Vom Würzburger Sprachmodell, vom Zuhören und vom Stand-by Modus…

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Wenn so mancher Manager wüßte, was er seit dem Kindergarten vergessen hat, würde er wahrscheinlich freiwillig nochmal ein paar Stunden auf den winzigen Stühlchen verbringen, die einem den Rücken schon beim Hinschauen schmerzen lassen. Zu dieser Erkenntnis kamen einige Manager gestern abend als sie sich den Worten der Erzieherinnen der Vorschulklasse eines Kindergartens widmeten.

Da saßen wir also zum vierteljährlichen Rapport in gekrümmter Haltung bei den Erzieherinnen unserer ‘Kurzen’ und lauschten gespannt, was diese so lernen müssen im Jahr vor der Einschulung. Zugegebenermassen, nach einem anstrengenden Arbeitstag in einem gewissen Zustand von ‘Stand-by Modus’.

Plötzlich aber wurden alle Teilnehmer aufmerksam als das Thema der Erzieherinnen auf das Würzburger Sprachmodell kommt. Anscheinend hatten darauf alle gewartet… oder war es, weil da mal was Neues angesprochen wurde, was man nicht kannte? Man weiß es nicht mehr so genau…

Da wurde dann von ‘Hören-Lauschen-Lernen’ gesprochen. Einige zuckten zusammen, fühlten sich ertappt und verfielen in ‘Rodinsche-Denker-Haltung’. “Moment mal!” raucht es aus den Köpfen. Sind das nicht genau die Begabungen, die man für ein erfolgreiches Business benötigt? Zuhören, richtig aufnehmen und daraus etwas lernen? Fähigkeiten, die man sich am nachmittag im Meeting wünschte? Als das Gefühl aufkam, der gegenübersitzende Kunde ist vor lauter ‘Wirtschafts-Wissens-Durst’ in den gerade eben selbst erlebten Stand-by Modus verfallen?

Als das Modell erklärt wird, meint einer der zuhörenden Väter schelmisch (Manager eines Mobilfunkunternehmens, bewußt nicht namentlich benannt): “Gibt es Würzburger Sprachmodell Kurse für Manager? – Bei uns hört auch nie jemand zu oder versteht etwas…” Großes Gelächter, eine längere Diskussion entfacht, die den Erzieherinnen ihr abendfüllendes Konzept durcheinander würfelt. Und dabei kamen interessante Gedanken ans Tageslicht…

Erklärung der Erzieherinnen: Das Würzburger Sprachmodell…
Das Würzbuger Sprachmodell vermittelt Kindern spielerisch -hier etwas abstrakt vormuliert-, dass Sprache etwas ist, worauf man hören und lauschen muss – und je mehr man dies tut, umso mehr lernt man auch. Positiver Nebeneffekt: Man stärkt die emotionalen und sozialen Fähigkeiten der ‘Kleinen’.

…und was es für Business und Manager heißt?
Ganz einfach: Wer zuhört und zwischen den Zeilen lauscht, der lernt. Eine Beispiel, was bei richtigem Zuhören gelernt werden kann, zeigt eine neue Studie zum Thema Kundenbeziehung in Social Networks: Wie man sich als Marke in Social Networks verhält, wie man dort effizient kommuniziert, wie man Interesse für Kommunikation weckt und wie man konstruktiv mit Kunden sich austauscht. Fazit der Studie: Letztendlich stärkt man durch intensives Zuhören in Social Networks das Vertrauen in das Business und in seine Marke (und somit in sich selbst – wie bei den Kleinen eben…).

Schon das Cluetrain Manifest wies im Jahre 2000 auf die Wichtigkeit des Zuhörens hin – wobei offline wie online die Kommunikation gleichberechtigt nebeneinandersteht – was heute oft vergessen wird, wenn die Priorität auf online liegt). Es resumiert, dass die Kunst des Zuhörens weiterhin die Basis für sinnvolle Kundenkommunikation ist…

“Angestellte beginnen jedoch sich zu verbinden so wie die Märkte es tun. Unternehmen müssen beiden aufmerksam ZUHÖREN. Vor allen Dingen müssen sie sich zurücknehmen (LAUSCHEN!), damit intravernetzte Angestellte direkt mit intervernetzten Märkten kommunizieren können.” Ergebnis: LERNEN.

Dass in der Unternehmenskommunikation die strategische Webkommunikation immer wichtiger wird, diskutieren derzeit zahlreiche Medien und Experten. Das Zuhören von Online-Gesprächen ist hierbei dank Blogs, Twitter, Friendfeed, Social Networks, etc. zum Alltag der Unternehmenskommunikation geworden. In der Offlinewelt hingegen ist gerade der Vertrieb nicht immer so 100%-ig genau beim ‘aktiven’ Zuhören. Ein herrlichen ‘Stand-by Zuhörer’ schildert Gerold Braun in seinem Post ‘Wer verkaufen will, muss zuhören‘ und auch Stonefield weiß, das Zuhören eine Kunst ist und berichtet aus der Servicewelt.

Wollen wir diesen dargestellten Personen ihren Zustand des Stand-by Modus verzeihen. Denn auch wir verfielen nach einiger Diskussion wieder in diese beruhigende und angenehme Haltung – aufgrund tiefergehender Ausführungen über -nein, nicht das Würzburger Sprachmodells!- den Alltag im Kindergarten.

Spot On!
Hätten die Manager der ‘Stand-by-Kommunikation’ noch irgendwelche Erinnerungen an ihre Kindergartenzeit wären das Würzburger Sprachmodell und seine pädagogischen Inhalte präsent. OK, die Erwachsenen mit Kindern haben Glück – die kommen daran nicht vorbei. Für alle, die keine Kinder haben, wäre es schön, wenn sich jemand finden würde, der die hohe Schule des Würzburger Sprachmodells als Manager-Kurs initiiert.

Nachdem es spielerische Managerkurse mit Lego und Playmobil gibt, ist das Würzbuger Sprachmodell als Fortbildungsmassnahme mehr als legitim…

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Kommentare

Ein Kommentar zu "Vom Würzburger Sprachmodell, vom Zuhören und vom Stand-by Modus…"

  1. Social Media: Zuhören, sagen die Experten : The Strategy Web am 30.01.2009 11:06 

    [...] Was sind die Basics von Social Media Marketing? Wie macht man die ersten Schritte? Wie startet man die Diskussion um seine Produkte über Social Media Plattformen? Wie lauten die Tipps der weltweiten Experten? Ganz einfach… Wie heißt es bei der Feuerwehr? Punkt 1: Ruhe bewahren und dann… ZUHÖREN und nochmals ZUHÖREN. [...]

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