Von der Glaubwürdigkeit und Zukunft der heutigen Unternehmenswebseiten

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Gemäß des Mottos dieses Blogs und angesichts der wachsenden Veränderungen durch Web 2.0 Features habe ich mir Gedanken über die zukünftigen Unternehmenswebseite gemacht.

Die Unternehmenswebseite war früher die Visitenkarte im Web, die dem Internetuser als erste Anlaufstelle für weitere Informationen diente. Man erfährt dort alles über die Firma. Was für gute Produkte und Services das Unternehmen bietet. Wie gut die Presse über das Unternehmen berichtet. Welche genialen Promotions das Marketing gerade wieder fährt. Von den tollen Firmenmanagern und ihren Verdiensten sowie von Testimonials zufriedener Kunden.

Im Zeitalter von Web 2.0 frägt man sich, wer selbst noch als Betreiber der Unternehmenwebseite an seine glorifizierenden Unternehmenportraits glaubt. Sprich: Ist der Status der Unternehmenswebseite nicht längst überholt? Ich denke schon, aber ich kenne kein Unternehmen welches sich das eingesteht…

Mit der stetig wachsenden Bedeutung der Web 2.0 Kommunikation kann man mit einer Unternehmenswebseite alleine nicht mehr im Business bestehen – sie dient ursprünglich der juristischen ‚political correctness‘, Produkte faktisch zu beschreiben. Das Business wird nicht mehr auf der Homepage gewonnen, sondern längst an ganz anderen Stellen entschieden. Die Unternehmenswebseite prägt zwar immernoch strategische Marken- und Brandingelemente für das Webbusiness – dennoch geht der Druck der Konsumer von anderen Plattformen aus – mal ganz abgesehen von Google.

Social Networks, Bewertungsportale und Blogs sind ein wichtiger strategischer Faktor im heutigen Webbusiness, der inzwischen nicht mehr unterschätzt werden darf – aber dennoch von vielen Unternehmen wird.

Überlegen Sie selbst mal, wie oft eine ihrer Kaufentscheidungen vor dem Besuch der Unternehmenswebseite bereits gefällt war, weil: a) sie bereits zahlreiche Meinungen von anderen Testportalen eingeholt haben und b) sie ihr Netzwerk zum potentiellen Kauf befragt haben. Und … waren Sie vorher auf der Unternehmenswebseite? Und wenn ja … um eher nochmal Fakten bestätigt zu bekommen. Oder weshalb…? Hat den Ausschlag für eine Kaufentscheidung nicht die Glaubwürdigkeit einer ganz anderen Plattform gegeben?

Was würde mit ihrer Glaubwürdigkeit respektive ihrem Business geschehen, wenn der User seine Meinung direkt auf ihrer Unternehmenswebseite abgeben könnte?

Jeder von uns weiß, dass ein Kauf auf Vertrauen beruht. Die Frage ist: Wie aber kann man mit der Webkommunikation mehr Vertrauen schaffen, wenn an zahlreichen Stellen über das Unternehmen und die Produkte geschrieben und überall kommentiert wird?

Eine Strategie ist: Everytime, everywhere – wo der Kunde ist, muss man eben auch online sein. Die aber durchzuhalten dürfte schwierig sein beim derzeitigen Wachstum von Blogs und von Usern generiertem Content.

Warum also nicht den User aktiv auf der Unternehmenswebseite einbinden?
Nehmen wir mal an Produkt Management, Marketing und Sales tauschen sich offen mit dem
User/Kunden auf der Unternehmenswebseite aus. Besteht dann noch Interesse, sich auf anderen Meinungsportalen zu äußern? Oder ist das direkte Feedback an den Anbieter nicht erfolgreicher und wünschenswerter – für User wie Unternehmen? Der User hat einen Point-of-Contact und verliert sich nicht in zahlreichen Bewertungsportale – ist schneller und einfacher. Für das Unternehmen wird Kritik auswertbarer und wertvoller.

Die Inhalte der Unternehmenswebseiten werden sich relativieren und viele Fakten -auch unangenehme- werden dort zu Tage treten – bei allen Unternehmen. Also auch bei den Mitbewerbern werden auf einmal negative Schlagzeilen bzw. Meinungen stehen. Aber es werden sicherlich auch Meinungen zu ihren Produkten und Services dort zu finden sein. Eine geniale Referenz, oder nicht…? Im Prinzip läuft derzeit die Kommunikation sehr stark über dritte Plattform ab – eigentlich könnte man diese zu sich auf die Unternehmenswebseite holen, denn im Web ist sie sowieso -spätestens über Google- zu finden.

Die Kunst ist dann die Kommentare, Kritiken, etc. anzunehmen und den direkten Kontakt zum Kunden zu fördern…
– sich dankbar zu zeigen, dass der Kunde sich die Zeit genommen hat
– andere (potentielle) Kunden auch zur
Aktivität zu animieren.
– auf die Kommentare, Krititk, etc. einzugehen und zu diskutieren
– die Verbesserungen im Web aufzuzeigen
– mit neuen verkaufsfördernden Aktivitäten (z.B. Testaktionen) neue Kunden zu generieren.

Natürlich gilt es einen gewissen Filter wie bei Foren einzubauen, der die Kommentare auf wahrheitsgemäße Inhalte checkt. Aber das macht man bei Blogs und Foren ja schon...

Fazit
Würden wir den Unternehmenswebseiten nicht mehr Vertrauen schenken, wenn sie nicht so einseitig ‚abgefahren‘ wären? Dank Web 2.0 Features könnten wir den Kurs als Beifahrer (User/Kunde) mitbestimmen. Ohne Beifahrer ist man dem Graben oft näher als mal will. Derzeit ist die Unternehmenswebseite aber in den Augen der Unternehmen immernoch ihr heiliges Hoheitsgebiet.

Wer seiner Kundschaft (Community) die Chance gibt, den Kurs mitzubestimmen, liefert eine Visitenkarte für die wahre zukünftige Anlaufstelle für seine Produkte ab und läuft nicht Gefahr, an anderer Stelle einen Baum zu übersehen, der in die Fahrbahn ragt.

Die Aufrichtigkeit des Unternehmens wird davon profitieren und das Vertrauen wird wachsen. Das Unternehmen wird die Produkte und Dienstleistungen anbieten, die die Kunden wollen – und nicht wie heute, wie viele Unternehmen denken, dass die Kunden sie wollen.

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