Top 10 Media Webseiten – Nachtrag: Web-Entwickler und die Idee der SEO Konvention

Was den privaten Fernsehsender ihre ,Top 10 der beliebtesten XYZ’-Serien sind den Medien die TOP 10 Webseiten Listen. Heute kann man auf btob online lesen, wer sich in diesem Jahr warum hervorgetan hat und zu den amerikanischen ,Top 10 Great Websites’ gehört.

Surprise, surprise: Wiedermal haben die Plattformen die Nase vorn, die ihr Hauptaugenmerk auf die Web 2.0 Features legen: Diskussionsforen, Userblogs, individuelle Userprofile, natürlich Social Networking. Die Besten lassen sogar Foto- und Video- Uploads zu. User-generated content scheint der Schlüssel zum Erfolg. Aber wer schleift den Schlüssel?

Gemäß des letzten Beitrags zur Popularität der Web-Entwickler wird an diversen Stellen durch Web-Entwickler gewaltig bei der Popularität der Webseiten nachgeholfen. Hierbei hat sich unter der Top 10 Liste z.B. marketwatch.com hervorgetan. Während die meisten B2B Seiten noch damit beschäftigt sind, den Userkommentar langsam gleichberechtigt neben den unabhängigen Content der Redaktion zu platzieren, ist marketwatch.com offenbar einen Schritt weiter: Hier beschäftigt man für die neue Communityseite ein Team von Entwicklern, die die Web 2.0 Tools permanent testen, um die Usererfahrung mit der Seite ständig zu optimieren. Mit Erfolg: die Anzahl der User stieg drastisch und die Qualität der Beiträge wurde verbessert.

Ob dies nur im Sinne des Users war, bleibt mal dahingestellt. Denn bessere Beiträge motivieren auch den Web 2.0 User mitzudiskutieren, ziehen so bessere SEO Rankings, mehr Zugriffe, mehr Umsatz durch Banner Advertisements, usw. – und davon lebt der Anbieter des Portals auch gut…

Apropos: SEO! Dass Portale jeglicher Couleur mit SEO Massnahmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erweitern, ist kein Geheimnis. Dennoch erschreckt die SEO-Konventionen Diskussion des süeddeutsche.de Chefs Hans-Jürgen Jakobs ein wenig, der eine ,Konvention über statthafte und unstatthafte Maßnahmen’ fordert. Wenn Jakobs die Konvention bei 15-20% des Seitenaufkommens zuschnappen lassen will, sollte er sich mal informieren, wie schwach die SEO Ausbeute von süddeutsche.de gegenüber der welt.de ist und wie schnell das an einem einfachen Beispiel festzumachen ist.

Hat man sowas schon gehört? Eine Konvention im wirtschaftlichen Kampf um Leser und Zugriffe? Gab es früher eine Kovention gegen die ,Zeitungsabonnementverschenker’ und wo diese ihre Abostände haben, wie diese aussahen und welche Massnahme sie zur Lesergewinnung einsetzten? Wurde einem Heft das Layout verboten, weil es sich zu gut verkaufte? Die Headline verboten, die genial war und die Auflage nach oben trieb?

Nein, denn es hatte nichts mit dem Journalismus zu tun, sondern mit den Fähigkeiten des Managements der jeweiligen Verlage. Internet ist interaktiv, interdisziplinär und fordert Ideenreichtum. Wer das noch nicht begriffen hat im Web 2.0 Zeitalter, sollte entweder recherchieren (gerade als Chefredakteur) oder sich vielleicht doch eher zurückhalten mit solchen Äußerungen. Oder vielleicht eine SEO-Anzeige schalten – beim Mitbewerber.

Spot On!
Hochwertiger Journalismus und die Optimierung der Seiten für Suchmaschinen schließen sich nicht aus sondern ergänzen sich. Prinzipiell stellt sich seit Jahren nicht die Frage, wer den besten Content hat sondern wer diesen besser indexiert – denn gut schreiben können zahlreiche Journalisten. Sicherlich auch Hr. Jakobs – vielleicht sollte er dabei bleiben oder mal beim privaten TV Sender anheuern für die Produktion: Die Top 10 Pannen des Jahres.

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