich dazu?
Von wem kommen welche Kommentare und Aktionen?
Wie verbreiten sie sich über diese Person und an wen?
Wie relevant ist die Zielgruppe des/der Verbreitenden für den Werbekunden?
Wie bezieht man Ratings in die Messung auf Video- oder Bewertungs-Plattformen mit ein?
Was ist mit den Aussagen, die ich gar nicht sehen kann, weil eine Front Door bei Social Networks mir den Zugang zu Ergebnissen versperrt?

Ohne individuell-subjektive Definion von Messeinheiten, jedes Unternehmen für sich, bleibt jede Social Media ROI Messung wertlos, und Social Media Marketing Messung erst recht. Die definierte Metrik muß im relevanten Zusammenhang mit dem gewünschten Ergebnis stehen – sprich individuell den Erfordernissen der Unternehmensstrategie oder der Intention der jeweiligen Social Media Aktivität angepaßt werden. Erhöhung von Visits auf der Webseite? Generierung von Fans oder Followern? Eingelöste Coupon über eine Community? Erkenntnisse über Brand-Bekenntnisse erzielen? Oder wirklich online Verkäufe generieren?

Jedes Profil eines aktiven Social Median, sein Social Graph, hat in seiner Nachhaltigkeit und seinem Empfehlungswert innerhalb und außerhalb “seiner” Social Community unterschiedliches Gewicht. Hier den wahren relevanten Messwert festzulegen, ist Sache der Werbetreibenden. Auf der Webcific habe ich die neue Währung mal als “Cost-Per-Engagement” bezeichnet, um die Relativität des Wortes in Frage zu stellen und dennoch die Relevanz des Wortes für die Zukunft klar zu machen.

Engagement beginnt mit der Kommunikation zum Kunden und hört nicht auf, wenn dieser beim Unternehmen bestellt. Dort gilt es aber das Engagement aufrecht zu erhalten via Email Kampagnen oder traditionellen Online-Aktivitäten. Denn Kundenbindung läuft auch außerhalb der Social Media Sphären ab. Engagement als Messgröße von Social Media zu definieren, kann auf dem Unternehmens-Blog anders aussehen als auf Facebook oder Twitter. Ein ganz entscheidender Faktor im Social Web der immer wieder vergessen wird ist: Kampagnen haben einen Anfang und ein Ende. Das ist bei Social Web Kommunikation nicht der Fall.

Die KPI Formel in Zeiten des Social Web könnte lauten…

Reichweite und Engagement konvertieren in sozialen Aktivitäten, die zu Lead-Multiplikatoren werden und (vermutlich) Umsätze aus Umsätzen generieren.

Die zukünftige Messung von Online ROI sollte sich daran orientieren, wieviel Kommunikations-Output über die verschiedensten Social Media Medien muß eine Firma leisten, bis das Markenversprechen Glaubwürdigkeit gewinnt und Kundenkommunikation entsteht. Daraus ergeben sich Engagements, die ich eben als “soziale Aktivitäten” bezeichnet habe, die es zu definieren gilt. Sie sind es die Gespräche nach sich ziehen für die Multiplikation von Botschaften aus der PR-, Marketing- und Salesabteilung.

Spot On!
Die Messung des Social Web ROI ist ein langfristiger Prozess. Metriken aus Shares, Posts, Kommentare, Ratings oder Tweets ersetzen die alte Click-Metrik. Denn die neuen Metriken bleiben dem Web dank Social Search Integration langfristig erhalten. Kommunikation ist dynamisch und so kann es sein, daß das banale Favorisieren von gestern, morgen zahlreiche soziale Aktivitäten und Gespräche ergibt.
Wer Social Communicartion beherrscht, der generiert Brand-Peers und Brand-Vangelist (wie ich sie immer gerne nenne). Aus meist anonymen Plattform-Usern werden heute Fans, Follower, Blog-Leser und Community Mitglieder. Sie alle haben Namen, sind transparent; ein riesiger Vorteil der heutigen Webgespräche. In dem entscheidenden Moment, in dem sie anfangen mitzudiskutieren, können sie essentiell wichtigen Multiplikatoren der Botschaft einer Marke oder eines Unternehmens und somit Messgrößen werden. Doch Unternehmen sollten bedenken, daß die Kommunikation überall stattfinden kann und entsprechend darauf ihre Webstrategie ausrichten. Diese moderne Webkultur sollte Engagement-Metriken oder Policies zwischen Sales und Marketing verankern. Ansonsten monitort, mißt, analysiert man umsonst und wird die Herausforderung auch 2010 nicht meistern.

Social Media Strategie? – Studie der 100 größten Werbemarken…

Eine aktuelle Studie der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Agentur Construktiv besagt, daß inzwischen 60% der größten Marken in Deutschland auf Social-Media-Seiten aktiv sind. Untersucht wurde der Einsatz von Facebook, Twitter, YouTube und Blogs bei den 100 Brands mit den “größten Werbegeldern”. Die konkludierenden Aussagen der Studienmacher wirken allerdings etwas oberflächlich.

Interessant sind dabei zwei Ergebnisse der Executive Summary…

Social Media 100 Top1. Welches Social Netzwerk und wie die Firmen dieses nutzen?
- 25% beschränken sich auf den Einsatz von einer Social Media-Plattform, ein Drittel der Marken nutzt zwei oder drei.
- 39% der befragten deutschen Unternehmen nutzten Twitter, 37% YouTube und 28% Faceboo, 12% setzen auf Corporate Blogs
- 5% nutzen alle untersuchten Social Media Plattformen: Sparkasse, RWE, Süddeutsche Zeitung, Hornbach und Vodafone

2. Wie werten die Studienmacher die Ergebnisse?
Etwas unverständlich und ungestützt wirkt die Aussage: “Eine umfassende Social Media-Strategie ist
noch die Ausnahme: Nur 5% bedienen zugleich Facebook, Twitter, YouTube und Corporate Blogs.”

Das lasse ich jetzt mal wirken auf meine Leser…

Wer besagt denn, daß eine umfassende Social-Media-Strategie die Klaviatur aller dieser vier Medien umfaßt? Macht es wirklich für alle Unternehmen Sinn hier überall präsent zu sein? Oder gibt es vielleicht auch Ausnahmen und sind deshalb die Banken, chemische Industrie und Lebensmittelhersteller noch etwas zurückhaltender (nicht mehr als 50% sind hier aktiv)? Und was ist mit XING oder LinkedIn? Oder mit Sevenload? StudiVZ oder MySpace? Oder mit den Bookmarking-Diensten? Die gehören also nicht zu einer Social Media Strategie? Oder doch…?

Auch die nachfolgende Aussage ist würdig, überdenkt zu werden. “So lässt sich (…) erkennen, dass die Top-5 Marken „Der Spiegel“, „Süddeutsche Zeitung“, „Hornbach“, „FOCUS“ und „Vodafone“ allein 54,3 Prozent aller Videos, Tweets, Artikel oder Nachrichten produzieren”. Das sind allein drei Medien-Marken, die auf Clicks zur Vermarktung ihres Contents setzen. Hier zählt noch der Gedanke an Reichweite und Quantität. Die Frage ist, ob hier Zielgruppen-Affinität und inhaltliche Qualität die Folge ist. Eine Frage, die sich auch alle Firmen stellen sollten, die auf Social Media setzen wollen. Und es ist ein Mobiltelefon-Provider, der sich schon ganz ordentlich in der Social Media Welt ins Gespräch gebracht hat. Ob positiv oder nicht, können andere beurteilen…

Spot On!
Wenn man am Schluß als letzten Punkt schreibt: “Generell gilt: Je aktiver Social Media betrieben wird, desto stärker ist die Resonanz der Internetnutzer”, klingt das sehr… generell. Gilt das nicht auch für gute Online-PR, gutes Webmarketing, aktive Salesarbeit und ordentlichen Kundendienst. Letztendlich ist doch die Frage, ob und wie der Social Media Einsatz in eine unternehmenseigene schlüssige Webstrategie und noch weitergehend in die Businessstrategie integriert wird. Ob die Kommunikation der internen Kultur entspricht und administrativ im Back-End aufgefangen werden kann, ob sie extern authentisch wirkt, ob sie nachhaltig aufrecht erhalten werden kann sowie einen zukunftsträchtigen Einsatz innnerhalb einer Kommunikationsstrategie findet. Hier bietet die Studie leider wenig Anhaltspunkte hinsichtlich eines strategischen Ansatzes…

Die verdeckten Strategien des Internet-Giganten Google

07.12.2009 von Martin Meyer-Gossner  
Kategorie Webstrategie

Google ÖkonomieEs wurden schon viele Bücher über Google veröffentlicht, aber nur wenige, die über den strategischen Tellerrand hinaus schauen. The Strategy Web hat sich mit Veit Siegenheim, Co-Autor des Buchs “Die Google-Ökonomie: Wie der Gigant das Internet beherrschen will” unterhalten. Er hat das Buch zusammen mit Dr. Ralf Kaumanns geschrieben.

Q: Herr Siegenheim, Sie haben in ihrem Buch die Strategien und Taktiken des Konzerns umfassend analysiert. Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?

Veit Siegenheim Google zeigt ein sehr breites Spektrum an Strategien, Taktiken und Vorgehensweisen, um seine Ziele zu erreichen und im Wettbewerb bestehen zu können. Grundsätzlich kann man auf drei Aspekte verweisen. Erstens: Google versucht, seine Erlösquellen zu schützen und weiter auszubauen. Schaut man auf die Finanzkennzahlen so kann man feststellen, dass die Abhängigkeit von den Umsätzen, die über die eigenen Angebote generiert wurden in den letzten Jahren von 50 Prozent auf fast 67 Prozent gestiegen ist. Dies ist erstaunlich, da dadurch die Abhängigkeit von seiner wichtigsten Erlösquelle immer weiter steigt und ganz entgegen dem Bemühenist, die Erlösquellen diversifizieren zu wollen. Google erzielte im Wesentlichen auch hieraus das Wachstum der letzten Jahre. Konsequent wurde Werbung in alle möglichen kostenlosen Dienste integriert und mit neuen Werbeformen experimentiert. Zweitens: Google versucht die Regeln des Wettbewerbs im Internet nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen. Dies erfolgt über das Bemühen aus seiner Technologie oder aus seinen Konzepten de-facto-Standards machen zu wollen. Ein wesentliches Element spielt hier Open Source. Indem man viele Technologien und technische Konzepte als Open Source bereitstellt, hofft man, dass möglichst viele Entwickler auf den Zug aufspringen und sich dadurch ein de-facto-Standard bildet – der natürlich dann mit anderen Standards im Wettbewerb steht. Drittens: Google versucht gnadenlos sein Geschäftmodell der Werbefinanzierung überall dort durchzusetzen, wo sich der Konzern einen Vorteil im Wettbewerb und eine Akzeptanz der Nutzer verspricht. Dabei setzt man Werbung als Refinanzierung auch dort ein, wo dies vor ein paar Jahren noch nicht denkbar erschien.

Google_ÖkonomieQ: Was ist das Besondere am Vorgehen von Google im Wettbewerb im Internet?

Veit Siegenheim Google zeigt bei genauem Hinsehen auf zwei sehr unterschiedliche strategische Ansätze, sein Geschäftsmodell zu schützen und sich im Wettbewerb zu behaupten. Für alle kostenlosen Dienste und Anwendungen für die Webnutzer verfolgt Google eine klassische Produktführerschaftstrategie. Diese zeichnen sich beispielweise durch eine hohe Innovationsgeschwindigkeit aus. Immer neue Features und Funktionen werden entwickelt. Viele Produkte laufen mit kleineren und größeren Fehlern (Beta Phase) und werden mit dem Feedback der Nutzer verbessert. Flankiert wird dies durch die sehr starke Marke Google, die für Innovation und Vertrauen steht. Interessanterweise setzt Google auch nur hier auf die Karte Open Source. Im zweiten strategischen Ansatz, der Systemführerschaftsstrategie im Bereich der Werbeplattform rund um AdWords und AdSense ist von Open Source keine Spur mehr. Die Systemführerschaft, die Google bei der Werbeplattform verfolgt, ist weithin unbekannt und sehr intransparent. Dies haben wir in unserem Buch näher analysiert und beleuchtet.

Q: Ein wenig ausführlicher bitte…

Veit Siegenheim Ein strategisches “System” ist als eine umfassende Problemlösung zu verstehen, die aus einer Reihe komplementärer Anwendungen und Möglichkeiten besteht, die sich im Sinne der Problemlösungsqualität für den Werbekunden vorteilhaft ergänzen. Ein System besteht aus Schlüsseltechnologien wie AdWords und begleitenden Leistungen wie dem Ad Manager, Analytics oder dem Ad Planner, die konstituierende Bedeutung für die gesamte Systemleistung haben. Diese Bedeutung kann beispielsweise durch ein hohes Maß an Innovation oder die integrierende Rolle innerhalb des Systems zustande kommen. Die Systemführerschaftsstrategie setzt ein Produkt mit Schlüsselproduktpotenzial voraus. Bei Google sind dies AdWords und AdSense. Durch das Schlüsselproduktpotenzial entstehen so genannte Lock-In-Effekte, das heißt, der Werbekunde ist in besonderem Maße an Google gebunden, weil bei einem Wechsel zu einem neuen Konkurrenzanbieter mehr oder minder hohe Hürden im Wege stehen und entsprechende Wechselkosten und Wechselrisiken anfielen.

Q: Inwieweit hat das Social Web die Denke von Google verändert?

Veit Siegenheim Das Selbstverständnis von Google ist geprägt und durchdrungen von der Welt der Algorithmen und dem Glauben von der universellen Messbarkeit der Dinge. Das Social Web und im besonderen Facebook verfolgt hingegen vielmehr die Vision eines persönlicheren Internets, in der unser Beziehungsgeflecht, unser Netzwerk an Freunden, Bekannten, Kollegen oder Leute mit gleichartigen Interessen unsere primären Quelle von Informationen, Kommunikation und Neuigkeiten ist – halt so wie im richtigen Leben. Dem Motto von Google die Informationen der Welt zu organisieren und verfügbar zu machen, setzt Facebook ein deutlich anderes Motto entgegen: den Menschen die Macht zu geben, sich mitzuteilen, und dadurch die Welt offener und enger verbunden zu machen. Zum Leidwesen von Google, komplett abgeschirmt für deren Suchcrawler. Der Erfolg von Seiten wie Facebook lässt an einer zentralen Stelle im Internet einen immer größer werdenden blinden Fleck für Google entstehen. Immer größere Aufmerksamkeitsströme verlagern sich in das Angebot von Facebook. Es entsteht so etwas wie ein Internet im Internet, mit sehr persönlichen Daten der Nutzer, betrieben auf den Servern von Facebook. Google hat dem nichts wirksames entgegenzusetzen. Das eigene Soziale Netzwerk Orkut ist nur in Brasilien und Indien von Bedeutung und dümpelte lange vor sich hin. Die Initiative Open Social kann als der verzweifelte Versuch gewertet werden, sich mit anderen sozialen Netzwerken gegen Facebook verbunden zu wollen und deren Wachstum zumindest zu verlangsamen.

Q: Schafft es Microsoft den von Google eingeleiteten Paradigmenwechsel aufzuhalten?

Veit Siegenheim Den eingeleiteten Paradigmenwechsel hin zu mehr webbasierten Anwendungen und weg vom PC-zentrierten Modell der Wintel-Jahre wird Microsoft wahrscheinlich nicht mehr aufhalten können. Dies kann man als eine logische Entwicklung und Konsequenz aus den steigenden Bandbreiten und immer leistungsfähigeren Netzen sowie immer besserer Technologien sehen. Informationstechnologie wird mehr und mehr zur Commodity wie Gas, Wasser und Strom. Amazon hat hier mit den Amazon Web Services eindrucksvoll gezeigt wie die Zukunft aussehen kann. Aber auch andere Unternehmen wie Salesforce.com gehen konsequent diesen interessanten Weg – zum Vorteil der Nutzer und Kunden. Hier ist Google durchaus nicht allein. Microsoft dürfte versuchen, die künftige Welt der Informationstechnologie auf seine Weise zu beeinflussen. Hier zeigen die Redmonder durchaus, dass sie in der Lage sind, die Entwicklungen aufzugreifen und mitgestalten zu wollen – Stichwort: Windows Azure oder internet-basierte Office Anwendungen. Wenn auch mit einem spürbaren Widerwillen, der aber auch verständlich ist, weil man viel zu verlieren hat. Ich gehe davon aus, dass Microsoft auch in den kommenden Jahren eine bedeutende Rolle in der Internetökonomie spielen wird.

Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Siegenheim.

siegenheim_veitVeit Siegenheim ist Geschäftsführerender Gesellschafter der Siegenheim & Cie. GmbH und Executive Partner bei Accenture. Seine Arbeit fokussiert sich auf die Transformation von Medien- und Telekommunikationsunternehmen, die durch die zunehmende digitale Konvergenz notwendig wird. Veit Siegenheim ist Autor verschiedener Studien, Fachbeiträge und Fachbücher sowie Redner auf Fachkonferenzen und Gastreferent an Universitäten.

10 Top Gadgets für Weihnachten

01.12.2009 von Martin Meyer-Gossner  
Kategorie Webmarketing

Jedes Jahr an Weihnachten überlegt man sich, wie man ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zaubern kann. Bei den Kindern weiß ich, wie ich das in diesem Jahr hinbekomme. Die Wunschliste ist lang genug…

Bei meinen Freunden, Followern und Fans versuche ich es mal mit ein paar tollen Gadgets. In den letzten Wochen habe ich mich also auf die Suche gemacht und war für Euch auf Trendscouting Tour für kleine, außergewöhnliche aber lustige Kunden-Geschenke zu Weihnachten.

Schaut Sie Euch an und sagt mir, wenn Euch eines gefällt. Denn von jedem Produkt wird eines verlost. Mit einem kleinen Kommentar, der mir zu verstehen gibt, was Ihr gut findet und gerne hättet, kommt Ihr in den Verlosungstopf für speziell dieses Produkt. Sprich: Gibt es nur einen der kommentiert, hat derjenige schon gewonnen.

POKEN_product-images-47409POKEN – ein Must-Have für Social Medians

Die Visitenkarte der Social Medians hat sich ihren Markt erarbeitet und findet immer mehr Anhänger. Bei einem Meeting mit einem leitenden IBM Marketier war ich überrascht, die Frage wirklich live zu erleben: “Do You Poken?” Ich dachte, ich träume. Aber bei einigen Unternehmen hat sich der Poken offensichtlich entgegen meiner Erwartungen durchgesetzt.

Firma: Poken Inc.

Load DingLoad Ding – damit das Handy auch gut schläft

Jeden nervt es, oft wird es vergessen, man ärgert sich, wenn der Akku leer ist – und keiner hat eine gute Lösung zur Handyaufbewahrung bei gleichzeitigem Laden. Wohl dem, der seinem Handy einen festen Schlafplatz angedeihen läßt. Und wenn es dann noch in einem schönen Design daherkommt, sind alle glücklich.

Firma: design-3000.de

Eipott_3_kleinEipott – der ultimative Eierbecher für die Web 2.0 Welt

Den iPod gibt es nicht in so vielen verschiedenen Farben wie den Eipott. Ob weiß, rot, lila, orange, blau oder schwarz… selbst beim Frühstück muss man jetzt nicht mehr aufpassen, daß man erwischt wird, wenn man mal schnell E-Mails checkt, in Facebook aktiv ist oder mal eben einen Tweet rausschickt. Vorausgesetzt man hat einen schwarzen oder weißen Eipott. Bei allen anderen Farb-Varianten fällt es wohl eher auf…

Firma: design-3000.de

AlDente_black_09Der Al Dente Mann – mit dem richtigen Sound Nudeln perfekt zubereiten

Wer kann Nudeln perfekter ‘al dente’ kochen, als die Italiener selbst. Aber leider hat man nicht immer einen Italiener beim Kochen parat. Da ist Hilfe doch mehr als willkommen. Der AlDente Mann geht mit den Nudeln baden und verkündet zu drei unterschiedlichen Zeiten den Härtegrad der Nudeln. Nach 7 Minuten ertönt Triumphmarsch aus Aida, nach 9 der Gefangenenchor aus Nabucco, nach 11 La Donna e Mobile aus Rigoletto. Wer also Italien mag -ob Land oder Leute- kommt um den Mann nicht herum. Cool…

Firma: Brainstream

tude_beams4Tude Beams – die neuen Stimmungsleuchten

Die Mood Beams sind offensichtlich schon Sammlerstücke. Die kleinen Kreaturen machen auf jeden Fall ordentlich Stimmung am Rechner. Inzwischen gibt es noch mehr der fröhlichen Leuchtmännchen: die “Tude Beams” in völlig neuem Design. Ich bin gespannt, wer von Euch schon von den Mood oder Tude Beams gehört hat.

Firma: Monsterzeug

BallCube StrategieBallCube – das Strategie-Spiel für 2010

BallCube erinnert ein bischen an Billard. Aber auch CounterBall hat es in sich. Es ist ein Strategiespiel, welches so spannend wie das Leben ist. Denn, wie im echten Leben auch, werden Wege blockiert und Türen geöffnet. Und obwohl das gläserne Labyrinth des faszinierenden Kubusses durchschaubar ist, ist die Zukunft, die vor euch liegt, undurchschaubar. Von Nöten sind geschickte Planung, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und geschicktes Einkalkulieren der gegnerischen Kugeln.

Firma: Herz Spiele

Twitter KissenDas Twitter Kissen – im Schlaf bei Twitter

Selbst im Schlaf kann man noch von Twitter träumen und seine Tweets rausschnarchen, wenn es denn unbedingt sein muß. Am besten macht man dies auf einem der Twitter Kissen von Craftsquatch, die in unterschiedlichen Designs aufwaretn können. Auch wenn ihr noch keine Social Media Wahnsinnigen seit, wird das kuschelige Kissen euch sicherlich gefallen. Das Vögelchen ist doch sooo süß…, wer möchte da nicht gleich mal los twittern… äh los kuscheln.

Firma: Craftsquatch

0905_Das_Goldene_PiepEi_+_GeschenkdoseDas Goldene PiepEi – bei deinem Ei piept’s wohl

Wer kennt die Szene aus Loriot nicht, in der der Mann um sein weiches Ei kämpft. Jeder möchte sein Ei eben in einer unterschiedlichen Härte. Das PiepEi gibt musikalisch den Ton an, wann man ein Weichei, ein mittelweiches Ei oder ein hartes Ei erwarten kann. Und das alles mit je einer anderen musikalischen Ankündigung. Nette Idee, bei der die Ehefrau oder Freundin nicht mehr auf ihr Gefühl vertrauen muß.

Firma: Brainstream

bar1000_final_2_-121x200Crystal Deluxe Wetterstation – die edle Wettervorhersage

Es darf auch ruhig mal ein wenig anspruchsvoller in der Wohnung und im Bürozimmer sein. Eine Wettervorhersage als Design Statement? Bei der „Crystal“ Wetterstation wurden die Wettersymbole per Lasergravur in Echtglas eingraviert und bei der neuen Wetterstation bestehen die Wettersymbole aus funkelnden dreidimensionalen Crystallized Swarovski Elementen.

Firma: Oregon Scientific

Und Nummer 10?
Nun werdet Ihr sagen, das waren aber doch erst 9 Gadgets?! Richtig… Ist ja auch ein Blog. Web 2.0, Collaboration und so weiter. Und wer einen Link von The Strategy Web auf sich haben möchte, der sollte sein Gadget im Kommentar in Kurzform darstellen. Vielleicht wird es dann die Nummer 10, um die ich offiziell den Post erweitern werde.

LaCie iamaKey USB-Flash-Laufwerk (Die Nummer 10!)
USB Key

Das ist wahrlich eine geniale Idee: Die USB-Festplatte als Schlüssel. Endlich schleppt man nicht mehr irgendeine Festplatte mit sich rum, sondern hat einfach die wichtigsten Daten am Schlüsselbund. Jetzt muß nur noch die Firma LaCie auf uns zukommen und dann verlosen wir noch einen oder zwei davon. Also, mal sehen, ob hier Social Media Monitoring betrieben wird… ;-)

Firma: LaCie

Teilnahmeschluss ist Freitag 18.12.2009. Sonst kommt es ja nicht mehr rechtzeitig auf den Gabentisch! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

PS: Vielen Dank an die Produktlieferanten…!

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