Partizipation 2.0: Gedanken zur Teilnahme an Web-Events

Liest man sich so die letzten Nachlesen zur re:publica durch -hier, hier, hier und hier- so bilden sich mehr und mehr Falten auf meiner Stirn. Nachdenkliche. Fragende. Suchende. Wo ist der Mehrwert der Partizipation an solchen Veranstaltungen über die Zukunft des Web, die da in London, Paris, New York oder eben auch Berlin stattfinden?

Bei jeder Web-Veranstaltung überlege ich: “Teilnehmen oder nicht?” Teilnehmen ist heute mehr Arbeit denn je. Aber nur, wenn ich denn partizipiere, wie das heute heisst. Aber ist Partizipation nun gleich Partizipation? Und wenn ja, wie definiere ich zukünftig das Luxusgut offline einem Event beizuwohnen? Tweets schreiben, Blogpost Resumee anfertigen und im Web kommentieren? Oder meint es eher… Mitmachen. Kommunizieren. Diskutieren. Oder beides? Dann geht es an die Substanz. Dann ist es harte Arbeit.

Aber was wäre modernes Partizipieren 2.0 bei solchen Events? Partizipieren stelle ich mir mal so vor…

Partizipieren wäre interaktiv, z.B. eine Diskussionsrunde, in der Wissen geteilt wird. Es wird moderiert, nicht referiert. Auf die Diskussion bin ich voll konzentriert, und nicht zerstreut umherwandernd zwischen realen und virtuellen Kommunikationssträngen. Ein offener gestalteter Vortrag, der animiert, der frägt, der Wissensteilung ermöglichen will. Jemand, der Imperative wie Teilen, Unterbrechen, Nachfragen als Grundlage des Vortrages sieht. Wann wird ein Zuhörer vom Vortragenden mal persönlich animiert zum Mitdenken? Wann wird man involviert in den Vortrag? Und wann kritisiert ein Zuhörer den Sprecher auf der Bühne (Gedanken an das aristotelische Theater sind hier erlaubt)? Oder wäre das zu spontan, dem “Homo Connectus” unangenehm in der Offlinewelt 1.0? Ist Partizipation 2.0, ein Schritt dem Menschen zu fern…

Seit Jahren erscheint mir fraglich, ob sich die Zeit auf den einschlägigen “Web-Zukunfts-Veranstaltungen” auszahlt. Seit Jahren kommen diese Events sehr brav und angepasst daher im 1.0 Stil daher. Seit Jahren fehlt mir die Symbiose aus Offline- und Onlinediskurs, die selbst Twitterwalls nicht einmal schaffen (wenn vorhanden oder vom Vortragenden/Moderator darauf eingegangen wird…). Wie sinnvoll ist es, der “Web-Avantgarde” unumwunden zuzuhören oder mit ihr den Diskurs online zu pflegen, wenn er offline bei Events nicht existent ist, geschweige denn gelebt wird? Man schaue sich nur an, wie dieser “Inner Circle” an ihren Smartphones, Tablets oder Notebooks klebt. Zuletzt habe ich Tweets von Leute gelesen, die Sprecher oder Moderatoren bei solchen Web-Events am liebsten von der Bühne gezogen hätten. Erkennenswert aufbegehrt hat niemand. Aber haben die Kritiker denn dann wirklich partizipiert im zukunftsträchtigen Sinne?

Oft hatte ich auf nationalen wie internationalen Veranstaltungen der letzten Jahre den Eindruck, eine Community in der Community inszeniere und feiere sich selbst – ohne weiterhin selbst mitzuwirken. “Den Vortrag habe ich schon zigmal gehört, lass uns einen Kaffee trinken gehen…” konnte man mehrfach hören. Muss ich nicht gerade dann den Vortragenden unterbrechen, zum Weiterdenken motivieren, um so “Geteiltes Wissen” zu aggregieren, zu katalysieren, zum Leben zu erwecken? Stehe ich sonst nicht als einstieger Vordenker schnell im Abseits, ohne es zu merken und verhindere den erwünschten Mehrwert für alle?

Noch vor wenigen Jahren galt es als Wissensvorsprung ein Teil der Web-Avantgarde zu sein und bei solchen Events mitmachen “zu dürfen”. Doch dank des Webtrends des “Geteilten Wissen” wird schnell eine Mainstreambewegung des Networking aus diesen Events aufgrund der alten Event-Tradition, Vortrags-Mentalität und Marketingabsichten der Referierenden 1.0. Wo entspringt dem online “geteilten Wissen” mal ein zündender Funke auf modernen Veranstaltungen, der den Offline-Diskurs auf den Plan ruft? Irgendwie beherrscht der lähmende Monolog auch weiterhin die dialogmüden Massen der Eventteilnehmer – zumindest während der Vorträge.

Sobald der Event endet, kehrt der Diskussionsdurst in Blogs schlagartig zurück. Es entsteht Kritik, Lob und Anregungen. Die Blogosphäre lebt auf. Während des Events aber verstummt die viel gepriesene Konversation. Mal aufgrund fehlender Brandbreite, mal aufgrund fehlender Motivation an Partizipationsinitiative oder -motivation. Obwohl doch der Wunsch und Drang da ist, etwas zu sagen.

Kann sich die Web-Avantgarde dank ihrer Blogs gerade deshalb von der Gemeinde des “Web Normalicus” distanzieren? Und macht das den Unterschied zwischen Vordenker 2.0 und Partizipant 2.0 aus? Oder wächst, adaptiert und lernt dieser traditionelle Kommunikationstyp unaufhaltsam. Und lebt inzwischen die Event-Partizipation intensiver und nachhaltiger in persönlichen Gesprächen nach den Vorträgen, ohne aber darüber in Blogs zu philosophieren….?

Vielleicht gehen diese Gedanken aber auch zu weit, zu abwegig, zu revolutionär… Was meint ihr zur Partizipation 2.0?

Cebit Interview – Über die Zukunft der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt verändert sich. Die Menschheit fägt sich, ob Social Software, Social Media, Social Networking oder Web 2.0 harte Arbeit ist, oder die Produktivität der Businesswelt an den Abgrund treibt. Geht es nur um die Erhöhung des persönliche Reputationsindex, des Personal Scoring Index, oder ergibt sich nachhaltige Lead Generierung -erst kürzlich als Salestainability umschrieben- und neues Business einfach selbstständig aus Gesprächen?

Wenn man zum Interview auf der Cebit von IBM eingeladen wird, kann man in ein paar Minuten nicht alles sagen, was man gerne sagen würde. Man kann auch keine 3-Säulen-Strategie im Detail erläutern, die man in der Zukunft als essentiell für den erfolgreichen Einsatz des Social Web für die Webstrategie eines Unternehmens ansieht.

Ich wollte im Interview so verständlich wie nur möglich auf die wichtigen Trends und erfolgversprechenden Taktiken eingehen, die sich abzeichnen und teilweise heute schon gelebt werden in der Businesswelt. Hoffen wir, mir ist es gelungen…

Die Idee der Visualisierung meiner Gedanken von Anna Lena Schiller während des Interviews finde ich sehr gelungen. Sie greifen den Gedanken des Personal Web Managers auf (links oben), sowie die zukünftige zentrale Herausforderung für den Einzelnen, einen 24 Stunden Tag so effizient mittels Social Software zu nutzen wie einen 36 Stunden Tag.

Der IBM Social Business Channel gibt im übrigen noch weitere Einsichten diverser Vordenker im Social Web. Ich empfehle sich auch die Meinungen mal anzuhören bzw. anzusehen.

Nun interessiert mich eure Sichtweise der Zukunft der Arbeitswelt. Wie stellt ihr euch den Arbeitstag von morgen vor? Was fehlt euch heute, was wünscht ihr euch morgen? Bin gespannt, auf eure Gedanken…

Die 7 Top Marken-Gadgets für 2011

Im letzten Jahr habe ich die 10 Gadgets für Weihnachten 2010 promotet. Dieses Jahr 2010 will ich dem Ganzen einen neuen Anstrich geben und hebe mal die 7 Marken-Gadgets für 2011 hervor. Unter Marken-Gadgets verstehe ich dabei alles, was sich 2011 durch Innovation und Kreativität rund um das Thema Marke zentriert oder als Marke, einen witzigen Mehrwert bietet, der die Marke einzigartig macht. Und zusätzlich habe ich bei jedem Gadget auf für mich wichtigen Erkenntnisse aus 2010 verlinkt…

LOGO: Das große Spiel der Marken – Wer kennt sich aus im Marken-Dschungel…
Permanent werden wir mit Marken konfrontiert. Wir folgen aber nur 5 Marken im Schnitt im Social Web. Ob beim Einkaufen, im Fernsehen oder über das Internet. Aber sind wir auch mit den Marken dahinter vertraut? Kennen wir uns aus mit den Sprüchen der Marken? Welche Automarke hat den Spruch geprägt: Nichts ist unmöglich…? Wer die Antwort kennt, zieht seine Spielfigur vorwärts, und dann kommt die nächste Frage zu einer Marke. Wenn Sie jedoch nicht weiterwissen, sind die Mitspieler an der Reihe. Einfache Spielregeln für die ganze Familie, denn das Motto kautet „Ich bin doch nicht blöd“… Na, welche Marke wars?

Firma: Jumbo Spiele GmbH

Mobiles Marken-Lexikon – Auch mobil den vollen Markenüberblick behalten…
Damit man beim Spiel gut abschneidet, sollte man sich mit der mobilen Version eines Markenlexikons vertraut machen und die Zeit im Zug, an der Bushaltestelle oder auch mal in unspannenden Meetings nutzen, um zu wissen, wo Slogans herkommen: Diese kostenlose Marken-App bietet Infos zu mehr als 280 Marken und wird ausgebaut. Bis 2012 will man 10.000 Marken darin beheimaten. Positiv ist auch die Kontaktfunktion der App, auch wenn es meist nur der Link zur Homepage ist. Ein Quiz offeriert das gelernte Marken-Wissen auch gleich mal zu testen. Natürlich soll es irgendwann auch mal eine Druckversion davon geben. Ob das noch nötig ist? So werden Markenfreunde erzogen…

Firma: Deutsche Standards

Der schnelle Clip für YouTube – Mit der MinoHD die soziale Markenkommunikation stärken…
Sprechen Sie schon mit ihren Kunden? Gut, dann nutzen Sie doch auch die Chance, Reviews und Meinungen zu filmen und online zu stellen. Nichts wirkt realistischer als ein Gesicht, welches sich zu einer Marken “live” im audio-visuellen Format äußert. Mit Cisco’s Flip Video können pfiffige Clips nach dem “Shoot & Share”-Prinzip schnell im Netz zur Verfügung gestellt werden. Früher schickten Medien die Praktikanten auf die Straße zur schnellen Meinungsumfrage. Denken Sie doch mal als Medium und machen dasselbe, denn die Zukunft spricht audio-visuell

Firma: The Flip

Kino, Gaming, Marke – Das HTC HD7 bietet wahres Markenerlebnis…
Wer seine Marken schon verfilmt oder wahres Storytelling mittels Commercials macht, der träumt davon, daß seine User das richtige Handy haben, um diese Filme erleben zu können. Denn das 10,9 cm große, hochauflösende Display der HTC HD7 bietet ein wahres Kinoerlebnis, welches die audio-visuelle Marke auf neuzeitliche Weise einfangen lässt. Die HTC HD7 hat einen HD 720p Camcorder, der für detailreiche Aufnahmen in starker Qualität steht. Ideal, um die Marke oder die Brandvagelisten darum, perfekt in Szene zu setzen.

Firma: HTC Corporation

Strategie und Technik der Markenführung – Richtig verstehen heißt, auch Print zu lesen…

In der Zukunft wird es bei zunehmendem Wettbewerb immer wichtiger die Marke als immateriellen Wertschöpfer zu kennen und schätzen zu lernen. Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch kennt sich damit als Leiter des Instituts für Marken- und Kommunikationsforschung der Universität Gießen bestens aus und teilt sein Wissen in diesem Werk. Das Buch erläutert die aktuellen Rahmenbedingungen, Ziele und Strategien, die zu einer erfolgreichen Markenführung führen. Es verdeutlicht, wie mit Markenidentität und Markenpositionierung umzugehen ist – vom Aufbau, bis zur Gestaltung und dem Ausbau. Es wird dabei sowohl auf Strukturausbau der Marke, als auch hilfreiche strategische Allianzen sowie Führung des Markenportfolios eingegangen. Ein “Must-Have” für alle Marketiers…

Firma: Verlag Franz Vahlen GmbH

LiveView ist das Mini-Fenster zur Welt – Ein externes Display für Android Phones…

Armbanduhr, MP3-Player, externes Display und mobiler Live-Stream? Das LiveView ist irgendwie ein wenig von allem, und noch mehr. Man kann es sogar an der Kleidung tragen. Es wiegt 19 Gramm, misst 35 x 35 x 11 mm und zeigt eingehende Informationen auf Facebook und Twitter, Anrufe, MMS, RSS-Feeds, Textnachrichten, Termine, und natürlich auch die Uhrzeit. Man kann es sogar an der Kleidung tragen. Aufgrund der Bluetooth-Technik kann man alle Funtionen, auch den Musikplayer bedienen, ohne das Handy aus der Tasche holen zu müssen. Ein wahres Gadget eines zukunftsweisenden Bildschirms mit hohem Aufmerksamkeitgrad…

Firma: Sony Ericsson

Das Ende des Kabelsalats – Duracell lädt wireless mit myGrid Platte…

Ein Traum oder Wirklichkeit? Sind wir endlich in einem neuen Lade-Zeitalter angekommen, oder wird es dem mobilen User nur suggeriert? Das wahrlich simple “drop & go”-System bietet gleichzeitiges Laden von bis zu vier Geräte. Der User muss nur einen Power Sleeve™ oder Power Clip™ an jedem Ihrer Handgeräte anbringen und legen die Geräte zum Laden auf die myGrid™ Ladeplatte legen. Das wars. Laden, fertig. Und das Ganze auch noch mit automatischer Abschaltung, die den Ladevorgang stoppt, sobald jedes Gerät vollständig aufgeladen ist. “Always on” bekommt da eine neue Bedeutung…

Firma: Duracell

Jetzt bei der Verlosung mitmachen!
Natürlich habe ich für meine User wieder je ein Produkt zur Verlosung von den Anbietern erhalten. Also, mitmachen! Wie? Ein Retweet und kleiner Kommentar, welches Produkt ihr gut findet. Dann nehmt ihr an der Verlosung dieses Produktes teil.

Teilnahmeschluss ist Freitag 17.12.2010. Wenn der Weihnachtsmann, Euch rechtzeitig erreichen soll…! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

PS: Vielen Dank an die Produktlieferanten…!

Studie: Die Unternehmens-Webseite hat noch nicht ausgedient

Welches Informationsverhalten zeigen Medienvertreter, Finanzanalysten, Investoren oder auch Jobsuchende im Web? Kann die Facebook Fanpages in Zukunft die Webseite werden? Oder wie? Die Studie “Vom Website-Betreiber zum Multi-Channel Manager” von Virtual Identity hat mit einer Online-Umfrage untersucht, welche Informationsbedürfnisse und Mediennutzungsgewohnheiten über 5.000 Personen haben.

Die Studie bestätigt mich im Wissen, daß in der Phase der Neuorientierung die allgemeinen und traditionellen Plattformen, sprich etablierten Medien wie Suchmaschinen, Unternehmens-Websites oder Online-Fachzeitschriften immernoch (und vermutlich auch noch lange) erste Anlaufstelle zur Informationsaufnahme sind.

Interessanterweise nehmen Blogs in ihrer Bedeutung bei der Informationsvermittlung immer mehr zu. Dennoch zeigen neuste Umfragen, daß das Bloggen auf privater Ebene abnimmt und auf professioneller beruflicher Ebene im Sinne eines erweiterten Marketing-Channels zulegt. 34% der U.S. Firmen nutzen derzeit Blogs für Marketingzwekce und eMarketer rechnet mit einer Steigerung auf 39% in 2011 und 43% bis 2012.

In der Phase der Evaluierung und des Erstellens der Shortlist bei einem Einkaufsprozess stellt die Relevanz der etablierten Unternehmensmedien -Brand Websites- weiterhin eine starke Bedeutung dar, was ich jetzt mal auf die B2C Industrie beziehen würde. In der B2B Welt stellt sich dies erfahrungsgemäß anders dar. Die Meinung der “Peers” ist entscheidend, wird hier via Blogs oder Wikis vertieft und dann in Social Networks verifiziert. Kaufentscheidungen werden meiner Erfahrung nach dort auch rückversichert.

Insofern liegt meiner Meinung nach Frau Dr. Nadja Parpart, Director Consulting bei Virtual Identity, richtig, wenn sie meint dass…

„Im Kontext der heutigen, stark ausdifferenzierten Medienlandschaft muss sich die Unternehmenskommunikation einem verschärften Wettbewerb der Aufmerksamkeit stellen. Dies erfordert neue thematische, mediale wie auch organisatorische Strategien auf Seiten der Kommunikationsverantwortlichen. Kommunikationsverantwortliche, die in der Vergangenheit als Website-Betreiber erfolgreich waren, werden sich zukünftig eher als flexible Information Broker und Multi-Channel-Manager positionieren müssen.“

Weitere Erkenntnisse zum Informationsmehrwert von Unternehmenskomunikation…
- Informationen zu Produkten (92%) wichtiger als zu Dienstleistungen (71%)
- Finanzanalysten halten Geschäfts- und Zwischenberichte für (sehr) wichtig (81%), aber nur 52% der Investoren nutzen Unternehmenswebsites für die Recherche und den Vergleich von Anlageoptionen
- Medienvertreter nutzen Blogs (40%) und Foren und Fach-Communities (39%) bei der Themenfindung
- 51% der Mitglieder in Verbänden und Interessengruppen nutzen die Unternehmenswebsite zum Kennenlernen eines Unternehmens
- Zur Stelensuche nutzen 70% der Jobsuchenden Unternehmenswebsites

Spot On!
Die Hauptmessage ist dennoch, daß der User sein Verhalten verändert. Elemente für Multimedialität, Flexibilität und Vernetzung von Informationsangeboten muß dem User bei der Informationsvermittlung geboten werden. Der Informationsbedarf wächst und der User ist gegenüber neuen Informationsquellen – nutzergenerierten Medien, aber auch Videos sowie mobilen Medienanwendungen – aufgeschlossen. Eine These, die ich schon lange vertrete, ist, daß Foren und Communities sowie Social-Bookmarking-Dienste in der Phase der Detailrecherche steigende Relevanz gewährt werden muß aufgrund des Wertes für SEO-Massnahmen. Endlich weist auch diese Studie ansatzweise darauf hin (Abbildung 6).

Die gesamte Studie ist kostenlos hier erhältlich.

2014: Die Vision eines zukünftigen Bildschirms

07.09.2010 von  
Kategorie Prosumer

Die einen tummeln sich auf der IFA 2010 nach den neuen Trends. Die anderen folgen YouTube und den Trends, die sich dort so tummeln. Das Schöne an der digitalen Welt ist, dass man inzwischen nicht mehr in der Flieger steigen sowie sich auf Messen die Füsse wundlaufen muss, um sich schnell über die Zukunft des Bildschirms zu informieren.

Einen Einblick in die Zukunft gewährt das Ergebnis des Open Innovation Experiment der TAT. Es ist eine experimentelles Video, welches verdeutlicht, wie die Zukunft der Bildschirmtechnologie eines vergrößerbaren Bildschirms mit durchsichtigem Bildschirm Display (on demand) sowie Bildschirmen aus elektronischer Tinte ist. Auch wenn es mir aus technischer Sichtweise unmachbar erscheint, sollte man nie nie sagen. Eine coole Innovation wären solche Bildschirme auf jeden Fall…

Das Ende der mobilen Internet-Flatrate und die endlose Mär vom Durchbruch des mobilen Internets…

Das mobile Internet hat den Durchbruch geschafft… Das sagt der BITKOM und begründt es mit einer repräsentative Forsa-Umfrage. Schließlich nutzen 10 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig Internetdienste via Mobiltelefon, was 17% aller Handybesitzer in Deutschland entspricht. Und 4 Millionen nutzen regelmäßig Apps als Zugang. Die anderen sehen die Massennutzung dagegen noch nicht. Noch Anfang des Jahres sagte Accenture in seiner “Mobile Web Watch” Studie eher einen Durchbruch auf Raten vorher. Als Begründung führt man an…

“Das mobile Internet hat es geschafft, sich im Alltag seiner Nutzer zu etablieren – und steht vor der nächsten großen Herausforderung, nämlich durch attraktive Preisgestaltung und durch interessante Angebote neue Nutzer für den Einstieg in das mobile Internet zu begeistern.” Dr. Nikolaus Mohr, Ann-Kathrin Sauthoff-Bloch, Partner, Communications & High Tech, Accenture

Den richtigen Durchbruch haben auch die UMTS Technologie nicht leisten können. Schließlich steht mit LTE (Long-Term-Evolution) bereits ein neue, leistungsfähigere und schnellere nächste Generation eines mobilen Netzwerks in den Startlöchern. Und auch wenn die Smartphones eine neue Ära in der mobilen Internetnutzung eingeleitet haben, scheint die Zukunft des mobilen Webs nach Meinungen von Fittkau & Maaß erst ganz am Anfang zu stehen.

Auch in dieser Studie wird deutlich, das die fragwürdige Transparenz der Kostenstruktur ein grundsätzlicher Hinderungsgrund für die zukünftige Massennutzung ausmacht. Ob der Mobile World Congress dann in München, Köln oder Barcelona stattfindet, wird das Problem der Preisfrage nicht grundsätzlich beeinflussen.

Am User hängt es also mal wieder. Er soll, aber will nicht. Und nutzt er erstmal das mobile Internet im Ausland, ist gleich alles zu spät. Da wird der Geldbeutel schnell leer. Mit dem Thema Daten-Roaming läßt Marcus Rohwetter von der ZEIT zurecht einen Appell an die “Halsabschneider” ab und kritisiert, daß die Inanspruchnahme des Versprechens der grenzenlosen Mobilität nur unter Inkaufnahme der Privatinsolvenz möglich sei. Das Gefühl habe ich auch, wenn ich im Ausland unterwegs bin und nach ein paar Minuten der Nutzung eine SMS eintrudelt. “Ihr Limit von XXEUR (je nach Anbieter und Tarif unterschiedlich) ist aufgebraucht.” Das Kostenspiel mit wenig Gegenwert nervt. Deshalb wird die Forderung laut: Wir brauchen eine globale Flatrate!

MOMENT…! Die Frage ist, ob es die mobile Internet-Flatrate überhaupt noch zukünftig geben wird… egal ob global oder lokal.

Die mobile Internetnutzung stellt die mobilen Internet-Provider nämlich vor eine Traffic-Problem. Wo früher nur wenige Kunden ein Mobiltelefon hatten, war das Datenvolumen in den Netzen der Mobilfunker überschaubar. Heute ist weltweit bereits jedes fünfte verkaufte Handy ein Smartphone-Typus (Quartal 2 2010 gingen über 60 Millionen neue Smartphones live). Die Datenabnahme wächst und die Provider stellen sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Der iPad (oder auch andere Netbooks) wird seinen nicht unerheblichen Beitrag hierzu leisten.

Und deshalb sollen jetzt die mobilen Flatrates wieder abgeschafft werden. Zumindest nach Vorstellung von 391 Managern aus der Mobilfunkbranche, die in einer Umfrage “Mobile Challenges Survey 2010″ der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer (durchgeführt von Economist Intelligence Unit) ihre Meinung kundtun durften. Wenn 55% der Manager die herkömmlichen, volumenabhängigen Preise für eine Antwort halten, muß man sich fragen, wie der Durchbruch geschafft werden soll. Die Transparenz der Festpreisangebote im Mobilfunk werden demnach weltweit an Bedeutung verlieren.

So sehen rund die Hälfte befragten Mobilfunkmanager die Entwicklung neuer Tarifmodelle als eine der wichtigsten Herausforderungen. Dem stimmen wir mal ganz feste zu. Aber nicht, indem man einen Rückschritt macht in die alte Welt der intransparenten Roaming-Abrechnung, sondern hin zu einer Tarifentwicklung, wie sie sich auch im Festnetz-Telefon durchgesetzt hat.

Die mobile Internet-Flatrate abzuschaffen, ist als wolle man den Durchbruch des mobilen Internets nicht wirklich. Und diese Entscheidung würde auch die Popularität der Smartphones und mobilen Internet-Devices schwer mindern.

Oder wie seht Ihr das?

Social Media oder die Qual der Wahl

Wir haben gestern einen Ausflug gemacht. An den Tegernsee, denn wir lieben die Bergregion um München. Schöne Berge, traumhafte Natur und auf den Almen immer nette Menschen und leckeres Essen. Aber eine Sache macht uns immer wieder zu schaffen. Die Qual der Wahl… Die Qual der Wahl, welche Hütte wir diese Wochenende “bewandern”. Welchen Weg wir nehmen sollen. Oder, welches Essen uns wohl am meisten ansprechen wird, wenn wir oben auf dem Berg angekommen sind. Und selbst wenn wir es wissen, lesen wir die Karte und sehen immernoch vor der Entscheidung … oder haben weiterhin die Qual der Wahl.

Eine große Auswahl zu haben, ist eine schöne Sache. Man könnte sagen, ein Luxusproblem… Aber wie auch schon Miriam Meckel in ihrem Buch Das Glück der Unerreichbarkeit klar macht, ist die Qual der Wahl eine unserer größten Herausforderungen der Zukunft. Viele Sachen stimulieren uns, viele Sinne rühren uns, viel Auswahl verwirrt uns. Ohne Filter wird alles zu einem einzigen Chaos.

Wir lieben es Karten zu lesen, die eine große Auswahl bieten und soind enttäuscht, wenn die Karte nur klassische Breotzeit offeriert. Es sei denn auf der Hütte, wo die Brotzeit zu einem kulinarischen Highlight avenziert. Und wie es immer so ist, scheint der Hunger und die Begeisterung größer als das Bedürfnis. Die Qual der Wahl wächst…

Warum erzähle ich das alles?

Manchmal möchte ich nicht in der Haut von den Leuten stecken, die ich so berate oder beraten habe in den letzten Wochen und Monaten. Social Media Marketing scheint einen ähnlichen Effekt auf Marketing-, PR-, HR- und Customer Service Manager zu haben.

Die Qual der Wahl stapelt sich für sie in Form von zahlreichen Fragen…

- Nutze ich Social Media überhaupt? Eine Wahl, die eigentlich keine mehr sein sollte…
- Bleibe ich besser bei meinen Leisten und erklimme nicht die Höhen und Tiefen der modernen Medien?
- Welche Kommunikationmedien nutzt meine Zielgruppe (am liebsten und in 5 Jahren noch)?
- Welche Plattform schmeckt mir (Benutzerfreundlichekeit, Usability, Technik) am besten?
- Welche Plattform oder welche sozialen Medien ist/sind für mich zielführend?
- Kann ich eine Strategie, die meisten meinen eher eine taktisches Vorgehen, eines Mitbewerbes adaptieren?
- Geht die Geschäftsführung d’accord mit einer unstrategisch wirkenden Trial-and-Error Phase?
- Welche Tools, Taktiken und Trends nutze ich um meine Botschaften anzubringen?
- Wie und womit hört man eigentlich am besten in die Zielgruppe rein?
- Wie kommunizire ich und mache die Marke menschlich?
- Mit welchen Techniken oder Apps erhöhe ich meinen ROI-Output?

Die Qual der Wahl ist wie ein unbewanderter gebirgiger Waldweg. Man muß sich ab des Weges der Konformität wandern und testen, wenn man dann doch mal mit Ruhe einen klaren und zielführenden Gedanken fassen will.

Ein paar grundsätzliche Fragen, die man sich machen sollte…

- Wer ist meine Zielgruppe und wie ist sie im Social Web heute und morgen unterwegs (Baby Boomers, Gen X, Gen Y, Gen Z)?
- Wann soll mein Auswahl Erfolg zeigen? Deklinieren Sie vom kleinsten gemeinsamen Nenner der Unternehmensziele (Markenbildung, Engagement, Leads, Umsatzzahlen…
- Was schränkt mein Vorgehen (One-Voice Policy, Kunden Status Updates, Kommentare oder Posts) mit den sozialen Medien aufgrund business-strategischer Vorgaben ein?
- Warum scheinen soziale Medien für meine Zielgruppe am aussichtsreichsten? Eine gute Analyse der Erfolgssäulen gehört vorangeschaltet, um Kosten, Personalaufwand und sonstige Resourcen abschätzen zu können…
- Wie setze ich die sozialen Kommunikationskanäle Blog, Twitter, Faceboook, Youtube oder XING/LinkedIn zukunftsträchtig als Informationsmedien auf, wer testet und wer optimiert? Wie kann hieraus ein steter Prozess entstehen?

Vielleicht bietet der Post eine Leilinie zur Entscheidungshilfe. Falls nicht, sagen Sie mir, wie sie mit der Qual der Wahl umgehen oder umgegangen sind. Die Diskussion ist eröffnet…

Die 3-Säulen-Strategie: Erst Marke, dann Mensch, oder andersrum?

Credits: Pixelio

Credits: Pixelio

Nachhaltigkeit in Social Media fordert Unternehmen

Social Media hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem neuen Element im Mix der Unternehmens-Kommunikation etabliert. Unternehmen und Agenturen erkennen zunehmend mehr Chancen, die ein Social Media Engagement bietet. Sei es in der Marketingkommunikation, in der PR, im Vertrieb, HR oder Sales. Über die neuen Möglichkeiten wird nicht nur diskutiert, es finden sich immer mehr Unternehmen, die Social Media in mindestens einem Bereich installieren. Auch wenn sich viele Engagements noch in der Versuchsphase befinden, so ist bereits zu erkennen, dass Unternehmen Social Media ernster nehmen als noch vor einigen Monaten.

Viele Unternehmen lagern ihr Social Media Engagement an Agenturen aus, bei anderen werden neue Abteilungen und Verantwortlichkeiten geschaffen. Von Social Media Beratern, Social Media Managern und Evangelisten ist die Rede. So manche versuchen, auch eine Hybrid-Funktion aus traditioneller Jobbeschreibung und „soziale Zusatzaufgabe“ zu erschaffen.

Social Media Verantwortliche erhalten weitreichende Verantwortlichkeiten, die es in dieser Form selten vorher im Unternehmen gab. Sie können meist ohne vorherige Abstimmungen über das Unternehmen im Netz sprechen. Sie werden zur Stimme, zum Gesicht, zum Aushängeschild. Doch was passiert mit dem Engagement, wenn Social Media Verantwortliche das Unternehmen verlassen? Verlieren Social Media Aktivitäten damit ein „Gesicht“, eine „Stimme“ im Netz?

Social Media sollte unserer Meinung nach daher immer auf drei Säulen aufgebaut sein, um es nachhaltig im Unternehmen zu verankern. Ob die Konzentration auf eine Person vorteilhaft, bzw. das Auslagern der Aktivitäten auf Agenturen sinnvoll ist, steht hierbei als Frage im Mittelpunkt.

Marken (statt Personen): “Vermenschlichung durch Authentizität der Personen”, oder kann die Marke das selbst?

Social Media soll authentisch sein, transparent und dialogorientiert. Um diese Bedingungen erfüllen zu können, bedarf es nicht nur einer Strategie, sondern Menschen, die eine Marke leben können und der Marke im Netz eine Stimme verleihen, die Unternehmenswerte vermittelt. Oftmals ist die Stimme eine Person, die auf Kommentare, Retweets etc. reagiert. Dieser Mensch verleiht der Stimme im Netz einen eigenen Charakter. Wie reagiert die Stimme auf Kommentare? Wie geht sie mit Followern um? Inwieweit lässt sie sich auf einen Dialog ein? Natürlich kann man versuchen, alle Maßnahmen genauestens zu konzipieren, Social Media ist aber schnell, schneller als jedes Konzeptpapier. Und zu viel Konzeption schadet dem Engagement, sowie der Authentizität. Also muss ein Unternehmen nicht nur auf eine Person setzen, sondern auf die Vermenschlichung der Marke.

Organisationskultur: Mehrere Personen im Unternehmen stützen den Social Media Auftritt

Social Media Aktivitäten sollten niemals auf eine Person fokussiert werden, sondern immer mehrere Personen aus verschiedenen Abteilungen einbinden. Im Idealfall gibt es einen Markenauftritt im Social Web, der von verschiedenen Personen betreut wird, die wiederum selbst aktiv als Person auftreten können. In der Kombination Marke / Person können vielerlei Synergien entstehen, die den Auftritt als Ganzes ,als “unternehmerische Menschheit”, stützen. Fällt eine Person aus, können die Maßnahmen schnell vom Social-Media-Team übernommen werden, ohne dass ein Bruch in der Transparenz der Kommunikation zu befürchten ist. Besonders in Urlaubszeiten scheint das Problem der Verlagerung bzw. des Management von Social-Media-Aktivitäten durchaus brisant zu sein. Wir hören bereits von mehreren Seiten, dass aufgrund der Umsetzung von nur einer Person hier ein eklatantes Problem entstehen kann. Denn eines ist gewiss: Auch Social Media Betreuer brauchen eine Auszeit.

Automatisierte Prozesse, oder… Das perfekte Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik

In der beobachtenden Analyse setzen viele Unternehmen bereits erfolgreich auf Social-Media-Monitoring-Tools, die wertvolle Ergebnisse zu Tage bringen. Die Reaktion selbst auf bestimmte Anlässe wird aber immer noch vom Mensch bestimmt, definiert, organisiert und orchestriert. An dieser Stelle sollte unserer Meinung nach, automatisierte Prozesse Unterstützung leisten, wie dies zum Beispiel auch Online-Marketing bereits erfolgreich eingesetzt wird. Dank Targeting, Frequency Capping oder dynamischen Updates werden Online-Kampagnen schnell optimiert und damit auch erfolgreich. Für Social Media sind solche automatisierten Prozesse zwingend zur Entlastung und taktischen Optimierung notwendig und dienen der Unterstützung der Verantwortlichen. Sie lassen Social Media auch langfristig ein wertvolles Instrument der Kundenbindung zu werden.

Spot On!
Diese 3-Säulen-Strategie soll Unternehmens- und Abteilungsverantwortlichen einen Denkansatz beim Einsatz und der Optimierung von Social Media im Unternehmen liefern. Der sinnvolle Einsatz von Social Media Entschleunigung im Unternehmen (Slow Media Manifest) sowie produktivitätssteigernde Wex-Experten in Unternehmen (Personal Web Manager) sind hierbei zukunftsweisende Visionen für eine effiziente soziale Online-Unternehmenskultur. Denn nur, wenn wir sinnvoll mit unserer Zeit umzugehen lernen, kann eine 3-Säulen-Strategie das Social Media Engagement eines Unternehmens unterstützen und sich im Sinne der Wertschöpfungseffizienz manifestieren und dieser sinnvoll nützlich sein.

Über die Autoren…
Für die Idee zu diesem Post haben Heike Bedrich und ich die Köpfe auf dem Internet World Kongress zusammengesteckt. Uns hat die 3-Säulen-Strategie gefallen und ist unserer Überzeugung nach, ein guter Schritt für Unternehmen in eine erfolgreiche Social Media Welt.

Heike Bedrich ist seit vielen Jahren in der PR- und Marketing-Welt zu Hause. 1998 gründete sie mit Talisman ihre eigene Agentur für Kommunikation und Imagebildung. Sie betreut Kunden aus der IT- und Medienszene und hat sich auf die Themen PR, PR 2.0, Corporate Communications und Online Reputation Management spezialisiert.

Old Spice: Ist die Viral-Kampagne ein Umsatzbringer?

In diesen Tagen reden alle Werber, Marketingleute und Social Media Experten über die so erfolgreiche Viral-Kampagne von Old Spice. Schnell wird die Kampagne als Musterbeispiel, als Fallstudie, deklariert, was kein Wunder ist. Das Social Media Konzept scheint aufzugehen. Alles scheint erfolgversprechend zu funktionieren.

Die Abrufzahlen auf YouTube sind hervorragend. Die Marke generiert viele Fans auf Facebook, Follower auf Twitter und wird genannt in den Medien. Die Zukunft der Kampagne scheint gesichert, da man geschickt Feedback von Social Media Influencern (oder sind es eher Social VIPs?) avisiert, auf dies reagiert. Und es gibt davon auch auf Youtube offensichtlich genug. Alle scheinen begeistert zu sein und sorgen für ordentlich Buzz um die Marke.

Nun stellt sich eigentlich nicht die Frage, wie erfolgreich die Marke mit der Social Media Kampagne wirklich ist. Oder doch…?

Die Anzahl der Abrufe wächst kontinuierlich. Die Kommentare ebenso und… Moment mal! Liest man die Kommentare genauer, scheint sie weniger erfolgreich zu sein. Die Inhalte der Kommentare lassen Zweifel aufkommen. Spott und Häme wechseln einander erfolgreich ab.

Und die Umsätze? Schließlich geht es am Ende des Tages darum. Eine Frage also, der offensichtlich auch Brandweek nachgegangen ist. Das Ergebnis lässt aufhorchen…

“But sales of the featured product—Red Zone After Hours Body Wash—aren’t necessarily tracking with that consumer appeal: In the 52 weeks ended June 13, sales of the brand have dropped 7 percent according to SymphonyIRI. (That amount excludes those rung up at Walmart.) P&G execs were not available to comment.”

Differenzierte Betrachtung? Fehlanzeige! Offensichtlich wird auch aus Sicht der Publisher ebenso schnell der Rückschluss gezogen, daß die Kampagne ihr ROI Ziel verfehlt hat. Und es erscheint noch viel schlimmer, daß auch noch andere am kreativen Merchandising um die Idee verdienen. Ach, wie sozial ist Business doch. Ist wahrlich fragwürdig, wie erfolgreich die Marke Old Spice ist mit der Social Media Aktion?

Spot On!
Social Media setzt bekanntlich auf Nachhaltigkeit. Daran sollte sich auch der ROI von Social Media messen lassen. Es bleibt abzuwarten, wie lange die Kampagne um den modernen Old Spice Mann budget-technisch durchhält. Und ob sich die Sales-Zahlen nicht doch noch verbessern in den nächsten Monaten. Oder Jahren? Dann erst zeigt sich der Nachweis für nachhaltige Wertsteigerung einer Marke dank Social Media, von dem in vielen Blogs zu lesen ist. Ist die Grundlage der Betrachtung ein offensichtlicher Kampagneansatz, darf man jetzt schon voreilige Schlüße ziehen?

Interessant wäre zu wissen, wie die KPIs der Kampagne definiert sind. Denn nur dann, weiß man, ob sie für Procter & Gamble erfolgreich ist. Aber dazu müßte sich das Social Media Team um die Marke Old Spice in die Social Web Kommunikation integrieren. Genau da scheint es zu fehlen. Und wie das machbar ist, bei dem Aufkommen an Konversation ist auch eine wahre Herausforderung an die Verantwortlichen der Idee. Vielleicht ist man einfach überwältigt vom Feedback aus dem Social Web?! Ich bin es von der Marke und vor allem dem Produkt nicht. Es erinnert mich ein wenig an GM, die versucht haben mit Social Media eine angeschlagene Marke vor dem Aus zu retten.

Grundsätzlich stelle ich mir die Frage, ob Social Media der richtige Ansatz war, um eine Marke so zu inszenieren.

Wisst ihr eine Antwort darauf? Ich bin gespannt…

Studie: Social Web Nutzung am Arbeitsplatz steigt

Social Media am Arbeitsplatz bereitet vielen Unternehmen Sorgen hinsichtlich der Produktivität und Ertragssteigerung. Eine neue Studie zeigt nun, daß zum einen immer mehr Mitarbeiter auf das Web während der Arbeitszeit zugreifen und gerade in Deutschland die Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz in letzter Zeit steigt.

Die Studie von Trendmiro, die in den Länder USA, UK, Deutschland and Japan 1.600 Einwohner befragte, zeigt, daß die Social Web Nutzung am Arbeitsplatz in den letzten beiden Jahren im Schnitt von 19% auf 24% gestiegen ist. Die Frage stellt sich vielen Unternehmen hierbei, inwieweit es das Business nach vorne bringt oder ob die Firmen lediglich Zeit und Geld verlieren. Nur zu gerne würde man mal in die Bilanzen sehen…

Leider kommt die Studie nicht zu einem Ergebnis, womit der Zuwachs der Nutzung zusammenhängt. Nun kann man sich aus der Historie der Webnutzung mal überlegen, wie es dazu gekommen sein könnte. Vor Jahren haben sich Firmen wenig Gedanken darum gemacht, wie oder warum die Mitarbeiter den Zugang zum Web nutzen. Das Web galt als Informationsmedium, weniger als Medium zum Kommunikationsaustausch. Das ist natürlich heute dank Social Media und Networks anders, denn viele nutzen die Netzwerke als erweiterte CRM Tools. Und für viele Menschen hängen ganz alltägliche Arbeitsprozesse davon ab. Man denke nur an den Vertriebler, der hier neue Kontakte knüpfen kann.

Unternehmen argumentieren gerne in Richtung Sicherheitsrisiken -vor allem die IT-Führung-, die mit der Social Web Nutzung am Arbeitsplatz verbunden sind, um das Thema Produktivitätsverlust zu umgehen. Bedenklich stimmt natürlich, wenn laut Studie mehr als 50% der Befragten angeben, daß sie ihren persönlichen Interessen und nicht unbedingt zu Arbeitszwecken browsen oder über 30% sagen, daß sie während der Arbeitszeit private Onlineeinkäufe erledigen.

Die Folge: Zugänge zu sozialen Kanälen werden unternehmensseitig gesperrt oder überwacht, wenn das Projekt-Management oder die IT zunehmende Social Web Engagement feststellen. Business Socializing entfällt dann, oder muß auf den Abend verlegt werden.

Spot On!
Ein Aspekt wird in meinen Augen in dieser Diskussion aber oft aus den Augen verloren. Firmen sind die Treiber der Social Media Nutzung in der Zukunft, wenn sie mit immer neuen Aktionen um die Aufmerksamkeit der Menschen buhlen (der klassische Kampagnenansatz tut sein Nötigstes). Wenn Unternehmen die Nutzung von Social Media zulassen und einem gemeinnützigen Unternehmensziel anheim stellen, so ist die Nutzung am Arbeitsplatz nie negativ zu sehen. Ein Beispiel: Wenn Mitarbeiter sich in einer Gruppe eines Social Netzwerks Inspiration holen für neue Marketingideen, Salesaktivitäten oder ähnlichem, und sich kommunikativ engagieren, so gilt es für die Leiter der Abteilung oder des Unternehmens eher darum, die wertvollen Informationen zu filtern, zu sammeln und den kollektiven Zugang zu organisieren sowie den Austauschs zu fördern. Ermöglichen die Verantwortlichen diesen Schritt, so hat Social Media am Arbeitsplatz ganz schnell seine Berechtigung.

Es würde mich interessieren, wie ihr darüber denkt. Wie sollten Firmen mit der Social Media Nutzung am Arbeitsplatz zukünftig umgehen? Wie und warum überlappen sich Social Media Nutzung und Arbeitszeit?

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