Studie: Kinder mögen iPhone und Social Networks

Pin It

Auch wenn zahlreiche Erwachsenen die moderne Medienvielfalt schätzen, die uns das Social Web bietet. Mainstream ist die neue Onlinevielfalt (noch) nicht – und Kindern offensichtlich auch nicht. Die Kinder konzentrieren sich immer noch auf wenige Medienmarken und mögen grundsätzlich die Medien, die den Erwachsenen gefallen, wie eine aktuelle Studie „Trend Tracking Kids 2010“ unter 6 bis 19-Jährigen belegt.

Was ist also „in“ bei den Kids und Jugendlichen? Kurz gesagt: Social Networks, iPhone und wenige Medienmarken, meinen die Studienmacher.

Die Studie von Icon Kids & Youth bestätigt laut Zahlen aus der WUV Print-Ausgabe dieser Woche, daß 26% der Grundschüler (6 bis 9-Jährige) dem iPhone Fieber bereits „erliegen“. Je älter sie werden, je höher wächst der Anteil der Begeisterung – bis über 50% sind es bei den Volljährigen. Ein eigenes mobiles Device kann aber nur jeder Zehnte unter den 18 bis 19-Jährigen sein eigen nennen.

Daß Social Communities im Trend liegen – auch bei den Kindern- wundert vermutlich niemanden. Nahezu die Hälfte aller 6 bis 19-Jährigen hat ein Profil in einem Netzwerk. Bei den 16-Jährigen sind es sogar 80% – mit einer kleinen Nutzungsdominanz bei der weiblichen Jugend. Daß SchülerVZ die Jugendlichen am meisten anzieht verwundert ebenso nicht unbedingt. Aber inzwischen liegt auch Facebook im Interesse der Jugend und legt im Vergleich zum Vorjahr zu.

Die durchschnittliche Auswahl an relevanten Medien, die die Kinder nutzen, beschränkt sich auf im Schnitt zehn Medien. Auch wenn die Auswahl im Alter zunimmt. Doch auch die 17 bis 19-Jährigen wählen nur durchschnittlich aus 13 Angeboten aus. Die Frage ist allerdings dabei, welche Online-Medien die Kinder nutzen. Denn mit Facebook kann man insgesamt zigfach andere Medien nutzen. Insofern spiegelt die Studie nicht die vollkommene Wahrheit.

Spot On!
„Nur“ 10 Online-Medien nutzen Kinder im Schnitt. Liegt das nun an dem Angebot, welches von den Eltern ausgeht, oder am Interesse des Kindes? Das Fazit der Studienmacher wage ich mal in Frage zu stellen. Sie meinen: „Wir sind auf dem Weg zu einer Medienmarkenmonokultur“. Was für Marketer ein Traum wäre, ist jedoch ganz so einfach nicht. Denn die Medienaufnahme ist sporadisch, sprunghaft und vernetzt, wenn man sich mit Kindern und ihrer Informationsaufnahme bzw. der Struktur von modernen Medien intensiver beschäftigt. Und wenn Kindern zunehmend Facebook nutzen, dann haben sie Zugang zu zahlreichen Online-Medienangeboten. Nur mit dem Unterschied, daß diese „eingebettet“ werden in andere Angebote.

Oder seht Ihr das anders?

Related Posts

Kommentare

6 Kommentare zu "Studie: Kinder mögen iPhone und Social Networks"

  1. Tweets that mention Studie: Kinder mögen iPhone und Social Networks -- Topsy.com am 19.05.2010 08:51 

    [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE]
    […] This post was mentioned on Twitter by Stefanie Leo, steffenmeier. steffenmeier said: Studie: Kinder mögen iPhone und Social Networks http://j.mp/dcZzda Vor allem große Kinder […]

  2. Sven B. am 08.06.2010 13:26 

    Kinder sind ja entwicklungsbedingt noch „egoistischer“ als Erwachsene – sprich: sie versuchen immer spontan das zu tun, was ihnen schnell am meisten Spaß und Befriedigung bringt. Die Hypes entstehen in der Schule, werden von den älteren an die jüngeren Schüler getragen und wir werden sehen, dass wir Schwierigkeiten haben werden, das Medienverhalten der Kids zu kontrollieren. Aber generell ist unser aller Aufnahmepotential begrenzt, wir sehen uns nach Informationsfreiheit aber freuen uns, wenn uns jemand zeigt wo´s lang geht. Insofern ist die Frage nicht so leicht zu beantworten – polarisierende Marken müssten die oben genannten Bedürfnisse permanent befriedigen – ob die großen Marken es schaffen, immer cool und anders zu sein, insbesondere wenn sich die Eltern im selben Netzwerk aufhalten – darf mittelfristig bezweifelt werden. Aber dennoch funktionieren analoge Markenmechanismen auch im Web: Für meinen Sohn (9) gibt es kein Internet, er kennt Google und den IPodTouch(inkl. Apps), auch hört er, dass wir oft davon sprechen, wer wieder was in Facebook gepostet hat – es interessiert ihn aber noch nicht – und Wikipedia wird sicher ein wichtiges Werkzeug in der Schule sein. Insofern ändert sich nichts an der Wahrnehmung von Kindern. Wir (die vor 1975 geboren sind) vergessen den Brockhaus, Sesamstraße, Klementine und Nutella ja auch nicht! :)

  3. Martin Meyer-Gossner am 08.06.2010 13:53 

    Da scheinen ja die Trends in unseren Familien denselben Weg zu gehen. Die Frage ist dennoch, wie sich die Bildungsinstanzen auf die Medien-Entwicklung einstellt und den Kindern die Chance und die Aussicht auf ein spannendes und mit zahlreichen Medien ausgeklügeltes System mit neuen Technologien zur Verfügung stellt, oder stellen kann. Denn, nur die Eltern sollten nicht die Institution sein, wo die Kinder mit den neuen Medien konfrontiert werden. Man stelle sich nur einmal vor, wie befruchtend es für die familiären gespräche ist, wenn die Kinder intelligente Software-Spiele und -Tools mit nach Hause bringen. Und dann mal die Eltern davon profitieren…

  4. Sven B. am 08.06.2010 14:15 

    Das szimmt! Immerhin nutzen die Parteien Facebook und Twitter für den Wahlkampf – ich denke mal, dass dies auch in den Lehrplänen ersichtlich sein wird. Aber erfahrungsgemäß sind die Bildungssysteme bei modernen Medien immer zu langsam. Derzeit wird in den Grundschulen das Lesespiel Antolin eingesetzt. Das funktioniert ganz gut, daraus könnte man natürlich eine sicher Plattform entwickeln, die die Kinder spielerisch ans Netzwerken führt. Auf der anderen Seite bin ich ganz froh, dass die Grundschüler dann doch noch mehr „analog“ spielen, denn das Tastaturklopfen hat nur begrenzte sportliche Effekte auf den Körper :) Übrigens: Wenn die Kids erstmal in die Pubertät kommen, werden sie dir kaum noch etwas im Web freiwillig zeigen…

  5. Peter am 18.02.2011 14:22 

    Ich bin eben auf der Suche nach Artikeln rund um das Thema „Kinder und neue Medien“ über ihren Eintrag gestolpert. Zwar liegt der Zeitpunkt der Veröffentlichung schon etwas zurück, allerdings gewinnt das Thema ja nur an Aktualität.

    Mein Cousin ist trotz seines noch recht jungen Alters (7) auch schon ein riesiger iPhone Fan und versucht immer die neusten Spiele auszuprobieren, die ich mir aus dem iTunes Store gezogen habe. Berührungsängste gibt es da nicht.
    Er schaut auch immer mal in mein Facebook-Profil rein und probiert sich dort beispielsweise an dem Tetris-Spiel dort (sehr zum Leidwesen der Spieler, die gegen ihn antreten).

    Es ist schon unglaublich, wie einfach es Kindern heute fällt, mit den neuen Medien umzugehen. Gibt es von ihrer Seite aus auch konkrete Empfehlungen für kindgerechte Apps? Von den vielen Spielen, die ich installiert habe, gefallen meinem Cousin Doodle Jump und die Klavier-App am besten. Und sein ganz neuer Favorit ist ein Biene Maja Spiel namens „Flip in Gefahr“. Die kann ich alle mit gutem Gewissen weiterempfehlen. :)

  6. Martin Meyer-Gossner am 21.02.2011 07:36 

    Ja, es gibt eine Seite, die ich getrost empfehlen kann für gute Kinder Apps… http://www.slate.com/id/2278239/ Es ist eine gute Sammlung der letzten und aktuellsten, aber auch lustigsten Apps, die derzeit im Markt sind. Fruit Ninja und Angry Birds sind wohl die beliebstesten Apps bei den Kleinen in dem genannten Alter. Balloonials und die gesamten Talking Tom, etc. Derivate waren lange Zeit bei uns die Winner Apps.

Schreiben Sie Ihren Kommentar...
(Ein Foto neben dem Kommentar erhalten Sie bei Gravatar.com)