Studie: Social Web Nutzung am Arbeitsplatz steigt
13.07.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Social Media
Social Media am Arbeitsplatz bereitet vielen Unternehmen Sorgen hinsichtlich der Produktivität und Ertragssteigerung. Eine neue Studie zeigt nun, daß zum einen immer mehr Mitarbeiter auf das Web während der Arbeitszeit zugreifen und gerade in Deutschland die Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz in letzter Zeit steigt.
Die Studie von Trendmiro, die in den Länder USA, UK, Deutschland and Japan 1.600 Einwohner befragte, zeigt, daß die Social Web Nutzung am Arbeitsplatz in den letzten beiden Jahren im Schnitt von 19% auf 24% gestiegen ist. Die Frage stellt sich vielen Unternehmen hierbei, inwieweit es das Business nach vorne bringt oder ob die Firmen lediglich Zeit und Geld verlieren. Nur zu gerne würde man mal in die Bilanzen sehen…
Leider kommt die Studie nicht zu einem Ergebnis, womit der Zuwachs der Nutzung zusammenhängt. Nun kann man sich aus der Historie der Webnutzung mal überlegen, wie es dazu gekommen sein könnte. Vor Jahren haben sich Firmen wenig Gedanken darum gemacht, wie oder warum die Mitarbeiter den Zugang zum Web nutzen. Das Web galt als Informationsmedium, weniger als Medium zum Kommunikationsaustausch. Das ist natürlich heute dank Social Media und Networks anders, denn viele nutzen die Netzwerke als erweiterte CRM Tools. Und für viele Menschen hängen ganz alltägliche Arbeitsprozesse davon ab. Man denke nur an den Vertriebler, der hier neue Kontakte knüpfen kann.
Unternehmen argumentieren gerne in Richtung Sicherheitsrisiken -vor allem die IT-Führung-, die mit der Social Web Nutzung am Arbeitsplatz verbunden sind, um das Thema Produktivitätsverlust zu umgehen. Bedenklich stimmt natürlich, wenn laut Studie mehr als 50% der Befragten angeben, daß sie ihren persönlichen Interessen und nicht unbedingt zu Arbeitszwecken browsen oder über 30% sagen, daß sie während der Arbeitszeit private Onlineeinkäufe erledigen.
Die Folge: Zugänge zu sozialen Kanälen werden unternehmensseitig gesperrt oder überwacht, wenn das Projekt-Management oder die IT zunehmende Social Web Engagement feststellen. Business Socializing entfällt dann, oder muß auf den Abend verlegt werden.
Spot On!
Ein Aspekt wird in meinen Augen in dieser Diskussion aber oft aus den Augen verloren. Firmen sind die Treiber der Social Media Nutzung in der Zukunft, wenn sie mit immer neuen Aktionen um die Aufmerksamkeit der Menschen buhlen (der klassische Kampagnenansatz tut sein Nötigstes). Wenn Unternehmen die Nutzung von Social Media zulassen und einem gemeinnützigen Unternehmensziel anheim stellen, so ist die Nutzung am Arbeitsplatz nie negativ zu sehen. Ein Beispiel: Wenn Mitarbeiter sich in einer Gruppe eines Social Netzwerks Inspiration holen für neue Marketingideen, Salesaktivitäten oder ähnlichem, und sich kommunikativ engagieren, so gilt es für die Leiter der Abteilung oder des Unternehmens eher darum, die wertvollen Informationen zu filtern, zu sammeln und den kollektiven Zugang zu organisieren sowie den Austauschs zu fördern. Ermöglichen die Verantwortlichen diesen Schritt, so hat Social Media am Arbeitsplatz ganz schnell seine Berechtigung.
Es würde mich interessieren, wie ihr darüber denkt. Wie sollten Firmen mit der Social Media Nutzung am Arbeitsplatz zukünftig umgehen? Wie und warum überlappen sich Social Media Nutzung und Arbeitszeit?
Das Social Web – eine dreiteilige Webinar-Reihe
10.05.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Daily Top 3
In dieser dreiteiligen Webinarreihe wird der Fokus auf der Beziehung zwischen dem Web als Kommunikationskanal der Zukunft und Social Media als modernem Tool für Kundenbeziehungs-Management liegen.
Das Social Web wird in den nächsten Jahren zahlreiche Veränderungen innerhalb der Unternehmen als auch im Umgang mit Kunden hervorrufen. Um den verschiedenen Abteilungsleiter innerhalb eines Unternehmens einen Eindruck zu vermitteln, inwieweit ihr Bereich davon betroffen ist, wurde die Webinar-Reihe in drei Bereiche aufgeteilt: Sales & Marketing, Human Resources/Personalwesen und Unternehmensführung.
Die Webinar-Reihe wird unter dem Motto stehen…
“Das Unternehmen haben früher Executives geleitet. Morgen wird es der Kunde sein…”
14. Mai 2010
Verkaufsförderung mit modernen Sales- und Marketingstrategien
11. Juni 2010
Employer 3.0 – Online Reputation, Personal Branding und Produktivität
18. Juni 2010
Unternehmensführung – Vergessen Sie die große Sorge um den Kontrollverlust!
Die Vorträge dauern eine Stunde. Teilnehmer haben danach noch 30 Minuten Zeit, Fragen zu stellen. Alle drei Webinare beginnen um 11 Uhr.
Es steht eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung. Anmelden können Sie sich derzeit noch hier.
Report: Was bedeutet Information im Jahr 2015?
08.05.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Strategy
Es ist ein faszinierender Report mit dem Titel “Information 2015 – Reforming the paradigm“, den Accenture da veröffentlicht hat. Das Thema ist aber nicht umsonst ein Accenture sehr nahe stehender Aspekt. Schließlich hat man in Indien das Innovation Center for Information Management und sich somit dem dem Thema Information Management verschrieben. Für die Studie hat Accenture mit der deutschen Trendagentur Z-punkt kooperiert.
Die Haupterkenntnisse werden in vier Szenarien zusammengefasst…
- Hoch-performante Unternehmen analysieren Produktivitätsdaten über Status und Vorgänge in der physischen und sozialen Welt, welche durch Sensoren und das ‘Internet der Dinge’ generiert wird.
- Social Software in andere Platformen und mobile Endgeräte integriert werden sowie sich in der physische Welt verbreiten (Augmented Social Workspace – der zukünftige Arbeitsplatz).
- Erfolgreiche Unternehmen in 2015 werden ein Netzwerk aus Experten bilden, und somit eine Angebotspalette an Kunden- und Business-Intelligenz, Vertrauenswürdigkeit und Echtzeit offerieren (Von SaaS zu Platform as a Service zu Experts as a Service)
- Persönliche Entscheidungsmaschinen werden die Fähigkeit von Firmen dramatisch verbessern, Konzepte zu erstellen und schnell und transparent Lösungen zu entwickeln (Personal Web Manager als Hybrid-Modell zwischen Mensch und Maschine?)
Spot On!
Es ist manchmal faszinierend, mit welchen Visionen die “große” Strategieberater aufwarten. Und liest man sich die Vorhersagen durch, vergleicht sie mit den angebotenen Beispielen aus 2005, so wird schnell klar, was möglich gewesen wäre, wenn man die heutigen Optionen vor fünf Jahren gehabt hätte. Für mich die erschreckendste Vorstellung und größte Herausforderung ist das erste Szenario. Ist sie doch auf gewisse Art und Weise ein “Big Brother is Watching You Working” -Szenario. Da dürften Betriebsräte in Deutschland Alarm schlagen. Erinnert an das IBM JamCamp und Gedanken hierzu…
Was haltet Ihr von den Accenture-Szenarien und wie realistisch seht Ihr sie?
Deutsche wollen keine Promi-Testimonials in Werbung
28.04.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Prosumer, Web Strategy
Die Deutschen stehen nicht (mehr?) auf VIP-Testimonials in der Werbung. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und das Marktforschungsunternehmen Toluna hat 1500 Bundesbürger befragt.
Das Ergebnis ist eindeutig: Nahezu vier von fünf Deutschen wollen keine Werbung mit Promi-Testimonials mehr sehen, und 76% der Bundesbürger lassen sich nach eigener Einschätzung ohnehin nicht von Promi-Werbung beeinflussen.
Verwundert das? Wohl die wenigsten… Der Promi hat dabei nichts anderes im Sinn als den besten Deal zu machen. Ob die Marke zur Person passt, glaubwürdig rüberkommt und authentisch wirkt, ist dabei wohl eher zweitrangig. Zahlt die Marke den entsprechenden Auftritt, steht der Promi parat. Der Kunde weiß das und schaltet seine Aufmerksamkeit ab.
Ein paar Beispiele der Studie…
Mike Krüger, der Jahre für den Hagebau-Markt parat stand (31% wussten das), hat den Mitbewerb ebenso profitieren lassen. Ein Viertel der Befragten ging davon aus, Krüger sei für Hornbach oder Obi Testimonial als Werbepartner unterwegs.
56% der Befragten konnten Dieter Bohlen nicht einmal korrekten Margarine-Marke „Becel pro-activ” in Verbindung bringen. Noch schlimmer ist, wenn das Produkt eines Wettbewerbers dabei ins Spiel kommt oder der „Pop-Titan” gar nicht als Margarine Werbe-Testimonial gesehen wird.
Heidi Klum haben weniger als ein Fünftel der Befragten als Volkswagen-Testimonial wahrgenommen. Obwohl der prominente Ehemann Seal ihr noch in der Werbung zur Seite stand.
Zeugt das von einer erfolgversprechenden Werbehochzeit…?
Spot On!
Für Markentreue ist dem Konsumenten Authentizität und Glaubwürdigkeit in der Werbung entscheidend. Nur wer durch ehrliche Bekenntnisse auf sich aufmerksam macht, ist für die Wirkung der Marke auf den Konsumenten effizient. Man darf sich die Frage stellen, ob das zukünftig -vor allem im Social Web- eher mit Menschen “wie Du und Ich” dargestellt und erzeugt werden kann. Für mich liegt die Zukunft der Testimonial-Werbung im Empfehlungsmarketing mittels Social-Testimonials in Form von eigenen Bekannten, Freunden und Peers. Wer hierauf setzt und neue Wege geht, verhindert den schnellen Markenwechsel zu Mitbewebern und schafft Vertrauensbildung in seine Marke.
Lotus JamCamp 2010 – Gedanken zu(m) BarCamp(s)…
26.04.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Visionen
Das Lotus JamCamp war für mich ein sehr inspirierender Eintages-Gedankenaustausch, auch wenn die Veranstaltung zwei Tage ging. Teilweise erreichte mich die professionell organisierte Veranstaltung (IBM Standard eben…) mit positiven, teilweise mit kritischen Einblicken in ein modernes Enterprise 2.0 Offline-Brainstorming.
Der Input der Beteiligten war allemal wertvoll und damit mal mein dank an die Organisatoren.
Vor allem der Vortrag ‘Strategie am Limit – Studienergebnisse zum Kulturraum Internet’ von Frank Schomburg, verdeutlichte eindringlich den Kulturwandel, der zwar in die Gesellschaft eindringt, aber für Unternehmen und ihre Entscheider eine große Herausforderung für die kommenden Jahre darstellt. Die Wertepräferenz der Digital Residents nach mehr Eigenverantwortung und veränderten Unternehmens-Spielregeln versus der die traditionelle Norm wahrenden Unternehmensführer der Digital Visitors steht noch an einem Scheideweg. Die ideologische Zusammenführung wird wohl noch ein paar Jahre dauern dürfte. Was über Jahrzehnte als bewährt galt, lässt sich nunmal nicht in einem Jahrzehnt reformieren.
Eine beruhigende Erkenntnis war, daß die Unterschiede in der Wertediskussion zwischen Digital Natives und Digital Residents (zumindest bei ‘heavy usern’ – Basis der Studienbefragten) keine Altersproblematik in sich birgt. Zeigt es doch, daß Offenheit ein Umdenken ermöglicht. Der Beteiligungs Boom im Social Web geht dennoch erst langsam richtig los und mit ihm verschiebt sich die Macht auf die Anbieterseite. Unternehmen sollten vor der glimmenden Lunte der Netzwerkresonanz Vorsorge treffen, so der Rat vom Schomburg. Er resumierte, daß der Erfolgsfaktor der Unternehmen in der Fahigkeit liege, zwischen Netzwerk und Hierarchie zu wechseln (schön illustriert am Beispiel des Chaos-Pendels).
Eine wichtige Bemerkung von Dr. Peter Schütt, Leiter Knowledge Management IBM Software Group EMEA, aus seinem Vortrag “Führen im Enterprise 2.0″ sei hierbei nicht unerwähnt. Beim Thema Crowdscourcing und Ergebnisfindung weist er auf eine feinen Unterscheidung zu James Surowiecki hin, der sich mit meiner Erkenntnis deckt. Letztendlich entscheide nicht der Mittelwert der Masse, sondern es gilt die “Leuchttürme in den Crowds zu identifizieren, um die Weisheit der Masse zu erkennen”.
Barcamp als Eventmodus
Allerdings sind für mich, offen gesagt, Barcamps bzw. Open Space Offline Sharings mit Businessfokus immernoch nicht unbedingt in meinen persönlichen Arbeitsalltag übergegangen. Das hat verschiedene Gründe (Feedback an IBM)…
Zeit ist eines unserer wertvollsten Güter für die und in der Zukunft. Als Als Familienvater hat man auch im Zeitalter des Social Web seine Verpflichtungen und seine Wertevorstellung von Zeit für die Familie – früher sagte man mal Wochenende. Wenn BarCamps am Wochenende stattfinden, brigt das Konfliktpotential für Communities wie den heimischen Familienrat oder auch den auf dem Camp zahlreich angesprochene Betriebsrat.
Wenn es ein Business-Event ist und trotzdem BarCamp Charakter hat, kann es ruhig unter der Woche stattfinden. Ob es dann nun als BarCamp tituliert wird, oder nicht, ist zweitrangig für die obigen Communities. Der Austausch des Input bringt den Erfolg der Veranstaltung. Bekommt die Veranstaltung zusätzlich noch einen inhaltlich und organisatorisch-traditionellen Eventtag, so birgt es allerdings die Gefahr, daß Teilnehmer dem offiziellen Tag zuviel Aufmerksamkeit widmen könnten.
Die Location Ehningen als Standpunkt halte ich auch weiterhin für sehr sinnvoll. Ehningen ist die Basis des Unternehmens IBM (in Deutschland) und ein klares Bekenntnis zum gelebten Kulturwandel. Große Unternehmen wie IBM müssen den Geist und die Inspiration der modernen Event-Kommunikationsformate anderen Großunternehmen vorleben. Eine Auslagerung würde den Anschein erwecken, daß das Format nicht von der Unternehmsführung anerkannt wird.
Entscheidend für die positive Infizierung weiterer Unternehmen “Pro Social-Web” ist es sicherlich, mehr Business-Entscheider als Listener für eine solche Veranstaltung zu gewinnen. Da das Format den Eindruck eines traditionellen Club-Charakters (“Aktionismus ist gefragt”) erweckt, kann das gerade diese Personen davon abhalten, sich die Zeit zu nehmen. Und, wer nicht firm ist, will sich nicht mit einem Beitrag die Blöse geben… schon gar nicht als Top-Entscheider.
Spot On!
Mein Beitrag “Karriere der Zukunft – Zwischen Personal Branding und Produktivität” wurde eingehend diskutiert. Die anschließende Diskussion drehte sich um den Gedanken des unbezahlten Zweitjobs, den zeitlichen Aufwand, Monetarisierung und die Vision des Personal Web Managers als gangbares Hilfsmodel zum täglichen Aufwand, den das Social Web im Business fordert. Mein vorangegangener Gedankenaustausch mit Dr. Peter Schütt beim Mittagessen und der Besuch seines Vortrages zeigte mir zahlreiche gemeinsame Strategie-Denkansätze. Vor allem die Erkenntnis der Zerstreuung der Mitarbeiteraufmerksamkeit durch Soziale Medien und die damit notwenidge Refokussierung von Resourcen durch das Management deckte sich: “Führen bedeutet heute immer mehr, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter zu lenken”.
PS: Hätte man auch enden können… ‘im Sinne des Unternehmensauftrages zu inspirieren’?
5 strategische Ansätze, warum Marken eine mobile App benötigen
12.04.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Mobile Business
Zahlreiche Unternehmen stellen sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, eine mobile App programmieren zu lassen. Ob dabei unbedingt der Kundennutzen oder eher die kommerziellen Interessen im Vordergrund stehen, sei mal dahingestellt. Fakt ist: Die mobilen Apps und das mobile Web (Studien-Ausblick bis 2015) bekommen, nicht nur durch den kürzlichen iPad Hype, zunehmende Aufmerksamkeit in der breiten Masse der Prosumer.
Allerdings sind die Apps als Zugangsvehikel zu Unternehmens Content nicht ganz unumstritten. Manche Insider disuktieren über die App Economy und sich sind uneins, ob Apps als perfide Content-Zensur gesehen werden soll oder höhere Benutzerfreundlichkeit liefert. Andere dagegen frage sich, wie man diese in die Plattformstrategie einbindet. Und die App-Developer sind -laut einer Studie von Appcelerator- immer mehr interessiert an Android Entwicklung denn an iPhone oder iPad App. Eine andere Studie belegt, daß das Nutzungsverhalten von Apps durch den User auf beiden Systemen vergleichbar ist.
Die Diskussion über die Relevanz, Notwendigkeit und Nachhaltigkeit von mobilen Apps wird sicherlich noch lange andauern. Der Hype hingegen ist nicht zu verkennen. Und ganz schnell könnte man als Unternehmen zu dem Ergebnis kommen, man sollte es einfach mal machen. An erster Stelle sollte bei allen Überlegungen der Kunde stehen. Schließlich will man den ja auch weiterhin mit seinen Produkten und Services beglücken will.
In den letzten Tagen sind bei mir 5 Gründe eingefallen, warum ein Unternehmen durchaus eine mobile App für seine Marke, ein Produkt oder eine Dienstleistung als startegische Massnahme einsetzen sollte.
1. Trendsetter
Innovationen sind der Treibsand für die Zukunft einer Marke. Geht die Strategie eines Unternehmens in die Richtung der Vorreiterstellung bei Markteröffnung und -entwicklung, wird die mobile App den standesgemäßen Erwartungen intern wie extern nahezu gleichgesetzt. Ist die Außenwahrnehmung durch die Kunden der Strategie entsprechend, wird kein Unternehmen auf den permanenten Zugang zum Kunden verzichten wollen. Zumal das Unternehmen alle Neuigkeiten dem Kunden jederzeit und an jedem Ort je nach Wichtigkeit kurz und bündig mitteilen kann – ohne Ablenkungsmöglichkeiten, die das Web 2.0 nunmal bietet. Aber nur wer sich auch als Trendsetter fühlt, verfolgt die Neuerungen einer Marke (nahezu) in Echtzeit.
2. Brandsetter
Der Erste und Beste zu sein, ist im Echtzeitweb ein Wettbewerbsvorteil (siehe Dell, Starbucks oder Spreadshirt). Es garantiert PR-starkes Feedback der Social Web Gemeinde und den gewünschten Buzz-Effekt. Im stark umkämpften Mitbewerbsmarkt müssen Marken stärker auf ihre Präsenz und Nachhaltigkeit achten bzw. dieser frischen Nachdruck verleihen. Die Omnipräsenz und Wirkungsstärke der Marke beim (potentiellen) Kunden kann mittels mobiler Apps optimiert werden. Gerade im Consumer-Engagement geprägten Markt, habe ich oft die Frage gestellt bekommen: “Hast Du mal wieder eine gute App gefunden?” Sobald ich diese zeige, wird sie auf dem eigenen Device installiert, gestestet und erhält (manchmal) eine Bewertung. Schnell kann sie im Ranking steigen und die gewünschte Marken-Aufmerksamkeit durch die App-Economy generieren.
3. Fansetter
Der Prosumer ist aufgrund der Austauschbarkeit von Marken, Produkte und Services (Preiskampf!) wechselwilliger denn je. Was Facebook mit seinen Anzeigen den Unternehmen bietet, ist die App für den mobilen Nutzer. Eine für die Marke geschlossene Umgebung, in der sich Unternehmen auf das Wesentliche konzentrieren. Wer als Kunde seine Marke liebt, wird sich mit ihr beschäftigen (selbst Flyer und Kataloge werden heute noch genutzt!) und will die Neuerungen als Erster wissen. Hatte früher Nokia aufgrund von Symbian die Nase vorn, so hat das iPhone den Handymarkt revolutioniert. Android hat nachgezogen und bietet gute Aussichten für die Zukunft. Schnell ändert sich die Wahl des Handies. Wer seine Fans behalten will, kann nicht umhin für alle Handyplattformen seine App anzubieten. Zumindest wenn man seine Fans nicht im mobilen Web verlieren will.
4. Standardsetter
Wer die Vorreiterstellung im Markt übernehmen will, muß Standards setzen. Er stellt Regeln (Standards) für Abläufe und Prozesse für die Branche auf bzw. stellt und schlägt diese dem Mitbewerbsmarkt vor. Schnell ergeben sich hieraus allgemeingültige Vorschriften, die konvergente Märkte bedienen und somit die Marke stärken. Das gilt für die Kommunikation, in der Produktentwicklung und im Kundenservice. Auch wenn man aus den Fehlern der Mitbewerber lernen und eigentlich erstmal mit der Entwicklung einer App abwarten kann, kann man aber auch selbst Standards für den Mitbewerb setzen. Das entspricht dem Web 2.0 Grundgedanken. Da ist nicht gleich alles optimal. Wenn etwas fehlt, wird es optimiert, nachjustiert und neu aufgesetzt – vom Unternehmen aus oder von der Community der Kunden.
5. Servicesetter
24/7 Service und Support ist für den heutigen Konsumenten schon (fast) zum Standard geworden. Je mobiler die Menschheit -nicht nur im Web- unterwegs ist, umso mehr benötigt sie den schnellen Zugriff auf Markenservice. Und je schneller der Mensch die relevanten Daten wie zum Beispiel Hotline Nummern findet, umso zufriedener und weniger “abwanderungswillig” ist er/sie als Kunde. Erst gestern habe ich mich geärgert, als meine Frau mich anrief, die Kaffeemaschine sei hin. “Check mal schnell die Nespresso App nach deren Hotline Nummer!” – “Herzblatt, die haben zwar eine App, bei der ich einkaufen kann, aber die Support-Hotline fehlt leider…” Versteht Nestle wohl, was ich meine (fragwürdig… da man nicht mal auf eine XING Anfrage reagierte)?
Spot On!
37% der Smartphone User haben 2009 gemäß einer Compete Studie schon online gekauft. Und 91% der Amerikaner nutzen bereits mobile Telefone, um Social Networking zu betreiben. Wenn das nicht grundsätzlich schon klare Trends sind, als Brand oder Unternehmen mal über eine App nachzudenken, dann muß mir jemand die Zukunft des mobilen Internet und Shoppings erklären. Aber vielleicht liege ich ja falsch? Was denkt Ihr?
PS: Von The Strategy Web hat mir die Mannschaft von Motherapp eine Android Version und eine iPhone Version erstellt. THX, guys – you are doing a great job!
Eine Ära endet – Auf zu neuen Ufern
01.04.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Strategy
Vor 10 Jahren habe ich mich entschlossen, mit silicon.de an der Zukunft des modernen Publishing zu arbeiten. Am Freitag hat sich „Mr. silicon“, wie ich oft genannt wurde, von seinem Team verabschiedet und wird sich der Zukunft des Social Web widmen. Es ist Zeit für einen kurzen Rückblick…
Ein Rückblick
Vieles an der ursprünglichen Vision des IT B2B Mediums silicon beweist heute vom strategischen Ansatz (Closed Front-Door, Community Building, Personalisierung) seine Richtigkeit. Viele Ursprungsgedanken sind heute noch umstritten und zahlreich diskutiert wie vor 10 Jahren (Paid Content oder Paid Service?). Und vieles war seiner Zeit auf technischer Ebene weit voraus (z.B. Web Business TV). Auch sind die freien Zugangsoptionen zu externen Communities oder Web-TV Inhalten in Unternehmen selbst heute mit XING, LinkedIn oder Facebook nicht unumstritten. Die Vision war da, der Markt reformiert vieles im Laufe der Jahre.
Zum Anfang möchte ich einmal Danke sagen. Danke an alle, die dem silicon Team und mir viele tolle und spannende Jahre bereitet haben. Unsere Kunden und Agenturen möchte ich da als Erstes erwähnen. In guten Anfangsjahren (2000) haben sie uns das grundlegende Vertrauen geschenkt (vor allem IBM und Intel) und in schweren Zeiten (Management Buy Out 2002) an uns geglaubt (z.B. HP und Oracle). Und in boomenden Jahren haben sie mit uns (u.a. Symantec) tolle Projekte gestartet wie z.B. den Security Drive mit Porsche und AUDI (2005).
Bei unseren Lesern haben wir uns auf unsere eigene Art bedankt. Indem wir immer unsere Kunden mit einbezogen haben und den Kontakt zwischen Anbieter und Abnehmer sowie die Verbindung zwischen Offline und Online (nicht umsonst Credo dieses Blogs) immer im Fokus behielten.
Unsere Leser durften die etwas unsanft endende Fahrt eines Königsegg Testfahrers am Hockenheimring live miterleben. Ja, passenderweise beim Security Drive! Nein, ihm ist zum Glück nichts passiert. Oder sie durften nicht unbedingt ausschließlich Business-orientiertem Networking beiwohnen bei der IT Tipp-Kick Fussball WM im Unterhachinger Stadion (2006).
Neun Jahre lang haben unsere Leser die Chance gehabt, bei einem der von mir ins Leben gerufenen silicon.de Golf Masters mitzuspielen – sei es als Einladungs- oder Charity-Turnier. Dabei wurden zahlreiche Golfbälle ins Tegernseer Tal des Golf-Club Bad Wiessee verstreut und so mancher Regenwurm aus seinem sanften Schlaf gerissen, wenn der Schläger mal wieder nicht so wollte wie der Spieler.
Natürlich geht mein Dank aber vor allem an meine silicon Kollegen, die mich teilweise viele Jahre begleitet haben, silicon teilweise immernoch treu sind und mit denen ich ein tolles offenes, kollegiales Management-Verhältnis 2.0 gepflegt habe. Ihr seid „1a“ und habt verstanden, was investigatives Publizieren heißt. Macht weiter so!
Ja, man könnte viel erzählen über die gute alte Zeit, aber ich glaube, nun ist genug Sentimentalität geflossen. Nochmal Danke an alle!
Ein Ausblick
In den letzten Jahren habe ich mich in meiner Freizeit und zahlreichen Nachtschichten im Selbststudium sehr intensiv mit dem modernen Business-Web auseinandergesetzt. Dabei ist mir aufgefallen, daß unsere silicon Vision in verschiedensten Formen in der Webwelt immer mehr Einzug erhalten hat.
Social Networking mit Closed Front-Door ist Community-Standard geworden. Bannerformate, die silicon vor 10 Jahre hatte, erleben ihre perfektionierte Rennaissance auf Facebook. Modelle für Bezahlte Inhalte fangen langsam an zu krabbeln. Und ohne Web-TV kann man sich die Onlinewelt nicht mehr vorstellen. Es fehlt: Personalisierung – und zwar beim derzeitigen Information-Overflow an allen Ecken und Enden. Vielleicht ist das ja gerade der Schlüssel zum Paid Service?! Und es fehlt mir eine Personal Web Manager, den ich für den Manager der Zukunft als unerlässliche Unterstützungsnotwendigkeit sehe.
Was hat der Meyer-Gossner eigentlich in der Zukunft vor? Ja, diese Frage ist berechtigt und wurde mir schon am Wochenende des Öfteren gestellt. In den letzten Jahren sind viele Menschen auf mich zugekommen mit Fragen zum Webbusiness, zum Markteintritt eines Produktes, zur Online-Kommunikation, zu neuen Tools, Taktiken und Trends.
Märkte sind Gespräche!
Als geborener Networker habe ich bestmöglich versucht, diesen Menschen zu helfen, Kontakte herzustellen und neue Denkanstöße zu liefern. Ich habe erlebt, was es heißt, seine Gedanken zu teilen. Und ich glaube fest an das „Web des Geben“ (Wer gibt, bekommt auch etwas zurück).
Meine Gedanken gehen in verschiedene Richtungen: Entwicklung neuer Vermarktungsprodukte, Web-Business Strategie-Beratung und ein neues Social Business Medium. Vielleicht alles unter einem Dach?!
Es ist Zeit, das Thema Webstrategie verstärkt in die Unternehmen zu bringen, Social Web Aktivisten und Visionäre für Unternehmen attraktiv zu machen, moderne Tools für Unternehmen zu bündeln, der Webvermarktung einen neuen Anstrich zu geben und damit Investoren zu begeistern. Wer sich bei einem dieser Punkte angesprochen fühlt, der wird sich mit mir in Verbindung setzen.
„Reden ist Online, Schweigen ist Print.
Auf zu neuen Ufern…!
Und auf einmal bist Du eine Werbeikone…
25.03.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Web Marketing
Man macht sich dann so Gedanken wie… Ob das überhaupt jemand bemerkt und interessiert? Warum gerade ich? Wieso nicht ein anderer bekannter Medienvertreter? Aber vermutlich hat turi2 seine Social VIP Testimonials sorgfältig ausgewählt. Zumindest gehen wir bei der Qualität des investigativen Journalismus von turi2 mal davon aus.
Vorgestern finde ich also auf meiner Facebook Wall folgende Bemerkung…
“Glückwunsch zum Start als Werbeikone bei turi2!! ;)”
Ein Ex-Kollege hatte meine Freude das wissen lassen. Was man erst nicht glaubt, erscheint einem dann offensichtlich und authentisch, wenn man auf turi2 ging.
Warum ist diese Textanzeige etwas besonderes?
Zum einen zeigt es mal die Wirkung von Empfehlungsanzeigen, respektive Facebook Anzeigen, in einer Community auf die User. Vor Wochen habe ich bereits auf dem Eyeblaster Blog die essentielle Wichtigkeit der Referenz-Nennung eines Freundes in den Facebook Anzeigen betont. Die taktische Massnahme des Referenz-Marketings, oder wie man auch sagen könnte, des Aufzeigens eines sozialen Marken-VIPs, wird auf Facebook sehr clever eingesetzt. Die Wirkung zeigt sich in der Vielzahl an generierten Fans für Company Fan Pages oder Branded Pages.
Zum anderen, weil die turi2 Anzeige sich von den klassischen Facebook Anzeigen unterscheidet. Entsprechend einer Business-Referenz nennt sie nämlich vorerst den Namen das Unternehmen, für das ich tätig bin. Diese Erstnennung dürfte CBS freuen. Erst dann nennt man meine Person als Experten-Empfehlung. Ein nicht ganz unerheblicher Überzeugungsgrund vermutlich für potentielle Interessenten der turi2 Fan-Page.
Dieser Post soll aber mal grundsätzlich aufzeigen, daß wir eigentlich alle bei Facebook, oder anderen Communitys, zur “Werbeikone” werden können. Dann nämlich, wenn auch in klassischen Banner Anzeigen die Kraft des Empfehlungs-Marketings eingesetzt wird. Nur müßte dafür ein neues System geschaffen werden, was auf eine Bannernutzer-Datenbank zurückgreift. Sicherlich keine einfache Herausforderung. Denn die Hand-Picked Lösung ist vermutlich auf grafischer Ebene eine Herausforderung. Sie bietet aber auch Vorteile bei der selektiven Empfehlung für spezielle Neukunden oder neue Community-Mitglieder.
Was bei turi2 eine “hand-picked choice” war, folgt bei Facebook einem automatischen System. Scoot Woods, Commercial Director bei Facebook schrieb mir dazu, daß es derselben Technologie folge, wie wenn man auf eine Seite geht und sieht, welche seiner Freunde im Social Graph bereits mit dieser Seite verbunden sind.
Die Idee der Referenzanzeigen hat Methode und macht Sinn: Referenz-Marketing ist die Zukunft. Wissen wir doch aus der Nielsen Studie (April 2009), vertrauen 90% den Empfehlungen von Leuten, die sie kennen. Somit macht es Sinn, sich des Themas Referenz-Marketing in Unternehmen verstärkt zu widmen.
Seht Ihr das ähnlich? Oder anders? Freue mich auf Eure Meinungen…
Die Strategie 2.0 der Deutschen Telekom
18.03.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Strategy
Schon seit der Cebit geistert die Strategie 2.0 der Deutschen Telekom durch den Blätterwald der hiesigen Tages- und Wirtschaftszeitungen. Die Erwartungen zur gestrigen Verkündung durch Firmenchef Rene Obermann waren groß. Der Output überrascht wenig und auch wenige. Dafür erscheinen die Ziele enorm.
Umsatz, Umsatz Umsatz! So liest sich die “Strategie 2.0″ mit den zukunftsträchtigen, aber wenig uniquen Tags “Fix – Transform – Innovate”…
Nachdem die Vodafone mit ehemals Arcor nun Festnetz und Mobilfunk aus einer Hand anbieten, geht nun auch die Telekom den längst fälligen Weg der Zusammenlegung der Sparten. T-Home und T-Mobile kommen wieder unter ein Dach und werden vermutlich auch in Zukunft die tragenden Säulen des Magentariesen im Werben um die Kundschaft.
Intern werden allerdings die nachfolgenden fünf Kernsegmente der neuen Telekom Strategie 2.0 gestützt…
Mobiles Internet: Mit mobilem Datenverkehr soll der Umsatz von knapp 4 Milliarden Euro 2009 auf rund 10 Milliarden Euro in 2015 gesteigert werden.
Eigene Internetangebote: Erweiterung der Dienste wie Scout 24, Music-, Video-, Software oder Gamesload und so Umsatz bis 2015 von 0,8 auf 2-3 Milliarden Euro steigern.
ConnectedHome: Privatkunden sollen Zugang zu Diensten und Inhalten über alle Endgeräte hinweg bekommen. Der Umsatz damit soll – inklusive Breitbandzugang – von 5 auf rund 7 Milliarden Euro in 2015 wachsen.
Business Chancen nutzen: T-Systems plant seinen externen Umsatz um 2 auf rund 8 Milliarden Euro zu steigern – Hoffnungsträger: Dynamic und Cloud Computing.
Intelligente Netzdienste: Schaffung branchenspezifischer Angebote für Energie, Gesundheit, Medien und Automobil. Hierzu sollen Anwendungen Dritter genutzt werden, die dank der Telekom Netze und Dienstleistungen erst möglich werden – z.B. Stromzähler für Privatkunden und Telemetrie für das Auto.
Ob man bei diesen Aussichten nun von einer Strategie 2.0 sprechen muss, darf oder soll, und ob die wirklich die notwendige Entschlossenheit einer Web 2.0 Philosophie zeigt, stellt so manches Medium in Frage.
Das Web 2.0 gibt es jetzt seit einigen Jahren. Inzwischen hat also auch die Telekom davon Wind bekommen. Die Frage ist dennoch, ob man mit dem Zusatz “2.0″ die Strategie-Ankündigung PR-technisch aufpeppen wollte. Denn bei der Web 2.0 Philosophie stehen die Interaktion und Kollaboration mit dem Kunden im Vordergrund. Davon liest man so gut wie gar nichts. Worte wie “sozial”, “Networks” oder “Communities” fehlen gänzlich. Warum dann also von einer Strategie 2.0 sprechen. Weil sich’s besser verkauft? Wenig authentisch…
Eine Strategie kann nur so gut sein, wie das Fundament, welches sie tragen soll. Und schaut man hinter die Kulissen, erkennt man schnell den 1.0 Lebensstil der Infrastruktur.
Die Telekom hat zwar erkannt, daß man im Mobilfunkbereich die Performance fixen muß. Doch so einfach es klingt, ist das nicht. Investitionen in Höhe von rund 10 Milliarden sind geplant und von Nöten bis 2012, um erstmal nur das Fundament für Höheres zu legen. Da wird das Thema Zeit bei einem Startegieausblick auf fünf Jahre mal schnell zu einer kritischen Größe. Es wird deutlich, daß erstmal aufwendige technische Grundsteinlegung zur Strategie-Anbahnung erforderlich ist.
Spot On!
Wenn ein Kunde heute eine iPhone Flatrate bucht und monatlich eine Warn-SMS erhält, ist das Offlinewelt 1.0 Standard. “Sie surfen jetzt mit einer reduzierten Geschwindigkeit, da die Volumengrenze Ihres Tarifs erreicht ist. Weitere Infos unter 2202. Ihre T-Mobile.” Und wenn die Hotline einen dann informiert, daß die Telekom Breitbandprobleme habe, Flatrates limitieren müsse, damit nicht auf jedem Hausdach Antennen stünden. Dann frage ich mich, warum man von einer Flatrate spricht. Vermutlich aus dem selben Grund, warum man mal schnell die Obama-Spruch “Yes, we can” für eine Marketingaktion auf eine Dose druckt mit dem Titel “U can”. Schlagbegriffe wie “Flatrate” und “2.0″ sind einfach hipp und verkaufen – nur nicht authentisch!
Die Deutsche Telekom ist im 2.0 Zeitalter angekommen und hat noch viel vor (sich). Aber eine Strategie 2.0 stelle ich mir bei einem Großkonzern anders vor. Und ich würde erstmal bei der Kundennähe und authentischer Begriffsdefinition anfangen, bevor ich dem Kunden vor Augen führe, wie ich an sein Geld kommen will.
CeBIT 2.010 – Always mobile, always social, always on
09.03.2010 von Martin Meyer-Gossner
Kategorie Featured Stories, Web Strategy
Als mobile Devices (altdeutsch = Handys) erfunden wurden, dienten sie dem Sinn, im Notfall in Echtzeit Informationen auszutauschen. Das mag zwar heute immernoch so sein. Dennoch hat die CeBIT 2.010 die soziale Erweiterung des Nutzungsbeweggrundes sowie die damit einhergehende Bedeutung für Sales und Marketing den Massen eindringlich verdeutlicht.
Tippte man früher umständlich die notwendige Nummer ein, um schnellstmöglich die Polizei, den Krankenwagen oder Abschleppdienst zu einem Unfallort zur Hilfe zu holen und den Verkehrsfluß wieder zu gewährleisten. So wird heute mit dem Handy ein Film (Bild ist schon fast uncool) vom Unfall gemacht. Dieses Video wird dann in einem sozialen Netzwerk hochgeladen und die Freunde auf die verkehrstechnische Umfahrung des Unfallortes per Twitter in Echtzeit aufmerksam gemacht.
Die Tastatur des Handys spielt dabei zukünftig immer unerheblicher. Gilt es doch, wertvolle Zeit zu sparen. Schließlich wissen Usability Experten um die Wichtigkeit eines der Moderne entsprechenden kundenfreundlichen Bedienungskonzeptes. Ja ok, und auch der Notwendigkeit keine Zeit bei einem Unfall zu verlieren. Richtig.
Ergo, die App revolutioniert nicht nur das (mobile) Internet, sondern auch den Markt der mobilen Endgeräte und deren Grundausstattung. Und wer denkt, daß gelte nur für das Handy irrt sich. Auch das Auto der Zukunft greift vermutlich per Touchscreen nur noch auf Apps zu, wie die T-Systems wunderbar offline auf der CeBIT illustrierte.
Man mag sich gar nicht ausmalen, wenn man auf das Auto Screenplay noch die Apps von Facebook und Twitter hochladen kann, wie es Ford erst kürzlich in Aussicht gestellt hat. Dank Google Streetview können sich die Netzwerk Freunde dann den Ort des Geschehens zukünftig aus der sicheren Ferne ins Gedächtnis rufen. Und das Ganze sogar im Vorzeit-Webzustand – in Echtzeit schafft wohl selbst Google den aktuellen Straßenüberblick nicht. Auf der Cebit konnte man die Autos bewundern, die diese Strassen-Bilder zukünftig für uns machen – von Künstlern in liebevoller Kleinstarbeit verziert.
Ob die Künstler sich wohl danach erstmal bei studiVZ auf der Couch ausgeruht haben? So ganz unmobil, aber natürlich sozial und im “always on” Modus? Vermutlich nicht. Man musste schon ein Auto vor die Couch fahren, um irgendwie darauf zu kommen. Vielleicht haben sie aber auch nur ein Bild mit der erhöhten Kamera-Perspektive gemacht, um es dann vom Auto aus in ein soziales Netzwerk hochzuladen.
Offline gibt es den Menschen 2.010 anscheinend nicht mehr. Aber vielleicht braucht er gerade deswegen bald wieder die Ursprungsfunktion des Handys, wenn es nämlich vor lauter Onlinezeit dann in der Offlinewelt ständig kracht, weil gerade mal wieder umstrittene Location-Based Services gecheckt wurden nach den neusten Promotions und Angeboten in der Umgebung ums Auto.
Spot on!
Ach ja. Zur Deutschen Telekom gibt es auch noch ein paar Worte zu sagen. Man frägt sich, ob der Konzern Re-Branding -Weltmeister werden will. Mit jeder neuen Business-Strategie würfelt man anscheinend auch gleich ein neues Branding in den Markt. Egal ob die dann Webstrategie 2.0 heißt oder nicht und man mit Kundengeschenken wirbt, die vom Obama 2.0 Leitspruch abgeleitet sind. So wird aus “Yes, we can” einfach mal schnell “U Can” (mit dem Claim ‘The power to transform’). Und ebenso schnell wandelt man T-Online, T-Com, T-Mobile oder T-Home um. Jetzt geht der Konzern mit T auf Kundenfang. Mit weiterhin einem Punkt davor, 3 dahinter und gleichem Audio-Logo? Der PR Twitter Account darf nicht fehlen und auch Facebook wird offensichtlich bald kommen, wenn man mal genau sucht.
Ob und wie diese zahlreichen Brandingwechsel die Markenführungs-Experten auslegen, bleibt spannend und abzuwarten. Sachdienliche Hinweise bitte an die Branding-Unfall-Notaufnahme MMG bei The Strategy Web. Danke im voraus!
PS: Geschrieben auf dem Flug von Hannover nach München, auf dem iPhone – aber offline im Flugmodus…





