Daimler Blog: Projektleiter Uwe Knaus lässt beim Frühstück Einblicke zu

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Innerhalb der Veranstaltungsreihe Social Web Breakfast plauderte Uwe Knaus, Projektleiter des Daimler Blogs, ein wenig aus dem Daimler ‚Webkommunikations-Nähkästchen‘.

Für ein Unternehmen, welches rund 270.000 Mitarbeiter beschäftigt, sollte sich viel Potential an Bloggern zeigen. Dementsprechend initiierte man vor einem Jahr den Daimler Blog, um die Mitarbeiter bloggen zu lassen und das Bloggen generell zu testen.

Uwe Knaus erklärt über den Blog, das die bloggenden Mitarbeiter nicht geschult sein und ‚losgelöst‘ von der Unternehmenskommunikation und -strategie berichten. So hätten die Mitarbeiter eine Plattform, auf der nicht das Management sondern sie im Mittelpunkt stehen. Ein clevere Idee des Managements, die Welt um die Firma Daimler darzustellen. Dennoch sei es schwierig, Blogger und Beiträge zahlreich, regelmäßig und rechtzeitig zu bekommen.

Auf die Frage, welche strategischen Ziele man damit verfolge, antwortet Knaus, das es große Ziele eigentlich nicht gäbe. Vorwiegend wolle man Transparenz herstellen und natürlich auch die Online-Reputation des Unternehmens erhöhen. Der Blog zahlt selbstverständlich auch in ein positives Image der Firma ein und mache Daimler ‚persönlicher und greifbarer‘. Letztendlich will man ja auch das klassische ‚Taxi-Fahrer Image‘ vergessen lassen. Der positive Nebeneffekt des Blogs sei, dass es die Mitarbeitergewinnung positiv beeinflusse.

Das Thema Glaubwürdigkeit steht beim Daimler Blog hoch im Kurs. Um der Bloganspruch aufrecht zu erhalten, versuche man nur Mitarbeiter der ‚unteren Ebene‘ als Blogger zu gewinnen. Denn blogge das Management, so sinkt die Glaubwürdigkeit seiner Meinung nach drastisch.

Um Probleme mit dem Betriebsrat hinsichtlich Gehaltsdiskussionen zu vermeiden, müssen alle über 70 Blogger freiwillig ihre Beiträge an Knaus schicken, der sie dann mit seinem Team einstellt. Inhalte des Daimler Blogs finden sich übrigens nicht ‚1 zu 1‘ auf der Daimler Homepage, da sie thematisch dort deplatziert wären und umgekehrt, so Knaus. Dennoch finde ein inhaltlicher Gedankenaustausch statt – schließlich wohnen die Team Tür an Tür im Daimlerhaus.

Spot On!
Die Zahlen des Daimler Blogs können sich durchaus sehen lassen: 70.000 Zugriffe verzeichnet man monatlich (35% firmenintern/65% extern – anfangs 100% extern!), insgesamt gab es 1.200 Kommentare. Etwas erstaunlich ist, dass ein Vergleich mit der Homepage von Daimler derzeit nicht möglich ist. Grund: das Web-Analyse Tool fehlt dort noch. Der Blog hat bisher Google-Analytics genutzt, man gehe jetzt aber voraussichtlich zu Omniture über. Derzeit in der Diskussion sind die Launches von Produkt Blogs. Wenn diese Blogs dann ebenso erfolgreich sind, hat Daimler den Image-Staub des Taxi-Auto Produzenten wohl auch bald abgelegt.

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Kommentare

3 Kommentare zu "Daimler Blog: Projektleiter Uwe Knaus lässt beim Frühstück Einblicke zu"

  1. uknaus am 18.10.2008 12:33 

    Schöne Zusammenfassung mit einer kleinen Ergänzung von meiner Seite:
    Der Daimler.com Homepage fehlt kein Web-Analyse Tool. Dort kommt nur ein anderes Tool zum Einsatz. Wir nutzen aktuell Google Analytics und die Kollegen setzen auf Omniture. Aktuell ist aufgrund der unterschiedlichen Tools kein sinnvoller Vergleich möglich.
    Selbst bei einem direkten Vergleich hätten die Ergebnisse keine große Aussagekraft bezüglich Verbreitung des Inhalts.
    Die Daimler.com lebt von Visits oder Pageimpressions, das Blog hingegen von den Bloglesern, die Ansgar Zerfass als „investigative Multiplikatoren“ bezeichnet. Sprich von vernetzter Kommunikation und Verbreitung durch word-of-mouth.

  2. Jörg am 27.10.2008 09:54 

    Mich würde speziell ja mal interessieren, wie viel Prozent der Leser sich völlig konzernunabhängig in den Daimler Blog „verirren“. Eigentlich sehe ich einen wirklichen Mehrwert nur für Mitarbeiter und potentielle neue Mitarbeiter bzw. Bewerber.

  3. uknaus am 06.12.2008 10:24 

    @Jörg:
    Nach einem Jahr sind es nun ca. 50-60 Prozent, die nicht mit einer Daimler-IP auf das Blog zugreifen.
    Bei insgesamt über 80.000 Seitenzugriffen pro Monat, sind das doch ganz schön viele Infos, die sich vom Daimler-Blog nach draußen „verirren“.

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