Über Schleichwerbung und die Trennung von Redaktion und Anzeigen…

Pin It

money-sepiaEs gab mal eine Zeit vor vielen Jahren, da habe ich als Medienschaffender gelernt, daß Redaktion und Anzeigen getrennt in einem Medium verwaltet gehören. Ja, in Deutschland ist die Trennung zwischen Redaktion und Anzeigen sogar in den Landespressegesetzen festgeschrieben. Soll ja alles rechtens sein, richtig? Ist ja auch nur logisch. Sind es doch eben zwei Abteilungen. Und die sind sich ungefähr so nahe wie Sales und Marketing. Der eine bringt Geld, der andere braucht Geld.

Und dennoch… Beide können nicht ohne den anderen leben. Heute in Zeiten von Web 2.0 noch mehr denn je…

Der Blogger steht mal wieder im Mittelpunkt. Denn, zu welcher Abteilung gehört er denn jetzt dazu? Zur Redaktion? Klar, er schreibt… Oder zur Mediaseite? Klar, wenn es monetarisierbar ist… Richtig schwierig wird es, wenn er persönlich bloggt und dann auch noch erfolgreich damit ist.

Jeglicher Versuch, sich im Kopf zeitweise von der einen Seite zu distanzieren, ist zum Scheitern verurteilt. Ist der Blogger also ein profitlicher Mensch? Oder hat er Rechnungen zu bezahlen? Oder Münder der Familie zu füttern – wenn nicht jetzt, vielleicht aber bald…? Ist er also auf ein Zubrot angewiesen? Umsatzbringende Businessmodelle zur vollständigen Refinanzierung als Blogger gibt es nicht. Es fehlt halt ein Form der authetischen Werbung…

Wehe, man verirrte sich als Anzeigenverkäufer damals in die Höhle (nein, nicht Hölle!) der Redaktion und hat mit diesen auch nur über einen Kunden gesprochen. Auch wenn nur um zu verstehen, was genau derzeit bei diesem Unternehmen so los ist. Ok, vielleicht auch um einen schnellen Einstieg beim Kundengespräch zu finden. Nein, es war eine Ehrensache als damaliger Anzeigenverkäufer, die Integrität des Redakteurs in keinsterweise zu beeinflussen.

Der Anzeigenverkäufer verkauft, was der Kunde dem Leser verkaufen will. Der Redakteur schreibt, was der Leser wissen will – nicht was die Unternehmen den Leser hören lassen wollen. So, einfach ist das.

Und wie neidisch waren da einige Anzeigenverkäufer, wenn die Redakteure mal wieder von der Pressekonferenz kamen und ein nettes kleines Geschenk vom Kunden vorzeigten. Da es aber offensichtlich keine Compliance-Thematik bei Bloggern gibt, gibt es nun die Diskussion um Schleichwerbung und Zuwendungsmethoden. Wenn Posts entstehen, die gekauft sind und nicht als solche markiert werden.

Nun stelle ich mal 3 Thesen auf, warum die Diskussion um Schleichwerbung irgendwann entstehen mußte.

1. Gäbe es eine ordentliche Möglichkeit der Monetarisierung von Blogs, so wäre die Diskussion nie entstanden. Der Blogger würde Geld verdienen für die Stunden, in denen er sein Gedankenpotential mit anderen teilt und viel Zeit in Schreiben investiert. Der Finanzierungskreis eines Medienhauses schließt sich hier also. Das Geld würde er in die Produkte investieren, über die er jetzt ’schleichend‘ bloggt und sie dann auf diese Weise bekommt.

2. Business-Modelle wie Trigami oder Hallimash offerieren Unternehmen gekaufte Berichte und verführen den Blogger aufgrund des Fehlens eines validen Finanzierungsmodells für die Bloggerei. Wenn der Blogger betont, er tue dies unabhängig und in freier Meinung, ist das Unternehmen sicher. Mancher Blogger vergisst dann eben schnell seine Glaubwürdigkeit, wenn er den Beitrag nicht als gesponsert markiert. Seine mangelnde Authetizität entlarvt die Bloggosphäre, wenn es ihr wichtig ist.

3. Viele Unternehmen haben diese Trennung von Redaktion und Anzeigen offensichtlich nie gewollt – weder früher noch heute. Man hat mit PR-Veranstaltungen immer einen Zweck verfolgt. Eben nicht den des Selling (Anzeigen) sondern den des Telling (Redaktion). Aus Nächstenliebe haben die Firmen diese Events nicht gemacht.

Spot On!
Nur durch Zuhören konnten Firmen früher kein Geld verdienen – im Web 2.0 Zeitlater sieht das anders aus. Also erkaufen Firmen ‚Werbedruck‘. Früher mit Anzeigen und heute mit…?! Content über redaktionelle Blogeinträge zu erkaufen, bringt Backlinks, die aus Google Perspektive hilfreich für Unternehmen sind. Das erscheint Unternehmen effizienter. Im Moment sind wir in einer Übergangsphase und Unternehmen müssen erst verstehen, daß das neue Spiel mit Anzeigen und Redaktion das alte Spiel ist: Redaktion und Anzeigen gehören getrennt. Es geht schließlich um Nachhaltigkeit auf Blogger- wie Unternehmensseite… die eigene Reputation.

Blogs und Monetarisierung – Umfrage

23.09.2009 von  
Kategorie Daily Top 3

Pin It

jabra-m5390Wiedermal eine Umfrage. Nein, keine Angst… Daten von Euch will ich nicht. Ich interessiere mich für Eure ehrliche Meinung zum Thema ‚Blogs und Monetarisierung‘. Schreibt einfach hier einen Kommentar…

Wie steht Ihr zu Werbung auf Blogs? Darf ein Blogger seinen Lesern Werbung präsentieren? Wenn ja, bis wohin geht die Schmerzgrenze? Und wie sieht es mit Business- versus persönlichen Blogs aus – Unterschiede? Steht Werbung gegen die Bloggerehre oder ist es eine Notwendigkeit für das Fortleben von Blogs? Werfen Affiliate Programme und Bannervermarktung derzeit zu wenig ab, oder seit Ihr damit zufrieden? Nutzt Ihr die Advertising Netzwerke wie Trigami oder mokono – und was haltet Ihr davon?

Habt Ihr sonstigen Input?

Die Meinungen sind für mich ein wichtiger Input für meine generelle Betrachtung der Bloggosphäre und ein wertvolles Update zum Thema ‚Blogs und Monetarisierung‘. Natürlich werde ich hierzu eine Zusammenfassung schreiben.

Wenn Ihr für ein Interview zu diesem Thema offen seit, markiert Euren Kommentar mit einem Hashtag #monetization.

Wer mitmacht, kann gewinnen…
Jabra hat mir ein hochwertiges Bluetooth Headset M5390 als Gewinn für die Verlosung unter allen Kommentaren zur Verfügung gestellt. Ein Kommentar kann sich also lohnen…!

(Die Verlosung findet am 15.11.2009 statt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!)

Launch Bookstore auf The Strategy Web

Pin It

bookstore-tswDie Nachricht von dem Partner E-Commerce Strategie der QStores bei Quelle liest sich fast schon wie ein lustiger Zufall für mich. Erst gestern habe ich mein Blog The Strategy Web um einen neuen Bücher Shop erweitert. Allerdings mit aStore von Amazon, nicht QStore von Quelle…

Warum ein Book Store?
In den letzten Monaten habe ich ab und an Rezensionen geschrieben zu Büchern, die mich in irgendeiner Weise fasziniert, bewegt oder nachhaltig beeinflußt haben. Diese (Business)-Bücher wurden dann in der Sidebar als Widget „Buchempfehlung“ vorgestellt. Leider verschwanden mit jedem Update einer Empfehlungen die anderen gänzlich – und grundsätzlich zu schnell.

Karl-Heinz Wenzlaff, der die Idee des Bookstores an mich herangetragen hat, meinte mal in einer Mail: „So schnell kommt man ja mit dem Lesen nicht nach, wie Sie die Buchempfehlungen wechseln“. Mag daran liegen, daß ich mir als ehemaliger Literaturwissenschaftler das schnelle Lesen beigebracht habe. Was hier jetzt aber eher kontraproduktiv war. Mit dem Bookstore kann ich das Problem elegant umgehen.

Was findet man im Bookstore?
Mein Bookstore trägt die Überschrift „Books and Recommendations“ also nicht umsonst. Zukünftig werden dort unter der Rubrik Books Angebote zu relevanter Lektüre die Blogthemen betreffend integriert. Webstrategy, Marketing, Sales und Mobile Web sowie „Unterhaltsames und Nachdenkliches“ bei Easy Listening (witzige, lustige und trotzdem nachhaltige DVDs) und Easy Strategy (moderne Startegieansätze der ‚Light-Version‘ sowie Romane).

Wie schwierig ist es, ein aStore zu erstellen?
Überhaupt nicht schwer, denn mit den Amazon aStores benötigt man keine Programmierkenntnisse. Der Aufbau von aStores ist nahezu selbsterklärend. Man kann seine Kategorien selbst definieren, Farben & Design anpassen, die Sidebar konfigurieren und die finalen Versionen per Link, iFrame oder Frameset sehr einfach für jeden Blog-, Webseiten oder Communitybetreiber integrieren.

Monetarisierung oder Service?
Wer glaubt, als Amazon-Partner kann man seine Blogaktivitäten gut monetarisieren, der muß ein anderes Blogthema als ich haben. Vermutlich ist nahezu jedes andere Blogthema der Umsatzgenerierung dienlicher. In den letzten Wochen bin ich oft gefragt worden, welche Literatur man so in den Themen des Blogs ließt, um „Up-To-Date“ zu bleiben. Der Bookstore ist ein Service für meine Leser – nicht mehr, nicht weniger.

Ich wünsche Euch viel Spaß und hoffe, dort gute Vorschläge und Empfehlungen eingebaut zu haben. Natüprlich erfährt der Bookstore regelmäßig ein Update…

Studie: Mobiler User akzeptiert Werbung

Pin It

Eine aktuelle Studie der Mediaagentur Universal McCann lässt Hoffnung für die Monetarisierung des mobilen Webs aufkeimen. Nach der Befragung von 1.800 Nutzern des mobilen Internets ließ sich bei einem Drittel der Teilnehmer eine positive Reaktion auf die geschalteten Werbeanzeigen verzeichnen.

Die Ergebnisse im Schnellüberblick…
– 53% klicken regelmäßig auf Werbefelder
– 35% fordern sogar zusätzliche Informationen an
– 24% kaufen über ihr Mobiltelefon.

Diese mobilen ‚Klickraten-Ergebnisse‘ scheinen den gegenwärtigen mobilen Hype als neuen Marketing-Kanal zu rechtfertigen – was sicherlich ein Erfolg der iPhones und Blackberrys ist, die den mobilen Web-Zugriff attraktiver und wertvoller erscheinen lassen.

Spot On!
Die Zahlen sollten aber mit Vorsicht genutzt werden. Der Zugriff auf das mobile Web erfolgt immer noch vorwiegend über Netbooks oder Laptops, denn 82% der Befragten nutzen das drahtlose Internet am Arbeitsplatz. Der positive Ausblick dabei ist: 81% sagen, das Mobilfunktelefon bei ihren Shopping-Touren stets dabei zu haben und das Internet als Informationsquelle und Orientierungshilfe in Anspruch zu nehmen. Es verwundert nicht, daß Pendler die mobile Nutzung positiv bewerten. Ob mit dem Handy oder mit dem Notebook – schnell kann hier das Wissen mti dem mobilen Zugang ein Update erfahren.

The Social Globe – social networks become paid-content

09.01.2009 von  
Kategorie English Content

Pin It

The challenge for social media will remain to find ways to monetize platforms best way. Now, facing Twitter, Facebook, MySpace, LinkedIn, or any other social- or business network there is probably nothing shorter than their best practice list on monetizing social media business. Still there is banner-, text- or link advertising as the prominent revenue stream. Nobody really finds the right turn for a profitable and successful revenue model.

Now, let’s take a wild ‚think-tank‘ approach… Is a business model like the ‚Pay-Per-X‘ Murdoch TV business models (i.e. Sky TV) a solution? A company which ties together or combines social networks to a bundle and offers those on a paid subscription basis?

When we started silicon nearly a decade ago as a closed b2b IT community (see picture), social media and web 2.0 did not even have a name or definition. In those days we thought about offering silicon as a paid subscriber community for IT and business decision makers. Obviously the idea was to make our investors and share holders happy ‚asap‘ by monetizing the business modell best way. But web days were too young for such an approach, paid content was seen as ‚boo‘ and we were fighting against old media that gave ad space away for free in order to save their ‚powerful-print-publisher-position‘ in the market. Paid content models were not embraced with open arms by (business) user. The appearance of an evangelist was even worse in the user’s eye. Today every adolescent knows about online communities and their use is paid for by parents. They are about to accepted spending money with their credit card for their children networking.

Surprisingly enough, most of the leading social and business networks as well as any other communities don’t want to touch the monetizing issue ‚premium-subscriber‘ or ‚paid communities‘. In the past as well as today it is the art of financing social- and business networks not only by revenue streams coming from the classical (banner-) advertising or cpx model because for social networks as well as for any other business counts: profit is a liability. A critical business model is, if users just love but are not willing to pay for it. Nevertheless, investors and the providers need to re-finance the business and ideally make it profitable. Altruism is nice but in our modern common era it does not exist anymore, and in business never did.

So, what if social media platforms were only offered as a subscription model? Let’s give the responsible company the title: The Social Globe. The business area of this company would be defined with the following definition…

The Social Globe is the leading pay-social-media company. The business segment of The Social Globe relies on the credo that pay-social-networks can only be successful as a broad offer of high-quality and exclusive community content. Social networks on subscription basis is the main business of The Social Globe. Furthermore, The Social Globe offers its subscribers an attractive value of business communities, corporate networks, micro-blogging services and so on with the option to subscribe to single- as well as pay-per-use services. The company carries the open networking, markets the lineup of all social networks and provides a world-class service around the planet.

Facebook Connect could be the door opener for this kind of open marketing via The Social Globe for the users (and also solve some security issues). Whoever wants to use social networks in the future has to pay a certain mite per month and intensity of use. These subscriber packages are targeted to business or private user or as topic packages – nice portions with attractive subscription offers and reasonable offers, or as single use offers. Would the users pay one to ten EURO if the social or business network is useful for them? Probably…

If providers and investors of social media platforms want to see reasonable profits they need to make their users pay for the quality platforms they get offered – on a long-tail view, advertising and co-operations are too heavily depending on global and regional fluctuations of marketing budgets and the world-wide economic situation. If the financial situation for social media remains as it is today, a positive view of the future will be a distant prospect. XING did it right when taking 5 EURO from their premium-users – but no other social network seems to be following. OK, XING wanted money from their users from the very start… a clever move!

Nevertheless, other social networks do have to follow if they don’t want to run out of money and face a ‚internet-crash-reloaded‘. A big user and interest database -and most of the social networks are nothing more and nothing less in most cases- is nice to have but somebody has to pay for the efforts the providers are offering. Otherwise these business models are worthless, or let’s say, not really of value.

The saying „Free things always hurt!“ has it’s rights. The power user will be paying, the ’normal user‘ needs to be made visible that there is a surplus value in social networks. Then this user will be paying as well – or this person will not be of real value for providing the platform. And if ‚word-of-mouth‘ marketing works, then friends and peers will be getting this normal user to pay who once unsubscribed as of financial reasons. As this person will not be able to follow the offline conversation if he is not part of the online community. These people will become unpopular, or not…?

Spot On!
The surplus value of a subscriber model for social media platforms is huge and the ‚funding‘ as well as the ‚revenue increase‘ as well. What value do 140 million users have if the business model will not be flying in the sense of incoming revenues. If The Social Globe just turns 30% of the users of this social network to paid users the providers have 40 mio. EURO more to elaborate an even more powerful platform. Ad and newsletter formats would continue to serve as additional revenue streams but not as the only and leading ones. The Social Globe could tie all together and split revenues according to traffic.

Just utopia or is ‚The Social Globe‘ a viable vision?

News Update – Best of the Day

Pin It

– Lange Zeit haben Experten vorher gesagt, daß vertikale Suchmaschinen, die sich auf spezielle Themen fokussieren, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, mit einem großen Knall auftauchen werden. Passiert ist bisher nichts und die Erwartungen haben sie auch nicht erfüllt. Mike Moran nimmt ‚The Future of Vertical Search‘ deshalb mal unter die Lupe.

– Immer wieder befassen sich Web 2.0 Experten mit der Monetarisierung von Communities und den wenig ‚profitabwerfenden‘ Geschäftsmodellen. Einen der bemerkenswertesten Beiträge hierzu bringt das ethority Blog „Über Shoppen & Edelgruppen – Gewinnmodelle für StudiVZ&Co„. The Strategy Web hat gestern das ‚Premiere-Angebot‘ für Social Media als Diskussionsidee entwickelt: The Social Globe – Social Media als bezahlter Abo-Dienst?

– Manchmal braucht man nur die richtigen schnellen Tipps, um ein Blog erfolgreich zu publizieren. Ted Demopoulus gibt allen Bloggern sechs Tipps, wie man ohne viel Aufwand Traffic aufbauen kann. Kurz und prägnant – lesenwert!

The Social Globe: Social Media als bezahlter Abo-Dienst?

Pin It

Auch wenn wir jetzt eine aussagekräftige Studie zu Erfolgsfaktoren in Social Networks haben, bleibt das Thema Monetarisierung von Social Media weiterhin ein schwieriges Businessthema. Egal ob Twitter, Facebook, MySpace, LinkedIn, StudiVZ oder welches Social- oder Business Netzwerk auch immer – so richtig hat noch niemand den Dreh für eine erfolgreiche Monetarisierung der Social Media Modelle gefunden. Nun wollen wir mal einen ‚wilden‘ Denkanstoß wagen: Ist ein Modell à la Premiere, Kabel Deutschland oder Sky TV auch für die Social Media Welt in Form einer Netzwerk-Betreiber-Gesellschaft denkbar, die Social Media Abo-Dienste bündelt und anbietet?

Als wir mit silicon.de (damals eine geschlossene B2B-IT Community – siehe Bild) vor acht Jahren an den Start gingen, hatte Social Media und Web 2.0 noch nicht einmal einen Namen. Wir haben damals über ein kostenpflichtiges Angebot für IT-Professionals und Business-Entscheider nachgedacht, um die Monetarisierung im Sinne der Shareholder anzukurbeln. Damals wäre ein solcher Vorschlag undenkbar gewesen (Evangelist hin oder her) und die technischen Voraussetzungen hätten die Maßnahmen nicht erlaubt. Heute kennt und nutzt jeder Halbwüchsige Communities und die Bezahlung für Mehrwertdienste in Kinder-Communities ist teilweise schon im Vorschulalter durch die Eltern akzeptiert.

Dennoch machen die meisten führenden Social- und Business Networks sowie Communities noch keine Anstalten über eine Abo-Monetarisierung nachzudenken. Die Kunst und die Kür für Social- und als Business Netzwerk Plattform damals wie heute ist, sich als Businessmodelle erfolgreich nicht nur über ‚Werbe Revenue-Streams‘ zu finanzieren. Denn auch für Social Media gilt: Profitabilität ist die Pflicht. Was die User nur gut aber nicht bezahlenswert finden, muss sich dennoch für Investoren und die Betreiber refinanzieren- und idealerweise ‚profitabilisieren. Nästenliebe gibt es in der modernen Zeitrechnung der Wirtschaft nicht mehr, und gab es früher auch nicht.

Was wäre also, wenn man die Social Media Plattformen als Abo-Dienst anbieten würde? Nennen wir die verantwortliche Firma mal: The Social Globe. Das Geschäftsfeld des Unternehmens würde sich dann vielleicht so lesen…

„The Social Globe ist das führende Pay-Social Media-Unternehmen. Das Geschäftsmodell von The Social Globe beruht auf der Überzeugung, daß Pay-Social Networks nur als breit gefächertes Angebot aus hochwertigen und exklusiven Communityinhalten erfolgreich ist. Social Networks zum Abonnieren ist dabei das Kerngeschäft von The Social Globe. Zusätzlich bietet das Unternehmen seinen Abonnenten attraktive Business-Communities, Social Communities, Corporate Networks, Micro-Blogging Dienste mit der Option zur Einzelbestellung im Pay-per-Use-Verfahren auf Abruf an. Das Unternehmen betreibt die offene Vernetzung, vermarktet die Palette aller Social Networks und sorgt für einen umfassenden Service rund um die Welt von Social Media.“

Facebook Connect liefert die Vorlage für die offene Vermarktung durch The Social Globe an die Kunden. Wer zukünftig die Plattformen nutzen will, zahlt einen Obolus pro Plattform und Nutzungsintensität. Diese Abo-Pakete sind für Businessuser und Privatpersonen ausgerichtet oder eben als Kombipaket – schön portioniert mit attraktive Abonnements zu sinnvollen Angeboten oder eben als Einzelangebot nutzbar. Für ein bis zu zehn EUR pro Plattform im Monat zahlen die User bestimmt, wenn das Social- oder Business Network für den User einen wahren Nutzen hat. Oder nicht…?

Wollen die Anbieter und Investoren von Social Media Plattformen irgendwann mal mit einem vernünftigen Gewinn dastehen, müssen sie den User an das Bezahlen gewöhnen – nur Werbung und Kooperationen ist langfristig immer wieder zu starken Schwankungen der globalen sowie regionalen Marketingbudget-Zuteilung in Unternehmen und der generellen Wirtschaftslage ausgesetzt. Eine positive Zukunftsaussicht bleibt so für Communitybetreiber in weiter Ferne. XING hat es richtig vorgemacht, aber irgendwie zieht keiner nach. OK, XING hat es von Anfang an gemacht, ein weiser Schachzug…!

Andere Social Media Anbieter müssen dennoch nachziehen, wenn das Geld irgendwann nicht ausgehen soll. Eine große User- und Interessen-Datenbank -und mehr ist eine Social Media Plattform heute in den meisten Fällen nicht- ist schön, aber es muss auch jemand dafür zahlen wollen, sonst ist sie wertlos bzw. nur bedingt wertvoll.

Der Satz ‚Was nichts kostet, ist nichts Wert‘ hat schon sein Berechtigung. Der Poweruser wird zahlen, dem ’normalen Nutzer‘ muss der Mehrwert nahegebracht werden. Dann zahlt auch dieser… und sonst ist er auch nichts wert für die Plattform. Und wenn ‚Word-Of-Mouth‘ Marketing funktioniert, werden die Freunde, Bekannten oder Peers denjenigen schon zum Zahlen bewegen, der mal aus den Networks ausgetreten ist aus finanziellem Grund. Denn irgendwann wird derjenige in der Offline-Community nicht mehr mitreden können.

Spot On!
Der Mehrwert eines ‚bezahlten Abo-Dienstes‘ für die Social Media Plattformanbieter wäre immens und die Finanzierung der Plattform sowie die Umsatzsteigerung ebenso. Und was nützen 140 Mio User, die die Kuh nicht zum Fliegen bringen? Zahlt The Social Globe nur einen EURO pro User an eine Social Media Plattform aus, so wären das bei 30% Powerusern über 40 Mio. EURO Mehrumsatz. Banner- und Newsletterformate würden weiterhin als klassische Umsatzquelle dienen und ebenso vermarktet werden durch The Social Globe.

Alles Utopie oder ist die Vision ‚The Social Globe‘ denkbar?

Social Networks: Studie zu Erfolgskriterien

Pin It

Warum sind User in Communities aktiv? Was sind die Themen, die dort besprochen werden? Welche Features nutzen sie? Viele Fragen auf die die breit angelegte Studie der Kölner Unternehmensberatung Brain Injection in Zusammenarbeit mit der Cologne Business School viele Antworten liefert. 150 Marketingstudenten analysierten drei Monate lang die Rahmendaten von 600 Social Networks und Online-Gruppen sowie 60.000 Profilangaben von Community-Mitgliedern. Die ganze Studie kann über den Downloadbereich bezogen werden.

Das Ergebnis der Studie zeigt, daß der Frohsinn am meisten Erfolg verspricht: ‚Flirt und Liebe‘ sowie ‚Party‘ stehen ganz oben bei den Top-Themen der Communities, noch vor Musik und Sport. Als bevorzugte Features gelten das Hochladen von Bildern und Verschicken von Nachrichten.

“Die Mitglieder wollen sich selbst darstellen und sich mit Gleichgesinnten austauschen”, fasst Prof. Dr. Klemens Skibicki, Marktforscher und Leiter der Studie, zusammen. Dies gelte gleichermaßen für alle untersuchten Branchen und Nationen.

Nachfolgend die Auflistung der einzelnen Abfragen und Erkenntnisse der Umfrage in Listenform sowie am Ende der Wissenstand zum Thema Monetarisierung von Social Networks.

Erfolgskriterien für Communities
Klarer Zielgruppenfokus
Anschauen von Fotos
Sehr große Zielgruppe
Möglichkeit, sehr viele Bilder hochzuladen
Starke Bindung der Mitglieder untereinander
Interessantes Thema
Flirtmöglichkeit
First Mover
Leichte Benutzerführung
Elitär
Große Anzahl an Mitgliedern
Zielgruppe hat hohe Internet-Affinität

Die beliebtesten Features in Communities
Bild-Upload (85,9%)
Internes Nachrichtensystem (75,8%)
Freundesliste (70,2%)
Forum (59,3%)
Profilbesucher (53,3%)
Pinnwand (48,4%)
anonymes Browsen (45,6%)
Blog (43,9%)
Chat (40,6%)
Gruppensystem (36,3%)
Prestige-System (32%)
Video-Upload (31,7%)
Poke (14,8%)
Widget (11,1%)
Voting (9,2%)
Einzigartiges Features (4,2%)

Die beliebtesten Themen in Communities
Flirt und Liebe (57,9%)
Party (55%)
Musik (48%)
Sport (47,7%)
Film und Foto (45,4%)
Urlaub und Reisen (41,3%)
Kunst und Kultur (40,7%)
Beruf (36,3%)
Bildung (35,2%)
Computer und Software (29,8%)
Essen und Trinken (28,4%)
Business (27,1%)
Autor und Motor (27%)
Familie und Kinder (24,3%)
Gesundheit (21,2%)
Tiere (20,9%)
Wissenschaft (16,5%)
Religion (14,7%)
Haus und Garten (13,5%)
Sonstiges (12,4%)

Motiv der Community-Nutzung
Selbstdarstellung (66,5%)
Gemeinsame Aktivitäten (63,3%)
Neugier (51%)
Partnersuche (49,3%)
Informationssuche (49%)
Soziale Anerkennung (45,8%)
Gruppendruck/ jeder ist dort (18,8%)

Spot On!
Wollen Werbetreibende endlich verstehen, warum sie in Communities aktiv werden sollten, dann haben sie jetzt zumindest mal Ansätze zu Hintergründen erhalten. Aber auch die Communitybetreiber haben neues Futter für die effizientere Monetarisierung bekommen. Dennoch darf die Studie nicht überbewertet werden, ist sie doch die erste in diesem Format. Dennoch kann man dem Trend wohl vertrauen. Sicherlich eine der wichtigsten Erfahrungen bringt die Studie in der Erkenntnis, daß die User sehr wohl bereit sind für Premium-Mitgliedschaften zu zahlen.

Erlöskomponente
Werbung vorhanden (57,6%)
Bannerwerbung (48%)
Integration von Shops (26,3%)
Premium-Mitgliedsbeitrag (15%)
Virtuelle Währung (12,4%)
Basis-Mitgliedsbeitrag (3,9%)

Ein Social Networks erfolgreich aufzubauen und zu vermarkten, braucht seine Zeit und viele Learnings. Und wenn man die richtungsweisenden Erkenntnisse über User, Features und Themen endlich gezogen hat, kommt meist ein neuer Technologietrend, der die Learnings dann wieder auf den Kopf stellt.

News Update – Best of the Day

Pin It

– Die Telekom hat große Pläne im Internet nach Angaben von Ralf Bauer, Senior Vice President Portal der Deutschen Telekom. Gemäß des Sponsorings der Fussball-Bundesliga will man auch im Internet stärker am Ball bleiben. fussball.de soll die führende ‚Kicker‘-Seite in Deutschland werden. Die Vergleichswerte: kicker.de 170 Mio. Page Impressions (laut IVW-Online) – fussball.de 114 Mio. Page Impressions (laut Vermarkter Interactive Media). Das nennt man ein Challenge! Kachelmann soll es übrigens mit seinem Meteomedia AG als Wetterdienst bringen und ein noch nicht benanntes Frauen Web-Magazin wird gelauncht.

– Sind Social Networks auch zukünftig reine Kommunikationstools zu sehen? Werbefreie Zonen wie die Inbox? Laut einer IDC Studie ist dies vorerst zu befürchten. In den USA nutzen 75% der User mindestens einmal in der Woche und 57% täglich Social Networks. Dort verweilen dann 61% pro Session rund 30 Minuten. Eine lange Zeit…, in der aber nur 57% auf die Werbeelemente klicken – im Vergleich zu 79% aller Internet Konsumenten. Sieht so aus, als ob Social Networks sich langsam neue Monetarisierungsideen überlegen müssen, wie Sie Geld machen wollen. Ideen gibt es hier (für Facebook und Myspace) und hier (Twitter) ja schon. Sonst muß man weiterhin live zusehen, wie Mitarbeiter bei Twitter entlassen werden…

– Wikis in Unternehmen bündeln und fassen Firmenwissen an zentraler Stelle allen dafür vorgesehenen Mitarbeitern zugänglich zusammen. Sie vereinfachen die Arbeitsprozesse, die auf Projektmanagement und Collaboration basieren – intern wie extern. Alexandra Graßler wurde zum Thema Wikis in Unternehmen informiert und verweist auf einen interessanten Artikel.

News Update – Best of the Day

Pin It

– Niemand will 404-Seiten sehen, schon gar nicht im Business. Wer aber kreativ ist, kann damit auch sein Business-Image aufpolieren. Und jede Wette, dass Sie die nachfolgenden 404’s sehen wollen…?

Unter einer herrlichen Liste lustiger 404 Seiten… nehmen wir zwei heraus und danken dem Kollegen, der die North Face 404 an uns weitergab – ergibt wiedermal 3 ‚Top 404‘.

– European Interactive Advertising Association (EIAA) bringt Neuigkeiten zur europäischen Online-Nutzung in aktueller Studie: Online wird ein Teil des täglichen Lifestyles. Aus Perspektive des Business interessant…

When researching or considering a product or service, 64% of European internet users consider personal recommendations important, with websites of well-known brands (49%) and both online customer (46%) and expert (45%) reviews following closely, showing that internet users are increasingly using both online as well as personal recommendations to make purchase decisions.“

– Das Monetarisierungsproblem hat Twitter kürzlich noch den Verkauf an Facebook gekostet. Nun reagiert der CEO des Micro-Blogging Dienstes, Evan Williams, und tritt die PR-Maschine los. Doch über die Monetarisierungs-Strategie lässt er nichts raus – nur, daß bald Umsätze fließen sollen. Zu lesen auf CNET, wo die Leser 11 Business Modelle voten können.

Nächste Seite »